Geburtstagsnachlese


Eigentlich war ja geplant, den gestrigen Tag auf See zu verbringen, in den Gewässern rund um die kanarischen Inseln. Es war der zweite Versuch, meinen Geburtstag auf einer Kreuzfahrt zu feiern, der in die Hose ging. 2020 viel die Reise Corona zum Opfer, in diesem Jahr meinem Rücken. Vielleicht gelingt es mir ja doch mal.

Den Tag verbrachte ich damit, telefonische Glückwünsche entgegenzunehmen sowie auf WhatsApp und Instagram zu beantworten. Für abends hatte ich Freunde eingeladen, keine grosse Party, ein kleiner intimer Kreis. Die grosse Feier fand ja im vorigen Jahr statt.

Ich hatte für ein paar griechische Snacks gesorgt, die grossen Anklang fanden. Vorsorglich hatte ich für zwei Personen mehr bestellt damit wir heute auch noch davon satt werden würden. Es wird gerade so reichen. Nicole hatte eine grosse und dekorative Vorspeisenplatte gezaubert. Es gab eine Platte mit Fleischspiessen und Bifteki, eine Schale Gigantes und natürlich durfte Tzaziki nicht fehlen. Für die Brotbeilage hatte ich Focaccia gebacken.

Mein Schatz hatte sich im Vorfeld des Geburtstages gar nicht nach meinen Wünschen erkundigt. Ich bekam ein sehr konträres Kulturprogramm geschenkt. Es geht in der nächsten Woche los mit dem Musical „Zurück in die Zukunft“. Im Juli folgt ein klassisches Konzert in der Elbphilharmonie: Das Violinkonzert Nr. 1 von Max Bruch und die Sinfonie Nr. 9 von Antonín Dvořák. Gerade vor ein paar Tagen hatte ich noch gedacht, dass wir lange nicht in der Elbphilharmonie waren. So kann es gehen.

Sehr gefreut habe ich mich auch über ein kleines Buch „Die Halbinsel Priwall 1900 – 1990“. Auf dem Priwall habe ich in meiner Jugend die Sommer verbracht. Dort lag die Yacht meiner Eltern, unser kleines schwimmendes Ferienhaus. Die Jahre auf dem Wasser haben diesen Menschen geprägt, der heute dieses Blog betreibt. Mein Beruf des Schifffahrtskaufmanns habe ich von der Ausbildung bis zur Rente ausgeübt. Und die Kreuzfahrerei ist vermutlich auch eine Folge dieser Zeit. In diesem Jahr fällt das ja leider aus. Es ist aber noch weniger als ein Jahr bis zur nächsten Kreuzfahrt, nämlich noch 334 Tage.

Am Tag danach

Wie ich gestern schon befürchtet hatte, fühle ich mich heute schlapp. Um die Einkaufsrunde ganz gut zu überstehen, brauchte es mal wieder Schmerztropfen.

Die Krankengymnastik gestern, zweimal „ins Dorf“ gehen und gestern Abend noch auf einer Geburtstagsfeier länger sitzen, das war alles etwas zuviel, auch wenn ich es in den Momenten nicht gespürt habe.

Am Mittwoch nächster Woche steht die nächste Runde Krankengymnastik an, ich habe also genügend Zeit, mich zu regenerieren. Nachher werde ich mich ganz entspannt in die Wanne legen, mehr gibt das Wetter heute eh nicht her.

Trotz der heutigen Nachwehen bin ich stolz und froh, dass ich gestern einiges geschafft habe, was lange nicht möglich gewesen ist.

Es geht bergauf

Und das kann man sogar wörtlich nehmen.

Bisher war es so, dass ich nach einen Stadtgang ziemlich fertig war und ich mit dem Lift in die 3. Etage fuhr statt die Treppe zu nehmen.

Heute morgen hatte ich in der Stadt zu tun, ohne Termin, ich konnte mir also Zeit lassen, ich konnte flanieren ohne Druck. Der Heimweg gestaltete sich nicht anders. In dem Strassenbereich, an dem ich sonst immer dachte „Na ja, wird jetzt auch Zeit, dass du dich mal wieder ausruhen kannst“, passierte nichts dergleichen. Gemütlich schlenderte ich weiter gen unserem schönen Zuhause. Ich überlegte schon, ob ich es heute wohl schaffen würden, den Lift links liegen zu lassen und die Treppe nehmen zu können. Taraaa! Tusch! Es hat funktioniert! Ich bin soooooo happy.

Gegen Mittag musste ich dann nochmal los zur Krankengymnistik. Der Rücken plagte auf dem Hinweg. Erstmal durfte ich wieder 20 Minuten auf dem Wärmekissen entspannen. Aber dann ging es ans Eingemachte. Hab das aber alles super hinbekommen. Danach musste ich nochmal in die Einkaufsstrasse für ein paar Besorgungen. Ging auch alles wunderbar, nur jetzt musste ich den Lift nehmen zu Hause. Und dann musste ich mich erstmal ne Weile hinlegen. Aber ich bin stolz darauf, heute viel geschafft zu haben.

Heute wäre es gewesen


Heute wären wir auf die Reise gegangen zu einer weiteren Kreuzfahrt. Aus Gründen haben wir die stornieren müssen. Mein Operateur war der Meinung, es wäre dem Heilungsprozess nicht zuträglich wenn wir die Reise angetreten hätten.

Heute vor 4 Wochen wurde ich operiert, ein paar Nachwehen sind immer noch vorhanden. Der Flug nach Teneriffa hätte ca. 5 Stunden gedauert. Langes sitzen ist immer noch nicht ratsam. Ausserdem sitzen im Flugzeug – man kennt das. Wir hatten zwar ein upgrade für einen grösseren Sitzabstand gebucht, aber na ja. Besser ist es jedenfalls, zu Hause geblieben zu sein.

Ursprünglich war der OP-Termin für nach der Reise geplant. Ich bin inzwischen froh, dass ich das hinter mir habe und ich mich nicht mehr quälen muss. Die Reise durchzuführen, wäre eine Tortur für mich gewesen.

Der Rücken braucht das

Wie es aussieht, habe ich die OP an der LWS unterschätzt. War ich nach der OP, bei der es sich um die Beseitigung eines Bandscheibenvorfalls handelte, komplett Beschwerde- und Schmerzfrei, ist es dieses Mal nicht ganz so einfach. Die Probleme, welche die OP notwendig machten, sind zwar weg, aber hin und wieder meldet sich der Rücken und signalisiert mir mit leichten Schmerzen: Achtung! An manchen Tagen merke ich gar nicht, an anderen Tagen geht es ohne Schmerzmittel, aber nach Tagen mit wenig Bewegung und viel Sitzen greife ich doch zu den Schmerztropfen.

Zur Entlastung des Rückens lege ich mich zwischendurch mal auf das Bett und lese den E-Reader leer – was niemals passieren wird. Gestern bekam ich Gesellschaft, Elphie legte sich zu mir. Zuerst lag sie an meinen Beinen, später kam sie weiter rauf und schmiegte sich an meinen Arm. Es ist so praktisch, dass ich den Kindle einhändig halten und bedienen kann, dann störe ich die Katzen nicht, wenn die mir im Bett mal gesellschaft leisten.

Ich geniesse es sehr, wenn eine der beiden Samtpfoten sich an mich kuschelt. Wenn die Blase sich meldet, vesuche ich, die Erleichterung so lange wie möglich hinauszuzögern. Als ich das gestern erledigt hatte und zurück ins Schlafzimmer kam, war Elphie vom Bett runter. Das hatte ich ja befürchtet, aber so sind sie, da kann man nichts machen.

Morgendliche Kuschelstunde


Wie fast jeden Morgen kam auch heute Glinda zu mir auf den Arbeitstisch und liess sich verwöhnen. Erst brauchte sie eine wohltuende Kopfmassage. Wenn ich das mal unterbreche weil ich die Maus betätigen muss, streckt sie eine Pfote aus und holt sich meine Hand wieder zurück. Sie geht dabei äusserst vorsichtig vor, aber mein Handrücken ist schon ganz rau. Denn ab und zu passiert es dabei, dass sie mal ihre Krallen etwas ausfährt. Das ist nicht weiter schlimm, es piekt nur ein wenig und ich weiss ja auch, dass das keine Kampf- oder Abwehrreaktion ist.

Heute Morgen nach der Massage Kuschelstunde angesagt. Der kabellosen Tastatur sei dank kann ich immer reichlich Platz schaffen damit es meine Herzkatze bequem hat. Heute kuschelte Glinda sich mit dem Köpfchen an meinen Bauch, ist ja reichlich davon vorhanden. Eine Pfote legte sie auf die andere Seite, es sah aus, als wollte sie mich umarmen.

Ich geniesse diese morgendliche halbe Stunde sehr, ist Glinda doch sonst eher zurückhaltend was Körperkontakt betriff.

In Therapie

In dieser Woche starteten Wärmebehandlung und Krankengymnastik.

Für die Wärmebehandlung liege ich ca. 20 Minuten auf einer aufgezeizten weichen Matte. Das ist sehr angenehm und ich döse währenddessen so vor mich hin und hänge meinen Gedanken nach.

Dann kommt die Therapeutin und ich muss mit ihr in die „Turnhalle“, ein Raum, in dem allerhand Gerät steht und darauf wartet, die Patienten zu foltern. Mittwoch war das ja noch ganz auszuhalten. Das Hauptaugenmerk lag auf den Beinen. Mit denen hatte ich ja auch die ärgsten Probleme. Meine Gehwerkzeuge machten das aber super.

Gestern ging es aber los mit Bauch- und Rückenmuskulatur. Ich musste da an Seilen ziehen, an denen Gewichte hängen, waagerecht ziehen, schräg ziehen, von oben nach unten ziehen, von unten nach oben ziehen, kombiniert mit verschiedenen Schrittstellungen. Nun ja, ich kann verstehen, dass das wichtig ist und dass die Übungen dazu dienen sollen, hauptsächlich die Rückenmuskulatur zu stärken. Aber ich brauche dazu auch Kraft in den Armen, und die fehlt mir. Einige Übungen musste ich abbrechen weil das nicht mehr ging.

Anschliessend wurde wieder mit den Beinen gearbeitet, was wunderbar funktionierte.

Von der KG-Praxis sind es nur ein paar Schritte zu den Einkaufsmöglichkeiten hier in der kleinen Stadt an der Elbe. Beides lässt sich also gut kombinieren. Gestern hatte ich dann fast 4000 Schritte auf der App als ich zu Hause war, und ich war fix und alle! Wenn es denn hilft, ist es ja auch in Ordnung.

Mit den Nachwehen hatte ich heute morgen zu kämpfen, Muskelkater war das wohl. Ich werde heute Nachmittag ein entspanntes und entspannendes Wannenbad nehmen.

Ein Testessen


In zweifacher Hinsicht war das gestern ein Testessen:
Seit Wochen waren wir das erste Mal in einem Restaurant. Es gibt ein neues Asiarestaurant in der kleinen Stadt an der Elbe, welches es zu testen galt.

Das Ambiente des BE Geesthacht ist gemütlich mit einem Hauch Asiadeko. Als wir um 17 Uhr ankamen, war noch nicht viel los, wir konnten uns einen Tisch von zwei reservierten aussuchen. Im Verlauf der nächsten Stunde wurde es voller – und lauter. Die Aukustik ist verbesserungswürdig. Das fällt besonders dann auf, wenn man zu zweit ist und sich nicht so viel zu erzählen hat.

Die Speisekarte ist sehr umfangreich, jeder Asiafan wird dort was finden. Wir lieben ja die Kokossuppe mit Huhn, Koriander und Zitronengras. Sie wurde heiss serviert, was uns gut tat. Auf dem kleinen Fussweg war es recht unangenehm frisch und unwarm gewesen.

Als Hauptgericht nahm ich „Flying Singapore“. Als Beilage hat man die Auswahl zwischen jeweils 2 Geflügelsorten und Garneelen sowie 3 veganen Beilagen. Ich entschied mich für knusprige Ente. Passend zu meiner Speise bestellte ich Tiger Bier aus Singapore.

Das Gericht war genau so arrangiert wie das Bild auf der Speisekarte, es schmeckte vorzüglich, nur war es etwas kompliziert das zu essen. Beim nächsten Mal also ein normales Tellergericht ohne flying noodels.

Bernd hatte sich Vientiane Style bestellt, ein Tellergericht mit Gemüse, Reis. Als Beilage hatte er auch die knusprige Ente gewählt. Vientiane, hört sich nach Vietnam an, deshalb trank Bernd ein Bier aus Vietnam. Aber man lernt ja nie aus. Ich schaute zu Hause erstmal nach, was denn Vientiane sei: Es ist die Hauptstadt von Laos.

Wir waren beide sehr zufrieden mit unseren Speisen und ziemlich satt. Ein Dessert passte nicht mehr. Aber wir hatten den Cocktail Singapore Sling auf der Karte entdeckt, den wir zum Dessert orderten.

Wir hatten nun 1-1/2 Stunden im BE zugebracht. So lange sollte ich eigentlich gar nicht sitzen. Das Gestühl war für mich nicht sehr rückenfreundlich. Mit den Folgen hatte ich heute morgen zu kämpfen: Rückenschmerzen! 40 Tropfen Novalgin waren notwendig, um die Schmerzen zu bekämpfen. Heute ist also ein absoluter Schontag.

Vor einem Jahr waren wir ja auf Kreuzfahrt in Asien. In der Erinnerung müsste die Reise in diesen Tagen beendet worden sein. Wozu ein Blog doch gut ist: Am 14.3.2025 sind wir, aus Singapore kommend, in Hamburg gelandet. Welch ein Zufall.

Was bisher geschah -eine Zusammenfassung II

Und so ging es weiter:
Unser Auto machte seit ein paar Tagen schon Geräusche. Am Samstag, auf der Heimfahrt, nach dem Besuch bei mir, leuchtete die Motorlampe auf. Sonntag kam mein Schatz mit dem Bus nach Bergedorf. Die Haltestelle ist nur wenige Schritte von der Klinik entfernt. Montagmorgen wurder der Wagen zur Werkstatt gebracht, es würde dauern, mindestens eine Woche. Eigentlich wollte mein Schatz mich ja von der Klinik nach Hause bringen, das war nun nicht möglich, deshalb hatte ich ja ein Taxi bestellt.

Dienstag, 3.3.2026 – 4. Tag nach der OP
Nach dem Duschen wechselte mein Schatz das Pflaster. Allein kriegt man das nicht hin weil man nicht sehen kann, wo die Naht ist. Das würde in den nächsten Tagen so sein.

Danach gingen wir gemeinsam in die Stadt und holten frische Brötchen zum Frühstück. Es war das erste Mal seit langem, dass ich auf dem Weg nach unten die Treppe benutzen konnte! Ich ging langsam, aber ich ging, ohne dass meine Beine versagten. Auf dem Heimweg merkte ich, dass mir Kondition fehlte, ich wurde immer langsamer. Die Treppe nach oben in die 3. Etage? Nein, das ging dann nicht. Zum Glück haben wir einen Lift im Haus. Ich legte mich dann erstmal wieder für eine Weile auf das Bett. So ein E-Reader ist eine tolle Sache. Da kann man Bücher ohne Ende draufladen, er wiegt kaum was und er lässt sich mit einer Hand halten und „umblättern“.

Sitzen durfte ich max. 15 Minuten am Stück, das erinnerte ich noch aus 2011. Lt. Physio-Merkblatt, welches ich in der Klinik in die Hand gedrückt bekam, dürfte ich auch nur 15 Minuten stehen. Das war mir neu. Ich schickte eine Mail an meinen Operateur und fragte nach. Die Antwort war, dass ich stehen dürfe bis der Schmerz kommt.

Meine Tätigkeiten während des Tages: Sitzen, stehen, liegen, ein paar Schritte in der Wohnung machen, ein paar leichte Handgriffe im Haushalt, liegen, usw.

Mittwoch, 4.3.2026 – 5. Tag nach der OP
Am Morgen nahm ich 40 Tropfen Novalgin gegen Schmerzen im Rücken und im linken Bein.
Seit langer Zeit ging ich das erste Mal allein ins Dorf. Wir brauchten frische Brötchen. Der Tageslauf war sonst unverändert gegenüber gestern.

Brav nahm ich meine Medikamente: 3 x am Tag Ibu 600, abends spritzte ich mir Clexane in die Bauchdecke. Beim ersten Mal tat ich das etwas zögerlich. Ach, was solls, rein damit. Die Nadel ist so dünn, ich merkte den Einstich kaum. Novalgin nahm ich nur bei Bedarf, wenn die Schmerzen zu stark wurden.

Donnerstag, 5.3.2026 – 6. Tag nach der OP
Heute gingen wir wieder gemeinsam Einkaufen: Vom Bäcker frische Brötchen, ein paar Dinge für den täglichen Bedarf von REWE. Bei der Rückkehr brauchte ich noch immer den Lift nach oben. Wenn ich mal Müll runterbrachte oder in den Keller musste, schaffte ich es auch ohne Lift wieder rauf, aus dem Keller, also 4 Etagen, kam ich dann oben mit hängender Zunge an. Immerhin hatte ich es geschafft. Ihr glaubt ja gar nicht, wie glücklich ich darüber war, wo ich doch wochenlang ohne Lift überhaupt nicht auskam, weder runter noch rauf.

Anruf von der Werkstatt: Fehler gefunden! In Stichworten: Nockenwellenzahnriemen, Ventildeckel, Steuerriemensatz, Lambdasonde, ca. 1500 Euro, fertig Montag.

Freitag, 6.3.2026 – 1 Woche nach der OP
Schatz holte sich 3 freie Tage Nachschlag, wie auch immer. Ohne Auto kommt er nicht zur Arbeit. Ansonsten verlief der Tag wie die vorhergehenden, ohne besondere Vorkommnisse.

Samstag/Sonntag 7./8.3.2026
An beiden Tagen holten wir uns frische Brötchen, Samstag ein paar Dinge, dir wir benötigten für unseren Speiseplan. Milch brauchten wir auch mal. Sonst holen wir immer einen Karton mit 12 Litern. Ohne Auto ging das natürlich nicht, also kauften wir 4 Literkartons lose, 2 Kartons trug ich, und die Brötchen. Alles andere schleppte mein Schatz nach Hause, er ist gross und stark.

Samstagabend schauten wir uns im Bett den Vorentscheid zum ESC aus Schweden an. Was für eine tolle Show! Ohne irgendwelche Schnörkel und Rückblenden. Wir verstanden zwar nicht viel von der Moderation, aber darauf kam es auch nicht an. Die verschiedenen Songs und das Publikum sprühte vor Lebensfreude, absolut ein Vergleich mit der Entscheidungs-Show Deutschlands.

Beim Zähneputzen spürte ich einen empfindlichen Zahn. Nicht das jetzt auch noch.

Sonntag war es manchmal zum in die Luft gehen wenn ich beim Kauen auf diesen Zahn geriet. Morgen also beim Zahnarzt anrufen.

Montag, 9.3.2026
Wir warteten auf den Anruf von der Werkstatt, dass wir endlich unser Auto abholen könnten. Der Anruf kam, das Auto musste in der Werkstatt bleiben: Zwei Ersatzteile waren nicht mitgekommen. Fertigstellung morgen, Dienstag.

Sonst wie die Tage vorher: Pflaster wechseln, Medis nehmen, sitzen, bewegen, stehen, liegen usw. Wieder waren wir in der Stadt unterwegs. Ich brauchte immer noch den Lift, um nach oben zu gelangen. Schmerzen waren mal mehr, mal weniger, mal hier mal da. Nun ja, es war erträglich.

Ich holte mir einen Termin beim Zahnarzt für den nächsten Tag.

Dienstag, 10.3.2026
vorsichtshalber nahm ich Novalgin bevor ich nach Hamburg zum Zahnarzt fuhr. Der Schnellbus brachte mich ohne umzusteigen ganz in die Nähe der Praxis.

In dem Moment, wo ich ins Behandlungszimmer gebeten wurde, rief die Werkstatt an, Kurzform: Motor ok, bei der Probefahrt gab es aber vorn bei den Rädern Geräusche. Der Wagen kam wieder auf die Bühne, Räder ab und da war die Ursache sichtbar: Auf beiden Seiten waren die Federn gebrochen, Auto nicht Fahrbereit! Ich drängte darauf, dass wir den Wagen morgen, Mittwoch, unbedingt bräuchten.

Dann nahm ich auf dem Stuhl platz. Der Zahnarzt fertigte ein Röntgenbild an, darauf war nichts zu sehen. Dann wurde die Krone etwas abgeschliffen, so, dass beim kauen nicht Zahn auf Zahn geraten konnte. Das Röntgenbild wurde an meinen Lieblingskieferchirurgen geschickt. Der hatte aber heute keine Zeit für mich. Ich würde mich dann selbst um einen Termin kümmern.

Zurück zu Hause war ich völlig Platt. Zweimal ca. 1 Stunde Busfahrt, was sicher nicht sehr rückenfreundlich ist, das Drama mit dem Auto, nicht zu wissen, warum mein Zahn nicht ok ist, das alles hat mir arg zugesetzt. Ich legte mich erstmal hin und nahm den Kindle.

Es gab später Pizza, ausnahmsweise nicht DIY. Dazu hatten wir keine Lust, wir liessen uns welche anliefern.

Mittwoch, 11.3.2026
Statt knackigen frischen Brötchen gab es Toastbrötchen, die sind zahnfreundlicher. Ich merkte, dass mein Zahn sich beruhigt hatte. Das würde ich beobachten müssen. Wäre ja super, wenn ich nicht auch noch ein Zahn gezogen werden müsste.

Nachmittags kam das ok von der Werkstatt, dass unser Auto abholbereit sei. Bernd holte ihn ab. Er machte gleich einen Termin für die im April anstehende Inspektion, die Hauptuntersuchung und Räderwechsel.

In der Nacht drückte die Blase. Aus der Etage unter uns waren laute Stimmen, abwechselnd mit Musi, zu hören. Opa ist ja schwerhörig. Aber warum hört er nachts um 2 Radio? Hat er noch nie gemacht, auch tagsüber nicht. An einschlafen war nicht zu denken. Bernd muss ja früh aufstehen. Als er losmusste, klingelte er bei Opa. Weil der nicht aufmachte, hämmerte Bernd gegen die Tür, das konnte ich bei uns hören.

Bernd erzählte mir am nächsten Tag, dass es im Treppenhaus schon sehr laut war. Das Klingeln hat er wohl nicht gehört. Opa kam normalangezogen an die Tür. Bernd sagte ihm, dass er das doch bitte leise machen soll. Opa erzählte irgendwas, er sei fast eingeschlafen. Wir nehmen an, dass er dement ist.


Donnerstag, 12.3.2016
Heute hatte ich einen Termin bei meinem anderen Lieblingschirurgen, beim Neurochirurgen, der mich operiert hatte, zum Fadenex. Also wieder nach Hamburg, dieses Mal mit Umsteigen: Erst mit dem Bus nach Bergedorf, da in die S-Bahn zum Hauptbahnhof in HH, umsteigen in den Schienenersatzverkehr zum Bahnhof Dammtor, wo in der Nähe die Praxis liegt, die ich aufsuchen musste. Ich brauchte weder Rolltreppen noch Aufzüge, alles ging problemlos, wenn auch langsam. Und es fördert meine Kondition.

Der Doc fragte dies und das, zog den Faden raus und klebte ein neues Pflaster über die Wunde. Bis auf einen kleinen Fleck war die trocken. Der Doc war sehr zufrieden mit seiner Arbeit und mit meiner Genesung. Am 16. April muss ich mich nochmal zur Kontrolle vorstellen. Ibu 600 soll ich auf morgens und abends reduzieren. Ab Mitte nächste Woche habe ich Krankengymnastik.

Für den Heimweg die umgekehrte Reihenfolge: SEV / S-Bahn / Bus. Im Hauptbahnhof kaufte ich zwei Franzbrötchen, matschig, fettig und süss.

Wieder angekommen in der kleinen Stadt an der Elbe brachte ich frische Brötchen mit, der blöde Zahn schien wieder ok zu sein. Zu Hause versorgte ich die Katzen und fiel dann ziemlich kaputt auf das Bett. Auf dem Handy checkte ich die Schritte, die ich zurückgelegt hatte: Fast 6.000, unterteilt in kürze und längere Strecken und unterbrochen von der Zeit in der Praxis und mit den diversen Personentransporten.

Heute Abend spritze ich das lezte Mal Clexane. War ja nicht so schlimm, das jeden Abend machen zu müssen, aber trotzdem kostete es mich immer etwas Überwindung, mir die Nadel in den Bauch zu pieksen.

Freitag, 13.3.2026
Nach dem Aufstehen spürte ich die Nachwehen des gestrigen Tages. Da merke ich, dass es noch etwas dauern wird, bis ich wieder fit bin. Es ist ja nicht nur die fehlende Kondition. Durch das Nichtstun der letzten Woche habe ich auch etwas Speck angesetzt, den muss ich ja auch mitschleppen. Am 1. Mai öffnet unser Schwimmbad, ich habe mir vorgenommen, dort morgens ein paar Bahnen zu ziehen.

Mein Schatz arbeitet seit gestern wieder. Heute Morgen habe uns frische Brötchen besorgt und für mich 2 grosse Birnen als kleine Zwischenmahlzeit. Natürlich brauchte ich nach oben wieder den Lift. Später brachte ich Müll runter, das ging nach oben dann auch ohne Lift.

Inzwischen habe ich mich mit dem OP-Bericht beschäftigt, den ich noch im Krankenhaus vom Doc bekommen habe. Ich verstehe nicht alles, aber was ich begriffen habe ist, dass diese OP aufwendiger war als die von 2011. Damals hatte ich nur einen Bandscheibenvorfall auf LWS 4/5. Ein kleiner Schnitt, horizontal, von ca. 3 cm war dafür notwendig. Schmerzen hatte ich danach so gut wie keine. Ich fühlte mich wie ein junger Gott.

Dieses Mal war es ein Bandscheibenvorfall auf 3/4 und eine Spinalkanalstenose. Mein Rücken ziert jetzt eine Naht, vertikal, von ca. 8 cm. Was da alles gemacht wurde, da lässt sich denken, dass es nach der OP nicht gleich schmerzfrei ist.

So, ich bin dann jetzt gerade vor mit den Ereignissen der letzten beiden Wochen. Die Notierungen dienen für mich auch als eine Art Tagebuch, um später mal nachlesen zu können, wie das alles gewesen ist.

Ab jetzt wird hier wieder mehr oder weniger regelmässig berichtet.

Was bisher geschah – eine Zusammenfassung I

Zuerst mal bedanke ich mich bei all denen, die mir in den Kommentaren gute Wünsche hinterlassen haben. Meine Zeit am PC ist immer noch stark eingeschränkt, sitzen am Stück max. 15 Minuten. Diese Zeit nutze ich für andere Dinge, als auf die vielen netten Kommentare zu reagieren.

Heute vor einer Woche wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Am Tag danach schrieb ich über den Tag der OP, mir ging es ja gut, deshalb habe ich es mit dem Sitzen und anderen Dingen etwas übertrieben. Es wird aber Zeit für ein kleines update, welches ich in Etappen schreibe, einerseits als Info für meine treuen Leser, andererseits auch, um später mal nachlesen zu können, wie es war.

Samstag, 28.2.2026 – 1. Tag nach der OP
Nach einer angenehmen Nacht gab es nur eine Katzenwäsche mit Waschhandschuh, Seife und Wasser. Geht auch mal, ich hatte ja keine anstrengende Tätigkeit. Eine Schwester kam zum Blutdruckmessen und um den Verband, bzw. das Pflaster, zu kontrollieren.

Zum Frühstück wurde mir, wie bestellt, ein Brötchen, Aufschnitt und Käse serviert, und Butter (!). Ein Kännchen kalte Milch stand auf dem Tablett und ein Schüsselchen mit Schokopulver, ich konnte mir das selbst im Becher anrühren.

Mein Operateur, Dr. Klase kam kurz rein und erkundigte sich nach meinem Befinden. Ich war zufrieden. Die OP schien erfolgreich zu sein.

Bis zum Mittag lag ich wechselweise auf dem Bett oder ich spazierte den Krankenhausflur entlang. Zum Mittag hatte ich mir Pfefferfrikadelle, Kartoffeln und Gemüse ausgesucht. Zwei Frikadellen lagen auf dem Teller, dazu grüne Bohnen und ein riesiger Berg Kartoffeln, die ziemlich zerkocht waren. Die Bohnen waren al dente, also nicht weichgekocht, die Frikadellen schmeckten auch, von den Kartoffeln nahm ich nur ein paar. Als Nachtisch gab es Apfelmus mit Vanillesauce.

Zum Nachmittagskaffe wurden zwei Scheiben Zitronenkuchen mit Schokoglasur bestellt. Mein Schatz besuchte mich. Ich blieb derweil auf dem Bett liegen. Da ich ein Einzelzimmer bekommen hatte, konnten wir uns ohne Zuhörer unterhalten.

Abends verfolgte ich im Fernseher den Entscheid für den Deutschen Beitrag zum diesjährigen ESC. Was für eine langweilige Show! Die können sich auch mal was neues einfallen lassen als immer die alten Kamellen von alten Grand Prix zu zeigen. Was im sogenannten Greenroom passiert, interessiert auch niemanden. Die Entscheidung zwischen den ersten drei Songs hab ich mir dann nicht mehr angetan. Inzwischen habe ich gelesen, dass Deutschland von den Buchmachern auf den vorletzten Platz gelegt wurde.

Sonntag, 1.3.2026 – 2. Tag nach der OP
Nach dem Frühstück latschte ich den Fussboden auf dem Krankenhausflur dünn. Die diensthabende Stationsschwester rief mir aus ihrem Kabuff zu, dass Dr. Klase unterwegs sei. Er entfernte das Pflaster, begutachtete seine Nähkünste und pappte mir ein neues Pflaster auf den unteren Rücken. Ich fragte ihn, ab wann ich denn duschen dürfte, seine Antwort: „Ab jetzt! Und morgen gehts nach Hause!“ Nun ja, die Dusche konnte dann auch noch bis morgen warten.

Probleme in den Beinen hatte ich nicht mehr, aber Wundschmerzen. Zusätzlich zu der verordneten Schmerztablette, liess ich mir noch schmerzstillende Tropfen geben. Nach der Bandscheiben OP 2011 hatte ich keine Schmerzen. Irgendwas war anders.

Am Nachmittag besuchte mich wieder mein Schatz. Er erschien zur selben Zeit wie der Kaffeewagen. Heute gab es ein Schokomuffin, das Ding war etwas dröge.

Abends begab ich mich schon recht früh zur Bettruh. Mit der Vorfreude auf unser Zuhause schlief ich ein.

Montag, 2.3.2026 – 3. Tag nach der OP
Ich kam gerade aus dem Bad als der Stationsarzt erschien. Er fragte mich dies und das und schaute sich die Naht an, ich bekam ein neues Pflaster drauf.

Dann begann ich damit, mich alltagstauglich anzuziehen und mein Zeugs in der Reisetasche zu verstauen. Das Frühstück nahm ich heute mal am Tisch ein, nicht am Krankenhausnachttisch im Stehen.

Im Stationszimmer checkte ich aus und beglich die Rechnung: Krankenhaustagegeld 40 Euro und Einzelzimmerzuschlag für 3 Nächte 103,77 Euro, ein Schnäppchen.

Pünktlich um 9 Uhr kam das Taxi. Der Fahrer trug meine Tasche zum Wagen. Zu Hause angekommen brachte er meine Tasche bis zum Lift. Gegen 9:30 Uhr schloss ich meinen Schatz in die Arme.

Fortsetzung folgt.