Archiv der Kategorie: persönlich

Nach der KG


Heute Morgen war wieder Krankengymnastik. Das sind zwar immer nur 20 Minuten, aber sehr intensive 20 Minuten. Danach bin ich immer ziemlich platt und es ziept hier und da. Ich lege mich dann eine Weile auf das Bett und lese. 30 Minuten reichen und ich bin frisch und munter.

Heute legte sich Glinda, meine Herzkatze, zu mir. Sie bettete ihr Köpfchen auf mein Fussgelenk. Da konnte ich natürlich nach 30 Minuten noch nicht wieder aufstehen. Ich hab ja auch nichts dringedes zu erledigen: Was du heute kannst besorgen verschiebe ruhig auf morgen.

Noch soooo lange


300 Tage sind eine Marke, aber die Wartezeit ist mühsam. Aber was will man machen. Aus gesundheitlichen Gründen fällt die Kreuzfahrt in diesem Jahr ja aus. Ursprünglich wollte ich die OP ja nach der Reise durchführen lassen. Ich bin aber froh, dass ich die OP vorgezogen habe. Die gebuchte Kreuzfahrt drei Wochen nach der OP zu machen, davon riet der Arzt ab. Und ja, er hatte recht, leide ich zwei Monate nach der OP immer noch an den Nachwehen, mal mehr mal weniger.

Ich vermisse das Meer, da führt kein Weg dran vorbei. Stundenlang auf dem Balkon sitzen und bis zum Horizont zu schauen, das mag für manche Menschen langweilig sein. Für mich ist das Entspannung pur. Schon 1968, auf meiner ersten Reise auf einem Frachtschiff, stand ich den ganzen Tag auf der Brücke. Da passierte ja auch nichts. Das Schiff fährt, es gibt keine Manöver, man stand da so rum und ich unterhielt mich mit den jeweiligen wachhabenden Offizieren – und schaute auf das Meer.

Eine wichtige Sache wurden jeden Tag mittags um 12 Uhr durchgezogen: Es wurde die Sonne geschossen um die Position des Schiffes festzustellen. Mit einem Sextanten wurde das gemacht. Vereinfacht erklärt: Mit dem Sextanten wird der Höhenwinkel der Sonne über dem Horizont festgestellt. GPS und Satellitentelefon gab es noch nicht. Wollte man von See aus mit der Reederei sprechen, musste man über eine Küstenfunkstation ein Funktelefonat anmelden. Wenn man Glück hatte, hatte man eine störungsfreie Verbindung. Nun ja, lang lang ist’s her. Von dieser Reise brachte ich ein Rezept mit, Reis à la Hugo. Es ist ein Resteessen nach Seemannsart, was natürlich nicht so heisst. Ich habe es nach dem Schiff genannt, auf dem ich damals 4 Wochen unterwegs war. Dazu bei einer anderen Gelegenheit mal mehr.

Verrückte Nacht

Die letzte Nacht war ja ganz ok. Aber die davor, von Montag auf Dienstag, war der Hammer. Und sowas hab ich bei zunehmenden Mond noch nicht erlebt, beim letzten Mal, vor vier Wochen, hab ich kaum was gemerkt.

Was war los?: Unruhiger Schlaf, begleitet von mehrmaligem Aufwachen und langen Wachphasen. Das ist eine Sache. Aber diese Träume – unfassbar. Gefühlt ging ein Traum in den nächsten über, von einem Ort zu einem anderen. Es ging los mit einer Fahrt im ICE 1, der mit der langen Nase, nach Travemünde. Beim Ausstieg schüttete es wie aus Eimern, selbst unter dem Dach des Bahnsteigs wurde ich Nass bis auf die Haut.

Nächster Ort ein Karstadt-Kaufhaus mit einem riesigen Foyer rund um die Verkaufsetagen. Meine Mutter irrte dort mit ihrem Rollator umher weil sie einen Aufzug suchte. Endlich fand sie einen, ich immer hinter ihr her. Als sich die Türen öffneten war da eine grosse Aufzugkabine mit einer Sofalandschaft.

Und schon war ich in Polen, in Gdansk zur Adventszeit. Ich war noch nie in Polen, man kennt aber Bilder aus Gdansk, z.B. das berühmte Speicherhaus am Fluss, woran ich erkannte, dass ich Gdansk war. Ich spazierte durch die Stadt, die ich ja nicht kenne, durch eine Strasse mit Adventsbeleuchtung. Auf der anderen Strassenseite entdeckte ich eine Gruppe von vier Damen. Eine der Damen war Benedikte, die Schwester der Dänischen Königin Margrethe. Sie trug ein mittelblaues langes, schmalgeschnittenes Kleid und die trug ein Diadem im Haar. Die sie begleitenden Damen waren wohl Hofdamen und Zofen.

Und mit dem Bild von Benedikte vor Augen erwachte ich in meinem Bett, nicht in Gdansk, nicht bei Karstadt im Lift und nicht in Travemünde bei Regen.

Übermorgen ist Vollmond, dann hat der Spuk ein Ende. Bis dahin habe ich noch zwei Nächte vor mir.

Die böse Hexe und ein grosses Ding

Die Hexe hat geschossen, nicht bei mir, das fehlte mir gerade noch. Den Gatten hat sie getroffen, als er sich bückte, den Zengarten für die Katzen neu zu arrangieren.

Erst dachte er noch, dass es nicht so schlimm sei. Doch dann fiel ihm ein, er könne ja den Nichtmeinkanzler Merz ärgern und einen Arzt aufsuchen. Dadurch liessen sich vielleicht ein paar Urlaubstage sparen, denn wie man weiss, zählen Krankentage im Urlaub nicht als Urlaubstage.

Leider hat das nicht funktioniert. Unser Hausarztzentrum hatte wegen eines Softwareupdates geschlossen. Die Hausärztin ein paar Häuser weiter hatte auch geschlossen, was bei ihr generell mittwochs der Fall ist. Beim neuen Orthopäden standen die Patienten schlange auf dem Hof.

Als mein Schatz nach Hause kam, war ich hocherfreut darüber, wie schnell das gegangen war. Na ja, die Freude hielt nicht lange an als ich hörte, was alles nicht möglich war. Er sich dann mit einem Kirschkernkissen und einem heissen Wannenbad beholfen. Wir sind immer noch sehr glücklich darüber, dass wir bei der Planung der Wohnung eine Badewanne berücksichtigt haben.

Der nachfolgende Text dient zur späteren Erinnerung was wann war:
Heute morgen waren wir in der grossen Stadt an der Elbe und haben dort ein neues Projekt eingetütet. Mehr will für die Blogöffentlichkeit heute nicht sagen. Zu gegebener Zeit, was wohl erst in einigen Monaten sein wird, werde ich über das Projekt berichten. Farben spielen eine Rolle. Heute ist zwar Gründonnerstag, aber grün gefiel uns nicht. Es wird Bleistift. Möge sich meine kleine Bloggerwelt in den Kommentaren darüber ergehen, es wird meinerseits aber nicht Stellung dazu bezogen werden.

Geburtstagsnachlese


Eigentlich war ja geplant, den gestrigen Tag auf See zu verbringen, in den Gewässern rund um die kanarischen Inseln. Es war der zweite Versuch, meinen Geburtstag auf einer Kreuzfahrt zu feiern, der in die Hose ging. 2020 viel die Reise Corona zum Opfer, in diesem Jahr meinem Rücken. Vielleicht gelingt es mir ja doch mal.

Den Tag verbrachte ich damit, telefonische Glückwünsche entgegenzunehmen sowie auf WhatsApp und Instagram zu beantworten. Für abends hatte ich Freunde eingeladen, keine grosse Party, ein kleiner intimer Kreis. Die grosse Feier fand ja im vorigen Jahr statt.

Ich hatte für ein paar griechische Snacks gesorgt, die grossen Anklang fanden. Vorsorglich hatte ich für zwei Personen mehr bestellt damit wir heute auch noch davon satt werden würden. Es wird gerade so reichen. Nicole hatte eine grosse und dekorative Vorspeisenplatte gezaubert. Es gab eine Platte mit Fleischspiessen und Bifteki, eine Schale Gigantes und natürlich durfte Tzaziki nicht fehlen. Für die Brotbeilage hatte ich Focaccia gebacken.

Mein Schatz hatte sich im Vorfeld des Geburtstages gar nicht nach meinen Wünschen erkundigt. Ich bekam ein sehr konträres Kulturprogramm geschenkt. Es geht in der nächsten Woche los mit dem Musical „Zurück in die Zukunft“. Im Juli folgt ein klassisches Konzert in der Elbphilharmonie: Das Violinkonzert Nr. 1 von Max Bruch und die Sinfonie Nr. 9 von Antonín Dvořák. Gerade vor ein paar Tagen hatte ich noch gedacht, dass wir lange nicht in der Elbphilharmonie waren. So kann es gehen.

Sehr gefreut habe ich mich auch über ein kleines Buch „Die Halbinsel Priwall 1900 – 1990“. Auf dem Priwall habe ich in meiner Jugend die Sommer verbracht. Dort lag die Yacht meiner Eltern, unser kleines schwimmendes Ferienhaus. Die Jahre auf dem Wasser haben diesen Menschen geprägt, der heute dieses Blog betreibt. Mein Beruf des Schifffahrtskaufmanns habe ich von der Ausbildung bis zur Rente ausgeübt. Und die Kreuzfahrerei ist vermutlich auch eine Folge dieser Zeit. In diesem Jahr fällt das ja leider aus. Es ist aber noch weniger als ein Jahr bis zur nächsten Kreuzfahrt, nämlich noch 334 Tage.

Am Tag danach

Wie ich gestern schon befürchtet hatte, fühle ich mich heute schlapp. Um die Einkaufsrunde ganz gut zu überstehen, brauchte es mal wieder Schmerztropfen.

Die Krankengymnastik gestern, zweimal „ins Dorf“ gehen und gestern Abend noch auf einer Geburtstagsfeier länger sitzen, das war alles etwas zuviel, auch wenn ich es in den Momenten nicht gespürt habe.

Am Mittwoch nächster Woche steht die nächste Runde Krankengymnastik an, ich habe also genügend Zeit, mich zu regenerieren. Nachher werde ich mich ganz entspannt in die Wanne legen, mehr gibt das Wetter heute eh nicht her.

Trotz der heutigen Nachwehen bin ich stolz und froh, dass ich gestern einiges geschafft habe, was lange nicht möglich gewesen ist.

Es geht bergauf

Und das kann man sogar wörtlich nehmen.

Bisher war es so, dass ich nach einen Stadtgang ziemlich fertig war und ich mit dem Lift in die 3. Etage fuhr statt die Treppe zu nehmen.

Heute morgen hatte ich in der Stadt zu tun, ohne Termin, ich konnte mir also Zeit lassen, ich konnte flanieren ohne Druck. Der Heimweg gestaltete sich nicht anders. In dem Strassenbereich, an dem ich sonst immer dachte „Na ja, wird jetzt auch Zeit, dass du dich mal wieder ausruhen kannst“, passierte nichts dergleichen. Gemütlich schlenderte ich weiter gen unserem schönen Zuhause. Ich überlegte schon, ob ich es heute wohl schaffen würden, den Lift links liegen zu lassen und die Treppe nehmen zu können. Taraaa! Tusch! Es hat funktioniert! Ich bin soooooo happy.

Gegen Mittag musste ich dann nochmal los zur Krankengymnistik. Der Rücken plagte auf dem Hinweg. Erstmal durfte ich wieder 20 Minuten auf dem Wärmekissen entspannen. Aber dann ging es ans Eingemachte. Hab das aber alles super hinbekommen. Danach musste ich nochmal in die Einkaufsstrasse für ein paar Besorgungen. Ging auch alles wunderbar, nur jetzt musste ich den Lift nehmen zu Hause. Und dann musste ich mich erstmal ne Weile hinlegen. Aber ich bin stolz darauf, heute viel geschafft zu haben.

Heute wäre es gewesen


Heute wären wir auf die Reise gegangen zu einer weiteren Kreuzfahrt. Aus Gründen haben wir die stornieren müssen. Mein Operateur war der Meinung, es wäre dem Heilungsprozess nicht zuträglich wenn wir die Reise angetreten hätten.

Heute vor 4 Wochen wurde ich operiert, ein paar Nachwehen sind immer noch vorhanden. Der Flug nach Teneriffa hätte ca. 5 Stunden gedauert. Langes sitzen ist immer noch nicht ratsam. Ausserdem sitzen im Flugzeug – man kennt das. Wir hatten zwar ein upgrade für einen grösseren Sitzabstand gebucht, aber na ja. Besser ist es jedenfalls, zu Hause geblieben zu sein.

Ursprünglich war der OP-Termin für nach der Reise geplant. Ich bin inzwischen froh, dass ich das hinter mir habe und ich mich nicht mehr quälen muss. Die Reise durchzuführen, wäre eine Tortur für mich gewesen.

Der Rücken braucht das

Wie es aussieht, habe ich die OP an der LWS unterschätzt. War ich nach der OP, bei der es sich um die Beseitigung eines Bandscheibenvorfalls handelte, komplett Beschwerde- und Schmerzfrei, ist es dieses Mal nicht ganz so einfach. Die Probleme, welche die OP notwendig machten, sind zwar weg, aber hin und wieder meldet sich der Rücken und signalisiert mir mit leichten Schmerzen: Achtung! An manchen Tagen merke ich gar nicht, an anderen Tagen geht es ohne Schmerzmittel, aber nach Tagen mit wenig Bewegung und viel Sitzen greife ich doch zu den Schmerztropfen.

Zur Entlastung des Rückens lege ich mich zwischendurch mal auf das Bett und lese den E-Reader leer – was niemals passieren wird. Gestern bekam ich Gesellschaft, Elphie legte sich zu mir. Zuerst lag sie an meinen Beinen, später kam sie weiter rauf und schmiegte sich an meinen Arm. Es ist so praktisch, dass ich den Kindle einhändig halten und bedienen kann, dann störe ich die Katzen nicht, wenn die mir im Bett mal gesellschaft leisten.

Ich geniesse es sehr, wenn eine der beiden Samtpfoten sich an mich kuschelt. Wenn die Blase sich meldet, vesuche ich, die Erleichterung so lange wie möglich hinauszuzögern. Als ich das gestern erledigt hatte und zurück ins Schlafzimmer kam, war Elphie vom Bett runter. Das hatte ich ja befürchtet, aber so sind sie, da kann man nichts machen.

In Therapie

In dieser Woche starteten Wärmebehandlung und Krankengymnastik.

Für die Wärmebehandlung liege ich ca. 20 Minuten auf einer aufgezeizten weichen Matte. Das ist sehr angenehm und ich döse währenddessen so vor mich hin und hänge meinen Gedanken nach.

Dann kommt die Therapeutin und ich muss mit ihr in die „Turnhalle“, ein Raum, in dem allerhand Gerät steht und darauf wartet, die Patienten zu foltern. Mittwoch war das ja noch ganz auszuhalten. Das Hauptaugenmerk lag auf den Beinen. Mit denen hatte ich ja auch die ärgsten Probleme. Meine Gehwerkzeuge machten das aber super.

Gestern ging es aber los mit Bauch- und Rückenmuskulatur. Ich musste da an Seilen ziehen, an denen Gewichte hängen, waagerecht ziehen, schräg ziehen, von oben nach unten ziehen, von unten nach oben ziehen, kombiniert mit verschiedenen Schrittstellungen. Nun ja, ich kann verstehen, dass das wichtig ist und dass die Übungen dazu dienen sollen, hauptsächlich die Rückenmuskulatur zu stärken. Aber ich brauche dazu auch Kraft in den Armen, und die fehlt mir. Einige Übungen musste ich abbrechen weil das nicht mehr ging.

Anschliessend wurde wieder mit den Beinen gearbeitet, was wunderbar funktionierte.

Von der KG-Praxis sind es nur ein paar Schritte zu den Einkaufsmöglichkeiten hier in der kleinen Stadt an der Elbe. Beides lässt sich also gut kombinieren. Gestern hatte ich dann fast 4000 Schritte auf der App als ich zu Hause war, und ich war fix und alle! Wenn es denn hilft, ist es ja auch in Ordnung.

Mit den Nachwehen hatte ich heute morgen zu kämpfen, Muskelkater war das wohl. Ich werde heute Nachmittag ein entspanntes und entspannendes Wannenbad nehmen.