
Kurz nach meiner Rücken-OP hatte ich ja Probleme mit meinem Esszimmer. Mein Lieblingszahnarzt schleifte (oder schliff?) den Problemzahn ab und ich konnte wieder kraftvoll zubeissen. In den letzten Wochen merkte ich aber, dass der Zahn nicht in Ordnung ist. Ich hatte zwar keine Schmerzen, aber da war was. Mein Lieblingskieferchirurg war bereits informiert worden.
Jetzt war mir die Sache zu unsicher. Ich vermied das Kauen auf der rechten Seite weil ich befürchtete, dass ich den Zahn plötzlich in mehreren Teilen im Mund hätte. Ein Termin bei Dr. Preusse war schnell gemacht. Er sah sich das Röntgenbild an, was ihm mein Zahnarzt geschickt hatte, auf dem aber nichts zu sehen ist. Und jetzt wurde es unangenehm: Mit irgendwelchen Gerätschaften wurde unter dem Zahnfleisch „getastet“, und es wurde festgestellt, dass der Zahn lose ist. „Soll ich den gleich rausnehmen?“ – „Wenn du jetzt Zeit hast, mach ihn wech!“. Ich bekam zwei Betäubungsspritzen und zog dann in den OP-Raum um.

Das OP-Besteck lag schon zugedeckt bereit. Zugedeckt vermutlich deshalb, damit es steril bleibt und der Patient bekommt nicht gleich einen Schock wenn er die Folterinstrumente sieht. Mein Gesicht wurde steril abgedeckt. „Bitte die Zange!“ Tja, und dann war das Übel draussen. Mit ein paar Stichen wurde das Loch vernäht und ich bekam Anweisungen, was ich die nächsten Tage darf, welche Medikamente ich nehmen soll usw.
Jetzt heisst es wieder zwei Tage nur Flüssignahrung, also Suppe. Freitag und Samstag weiche Kost, wie Brei oder Pasta. Sonntag darf ich wieder normal essen. Zähneputzen rund um die Wunde bis zum Fadenziehen ist untersagt. Und ihr könnt mir glauben, ich höre auf das, was Dr. Preusse mir sagt! Zum Schluss bekam ich wieder ein Lob mit auf den Weg: Ich hätte mich, wie sonst auch, total entspannt verhalten.
Irgendwann wird die Frage auftauchen: Was mach ich mit der Lücke? So lassen? Eine Brücke? Ein Implantat?
Auf Lücke ist eine kosmetische Frage, sieht man sie wenn ich lächel? Wenn ja, stört mich das? Für eine Brücke werden die beiden benachbarten Zähne abgeschliffen und überkront. Zähne, die in Ordnung sind, kaputtmachen? Ein Implantat ist aufwendig und die Nachwehen sind nicht nicht zu verachten. Mal gucken, wozu ich mich entscheiden werde.









