Chaos mit Bahn, Bus und Schuhen


Donnerstag war ich ja zur Seebestattung in Lübeck-Travemünde. Als autoloser Mensch musste ich ja sehen, wie ich an die Ostsee komme. Ganz unbedarft bin ich diesbezüglich ja nicht, es gibt ja Möglichkeiten, sich zu informieren. Die schnellste, wenn nicht die preiswerteste Roue wäre diese: Taxi von der kleinen Stadt an der Elbe nach Lauenburg – Bahnfahrt von Lauenburg nach Lübeck – umsteigen nach HL-Travemünde-Hafen, Zeit zum Umsteigen 12 Minuten.

Das Taxi stand, wie bestellt, pünktlich vor der Tür, ich erwähnte das Ziel, wie bei der Bestellung aufgegeben: Bahnhof Lauenburg. Die Nachfrage des Fahrers irritierte mich bereits: ZOB Laubenburg? – Nein, Bahnhof Lauenburg, da wo die Bahn fährt, der Zug! Na, das kann ja heiter werden. In Lauenburg angekommen wurde ich gefragt, wo denn der Bahnhof sei. „Ich weiss es nicht, dafür habe ich ja Sie!“. Der Fahrer schalte das Navi auf seinem Handy ein und wir erreichten den Bahnhof Lauenburg.

Ich wollte mit der Kreditkarte bezahlen, wie es auf der HP des Unternehmens ermöglichst angezeigt wird. Ob ich kein Bargeld hätte? – Nein! – Wie, kein Bargeld? – Nein! (der angezeigte Fahrpreis war 46,70) – Ich holte 45 Euro aus meiner Geldbörse, mehr hätte ich nicht. Der Fahrer kramte seine technische Ausrüstung zusammen und ich konnte den Fahrpreis mit meiner Kreditkarte bezahlen. Ich bemüssigte mich nicht, ein Trinkgeld zu geben. Wie es mir schien, gab der Fahrer wutentbrannt Gas und fuhr davon.

Das ungepflegte Bahnhofsgebäude durchquerte ich in wenigen Schritten und stand dann auf dem Bahnsteig mit viel Gegend drumherum. Der Zug sollte aus Lüneburg, also von jenseits der Elbe kommen. Die kombinierte Strassen- und Bahnbrücke war nicht weit. Gegenüber verlor sich das Gleis im Dunst. Zum Glück hatte ich eine Fahrkarte für die 1. Klasse gebucht, der Zug war nämlich schon gut besetzt und wurde noch voller auf den Bahnhöfen von Büchen, Mölln und Ratzeburg. Wir waren gut in der Zeit, in Lübeck hatte ich 12 Minuten zum Umsteigen, um den Zug nach Travemünde zu erreichen.

Dann kam eine Ansage: Wir werden in Pogeez ein paar Minuten warten müssen. „Sie werden einen vorbeifahrenden Güterzug sehen.“ Na ja, ein paar Minuten sind ja ok, aber die streckten sich auf 12 Minuten. Na, mal gucken. Aber in Lübeck war der Anschlusszug weg.

Für diesen Fall hatte ich mich schon vorbereitet und mich nach einer Busverbindung umgeschaut. Um 12 Uhr sollte die Abfahrt des Schiffes zur Seebestattung sein, ich würde aber 5 nach 12 erst eintreffen. Ich rief meine Cousine an und bat sie, die Abfahrt ein paar Minuten zu verzögern.

Der Bus an die Ostsee bedient in Lübeck erstmal die normalen Haltestellen des Linienverkehrs. An einer Haltestelle stieg ein Mann ein und ich dachte noch „bitte nicht“. Er fand aber keinen anderen Platz als den neben mir. Alsbald holte er eine Dose Bier aus seiner Tragetasche. Auf meine Bemerkung, ob das denn jetzt sein müsse, erwiderte er „Zum Wohl!“ Da ich pünktlich in Travemünde sein wollte, unternahm ich weiter nichts, ich wollte die Fahrt nicht verzögern. Eine zweite Dose Bier musste es aber noch sein. Unglaublich!

Ich kenn mich ja als ehemaliger Lübecker ganz gut aus und wunderte mich irgendwann über die Streckenführung, die im Bus angzeigt wurde. Das kam mir sehr gediegen vor. In Travemünde selbst war nicht die Haltestelle angezeigt, an der ich hätte aussteigen müssen. Dann kam die Kirche in Sicht und an der nächsten Haltestelle stieg ich aus und ging zu Fuss weiter. Ich war dann sogar noch ein paar Minuten vor 12 Uhr am Treffpunkt. Puh, geschafft!

Über die Seebestattung hatte ich ja schon berichtet.

Das Restaurant, in dem der Leichenschmaus stattfand, befindet sich nur wenige Gehminuten vom Hafenbahnhof entfernt. Der Zug fährt aber nur alle 60 Minuten. Es war abzusehen, dass sich die Gesellschaft nicht noch eine weitere Stunde im Restaurant aufhalten würde. Ich verabschiedte mich und ging zum Bahnhof.

Unterwegs bemerkte ich, dass ich irgendwie „unrund“ ging. Hüfte oder Rücken? Schmerzen hatte ich aber nicht. Ich war gespannt, wie sich der Bahnhof verändert hätte in den letzten 60 Jahren – und war überrascht. Das Bahnhofsgebäude gab es noch, aber es wurde nicht mehr benutzt. Man ging direkt von der Strasse auf den Bahnsteig. Vom Bahnsteig gegenüber waren nur noch die Eisenträger übrig, den Bahnsteig selbst holt sich die Natur langsam zurück. Ein lost place. Von jenem Bahnsteig fuhr früher der Dieseltriebwagen nach Niendorf/Ostsee ab. Die Linie ist schon lange eingestellt.

Pünktlich erreichte ich Lübeck, ich konnte bequem in die Bahn nach Lauenburg umsteigen. Nach der Abfahrt rief ich das Taxiunternehmen an und bestellte mir einen Wagen zu 17 Uhr zum Bahnhof. Na ja.

In Mölln gab es einen ungeplanten längeren Halt von 10 Minuten, wir mussten einen Gegenzug passieren lassen (die Strecke ist eingleisig). Ich informierte per Handy die Taxizentrale.

Irgendwann bemerkte ich im Fussraum etwas, wo ich mit dem Fuss drauftrat. Ich schaute und den Tisch und entdeckte undefinierbare schwarze Stücke. Ich schon das mit dem Fuss beiseite. Und dann lag da schon wieder was. Wo kommt das denn her? Ich schaute mir meinen rechten Schuh etwas genauer und erblickte, wie sich der Absatz langsam aufgelöst hatte, er war eigentlich gar nicht mehr vorhanden. Das war auch der Grund, warum ich so unrund gegangen war. Der hintere Rand war total ausgefranst. Passanten, die das gesehen haben könnten, haben bestimmt gedacht, ich sei ein Penner mit kaputten Schuhen.

Am letzten Halt vor Lauenburg, in Büchen, gab es wieder eine Verzögerung von 10 Minuten. Ich liess das dann laufen. In dem Moment, als der Zug in Lauenburg einlief, erklang der Ungarische Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms – mein Klingelton. Ich konnte dem Taxifahrer berichten, dass ich in ein paar Minuten bei ihm sein würde.

Völlig geschafft fiel ich in die Polster und liess mich nach Hause bringen. Dort untersuchte ich meine Schuhe etwas genauer. Der Absatz vom rechten Schuh war total verschwunden, die Sohle war auch angegriffen. Der linke Schuh war auch kaputt, Sohle und Absatz, aber nicht in dem Ausmass wie der rechte. Dieses Paar waren meine „Ausgehschuhe“, die ich zwar schon lange besitze, aber nur zu bestimmen Anlässen bzw. zu entsprechender Kleidung trage. Sehr merkwürdig. Das Paar wurde dann im Müll entsorgt. Ich brauch neue Ausgehschuhe!

Eine Seebestattung


Gestern nahm ich an der dritten Trauerfeier in diesem Jahr teil, es war eine Seebestattung, hatte ich bisher auch noch nicht erlebt. Der langjährige Partner meiner Cousine war im Alter von 89 Jahren nach längerer Krankheit gestorben. Er hatte sich eine Seebestattung gewünscht.

Als die kleine Trauergesellschaft an Bord der Yacht kam, stand die blumengeschmückte Urne in der Kabine, umgeben von elektronischen Kerzen. Meine Cousine stellte noch ein kleines Bild dazu. Das Schiff legte dann am Ostpreussenkai in Travemünde ab und es ging hinaus auf die Ostsee. An Bord wurden Softdrinks, Tee und Kaffee gereicht. Der Kapitän erklärte kurz den Ablauf der Beisetzung. In der Kajüte war es nicht trauerlich-ruhig, es herrschte ein reger Gedankenaustausch im Beisein von P’s. Asche.

Nach ca. 30 Minuten Fahrt, während der die Wellen das Schiff kräftig schaukeln liessen, hatten wir die Beisetzungsstelle erreicht. Es gibt nach den ersten Erfahrungen, als Seebestattungen in Mode kamen, vorgeschriebene Seegebiete, an denen die Urnen zu Wasser gelassen werden müssen. Zwei Damen war während der Fahrt schon leicht unwohl geworden.

Als wir das Seegebiet erreicht hatten, hielt der Kapitän eine kleine Ansprache im Salon. Der Name des Verstorbenen wurde erwähnt, es ging um Liebe, um die Reise des Verstorbenen, er ist noch da, aber nicht sichtbar für uns, und ähnliches. Dann traten hinaus ins Cockpit. Wir hatten Mühe uns auf den Beinen zu halten, so rupping ging die See mit uns um. Jemand meinte: Eine bewegte See, passend zu P’s. bewegtem Leben.

Der Kapitän nahm seine Mütze hab und liess die Urne an einem Seil in die Ostsee. Mit der Schiffsglocke wurden 4 Glasen angeschlagen, das bedeutet Wachwechsel. Wir warfen Blütenblätter ins Wasser. „Seemann, deine Heimat ist das Meer“ sang Lolita aus den Boxen. Wir stiessen mit Eierlikör an, P’s. Lieblingsgetränk. Dann wurde das Schiff eine Runde um den Beisetzungsort gesteuert und aus dem Schiffshorn ertönte das traditionelle 3 x Lang, der traditionelle Begrüssungs- und Abschiedsgruss, in diesem Fall zum Abschied. Dem Autor dieser Zeilen liefen die Tränen, nicht aus Trauer sondern weil er eben sehr sentimental verlanlagt ist.

Wir machten uns zurück auf den Weg in den schützenden Hafen von Travemünde. Der Wind hatte weiter zugenommen, dementsprechend höher waren die Wellen. Die bereits erwähnten zwei Damen benötigten jetzt eine Spucktüte. Die Damen kotzten spuckten zum Glück im Cockpit, nicht ins Cockpit. In der Kajüte war es merklich ruhiger als auf der Ausfahrt.

In einem Restaurant hatte meine Cousine für einen Leichenschmaus reserviert. Ich war auf die Bahnzeiten angewiesen und machte mich rechtzeitig auf den Weg zum nahegelegenen Bahnhof Travemünde-Hafen. Die An- und Abreise war für mich etwas abenteuerlich. Aber das erzähle ich ein anderes Mal. Ich muss jetzt erstmal meine Schuhe entsorgen, die sich irgendwann irgendwo im Lauf des Tages aufgelöst hatten.

Ein letztes Aufbäumen des Sommers


Heute 21 Grad, T-Shirt-Wetter, morgen 14 Grad, Regen und windig. Unsere kleine Blumenpracht auf der Terrasse erstrahlte heute nochmal in der tiefstehenden Sonne. Wer weiss, was nach den Regentagen davon noch übrig ist. Immerhin ist noch kein Frost in Sicht. Den Pflanzen ist schon anzusehen, dass sie den Zenit ihres Daseins überschritten haben. Eine Winterbepflanzung zögere ich soweit hinaus, bis es gar nicht mehr geht.

Habe damit begonnen, Terrassenmöbel einzuwintern. Wir hatten einen niedrigen Beistelltisch gekauft, auf dem wir Handys, Kindle und Getränke vor der Sonneneinstrahlung schützen können. Die erste Fuhre Pappellaub habe ich aufgefegt. Wenn das Laub erst regennass ist, muss das gleich entsorgt werden. Das trockene Laub steht erstmal im Keller.

Tja, das ist der Lauf der Jahreszeiten. Nur noch 5 Monate, dann wird es wieder Frühling.

Diverses

Man hat ja nicht mehr viel wenn man gerade ein Auto gekauft hat. Aber wenn plötzlich 4 % Zinsen auf Tagesgeld angeboten werden, kratzt man zusammen, was man auf diversen Konten rumliegen hat, wo es nichts bringt.

Habe angefangen, umzuschaufeln weil das Geld nicht von einem Konto der Bank kommen darf, die den guten Zinssatz anbietet. Viel kommt da nicht zusammen, aber 4 % sind 4 %. Das muss man ausnutzen.

Als Wohnungseigentümer und Vermieter interessiert man sich natürlich, was auf dem Wohnungsmarkt angeboten wird, sei es zum Kauf oder zur Vermietung. Vermögen zum Kauf haben wir ja nicht mehr (siehe oben), aber ich möchte doch gern auf dem Laufenden bleiben, was auf dem Wohungsmarkt so los ist.

Immer öfter werden mir Wohnungen zur Vermietung mit dem Schlagwort „alltagstauglich“ angezeigt. Ich frage mich, was die Interessent mit einer Wohnung sollen, die nicht alltagstauglich ist. Man will doch darin wohnen, immer, jeden Tag und nicht nur an Wochenenden oder Feiertagen. Früher war es „lichtdurchflutet“, auch so ein abgenutzter Begriff. Im Winter, wenn kein Blattwerk den Lichteinfall beeinträchtigt, mag das ja sein. Aber nicht im Sommer wenn die Bäume belaubt sind. Als interessierter Mieter sollte man sich bei einer Wohnungsbesichtigung auch die nähere Umgebung anschauen.

Und jetzt zur Tagespolitik: Ich könnte kotzen und die Alternative fickt Deutschland frohlockt. Bei der Wahl des Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt hat der AfD-Kandidat 4 Stimmen mehr bekommen als von seiner Nazi-Partei und dem BSW zusammen. Man muss wohl davon ausgehen, dass die 4 zusätzlichen Stimmen von der mittlerweile rechten CDU kommen. Wer hat Deutschland bzw. Sachsen-Anhalt jetzt gefickt?

Die CDU wird auf jeden Fall weiter Stimmen verlieren. Merz war mal angetregen, die AfD zu halbieren. Stattdessen führt er seine eigene Partei in den Untergang und hievt einen Vertreter der Rechtsextremen in das höchste Amt eines Landesparlaments. „würg“!

Herbst


Gestern gab es morgens den ersten Herbstnebel, der dann bald verschwand, heute ebenfalls. Als ich die Terrassentür öffnete um die Katzen rauszulassen, roch es nach Herbst. Bald werden die Terrassenstühle eingewintert und der schwere Tisch zum Schutz gegen Vogel- und Winterdreck wird mit einer Plane versehen.

Wer hier schon länger liest weiss, dass Herbst und Winter nicht meine Jahreszeiten sind. Ich muss allerdings zugeben, dass es überraschende Motive gibt, die man mal ablichten kann.

Die Pappeln rund um unsere Terrasse tragen noch das von mir geliebte Grün, doch mittendrin gibt es kleine goldene Felder, die in der Herbstsonne leuchten.

Der Strauchbasilikum im Gegenlicht der tiefstehenden Sonne, auch ein schönes Motiv.

Katzenbilder kann man gar nicht genug haben. Ich muss ja auch schon an unseren Katzenkalender für 2027 denken.

Das Wetter, so wie es gestern war, kann so bleiben bis Weihnachten. Ich liebe es, leichtbeshirtet zu sein statt dickeingejackt. Nach Weihnachten kann es dann langsam wieder wärmer werden. Ich freue mich schon auf der erste Frühstück auf der Terrasse.

Der Kaiser war da!


Der Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ war heute auf Einheitsfahrt in Geesthacht. Ursprünglich war eine andere Fahrt oberhalb von Lauenburg vorgesehen, aber aufgrund des niedrigen Wasserstandes der Elbe war das nicht möglich. Und so war der Kaiser heute vor unserer Haustür.

Auch die Dampflok „Karoline“ war heute unterwegs, das hatte aber nichts mit dem Besuch des Kaisers zu tun, der Fahrplan der Museumsbahn stand schon lange fest. Es ist aber davon auszugehen, dass der Fahrplan des Raddampfers entsprechend dem Fahrplan der Dampflok angepasst wurde.

So hatten die Passagiere des „Kaiser Wilhelm“ während des mehr als zweistündigen Aufenhaltes in Geesthacht die Möglichkeit, eine kleine Zugfahrt mit der Museumsbahn zu machen. Der Haltepunkt Geesthacht Freibad ist fussläufig in ca. 5 Minuten vom Schiffsanleger zu erreichen.

Auch die beiden Couchpotatoes machten sich mal auf den Weg. Das Wetter am heutigen Feiertag ist gut, also ging es mal raus. Zuerst zum Schwimmbad. Dort warteten wir auf die Ankunft der Museumsbahn aus Krümmel. Viele Zuggäste stiegen dort aus und gingen zum Anleger, wo der Kaiser auf sie wartete.

Bernd und ich gingen noch ein Stück weiter zu einem Ausichtspunkt, wo wir den Raddampfer unter Dampf gen Lauenburg fahrend sehen wollten. Von Dampf und Rauch war aber nichts zu sehen. Aber das Schiff präsentierte sich uns in seiner ganzen 125 jahrealten Pracht. Die Passagiere genossen auf den 3 Aussendecks das Wetter und die Dampferfahrt auf der Elbe.

Ein Traum und die Realität

Der Traum:
Einer meiner Onkel, der schon ca. 20 Jahre tot ist, stand in meiner Küche, die irgendwie gar nicht meine Küche war, und hantierte mit Blumenerde. Ich glaube, dieser Onkel hat Zeit seines Lebens nie mit Blumenerde hantiert.

Wie dem auch sei, ein wenig Blumenerde verteilte sich auf der Arbeitsplatte. Das fand besagter Onkel so lustig, dass er mit den Händen in die Blumenerdetüte griff und Blumenerde grosszügig in der Küche verteilte.

Ich rastete aus und schrie ihn an „Du Schwein, verlass sofort meine Wohnung, hau ab!“. Ich griff den Onkel mit beiden Händen an seinen Klamotten und schob ihn zur Tür. Um der Sache mehr Nachddruck zu verleihen, stiess ich ihm mit meinem Knie.

Die Realität:
Ich wurde in dem Moment wach, in dem ich mein Knie in den Rücken meines Schatzes rammte, der ahnungslos neben mir im Bett lag und schlief. Muss heftig gewesen sein, er knurrte uns sagte „Aua!“.

Geredet haben wir nicht weiter, wir kuschelten uns aneinander und er schlief wieder ein. Ich konnte lange nicht einschlafen. Nach dem Körpereinsatz war ich hellwach. Vieles ging mir durch den Kopf, das mit dem Traum nun absolut nichts zu tun hatte. Aber keinen Gedanken konnte ich klar fassen oder länger verfolgen.

Dieser Traum hatte eine neue Dimension, ich war der Angreifer. Bisher war es so, dass ich mich im Traum gegen Angreifer verteidigen musste, was ich, unmännlich, durch beissen versuchte. Dabei habe ich meinem Schatz schon mal kräftig in die Schulter gebissen.

Ist wohl nicht ganz ungefährlich, neben mir im Bett zu liegen.

Über Stolpersteine stolpern

Der Stadtrat in Heidenau hat mit den Stimmen der CDU und der rechtsextremen Partei AfD beschlossen, dass zukünftig keine Stolpersteine mehr verlegt werden dürfen. Stattdessen will man ein Mahnmal auf dem Friedhof errichten. Das ist absurd, denn Friedhof bedeutet Tod und wir alle wissen, dass die Menschen, die auf den Stolpersteinen erwähnt werden, aus den Häusern gezerrt und ermordet wurden. Wenn schon ein Mahnmal, sollte dieses mitten auf dem örtlichen Marktplatz errichtet werden.

Es gibt auch kritische Stimmen, die grundsätzlich gegen die Stolpersteine sind. Man würde die entsprechenden Personen mit Füssen treten. Stattdessen sollten an den Wänden der Häuser, aus denen die Personen geholt wurden, Gendenktafeln anbringen. An solchen Tafeln geht man meist achtlos vorbei, sie werden nicht wahrgenommen, besonders dann, wenn noch ein Vorgarten vorhanden ist.

Stolpersteine sollen Aufmerksamkeit erregen, das ist die Idee dahinter. Man kann stehenbleiben und sich die Namen und Daten, die darauf vermerkt sind, anschauen und sich darüber Gedanken machen. Für mich eine sehr gute Idee, den von den Nazis ermordeten Menschen zu gedenken.

Dass sich jetzt ausgerechnet eine sich christlich nennende Partei, die CDU, mit einer rechtsextremen Partei zusammentut und die Neuverlegung von Stolpersteinen verbietet, ist ein Skandal. Es zeigt uns, dass nicht mehr 5 vor 12 ist in Deutschland, auch nicht mehr 5 nach 12, es ist schon halb eins! Und das ist erschreckend.

Eine demokratische Partei arbeitet mit den einer rechtsextremen Partei zusammen und betreibt Antisemitismus! Sie möchte die Opfer der Nazis auf dem Friedhof entsorgen!

Die vielzitierte Brandmauer gibt es nicht mehr, wenn sie es denn je gegeben hat und nur eine Alibifunktion hatte. Dieser Beschluss wird jedenfalls keine abgewanderten Wähler zurück zur CDU treiben. Das Gegenteil wird der Fall sein: Die Alternative fickt Deutschland wird weiteren Zuspruch bekommen. Denn warum sollte eine Kopie gewählt werden, wenn man das Original bekommen kann?

Ach, der/die lebt/lebte auch noch?

Man kennt das: In den Medien erscheint eine Meldung über eine prominente Person im In- oder Ausland. Meistens ist zu lesen, dass diese Person nun gestorben ist. Lange hat man nichts von ihnen gehört, sie haben sich schon seit langem vom öffentlichen Leben und ihren Auftritten zurückgezogen. Man vergisst, dass es sie noch da waren, wenn auch im Verborgenen.

So ging es mit Freddy Quinn. Heute wird er 95 Jahre alt. Als ich das gelesen habe, ging es mir wie in der Titelzeile.

Es ranken sich viele Gerüchte um seine Person, bei Freddy muss man wohl von Seemannsgarn sprechen. Es hiess sogar mal, er sei schwul. Vielleicht war der Grund dafür, dass er zwar verheiratet ist (jetzt in zweiter Ehe), sein Image aber darauf aufgebaut war, er sein ein einsamer Seemann. Er ist aber nie zur See gefahren. Das war mir bekannt, und auch, dass er in Österreicht geboren ist, neudeutsch könnte man ihn wohl einen Imigranten nennen.

Freddy Quinn ist natürlich ein Künstlername, wer kann sich auch schon Manfred Franz Eugen Helmuth Nidl merken?

Während meiner langen Zeit in Lübeck habe ich Freddy Quinn live im Musical „The King And I“ gesehen im Theater Lübeck gesehen. Karl Vibach war seinerzeit Generalintendant und war einer der ersten, der in Deutschland Musicals auf die Bühne brachte, wofür es ihm gelang, namhafte Künstlerinnen und Künstler zu verpflichten, u.a. Freddy Quinn und Nadja Tiller.

In irgendeinem Karton im Keller lagern zwei Schallplattenalben mit Singels aus meiner Jugendzeit. Dadrin sind auch zwei Platten mit Freddy Qinn. Ich weiss aber nicht mehr, welche das sind. Und ich habe keine Lust, alle Kartons zu öffnen. Aber ich weiss, dass die Schallplatten da unten sind.