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Erster Schwumm seit 7 Jahren

Anno 2019 war ich zuletzt schwimmen im Freizeitbad Geesthacht. Danach kam Corona. Ich glaube mich zu erinnen, dass man trotzdem schwimmen gehen konnte, aber das war mir zu kompliziert.

In den folgenden Jahren hätte ich ja wieder meinem Lieblingssport nachgehen können. Ich tat es nicht, warum auch immer. Vielleicht zu bequem, zu faul, das Wetter, die Katzen, Irgendwas ist ja immer. Vermutlich redete ich mir immer einen Grund ein, nicht das Freizeitbad aufsuchen zu können.

Schwimmen ist gesund, der Körper ist im Wasser leichter, Bewegungen lassen sich leichter ausführen. Und nach der Rücken-OP würde schwimmen sicher sehr hilfreich sein. Ich hatte meinen Neurochirurgen danach gefragt. Ja, schwimmen sei ok, aber bitte nicht übertreiben. Was sollte ich wohl übertreiben wenn ich keine Kondition habe? Aber ich kaufte mir bei den Stadtwerken Geesthacht die günstigste Wertkarte für 30 €. Damit erspare ich mir, an der Kasse eine Karte zu erstehen. Beim Einlass wird die Karte am Drehkreuz gescannt, wie auch beim Verlassen des Bades. Je nach Aufenthaltsdauer wird ein Betrag von der Karte abgebucht. Die Karten kann man auch mit höheren Beträgen aufladen lassen. Aber da ich nicht wusste, wie ich im Wasser klarkomme, kaufte ich erstmal nur 30 €. Ein eventueller Verlust für den Fall, dass das mit dem Schwimmen nicht klappen sollte, wäre tragbar.

Heute also das erste Mal schwimmen. Ich war gespannt. „Früher“ machten mir 3.000 Meter ohne Pause nichts aus. Das zu erreichen wäre nicht möglich, und ich soll ja auch nicht übertreiben. Sollte ich mir ein Ziel setzen, wieviel Bahnen ich schaffen würde? Ja, ich entschied mich für 600 Meter mit Pausen, das sind 12 Bahnen.

Mein Rücken machte gut mit, die Beine auch, kein Hüft- oder Knieschmerz, die Schultern muckten leicht auf. Nach jeder Bahn brauchte ich eine kurze Erholungspause. Ich hätte gern mal zwei Bahnen ohne Pause geschafft. Aber ja nichts übertreiben, ich war ja schon froh, dass ich mein Ziel von 600 Metern erreicht habe.

Auf dem Heimweg machte sich dann aber der Rücken bemerkbar. Ich werde mit meinem Therapeuten bei der Krankengymnastik darüber sprechen. Ich befürchte, dass ich morgen Muskelkater haben werde.

Es kann Sommer werden


Gestern haben wir uns mit ein paar Sommerpflanzen versorgt. Der Gatte hatte frei, deshalb stand das Auto im Carport und wir konnten dann damit losfahren. Unser Ziel war die Sachsenwaldbaumschule. Sonst habe ich uns auf dem örtlichen Wochenmarkt versorgt. Aber es ist mühsam für mich, die Pflanzen nach Hause zu tragen, zusätzlich zu den notwendigen Einkäufen zwecks kulinarischer Zubereitung.

Viel brauchen wir nicht für unsere Dachterrasse. Im Lauf der Jahre haben wir immer wieder Veränderungen an der Bepflanzung vorgenommen und diese mehr und mehr reduziert. Jetzt scheint es, als hätten wir unseren Terrassenstil gefunden.

In die vier Terrakottakästen kommen je zwei Wandelröschen. Die gedeihen auch sehr gut im Halbschatten. Die müssen aber noch in die Erde, gestern war es mir zu kalt, heute auch. Und die kann ich auch allein nach und nach einpflanzen.

Schwieriger ist die Schwarzäugige Susanne, eine einjährige Rankpflanze. Sie bekam heute unsere Zuwendung weil sie, noch im Topf, einige Ranken um das Gitter ringelte. Sie benötigt eigentlich recht viel Sonne. Wenn es aber ein warmer Sommer werden sollte, kommt sie auch mit weniger Sonne, also mit Halbschatten, zurecht. Warten wir mal ab.

Das Rankgitter konnte ich noch allein aus dem Kübel ziehen, Susanne konnte ich auch alleine einpflanzen. Aber das Rankgitter muss dann über die Pflanze gehoben und wieder in die Erde gesteckt werden. Dazu brauchte ich meinen Schatz, für den es, aufgrund seiner Körpergrösse, einfacher ist, das Gitter zu handhaben.

In den nächsten Tagen soll es recht unwarm bleiben. Die Wandelröschen kann ich dann, je nach Lust und Laune und Wetter, nach und nach einpflanzen, wie Der Wilhelm kürzlich schrieb: Alles kann, nichts muss!

Vielleicht sollte man lieber nach Archangelsk fahren, eine Hafenstadt in Russland, die um das Nordkapp herum zu erreichen ist. Dort hat man zurzeit 23 Grad plus, sagt Wetteronline.

Nach der KG


Heute Morgen war wieder Krankengymnastik. Das sind zwar immer nur 20 Minuten, aber sehr intensive 20 Minuten. Danach bin ich immer ziemlich platt und es ziept hier und da. Ich lege mich dann eine Weile auf das Bett und lese. 30 Minuten reichen und ich bin frisch und munter.

Heute legte sich Glinda, meine Herzkatze, zu mir. Sie bettete ihr Köpfchen auf mein Fussgelenk. Da konnte ich natürlich nach 30 Minuten noch nicht wieder aufstehen. Ich hab ja auch nichts dringedes zu erledigen: Was du heute kannst besorgen verschiebe ruhig auf morgen.

Muttertag

Irgendwann im Mai ist Muttertag, dieses Irgendwann ist heute. Wenn ich nicht in Werbeanzeigen, auf Instagram oder mit Aufstellern im Einzelhandel mit überteuerten Pralinen darauf hingewiesen werden würde, wüsste ich nicht, an welchem Tag Muttertag wäre. Ich will es auch gar nicht wissen, denn wer seiner Mutter nur einmal im Jahr an einem vorgeschrieben Tag etwas gutes tut kann es gleich ganz bleiben lassen.

Und ich glaube, dass viele Söhne und Töchter sich sonst so gut wie gar nicht um ihre Mütter kümmern. Wie soll man das auch bewerkstelligen wenn man eventuell mehrere Hundert Kilometer von einander entfernt lebt und selbst noch in Lohn und Brot steht, eventuell Stress auf der Arbeit hat und dann froh ist, ein Wochenende zu haben, an dem man entspannen kann? Mütter, die dafür kein Verständnis haben, sind keine guten Mütter.

Eltern müssen ihren Kindern Freiheiten lassen, auch wenn sie nur noch alleine leben nach dem Tod des Ehepartners. Sie können nicht erwarten, dass sich die Kinder um sie kümmern, besonders wenn beide Parteien nicht in der gleichen Stadt leben. Kinder sind nicht dazu da, sich um ihre Eltern zu kümmern, auch wenn manche Eltern das erwarten. Kinder haben ihr eigenes Leben.

Noch soooo lange


300 Tage sind eine Marke, aber die Wartezeit ist mühsam. Aber was will man machen. Aus gesundheitlichen Gründen fällt die Kreuzfahrt in diesem Jahr ja aus. Ursprünglich wollte ich die OP ja nach der Reise durchführen lassen. Ich bin aber froh, dass ich die OP vorgezogen habe. Die gebuchte Kreuzfahrt drei Wochen nach der OP zu machen, davon riet der Arzt ab. Und ja, er hatte recht, leide ich zwei Monate nach der OP immer noch an den Nachwehen, mal mehr mal weniger.

Ich vermisse das Meer, da führt kein Weg dran vorbei. Stundenlang auf dem Balkon sitzen und bis zum Horizont zu schauen, das mag für manche Menschen langweilig sein. Für mich ist das Entspannung pur. Schon 1968, auf meiner ersten Reise auf einem Frachtschiff, stand ich den ganzen Tag auf der Brücke. Da passierte ja auch nichts. Das Schiff fährt, es gibt keine Manöver, man stand da so rum und ich unterhielt mich mit den jeweiligen wachhabenden Offizieren – und schaute auf das Meer.

Eine wichtige Sache wurden jeden Tag mittags um 12 Uhr durchgezogen: Es wurde die Sonne geschossen um die Position des Schiffes festzustellen. Mit einem Sextanten wurde das gemacht. Vereinfacht erklärt: Mit dem Sextanten wird der Höhenwinkel der Sonne über dem Horizont festgestellt. GPS und Satellitentelefon gab es noch nicht. Wollte man von See aus mit der Reederei sprechen, musste man über eine Küstenfunkstation ein Funktelefonat anmelden. Wenn man Glück hatte, hatte man eine störungsfreie Verbindung. Nun ja, lang lang ist’s her. Von dieser Reise brachte ich ein Rezept mit, Reis à la Hugo. Es ist ein Resteessen nach Seemannsart, was natürlich nicht so heisst. Ich habe es nach dem Schiff genannt, auf dem ich damals 4 Wochen unterwegs war. Dazu bei einer anderen Gelegenheit mal mehr.

Verrückte Nacht

Die letzte Nacht war ja ganz ok. Aber die davor, von Montag auf Dienstag, war der Hammer. Und sowas hab ich bei zunehmenden Mond noch nicht erlebt, beim letzten Mal, vor vier Wochen, hab ich kaum was gemerkt.

Was war los?: Unruhiger Schlaf, begleitet von mehrmaligem Aufwachen und langen Wachphasen. Das ist eine Sache. Aber diese Träume – unfassbar. Gefühlt ging ein Traum in den nächsten über, von einem Ort zu einem anderen. Es ging los mit einer Fahrt im ICE 1, der mit der langen Nase, nach Travemünde. Beim Ausstieg schüttete es wie aus Eimern, selbst unter dem Dach des Bahnsteigs wurde ich Nass bis auf die Haut.

Nächster Ort ein Karstadt-Kaufhaus mit einem riesigen Foyer rund um die Verkaufsetagen. Meine Mutter irrte dort mit ihrem Rollator umher weil sie einen Aufzug suchte. Endlich fand sie einen, ich immer hinter ihr her. Als sich die Türen öffneten war da eine grosse Aufzugkabine mit einer Sofalandschaft.

Und schon war ich in Polen, in Gdansk zur Adventszeit. Ich war noch nie in Polen, man kennt aber Bilder aus Gdansk, z.B. das berühmte Speicherhaus am Fluss, woran ich erkannte, dass ich Gdansk war. Ich spazierte durch die Stadt, die ich ja nicht kenne, durch eine Strasse mit Adventsbeleuchtung. Auf der anderen Strassenseite entdeckte ich eine Gruppe von vier Damen. Eine der Damen war Benedikte, die Schwester der Dänischen Königin Margrethe. Sie trug ein mittelblaues langes, schmalgeschnittenes Kleid und die trug ein Diadem im Haar. Die sie begleitenden Damen waren wohl Hofdamen und Zofen.

Und mit dem Bild von Benedikte vor Augen erwachte ich in meinem Bett, nicht in Gdansk, nicht bei Karstadt im Lift und nicht in Travemünde bei Regen.

Übermorgen ist Vollmond, dann hat der Spuk ein Ende. Bis dahin habe ich noch zwei Nächte vor mir.

Was essen wir heute?


Die Speisenfindung für das Wochenende verläuft immer ziemlich einvernehmlich, meistens haben wir schon die selben Ideen. Es kommt auch vor, dass ich was neues Vorschlage und die Idee von meinem Schatz auch angenommen wird. Was wir am Wochenende essen wollen ist auch davon abhängig, ob mein Schatz am Samstag arbeiten muss. Dann gibt es etwas, was ich im Lauf des Tages gut vorbereiten und zum richtigen Zeitpunkt nur noch heiss machen muss.

Am vergangenen Samstag hatte der Gatte frei. Uns war nach Spargel. Spargel hat ja zurzeit Saison. Bislang war es so, dass ich Spargel immer mit einer Spargelschälmaschine schälen lassen konnte. In diesem Jahr wird die leider nicht aufgestellt. Der örtliche Spargelbauer besitzt zwar so ein Teil, aber dorthin zu fahren, passt nicht in unsere Tagungsplanung.

Ein örtlicher Supermarkt bot geschälten Spargel an, in 400 Gramm Schalen. 3 Stück würden wir brauchen. Vor Ort entdeckte ich nur Schalen zu 500 Gramm, ok, 2 davon gehen dann auch. Erst zuhause entdeckte ich, dass der Spargel nicht geschält war, ich hatte mal wieder nicht genau hingeschaut.

Aber zwei Mann – zwei Spargelschäler, das ging dann doch recht fix. Ich hab beim Schälen immer die Befürchtung, dass ich zu wenig schäle und wir dann auf der strohigen Schale rumkauen und sie dann aus dem Esszimmer ziehen. Zuviel will man ja auch nicht abschälen, wir wollen ja nicht Bleistifte auf dem Teller haben. Aber es war alles ok. Beim nächsten Spargelessen kaufen wir wieder ungeschälten Spargel.

Gestern gab es französischen Kartoffelauflauf Reblochon de Savoie, allerdings tranken wir deutschen Weisswein dazu. Nach dem recht üppigen Mahl musste es unbedingt ein Digestif sein. Wir fragten uns, was man in Frankreicht dazu kredenzt.

Ich lese viele Krimis, die u.a. auch in Frankreich spielen. Bei jeder Gelegenheit trinken die Kommissare Wein, auch tagsüber während sie Mittagspause in einem Restaurant machen. Aber ich habe noch nie gelesen, dass es einen Digestif gibt. Vielleicht nehmen die Pastis, ein Anisschnaps, ähnlich wie Ouzo oder Raki. Nach Ouzo war uns nicht, wir entschieden uns für eine Grappa. Aber ich werde mal versuchen herauszufinden, was die Franzosen nach dem Essen trinken.

St. Karch ist vorbei


Unsere Terrasse hat eine Grundfläche von ca. 24 qm. Die Grünalgenbildung beginnt schon im Spätsommer/Herbs, nämlich dann, wenn die Sonne die Terrasse nicht mehr erreicht. Wenn es denn endlich wieder wärmer wird, juckt es in den Fingern, die Platten wieder zu säubern. Wenn man denn schon mal draussen seinen Kaffee trinken kann, vom Grillen wollen wir noch gar nicht reden, möchte man es ja auch wieder schön haben.

Mit den entsprechenden Geräten eines namhaften Herstellers, ist das ja auch alles kein Problem und eigentlich recht schnell gemacht. Aber bei körperlichen Einschränkungen ist das nicht ganz einfach. Wenn dann auch noch das Wetter nicht durchgehend die Lust fördert, die Terrasse herzurichten, dauert das, wie in diesem Jahr, schon gern mal eine Woche.

Ich habe mir die Arbeit auf drei Tage eingeteilt, also drei Mal ca. 8 qm. Das hört sich nicht nach viel an. Und die notwendigen Gerätschaften sind auch leicht zu handlen. Aber ungewohnte Haltung und Bewegung lassen mich nach jeweils 8 qm einhalten.

Aber jetzt ist alles wieder schick, die Fliesen sind nicht mehr grün sondern wieder sauber und grau.

Und jetzt gehe ich in die Wanne und pflege meinen Rücken.

Nur so am Rande: Günter Netzer ist Grossvater geworden! Das ist den Nachrichtenmedien eine Schlagzeile wert. Ob das jemanden interessiert?

Ein Film-Klassiker auf der Bühne


Gestern wurde der erste Teil meines Geburtstagsgeschenkes eingelöst: Eine Vorstellung im Stage Operettenhaus des Musicals „Zurück in die Zukunft“. Der Titel des Films war mir bekannt, ich habe ihn aber nie gesehen und wusste deshalb auch nicht, um was es da eigentlich wirklich geht. Für mich war das sozusagen ein Blind Date. Ganz unbeleckt und nicht wissend, was auf mich zukommt, freute ich mich doch, mal wieder ins Theater zu gehen.

Wie seit vielen Jahren üblich, hatte mein Schatz für die Vorstellung „open bar“ zusätzlich gebucht. Für diese Nutzer gibt es einen separaten Eingang, der zuerst geöffnet wird bevor der Einlass für die anderen Gäste gewährt wird. Am Servicepoint bekommt man ein Bändchen für das Handgelenk, mit dem man jetzt an jeder Bar in den Foyers Getränke bekommen kann.

Kurz vor dem Beginn der Vorstellung nahmen wir unsere Plätze ein, Platz 1 links und Platz 1 rechts, exakt die Mitte von Reihe 4. Das Parkett war schon gut gefüllt. Unsere Reihe war bereits voll besetzt, bis auf die beiden Mittelplätze, wir mussten da also jetzt durch.

Eine kurze Inhaltsangabe, die für Kenner des Films wohl überflüssig ist:
Der Jungedliche Marty McFly wird mit der Zeitmaschine DeLorean des Doc Brown aus dem Jahr 1985 in das Jahr 1955 katapultiert. Marty trifft dort auf seine zukünftigen Eltern. Seine Mutter verliebt sich in Marty. Dadurch verändern sich die Zeitlinien. Marty muss versuchen, dass sich seine Eltern ineinander verlieben, was auch gelingt. Nun muss Marty zurück in das Jahr 1985, jedoch hat die Zeitmaschine, die in einem Auto, DeLorean, steckt, nicht mehr genügend Energie. Durch einen Blitzschlag in die Rahthausuhr soll die Maschine wieder aufgeladen werden, was dann auch klappt. Soweit eine minimalistische Kurzfassung des Inhalts.

Mehr zu erzählen, würde diesen Rahmen sprengen. Die ganze Geschichte ist natürlich begleiten von allerlei Irrungen und Wirrungen. Es gibt viele grossartige Tanzszenen. Das opening des 2. Aktes ist besonders erwähnenswert.

Es kommt keine Langeweile auf. Ehe man sich versieht ist Pause, fast 90 Minuten waren vergangen, ohne dass man das merkte. Eine rasante Story, fetzige Musik, ein tolles Bühnbild, was sich immer wieder schnell verwandelt – toll. Anfangs hatte ich ein wenig Mühe, mich hineinzufinden, aber sehr schnell war ich mitgerissen.

Ein besinnlicher Song darf aber auch nicht fehlen: Doc Brown besingt die Genies vergangener Zeiten, die Ideen hatten und nie aufgegeben haben, diese zu verfolgen, auch wenn es Rückschläge gab.

Raphael Groß spielte den Jugendlichen Marty McFly mit jungenhaftem Charme, da wo es angemessen war, mit glaubhaftem Zeifel als es so aus so, als könnte er im Jahr 1955 gefangen bleiben, mit gerade noch pubertärer Angst als er von seiner zukünftigen Mutter bedrängt wurde, in deren Bett er, nur noch mit T-Shirt und Slip bekleidet aufwachte.

Jan Kersjes begeisterte als verschrobener und exzentrischer Wissenschaftler Doc Brown. Jan war in der Lage, die Figur des Doc Brown stark zu überzeichnen, ohne dass es Klamauk wurde. Jan und Raphael bzw. Marty und Doc Brown sind zusammen das Herzstück dieser verdrehten Kommödie.

Als George McFly, der Vater von Marty, stand Terence van der Loo auf der Bühne. Mit seiner schüchternen, steifen und verklemmten Persönlichkeit konnte man fast Mitleid mit George haben.

Es ist unmöglich für mich, hier jeden einzelnen Charakter zu würdigen. Alle Darsteller waren mit Herzblut und Freude bei der Sache und gaben der Inszenierung ein positives Gesamtbild.

Die Szenerie wurde unterschützt durch diverse Videoprojektionen. Herausragend ist die Kletterszene, in der Doc Brown zur Rathausuhr hinaufklettert. Erwähnenswert ist auch die Illusion des über die Bühne rasenden DeLorean. Keine Illusion ist, als sich Marty und Doc Brown sich mit DeLorean auf den Weg zurück in die Zukunft machen und das Auto sich über den Bühnenboden erhebt und sich über die ersten beiden Zuschauerreihen schiebt.

Das Theater war fast ausverkauft, auf einem Donnerstagabend! Im Gedränge in den Foyers in der Pause und am Ende hörte man ja so einige Stimmen. Unter den Zuschauern waren einige Fans des Kultfilms, die im Grossen und Ganzen auch sehr angetan von der Bühnenversion waren. OK, wer den Film kennt und ihn womöglich mehrere Male gesehen hat, vermisst vielleicht ein paar Szenen. Nicht alles lässt sich auf einer Bühne umsetzen. Aber reine Kritik war nicht zu hören. Ich war jedenfalls begeistert, und mein Schatz war es auch.

Osterfeuer


Wir haben uns mal aufgerafft, die wenigen Meter zur Elbe zu überwinden, um uns das Osterfeuer anzuschauen.

Irgendwie was das deprimierend: Da lagen aufeinandergestapelte Paletten, welche die Nahrung für das Feuer waren. Unter Osterfeuer verstehe ich hochaufgetürmte Zweige, Reisig, was auch immer, aber keine Paletten. Ein paar lagen noch an der Seite, um das Feuer am feuern zu halten.

Wir hatten uns nicht zu vielen anderen Menschen in die Nähe des Feuers gestellt. Die Szenerie aus der Entfernung zu betrachten, ist doch viel interessanter, als auf die lodernden Flammen zu starren. Unser Standort, mit dem Rücken zum Anleger, bot mir eine gute Stütze an einer Mauer, das war perfekt.

Von dort konnten wir auch die Menschen beobachten, was ich ja immer gern mache. Nun ja, es lohnte sich nicht. Auf unseren Kreuzfahrten haben wir den Begriff „Holzklasse“ für eine gewisse Klientel gebildet. Heute, am Osterfeuer, gab es viel Holzklasse. Der Eindruck wurde verstärkt durch billiges Toilettenwasser, sorry, Eau de Toilette.

Auf dem Heimweg waren wir, wie immer, einer Meinung: Wir müssen nächstes Jahr da nicht wieder hin.