Der Tag der LWS-OP

Freitag, am 27.2., wurde ich zwecks OP an der LWS in der Praxisklinik Bergedorf aufgenommen. Bei den Formalitäten wurde ich nach meinen Wünschen für Frühstück, Nachmittagskaffee und Abendessen befragt. Brötchen oder Brot, wieviel davon, Aufschnitt und/oder Käse, Marmelade oder Honig, Kaffee, Tee, Milch, Schoko heiss oder kalt. Zum Frühstück entschied ich mich für ein Brötchen, Butter (!), Aufschnitt und Käse sowie kalte Schokolade. Für den Nachmittagskaffee kreuzte ich Gebäck und heisse Schokolade an. Für das Abendessen entschied ich mich für 2 Scheiben Graubrot, Butter (!), Aufschnitt und Käse. Tee hätte ich bekommen konnen, aber ich bin kein Fan von Tee, also wählte ich Apfelsaft.

Nach der Aufnahme wurde ich zu meinem Zimmer gebracht. Ich hatte den Wunsch für ein Einzelzimmer, was mir auch zugeteilt wurde. Es war ein Doppelzimmer zur alleinigen Benutzung. Weiter ging es zur Vorbereitung, also erstmal ausziehen, sexy Unisexslip anziehen sowie das altbekannte Krankenhaushemd. Meine zivilen Sachen wurden in einem Plastikbeutel verstaut, der mit meinem Namen versehen war.

Dann musste ich mich auf eine Liege legen, der Venenzugang wurde mir gelegt. Die Assistentin gab beim 2. Versuch auf. Sie hatte eine Vene gefunden, aber die Nadel ging nicht rein. „Da muss Frau Doktor jetzt ran“ sagte sie mehr zu sich selbst. Frau Doktor, die nette Narkoseärztin, die ich ja schon kennengelernt hatte, schaffte das auf Anhieb. Während ich noch einen Moment warten musste, kam Dr. Klase in Vorbereitungsraum und täschelte mir die Hans. Ich fragte ihn: „Alles fit?“ „Fit und ausgeschlafen!“ war seine Antwort.

Dann ging es auch schon in den OP. Frau Doktor hielt mir eine Sauerstoffmaskte ins Gesicht. In meinen Blutkreislauf lief irgendwas rein. „Wenn ihnen schwummerich wird, sagen sie Bescheid.“ Bald merkte ich, wie mir schwummerich wurde. Wegen der Maske konnte ich nur „mmmmh“ sagen. Und dann wachte ich im Aufwachraum wieder auf.


Als erstes bewegte ich meine Zehen. Funktioniert! Dann fragte ich einen Pfleger nach der Uhrzeit, es war mittlerweile 10 Uhr. Mir wurde irgendwas in die Vene geträufelt, ich glaube, es war ein Schmerzmittel. Dann musste ich würgen. Der Hahn wurde zugedreht, ich atmete mehrmals tief und alles war wieder gut. Das Zeug lief dann weiter. Ich bemühte mich, richtig wach zu werden. Dr. Klase kam noch kurz und schaute nach mir. Dann wurde ich in mein Einzelzimmer gerollt. Ich musste wieder würgen und man hielt mir ein Riesenkondom hin, in das ich würgen konnte. Es blieb aber beim Würgen ohne dem Ausscheiden von Feststoffen.

Ich durfte zur Toilette, nach der Erledigung legte ich mich schnell wieder hin. Um 11:15 Uhr war ich soweit fit, dass ich meinen Schatz angerufen habe. Je länger das Gespräche dauerte, um so lalliger wurde ich. Ich musste mich mühen, meine Aussprache unter Kontrolle zu halten, was nicht wirklich gelang.

Als ich wieder mal zur Toilette musste, war ich allein, ich fühlte mich auch gut. Ich entledigte mich des sexy Unisexschlübbers und des Anstaltshemdes, zog meine Schlafwäsche an und verzog mich wieder in die Waagerechte. Um 15 Uhr wurden die Grönländer serviert. Mir wurde vorgeschlagen, statt des gewünschten heissen Kakaos lieber Tee oder Kaffee zu nehmen, und zwar wegen des vorherigen Würgereizes. Kaffee mit Milch war aber ok.

Besuch durfte ich noch nicht empfangen, was auch ok war. Ich döste so vor mich hin und wenn ich nicht döste, las ich im Kindle. Und wenn ich mich nicht mehr konzentrieren konnte, starrte ich an die Decke. Immerhin war meine Konzentrtion noch so gut, dass ich an der Decke Dinge entdeckte ….

Zum Abendessen wurden 2 Scheiben Graubrot gereicht, dazu wirklich lecker Aufschnitt und schmackhafter Käse, und Butter (!).

Warum ich ausdrücklich die Butter erwähne: Als Der Wilhelm ein paar Tage im Krankenhaus verbringen musste, wurde Butter nicht angeboten, nur irgendeine künstliche Schmiere, die niemand auch nur im Laden kaufen würde. Statt Butter hätte ich auch ein anderes Produkt haben können, war es Becel, ich weiss es nicht mehr. Aber das ist ja alles künstlicher Kram, sowas haben wir nicht im Haus und würde ich woanders auch nicht auf dem Brot haben wollen, dann lieber Brot bzw. Brötchen nur mit dem Belag.

Die Schmerzen und Beeinträchtigungen meiner Beine waren nach der OP verschwunden. Allerdings hatte ich Wundschmerzen. Die zugeteilten Medikamente halfen nicht, ich bekam noch eine deftige Mophinspritze am späten Nachmittag, die für Linderung sorgte. Da ich Seitenschläfer bin, hatte ich auch in der Nacht keine Probleme.

Häuslich einrichten?

Gestern Vormittag rief ich in der Klinik an und erkundigte mich, wann ich denn heute erscheinen solle. Um 06:30 Uhr wurde mir beschieden, das hiess also, früh aufzustehen. Nun ja, je eher dabei – umso eher davon, oder so ähnlich.

Wir haben entschieden, um 05:45 Uhr nach Bergedorf zu fahren. Kurz bevor wir uns auf den Weg machten, ging dieser Beitrag online.

Dann also erst in die Aufnahme, danach zur Station, Gespräch mit der Stationsschwester, „und dann richten Sie sich häuslich ein“, so die Aussage der netten Dame am Telefon gestern. Soll ich mir Sofakissen mitbringen oder eine gemütliche Nachttischleuchte, möglichst dimmbar, ein Alpenveilchen für die Fensterbank? Häuslich einrichten in einem Krankenhaus klingt schon etwas merkwürdig. Ich habe ja auch nicht vor, mich dort länger aufzuhalten.

Wenn das also erledigt ist, geht es zur Vorbereitung. Hoffentlich muss ich nicht lange warten, das ist nämlich kalt da im Vorbereitungsraum.

Liebe Leute, ich melde mich hier irgendwann im Laufe des Tages mit einer ganz kurzen Nachricht.

Apfelsaft gegen Verwirrtheit

Zwei Tag noch, Übermorgen also …

Im Anesthäsiegespräch riet mir die Narkoseärztin, vor der OP Apfelsaft zu trinken. Apfelsaft würde das Verwirrtsein nach der Narkose verringern. Ich bekam nach dem Gespräch eine Doppeseite mit Verhaltensanweisungen ausgehändigt, das meiste ausgedruckt und vorformuliert, je nach Bedarf und Notwendigkeit handschriftlich ergänzt.

Die Narkoseärztin hat dort reingeschrieben, man kann es sogar lesen, dass ich am Vorabend der OP 1 Glas Apfelsaft trinken solle, als Ergänzung zur normalen Flüssigkeitsaufnahme. Bis zwei Stunden vor der OP darf ich 1 Glas Wasser und 1 Glas Apfelsaft zu mir nehmen. Es muss sich um klaren Apfelsaft handeln, naturtrüber Apfelsaft gilt als Nahrungsaufnahme, ab 6 Stunden vor der OP darf ich nichts mehr essen, also deshalb klarer Apfelsaft.

Bei meinen bisherigen OPs ist mir eine Verwirrtheit nicht aufgefallen. Nun ja, da war ich auch noch ein paar Tage jünger. Und ob man das selbst bemerkt, ist auch noch die Frage. „Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko von Verwirrtheitszuständen nach einer Operation.“ musste ich heute lesen. Wenn Apfelsaft hilft, Verwirrtheit zu vermeiden oder zu reduzieren, soll mir das recht sein. Der klare Apfelsaft liegt bereit.

Bist du nervös?

Vier Tage noch, dann werde mich ins Krankenhaus begeben damit meine LWS endlich wieder gerichtet wird. Und ja, ich werde langsam nervös, was sich u,a, durch einen Juckreiz auf dem Rücken und an der Brust bemerkbar macht, sowie durch längere Wachphasen während der Nacht, in denen ich eigentlich schlafen sollte.

Es gibt keinen Grund, nervös zu sein. Meinem Neurochirurgen vertraue ich Hundert Prozent, ebenso der Narkoseärztin. Ich kenne das Krankenhaus, in dem ich mich bisher gut aufgehoben und versorgt gefühlt habe. Das Personal ist nett. Aber nun ja …

Beim Vorgespräch für die OP hatte ich meinen Arzt gefragt, ob ich denn ein Mittel gegen die Nervösität und Schlaflosigkeit bekommen könnte. Mit solchen Mitteln ist ja viel Unfug getrieben worden, süchtig machen die auch, also war seine Antwort: Nein! Meine Reaktion: Also muss ich da durch! Was mir dann bestätgit wurde.

Durch die Anesthäsie wird der Körper ja mit Medis vollgepumpt. Da will man vermeiden, dass noch Zeugs im Körper ist, welches ihn noch mehr belasten könnte. ASS sollte ich schon absetzen, ich nehme nur noch brav jeden Morgen 1/2 Antiblutdruckpille. Am Morgen der OP darf ich die auch nicht mehr schlucken.

Klingt irgendwie nicht richtig, aber ich freue mich darauf, wenn es endlich soweit ist.

Nur 350 Meter

Gestern war ich zum OP-Vorgespräch bei meinem Neurochirurgen, der in der nächsten Woche am LW 3/4 rumfriemeln wird. Die Praxis befindet sich in der Nähe des Bahnhofs Dammtor, 350 Meter Fussweg. Die Station lässt sich mit der S-Bahn bequem erreichen. Da ich zurzeit mit extremen Unsicherheiten rechnen muss, wenn ich unterwegs bin, begleitete mich mein Schatz.

Der kurze Weg war dann recht anstrengend für mich, nicht wegen fehlender Kondition sondern wegen Unsicherheit und Schmerzen. Zum Glück war ja mein Schatz dabei. Auf dem Rückweg hat es mich dann aber voll erwischt. Ich musste ein paar Minuten pausieren. Zum Glück konnte ich mich für ein paar Momente auf eine niedrige Mauer setzen. Danach wurde es dann besser. Mein Mann war mir eine grosse Stütze.

Wenn ich allein wäre bzw. nicht die Möglichkeit hätte, Einkäufe und Termine mit meinem Schatz zu ko-ordinieren, müsste ich einen Rollator haben. Termine habe ich bis zur OP keine mehr und die notwendigen Einkäufe kriegen wir gemeinsam gebacken.

Ich hatte einige Fragen an den Chirurgen:
ASS soll ich ab sofort absetzen
Für Krankengymnastik soll ich mir Termine ab Mitte März holen
Reha-Sport erst ab Mai/Juni
Für die OP bin ich als erster Patient am frühen Morgen eingeplant, kann sich aber noch ändern
Ein beruhigendes Medikament für die Nacht vor der OP bekomme ich nicht, da muss ich durch
Ich darf Achterbahn fahren, einem Besuch im Freizeitpark steht also nichts im Weg

Jetzt muss ich also bis zum 27.2. ausharren und derweil schmerzlindernde Medis nehmen. Sind ja nur noch 10 Tage.

Was gestern war


Seit langem war gestern ein sonniger Tag mit viel blauem Himmel. Auch wenn es recht kalt war, war die Sonne stark genug, um hier und da ein wenig die Schnee- und Eisreiste anzutauen. Das sorgte für ein paar kleine Eiszapfen an unserem Futterhäuschen, welches zurzeit stark besucht wird.

Das Wetter heute vergessen wir lieber. Starker Ostwind treibt dünne Schneeflocken vor sich her. Aber Besserung ist in Sicht: Ab dem kommenden Wochenende soll es ja wärmer werden.

Von unserem Esstisch haben wir das Futterhäuschen auf der Terrasse im Blick. Zusammen mit den vielen Vögeln verzehrten wir unser Sonntagsessen mit viel Scharf, nämlich Hunan Beef. Als wir das zum ersten Mal zubereitet haben, gab es kein Foto. Gestern haben wir eins gemacht:

Im Gegensatz zu den Ingredentien ist das Foto zum Teil unscharf. Alles Scharf wird eine Weile in heissem Öl gesiedet, bis der Knoblauch leicht braun wird. Man kann erkennen, dass das Öl brodelt und Blasen wirft, deshalb diese Unschärfe. Ein professioneller Foodblogger hätte das wohl besser hinbekommen.

Das fertige essen sieht eher unspektakulär aus. Das bunte Scharf vermischt sich mit der Sauce und dem Fleisch und ist im Wok gar nicht mehr zu erkennen. Egal, ich sag ja immer: Das ist nicht zum Angucken, Hauptsache es schmeckt. Und das tat es!