Der Deutsche und die rote Ampel


Aus dem Fenster neben meinem häuslichen Arbeitsplatz kann ich eine Fußgängerampel sehen, die den Spaziergängern das gefahrlose Queren der Straße entlang der Elbe ermöglichen soll. Wenn ich träumend aus dem Fenster schaue, fällt das helle grüne Signal für die Autofahrer ins Auge. Normal ist eben für die Autofahrer grün. Erst wenn jemand den Sensor betätigt, wird es für die Autofahrer rot. Für Fußgänger ist die Straße nach beiden Seiten sehr weit einzusehen.

An Wochenenden, besonders in den Morgenstunden, sind wenige Fahrzeuge unterweges, allerdings schon der eine oder andere Spaziergänger, der die Straße queren möchte. Ich sehe also, wenn ich träumend aus dem Fenster schaue, dass die Ampel rot anzeigt. Ein Fahrzeug ist nicht zu sehen. Jemand quert die Straße, es wird wieder grün, auch von der anderen Seite kommt jetzt kein Fahrzeug.

Der obrigkeitshörige Deutsche hat also eine Ampelanlange betätigt, was völlig unnötig gewesen wäre. Gefahrlos hätte die Person auch bei rot für Fußgänger die Straße überqueren können. Aber das macht man ja nicht. Es ist rot, ich muss den Sensor betätigen und warten bis ich grün sehe und auf die andere Straßenseite gelangen kann – auch wenn weit und breit kein Fahrzeug kommt. Und ich wiederhole nochmal: Nach beiden Seiten ist die Straße sehr weit einzusehen.

Besonders auffalend war das während der zwei kürzlichen Bombenentschärfungen. Die Straße war gesperrt, der Fußgängerüberweg befand sich aber außerhalb des Gefahrenbereichs, die Ampel war nicht deaktiviert. Und was macht der Deutsche Spaziergänger? Genau, er betätigt den Sensor damit die Ampel für ihn grün zeigt und er die Straße überqueren darf. Die Leute sind verrückt.

Das traurige Ende


Dieaktuellesituation trifft viele Branchen, auch die Reisebranche und hier besonders die Kreuzfahrtbranche. Die ist sehr kostenintensiv. Schiffe im Allgemeinen sind teuer zu unterhalten. Versicherung des Schiffes selbst und natürlich gibt es auch eine Haftpflichtvesicherung. Durch Schiffe verursachte Schäden können riesige Summen verursachen.

In diesen schweren Zeiten trennen sich Reedereien von ihren älteren Schiffen. Für die sind die Versicherungsprämien höher als für neue Schiffe, ebenso wie die Betriebskosten. Auch der Treibstoffverbrauch für die Schiffsmaschinen ist bei modernen Schiffen wesentlich günstiger.

Eine riesige Anzahl von Passagierschiffen liegt weltweit ohne Beschäftigung. Wenn ein Schiff im Hafen liegt, werden Hafengebühren verlangt. Eine geringe Anzahl von Besatzungsmitgliedern muss an Bord sein um einen minimalen Schiffsbetrieb aufrechtzuerhalten.

Lange Rede kurzer Sinn – alte Schiffe sind nicht mehr wirtschaftlich und werden verschrottet. Das Kreuzfahrtschiff Marco Polo wurde 1965 in Dienst gestellt und ist 55 Jahre über die Weltmeere gefahren. Das Schiff hatte sein Publikum, welches dieses Schiff geliebt hat. Jetzt, wo das schöne Schiff auf dem Strand von Alang in Indien liegt, kommen die schönen Linien besonders zur Geltung. Die Marco Polo war wirklich ein schönes Schiff. Die ehemaligen Gäste, die der Marco Polo jahrelang die Treue gehalten haben, sind sicher traurig. Auch mich berührt der Anblick des zur Verschrottung bereiten Schiffes. Aber den Weg der Verschrottung wird jedes Schiff eines Tages gehen. Mit dem Schneidbrenner wird die Schönheit vernichtet.

Der Machtwechsel

In den Vereinigten Staaten von Amerika wurde gestern der Machtwechsel vollzogen. Mr. Trump hat das Weiße Haus verlassen. Seit 12 Uhr Amerikanischer Ostküstenzeit ist er nicht mehr der Präsident von Amerika. Dieser heißt jetzt Biden. Ein Alptraum ist vorbei.

Ich habe die Zeremonie live im TV angeschaut. Eingeschaltet hatte ich kurz bevor der Helikopter aus dem Hinterhof des Weißen Hauses abgehoben hat. Ich hatte Tränen in den Augen, Tränen der Freude.

Anfangs hatte ich NTV eingeschaltet. Das war ja eine Katastrofe. Die Moderatorin und die Journalisten vor Ort in Washington sabbelten und sabbelten, nervten mit Fakten, die bekannt waren und die niemand mehr hören wollte. Die Fanfaren, die beim Betreten der Ehrengäste auf der Terrasse des Capitol gespielt wurden, waren kaum zu hören. Auf die eintreffenden Gäste wurde fast gar nicht eingegangen, die Hauptsache war die Schalte zu den Moderatoren vor Ort, die sich sehr gern reden hörten, nur mich als Zuschauer interessierte das alles nicht.

Ich suchte dann einen anderen Sender auf der Tabelle und fand CNN. Das war wesentlich angnehmer, auch wenn ich nicht alles verstehen konne, was die Moderatoren sagten und auch nicht alles, was der neue Mr. President in seiner Rede den Amerikanern und der Welt zu erzählen hatte. So weit reichen meine englischen Sprachkenntnisse dann doch nicht. Das war mir zwar schon vorher klar, aber die gesamte Zeremonie, nur sehr dezent begleitet durch die Moderatoren, ohne Simultanübersetzung und sonstiges Gesabbel verfolgen zu können, war ein Genuss.

Was NTV da abgeliefert hat, war überladend und zum Teil nur Gestammel. Weniger wäre mehr gewesen.

Tüte statt Karton


Dass Katzen erstmal jeden Karton inspizieren, ihn durchaus auch mal okkupieren, ist allgemein bekannt. Eine Katzenbesitzerweisheit sagt: Bestelle oder kaufe was für deine Katze, der Inhalt ist völlig uninteressant, viel interessanter ist der Karton. Und das stimmt durchaus, wie wir seit nunmehr 5 Monaten feststellen konnten.

Papiertüten sind wohl auch sehr interessant.

Immer noch Corona

Das Doppelpack der SPD-Vorsitzenden, Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, wissen nicht so recht, was sie von einer Verlängerung bzw. sogar einer Verschärfung der Lockdownmaßnamen halten sollen.

„Es seien weiterhin Geduld und Bereitschaft zum Verzicht gefragt!“ Hallo ihr 2 Deppen! Lest ihr auch mal die Nachrichten bezüglich Verzicht und Geduld? Mehr als 170 Menschen feierten ohne die erforderlichen Maßnamen einen Gottesdienst. 30 Personen feierten einen Kindergeburtstag. Die Zahl der Intensivpatienten steigt wieder. Maskenmuffel rastet im Bahnhof aus. Kontrolle der Maskenpflicht in einem Ostseebad gefordert. Und das sind nur einige der Schlagzeilen, die täglich in den Onlinenachrichten zu lesen sind. Von Verzicht und Geduld keine Spur! Hautpsache ich habe mein Vergnügen. Und viele Chefs lehnen es sicher immer noch ab, dass ihre Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten können. Sie brauchen die Kontrolle über das, was ihre Mitarbeiter machen. Könnte ja sein, dass sie eine Zigarette mehr rauchen oder eine Tasse Kaffee mehr trinken, dass sie nicht pünklich morgens um 8 den Comupter anstellen, dass sie vielleicht schon viertel vor 5 den Rechner wieder abstellen.

Wenn alle diese Menschen sich in den letzten Wochen in Verzicht und Geduld geübt hätten, wären wir heute sicherlich sehr viel weiter, was die Inzidenzzahlen betrifft.

Ein Teil der Deutschen Bürger ist wohl nur mit einem strengen Lockdown in die Schranken zu weisen. Aber das interessiert die dann wohl auch nicht.

Mein Bauch als Kissen


Ein Bauch als sanftes Ruhekissen.

Ich bin wohl Elphies Mensch geworden. Sehr gern legt sie sich auf den Arbeitstisch mit den Monitoren und der Tastatur. Ganz langsam streckt sie dann die Vorderbeinchen aus und parkt sie auf meiner Brust. Irgendwann bettet Elphie ihren kleinen Kopf auf meinem Bauch und schläft dort ein Weilchen. Ist das nicht süß?

Gemüsecurry


Ich sag ja immer, dass es heutzutage keiner Kochbücher mehr braucht. Im Internet findet man alles, die sozialen Medien sind voll mit Rezepten. Bei Instagram werden sie meist auch noch fotografisch sehr ansprechend in Szene gesetzt, so dass man allein vom Anschauen der Fotos Appetit, nein, Hunger bekommt. Einige Gerichte habe ich schon nachgekocht, auch von englischsprachigen Accounts. Ich gebe zu, dass ich da ab und zu mal das Onlinewörterbuch zu Rate ziehe, nicht wegen der Zubereitung selbst, aber wegen der Zutaten. Kann jemand aus dem Stehgreif sagen, was „chive“ ist? Vermutlich nicht, Schnittlauch ist gemeint.

Ab und zu schickt mir mein Schatz einen Link zu einem Rezept, welches er interessant findet. Wir kennen unseren Geschmack und wissen, was wir mögen. Manchmal sage ich aber, dass ich das nicht so toll finde. Das ist dann auch gut.

Gestern gab es oben erwähntes Gemüsecurry. Curry ist ein Gewürz, welches wir sehr gern verwenden. Es muss nur kräftig genug sein. Ich kaufe Curry immer im Asialaden, nie nie nie im Supermarkt. Hier also das Rezept:

Zutaten
1 Blumenkohl
TK-Erbsen
ein paar Möhren
400 ml Kokosmilch
400 ml Gemüsebrühe
1 Zwiebel
Knoblauch
Olivenöl oder Butterschmalz
Curry und nochmal Curry, noch mehr Curry
Salz und Pfeffer zum Abschmecken

Zubereitung
Den Blumenkohl in kleine Röschen zerteilen
Zwiebel und Knoblauch klein hacken und einer Pfanne und im Fett deiner Wahl andünsten
Das Gemüse dazugeben und ein paar Minuten braten
Kokosmilch und Gemüsebrühe dazugeben und den Curry unterrühren. Die Currymenge richtet sich nach deinem persönlichen Geschmack und der Intensität des Gewürzes.
Alles zusammen erwärmen und ca. 20 Minuten leicht köcheln.

Dazu passt Reis ganz wunderbar und eine Flasche Weißwein, zum Trinken, nicht, um sie in das Gericht zu kippen, dann wäre es eine Curry-Weißweinsuppe.

Wir haben das nur mit dem Gemüse gegessen. Ein paar Bröckchen Hähnchenbrust könnte man auch noch in das Curry werfen.

Zubereitet habe ich das Gericht in einer Servierpfanne von Olav, ein edles Stück, welches man unbesorgt auf den Tisch stellen kann wenn man Gäste hat.

Gänsehaut


Es ist verrückt – oder? Der Stapellauf eines Schiffes, was heute in der gezeigten Weise wohl nicht mehr vorkommt, verursacht beim Betrachten eines alten kleinen Videos eine Gänsehaut bei mir.

Früher, als ich sowas in Lübeck noch live erleben durfte, standen mir sogar die Tränen in den Augen wenn ein Schiff seinem Element übergeben wurde. Ich bin halt der Schifffahrt mit Leib und Seele verbunden, auch wenn ich nie zur See gefahren bin.