Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Ein seltener Moment


Unsere beiden Katzen sind nicht ängstlich, sie meiden auch die Nähe nicht, sie sind vertrauensvoll. Direkter Körperkontakt ist aber sehr selten. Heute war so ein Moment.

Glinda legte sich wie jeden Morgen auf den Arbeitstisch zum Knuddeln, ich merkte aber, dass sie nicht ganz so entspannt war wie sonst. Plötzlich setzte sie sich auf und ich bekam auf meinen Oberkörper eine Milchtrittmassage. Das T-Shirt hat es heil überstanden, es sind keine Löcher zu sehen obwohl die Krallen durch das Shirt hindurch auf meinem Körper pieksten. Milchtritt ist ein Ausdruck von Zuneigung. Wenn das unterbunden wird, kann es sein, dass die Katze das einstellt. Aber wer will denn schon die Zuneigung von einer Katze verlieren?

Die Massage dauerte mehrere Minuten an. Dann sah es so aus, als würde Glinda gern auf meinen Schoss kommen, es aber doch nicht wirklich wagte. Ich nahm sie und legte sie auf meinem Oberschenkeln ab. Sofort machte sie es sich da gemütlich und nach wenigen Augenblicken schlief Glinda dort ein.

Meine Körperhaltung ist dabei nicht sehr bequem. Da die Sitzfläche meines Stuhls so eingestellt ist, dass die Oberschenkel etwas schräg nach vorn liegen – so wie es sein soll – könnte die Katze ja runterrutschen. Also stelle ich die Füsse auf die Zehen, was auf dauer etwas anstrengend ist. Aber was tut man nicht alles für die Zuneigung einer Katze!

Pizza al tonno


Heute war mal wieder der Pizzastahl in Betrieb. Ich hatte Lust auf Pizza mit Thunfisch auf Creme Fraiche. Obendrauf kamen noch ein paar Olivenscheiben.

Ja, kann man essen, war aber nicht so der Hit. Vielleicht lag es daran, dass im Supermarktregal nur die abgespeckte Version von Creme Fraiche stand. Fett ist bekanntlich ein Geschmacksträger. Aber ich dachte mir, ich probier das mal aus. Und einen großen Becher der Hausmarke wollte ich auch nicht kaufen, man soll ja nichts wegwerfen. Nächstes Mal also wieder Thunfisch direkt auf den Käseunterbau.

Das Rezept für den Pizzateig kann ich mittlerweile auswendig:
400 g Pizzamehl
1 Tüte Trockenhefe
1 TL Salz
1 TL Zucker
4 EL Olivenöl
200 ml Wasser

Unsere Küchenmaschine knetet das so richtig schön durch. Wenn ich meine, es sei genug geknetet, kommt der Teigball zum Gehen in eine Schüssel. Direkt auf den Teig kommt Frischhaltefolie und dann kommt das Ensemble an einen warmen Platz. Entweder in ein sonniges Fenster oder ins Badezimmer auf den warmen Fussboden.

Die Menge reicht für 2 Pizzen, Pizzas, Pizzi – oder wie auch immmer.

Statt Wein gab es heute die Vorstufe vom fertigen Wein, nämlich Federweisser.

Ein Loch ist im Eimer

In diesem Fall meine ich die Löcher in Nordstream 1 und 2. Einfach wird das nicht, die Eimer, äh Röhren, wieder zu schliessen. Aber technisch ist das möglich. Wer die Löcher da hineingemacht hat – alle tippen auf Russland, aber wer weiss das schon in diesen Tagen mit Kriegspropaganda von beiden Seiten.

Im Grunde kann es uns ja egal sein, dass die Röhren nun kaputt sind. Der Gaszustrom war ja eh schon gestoppt. Lass die Dinger doch volllaufen mit Ostseewasser und da unten verrotten, ein Milliardengrab. Und wer weiss schon, ob die Russen überhaupt wieder Gas liefern sollen oder können, ob wir überhaupt noch Gas aus Russland haben wollen, so denn eines Tages mal Frieden einkehren wird. Egal ob Putin oder jemand anderes, die wirtschaftlichen Interessen der Oligarchen und die militäreischen Interessen der Generäle werden wohl entscheidend sein, wer Putins Nachfolger wird. Und das kann sich ganz schnell wieder ändern. Wer will sich auf Russland noch verlassen?

Sorgen bereitet mir die Tatsache, dass überhaupt etwas auf dem Meeresgrund mutwillig kaputtgemacht worden ist, ob wir davon nun abhängig sind oder nicht. Da liegen auch ganz dicke Stomkabel, die Energie liefern. Da liegen wohl auch Glasfaserkabel, welche die Länder untereinander für den Datenaustausch vernetzen. Eine Detonation an der richtigen Stelle, ich mag mir das gar nicht ausmalen, was dann geschehen könnte.

Die Löcher in Nordstream 1 und 2 haben uns jetzt nicht getroffen. Vielleicht war das nur ein Test um festzustellen, wie da unten auf dem Meeresgrund was kaputtzumachen geht.

Glinda, meine Kuschelkatze


Ist das nicht süss?! Glinda holt sich jeden Morgen ihre Kuscheleinheiten bei mir. Zum Glück habe ich mir vor einiger Zeit eine drahtlose Tastatur besorgt, die auch noch einen kleinen Ein-/Aus-Schalter hat. Sobald Glinda sich auf die Tastatur fallen lässt, schalte ich diese aus damit nichts passieren kann. Ein paar Emails sind schon im Nirwana verschwunden.

Solange ich das Internet leerlese, kann Glinda da gerne liegenbleiben. Wenn ich aber Kommentare in anderen Blogs oder bei Instagram schreiben will, ziehe ich die Tastatur unter der Katze heraus und lege sie auf meine Oberschenkel, Schalter ein, und ich kann schreiben. Hilfreich ist das auch wenn mein Schatz Pause hat und wir dann über WhatsApp chatten.

Glinda, die Kuschelkatze. Sie lässt sich gern verwöhnen wenn sie so auf dem Arbeitstisch liegt. Es ist so süss wenn sie ihr Köpfchen an meinen Bauch legt und ich sie mit einer Hand schubbern kann. Und dann schnurrt sie ganz laut.

Diese Art von Zuwendung holt sie sich nur vormittags. Nachmittags macht sie durch ganz zartes Quieken auf sich aufmerksam. Dann quetscht sie sich einen Karton, den ich dann hochheben und auf meinen Oberschenkeln ablegen muss. Dort lässt sich dann gern durch knuddeln verwöhnen.

Elphie holt sich ihre Knuddeleinheiten auf andere Weise. Sie kommt mauzend angelaufen, macht in der Fensternische neben mir einen Purzelbaum, legt sich dann auf die Seite und dann muss ich sie durchwalken. Dabei verteilt sie auch gern mal einen Liebesbiss.

Ich mag mich wiederholen: Ein Leben ohne Katzen ist möglich aber sinnlos!

Kaffeestunde


Die Dose reicht gerade für die kleine Kaffeestunde am Vormittag.

Man kann wirklich süchtig werden nach den kleinen Keksen, auch Spritzgebäck genannt. Ich trinke am Vormittag 2 Tassen Espresso, dazu jeweils 1 Teilchen.

Während ich derweil im Wintergarten sitze, lass ich die Katzen auf die Terrasse. Heute regnet es und es ist dementsprechend sehr nass draussen. Elphie und Glinda freuen sich zwar, dass sie raus dürfen, aber so wirklich toll fanden sie das nicht. Sie jagten sich von draussen nach drinnen und wieder raus. Dabei sprangen sie auch über den kleinen Mosaiktisch. Wenn man genau hinschaut, sind die nassen Katzenpfotenabdrücke zu erkennen. Es sind nur die blauen Fliesen glasiert, die hellen nicht und die nehmen Feuchtigkeit und Schmutz auf.

Draussen ist es nass und dunkel, aber hier drinnen erhellen unsere Katzen die Stimmung. Frei nach Loriot: Ein Leben ohne Katzen ist möglich aber sinnlos.

Das Ende


Nach 112 Jahren gibt es ab heute keine Schlachterei Voss mehr. Gegründet wurde das Geschäft um 1910 vom Urgrossvater des jetzigen Inhabers in Hamburg. Jens Voss, der das Geschäft jetzt aufgegeben hat, übernahm 1990 das einzig noch in Geesthacht existierende Fleischereifachgeschäft von seinem Vater – heute ist Schluss.

Es ist keine Frage des Umsatzes warum das Geschäft nicht weitergeführt wird. Herr Voss hat sich jahrelang darum bemüht, einen Nachfolger zu finden. Aber niemand war bereit, ein gut eingeführtes Geschäft zu übernehmen.

Wir haben dort hauptsächlich die leckere Gyrospfanne gekauft. Ein Jammer, dass das jetzt vorbei ist. Ein letztes Mal kommt das Gericht heute Abend auf den Teller. Ich fragte die Angestellte nach den Zutaten. Ja, sie hat es mir in groben Zügen verraten. Die Hauptzutat ist natürlich Fleisch, Schweinefilet, Öl und eine Gewürzmischung. Ich werde ein wenig experimentieren.

Gyrospfanne ist nämlich ein schnelles Rezept für die Samstage, wenn mein Schatz arbeiten muss und erst gegen 20 Uhr nach Hause kommt. Am Tag vorher kann ich alles vorbereiten und das Fleisch marinieren. Wird schon klappen.

Wohlweislich habe ich die Gyrospfanne schon gestern gekauft. Es wird sicher heute am letzten Geschäftstag sehr serh voll dort werden. Samstags ist es eh immer schon sehr voll gewesen. Aber heute werden die Kunden wohl auf der Strasse stehen und warten müssen.

Das Foto wird alsbald einen historsichen Wert haben. Das Grundstück wurde verkauft. Dort wird ein Wohn- und Geschäftshaus errichtet.

Kleine dicke Katze


Glinda legt sich sehr gern hinter mir an den Schrank und quiekt, was bedeutet, dass sie um Aufmerksamkeit heischt und geknuddelt werden möchte.

Wenn sie da so lang liegt denke ich immer an gestrickte und gefüllte Dackel, die man sich vor Fenster und Türen legt, als Zugluftbremse. Glinda würde sich dafür auch eignen, als lebende Zugluftbremse.

Leute gucken


Mehrmals am Tag schau ich mir bei BBC live die Übertragung an, wie die Menschenmassen am aufgebahrten Sarg der Queen in der Westminster Hall vorbeidefilieren und ihr die letzte Ehre erweisen. Grundsätzlich ist das ja langweilig. Der Sarg steht da ziemmlich erhöht, darin, hoffentlich, die sterblichen Überreste der Monarchin. Drumherum ein paar Wachen, die in Abständen in einer Zeremonie abgelöst werden. Kürzlich ist ja einer der Wachleute vom Podest gekippt, ohnmächtig geworden isser.

Leute gucken mach ich immer wieder gern, in diesem Fall die trauernden oder neugierigen Menschen beobachten. Auf unseren Kreuzfahrten sitzen wir gern an der Bar und gucken wie die anderen gucken. Es gibt immer was zu lästern.

Was mir in London aufgefallen ist sind die Frauen bzw. deren Frisur. Eigentlich hat fast gar keine eine Frisur. Keine trägt eine Dauerwelle, wie wir sie von der Queen kennen. Fast alle Frauen tragen ihre Haare einfach so runterbaumelnd, meist schulter- oder brustlang, mit Mittelscheitel. Da ist kein frecher Kurzhaarschnitt dazwischen, das maximum an Frechheit im Haar sind locker gebundene Dutts oder Pferdeschwänze. Auch eine fesche Föhnfrisur sucht man vergebens. Heute habe ich eine Frau gesehen, die hatte ihre Haare pink gefärbt. Die war wohl aus Magdeburg.

Es müssen ja nun nicht alle Frauen die Betonfrisur ihrer ehemaligen Landesmutter tragen, das ist ja auch viel zu aufwendig. Wer hat denn schon einen eigenen Hausfigaro?! Es ist aber auffällig, dass fast alle Frauen diese Einheitsfrisur tragen, welche ich absolut nicht als Frisur bezeichnen kann.

Ich werde in den nächsten Tagen, wenn ich wieder einkaufen gehe, mal darauf achten, wie hier im Dorf die Damen aussehen.

Kein Glück mit Nektarinen


Ich liebe Nektarinen! Am besten ist es, wenn ich reinbeisse und dabei der Saft raustropft. Früher, als ich noch gearbeitet habe, habe ich mir während der Saison immer eine Nektarine zum Frühstück mitgenommen. Gegessen haben ich sie, indem ich mir einen Papierkorb zwischen die Beine gestellt und dann reingebissen habe, in die Nektarine, nicht in den Papierkorb. So konnte der Saft aufgefangen werden, ohne dass der Boden verunreinigt wurde. Zu Hause esse ich Mandarinen immer über der Spüle, aus dem gleichen Grund wie die Sache mit dem Papierkorb.

In diesem Jahr habe ich kaum eine Nektarine bekommen, die so saftig war. Entweder sie waren noch nicht reif. Dann wollte ich sie nachreifen lassen. Als sie beim Drucktest leicht nachgaben, waren sie zwar leicht saftig, aber von innen wurden sie gammelig. Ähnliches ist mir bei Nektarinen von 3 verschiedenen Verkaufsstellen passiert.

Die Saison ist ja nun bald vorbei. Am Samstag werde ich mich mal auf dem Wochenmarkt umschauen, ob es da noch Nektarinen gibt. Vielleicht habe ich da ja noch eine Chance. Wenn das auch wieder ein Reinfall wird, vorausgesetzt, es gibt da noch Nektarinen, steige ich um auf Trauben für mein Frühstück.