Nochmal Glück gehabt


Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass es hier ein paar Tage ruhig ist, aber jetzt gab es einen Grund, der nicht lustig ist.

Dienstagnacht, was war bereits ca. 00:20 Uhr am Mittwoch morgen, weckte mich die Blase. Ich tat, was in solchen Fällen zu tun ist, trank in der Küche ein Glas Wasser (deshalb die genaue Uhrzeit) und legte mich wieder zu meinem Schatz ins Bett und kuschelte mich an ihn. Ich schlief nicht gleich ein und nach einer Weile wollte ich m ich auf die andere Körperseite legen. Da hakte was, ich kriegte den Dreh nicht hin, mein linker Arm und mein linkes Bein stützten mich nicht ab. Als es nach mehreren Versuchen nicht funktionierte, hatte ich schon eine Befürchtung, was passiert sein könnte. Ich weckte meinen Schatz und wollte ihm sagen, dass ich wohl einen Schlaganfall hätte. Tja, ich konnte mich zwar verständlich machen, aber recht mühsam. Mein Schatz rief sofort den Notruf 112. Nach ein paar Minuten war der Rettungswagen vor Ort.

Zweit Sanitäter bemühten sich um mich, machten Tests und fragten mich, was passiert sei, was ich beantworten konnte, aber eben mit eingeschränkter Sprachmöglichkeit. Ich bekam einen Tropf angeschlossen und wurde auf einem Transportstuhl in den Aufzug geschoben, vor dem KTW wurde ich auf die fahrbare Trage umgebettet und dann ging es mit Blaulicht ins Krankenhaus nach Reinbek. Hier in Geesthacht gibt es zwar auch ein Krankenhaus, aber dort gibt es keine Stroke Unit. Eine Alternative wäre das Bethesda Krankenhaus in HH-Bergedorf, aber dort war geschlossen oder kein Platz.

In der Notaufnahme der Stroke Unit kümmerten sich mehrere Personen um mich. Ich musste Fragen beantworten, es wurden Tests gemacht. Eine Untersuchung im CT wurde gemacht. Mein linker Arm hat diverse blaue Stellen, an denen versucht wurde, mir was zu spritzen oder was anzuschliessen. Ständig wurde gesprüht und gepiekt Es sieht aus, als wäre ich mishandelt worden. Als man dort nichts mehr mit mir anfangen konnte, kam ich auf eine Überwachungsstation. Ein EKG-Monitor wurde an die Gnupsis angeschlossen, die man mir schon im KTW, aufgepappt hatte, eine Bluddruckmanschette wurde mir um den rechten Oberarm gelegt, am linken Zeigefinger wurde auch irgendwas gemessen, ein Tropf tropfte irgendwas in mich rein. Ich war jetzt verkabelt und verstöpselt.

An Schlaf war für den Rest der Nacht nicht mehr zu denken. Ständig kam jemand rein, auch für das Nachbarbett, in dem eine frischoperierte Dame lag. Irgendwann kam Bernd und brachte mir das übliche Zeug, was man im Krankenhaus benötigen könnte. Wir redeten noch eine Weile und wir bemerkten, dass ich schon viel besser sprechen konnte.

Mittwoch morgen ging es dann weiter: Was ist passiert? Wie haben sie es bemerkt? Machen sie mal dies, machen sie mal das. Arm und Bein gehorchten schon recht gut, es waren kaum noch Störungen vorhanden. Mehrmals wurde ich dementsprechend getestet, mehrmals bekam ich zu hören, dass es mein Glück war, dass wir sofort reagiert hätten.

Plötzlich bekam ich eine dicke Lippe und eine dicke Hamsterwange. Das war keine Folge des Schlaganfalls, zwei Medikamente hatten in meinem Körper streit angefangen und vertrugen sich nicht. Ich bekam einen neuen Tropf mit etwas abschwellendem. Der Neurologe hat sich damit beschäftigt und herausgefunden, dass das blutdrucksenkende Medikament, welches ich schon lange nehme, der Auslöser der Schwellung war.

Mittags bekam ich was zu essen, mageres Schweinefleisch, Klösse und Gemüse. Da immer am Vortag für den nächsten Tag nach den Wünschen gefragt wird, bekam ich wohl etwas, was ein entlassener Patient nicht mehr essen konnte. Ich konnte ohne Probleme mit Messer und Gabel essen!

Abends gab es Brot, Käse, Wurst und ….. Butter! (Insider für Martin).

Meine Bettnachbarin wurde „auf Station“ gebracht und ich hatte das Zimmer alleine. Ich hatte das Bedürfnis, mich zu bewegen, so gut es die Kabellage zuliess, die war zum Glück ziemlich lang. Und so konnte ich ein paar Schritte im Zimmer machen, was mir sehr gut tat und was auch ohne Probleme funktionierte, ich war also wieder voll funktionsfähig – super. Es wurden weitere Untersuhungen vorgenommen, wie z.B. Ultraschall der Halsvenen und des Herzens. Die Ergebnisse sind nicht besorgniserregend.

Die Hoffnung auf eine ruhige Nacht erfüllte sich nicht. Am frühen Abend wurde ein neuer Patient hereingschoben. Ich fragte abends nach einer Schlaftablette, ich bekam eine halbe und wurde in einen leichten Dämmerzustand versetzt. Am Tag danach (gestern) war ich morgens recht unmunter.

Die Schwellung im Gesicht ging langsam zurück. Mir wurde schon in Aussicht gestellt, dass ich am nächsten Tag entlassen werden könnte. Ich hatte mich angmeldet für die Nutzung eines Einzelzimmers gegen Bezahlung. Leider war keins frei. Also eine weitere Nacht verkabelt und mit mehreren Besuchen von Ärzten und Pflegepersonal.

Donnerstag wurde ein MRT meines Kopfes bzw. meines Gehirns vorgenommen. Ja, da ist zu sehen, dass ich einen Schlaganfall hatte. Im Entlassungsbericht steht genau drin, was da zu sehen ist. Hab dann wohl jetzt einen Dachschaden.

Wieder ein unruhiger Tag. Der neue Bettnachbar brauchte besondere Pflege, u.a. Augentropfen und 2 x täglich die Entleerung seines Stomas …. nicht sehr angenehm. Abends liess ich mir wieder eine halbe Schlaftablette geben. Die Überwachungsgeräte hatten aber eine Fehlfunktion, die nicht abgestellt werden konnte. In Abständen piepte es immer unangenehm. Ich hoffte ja, dass ich nicht noch eine Nacht dortbleiben müsste.

Heute Morgen dann die erlösende Nachricht: Ich darf nach Hause. Der Chefarzt der Neurologie kam und überbrachte mir die Nachricht. Wir sprachen noch über dies und das. Die nächsten beiden Wochen soll ich mich nicht überanstrengen. Andere Medikamente soll ich nehmen (für die nächsten Tage wurde ich versorgt), d.h. ich brauche ein Rezept, dazu benötige ich einen Termin beim Hausarzt. Der Neurolage sagte noch mal, dass ich sehr sehr viel Glück gehabt hätte, das war ein Schuss vor den Bug. Mein anfänglicher Eindruck, dass es sich um einen leichten Schlaganfall handelte, weil sie Symmptome so schnell wieder weg waren, zerstreute er gnadenlos: Sie hatten einen schweren Schlaganfall. Also war das nicht nur ein Schuss, dass war ein Torpedo vor den Bug!

Als klar war, dass ich entlassen werde, rief ich Bernd an, damit er mich abholen kann. Und jetzt sind wir froh und glücklich, dass alles gut ausgegangen ist.

Also liebe Leute: Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist sofortiges handeln angesagt. Nicht erst warten bis zum Morgen, mal gucken, wird schon wieder, nein, sofort zum Telefon greifen und 112 wählen!

Ich hatte im Krankenhaus nur mit sehr nettem Pflegepersonal und Ärzten zu tun, wobei Reinbek gar nicht meine erste Wahl gewesen wäre, Das Bethesda Krankenhaus in Bergedorf ist mir sympathischer weil neuer. Aber letztlich kommt es ja darauf an, wie mit den Patienten umgegangen wird und dass einem geholfen wird. Ich hatte das Glück, ganz in der Nähe des Waschbeckens zu liegen. Die Kabellage war lang genug, dass ich dort Zähne putzen und mich etwas frisch machen konnte.

Nachdem ich versucht habe, die Eregnisse der letzten Tage zu dokumentieren, werde ich jetzt die Krankenhausatmosphäre abduschen während mein Schatz was zu essen macht.

Frohe Pfingsten und bleibt schön gesund!

Erster Schwumm seit 7 Jahren

Anno 2019 war ich zuletzt schwimmen im Freizeitbad Geesthacht. Danach kam Corona. Ich glaube mich zu erinnen, dass man trotzdem schwimmen gehen konnte, aber das war mir zu kompliziert.

In den folgenden Jahren hätte ich ja wieder meinem Lieblingssport nachgehen können. Ich tat es nicht, warum auch immer. Vielleicht zu bequem, zu faul, das Wetter, die Katzen, Irgendwas ist ja immer. Vermutlich redete ich mir immer einen Grund ein, nicht das Freizeitbad aufsuchen zu können.

Schwimmen ist gesund, der Körper ist im Wasser leichter, Bewegungen lassen sich leichter ausführen. Und nach der Rücken-OP würde schwimmen sicher sehr hilfreich sein. Ich hatte meinen Neurochirurgen danach gefragt. Ja, schwimmen sei ok, aber bitte nicht übertreiben. Was sollte ich wohl übertreiben wenn ich keine Kondition habe? Aber ich kaufte mir bei den Stadtwerken Geesthacht die günstigste Wertkarte für 30 €. Damit erspare ich mir, an der Kasse eine Karte zu erstehen. Beim Einlass wird die Karte am Drehkreuz gescannt, wie auch beim Verlassen des Bades. Je nach Aufenthaltsdauer wird ein Betrag von der Karte abgebucht. Die Karten kann man auch mit höheren Beträgen aufladen lassen. Aber da ich nicht wusste, wie ich im Wasser klarkomme, kaufte ich erstmal nur 30 €. Ein eventueller Verlust für den Fall, dass das mit dem Schwimmen nicht klappen sollte, wäre tragbar.

Heute also das erste Mal schwimmen. Ich war gespannt. „Früher“ machten mir 3.000 Meter ohne Pause nichts aus. Das zu erreichen wäre nicht möglich, und ich soll ja auch nicht übertreiben. Sollte ich mir ein Ziel setzen, wieviel Bahnen ich schaffen würde? Ja, ich entschied mich für 600 Meter mit Pausen, das sind 12 Bahnen.

Mein Rücken machte gut mit, die Beine auch, kein Hüft- oder Knieschmerz, die Schultern muckten leicht auf. Nach jeder Bahn brauchte ich eine kurze Erholungspause. Ich hätte gern mal zwei Bahnen ohne Pause geschafft. Aber ja nichts übertreiben, ich war ja schon froh, dass ich mein Ziel von 600 Metern erreicht habe.

Auf dem Heimweg machte sich dann aber der Rücken bemerkbar. Ich werde mit meinem Therapeuten bei der Krankengymnastik darüber sprechen. Ich befürchte, dass ich morgen Muskelkater haben werde.

Cheeseburgerauflauf


Das sieht nicht sehr appetitlich aus, das ist der Rest eines Cheeseburgerauflaufs. Fertig aus dem Ofen hätte man wegen der Käsedecke obendrauf auch nichts gesehen. Ohne Käsedecke vor dem Backen wäre es ähnlich, nämlich nur eine rötliche Oberfläche. OK, ich bin ja kein Food Blogger, also müssen meine Leserinnen und Leser damit vorlieb nehmen, was ich ihnen präsentiere. Grundsätzlich ist es ja so, dass es nicht unbedingt darauf ankommt, wie es aussieht, die Hauptsache ist doch, dass es schmeckt. Sieht man ja auch beim Labskaus.

Ich entdeckte das Rezept über Instagram. Im Original soll es im Dutch Oven zubereitet werden, in einem Erdloch mit Holzkohle. Mit ein wenig Erfahrung, Phantasie und Nachdenken geht das auch als Auflauf im Ofen.

Was benötigt man für einen Dutch Oven Auflauf in einer Auflaufform im Ofen überbacken:

500 g Rinderhack
150 g Bacon, gewürfelt
1 grosse Zwiebel gewürfelt
1 – 2 Knoblauchzehen klein geschnitten
250 g Nudeln roh (Farfalle, Fusili, Penne usw.)

400 ml gehackte Tomaten aus der Dose
250 ml Rinderbrühe
ca. 200 g Frischkäse oder Schmelzkäse
10 Cocktailtomaten in Scheiben
5 – 6 Gewürzgurken in Scheiben
Tomatenmark
Senf
Ketchup
Worcestersauce
Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer
250 g Gratinkäse

Zubereitung:
Bacon und Hackfleisch in einer Pfanne scharf anbraten
Zwiebel und Knoblauch zufügen und mitbraten
Tomatenmark einrühren und anrösten
mit Brühe und gehackten Tomaten ablöschen
Frisch-/Schmelzkäse unterrühren
restliche Zutaten zufügen

Masse in eine Auflaufform füllen, die rohen Nudeln einrühren (müssen von der Flüssigkeit bedeckt sein, ggf. noch Brühe aufgiessen). Gratinkäse auf die Masse geben. Auflaufform in den Ofen schieben und bei 180 Grad Umluft ca. 40 Minuten backen.

Nach 30 Minuten hatte ich mal mit einer Gabel in der Masse nach einer Nudel gestochert, da war die noch überwiegend knackig, hab dann noch 10 Minuten zugegeben, das war perfekt.

Wir haben dieses Rezept gestern zum zweiten Mal zubereitet und überlegt, ob ich es beim ersten Mal in einem Gusseisentopf gemacht hatte. Ich konnte mir aber nicht vorstellen, dass wir den Topf auf dem Tisch stehen hatten (ich mag keine Töpfe auf dem Tisch, das ist Holzklasse). Es ist zwar etwas umständlicher, erst alles in einer Pfanne oder in einem Topf anbraten und zusammenrühren. Aber am Ende wollen wir es hübsch auf dem Tisch haben. Ausserdem kann ich den gusseisernen Topf nicht in die Spülmaschine stellen.

Hier könnt ihr euch auf Instagram die Zubereitung im Dutch Oven anschauen.

Internationaler Tag gegen Homophobie

Am 17. Mai 1990 strich die WHO Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten. Leider wird in vielen Ländern Homosexualität noch immer als Krankheit bezeichnet, die man mit Konversionstherapien „heilen“ kann. Heilen kann man damit insofern, dass die „kranken“ Menschen sich häufig zum Suizid entscheiden.

Homosexualität kann man nicht heilen, Homophobie schon, nämlich indem man sich zu einer Behandlung bei einem Psyichiater entscheidet.

Seit 2005 wird der 17. Mai in Erinnerung an diesen Tag als Aktionstag begangen.

Es kann Sommer werden


Gestern haben wir uns mit ein paar Sommerpflanzen versorgt. Der Gatte hatte frei, deshalb stand das Auto im Carport und wir konnten dann damit losfahren. Unser Ziel war die Sachsenwaldbaumschule. Sonst habe ich uns auf dem örtlichen Wochenmarkt versorgt. Aber es ist mühsam für mich, die Pflanzen nach Hause zu tragen, zusätzlich zu den notwendigen Einkäufen zwecks kulinarischer Zubereitung.

Viel brauchen wir nicht für unsere Dachterrasse. Im Lauf der Jahre haben wir immer wieder Veränderungen an der Bepflanzung vorgenommen und diese mehr und mehr reduziert. Jetzt scheint es, als hätten wir unseren Terrassenstil gefunden.

In die vier Terrakottakästen kommen je zwei Wandelröschen. Die gedeihen auch sehr gut im Halbschatten. Die müssen aber noch in die Erde, gestern war es mir zu kalt, heute auch. Und die kann ich auch allein nach und nach einpflanzen.

Schwieriger ist die Schwarzäugige Susanne, eine einjährige Rankpflanze. Sie bekam heute unsere Zuwendung weil sie, noch im Topf, einige Ranken um das Gitter ringelte. Sie benötigt eigentlich recht viel Sonne. Wenn es aber ein warmer Sommer werden sollte, kommt sie auch mit weniger Sonne, also mit Halbschatten, zurecht. Warten wir mal ab.

Das Rankgitter konnte ich noch allein aus dem Kübel ziehen, Susanne konnte ich auch alleine einpflanzen. Aber das Rankgitter muss dann über die Pflanze gehoben und wieder in die Erde gesteckt werden. Dazu brauchte ich meinen Schatz, für den es, aufgrund seiner Körpergrösse, einfacher ist, das Gitter zu handhaben.

In den nächsten Tagen soll es recht unwarm bleiben. Die Wandelröschen kann ich dann, je nach Lust und Laune und Wetter, nach und nach einpflanzen, wie Der Wilhelm kürzlich schrieb: Alles kann, nichts muss!

Vielleicht sollte man lieber nach Archangelsk fahren, eine Hafenstadt in Russland, die um das Nordkapp herum zu erreichen ist. Dort hat man zurzeit 23 Grad plus, sagt Wetteronline.

Viel Wind und viel Feuer

Gestern Abend fand in Wien das erste Semifinale des diesjährigen ESC statt. Der glückliche Umstand, dass der Gatte heute frei hat, machte es uns möglich, den Wettbewerb zu verfolgen.

Eigenlich ist darüber nicht viel zu sagen. Liesse man nämlich die ruhigeren Titel weg und reihte alle anderen Songs aneinander, würde es sich alles gleich anhören, man würde gar nicht merken, dass gerade ein neues Lied spielt. Einzig die Interpreten und die Shows sorgten für eine gewisse Auflockerung.

In diesem Jahr wurde mal wieder oft die Windmaschine eingesetzt. Für die meist äusserst knappe Bekleidung der Damen wäre das verlorene Liebesmüh gewesen. Aber das lange und gelockte Haupthaar der Sängerinnen liess sich damit vortrefflich in Szene setzen. Bevor jemand nachfragt: Trotz der knappen Bekleidung war auch anderes Haar nicht zu sehen, aber man konnte schon ängstlich sein. Wirklich jeder Beitrag wurde von viel Feuerfontänen begleitet. Zum Glück wurden die Feuer nicht vom Wind angefacht.

Als Moderatoren-Duo standen Victoria Swarovski und Michael Ostrowski auf der ESC-Bühne. Victoria Swarovski ist, wie der Nachname vermuten lässt, mit der Inhaberfamilie des Kristall- und Strasskonzerns verwandt. Sie machte einen tollen Job, aus meiner Sicht.

Weniger begeistert war ich von Michael Ostrowski. Er ist ein Österreichischer Schauspieler und Regisseur. Sein outfit gestern Abend wirkte auf mich äusserst albern. Manchmal hatte ich den Eindruck, er hätte ein Glas zu viel Obstler getrunken.

Die Moderation wurde komplett in Englisch gemacht. Zum Glück quatschte der Deutsche Moderator da nur ganz selten rein, so dass man auch verstehen konnte, worüber das Duo moderierte. Allerdings verstand ich die Victoria besser als den Michael.

Um nochmal auf die einzelnen Lieder zurückzukommen: Alles Einheitsbrei, und das was nicht dazu gehörte, war in meinen Augen Mist. Mehr kann ich darüber wirklich nicht sagen. Es war nichts dabei, was mich vom Sofa gerissen hat. Ich schaute lieber Glinda beim Schlafen zu, die neben mir auf dem Sofa lag.

Morgen findet das zweite Halbfinale statt. Da mein Schatz am Freitag arbeiten muss und er demensprechend früh aufsteht, werden wir uns das nicht antun. Aber Samstagabend sind wir dabei.

Nach der KG


Heute Morgen war wieder Krankengymnastik. Das sind zwar immer nur 20 Minuten, aber sehr intensive 20 Minuten. Danach bin ich immer ziemlich platt und es ziept hier und da. Ich lege mich dann eine Weile auf das Bett und lese. 30 Minuten reichen und ich bin frisch und munter.

Heute legte sich Glinda, meine Herzkatze, zu mir. Sie bettete ihr Köpfchen auf mein Fussgelenk. Da konnte ich natürlich nach 30 Minuten noch nicht wieder aufstehen. Ich hab ja auch nichts dringedes zu erledigen: Was du heute kannst besorgen verschiebe ruhig auf morgen.

Muttertag

Irgendwann im Mai ist Muttertag, dieses Irgendwann ist heute. Wenn ich nicht in Werbeanzeigen, auf Instagram oder mit Aufstellern im Einzelhandel mit überteuerten Pralinen darauf hingewiesen werden würde, wüsste ich nicht, an welchem Tag Muttertag wäre. Ich will es auch gar nicht wissen, denn wer seiner Mutter nur einmal im Jahr an einem vorgeschrieben Tag etwas gutes tut kann es gleich ganz bleiben lassen.

Und ich glaube, dass viele Söhne und Töchter sich sonst so gut wie gar nicht um ihre Mütter kümmern. Wie soll man das auch bewerkstelligen wenn man eventuell mehrere Hundert Kilometer von einander entfernt lebt und selbst noch in Lohn und Brot steht, eventuell Stress auf der Arbeit hat und dann froh ist, ein Wochenende zu haben, an dem man entspannen kann? Mütter, die dafür kein Verständnis haben, sind keine guten Mütter.

Eltern müssen ihren Kindern Freiheiten lassen, auch wenn sie nur noch alleine leben nach dem Tod des Ehepartners. Sie können nicht erwarten, dass sich die Kinder um sie kümmern, besonders wenn beide Parteien nicht in der gleichen Stadt leben. Kinder sind nicht dazu da, sich um ihre Eltern zu kümmern, auch wenn manche Eltern das erwarten. Kinder haben ihr eigenes Leben.

Noch soooo lange


300 Tage sind eine Marke, aber die Wartezeit ist mühsam. Aber was will man machen. Aus gesundheitlichen Gründen fällt die Kreuzfahrt in diesem Jahr ja aus. Ursprünglich wollte ich die OP ja nach der Reise durchführen lassen. Ich bin aber froh, dass ich die OP vorgezogen habe. Die gebuchte Kreuzfahrt drei Wochen nach der OP zu machen, davon riet der Arzt ab. Und ja, er hatte recht, leide ich zwei Monate nach der OP immer noch an den Nachwehen, mal mehr mal weniger.

Ich vermisse das Meer, da führt kein Weg dran vorbei. Stundenlang auf dem Balkon sitzen und bis zum Horizont zu schauen, das mag für manche Menschen langweilig sein. Für mich ist das Entspannung pur. Schon 1968, auf meiner ersten Reise auf einem Frachtschiff, stand ich den ganzen Tag auf der Brücke. Da passierte ja auch nichts. Das Schiff fährt, es gibt keine Manöver, man stand da so rum und ich unterhielt mich mit den jeweiligen wachhabenden Offizieren – und schaute auf das Meer.

Eine wichtige Sache wurden jeden Tag mittags um 12 Uhr durchgezogen: Es wurde die Sonne geschossen um die Position des Schiffes festzustellen. Mit einem Sextanten wurde das gemacht. Vereinfacht erklärt: Mit dem Sextanten wird der Höhenwinkel der Sonne über dem Horizont festgestellt. GPS und Satellitentelefon gab es noch nicht. Wollte man von See aus mit der Reederei sprechen, musste man über eine Küstenfunkstation ein Funktelefonat anmelden. Wenn man Glück hatte, hatte man eine störungsfreie Verbindung. Nun ja, lang lang ist’s her. Von dieser Reise brachte ich ein Rezept mit, Reis à la Hugo. Es ist ein Resteessen nach Seemannsart, was natürlich nicht so heisst. Ich habe es nach dem Schiff genannt, auf dem ich damals 4 Wochen unterwegs war. Dazu bei einer anderen Gelegenheit mal mehr.

Verrückte Nacht

Die letzte Nacht war ja ganz ok. Aber die davor, von Montag auf Dienstag, war der Hammer. Und sowas hab ich bei zunehmenden Mond noch nicht erlebt, beim letzten Mal, vor vier Wochen, hab ich kaum was gemerkt.

Was war los?: Unruhiger Schlaf, begleitet von mehrmaligem Aufwachen und langen Wachphasen. Das ist eine Sache. Aber diese Träume – unfassbar. Gefühlt ging ein Traum in den nächsten über, von einem Ort zu einem anderen. Es ging los mit einer Fahrt im ICE 1, der mit der langen Nase, nach Travemünde. Beim Ausstieg schüttete es wie aus Eimern, selbst unter dem Dach des Bahnsteigs wurde ich Nass bis auf die Haut.

Nächster Ort ein Karstadt-Kaufhaus mit einem riesigen Foyer rund um die Verkaufsetagen. Meine Mutter irrte dort mit ihrem Rollator umher weil sie einen Aufzug suchte. Endlich fand sie einen, ich immer hinter ihr her. Als sich die Türen öffneten war da eine grosse Aufzugkabine mit einer Sofalandschaft.

Und schon war ich in Polen, in Gdansk zur Adventszeit. Ich war noch nie in Polen, man kennt aber Bilder aus Gdansk, z.B. das berühmte Speicherhaus am Fluss, woran ich erkannte, dass ich Gdansk war. Ich spazierte durch die Stadt, die ich ja nicht kenne, durch eine Strasse mit Adventsbeleuchtung. Auf der anderen Strassenseite entdeckte ich eine Gruppe von vier Damen. Eine der Damen war Benedikte, die Schwester der Dänischen Königin Margrethe. Sie trug ein mittelblaues langes, schmalgeschnittenes Kleid und die trug ein Diadem im Haar. Die sie begleitenden Damen waren wohl Hofdamen und Zofen.

Und mit dem Bild von Benedikte vor Augen erwachte ich in meinem Bett, nicht in Gdansk, nicht bei Karstadt im Lift und nicht in Travemünde bei Regen.

Übermorgen ist Vollmond, dann hat der Spuk ein Ende. Bis dahin habe ich noch zwei Nächte vor mir.