Apfelsaft gegen Verwirrtheit

Zwei Tag noch, Übermorgen also …

Im Anesthäsiegespräch riet mir die Narkoseärztin, vor der OP Apfelsaft zu trinken. Apfelsaft würde das Verwirrtsein nach der Narkose verringern. Ich bekam nach dem Gespräch eine Doppeseite mit Verhaltensanweisungen ausgehändigt, das meiste ausgedruckt und vorformuliert, je nach Bedarf und Notwendigkeit handschriftlich ergänzt.

Die Narkoseärztin hat dort reingeschrieben, man kann es sogar lesen, dass ich am Vorabend der OP 1 Glas Apfelsaft trinken solle, als Ergänzung zur normalen Flüssigkeitsaufnahme. Bis zwei Stunden vor der OP darf ich 1 Glas Wasser und 1 Glas Apfelsaft zu mir nehmen. Es muss sich um klaren Apfelsaft handeln, naturtrüber Apfelsaft gilt als Nahrungsaufnahme, ab 6 Stunden vor der OP darf ich nichts mehr essen, also deshalb klarer Apfelsaft.

Bei meinen bisherigen OPs ist mir eine Verwirrtheit nicht aufgefallen. Nun ja, da war ich auch noch ein paar Tage jünger. Und ob man das selbst bemerkt, ist auch noch die Frage. „Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko von Verwirrtheitszuständen nach einer Operation.“ musste ich heute lesen. Wenn Apfelsaft hilft, Verwirrtheit zu vermeiden oder zu reduzieren, soll mir das recht sein. Der klare Apfelsaft liegt bereit.

Bist du nervös?

Vier Tage noch, dann werde mich ins Krankenhaus begeben damit meine LWS endlich wieder gerichtet wird. Und ja, ich werde langsam nervös, was sich u,a, durch einen Juckreiz auf dem Rücken und an der Brust bemerkbar macht, sowie durch längere Wachphasen während der Nacht, in denen ich eigentlich schlafen sollte.

Es gibt keinen Grund, nervös zu sein. Meinem Neurochirurgen vertraue ich Hundert Prozent, ebenso der Narkoseärztin. Ich kenne das Krankenhaus, in dem ich mich bisher gut aufgehoben und versorgt gefühlt habe. Das Personal ist nett. Aber nun ja …

Beim Vorgespräch für die OP hatte ich meinen Arzt gefragt, ob ich denn ein Mittel gegen die Nervösität und Schlaflosigkeit bekommen könnte. Mit solchen Mitteln ist ja viel Unfug getrieben worden, süchtig machen die auch, also war seine Antwort: Nein! Meine Reaktion: Also muss ich da durch! Was mir dann bestätgit wurde.

Durch die Anesthäsie wird der Körper ja mit Medis vollgepumpt. Da will man vermeiden, dass noch Zeugs im Körper ist, welches ihn noch mehr belasten könnte. ASS sollte ich schon absetzen, ich nehme nur noch brav jeden Morgen 1/2 Antiblutdruckpille. Am Morgen der OP darf ich die auch nicht mehr schlucken.

Klingt irgendwie nicht richtig, aber ich freue mich darauf, wenn es endlich soweit ist.

Nur 350 Meter

Gestern war ich zum OP-Vorgespräch bei meinem Neurochirurgen, der in der nächsten Woche am LW 3/4 rumfriemeln wird. Die Praxis befindet sich in der Nähe des Bahnhofs Dammtor, 350 Meter Fussweg. Die Station lässt sich mit der S-Bahn bequem erreichen. Da ich zurzeit mit extremen Unsicherheiten rechnen muss, wenn ich unterwegs bin, begleitete mich mein Schatz.

Der kurze Weg war dann recht anstrengend für mich, nicht wegen fehlender Kondition sondern wegen Unsicherheit und Schmerzen. Zum Glück war ja mein Schatz dabei. Auf dem Rückweg hat es mich dann aber voll erwischt. Ich musste ein paar Minuten pausieren. Zum Glück konnte ich mich für ein paar Momente auf eine niedrige Mauer setzen. Danach wurde es dann besser. Mein Mann war mir eine grosse Stütze.

Wenn ich allein wäre bzw. nicht die Möglichkeit hätte, Einkäufe und Termine mit meinem Schatz zu ko-ordinieren, müsste ich einen Rollator haben. Termine habe ich bis zur OP keine mehr und die notwendigen Einkäufe kriegen wir gemeinsam gebacken.

Ich hatte einige Fragen an den Chirurgen:
ASS soll ich ab sofort absetzen
Für Krankengymnastik soll ich mir Termine ab Mitte März holen
Reha-Sport erst ab Mai/Juni
Für die OP bin ich als erster Patient am frühen Morgen eingeplant, kann sich aber noch ändern
Ein beruhigendes Medikament für die Nacht vor der OP bekomme ich nicht, da muss ich durch
Ich darf Achterbahn fahren, einem Besuch im Freizeitpark steht also nichts im Weg

Jetzt muss ich also bis zum 27.2. ausharren und derweil schmerzlindernde Medis nehmen. Sind ja nur noch 10 Tage.

Was gestern war


Seit langem war gestern ein sonniger Tag mit viel blauem Himmel. Auch wenn es recht kalt war, war die Sonne stark genug, um hier und da ein wenig die Schnee- und Eisreiste anzutauen. Das sorgte für ein paar kleine Eiszapfen an unserem Futterhäuschen, welches zurzeit stark besucht wird.

Das Wetter heute vergessen wir lieber. Starker Ostwind treibt dünne Schneeflocken vor sich her. Aber Besserung ist in Sicht: Ab dem kommenden Wochenende soll es ja wärmer werden.

Von unserem Esstisch haben wir das Futterhäuschen auf der Terrasse im Blick. Zusammen mit den vielen Vögeln verzehrten wir unser Sonntagsessen mit viel Scharf, nämlich Hunan Beef. Als wir das zum ersten Mal zubereitet haben, gab es kein Foto. Gestern haben wir eins gemacht:

Im Gegensatz zu den Ingredentien ist das Foto zum Teil unscharf. Alles Scharf wird eine Weile in heissem Öl gesiedet, bis der Knoblauch leicht braun wird. Man kann erkennen, dass das Öl brodelt und Blasen wirft, deshalb diese Unschärfe. Ein professioneller Foodblogger hätte das wohl besser hinbekommen.

Das fertige essen sieht eher unspektakulär aus. Das bunte Scharf vermischt sich mit der Sauce und dem Fleisch und ist im Wok gar nicht mehr zu erkennen. Egal, ich sag ja immer: Das ist nicht zum Angucken, Hauptsache es schmeckt. Und das tat es!

Klingeltag

Im Moment habe ich nachts eine längere Wachphase. Man kennt das: Gefühlt schläft man nicht, aber irgendwie döst man doch, so eine Halbwach-, Halbschlafphase. Als Rentner stört mich sowas nicht, ich schlaf dann eben morgens bis ich, hoffentlich, aufwache. Das war heute gegen 7 Uhr der Fall. Die Blase drückte, ich fühlte mich aber nicht wirklich wach, also legte ich mich nochmal in die Pfühle als das erledigt war.

Als ich dachte, ich hätte genug geruht, stand ich auf. Glinda sass schon vor der Tür zum Bad und wartete auf mich. Ich hatte gerade den Verschluss der Zahnpastatube geöffnet, fummelte das Telebim. Langsamen Schrittes begab ich mich zur Ladestation. Auf dem Display war eine Handynummer zu sehen. Erst zögerte ich, dann nahm ich das Gespräch aber an „Hallo!?>“. Bei unbekannten Nummern melde mich mich nie mit meinem Namen.

Es war der Mann vom Transferservice, der uns Ende März für unsere Kreuzfahrt zum Flughafen fahren sollte, was ich schon storniert hatte. Ihm waren seine Emails durcheinandergeraten. Wir hatten mehrmals Kontakt per Email da sich die Flugzeiten geändert hatten. Man wollte jetzt nochmal abklären. Ich erklärte, dass ich das ja schon storniert hatte weil wir die Reise aus gesundheitlichen Gründen absagen mussten. Ich erzählte auch warum. Alles war ok.

Ich putzte wie geplant meine Zähne und erledigte danach mein morgendliches Duschbad. Gerade hatte ich das Handtuch in den Händen um mich abzutrocknen, als es von der Haustür klingelte. Jetzt hatte ich keine Eile. Vielleicht hätte sich ja jemand an meinem nackten Körper erfreut, oder die Person wäre schreiend davongelaufen. Egal, ich öffnete nicht. Wir erwarten heute zwar noch zwei Lieferungen, aber dafür wäre es noch zu früh, es war mittlerweile kurz nach 8 Uhr.

Im Pausenchat mit meinem Schatz fragte ich, ob er eine Nachricht wegen nichtmöglicher Zustellung bekommen hätte. Hatte er nicht, beide Sendungen waren noch offen.

Gegen 11 Uhr klingelte es von der Haustür. Am Bildschirm des Türöffners sah ich eine Person, den Uniformfarben nach war es Hermes. Ich drückte den Türöffner, die Person entfernte sich aber wieder. Nun ja, Hermes hatten wir auch nicht erwartet, aber für die Nachbarn im Haus nehmen wir immer was an. Vorsichtshalber fuhr ich mit dem Lift nach unten. Wir hatten keine Benachrichtigung im Briefkasten, abgelegt war auch nichts. Die Götterbotin hatte sich wohl verdrückt am Klingeltableau.

Zweimal wird es heute also noch klingeln. Ein Päckchen kommt mit der Briefpost. Das muss persönlich abgegeben werden. Dann kommen noch die kriegerischen Weiber, die Arbeitgeberinnen meines Mannes, und liefern eine Bestellung. Es bleibt also weiterhin geschäftig. Sehr selten sowas.

Ärgerlich

Nach Tagen grauen Graus ist das Draussen heute widererwarten recht freundlich, sogar sonnig. Unter normalen Umständen wäre ich heute mal an die Elbe gegangen um zu schauen, wie das Eis gen Wehr fliesst. Aber die Umstände sind eben leider nicht normal.

Ich könnte mich mit Schmerztabletten vollstopfen. Aber das würde nicht helfen, wenn meine Beine versagen und ich keine Möglichkeit hätte, mich kurz irgendwo anzulehnen bzw. mich kurz hinzusetzen. Es sind immer nur kurze Momente, dann geht es wieder. Ich habe aber keine Lust, irgendwo im Dreck zu liegen. Also bleib ich schön zu Hause und guck aus dem Fenster und freu mich, dass es heute recht freundlich aussieht.

Aber ich habe mich aktiv betätigt indem ich mich mit meinem Tablet beschäftigt habe. Eigentlich ist das so ein Ding, was nur wenige Tage im Jahr benutzt wird, nämlich dann, wenn ich im Sommer auf der Terrasse sitze. Dann muss ich mich jedes Mal damit auseinandersetzen und suchen, wo ich was finde. So ein Tablet ist zwar ein Computer, ist aber anders aufgebaut als ein PC und noch anders als ein Handy.

Demnächst wird das Tablet ja Teil meiner Unterhaltungsmedien im Krankenhaus sein. Die meiste Zeit werde ich mich zwar mit dem E-Reader beschäftigen, also lesen. Aber ich möchte ja nicht von der Welt ausserhalb der Anstalt abgeschnitten sein. Das Handy wäre ja auch noch da, aber das ist mir alles zu fitzelig.

Heute habe ich erstmal ein Email-Programm und einen Passwortmanager installiert. Insta war schon drauf, WhatsApp brauch ich noch dringend und WP. Ich muss meine geschätzte Leserschaft ja wissen lassen, wie es mir geht.

So hat man also sein tun wenn man an die Wohnung gebunden ist.