Dicke Backe


Na ja, das klingt leicht übertrieben, aber eine leichte Schwellung ist nicht zu übersehen. Ein Kühlkissen hatte mir der nette Doc mitgegeben, sogar mit einem Überzieher. Man soll sich ja nicht eiskalte Dinge auf die Haut legen, kann dann ja wie eine Verbrennung wirken. So hatte ich bereits auf der Heimfahrt von der großen in die kleine Stadt an der Elbe die Möglichkeit der Kühlung, unterstützt von einer leichtern Reibung, so wie mir das erklärt wurde.

Heute also Tag 2 nach der OP – und die Schwellung ist etwas stärker als gestern. Ich muss zugeben, dass ich das Kühlen gestern etwas vernachlässigt hatte. Man kennt das: wenn man nichts merkt, ist da auch nichts, was behandelt werden muss. Einzig die Medikamente habe ich vorschriftsmäßig genommen.

Ein positiver Aspekt der Schwellung: Die rechte Gesichtshälfte ist viel glatter, ja, geradezu jünger sieht sie aus. Vielleicht sollte der Kieferchirurg doch noch links oben den versteckten Weisheitszahn ausgraben. Dann wären beide Seiten ausgeglichen.

Jedenfalls werde ich heute intensiver kühlen.

Operation Forth Bridge


Im hohen Alter von 99 Jahren ist heute der Duke of Edinburgh gestorben, bekannt als Prinz Philip und Gemahl der Königin von England, geboren als Prinz Philip von Griechenland und Dänemark.

Nach dem Tod des Duke tritt nun die Operation Forth Bridge in Kraft, mit der geregelt wurde, wie der Ablauf der Trauferfeierlichkeiten bis zur Beerdigung zu sein hat. Unsereins würde für den Todesfall eine Bestattungsfürsorge abschließen.

Forth Bridge, als ich das las, klingelte bei mir was im Hinterstübchen. Ist das nicht die imposante Eisenbahnbrücke? Ich brauchte nicht lange zu recherchieren. Wozu hat man ein Blog und weiß, in welchem Jahr man suchen muß!

Meine Vermutung wurde bestätigt: Auf unserer ersten Kreuzfahrt im September 2013 ankerten wir einen ganzen Tag mit der alten „Mein Schiff 1“ im Firth of Forth vor besagter Brücke mit der auffallenden roten Stahlkonstruktion bei Edinburgh.

Duke of Edinburgh – Edinburgh – Forth Bridge, es passt wunderbar, die Organisation der Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Prinz Philip unter dem Namen Operation Forth Bridge zu vereinen.

Zahnwurzel-OP

Kürzlich entdeckte mein Zahnarzt zufällig eine Entzündung, versteckt unter einem Zahn, also im Wurzelbereich. Dieser Zahn ist überkront, was die Sache nicht so einfach macht. Der Zahnarzt hätte zwar eine Behandlung vornehmen können, was mir aber teuer zu stehen gekommen wäre, die Krone hätte entfernt werden müssen. Ein Kieferchirurg hätte da andere Möglichkeiten wurde mir erzählt und mir auch entsprechend erklärt.

Ich meldete mich also bei der empfohlenen Kieferchirurgie an und hatte dort dann erstmal ein informatives Vorgespräch. Der Doktor meinte, ich käme ihm bekannt vor. Er kam mir auch bekannt vor. Es stellte sich heraus, dass er mir vor 11 Jahren in einer anderen Praxis einen Weißheitszahn entfernt hatte. Ich war seinerzeit angemessen beeindruckt und war nun sehr froh, an den gleichen Doktor gekommen zu sein.

Heute Nachmittag war also der Termin. Das Behandlungszimmer wurde mit dezenter Popmusik beschallt, keine aktuellen Hits, aber bekannte Titel, die auch im Radio gespielt werden. Dr. Preusse begrüßte mich locker und wir machten dann erstmal ein wenig Small Talk – sehr angenehm. Dann schritt er zur Tat indem er mir die Betäubungsspritzen verpasste. Man kann der Kerl gut spritzen. Die erste Spritze habe ich gar nicht gemerkt, die zweite in den Oberkiefer war zwar etwas unangenehm, aber es gibt Schlimmeres. Er meinte danach, dass das jetzt das unangenehmste gewesen sei, alles weitere sei nicht so schlimm.

Nach ein paar Minuten hatte die Wirkung der Betäubung eingesetzt und der Doktor fing an zu schneiden, wovon ich überhaupt nichs merkte. Es wurde gebohrt, irgendwie im Kiefer, was nur zu hören war. Die Zahnwurzeln wurden mit Ultraschall gespült, ich spürte nichts und lauschte entspannt der Musik und der Begleitung von Dr. Preusse, der zum Teil mitsang, summte oder pfiff. Zwischendurch erteilte er seiner Assistentin Anweisung oder bat mich, den Kopf nach links oder rechts zu drehen, den Mund weiter zu öffnen oder etwas zu schließen. Irgendwann merkte ich den Faden, der kurz auf meinem Kinn lag. Aha, gleich ist es vollendet! Und schon sagte der Kieferchirurg, dass es das nun gewesen sei. Er bedankte sich bei mir für die entspannte Mitarbeit.

Ich erhielt noch eine Belehrung, was ich darf und was nicht. Heute darf ich z.B. nichts essen und nur mit einem Strohhalm trinken. Mir wurde erzählt, wann ich welche Tabletten zu nehmen habe – und alles wurde mir auf einem Merkblatt nochmal erklärt. Ich erhielt sogar ein kleines Kühlpad ausgehändigt um die Schwellung so gering wie möglich zu halten. Nächsten Freitag werden die Fäden gezogen.

Vor der Tür der Praxis traf ich mich mit Bernd, der mich mit unserem Wagen wieder in die kleine Stadt an der Elbe brachte. Ich hatte zwar keine Narkose bekommen, fühlte mich aber doch ein wenig maddelig und war froh, dass ich nicht mit Bahn und Bus nach Hause fahren musste.

Pausenchat


Wenn mein Schatz Pause hat, chatten wir eine Weile per WhatsApp. Belanglose Dinge, u.a. „Was machen die Katzen?“ – „Wie waren die Straßen?“ – „Kannst du auf dem Heimweg noch kurz was einkaufen?“ Ich benutze übrigens die Webversion von WhatsApp auf dem Rechner.

Heute hatte sich Glinda kurz vorher auf der Tastatur breitgemacht. Mehrmals hatte ich vorsichtig versucht, sie anders hinzulegen. Zwischen der Tastatur und dem Monitor ist reichlich Platz. Aber nein, sie hatte sich die Tastatur als Kissen auserkoren. Egal, wie ich Glinda hinlegte, sie war nicht dazu zu bewegen, mir die Tastatur zu überlassen.

Im vorigen Sommer hatte ich mir für den Gebrauch auf der Terrasse ein Blauzahnkeyboard gekauft. Der alte Mann mit seinen Wurstfingern hasst es, auf dem Tablet, schlimmer noch auf dem Handy, rumzutippen. Schließlich habe ich vor Generationen mal „zehnfingerblind“ gelernt und das funktioniert auf den elektronischen Geräten nicht. Schnell verband ich das Handy mit der Tastatur und konnte dann meinem Schatz die Pause verkürzen. Und Glinda konnte derweil ungestört weiterschlafen.

Regentropfen,

die an dein Fenster klopfen …
Kennt noch jemand diesen Schlager? Wenn man dem Text weiter folgt, hört sich das kuschelig und gemütlich an.

Bei uns im Norden klopft der Regen nicht ans Fenster. Meist prasseln die Tropfen gegen die Scheiben. Einen Tango kann man danach jedenfalls nicht tanzen. Kann von euch jemand Tango tanzen? Ich habe Tango in der Tanzschule gelernt, in den 60ern des vorigen Jahrhunderts. Vielleicht krieg ich die Schritte sogar noch hin.

Aber ich schweife ab, ich wollte nicht vom Tango erzählen, und vom Regen nur unterschwellig. Heute war nämlich der Fensterputzer da. Das erste Mal seit 14 Jahren haben wir einen Fensterputzer engagiert. 10 bodentiefe Glaselemente inkl. 2 Türen zur Terrasse kann man ja noch gut bewerkstelligen. Aber bei 6 bodentiefen Fenstern muss man sich, im wahrsten Sinn des Wortes, ganz schön weit aus dem Fenster lehnen um ein passables Ergebnis zu bekommen. Also blieb das Fensterputzen immer ein Stiefkind bei uns, es ist mühsam. Und aus dem Fenster fallen möchte man ja auch nicht. Also entschieden wir uns für einen Fensterputzer.

Der kam heute mit einem Helferlein. Und zackzack waren alle Fenster, insgesamt also 16, von innen und außen geputzt, in 40 Minuten! Aber wie das so ist wenn man Fenster putzt, die Hausfrau wird es kennen: Es regnet anschließend. Als Hausfrau kann man entscheiden, erstmal nur innen zu putzen, außen mach ich dann morgen oder übermorgen oder nächste Woche, wenn das Wetter besser ist. Aber der Fensterputzer war bestellt, der erscheint und putzt, ob es regnet oder schneit oder ob die Sonne scheint. Irgendwas ist ja immer.

Nichts los


Ruhig geworden ist es hier. Es gibt derzeit kein Thema, welches aus meiner Sicht interessant genug ist, um darüber zu schreiben. Coronathemen sind ausgelutscht, es sei denn ich habe einen Impftermin, aber dem laufe ich nicht hinterher. Was das Trumpeltier gelegentlich herausposaunt, ist weltpolitisch irrelevant. Ständig Katzenbilder zu zeigen wird auch langweilig. Es passiert also im Moment nichts, was mich berührt.

Wir haben kurz darüber nachgedacht, im Oktober eine Kreuzfahrt zu machen, 7 Tage mit 2 Seetagen im Mittelmeer. Es wäre eine Notlösung gewesen, nur um mal wieder „zur See zu fahren“. Die Destinationen dieser Reise sind für uns eher uninteressant. Es wäre die einzige Reise, die in die Urlaubstages meines Mannes passen würde. Die Reisesituation im Allgemeinen ist uns noch zu unsicher. Kann man im Oktober gefahrlos reisen? Häfen in Spanien, Italien und Frankreich werden angelaufen, Länder, die im Moment nicht wirklich sicher sind. Wir lassen noch die Finger davon. Vielleicht kann man kurzfristig noch eine Kabine ergattern, möglichst eine Juniorsuite.

Das Osterwetter ist kalt und grau, nachdem wir schon die erste Malzeit auf der Terrasse genießen konnten. An meinem Geburstag oder am Tag danach hätten wir angrillen können. Da wir den Wagen aber zum Räderwechsel und zur Inspektion angmeldet hatten, passte das zeitlich nicht.

Wir erfreuen uns am Kalenderbild für diesen Monat, eine Aufnahme von Imerovigli/Santorini aus unserem spontanen Urlaub im Juli letzten Jahres. Jeden Tag blauer Himmel und Sonnenschein – ein Traum. Immer wieder sagen wir zueinander: Schön, dass wir das gemacht haben.

Harmonie

Dieses Wochenende war ich kochfaul. Freitag hat mein Schatz Nudelauflauf gemacht. Gestern haben wir Croques bestellt, heute gab es Pizza, auch geliefert. Wenn ich stundenlang im Heizungskeller sitze, habe ich keine Lust, noch zu kochen. Und wir wussten eh nicht, was wir essen wollten. Ich weiß, das Internet ist voll von Kochblogs und ich habe ganz viele Rezepte abgespeichert, die ich gern nachkochen möchte. Aber an diesem Wochenende waren wir bequem. Schließlich hat Schatz auch Urlaub und wenn wir auf Reisen sind, kochen wir ja auch nicht.

Nach jedem warmen Essen braucht es einen Digestif. Zur Auswahl stehen derzeit eine Birne von Williams, eine Grappa oder Gin (Liköre gelten bei uns nicht als Digestif). Und bevor es heute zu der Frage kam, was denn heute ins Glas soll, hatte ich mir überlegt, dass ich heute gern einen Gin hätte. Als ich dann die Frage aller Fragen stellte, kam die Antwort: Heute hätte ich gern Gin.

So ist es oft bei uns: Zwei Seelen – ein Gedanke. Und das trifft nicht nur auf den Digestif zu. Auch die Frage nach dem täglichen Essen lösen wir in trauter Gemeinsamkeit und nicht selten haben wir den gleiche Idee.

Klatschgeschichten

Der Schwurbelkoch Attila Hildemann soll vor einem Haftbefehl in die Türkei geflüchetet sein. Soll er dort gern bleiben. Sein Ersatz in Deutschland ist Nena. Sie hat sich mit der Aluhutdemonstration in Kassel solidarisiert. Die Frau war mir schon immer suspekt. Und da war doch mal was mit einer Schule, die sie gegründet hat?

Dieter Bohlen wird bei den nächsten Staffeln von DSDS nicht mehr als Juror tätig sein. Man hat seinen Vertrag nicht verlänger, erneurt, oder was auch immer. Nun macht er auf interruptus und zieht sich für die letzten beiden Sendungen der aktuellen Staffel zurück, angeblich wegen Krankheit, oder ist er nur beleidigt? Sein Part wird von Thomas Gottschalk übernommen. Der kann den Hals auch nicht vollbekommen. Oder muss er soviel Alimente an seine Frau, oder Ex-Frau, Thea bezahlen?

Die einzige Person, die nach wie vor im Showgeschäft tätig ist, ist der erste Gewinner von DSDS, Alexander Klaws. Superstar? Wo sind die anderen eigentlich abgeblieben?

Charles und Camilla besuchen das Land, in dem die Wiege von Prinz Philip stand, dem Vater von Charles, Griechenland. Wenn man die Foddos sieht – alles recht ungewöhnlich wenn die Würdenträger, und sogar die Ehrenwachen, eine Maske tragen.

Ich durfte heute in der Einkaufsstraße die Maske abnehmen, weil ich mir ein Eis gekauft hatte. Fast hätte ich mir die Waffel mit dem Eis an die Maske gerammt. Konnte gerade noch rechtzeitig bremsen und die Maske abnehmen. Bin ja kein Proll und hab die Maske in meiner Einkaufstasche verstaut statt sie unter dem Kinn oder an einem Ohr hängenzulassen. Bin jedenfalls auffällig oft gemustert worden. Die Frage ist, wegen ohne Maske, wegen Eis oder wegen Poloshirt?

Lasse reden, oder gucken!

Es ist Sommer!

Ich habe heute Sommer gemacht. Wie das?: Als ich das Studio meiner Personal Trainerin für die Wirbelsäulengymnastik verließ, schien warm die Sonne vom blauen Himmel. Im Hoodie wurde es kuschelig warm. Wer mich kennt weiß, dass ich eher luftig bekleidet unterwegs bin wenn das Wetter danach ist. Da ich noch ein paar kleine Einkäufe zu erledigen hatte, war die Frage: Was ziehe ich an? Bin ich mutig und ziehe ein Poloshirt an? Oder bleibe ich doch lieber beim Hoodie?

Die Terrasse sagte mir „Hoodie“. Wobei die Temperatur in der 3. Etage nicht aussagekräftig ist, zumal die Terrasse noch im Schatten lag. Das offene Fenster am Büro sagte mir „Poloshirt“. Da schien nämlich kräftig die Sonne. Also nam ich allen Mut zusammen und nahm das Poloshirt aus dem Schrank. Es stellte sich heraus, dass das die perfekte Wahl war.

In der Einkaufsstraße gewahrte ich, dass die Eisdiele geöffnet hat. Bei Eis schlägt mein Herz schneller. Merken: Auf dem Rückweg vom Einkauf nach Hause Eis holen.

Und so war dies mein erster Sommertag: Im Poloshirt bummeln und das erste Eis to go der Saison. Ist das nicht herrlich?! Und auf dem weiteren Heimweg sah ich einen Zitronenfalter flattern. Ich sag doch: Es ist Sommer!