Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Fortsetzung folgt

Nicht dass ihr denkt, ich sei untätig was den Reisebericht betrifft. Der Text ist eigentlich fertig, aber es zieht sich. Fotos müssen herausgesucht und zugeschnitten bzw. verkleinert werden, ich lese immer wieder den Text und stelle fest, dass ich was ändern muss, sonst passt es zu den Fotos nicht. Oder die Fotos passen nicht zum Text. Es ist etwas schwierig.

Dazu kommt eine gewisse Müdigkeit, wohl hervorgerufen durch schlechen Schlaf dessen Ursache in dem Vorkommnis liegt, das ich im 2. Teil erwähne. Es geht im Moment nicht so locker von der Hand wie ich es gern möchte. Aber es wird, ich lass meine Leserinnen und Leser nicht hängen.

Zu den Azoren mit „Mein Schiff Herz“ – 1. Teil


Unsere zweite Kreuzfahrt in diesem Jahr führte uns zu den Azoren. Die Inselgruppe der Azoren gehört politisch zu Portugal und liegt im Nordatlantik, etwa auf der Höhe von Lissabon auf der Europäischen Seite und etwa auf der Höhe von New York auf dem amerikanischen Kontinent. Die Reise begann in Santa Cruz de Tenerife, dort endete sie auch wieder.

Wer oft den Wetterbericht hört, kennt den Begriff „Azorenhoch“, welches meistens irgendwo feststeckt und uns dann den Sommer vermiest. Ich hatte ja gesagt, dass wir einen grossen Koffer mitnehmen und das Azorzenhoch reinpacken um es mit nach Deutschland zu nehmen. Von diesem Hoch war nicht viel zu sehen, der Wetterkoffer blieb also zu. Dazu später mehr.

10. November 2022 – Anreise nach Santa Cruz de Tenerife

Unser Limousinenservice stand pünktklich um 6:30 Uhr vor der Tür. Die Koffer wurden eingeladen und dann ging es durch den morgendlichen Berufsverkehr zum „Hamburg Airport Helmut Schmidt“.


Den Online Checkin hatten wir schon am Tag vorher erledigt. Wir wollten es wagen, unsere Koffer automatisch aufzugeben, was auch gut funktioniert hat. Da wir Business Class gebucht hatten, suchten wir die Business Lounge auf, nahmen dort ein leichtes Frühstück ein mit einem Glas Wein sowie einem Glas Sekt. Mit Blick auf das Vorfeld des Flughafens sassen wir dort ganz entspannt und warteten auf das Boarding. Zwei Tische weiter entdeckten wir zwei junge Männer!

Um 10 Uhr sollten wir starten, aber das Boarding gestaltete sehr sehr langsam. Der Chefpurser versuchte auf frech-humvorvolle Art, die Passagiere anzutreiben, „ihre Plünnen“ doch bitte schnellstmöglich zu verstauen. Einer Dame in der Reihe hinter uns gefiel die forsche Art überhaupt nicht während wir Tränen lachten über die spitzen Bemerkungen, die der Steward herausschoss. Als endlich alle Passagiere im Flieger ihre Plätze gefunden hatten, hatten wir unseren Startslot verpasst und mussten auf die nächste Möglichkeit zum Start warten. Währenddessen wurden wir sehr unterhaltsam über die Sicherheitseinrichtungen unterrichtet: „Die Notausgänge sind mit EXIT gekennzeichnet. Für die, die in der Schule nicht aufgepasst haben: Das ist englisch und bedeutet Ausgang.“ Die beiden jungen Männer aus der Business Lounge sassen 2 Reihen vor uns. Ach, guck an. Ob die auch auf das Schiff wollen? Einem der beiden rutschte ein Apple Airpod aus einem seiner Ohren und verlor sich in den Tiefen des Sitzes, oder er fiel unter den Sitz. Der Betroffene selbst und sein Mitreisender, die 2 Männer, die in der Reihe dahinter sassen, und wir suchten mit, so wie das in der Enge eines Flugzeugs möglich ist. Der Ohrentampon fand sich aber wieder an.


Uns Reisenden in der Businessclass wurden freie Getränke angereicht, u.a. Wein und Sekt. Bevor die Speisen verteilt wurden, bekamen wir ein Papierset ausgehändigt um damit den Klapptisch zu dekorieren und eine Serviettentasche mit dem Besteck. Der Steward riet uns, den Kuschelmodus zu verlassen und uns auseinanderzusetzen, dann könnten wir die Gläser auf dem Tisch vom Mittelplatz abstellen. Zum Essen hatte Bernd sich ein Thaicurry bestellt, ich bekam ein Schnitzel mit Kartoffelspalten und Gemüse. Die Bestellung erfolgte online ein paar Tage vor dem Abflug. Die Gerichte waren sehr sehr schmackhaft. Das Schnitzel war saftig, was ich nicht erwartet hatte. Die Gerichte und Getränke wurden in Plastikgeschirr serviert – nun ja. Allerdings war das Essbesteck aus Holz. Dann kam wieder der Getränkewagen, wir nahmen wieder Weisswein, und auch noch ein drittes Mal. In den beiden Reihen vor uns wurde auch Weisswein gewünscht mit dem Resultat, dass es kurz vor dem Ende des Fluges keinen Weisswein mehr gab. Aber Sekt gab es noch.

Natürlich landeten wir mit Verspätung in Santa Cruz de Tenerife, weil die Leute beim Boarding in Hamburg mit ihren Plünnen nicht in die Hufe gekommen waren. Als ich von Bord ging, bedankte ich mich beim Chefsteward für den guten Service und den unterhaltsamen Flug.

Obwohl unser Gepäck als „priority“ gekennzeichnet war, kamen unsere Koffer erst zusammen mit denen aus der „Holzklasse“. Die Koffer, die am Schalter der Condor aufgegeben worden waren, hatten ein rotes Fähnchen bekommen und waren demzufolge für das Personal sichtbar als „priority“ gekennzeichnet. Unsere „Selfservice-Koffer“ hatten das Fähnchen leider nicht. Die zwei jungen Männer trafen wir am Kofferband, sie hatten ihren Koffer ziemlich schnell. Wir wünschten uns gegenseitig einen schönen Urlaub und sie entschwanden. Mit dem Mein-Schiff-Shuttle-Bus fuhren wir zum Hafen.


Als Suitenpassagiere hatten wir einen Extra-Checkin und waren schnell an Bord. Als erstes begutachteten wir unsere Juniorsuite auf Deck 12. Auf diesem alten Schiff, Baujahr 1997, war die Kabine nicht so gross wie auf den neueren Schiffen. Auf unserer Koje lagen Grüsse der Schiffsleitung sowie eine Überraschung von Freunden, die uns ein Bordguthaben anlässlich unserer 25-Jahr-Feier in der Vorwoche zugedacht hatten. Das Bad war extrem klein, aber wir hatten zwei Duschen in der Duschkabine. Es gab eine riesige Terrasse von ca. 18 qm, ausgestattet mit 2 Liegen, 2 Stühlen mit verstellbarer Lehne, 1 Tisch, 1 Hocker und 1 Hängematte. Gemäss der Tradition begaben wir uns nach der Besichtigung der Suite zur Aussenalsterbar und tranken den Cocktail Swimmingpool, und noch einen.

Wir wechselten dann in die X-Lounge, ein Raum, der den Suitengästen vorbehalten ist. Dort erfreuten wir uns an kleinen Speisen und Champagner. Der Glasnudelsalat war etwas schwierig zu essen. Blinis mit Kaviar liessen sich entspannter geniessen.

Bevor wir uns zur Ruhe begaben, machen wir noch einen kleinen Spaziergang auf dem Schiff und schauten auf das abendliche Santa Cruz. Um 23 Uhr legte die „Mein Schiff Herz“ ab. Aber da lagen wir schon in der Koje und schliefen. Vor uns lagen nun zwei Seetage.

11. November 2022 – 1. Seetag

Wir frühstückten in der X-Lounge. Freundliche Stewards servierten uns heisse Schokolade, frisch gepressten Orangensaft und Champagner. Wir suchten uns am Buffet unsere Speisen zusammen, für mich ist der erste Gang immer Räucherlachs und Rührei. Danach nehme ich immer etwas „handfestes“, z.B. Brötchen mit Käse und/oder Aufschnitt. Traditionell ist ein Stück Plundergebäck der Abschluss meines Frühstücks.


Der Atlantik präsentierte sich passagierfreundlich mit ruhiger See und leicht bewölktem Himmel. Ich stellte fest, dass ein blauer Himmel ohne Wolken, wie wir es auf der letzten Reise erlebt hatten, eher langweilig ist. Wir erkundeten die Aussenbereiche des Schiffes. Auf dem Schwesterschiff, der alten „Mein Schiff 1“ hatten wir ja vier tolle Reisen gemacht. Beide Schiffe unterscheiden sich aber ein wenig. Wir machten hier und da ein paar Fotoaufnahmen. Fasziniert bin ich immer von den Farben des Wassers durch die Bugwelle: Das dunkle Blau = die Farbe des Rumpfes, das Weiss = die Farbe der Aufbauten, und in dem Weiss ein verwirbeltes Hellblau = die Beschriftung auf dem Rumpf der Schiffe. Ich bin überzeugt, dass nur wenige Passagiere die das erkennen. Sie gucken zwar ins Wasser, aber die Farben, die man dort sehen kann muss man eben auch mit den Farben der Schiffe der Mein-Schiff-Flotte in Verbindung bringen.

Die Sonnendecks füllten sich recht schnell mit sonnenhungrigen Gästen. Da es auf unserer Terrasse schattig und frisch war, zogen wir uns in die X-Lounge zurück und lasen während das aufmerksame Personal Champagner anreichte. Das hört sich sehr dekadent an, nun ja. Wenn’s schmeckt – warum nicht?! Da der normale Wind von vorn und der Fahrtwind des Schiffes sich addieren, ist es recht frisch auf dem Schiff. Und unsere Terrasse lag die meiste Zeit im Schatten, also blieb uns nichts anderes übrig, als in der X-Lounge zu lesen und sich an den kleinen Snacks zu bedienen, die dort angeboten werden.


Die X-Lounge selbst verfügt über keine sanitären Einrichtungen. Ist ein menschliches Bedürfnis spürbar, findet man diese im Treppenhausbereich auf dem selben Deck. Auf dem Weg dorthin hat man einen Blick auf das Sonnendeck. Ich stutzte als ich dort einen Wuschelkopf entdeckte. Nachdem ich erledigt hatte, was ich tun wollte, schaute ich nach, ob das wirklich einer der zwei jungen Männer ist, die wir bereits kennengelernt hatten. Und so war es. Die beiden lagen dort in der Sonne. Ach – ihr seid auch an Bord?! Das ist ja schön. Was macht ihr heute noch so? Smalltalk eben. Aber sehr sehr nett und locker drauf.

Was ich an Reisen auf dem Meer so liebe ist die weite Sicht. Während man selbst mit dem Schiff im Sonnenschein fährt, sieht man weiter weg eine Regenfront. Ich kann ja stundenlang reglos irgendwo sitzen und auf das Meer schauen.

Abends trafen wir zufällig „die Jungs“ vor dem Fischrestaurant Gosch. Wir beschlossen, uns einen Vierertisch zuweisen zu lassen. Man geht da nämlich nicht einfach so rein und sucht sich einen Platz. Nein, man wartet vor dem Zugang bis man einen Tisch zugewiesen bekommt. Der Wein wurde grosszügig nachgeschenkt. Als das Geschirr abgeräumt wurde, schob ich der aufmerksamen Dame einen für solche Zwecke gesammelten 5-Euroschein zu.


Zu viert tauschten wir uns über persönliche Dinge aus: Mein Haus, mein Pferd, meine Yacht – man kennt das. Nein, es war ganz natürlich und locker mit Ricardo und Jean Pierre aus der Nähe von Stade. Und dann kam das Schnapsi-Taxi, der Getränkewagen mit den Digestifs. Der „Taxidriver“ machte richtig Stimmung und sang mit toller Stimme „Bohemian Rhapsodie“, im Original heisst es im Refrain Mamma. Und was sang der Kerl?: Grappa! Es war köstlich. Und klar, dass wir einen Grappa nahmen. Als Zugabe gab es „Total Eclipse of the Heart“ („Totale Finsternis“ im Musical Tanz der Vampire). Die erste Strophe sang er direkt an unserem Tisch und schmalzte uns vier an. Wow, was für ein Abend. Klar, er bekam auch 5 Euro zugeschoben.

Seeluft macht bekanntlich müde. Deshalb gingen die alten Männer brav schlafen. Die Jungs wollten noch in die Abtanzbar.

12. November 2022 – 2. Seetag

Der Tag begann mit der täglichen Morgenroutine, d.h. Frühstück mit Lachs und Rührei, heute mal ohne „Traubensaft“. Man will ja nicht zum Gewohnheitstrinker werden. Am Nebentisch nahmen wieder Andrea und Olaf platz, Frühaufsteher so wie wir. Wir kamen gestern schon beim Frühstück ins Gespräch.

Der Tag verlief ohne besondere Vorkommnisse. Um 10 Uhr wurde von der Brücke die Morgenansprache von Kapitän Panagiotis Varotsos, genannt Panos, übertragen. Er informierte uns über die zurückgelegte Strecke und darüber, wieviel Seemeilen bis zum nächsten Hafen noch vor uns liegen. Die aktuelle Geschwindigkeit wurde erwähnt, in Knoten und in km/h. Kpt. Panos gab einen kurzen Wetterbericht mit Temperatur, Windstärke und Wellenhöhe, heute ca. 3 – 3,5 Meter. Wie unschwer aus dem Namen des Kapitäns zu erkennen ist, ist Kapitän Panos Grieche. Seine Ansprachen machte er auf Deutsch, waren aber nicht immer gut zu verstehen. Viele Passagiere interessierte es nicht, was der Kapitän zu erzählen hatte. Sie sabbelten weiter um uns herum und wir konnten nur noch bruchstückhaft erahnen, welche Informationen der Kapitän seinen Gästen gab.

Das Housekeeping hatte uns ein Monster auf die Koje gelegt. Wir ruhten auf unserer Terrasse und liessen es uns in der X-Lounge gutgehen. Wir nahmen einen Drink in der Aussenalsterbar. Mangels einer Zutat zum White Russian entschied ich mich für einen Negroni, von dem ich schon einiges gelesen hatte, soll ja ein In-Drink sein. Na ja, muss ich nicht nochmal haben. Wir nahmen eine Auszeit auf unserer Terrasse. Es ist zu erkennen, dass es nicht wirklich warm war heute.


Was ich auf See so liebe ist, dass man so weit schauen kann, natürlich bis zum Horizont. Da hinten geht ein Regenschauer nieder oder man sieht, dass das Schiff demnächst selbst in einen Regenschauer eintauchen wird.

Die See wurde im Lauf des Tages etwas wilder (siehe Foto oben). Das waren wohl die Vorboten zum dem, was der Kapitän uns heute Abend erzählen würde.

Die tägliche Abendansprache des Kapitäns hörte sich dramatisch an was das zu erwartende Wetter in der kommenden Nacht betraf: Von einer Wellenhöhe von 5 – 5,5 Meter war die Rede. Wir sollten auf die Sicherheit achten, d.h. uns besonders auf den Treppen an den Handläufen festhalten. Es könnte sehr unruhig werden. Er würde versuchen, dass wir schön nachts im nächsten Hafen, Praia da Vitória auf der Insel Terceira, ankommen würden um uns Unanehmlichkeiten zu ersparen. All das haben wir uns mehr oder weniger selbst zusammenreimen müssen da niemand zuhörte und laute Gespräche führte.

Ganz so schlimm wie man erahnen konnte, kam es dann doch nicht. Wenn ein Schiff in der Längsrichtung schaukelt, ist das sowieso nicht so unangenehm als wenn die Wellen von der Seite kommen. Ich wurde irgendwann in der Nacht wach und sah durch unsere Terrassentür Hafenbeleuchtung, das Schiff lag ruhig, wir waren also in Praia da Vitória angekommen. Ich machte die Augen wieder zu, drehte mich auf die andere Seite und schlief weiter.

Zurück im Novembergrau


Gestern Abend um 21:10 Uhr sind wir auf dem Flughafen Helmut Schmidt in Hamburg gelandet. 30 Minuten Später hatten wir unser Priority Gepäck und um 22:20 Uhr waren wir wieder zu Hause, mit einer Temperaturdifferenz von 20 Grad (22 Grad auf Teneriffa und 2 Grad in Hamburg).

Ich bin leicht angeschlagen – mechanisch, nicht organisch. Dazu demnächst mehr im Reisebericht, auf den einige von euch schon sehr gespannt sind. Aber bis der fertig ist, dauert es noch ein paar Tage. Bleibt entspannt, so wie wir es nach der Reise auch sind.

Bis demnächst!


So, wir sind unterwegs zum Airport Helmut Schmidt. Der Test gestern am späten Nachmittag war natürlich negativ. Wir sind online eingecheckt. Unser Limousinenservice stand pünktlich vor der Tür. Wir werden gleich versuchen, unsere Koffer am Automaten aufzugeben und bemühen uns dabei, nicht selbst auf das Band zu geraten. Und dann werden wir die Business Lounge aufsuchen und dort ein Frühstück einnehmen.

Wir freuen uns am meisten auf 2 x 2 Seetage am Stück, denn: Eine Kreuzfahrt ohne Seetage ist möglich aber sinnlos.

Im November mit einem Schiff mitten auf den Nordatlantik hinauszufahren, kann spassig sein, jedenfalls für mich. Bernd ist da etwas empfindlicher. Es kommt auf die Tagesform drauf an und darauf, aus welcher Richtung die Wellen angerauscht kommen. Wenn der Atlantik so ruhig wie ein Ententeich ist, wäre es auch toll. Wir warten ab, wie es ist, ändern können wir es sowieso nicht.

Bleibt mir gewogen und bleibt gesund.

Schwesterntreffen


Wir Schwule bezeichnen uns gegenseitig ja oft scherzhaft als Schwestern, z.B. wenn wir auf Kreuzfahrt sind: Hast du die Schwestern da drüben gesehen? Von schwulen Schwestern ist hier jetzt aber nicht die Rede, ich spreche von Schwesterschiffen.

Durch Zufall habe ich heute herausgefunden, dass sich heute zwei Schwesterschiffe im Hafen von Arrecife treffen: „Mein Schiff Herz“ (hier fest vertäut im Hafen) und „Marella Explorer“ ex Mein Schiff 1 (hier kurz vor der Hafeneinfahrt von Arrecife.

Morgen beginnt ja unsere Reise mit der „Mein Schiff Herz“, deren Positionen ich schon seit ein paar Tagen bei Marine Traffic verfolge. Mir war also bekannt, dass das Schiff heute in Arrecife sein sollte. Aber besser, man schaut noch mal nach. Und da sah ich auf der Grafik ein weiteres Passagierschiff kurz vor der Hafeneinfahrt. Ein Klick auf das Symbol – und es erschien die „Marella Explorer“, das Schiff, auf dem 2013 unsere Kreuzfahrtsucht begann, damals noch als „Mein Schiff 1“ in Fahrt.

Mir wurde doch ein wenig plümerant als mir bewusst wurde, dass sich die beiden Schiffe heute im Hafen von Arrecife begegnen und ich über Marine Traffic fast live dabei war, aber eben nur fast. Gern hätte ich das Treffen live miterlebt.

Nachtrag:
Wie mir gerade ein aufmerksamer Instagramer erzählt hat, ist es nicht die „Marella Explorer“ sondern die „Marella Explorer 2“. Es ist zwar auch eine Schwester, aber nicht das Schiff, auf dem alles begann.

negativ!


Gibt es einen Grund für den heutigen Selbsttest? Ja, den gibt es. Wir haben zwar keine Erkältungserscheinungen, aber unser Reiseveranstalter verlangt 48 Stunden vor dem Reisebeginn einen Selbsttest zu machen. Gut, kann ja jeder behaupten, dass er den Test gemacht hat. Es kann nicht kontrolliert werden.

Aber morgen am späten Nachmittag haben wir einen Termin im Testzentrum. Und den Test müssen wir mit einer schriftlichen Bestätigung nachweisen, die wir beim Checkin im Hafen von Santa Cruz de Tenerife vorweisen müssen. Ist der Test morgen positiv, brauchen wir uns Donnerstagmorgen gar nicht erst auf den Weg zum Flughafen machen.

Mir kommen ja jedes Mal die Tränen wenn ich mit dem Stäbchen da in meinem Gehirn rumpopel. Wer reisen will muss leiden.

Kokos-Curry Hähnchen


Ich hab den Schrank voller Kochbücher, aber die habe ich schon lange nicht mehr angeschaut wenn ich nicht weiss, was wir am Wochenende essen wollen. Das Internet ist voll von Rezepten, von denen unsere Grossmütter, ach, auch unsere Mütter, nicht zu träumen wagten. Als Gewürze gab es Salz und Pfeffer, vielleicht ein wenig Paprika. Zwiebeln gehörten damals wie heute in viele Gerichte. Curry, Kokosmilch – was ist das denn? Als bekannte Küchenkräuter wurde Petersilie, Schnittlauch, Majoran, Thymian und Bohnenkraut verwendet – und das war’s dann auch schon. Ganz ohne Frage – geschmeckt hat es trotzem.

Die Rezepte, die ich abgespeichert habe, sind fast unzählbar. Und doch ist es ja so, und das kennt wohl jeder von uns, dass man immer wieder seine Standardgerichte kocht, auch wenn sie aus der exotischen Ecke kommen. Durch Instagram bekommt man immer wieder tolle Vorschläge und Ideen, so u.a. von Anna Chwistek. Ihre Rezepte veröffentlich sie aber auch in einem Kochblog, Serving Dumplings, mit ansprechenden Fotos, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Bei Anna fand ich dieses tolle Rezept, von dem mein Schatz sagte: Abspeichern!

Yellow Coconut Chicken Curry

Ich hab die Zutaten und Zubereitung nicht übersetzt. Einige Begriffe hat man halt drauf bzw. sind selbsterklärend. Was man nicht kennt, kann man problemlos über eine Suchmaschine finden.

Anna bietet zu ihren Gerichten auch immer Alternativen zu dem an, was im Rezept steht. Bei ihr steht als Gemüse z.B. grüner Spargel. Ich hatte noch eingefrorenen Brokkoli, der mal weg musste, grünen Spargel bekommt man zurzeit nicht unbedingt. Auch Kaiserschoten wären gegangen, die sind ja ganzjährig zu haben.

Wer kein Tumeric (Kurkuma) im Haus hat, kein Problem, es geht auch ohne. Kurkuma peppt das Gericht aber farblich auf. Ihr wisst ja: Das Auge isst mit.

Wir vakuumieren


Heute ist wohl Fleischtag. Erst mein malträtierter Bauch und jetzt Schweinefilet. Es geht jetzt aber nicht um Fleisch an sich sondern um das Vakuumieren.

Es gibt tatsächlich Lebensmittel, bei denen wir darauf achten, ob sie im Angebot sind. Dazu gehört Rinderhack, Schweine- und Rinderfilet. Rinderhack gehört bei uns zum üblichen Bedarf für Aufläufe, Fleischklösschen und andere schmackhafte Gerichte. 3 Kilo werden portioniert und eingefroren. Schweine- und Rinderfilet kaufen wir, wenn die Fonduesaison bevorsteht. Jetzt, da unser Stadtschlachter leider sein Geschäft aufgegeben hat, benötigen wir Schweinefilet für Gyros.

Bisher haben wir Lebensmittel immer in handelsüblichen Gerierbeuteln eingefroren. Dabei hab ich schon so manches Mal gedacht, dass man ja gar nicht die ganze Luft rausgequetscht bekommt. Ein Vakuumiergerät wäre vielleicht ganz praktisch. Also habe ich mich damit befasst. Ich wusste ja gar nicht, wieviele Modelle es gibt und wie hoch die Preisunterschiede sind. Nun, für gelegentliches vakuumieren muss es kein Luxusgerät sein. Und es sollte nicht viel Platz einnehmen. Und natürlich muss es saugen und schweissen können.

Leider habe ich die erste Saug- und Schweissaktion nicht dokumentiert. Wir waren viel zu aufgeregt, daran zu denken. Das Foto oben zeigt vakuumierte Schweinefilet bereit zum Auftauen. Morgen soll es Gyros geben, das klein geschnippelte Fleisch wird heute schon mariniert. Der erste Versuch vor ein paar Wochen war nicht besonders gut, es war zu fade. Wir mögen es zwar gern kräftig und würzig, aber schnell kann man zuviel Zeugs dazugeben, und das ist dann auch nicht gut. Heute habe ich ein paar Änderungen und Ergänzungen vorgenommen.

Milchtritt


Das Foto zeigt keine eklige Hautkrankheit auf meinem Bauch, so etwa zwischen Brust und Bauchnabel. Es zeigt die Folgen von Milchtritt. Milchtritt machen die kleinen Katzenbabies um die Milchproduktion der Mutter anzuregen, es ist also ein angeborenes Verhalten. Manche Katzen behalten das bei und zeigen damit ihre Zuneigung zu ihren Menschen. Milch ist bei mir nicht zu holen. Wenn man den Milchtritt unterbindet, die Katze z.B. beiseitesetzt, kann es sein, dass sie den Milchtritt mit der Zeit ganz einstellt. Aber wer will schon die Zuneigung seiner Katze verlieren.

Glinda lebt den Milchtritt sehr intensiv aus. Sie sitzt dann vor mir auf dem Arbeitstisch, die Vorderbeine sind dann auf meinem Bauch und dann tritt sie los. Wenn man nur ein T-Hemd trägt, ist das bisweilen sehr unangenehm, es piekt ganz fürchterlich. Einige Shirts werden dann ganz löcherig, dieses grünlich Shirt scheint milchtrittfest zu sein.

Während Glinda mich zärtlich traktiert, verziehe ich das Gesicht, aber sich streichel über ihren Kopf und sag ihr, dass sie das ganz fein macht. Das ist ja auch total süss wenn sie das macht, aber ja …

Bei Elphie ist der Milchtritt nur ganz wenig ausgeprägt. An uns macht sie das gar nicht. Aber wenn sie auf der Seite liegt und wir sie knuddeln, sieht man, wie sie die Vorderbeinchen und Pfoten in der Luft hängend bewegt, Luftmilchtritt sozusagen.