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Das Kind hat einen Namen


Ich leide an Tassophilie! Was ist denn das nun wieder? Ich habe nicht danach gesucht, bin durch Zufall über diesen Ausdruck gestolpert. Auf einen ganz einfachen Nenner gebracht ist jemand tassophil, der das Meer liebt. Bei mir kann man schon davon sprechen, dass ich „most tassobhile“ bin.

Wenn ich so darüber nachdenke, bin ich tatsächlich davon befallen. Allein der Kurzurlaub auf Santorini vor 4 Jahren: Eine Woche habe ich auf unserer Terrasse gesessen und auf das Meer geschaut – nichtmal gelesen habe ich dabei.

Auf jeder unserer Kreuzfahrten liebe ich es, während der Seetage auf dem Balkon zu sitzen und über das Meer bis zum Horizont zu gucken. Morgens das Erste nach dem Aufstehen: Hinaustreten auf den Balkon und die Meeresluft atmen. Abends das Letzte vor dem Schlafengehen: Auf dem Balkon eine letzte Brise Meeresluft schnuppern. Je meer Seetage eine Kreuzfahrt hat – desto besser, am liebsten sind uns meerere Seetage am Stück.

Ich habe mich ein wenig intensiver mit der Tassophilie beschäftigt und dazu folgendes gefunden, und das trifft es haargenau:

„There’s a huge difference between waking up surrounded by buildings, city life, and traffic congestion and getting up, having a deep breath of fresh air, and resting your eyes on the horizon above a calm blue sea.“

Oder das:
„You Can Spend Hours Staring at the Sea

It’s not boring, tedious, or dull. It’s the opposite. You’re one of those who could sit on the boardwalk and observe beach life from dawn to dusk.“

Und das:
„You Feel a Spiritual Connection to the Ocean

You believe there’s a spiritual connection between the ocean and humans because you can almost touch it, even though you might not be a religious person.“

Alles das trifft auf mich zu, also „most tassobhile“.

Ich kennen jemanden, der das bestätigen kann!

Störe mir die Katze nicht


Bernd ist Elphies Bezugsperson, daran gibt es nichts zu rütteln. Aber mein lieber Gatte muss ja auch mal arbeiten. Dann muss ich herhalten, um für Elphie dazusein. Das mach ich natürlich gerne.

Es ist ja auch süss wenn sie sich in ihren Karton legt, den ich mir dann auf den Schoss heben muss. Dann knuddel ich sie so lange, bis sie einschläft. Tja, und dann sitz ich da, möchte mir eigentlich mal was zu trinken aus der Küche holen. Aber wenn ich den Karton dann vor mir auf den Arbeitsstisch stelle, wird ja die Katze wach. Und das will ich auch nicht.

Meine Arme sind zum Glück lang genug, dass ich über den Karton hinweg die Tastatur erreichen und gerade jetzt diesen Beitrag schreiben kann. Es geht ganz gut, aufrechte Köperhaltung mit einer Stütze im Rücken ist für diesen ja von Vorteil.

Mein Stuhl ist so eingestellt, dass sich die Lehne nach hinten neigt wenn ich mich dagegen lehne. Das ist dann auch mal ganz entspannend. Oder ich drehe mich zum seitlichen Fenster – man soll ja auch mal die Augen entspannen – und mach den Blockwart und beobachte, was draussen so los ist (Titelfoto).

Ich bin dann aber doch immer ganz froh wenn Madame ausgeschlafen hat und sich bequemt, aus dem Karton zu steigen. Puh!

Es ist übrigens etwas kompliziert, mit dem Handy einhändig ein Foto zu machen. Das Handy zu halten und mit einem Finger auch noch den Sensor für den Auslöser zu treffen erfordert schon ein wenig Geschicklichkeit. Ich sollte mal gucken, ob es die Möglichkeit gibt, ein Foto mit Sprachauslösung zu schiessen.

Frühnebel


Heute war Weckertag, d.h., dass mich um 7 Uhr der Wecker um meinen Schönheitsschlaf bring, donnerstags ist nämlich Wirbelsäulengymnastik. Und bevor ich aus dem Haus gehe, sind ja noch die Katzen zu versorgen und andere Verrichtungen zu erledigen.

Um 7 Uhr schien die Aprilsonne. Ich ging also ins Bad. Ca. 20 Minuten später stand ich staunend am Fenster: Dicker Nebel war aufgezogen. Mir entfleuchte ein erstauntes „Huch!“. Etwa eine Stunde später war der Nebel schon wieder in Auflösung begriffen. Nur unten am alten Hafen, dort wo das Gymnastikstudio untergebracht ist, waberten noch ein paar Nebelschwaden über das Wasser.

Die abknickende Vorfahrt

Wir wohnen an einer Strasse, die von der abknickenden Vorfahrt betroffen ist, wenn wir in eine Richtung fahren. Es wundert mich immer wieder, dass viele Fahrer nicht wissen, wie sie sich dort zu verhalten haben.

Für uns gibt es in der Regel zwei Optionen: Wir kommen von „oben“ und fahren geradeaus. Dann fahren wir, ohne dass es notwendig ist, den Fahrtrichtungsanzeiger zu betätigen. Manchmal tun das aber Fahrer, die mit ihrem Fahrzeug vor mir herfahren, sie blinken rechts, obwohl sie geradaus fahren. Völliger Quatsch. Andere hingegen blinken nicht, obwohl sie links auf der Vorfahrstrasse bleiben. Das verunsichert ja die, die von vorn kommen. Es heisst nicht umsonst „Fahrtrichtungsanzeiger“, im Volksmund Blinker. Wenn ich irgendwo abbiegen will, wird das Ding betätigt, in diesemn Fall heisst es, „ich biege nach links ab“. Wenn ich geradeaus weiterfahre, ist das nicht notwendig. Wenn ich aus unserer Stasse geradeausfahre, auf der Grafik „von unten“ komme, muss ich den Fahrzeugen von rechts und von vorn Vorfahrt gewähren.

Heute gab es eine Situation, dass durch einen Unfall und Feierabendverkehr diese Kreuzug sehr stark frequntiert wurde. Ich kam „von unten“ – bezogen auf die Grafik – wie einige andere Fahrzeuge vor mir auch. Von rechts kam ein Linksabbieger, der die vorfahrberchtigte Strasse verlassen wollte. Von vorn kamen Fahrzeuge, die der Vorfahtstrasse nach links folgen wollten.

Wenn alle wissen, wie sie sich zu verhalten haben, ist das kein Problem, auch wenn es durch erhöhtes Verkehrsaufkommen durch Feierabendverkehr und Umleitungen mal etwas länger dauert. Aber ich hatte den Eindruck, keiner wusste wirklich, was Sache ist. Hätte nur noch gefehlt, dass ein Fahrzeug, welches der Vorfahrtstrasse folgt, nicht geblinkt hätte. Dann wäre ein Gegenkommer losgefahren weil der dachte, das Fahrzeuge würde nicht abbiegen.

Könnt ihr mir folgen?

Schme-eckts?


Jadoch!
Der erste angesetzte Gin ist super, schmeckt sogar meinem Mann. Ich bin überrascht.

Was ist nun da drin?: Natürlich Wacholderbeeren, die ja die Grundlage eines jeden Gin sind. Alles weitere obliegt dem persönlichen Geschmack. Ich habe mich beim ersten Mal an den Rezeptvorschlag „Der Traditionelle“ gehalten, da kann man nicht viel falsch machen (alles im Ginbaukasten enthalten):
2 Röhrchen Wacholderbeeren
2 Kapseln Kardamom
1/4 TL Süssholz
1/2 TL Koriandersamen
1/2 TL Orangenschalen

Die Mengen beziehen sich auf die Menge für 350 ml Wodka. Wieviel nun 1/4 oder 1/2 TL ist – da muss man seinem Gefühl nachgeben. Ich weiss, dass es Teelöffelmasse gibt. Aber wenn man das nicht parat hat, muss es auch anders gehen. Wacholderbeeren, Kardamomkapseln und Koriandersamen habe ich im Mörser leicht angequetscht.

Zuerst kamen die gequetschen Wacholderbeeren in den Wodka und mussten 24 Stunden darin mazerieren. Danach konnte man schon den typischen Gingeruch wahrnehmen. Am nächsten Tag kamen die anderen Zutaten hinein, wieder 24 Stunden stehenlassen, danach filtern und umfüllen in eine andere Flasche. Die dann offen 12 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

Auf dem Foto sieht man das Ergebnis der ersten Verköstigung.

Warum ist der Gin nun eingefärbt? Wer schon mal „Aufgesetzten“ gemacht hat weiss, dass die Farbe der Früchte in den Alkohol übergeht. So ist es bei diesem „Do Your Gin“ auch. Die Zutaten färben den Gin ein. Wer im Geschäft Gin kauft, kauft normalerweise ein Destillat.

Auf einen einfachen Nenner gebracht geht das so:
Zuerst wird ein neutrales Destillat mit 96 % Alkohol hergestellt, z.B. aus Getreide. Da hinein kommen dann die Botanicals, also die Aromenträger, in erster Linie Wacholderbeeren. Dann wird alles zusammen nochmal destilliert. Deshalb ist „normaler“ Gin glasklar. Natürlich wird das dann verdünnt. Oder hat schon mal jemand 96-prozentigen Gin gesehen? Ich habe eine Flasche 96-prozentigen Fin Sprit im Schrank stehen. Na ja, die Flasche ist nicht mehr voll, hab schon soviel Eierlikör davon gemacht.

Ja, also deshalb ist der gekaufte Gin glasklar oder der DIY-Gin eingefärbt. Könnt ihr mir noch folgen? Ich folge mir gerade selbst nicht mehr, hab heute Abend nach dem Essen schon das zweite Gläschen selbstgemachten Gin getrunken. Die Flasche ist gleich leer. Muss morgen wohl ein anderes Rezept ausprobieren. Es gibt ja soooooo viele Möglichkeiten.

Die Eier werden umgestellt


Meine Oma hielt früher Hühner auf dem Hof, die legten Eier, dazu waren die da. Irgendwann wurden die auch mal geschlachtet. Ich habe da in der hintersten Schublade meines Gehirns so dunkle Erinnerungen. Ich war zwar nie dabei, aber irgendwas war da.

Es waren schlechte Zeiten in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Meine Grosseltern waren selbstständige Fuhrunternehmer. Opa fuhr mit seinem Tempo im Auftrag eines Kohlenhändlers Kohlen aus und schleppte Säcke. Der Sohn, mein Onkel, sass auf dem Bock des LKW, der als Lohnfahrzeug für andere Firmen eingesetzt wurde. Der LKW musste noch abbezahlt werden. Das Wort „Wechsel“ habe ich in Erinnerung, ebeso wie den Begriff „Lastenausgleich“. Das Haus, welches heute mir gehört, blieb im Krieg unversehrt, ebenso wie das Geschäftsgrundstück ein paar Strassen weiter. Lastenausgleich mussten die zahlen, die von Kriegsschäden verschont geblieben waren, Nutzniesser waren eben jene, die Bombenschäden zu verzeichnen hatten.

Oma als Geschäfts- und Hausfrau hielt den Laden zuammen, führte den Haushalt und hielt Hühner. Ab und zu bekam ich mal ein Zuckerei. Aber die Eier dienten eher dazu, das Nahrungsangebot aufzulockern und zum Backen. Oma konnte gut backen. Und es war wohl auch billiger, als Eier bei Schmidt im Kaufladen um die Ecke zu kaufen.

Die Eier hatten eine weisse Schale. Ich tat mich später immer schwer damit, Eier mit brauner Schale zu kaufen und zu verwerten. Ich war schliesslich Eier mit weisser Schale gewohnt. Geschmacklich macht das natürlich keinen Unterschied ob die Eier braun oder weiss sind. Aber weisse Eier schmecken mir besser.

Und jetzt las ich, dass viele Menschen lieber Eier mit brauner Schale kaufen. Vielleicht denken die, dass das Eidotter dann schön gelb ist. Aber jetzt wird der Eiermarkt langsam auf weisse Eier umgestellt. Ich hatte in den letzten Wochen schon mehrmals weisse Eier in der Eierpappe und wunderte mich darüber. Der Grund für die Umstellung ist nicht das Kaufverhalten und die Vorlieben der Kunden. Es hat wirtschaftliche Gründe. Weisse Hühner leben und legen länger als braune Hühner. Und da weisse Hühner weisse Eier legen und braune Hühner braune, gibt es jetzt eben wieder mehr weissschalige Eier zu kaufen. Das soll mir recht sein.

Wo ich gerade „braune Hühner“ geschrieben lese – wer weiss schon, ob die Umstellung nicht auch politische Gründe hat. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Meine Giftküche


Ich trinke ja gern mal einen Gin, sollte ich eigentlich jeden Abend machen. Denn man sagt ja Elizabeth Angela Marguerite Bowes-Lyon, genannt Queen Mum, nach, dass sie jeden Abend ein Gläschen trank. Sie wurde 102 Jahre alt. Auch ihrer Tochter, Elizabeth Alexandra Mary, bekannt als Elizabeth II, sagte man nach, dass sie jeden Abend ein Gläschen Gin trank. Sie wurde immerhin 96 Jahre alt.

Mit Gin, sowie mit anderen alkoholischen Getränken, ist es so wie mit Wein oder Bier – entweder man mag ihn oder nicht. Eine Flasche Gin für 12 Euro mag einem besser munden als 1/2 Liter für 35 Euro. Ich habe meinen Gin aus dem Regal inzwischen gefunden, nämlich Gin Sul. Er schmeckt mir und dazu kommt er aus der Region, er wird nämlich in Hamburg destilliert.

Mein Schatz kennt meinen Faible für Gin. Deshalb schenkte er mir zum meinem kürzlichen Geburtstag einen „Ginbaukasten“. Heute habe ich „meinen Gin“ angesetzt.

Die Basis ist Wodka. Wodka schmeckt nach nichts. Im Kasten ist ein Rezeptkärtchen mit 3 Vorschlägen. Ich entschied mich für die Variante „traditionell“, da kann man wohl nichts falsch machen. Ausserdem enthalten mehrere Botanicals, natürlich auch Juniperus communis (Wacholderbeeren), die Gin seinen typischen Geschmack geben. Die kamen heute als erstes, im Mörser leicht angestossen, in 350 ml Wodka. Da müssen die nun 24 Stunden mazerieren. Die Hausfrau würde sagen, sie müssen ziehen. Ziehen sollen sie aber nicht, sie sollen in der Flasche bleiben.

Morgen kommen dann alle weitere Botanicals hinzu, die für das traditionelle Rezept notwendig sind:
Kardamom
Süssholz
Koriandersamen
Orangenschale

Morgen geht es also hier weiter.

Erster Draussentag

Draussentage sind die Tage, an denen ich in der Sonne auf der Terrasse sitzen und Löcher in die Luft gucken kann, frei nach dem Zitat von Astrid Lindgren „Und dann muss man noch die Zeit haben, in der Sonne zu sitzen und nichts zu tun“. So ein Tag war gestern.

Normalerweise zelebriere ich den ersten Draussentag mit einem Espresso und einem Glas Cardenal Mendoza. Doch die Terrasse war noch nicht in einem perfekten Zustand. Rückstände der Kätzchen genannten Blütenstände der Pappeln verunzierten die vor 2 Wochen frisch gekärcherten Platten. Da muss ich nochmal feucht durchwischen.

Jedenfalls habe ich in der Sonne gesessen, Vitamin D getankt und sogar gelesen, also nicht nur gesessen. Und wir haben sogar draussen gegessen, Fingerfood vom Abend vorher, an dem wir mit einigen Freunden meinen Geburtstag nachgefeiert haben.

Vormittags haben wir gepflanzt, gesteckt und gesät. Die alte Minze hat den Winter nicht überstanden. Da passte es gut, dass ich für den Willkommenstrunk am Freitagabend Minzeblätter benötigte. Die kleine Pflanze diente als Ersatz für die dahingeschiedene. Der Waldmeister ist auch eingegangen, da benötige ich auch dringend Ersatz, ich will ja wieder Maibowle machen.

Ein Kübel wurde mit Sonnenblumenkernen bestückt. Bernd hat eine Sorte entdeckt, die 4 Meter hoch werden soll. Warten wir mal ab. Drei Kerne haben wir in die Erde gesteckt. Sonnenblumen wurzeln sehr breitflächig, da braucht es Platz.

Probehalber haben wir in 2 Terrakottakästen eine Blumenwiese gesät. Wenn das gut wird, werden die anderen zwei Kästen im nächsten Jahr auch entsprechend umgestaltet.

Wie oben beschrieben, konnte ich mich später von der Gartenrbeit erholen.

Die 200-Jahrfeier


Meine Eltern wären in diesem Jahr jeder 100 Jahre alt geworden, mein Vater um Januar, meine Mutter im Mai. Ich erinnerte mich daran, dass meine Tante, Schwester meines Vaters, die Familie anlässlich des 100. Geburtstages ihres Vaters, meines Grossvaters, in ein Restaurang zum Essen eingeladen hatte. Ich müsste jetzt in den Urkunden nachschauen, in welchem Jahr mein Grossvater geboren wurde. Ich fand diese Geste sehr schön und ich setzte sie für meine Eltern um. Es ist ja auch so passend, dass Vater und Mutter im selben Jahr geboren wurden, nämlich 1924. Da ich natürlich auch gern unseren Sohn mit seiner Familie dabeihaben wollte, stimmte ich einen passenden Termin mit ihm ab. Sie wohnen ja nicht gleich um die Ecke sondern in Mönchengladbach. Aus Gründen bot sich die Woche nach Ostern an. So wurde es also der 3. April.

Ich hatte lange nach einem Restaurant gesucht, wo die Feier stattfinden sollte. In Lübeck sollte es schon sein, sind wir doch eine lübsche Familie. Aber wie das so ist: Hier gefiel mir das nicht, da passte mir jenes nicht. Ich tauschte Emails aus, holte ergänzende Auskünfte per Telefon ein. Letztendlich landete ich im Restaurant Marina Travemünde. Dort hatten wir vor 4 Jahren, wenige Tage vor dem Lockdown, die Geburtstagsparty zum 60. Geburtstag meines Cousins gefeiert. Im Mai waren wir mit unserem Sohn dort nach der Trauerfeier für meine Mutter zum Essen. Meine Mutter hatte ich dorthin ein paar Mal anlässlich ihres Geburtstages zum Mittag ausgeführt.

Zu Travemünde hat unsere Familie ein besonderes Verhältnis. Mitte der 1950er Jahre hatten wir ein erstes kleines Kajütboot, welches im Sommer in Travemünde stationiert war. Die Wochenenden und Ferien wurden dort verlebt. Bis ins hohe Alter war Travmünde die Sommerresidenz meiner Eltern, inzwischen auf einer grösseren und bequemeren Yacht. Für die Familie meines Onkels, Bruder meiner Mutter, und seine Familie war Travemünde ebenfalls die Sommerresidenz auf einer kleinen Motoryacht. Seine beiden Kinder, eine Cousine und besagter Cousin, waren natürlich auch zur 200-Jahrfeier eingeladen.

Zur Familie gehört weiterhin ein enges Freundespaar mit ihrer Tochter, Schwiegersohn und Enkelin. Das Paar kennt unsere Familie schon länger als 50 Jahre. Meine Mutter wurde von Karin bestens versorgt (sie wohnten im selben Haus). Wolfgang ist mein „Hauswart“ und hat ein Auge auf das ca. 120 Jahre alte Familienanwesen. Auch sie waren viele Jahre Nachbarn mit ihrer Yacht.

Uns so talfelten wir gestern Abend mit 17 Personen in Travemünde am Hafen, mit Blick auf das Segelschulschiff „Passat“, das schon viele Jahre am gegenüberliegenden Ufer vertäut liegt. Grosse ein- und auslaufende Fährschiffe sind immer wieder ein willkommener Blickfang.

Wir hatten schöne Gespräche und tauschten Erinnerungen aus. Alle haben sich gefreut, sich mal wieder zu treffen – so wie es bei einer Familienfeier sein soll. Besonders dankbar bin ich dafür, dass unsere beiden Enkelinnen bei diesem Treffen dabei waren. Die Rechnung übernahm natürlich das Familienoberhaupt. Ich war weniger erstaunt über die Summe als über die Länge der Rechnung.

Das Wetter war nun nicht gerade zum Freuen. Es regnete ständig und es wehte ein kalter Ostwind, was an der Ostseeküste sehr unangenehm ist. Deshalb gibt es vom Draussen auch nur ein Foto, nämlich dass der nostalgischen Persiluhr im Dr.-Zippel-Park, die den Travemündern sehr am Herzen liegt.


Bei unserem kleinen Rundgang vor dem Familientreffen begegneten wir einer spanischen Stepmöwe.