Was bisher geschah -eine Zusammenfassung II

Und so ging es weiter:
Unser Auto machte seit ein paar Tagen schon Geräusche. Am Samstag, auf der Heimfahrt, nach dem Besuch bei mir, leuchtete die Motorlampe auf. Sonntag kam mein Schatz mit dem Bus nach Bergedorf. Die Haltestelle ist nur wenige Schritte von der Klinik entfernt. Montagmorgen wurder der Wagen zur Werkstatt gebracht, es würde dauern, mindestens eine Woche. Eigentlich wollte mein Schatz mich ja von der Klinik nach Hause bringen, das war nun nicht möglich, deshalb hatte ich ja ein Taxi bestellt.

Dienstag, 3.3.2026 – 4. Tag nach der OP
Nach dem Duschen wechselte mein Schatz das Pflaster. Allein kriegt man das nicht hin weil man nicht sehen kann, wo die Naht ist. Das würde in den nächsten Tagen so sein.

Danach gingen wir gemeinsam in die Stadt und holten frische Brötchen zum Frühstück. Es war das erste Mal seit langem, dass ich auf dem Weg nach unten die Treppe benutzen konnte! Ich ging langsam, aber ich ging, ohne dass meine Beine versagten. Auf dem Heimweg merkte ich, dass mir Kondition fehlte, ich wurde immer langsamer. Die Treppe nach oben in die 3. Etage? Nein, das ging dann nicht. Zum Glück haben wir einen Lift im Haus. Ich legte mich dann erstmal wieder für eine Weile auf das Bett. So ein E-Reader ist eine tolle Sache. Da kann man Bücher ohne Ende draufladen, er wiegt kaum was und er lässt sich mit einer Hand halten und „umblättern“.

Sitzen durfte ich max. 15 Minuten am Stück, das erinnerte ich noch aus 2011. Lt. Physio-Merkblatt, welches ich in der Klinik in die Hand gedrückt bekam, dürfte ich auch nur 15 Minuten stehen. Das war mir neu. Ich schickte eine Mail an meinen Operateur und fragte nach. Die Antwort war, dass ich stehen dürfe bis der Schmerz kommt.

Meine Tätigkeiten während des Tages: Sitzen, stehen, liegen, ein paar Schritte in der Wohnung machen, ein paar leichte Handgriffe im Haushalt, liegen, usw.

Mittwoch, 4.3.2026 – 5. Tag nach der OP
Am Morgen nahm ich 40 Tropfen Novalgin gegen Schmerzen im Rücken und im linken Bein.
Seit langer Zeit ging ich das erste Mal allein ins Dorf. Wir brauchten frische Brötchen. Der Tageslauf war sonst unverändert gegenüber gestern.

Brav nahm ich meine Medikamente: 3 x am Tag Ibu 600, abends spritzte ich mir Clexane in die Bauchdecke. Beim ersten Mal tat ich das etwas zögerlich. Ach, was solls, rein damit. Die Nadel ist so dünn, ich merkte den Einstich kaum. Novalgin nahm ich nur bei Bedarf, wenn die Schmerzen zu stark wurden.

Donnerstag, 5.3.2026 – 6. Tag nach der OP
Heute gingen wir wieder gemeinsam Einkaufen: Vom Bäcker frische Brötchen, ein paar Dinge für den täglichen Bedarf von REWE. Bei der Rückkehr brauchte ich noch immer den Lift nach oben. Wenn ich mal Müll runterbrachte oder in den Keller musste, schaffte ich es auch ohne Lift wieder rauf, aus dem Keller, also 4 Etagen, kam ich dann oben mit hängender Zunge an. Immerhin hatte ich es geschafft. Ihr glaubt ja gar nicht, wie glücklich ich darüber war, wo ich doch wochenlang ohne Lift überhaupt nicht auskam, weder runter noch rauf.

Anruf von der Werkstatt: Fehler gefunden! In Stichworten: Nockenwellenzahnriemen, Ventildeckel, Steuerriemensatz, Lambdasonde, ca. 1500 Euro, fertig Montag.

Freitag, 6.3.2026 – 1 Woche nach der OP
Schatz holte sich 3 freie Tage Nachschlag, wie auch immer. Ohne Auto kommt er nicht zur Arbeit. Ansonsten verlief der Tag wie die vorhergehenden, ohne besondere Vorkommnisse.

Samstag/Sonntag 7./8.3.2026
An beiden Tagen holten wir uns frische Brötchen, Samstag ein paar Dinge, dir wir benötigten für unseren Speiseplan. Milch brauchten wir auch mal. Sonst holen wir immer einen Karton mit 12 Litern. Ohne Auto ging das natürlich nicht, also kauften wir 4 Literkartons lose, 2 Kartons trug ich, und die Brötchen. Alles andere schleppte mein Schatz nach Hause, er ist gross und stark.

Samstagabend schauten wir uns im Bett den Vorentscheid zum ESC aus Schweden an. Was für eine tolle Show! Ohne irgendwelche Schnörkel und Rückblenden. Wir verstanden zwar nicht viel von der Moderation, aber darauf kam es auch nicht an. Die verschiedenen Songs und das Publikum sprühte vor Lebensfreude, absolut ein Vergleich mit der Entscheidungs-Show Deutschlands.

Beim Zähneputzen spürte ich einen empfindlichen Zahn. Nicht das jetzt auch noch.

Sonntag war es manchmal zum in die Luft gehen wenn ich beim Kauen auf diesen Zahn geriet. Morgen also beim Zahnarzt anrufen.

Montag, 9.3.2026
Wir warteten auf den Anruf von der Werkstatt, dass wir endlich unser Auto abholen könnten. Der Anruf kam, das Auto musste in der Werkstatt bleiben: Zwei Ersatzteile waren nicht mitgekommen. Fertigstellung morgen, Dienstag.

Sonst wie die Tage vorher: Pflaster wechseln, Medis nehmen, sitzen, bewegen, stehen, liegen usw. Wieder waren wir in der Stadt unterwegs. Ich brauchte immer noch den Lift, um nach oben zu gelangen. Schmerzen waren mal mehr, mal weniger, mal hier mal da. Nun ja, es war erträglich.

Ich holte mir einen Termin beim Zahnarzt für den nächsten Tag.

Dienstag, 10.3.2026
vorsichtshalber nahm ich Novalgin bevor ich nach Hamburg zum Zahnarzt fuhr. Der Schnellbus brachte mich ohne umzusteigen ganz in die Nähe der Praxis.

In dem Moment, wo ich ins Behandlungszimmer gebeten wurde, rief die Werkstatt an, Kurzform: Motor ok, bei der Probefahrt gab es aber vorn bei den Rädern Geräusche. Der Wagen kam wieder auf die Bühne, Räder ab und da war die Ursache sichtbar: Auf beiden Seiten waren die Federn gebrochen, Auto nicht Fahrbereit! Ich drängte darauf, dass wir den Wagen morgen, Mittwoch, unbedingt bräuchten.

Dann nahm ich auf dem Stuhl platz. Der Zahnarzt fertigte ein Röntgenbild an, darauf war nichts zu sehen. Dann wurde die Krone etwas abgeschliffen, so, dass beim kauen nicht Zahn auf Zahn geraten konnte. Das Röntgenbild wurde an meinen Lieblingskieferchirurgen geschickt. Der hatte aber heute keine Zeit für mich. Ich würde mich dann selbst um einen Termin kümmern.

Zurück zu Hause war ich völlig Platt. Zweimal ca. 1 Stunde Busfahrt, was sicher nicht sehr rückenfreundlich ist, das Drama mit dem Auto, nicht zu wissen, warum mein Zahn nicht ok ist, das alles hat mir arg zugesetzt. Ich legte mich erstmal hin und nahm den Kindle.

Es gab später Pizza, ausnahmsweise nicht DIY. Dazu hatten wir keine Lust, wir liessen uns welche anliefern.

Mittwoch, 11.3.2026
Statt knackigen frischen Brötchen gab es Toastbrötchen, die sind zahnfreundlicher. Ich merkte, dass mein Zahn sich beruhigt hatte. Das würde ich beobachten müssen. Wäre ja super, wenn ich nicht auch noch ein Zahn gezogen werden müsste.

Nachmittags kam das ok von der Werkstatt, dass unser Auto abholbereit sei. Bernd holte ihn ab. Er machte gleich einen Termin für die im April anstehende Inspektion, die Hauptuntersuchung und Räderwechsel.

In der Nacht drückte die Blase. Aus der Etage unter uns waren laute Stimmen, abwechselnd mit Musi, zu hören. Opa ist ja schwerhörig. Aber warum hört er nachts um 2 Radio? Hat er noch nie gemacht, auch tagsüber nicht. An einschlafen war nicht zu denken. Bernd muss ja früh aufstehen. Als er losmusste, klingelte er bei Opa. Weil der nicht aufmachte, hämmerte Bernd gegen die Tür, das konnte ich bei uns hören.

Bernd erzählte mir am nächsten Tag, dass es im Treppenhaus schon sehr laut war. Das Klingeln hat er wohl nicht gehört. Opa kam normalangezogen an die Tür. Bernd sagte ihm, dass er das doch bitte leise machen soll. Opa erzählte irgendwas, er sei fast eingeschlafen. Wir nehmen an, dass er dement ist.


Donnerstag, 12.3.2016
Heute hatte ich einen Termin bei meinem anderen Lieblingschirurgen, beim Neurochirurgen, der mich operiert hatte, zum Fadenex. Also wieder nach Hamburg, dieses Mal mit Umsteigen: Erst mit dem Bus nach Bergedorf, da in die S-Bahn zum Hauptbahnhof in HH, umsteigen in den Schienenersatzverkehr zum Bahnhof Dammtor, wo in der Nähe die Praxis liegt, die ich aufsuchen musste. Ich brauchte weder Rolltreppen noch Aufzüge, alles ging problemlos, wenn auch langsam. Und es fördert meine Kondition.

Der Doc fragte dies und das, zog den Faden raus und klebte ein neues Pflaster über die Wunde. Bis auf einen kleinen Fleck war die trocken. Der Doc war sehr zufrieden mit seiner Arbeit und mit meiner Genesung. Am 16. April muss ich mich nochmal zur Kontrolle vorstellen. Ibu 600 soll ich auf morgens und abends reduzieren. Ab Mitte nächste Woche habe ich Krankengymnastik.

Für den Heimweg die umgekehrte Reihenfolge: SEV / S-Bahn / Bus. Im Hauptbahnhof kaufte ich zwei Franzbrötchen, matschig, fettig und süss.

Wieder angekommen in der kleinen Stadt an der Elbe brachte ich frische Brötchen mit, der blöde Zahn schien wieder ok zu sein. Zu Hause versorgte ich die Katzen und fiel dann ziemlich kaputt auf das Bett. Auf dem Handy checkte ich die Schritte, die ich zurückgelegt hatte: Fast 6.000, unterteilt in kürze und längere Strecken und unterbrochen von der Zeit in der Praxis und mit den diversen Personentransporten.

Heute Abend spritze ich das lezte Mal Clexane. War ja nicht so schlimm, das jeden Abend machen zu müssen, aber trotzdem kostete es mich immer etwas Überwindung, mir die Nadel in den Bauch zu pieksen.

Freitag, 13.3.2026
Nach dem Aufstehen spürte ich die Nachwehen des gestrigen Tages. Da merke ich, dass es noch etwas dauern wird, bis ich wieder fit bin. Es ist ja nicht nur die fehlende Kondition. Durch das Nichtstun der letzten Woche habe ich auch etwas Speck angesetzt, den muss ich ja auch mitschleppen. Am 1. Mai öffnet unser Schwimmbad, ich habe mir vorgenommen, dort morgens ein paar Bahnen zu ziehen.

Mein Schatz arbeitet seit gestern wieder. Heute Morgen habe uns frische Brötchen besorgt und für mich 2 grosse Birnen als kleine Zwischenmahlzeit. Natürlich brauchte ich nach oben wieder den Lift. Später brachte ich Müll runter, das ging nach oben dann auch ohne Lift.

Inzwischen habe ich mich mit dem OP-Bericht beschäftigt, den ich noch im Krankenhaus vom Doc bekommen habe. Ich verstehe nicht alles, aber was ich begriffen habe ist, dass diese OP aufwendiger war als die von 2011. Damals hatte ich nur einen Bandscheibenvorfall auf LWS 4/5. Ein kleiner Schnitt, horizontal, von ca. 3 cm war dafür notwendig. Schmerzen hatte ich danach so gut wie keine. Ich fühlte mich wie ein junger Gott.

Dieses Mal war es ein Bandscheibenvorfall auf 3/4 und eine Spinalkanalstenose. Mein Rücken ziert jetzt eine Naht, vertikal, von ca. 8 cm. Was da alles gemacht wurde, da lässt sich denken, dass es nach der OP nicht gleich schmerzfrei ist.

So, ich bin dann jetzt gerade vor mit den Ereignissen der letzten beiden Wochen. Die Notierungen dienen für mich auch als eine Art Tagebuch, um später mal nachlesen zu können, wie das alles gewesen ist.

Ab jetzt wird hier wieder mehr oder weniger regelmässig berichtet.

Was bisher geschah – eine Zusammenfassung I

Zuerst mal bedanke ich mich bei all denen, die mir in den Kommentaren gute Wünsche hinterlassen haben. Meine Zeit am PC ist immer noch stark eingeschränkt, sitzen am Stück max. 15 Minuten. Diese Zeit nutze ich für andere Dinge, als auf die vielen netten Kommentare zu reagieren.

Heute vor einer Woche wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Am Tag danach schrieb ich über den Tag der OP, mir ging es ja gut, deshalb habe ich es mit dem Sitzen und anderen Dingen etwas übertrieben. Es wird aber Zeit für ein kleines update, welches ich in Etappen schreibe, einerseits als Info für meine treuen Leser, andererseits auch, um später mal nachlesen zu können, wie es war.

Samstag, 28.2.2026 – 1. Tag nach der OP
Nach einer angenehmen Nacht gab es nur eine Katzenwäsche mit Waschhandschuh, Seife und Wasser. Geht auch mal, ich hatte ja keine anstrengende Tätigkeit. Eine Schwester kam zum Blutdruckmessen und um den Verband, bzw. das Pflaster, zu kontrollieren.

Zum Frühstück wurde mir, wie bestellt, ein Brötchen, Aufschnitt und Käse serviert, und Butter (!). Ein Kännchen kalte Milch stand auf dem Tablett und ein Schüsselchen mit Schokopulver, ich konnte mir das selbst im Becher anrühren.

Mein Operateur, Dr. Klase kam kurz rein und erkundigte sich nach meinem Befinden. Ich war zufrieden. Die OP schien erfolgreich zu sein.

Bis zum Mittag lag ich wechselweise auf dem Bett oder ich spazierte den Krankenhausflur entlang. Zum Mittag hatte ich mir Pfefferfrikadelle, Kartoffeln und Gemüse ausgesucht. Zwei Frikadellen lagen auf dem Teller, dazu grüne Bohnen und ein riesiger Berg Kartoffeln, die ziemlich zerkocht waren. Die Bohnen waren al dente, also nicht weichgekocht, die Frikadellen schmeckten auch, von den Kartoffeln nahm ich nur ein paar. Als Nachtisch gab es Apfelmus mit Vanillesauce.

Zum Nachmittagskaffe wurden zwei Scheiben Zitronenkuchen mit Schokoglasur bestellt. Mein Schatz besuchte mich. Ich blieb derweil auf dem Bett liegen. Da ich ein Einzelzimmer bekommen hatte, konnten wir uns ohne Zuhörer unterhalten.

Abends verfolgte ich im Fernseher den Entscheid für den Deutschen Beitrag zum diesjährigen ESC. Was für eine langweilige Show! Die können sich auch mal was neues einfallen lassen als immer die alten Kamellen von alten Grand Prix zu zeigen. Was im sogenannten Greenroom passiert, interessiert auch niemanden. Die Entscheidung zwischen den ersten drei Songs hab ich mir dann nicht mehr angetan. Inzwischen habe ich gelesen, dass Deutschland von den Buchmachern auf den vorletzten Platz gelegt wurde.

Sonntag, 1.3.2026 – 2. Tag nach der OP
Nach dem Frühstück latschte ich den Fussboden auf dem Krankenhausflur dünn. Die diensthabende Stationsschwester rief mir aus ihrem Kabuff zu, dass Dr. Klase unterwegs sei. Er entfernte das Pflaster, begutachtete seine Nähkünste und pappte mir ein neues Pflaster auf den unteren Rücken. Ich fragte ihn, ab wann ich denn duschen dürfte, seine Antwort: „Ab jetzt! Und morgen gehts nach Hause!“ Nun ja, die Dusche konnte dann auch noch bis morgen warten.

Probleme in den Beinen hatte ich nicht mehr, aber Wundschmerzen. Zusätzlich zu der verordneten Schmerztablette, liess ich mir noch schmerzstillende Tropfen geben. Nach der Bandscheiben OP 2011 hatte ich keine Schmerzen. Irgendwas war anders.

Am Nachmittag besuchte mich wieder mein Schatz. Er erschien zur selben Zeit wie der Kaffeewagen. Heute gab es ein Schokomuffin, das Ding war etwas dröge.

Abends begab ich mich schon recht früh zur Bettruh. Mit der Vorfreude auf unser Zuhause schlief ich ein.

Montag, 2.3.2026 – 3. Tag nach der OP
Ich kam gerade aus dem Bad als der Stationsarzt erschien. Er fragte mich dies und das und schaute sich die Naht an, ich bekam ein neues Pflaster drauf.

Dann begann ich damit, mich alltagstauglich anzuziehen und mein Zeugs in der Reisetasche zu verstauen. Das Frühstück nahm ich heute mal am Tisch ein, nicht am Krankenhausnachttisch im Stehen.

Im Stationszimmer checkte ich aus und beglich die Rechnung: Krankenhaustagegeld 40 Euro und Einzelzimmerzuschlag für 3 Nächte 103,77 Euro, ein Schnäppchen.

Pünktlich um 9 Uhr kam das Taxi. Der Fahrer trug meine Tasche zum Wagen. Zu Hause angekommen brachte er meine Tasche bis zum Lift. Gegen 9:30 Uhr schloss ich meinen Schatz in die Arme.

Fortsetzung folgt.

Der Tag der LWS-OP

Freitag, am 27.2., wurde ich zwecks OP an der LWS in der Praxisklinik Bergedorf aufgenommen. Bei den Formalitäten wurde ich nach meinen Wünschen für Frühstück, Nachmittagskaffee und Abendessen befragt. Brötchen oder Brot, wieviel davon, Aufschnitt und/oder Käse, Marmelade oder Honig, Kaffee, Tee, Milch, Schoko heiss oder kalt. Zum Frühstück entschied ich mich für ein Brötchen, Butter (!), Aufschnitt und Käse sowie kalte Schokolade. Für den Nachmittagskaffee kreuzte ich Gebäck und heisse Schokolade an. Für das Abendessen entschied ich mich für 2 Scheiben Graubrot, Butter (!), Aufschnitt und Käse. Tee hätte ich bekommen konnen, aber ich bin kein Fan von Tee, also wählte ich Apfelsaft.

Nach der Aufnahme wurde ich zu meinem Zimmer gebracht. Ich hatte den Wunsch für ein Einzelzimmer, was mir auch zugeteilt wurde. Es war ein Doppelzimmer zur alleinigen Benutzung. Weiter ging es zur Vorbereitung, also erstmal ausziehen, sexy Unisexslip anziehen sowie das altbekannte Krankenhaushemd. Meine zivilen Sachen wurden in einem Plastikbeutel verstaut, der mit meinem Namen versehen war.

Dann musste ich mich auf eine Liege legen, der Venenzugang wurde mir gelegt. Die Assistentin gab beim 2. Versuch auf. Sie hatte eine Vene gefunden, aber die Nadel ging nicht rein. „Da muss Frau Doktor jetzt ran“ sagte sie mehr zu sich selbst. Frau Doktor, die nette Narkoseärztin, die ich ja schon kennengelernt hatte, schaffte das auf Anhieb. Während ich noch einen Moment warten musste, kam Dr. Klase in Vorbereitungsraum und täschelte mir die Hans. Ich fragte ihn: „Alles fit?“ „Fit und ausgeschlafen!“ war seine Antwort.

Dann ging es auch schon in den OP. Frau Doktor hielt mir eine Sauerstoffmaskte ins Gesicht. In meinen Blutkreislauf lief irgendwas rein. „Wenn ihnen schwummerich wird, sagen sie Bescheid.“ Bald merkte ich, wie mir schwummerich wurde. Wegen der Maske konnte ich nur „mmmmh“ sagen. Und dann wachte ich im Aufwachraum wieder auf.


Als erstes bewegte ich meine Zehen. Funktioniert! Dann fragte ich einen Pfleger nach der Uhrzeit, es war mittlerweile 10 Uhr. Mir wurde irgendwas in die Vene geträufelt, ich glaube, es war ein Schmerzmittel. Dann musste ich würgen. Der Hahn wurde zugedreht, ich atmete mehrmals tief und alles war wieder gut. Das Zeug lief dann weiter. Ich bemühte mich, richtig wach zu werden. Dr. Klase kam noch kurz und schaute nach mir. Dann wurde ich in mein Einzelzimmer gerollt. Ich musste wieder würgen und man hielt mir ein Riesenkondom hin, in das ich würgen konnte. Es blieb aber beim Würgen ohne dem Ausscheiden von Feststoffen.

Ich durfte zur Toilette, nach der Erledigung legte ich mich schnell wieder hin. Um 11:15 Uhr war ich soweit fit, dass ich meinen Schatz angerufen habe. Je länger das Gespräche dauerte, um so lalliger wurde ich. Ich musste mich mühen, meine Aussprache unter Kontrolle zu halten, was nicht wirklich gelang.

Als ich wieder mal zur Toilette musste, war ich allein, ich fühlte mich auch gut. Ich entledigte mich des sexy Unisexschlübbers und des Anstaltshemdes, zog meine Schlafwäsche an und verzog mich wieder in die Waagerechte. Um 15 Uhr wurden die Grönländer serviert. Mir wurde vorgeschlagen, statt des gewünschten heissen Kakaos lieber Tee oder Kaffee zu nehmen, und zwar wegen des vorherigen Würgereizes. Kaffee mit Milch war aber ok.

Besuch durfte ich noch nicht empfangen, was auch ok war. Ich döste so vor mich hin und wenn ich nicht döste, las ich im Kindle. Und wenn ich mich nicht mehr konzentrieren konnte, starrte ich an die Decke. Immerhin war meine Konzentrtion noch so gut, dass ich an der Decke Dinge entdeckte ….

Zum Abendessen wurden 2 Scheiben Graubrot gereicht, dazu wirklich lecker Aufschnitt und schmackhafter Käse, und Butter (!).

Warum ich ausdrücklich die Butter erwähne: Als Der Wilhelm ein paar Tage im Krankenhaus verbringen musste, wurde Butter nicht angeboten, nur irgendeine künstliche Schmiere, die niemand auch nur im Laden kaufen würde. Statt Butter hätte ich auch ein anderes Produkt haben können, war es Becel, ich weiss es nicht mehr. Aber das ist ja alles künstlicher Kram, sowas haben wir nicht im Haus und würde ich woanders auch nicht auf dem Brot haben wollen, dann lieber Brot bzw. Brötchen nur mit dem Belag.

Die Schmerzen und Beeinträchtigungen meiner Beine waren nach der OP verschwunden. Allerdings hatte ich Wundschmerzen. Die zugeteilten Medikamente halfen nicht, ich bekam noch eine deftige Mophinspritze am späten Nachmittag, die für Linderung sorgte. Da ich Seitenschläfer bin, hatte ich auch in der Nacht keine Probleme.

Häuslich einrichten?

Gestern Vormittag rief ich in der Klinik an und erkundigte mich, wann ich denn heute erscheinen solle. Um 06:30 Uhr wurde mir beschieden, das hiess also, früh aufzustehen. Nun ja, je eher dabei – umso eher davon, oder so ähnlich.

Wir haben entschieden, um 05:45 Uhr nach Bergedorf zu fahren. Kurz bevor wir uns auf den Weg machten, ging dieser Beitrag online.

Dann also erst in die Aufnahme, danach zur Station, Gespräch mit der Stationsschwester, „und dann richten Sie sich häuslich ein“, so die Aussage der netten Dame am Telefon gestern. Soll ich mir Sofakissen mitbringen oder eine gemütliche Nachttischleuchte, möglichst dimmbar, ein Alpenveilchen für die Fensterbank? Häuslich einrichten in einem Krankenhaus klingt schon etwas merkwürdig. Ich habe ja auch nicht vor, mich dort länger aufzuhalten.

Wenn das also erledigt ist, geht es zur Vorbereitung. Hoffentlich muss ich nicht lange warten, das ist nämlich kalt da im Vorbereitungsraum.

Liebe Leute, ich melde mich hier irgendwann im Laufe des Tages mit einer ganz kurzen Nachricht.

Apfelsaft gegen Verwirrtheit

Zwei Tag noch, Übermorgen also …

Im Anesthäsiegespräch riet mir die Narkoseärztin, vor der OP Apfelsaft zu trinken. Apfelsaft würde das Verwirrtsein nach der Narkose verringern. Ich bekam nach dem Gespräch eine Doppeseite mit Verhaltensanweisungen ausgehändigt, das meiste ausgedruckt und vorformuliert, je nach Bedarf und Notwendigkeit handschriftlich ergänzt.

Die Narkoseärztin hat dort reingeschrieben, man kann es sogar lesen, dass ich am Vorabend der OP 1 Glas Apfelsaft trinken solle, als Ergänzung zur normalen Flüssigkeitsaufnahme. Bis zwei Stunden vor der OP darf ich 1 Glas Wasser und 1 Glas Apfelsaft zu mir nehmen. Es muss sich um klaren Apfelsaft handeln, naturtrüber Apfelsaft gilt als Nahrungsaufnahme, ab 6 Stunden vor der OP darf ich nichts mehr essen, also deshalb klarer Apfelsaft.

Bei meinen bisherigen OPs ist mir eine Verwirrtheit nicht aufgefallen. Nun ja, da war ich auch noch ein paar Tage jünger. Und ob man das selbst bemerkt, ist auch noch die Frage. „Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko von Verwirrtheitszuständen nach einer Operation.“ musste ich heute lesen. Wenn Apfelsaft hilft, Verwirrtheit zu vermeiden oder zu reduzieren, soll mir das recht sein. Der klare Apfelsaft liegt bereit.

Bist du nervös?

Vier Tage noch, dann werde mich ins Krankenhaus begeben damit meine LWS endlich wieder gerichtet wird. Und ja, ich werde langsam nervös, was sich u,a, durch einen Juckreiz auf dem Rücken und an der Brust bemerkbar macht, sowie durch längere Wachphasen während der Nacht, in denen ich eigentlich schlafen sollte.

Es gibt keinen Grund, nervös zu sein. Meinem Neurochirurgen vertraue ich Hundert Prozent, ebenso der Narkoseärztin. Ich kenne das Krankenhaus, in dem ich mich bisher gut aufgehoben und versorgt gefühlt habe. Das Personal ist nett. Aber nun ja …

Beim Vorgespräch für die OP hatte ich meinen Arzt gefragt, ob ich denn ein Mittel gegen die Nervösität und Schlaflosigkeit bekommen könnte. Mit solchen Mitteln ist ja viel Unfug getrieben worden, süchtig machen die auch, also war seine Antwort: Nein! Meine Reaktion: Also muss ich da durch! Was mir dann bestätgit wurde.

Durch die Anesthäsie wird der Körper ja mit Medis vollgepumpt. Da will man vermeiden, dass noch Zeugs im Körper ist, welches ihn noch mehr belasten könnte. ASS sollte ich schon absetzen, ich nehme nur noch brav jeden Morgen 1/2 Antiblutdruckpille. Am Morgen der OP darf ich die auch nicht mehr schlucken.

Klingt irgendwie nicht richtig, aber ich freue mich darauf, wenn es endlich soweit ist.

Nur 350 Meter

Gestern war ich zum OP-Vorgespräch bei meinem Neurochirurgen, der in der nächsten Woche am LW 3/4 rumfriemeln wird. Die Praxis befindet sich in der Nähe des Bahnhofs Dammtor, 350 Meter Fussweg. Die Station lässt sich mit der S-Bahn bequem erreichen. Da ich zurzeit mit extremen Unsicherheiten rechnen muss, wenn ich unterwegs bin, begleitete mich mein Schatz.

Der kurze Weg war dann recht anstrengend für mich, nicht wegen fehlender Kondition sondern wegen Unsicherheit und Schmerzen. Zum Glück war ja mein Schatz dabei. Auf dem Rückweg hat es mich dann aber voll erwischt. Ich musste ein paar Minuten pausieren. Zum Glück konnte ich mich für ein paar Momente auf eine niedrige Mauer setzen. Danach wurde es dann besser. Mein Mann war mir eine grosse Stütze.

Wenn ich allein wäre bzw. nicht die Möglichkeit hätte, Einkäufe und Termine mit meinem Schatz zu ko-ordinieren, müsste ich einen Rollator haben. Termine habe ich bis zur OP keine mehr und die notwendigen Einkäufe kriegen wir gemeinsam gebacken.

Ich hatte einige Fragen an den Chirurgen:
ASS soll ich ab sofort absetzen
Für Krankengymnastik soll ich mir Termine ab Mitte März holen
Reha-Sport erst ab Mai/Juni
Für die OP bin ich als erster Patient am frühen Morgen eingeplant, kann sich aber noch ändern
Ein beruhigendes Medikament für die Nacht vor der OP bekomme ich nicht, da muss ich durch
Ich darf Achterbahn fahren, einem Besuch im Freizeitpark steht also nichts im Weg

Jetzt muss ich also bis zum 27.2. ausharren und derweil schmerzlindernde Medis nehmen. Sind ja nur noch 10 Tage.