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Die Auto-Frage

Im November 2015, als die Rechnung der Autoversicherung ins Haus flatterte, stellten wir uns die Frage, ob wir den Wagen abschaffen könnten. Möglich wäre es. Einkäufe könnte ich auch ohne Wagen bewerkstelligen, ich könnte z.B. einen Hackenporsche anschaffen oder 3 x in der Woche 2 Liter Milch kaufen und 2 Flaschen Wasser. Man könnte sich das auch kistenweise ins Haus liefern lassen. Für individuelle Fahrten könnte man sich auch mal einen Wagen leihen.

Im Nachhinein war es gut, dass wir den Wagen behalten haben. Ein paar Wochen nachdem wir die Rechnungen erhalten haben, begannen die ständigen Klinikaufenthalte meiner Mutter während der ich 3 x in der Woche nach Lübeck gefahren bin um sie zu besuchen. Jetzt, wo sie im Seniorenheim wohnt, besuche ich sie einmal wöchentlich. Es wäre wohl teurer, dafür immer einen Leihwagen zu nehmen.

Wir stehen jetzt vor der Entscheidung, uns ein neues Auto anzuschaffen. Fest steht, dass es nicht wieder ein Cabrio sei wird. Für eine Fahrt von 3 Minuten zum Supermarkt ist das ja wohl lächerlich. Einzig bei den Fahrten nach Lübeck im Sommer bei schönem Wetter wäre es nett mit dem Cabrio. Aber das bringt es dann auch nicht, dafür viel Geld auszugeben.

Unser jetziger Wagen, ein Peugeot 308CC, war eine Tageszulassung und stand beim Händler mehrere Monate in der Ausstellungshalle und musste weg und war dementsprechend preiswert. Der Wagen hat eine tolle Ausstattung mit vielen kleinen Extras, an die wir uns gewöhnt haben – nice to have. Aber in der uns vorschwebenden Preisklasse gibt es z.B. nicht die Möglichkeit, den Beifahrersitz elektrisch zu verstellen – erstehe das wer will. Es ist aber einfach toll, das so machen zu können, und bei unserem 2-Türer eben praktisch wenn die Schwiegermutter mal mitfährt und einer von uns sich hinten reinquetschen muss.

Dann stellten wir uns die Frage, ob wir uns ein E-Auto anschaffen. Die Reichweite in unserer Preisklasse würde ausreichen, um die Strecke Geesthacht-Lübeck-Geesthacht bewältigen zu können. Auch eine Fahrt nach Hamburg ins Theater und wieder zurück an die heimatliche Steckdose wäre kein Problem.
Die Ladestation im Carport wäre eine zusätzliche Investition. Ein Kabel müsste verlegt werden, aufgrund der baulichen Situation in der Erde. Die Kellerwand müsste für einen Kabeldurchlass aufgebohrt werden. Ich schätze, dass die Installation mit allem Drum und Dran ca. 2.000 Euro kosten würde. Da das eine bauliche Veränderung ist, müssten wir die Genehmigung der Mehrheit der Wohnungseigentümer einholen und wir wären für eventuelle Durchfeuchtungen des Mauerwerks veranwortlich.

Längere Fahrten, z.B. nach Mönchengladbach zu unserer kleinen Familie, sind ohne eine ca. 4-stündige Ladeunterbrechung nicht möglich, vorausgesetzt, es ist eine Ladestation an der Raststätte frei. Und dann ist da noch das Gefühl, nicht spontan den Wagen nehmen zu können um mal schnell irgendwohin zu fahren …, jede Fahrt muss quasi geplant werden. Und das kenn ich zur Genüge aus meinem Job: Das Schiff X muss von A nach B fahren, hat es genügend Treibstoff an Bord? Vieviel Tonnen muss ich wo bestellen damit das Schiff die Reise ausführen kann? Wo bekomme ich Treibstoff?

Natürlich gibt es E-Autos, die eine große Reichweite haben, aber da kommen wir in eine Preisklasse, für die ein Banküberfall notwendig wäre.

Wir uns auf 2 Autos mit Verbrennungsmotor konzentriert. Uns ist aber klar, dass wir bei der Rubrik „nice to have“ ein paar Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. Alles reine Gewohnheitssache!

Persönlicher Jahresrückblick – Teil 3


Das letzte Drittel dieses Jahres war wesentlich ruhiger als die ersten 8 Monate. Langsam hat sich alles eingespielt. Wenn das nun auch im nächsten Jahr so bleibt, ist alles gut. Wenn nicht – dann müssen das akzeptieren. Vieles lässt sich ja gar nicht beeinflussen.

September
Das Highlight dieses Monats war das Treffen mit Freunden auf dem Konzert von Max Giesinger anlässlich des diesjährigen Elbfestes.

Mitte September ist es noch schön warm und Schmetterlinge lassen sich auf unserer Dachterrasse nieder als sei es Hochsommer. Eine Woche später bestellte ich die Stühle für unser neues Esszimmer. Auf der Rückfahrt von Buchholz kann ich sogar noch offen fahren. Am Nachmittag sitze ich, von herbstlichem Laub umgeben, auf der Terrasse und genieße ein Glas meines Lieblingsbrandys.

Wir nehmen unseren Pastamaker in Betrieb. Seit dem haben wir noch nie wieder Nudeln gekauft. Das Ding ist echt toll. Gut, für 49 Cent kriegt man das nicht hin wenn man Pasta mit Hartweizengries macht. Aber ich glaube auch nicht, dass die für 49 Cent aus dem Supermarktregal aus Hartzweizengries hergestellt werden.

Oktober
Dieser Monat war überwiegend politisch geprägt in meinem Blog, und das nicht gerade positiv. Wer meine Meinung zu den Themen nochmal nachlesen möchte, möge doch bitte den Link im Archiv anklicken.

Ganz persönlich war aber mein Besuch in Mönchengladbach von dem ich dann leider mit einer starken Erkältung zurückgekehrt bin.

November
Im Theater Lübeck haben wir die großartige Gitte Hænning in der Rolle der Norma Desmond auf der Bühne erleben dürfen. Alle Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Wir hoffen, dass es gelingt, Gitte auch für die nächste Spielzeit für ein paar Vorstellungen des Musicals Sunset Boulevard zu verpflichten. Dann wären wir wieder dabei.

Am 8. November gab es Schnee in der kleinen Stadt an der Elbe. Mal abwarten, was dieser Winter so bringen wird.

Die Bronchitis plagt mich noch immer und ich hadere mit den Tropfen.

Dezember
Der letzte Monat des Jahres beginnt mit einem Paukenschlag: Nico Rosberg verlässt nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft den Formel1-Zirkus.

Am 10. Dezember schrieb ich über meine favorisierten Weihnachtslieder, u.a. der December Song von George Michael …

Das Weihnachtsgefühl stellte sich in diesem Jahr 4 Tage vor Weihnachten ein.

Das Weihnachtsfest ist auch bei uns anders als in den Jahren zuvor. Am 1. Weihnachtstag kann ich keine Weihnachtsmusik mehr hören, Abba muss her.

Beim letzten Besuch in diesem Jahr bei meiner Mutter brachte ich ihr einen kleinen Frühlingsgruß mit, eine Primel mit einem Schornsteinfeger als Glücksbringer. Und für uns kaufte ich einen Strauß Tulpen, das gehört so nach Weihnachten! Die Fuchsien blühen in diesem Jahr nicht mehr, die hat der Frost dahingerafft. Ich bin immer noch darauf gespannt, wie dieser Winter wird.

Das war unser ganz persönliches 2016, anfangs stressig, später normalisierte es sich dann. Wir sind sehr froh darüber, dass meine Mutter sich in ihrem neuen Zuhause gut eingelebt hat und sie sagt: „Das ist jetzt eben so!“

< Teil 2

Alles war anders

Ich erwähnte ja schon, dass Weihnachten in diesem Jahr anders sein würde. Das war auch nicht schlimm, wir wussten, dass es so ist und damit waren wir auch zufrieden. Nur organisatorisch wird es im nächsten Jahr anders ablaufen.

Hätte ich gewusst, dass am Heiligabend nachmittags und abends im Seniorenheim kein gemütliches Beisammensein stattfindet (ich hatte mich da auf die Aussage einer Freundin verlassen), wäre ich nicht 2 Tage hintereinander nach Lübeck gefahren. Es war zwar nett, besagte Freundin mit ihrem Mann am Tag vor Weihnachten bei meiner Mutter zu treffen, insgesamt gesehen war die Fahrerei dann aber doch etwas viel.

Bernd musste dann am 24. nach dem Fondue seine Mutter wieder nach Hause fahren. Am 1. Weihnachtstag hat er sie wieder abgeholt. Dann sind wir essen gegangen und danach hat er sie wieder nach Hause gefahren. Dass man dann einfach nur noch seine Ruhe haben möchte, ist wohl verständlich. Zum Glück hat er heute seinen wöchentlichen freien Tag, sozusagen ein Nachweihnachtstag für uns.

Dem allgemeinen Trend, sich zu Weihnachten nichts zu schenken, mögen wir uns nicht anschließen. Meine Mutter überraschten wir mit einem Radio damit sie tagsüber mal ihren Lieblingssender hören kann. Sie ist nicht der Typ, der den ganzen Tag den Fernseher laufen hat.

Bernd schenkte mir den Besuch eines Konzertes in der Elphi. Darauf freue ich mich sehr.

Ein Überraschungspaket kam von der Warmen Küche aus Wien welches wir selbstverständlich erst am Heiligabend geöffnet haben. Es enthielt ein Glas selbstgemachte Marmelade.

Unsere kleine Familie aus Mönchengladbach schickte uns ein Fotobuch mit ganz vielen netten Fotos aus diesem Jahr.

Weihnachten und Überraschungen – das gehört einfach zusammen, und das soll auch in Zukunft so bleiben.

Persönlicher Jahresrückblick – Teil 2

2016 war ein sehr vielfältiges Jahr. Deshalb war es notwendig, den Jahresrückblick etwas aufzuteilen. Heute geht es weiter mit den Monaten Mai bis August.

Mai
Am 3. Mai begann für mich die diesjähre Schwimmsaison im Geesthachter Freibad. Bei 14 Grad Lufttemperatur stieg ich mutig in die Fluten. Leider war die Schwimmerei in diesem Jahr sehr unregelmäßig, bedingt durch diverse Termine, hauptsächlich meine Mutter betreffend.

Langsam begannen wir damit, die Wohnung meiner Mutter aufzulösen. Manchmal war es wie eine Reise in die Vergangenheit.

Am 15. Mai feierte Mutter ihren 92. Geburtstag mit der Familie und mit Freunden. Sie war glücklich und zufrieden, dass sie alle, bis auf Enkel und Ur-Enkel, umsich haben konnte.

Juni
Mir ist ein Strawberry Cheescake verunglückt, aber sowas von! Reiner Matsch war’s, hat aber trotzdem geschmeckt. Mit der Hilfe von Gelatine, die im ursprünglichen Rezept nicht vorgesehen ist, hab ich dann doch einen schönen, also optisch schönen, Kuchen hinbekommen. Geschmeckt hat er natürlich auch gut.

Der Juni stand im Zeichen von 2 tollen Veranstaltungen: Eine öffentliche Veranstaltung war das Sommerfest am Hafen der Ballettschule Tanzbasis, eine Leistungsshow der diversen Ballettgruppen. Ich war ziemlich beeindruckt, welch gute Ausbildung in der kleinen Stadt an der Elbe geboten wird.
Das zweite Fest war eine „geschlossene Veranstaltung“, die Silberhochzeit unserer Freunde Heike und Norbert, ein tolles Fest, auf dem wir mal wieder richtig abgezappelt haben.

Juli
Das wohl schönste Ereignis in diesem Monat war das 4-Generationentreffen. Besonders für die Ur-Oma ist es schön, wenn sie mit dem Enkel und den Enkelkindern zusammensein kann. Gerade kürzlich erwähnte meine Mutter noch, dass es schade ist, dass man sich nicht so oft sehen kann. Aber man muss ja heute auch sehen, wo man einen Job findet, in dem man möglichst auch noch zufrieden ist. Und den hat Oliver nun mal nicht in Norddeutschland gefunden.

Sommerzeit = Festzeit: Die NDR-Sommertour war in Geesthacht zu Gast und wir hatten einen vergnüglichen Abend mit all unseren Freunden.

Reich sind wir davon nicht geworden, aber es reichte für ein neues Esszimmer: Ich habe einige glänzende Erbstücke und mein Zahngold versilbert. Sehr schade, dass nicht mehr davon da ist. Allein das ganze drum und dran des Verkaufs und das alte Ladengeschäft der Firma Schiefer & Co. war ein Erlebnis.

Was macht man eigentlich mit alten Kameras? Also alt im eigentlich Sinn sind sich nicht, nur eben nicht mehr auf dem neuesten Stand bzw. nicht mehr hundertprozentig ok. Ich musste mir eine neue Hosentaschenkamera zulegen weil die alte Altersflecken bekommen hatte. Die Flecken hab ich auch, ich hoffe, mein Mann legt sich nicht auch ein neues Modell zu.

August
Der August stand im Zeichen unserer 4. Kreuzfahrt. Nur ganz nebenbei möchte ich bemerken, dass mein Mann am Tag unserer Abfahrt von Hamburg seinen 50. Geburstag feierte. Der Geburstag war eigentlich der Hauptgrund, dass wir diese Reise gebucht hatten. Ein Hinweis in eigener Sache: Der vorherige Link führt zum 1. Teil des Reiseberichtes, weiterführende Links sind jeweils unter den Reiseberichten zu finden.

Übrigens: In 8 Monaten geht es wieder auf Große Fahrt. Wir brauchen dieses Mal noch Pässe.

< Teil 1 Teil 3>

Persönlicher Jahresrückblick 2016 – Teil 1

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, ein Jahr mit viel Aufregung. Das muss wohl manchmal so sein und ist der Lauf der Zeit. Von den politischen Dingen soll in meinem Jahresrückblick nicht die Rede sein, nur von den persönlichen – und das reicht auch schon. Ein durchgehendes Thema war meine Mutter. Das hat viele Nerven gekostet, also nicht meine Mutter selbst, aber alles das, was mit ihr passierte. Zum Glück hat sich alles zum Guten gewendet.

Januar
Ich habe ein neues Wort gelernt: defäkieren. Ich sollte das öfter mal benutzen, also das Wort. Aber da geht es ja um Dinge, über die man eher nicht spricht.

Am 21. Januar habe ich behauptet, dass es das jetzt war mit dem Winter. Und damit hatte ich recht.

Am 27. Januar gab es einen Krankenhaustag: Bernd kam ins Krankenhaus mit einer Gallenkolik, meine Mutter wurde stationär in der Hautklinik der Uniklinik Lübeck aufgenommen.

Bernd wurden am 30. Januar „schwarze Oliven“ entfernt.

Dieses Blog feierte am 31. Januar den 14. Geburstag!

Februar
Am 1. Tag des Monats konnte ich Bernd aus dem Krankenhaus abholen.

Der Valentinstag wird, wie in jedem Jahr, von uns ignoriert.

Mutter ist in einer Reha-Maßnahme und es ist abzusehen, dass sie einen Platz im Seniorenheim benötigt. Mit unserer Freundin Karin schau ich mir ein paar Heime an und wir bekommen auch von einem Heim die Zusage für einen Platz in der Kurzzeitpflege.

Mein Butdruck ist aufgrund der Aufregungen der letzten Wochen in die Höhe geschossen, ich greife wieder zu blutdrucksenkenden Mitteln.

Der Antrag auf eine Pflegestufe für meine Mutter wurde abgelehnt. Dabei ist die Frau so schwach, dass sie gar nichts alleine kann. Wir sind fassungslos. Bei einem Besuch in der Rehaklinik habe ich den Eindruck, dass sie sich langsam selbst aufgibt – zum Glück ein Trugschluss wie sich im Lauf des Jahres herausstellen sollte.

März
Am 2. März wird ein Eilantrag auf eine Pflegestufe gestellt, der dann am Tag darauf abgelehnt wurde.

Ich bin total durch den Wind und mach Dinge, die ich noch nie gemacht habe.

Am 12. März zieht meine Mutter nach wochenlangen Klinikaufenthalten in ein Seniorenheim. Am 30. März feiern wir dort meinen Geburtstag.

April
Am 1. April, und das ist kein Aprilscherz, begann die langwierige Erneuerung meines Esszimmers. Eine Woche später hatte ich dann einen weiteren Termin, der doch sehr unangenehm war.

Meine Mutter wurde im Pflegeheim im Hinblick auf eine Pflegestufe „begutachtet“. Ende April hatten wir Gewissheit: Meine Mutter hat Pflegestufe 1 bekommen. Ein großer, ein sehr großer, Stein ist uns allen vom Herzen gefallen.

> Teil 2

Halse – Nase – Kopf

Freitag morgen ging es los mit Halsschmerzen. Während der Rückfahrt von meiner kleinen Familie in MG nach Hause habe ich ständig Lutschbonbons gelutscht. Ich weiß, die Dinger helfen nicht wirklich, absolut nichts, was auf dem Markt ist, heilt. Die Dinger lindern nur die Symptome, was ja auch hilfreich ist.

Dann ging es am Samstag weiter mit der Nase, aber sowas von! Zum Glück haben wir immer eine Großpackung Papiertaschentücher im Haus. In der vergangenen Nacht bin ich wohl alle 2 Stunden aufgestanden und habe mein wundes Näschen geputzt. Was heißt geputzt – es muss sich angehört haben wie ein Elefant.

Wenn man eine Erkältung hat, soll man ja auch viel trinken. Warum ich aber auch alle 2 Stunden zur Toilette musste – ob es an der reichlichen Flüssigkeitsaufnahme lag oder an der Verkostung von Grippetabletten, man weiß es nicht. Kann ja sein, dass die Sprudeldinger versuchen, aus dem Körper alles was schlecht ist, auszuschwemmen.

Kopf hab ich auch, und wohl etwas Fieber. Wenn ich mir nämlich mit der Hand über die mit spärlichem Haarwuchs bedeckte Schädelplatte streiche, kribbelt es recht unangenehm. Und natürlich hab ich jetzt auch noch Bronchitis.

Ich glaube nicht, dass mich die kleine Marit mit ihrer Schnoddernase angesteckt hat. Ich vermute, dass die Ansteckung am Dienstag auf der Anreise geschehen ist. Erst mit dem Bus von der kleinen Stadt an der Elbe zur S-Bahnstation, weiter mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof in Hamburg und dann mit IC und Regionalbahn zum Zielort – da bieten sich diverse Ansteckungsmöglichkeiten an.

Toll, und mein Mann hat diese Woche Urlaub!

Nichts los

Novemberblues im Oktober – oder was ist? Nichts ist, absolut nichts, über was ich derzeit schreiben könnte. Nichtmal einen frechen Spruch habe ich gefunden. Der Oktober ist zwar noch nicht vorbei, aber selbst neue Fotos gibt es nur ein paar. Wenn nichts los ist, kann das natürlich auch positiv sein, denn nichts ist schlimmer, als über unangenehme Dinge zu schreiben. Vielleicht gibt es ja in den nächsten Tagen noch irgendwas, über das ich mich mal auslassen kann.

In der nächsten Woche wird es hier auch ruhig sein. Dann werde ich meine kleine Familie in MG für ein paar Tage besuchen. Am Ende der Woche, nach meiner Rückkehr, besteht dann doch noch die Chance auf ein paar Neuigkeiten.

Eine beeindruckende Persönlichkeit

Die Rede ist von von meiner Mutter, 92 Jahre alt! Seit mehr als 6 Monaten wohnt sie jetzt ein einem Seniorenheim. Es war ihre sebstständige Entscheidung, diesen Schritt zu machen. Sie hatte selbst eingesehen, dass es zu Hause nicht mehr geht. Nach einem Krankenhausaufenthalt und einer anschließenden Rehamaßnahme ist sie direkt in das Heim eingezogen. Während dieser Zeit hat sie mehrmals gesagt, dass sie gern wieder in ihre Wohung möchte, aber das war, bevor sie die Erkenntnis gewann, dass es nicht geht.

Sie lebte in einer sehr schönen Altbauwohnung in ihrem Elternhaus, gebaut um die Jahrundertwende des vorigen Jahrunderts, also um 1900 herum, in der sie fast 50 Jahre wohnte. 2 Balkone hat die Wohung. Meine Mutter hat es immer sehr genossen, die Sonne für sich einzufangen. Manchmal, wenn es noch zu kalt war zum Draußensitzen, hat sie sich im Wohnzimmer vor die offene Balkontür gesetzt und die Sonnenstrahlen genossen. Jetzt hat sie ein kleines Zimmer, zum Glück zur Sonnenseite der Anlage. Im Sommer ist sie in ihrem Rollstuhl mit dem Lift zum Eingangsbereich hinuntergefahren und hat dort in der Sonne gesessen.

Einmal in der Woche fahre ich zu ihr nach Lübeck, 2 Mal 90 Minuten mit dem Wagen. Ca. 90 Minuten bin ich bei ihr. Viel zu erzählen gibt es ja meistens nicht. Wenn ich komme, sitzt sie in ihrem Rollstuhl am kleinen Tisch und liest die Lübecker Tageszeitung, ja, die lässt sie sich weiterhin im Abo kommen, oder sie löst Kreuzworträtsel – und sie strahlt eine große Zufriedenheit aus!

Als ich gestern bei meiner Mutter war, hatten wir ein Gesprächsthema, welches sich zufällig ergab: Leben im Heim. Am Mittwoch gab es ein Oktoberfest mit Kaffee und Kuchen, Musik zum Mitsingen und schunkeln, Abendessen mit wahlweise Frikadellen, Weißwurst oder Haxe, Bier oder Wein gab es auch. Mutter hatte das Glück, neben einer Dame zu sitzen, die, wie sie selbst, kommunikativ war. Auf der anderen Seite neben ihr eine Dame, die stets insich gekehrt ist, selten was sagt und oft weint. Mutter gelang es, sie ein wenig mitzureißen. Allerdings verließ sie die Veranstaltung vor dem Ende.

Beim Abendessen saß die Dame am Tisch und weinte wieder. Und was macht meine 92-jährige Mutter?: Sie nimmt sie in den Arm um sie ein wenig zu trösten! Unfassbar! Die Dame, die übrigens länger in dem Heim wohnt als meine Mutter, nuschelte ihr dann ins Ohr: Ja, es ist wohl doch besser so.

Wir vermuten, dass diese Dame sich noch nicht damit abgefunden hat, in ein Seniorenheim ziehen zu müssen. Die Hintergründe kennen wir nicht. Es ist ganz sicher nicht einfach, seine Wohnung aufzugeben, Möbel, Geschirr, Dinge, die einem im Lauf der Jahrzehnte lieb und teuer geworden sind, hintersichzulassen. Man kann es nicht verurteilen, wenn jemand so reagiert, wie die Dame es tut.

Meine Mutter erzählte gestern, dass sie viel Glück gehabt hat im Leben. Als sie mit meinem Vater nach deren Hochzeit anfangs in einer 1-Zimmerwohnung gewohnt hat, Küche und Bad mussten sie sich mit einer Mitbewohnerin teilen, hat sie immer gesagt: Es kann nur besser werden! Sie hat ein schönes Leben gehabt, sie ist gereist, auch noch nachdem mein Vater vor 8 Jahren gestorben war. Sie ist rundherum zufrieden. Sie akzeptiert ihr Leben, so wie es jetzt ist. Wenn ich meine Besuche bei ihr beende und mich wieder auf den Weg in die kleine Stadt an der Elbe mache, brauch ich kein schlechtes Gewissen zu haben, ich muss mir keine Gedanken darum machen, dass Mutter jetzt in einem Seniorenheim lebt, leben muss.

Wieder da?

Seit einer Woche sind wir nun wieder zu Hause, teilweise. Körperlich bin ich zwar anwesend, mein Geist ist aber immer noch nicht ganz eingetroffen. Zu frisch sind die Erinnerungen an eine schöne Reise.

Viele Bilder habe ich noch im Kopf, von Menschen, die wir an Bord gesehen haben, seien es andere Passagiere oder auch die immer freundliche Besatzung. Aufgeschnappte Gesprächsfetzen sind wieder präsent, z.B. „Werde ich das mögen?“, die Frage einer Dame am Mongolischen Buffet, der die Inhalte einer der Saucen erklärt wurde. Und auch Bilder von Situationen, z.B. das Bild des Kapitäns, wie er mittags allein am Tisch im Italienischen Restaurant Lavela saß, Pasta gegessen und dazu Wasser getrunken hat. Wir saßen ein paar Tische weiter, das war sozusagen ein Captain’s Lunch. Ein Begriff aus dem Tagesprogramm: Schminktipps für das dominante Oberlid! Wie mag das denn aussehen?

Am letzten Abend, als wir uns nach dem Essen mit den Gastgebern unterhalten haben, erfuhren wir, dass es der Crew in den Restaurants auch nicht viel anders geht. Plötzlich sind neue Passagiere an Bord, die dann da sitzen, wo vorher andere Menschen gesessen haben und an deren Anblick man gewöhnt war.

Am Tag des Reisebeginns hatte ich morgens das letzte Mal kurze Nachrichten im Radio gehört und auf einigen Nachrichtenportalen gelesen, was es neues gab. In dem Moment, in dem wir in den Wagen stiegen, der uns zum Schiff brachte, war mir alles egal, was in der Welt passieren könnte. An Bord wurde jeden Tag eine 4-seitige Ausgabe mit Kurzinformationen aus aller Welt ausgelegt. Nicht einen Blick habe ich in 2 Wochen im Vorbeigehen darauf verschwendet, es interessierte mich nicht. Ich lese inzwischen zwar wieder auf den Nachrichtenseiten, aber noch immer, 2 Wochen nach unserer Rückkehr, ist es mir ziemlich egal, was in der Welt passiert.

„Ich freu mich wieder auf zu Hause!“ – ein Satz, den Bernd ein paar Tage vor dem Ende der Reise äußerte. Wir haben wirklich ein wunderschönes Zuhause, aber ich hätte noch mindestens tagelang, vielleicht sogar wochen- oder monatelang über die Weltmeere fahren können.

Langsam bin ich auch wieder zu Hause, wie gesagt, der Geist noch nicht so ganz. Mit den üblichen Haushaltsarbeiten, einkaufen, überlegen, planen usw., wird es wieder. Aber nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub: Heute in einem Jahr sind wir auf unserem 5. Seetag, auf dem Weg von St. John’s nach Charlottetown.

Heftig verschlafen!

Na ja, so richtig stimmt das ja nicht. Wenn man nicht mehr arbeitet und auch sonst nichts geplant hat, kann man eigentlich nicht verschlafen. Aber es ist schon sehr ungewöhnlich, dass ich erst kurz vor 9 Uhr aufgewacht bin. Das passiert mir sonst nicht mal nach einer langen Nacht mit Freunden.

Nach zwei Nächten, in denen ich sehr sehr schlecht geschlafen hatte – es war nicht mal Vollmond – war es wohl mal dringend eine Erholung erforderlich. Bereits kurz vor 22 Uhr haben wir den EReader beiseite gelegt und das Licht ausgemacht. Ich muss dann auch sehr schnell eingeschlafen sein. Und das heisst, ich habe fast 11 Stunden geschlafen, nur kurz unterbrochen von einem frühmorgendlichen Toilettengang.

Wie sagt man immer: Der Körper holt sich was er braucht.