Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Der Wind stand günstig


Mein Blick schweifte umher, man soll den Augen ja ab und zu eine Erholung gönnen und nicht immer nur auf den Monitor starren. Und da sah ich aus dem gegenüberliegenden Fenster eine schwarze Rauchwolke aufsteigen. Auf dem Foto sieht es so aus, als würde der Rauch aus dem weissen Gebäude kommen. Aber dahinter ist ein Abrissareal. Dort sollen weitere Wohnungen für die Hafencity in der kleinen Stadt an der Elbe gebaut werden. Auf dem Areal stehen ungenutzte Hallen, die dem Abriss entgegensehen. Ich vermute, dass dort das Feuer ausgebrochen ist.

Als ich den Rauch entdeckte, hatte ich noch kein Martinshorn gehört. Der Brand muss also erst ganz kurz vorher ausgebrochen sein. Es dauerte dann auch nicht lange bis mehrere Feuerwehrwagen zur Einsatzstelle fuhren.

Der Wind wehte die Rauchwolke hinüber zur Elbe. Wenn wir die normale hier vorherrschende Windrichtung aus NW gehabt hätten, hätte es hier geheissen: Halten sie Fenster und Türen geschlossen!

Nachtrag:Wie ich in den online inzwischen lesen konnte, hat sich meine Vermutung bestätigt. Das Feuer ist inzwischen gelöscht. Von hier aus gesehen, liegt alles wieder ruhig da.

Der kleine Rebell

Ich unterhielt mich mit meinem Mann über den Vorfall im Keller. Er, also mein Mann, ist ja eher der ruhige Typ und lächelt alles weg, der Vorteil der Jugend. Ich dagegen bin schon immer ein wenig aufmüpfig gewesen und sage meine Meinung. „Ich mag Menschen, bei denen ich nicht jedes Wort auf die Goldwage legen muss“. Dinge nicht zu sagen und stillschweigend zu akzeptieren, auch wenn sie für mioch nicht akzeptabel sind – aus dem Alter bin ich raus. OK, manchmal habe ich mich auch nicht im Griff, das weiss ich und das gebe ich zu. Unsere engsten Freunde haben das selbst schon erlebt.

Aber ich wollte über den Kellerskandal schreiben. Ich sagte also zu meinem Mann, ich hätte grosse Lust, mal so richtig im Keller rumzuwerkeln, zu Hämmern, die Wände anzubohren – eben weil ein gewisser Mieter da so rumschlich und die Sache selbst in die Hand genommen hat, ohne mich anzusprechen. Feigling!

Aber so war ich schon immer. Silvester z.B. als unserer Sohn so ca 7 / 8 Jahre alt war, plus/minus, eher minus. Wir gingen mit unseren benachbarten Freunden und deren gleichaltrigem Sohn um den Block weil wir nicht wussten, ob die beiden Jungs Mitternacht noch erleben würden. An einem Haus kam regelmässig, als jedes Jahr, der Bewohner an die Tür und schimpfte über den Lärm. Klar doch, dass ich der Rebell, der schon immer in mir schlummerte, schon vorher sagte: Jungs, passt mal auf, wenn wir da an der Stelle sind, zünden wir ein paar eurer Sachen, und zwar auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Allein schon deswegen, weil es den Typ aufregte. Herrjeh, das ist Silvester. Und das, was die beiden Jungs da in der Tasche hatten, war nun wirklich nicht der Rede wert.

Einen ähnlichen Fall gab es hier in der Wohnanlage. Auch hier wohnte ein Typ, der sich immer darüber ärgerte, wenn wir auf der Strasse Feuerwerk zündeten. Pille palle, nichts besonders, auch nicht laut. Aber nein, Herr X. musste sich zeigen und seine Bemerkungen loswerden. Selbstverständlich haben wir unseren Dreck auch wieder weggemacht. Aber wir hatten unseren Spass und Herr X. seinen Blutdruck.

Nun ja, so bin ich, der kleine Rebell. Ich merke, dass das im Alter mehr wird, dass ich rebellischer werde, dass ich weniger schlucke, sondern meine Meinung sage. Und leider, das muss ich zugeben, werde ich manchml auch laut dabei, und das ist nicht gut. Aber danach ist alles wieder gut und vergessen. Nachtragend bin ich nicht.

Der Schleicher

Ich hatte im Keller zu tun, neue Regale aufstellen. Wir ziehen nämlich um, von einem Kellerraum in einen anderen. Wenn man Regale aufstellt, kommt auch ein Hammer zum Einsatz. Soll ja alles gut passen und die Regale sollen ja unter der Last nicht zusammenbrechen.

Zwei Regale wurden heute angeliefert, ziemlich schwere Pakete. Die „mit Rücken“ und durch eine Feuerhemmtür in den richtigen Raum zu bringen, ist nicht einfach. Das erste Paket stellte ich gegen die selbstschliessende Tür. Das zweite Paket brachte ich irgendwie so weiter, dass ich es öffnen und die jeweils benötigten Teile entnehmen konnte. So werkelte ich also vor mich hin ohne mir was dabei zu denken.

Irgendwann bemerkte ich eine Person, die im Keller umherschlich. Ah, da will wohl mal jemand gucken, was da unten los ist. Ich möchte betonen, dass ich zwar nicht geräuschlos gearbeitet habe, aber auch nicht so, dass die Wände zitterten. Und dann hörte ich noch was. Sollte ja jemand das an der Feuerschutztür lehnende schwere Paket bewegt haben? Als ich um die Ecke schaute, stand das Paket neben der Tür an die Wand gelehnt. Ich sah gerade noch eine Person im bequemen Outfit (wer eine Jogginhose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren) durch die Tür verschwinden, bevor sich diese schloss.

OK, kann ja sein, dass sich jemand aus dem EG durch meine Arbeit gestört fühlte. Durch die offenstehende Tür mögen ja die Arbeitsgeräusche in den Vorkeller und in das Treppenhaus gelangt sein. Aber kann man dann nicht mal den Mund aufmachen und sagen: Hör mal, können wir die Tür zumachen damit es oben etwas leiser ist? Aber nein, da packt jemand, ich weiss, wer das war, das Paket an, stellt es beseite und verschwindet wieder. Wenn der Typ mich angesprochen hätte, hätte ich ihn gebeten, mit mir gemeinsam das schwere Paket ca. 2 Meter weiter zu tragen, dann hätte ich es leichter gehabt, es in meinen Kellerraum zu stellen, „wegen Rücken“. Aber so sind sie, die Mieter!

Ich war so überrascht über diese Aktion, dass ich nicht in der Lage war, den Typ anzusprechen, ob er es nicht für nötig befindet, mit mir mal kurz zu reden. Ich stand da mit offenen Mund und hab ihn ziehen lassen.

Fädchenex


Hier ein letztes Foto von Glindas Pfote mit den Fäden drin.

Heute hatten wir den Termin zum Fädenziehen. Das war nicht so ganz einfach. Die Ärztin, die Glinda operiert hatte, hat nämlich einen tollen Job gemacht. Zum Teil musste sie zwischen den Zehen nähen. Und so ein Katzenfuss ist ja nicht zu vergleichen mit dem eines Menschen. Bei einer Katze ist nicht viel Platz, selbst wenn man die Zehen auseinanderbiegt.

Es hat also eine Zeit gedauert, bis der Katzendoc sämtliche Fäden entfernt hatte. Er musste sogar die ganz helle Lampe zur Hilfe nehmen, um alles sehen zu können. Wo ich dies jetzt schreibe fällt mir ein, dass ich ja auch ein Foto hätte machen können, bzw. ich hätte fragen können, ob ich eins machen darf. Jedenfalls ist das Thema Pfote jetzt erledigt.

Es ist erstaunlich, wie ruhig und gelassen Glinda das über sich ergehen liess, jedenfalls äusserlich. Wahrscheinlich hat ihr Herz ganz doll geschlagen. Aber sie hat nicht gezappelt oder gemauzt. Erst zum Ende hin wurde sie etwas unruhig.

Die Autofahrt in der Transportbox ist nicht sehr beliebt. Ich hatte die Box auf dem Schoss und konnte durch das Gitter manchmal Glinda ein wenig knuddeln. Ob ihr das wirklich geholfen hat, wage ich zu bezweifeln, sie mauzte ja trotzdem fast ununterbrochen. Aber das haben wir nun alle überstanden.

Was genau passiert ist, wird wohl Glindas Geheimnis blieben, es sei denn, wir finden durch Zufall mal irgendwelche Stellen oder Anzeichen, wo und wie sie sich die Verletzung zugezogen hat. Es wird mit einem auf dem Esstisch auf den Kopf gestellten Stuhl zu tun haben. Wir hörten es poltern, der Stuhl lag auf dem Boden und Glinda war verletzt.

In sechs Monaten müssen wir wieder los. Dann mit beiden Katzen, die jährliche Impfung ist dann fällig.

Schnappschuss mit Zunge


Ich finde es ja total putzig, wenn eine Katze ihre Zunge durch die Lippen steckt. Bei unseren Katzen ist das äusserst selten. Und wenn, dann ist gerade das Handy oder die Kamera nicht zur Hand oder die Perspektive für eine Aufnahme ist sehr ungünstig. Meistens ist es auch noch so, dass jede Bewegung, die man macht und jedes Geräusch, das man verursacht, die Katze neugierig macht und sie dann ihre Position ändert.

Heute hatte ich tatsächlich mal Glück, dass es mir gelang, ein Foto von Glinda zu machen, wie sie ihre kleine rosa Zunge ein wenig herausstreckt.

Die Lollo ist tot

Gina Lollobrigida ist im Alter von 95 Jahren in Rom gestorben. Sie gehörte zu den grossen Schauspielerinnen, deren Namen auch nach ihrem Tod Bestand haben werden. Ich habe sie in dem Film der Glöckner von Notre Dame in der Rolle der Esmeralda gesehen.

Mein Schatz hatte die zweifelhafte Ehre, die Lollo bei der Premiere des Musicals Titanic mit seinem Bauch beiseite schieben zu müssen. Die geladenen Stars, u.a. Liza Minelli und Sophia Loren, kamen am Ende der Vorstellung auf die Bühne. Einer der Darsteller benötigte für das Schlussbild noch ein Ausstattungstück seines Kostüms, welches Bernd, der seinerzeit dort als Dresser arbeitete, aus der Garderobe holen müsste. Die Lollo mit ihrer Vogelnestfrisur stand irgendwie im Weg und Bernd musse sie zurseiteschieben. Er hat aber hinterher geduscht.

Hat Merz recht?

Ja, hat er wenn er von „kleinen Paschas“ redet. OK, er hätte das vielleicht auch anders formulieren können, weniger drastisch. Aber manchmal kann eine drastische Wortwahl aufrütteln. Und was ist passiert in Deutschland? Man regt sich darüber auf, dass er „kleine Paschas“ gesagt hat. Und genau das trifft es, und das nicht erst seit heute.

Ich erinnere mich daran, wie die Tochter eines Arbeitskollegen eingeschult wurde, was inzwischen wohl schon 20 Jahre her ist. Mein Kollege berichtete, dass die kleinen Türkenjungs die Mädchen auf dem Schulhof schubsten, die Lehrerinnen frech behandelten. Freunde von uns, deren Enkelin eingeschult worde, vor etwa 5 Jahren, berichteten von ähnlichen Vorfällen. Ich bin wahrlich kein Freund der CDU. Aber Herr Merz hat den Kern getroffen, weshalb ich die CDU trotzdem nicht wählen würde.

Das Problem sitzt tiefer, nämlich in der Familienstruktur der „Ausländer“, in denen die Frauen leider immer noch nicht viel, oder eher gar nichts, zu sagen haben. Die Männlichkeit dominiert und damit die Männer in der Familie. Selbst die Söhne haben haben mehr zu sagen als die Mutter, haben ein Auge auf ihre Schwester.

Mich treibt es schon ein paar Tage um, über die kleinen Paschas zu schreiben. Gerade habe ich von einer Lehrerin gelesen, die die kleinen Paschas selbst erlebt hat. Niemand wagt es, dagegen was zu tun, weil man dann gleich in die Ecke Rassismus und Islamophobie gestellt wird. „Entscheidend ist, dass Strafe auf dem Fuße folgt. Das hätte abschreckende Wirkung, weil ein belangter Randalierer es schwer hat, sich als „cool“ zu präsentieren.“ Aber vermutlich steht dann gleich der ganze Clan auf der Matte und die Lehrerin oder der Lehrer hat ein Messer in der Brust.

Geniesserkatze


Nach den Aufregungen der letzten Tage hat Glinda es verdient, verwöhnt zu werden. Das, was da auf dem Foto zu sehen ist, hat sie aber noch nie gemacht. Ja, sie rollt sich schon mal auf meinem Schoss zusammen und schläft dort. Das ist nicht immer bequem für mich, aber was tut man nicht alles für die Katze.

Die obige Stellung nimmt sie sonst nur auf dem Arbeitstisch ein, möglichst quer über die Tastatur, die Beinchen am Montitor und das Köpfchen an meinen Bauch gekuschelt. Das ist ganz praktisch, kann ich dann Glinda mit einer Hand knuddeln und mit der anderen Hand kann ich die Tastatur oder die Maus bedienen und mich durch das Internet lesen. Heute war das ein Novum, und noch unbequemer für mich als sonst. Aber na ja, sie hat sich das verdient.

Entwarnung

Wir sind froh und glücklich, und Glinda sicher auch, dass wir vorerst nicht mehr in die Tierklinik müssen, erst wieder in einer Woche, wenn die Fäden gezogen werden sollen.

Der diensthabende Tierarzt hat sich die Pfote sehr genau angesehen und die Arbeit der Kollegin, die die Wunden vernäht hatte, gelobt. Wunden an den Pfoten seien sehr schwierig zu behandeln. Na, da haben wir Glück gehabt, an eine gute und kompetente Tierärztin gekommen zu sein.

Natürlich werden wir Glindas Pfote gut beobachten.

Auch für Glinda ist die Fahrt zum Tierarzt Stress. Sie mauzt fast ununterbrochen in ihrer Transportbox. Auf dem Rückweg war sie viel ruhiger und hat sogar ihr Köpfchen an meine Finger gelegt, die ich durch das Gittertürchen stecken konnte.

Uns ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen.

Das ist endlich ab


Die Halsmanschette, die Glinda davor bewahren sollte, an ihrer Pfote zu lecken, ist ab jetzt auch erledigt. Glinda sass schräg hinter mir auf der „Knuddelpappe“. Ich hörte ein Geräusch und sah gerade noch, wie sie mit der verletzten Pfote die Tüte über den Kopf schob.

Jetzt beginnt die Putzorgie, endlich kommt sie überall hin und kann sich putzen. Das dauert jetzt bis sie fertig ist. Natürlich wird auch die Pfote nicht ausgelassen, die sie eigentlich nicht lecken soll.

Der nächste Schritt wäre, dass sich Glinda selbst die Fäden zieht.