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Kabellos …. durch die Nacht


Die Ralley geht weiter. Vorige Woche war ich zum Blutabnehmen beim Hausarzt. Heute bekam ich ein Langzeit-EKG verpasst. Ich befürchtete schon, dass ich nun bis morgen mit dem Gebamsel von diversen Kabeln herumschlagen muss, was besonders in der Nacht hinderlich und störend sein kann. Gerne löst sich da auch mal ein Sensor von meiner behaarten Brust, was ein Ergebnis so gut wie unmöglich macht. Ich hatte mir schon die Frage zurechtgelegt, wo man das denn ausschalten könne falls ich schlaflos im Bett liege weil mich das Ding nervt, was das Ergebnis des EKG sicher negativ beeinflusst.

Überrascht war ich, als mir heute Morgen ein „Propeller“ aufgepappt wurde, ganz ohne Kabel. Ich bin begeistert. Auch die MTA findet das Teil toll, es sei viel besser als das olle Teil mit den Kabeln.

Die Daten werden in dem kleinen Kästchen in der Mitte gesammelt und von dort auch an die Software gesendet. Ein Test zeigte auf dem Bildschirm, dass alles einwandfrei funktionierte. Ich bekam noch ein „Patientenprotokoll“, in dem ich meine Tätigkeiten während des Tages eintragen soll, z.B. „leichte Hausarbeiten“, „lesen“, „PC-arbeiten“ usw.

Ich hoffe auf eine ungestörte Nachtruhe. Sollte ich des nachts mal eine Schlaflosphase haben, werde ich das nicht protokollieren, ich weigere mich nämlich, nachts auf den Wecker zu schauen und nachzusehen, wie spät es denn ist.

Heute wäre es gewesen


Statt hier im herbstlichen Wetter zu sitzen, wären wir eigentlich auf dem Weg in den sonnigen Süden gewesen. Heute wäre unser Flug nach Palma de Mallorca gestartet, um dort auf das neueste Schiff der Flotte von TUICruises zu gehen, der „Mein Schiff Flow“. Es stellte sich dann heraus, dass es einen Denkfehler bei unserer Katzensitterin gab bezüglich des Termins und sie mit ihrem Mann eine Ferienwohnung auf Amrum gebucht hat. Wir haben die Reise dann umbuchen können und fahren nächstes Jahr im März stattdessen mit dem ältesten Schiff der Flotte, der „Mein Schiff 3“ entlang der norwegischen Küste bis zum Nordkapp, mit der Aussicht auf Nordlichter.

Aber manchmal weiss man vorher gar nicht, dass es wohl alles richtig ist, wie es gekommen ist. Denn ich habe ja seit längerem Probleme mit meinem einen linken Bein. Ausflüge und Spaziergänge in den Metropolen des westlichen Mittelmeeres wären für mich problematisch, wenn nicht gar unmöglich gewesen. Es sollte wohl alles so sein. Ich hoffe, und drückt mir bitte alle Daumen, dass ich in sechs Monaten fit für die Kreuzfahrt bin.

In aller Frühe

Schon vor halb 7 stand ich heute Morgen an der Bushaltestelle und wartete auf den Bus, der mich als Teilstrecke in die grosse Stadt an der Elbe bringen sollte. Für den arbeitenden Bürger ist das wohl eine normale Zeit, aber als Rentner drehe ich mich da nochmal in den Pfühlen um.

Als ich da so stand und meinen müden Blick durch die Häuserschlucht schweifen liess, fiel dieser auf eine Nebelwolke am Geesthang. Schnell zückte ich das neue fogfarbene mobile Datengerät und machte das erste Foto, passend zur Farbe vom Nebel. Es lässt sich nicht verleugnen: Der Herbst naht – leider.

Der Bus war widererwarten recht leer. Die S-Bahn ab Bergedorf füllte sich auf dem Weg nach Hamburg. Aber ich hatte meinen Sitzplatz, bedrängt durch arbeitendes Volk, welches nach Hamburg strebte, wurde ich aber nicht, es war eine entspannte Fahrt.

Am Bahnhof Dammtor, dem Paradebahnhof für Staatsbesuche, stieg ich aus und machte mich auf in die nahe Praxis für Neurochirurgie, wo ich um 8 Uhr einen Termin hatte. Ich war natürlich viel zu früh, das war aber so von mir kalkuliert. Denn ich weiss gerade morgens nie, wie mein Bewegungsapparat in der Lage ist, mich zu transportieren. Ich setzte mich im denkmalgeschützten Treppenhaus auf die Stufen und machte das 2. Foto mit dem neuen Datengerät, nämlich von dieser Leuchte, die im Treppenhaus unter der stuckverzierten Decke hängt.

Kurz vor 8 Uhr erschien der MTA der Praxis und liess mich in die herrschaftlichen Räume ein. Der Grund meiner Anreise nach Hamburg war nicht, wie ihr schon vermutet habt, die Bewunderung des alten Kaiserbahnhofs und denkmalgschützter Praxisräume. Ich wollte endlich wissen, was das für Schmerzen sind, die plagen wenn ich aus dem Bett steige.

Ich erklärte dem Doc, welche Schmerzen ich etragen muss und wo sich der Schmerzpunkt befindet. Was ich schon telefonisch erfahren hatte, wurde heute bestätigt: Das MRT vom letzten Montag lassen sich die Schmerzen nicht ableiten, die OP von Ende Februar war erfolgreich. Es könnte sich um eine Schleimbeutelentzündung handeln. Das muss aber ein Orthopäde abklären. Ich bekam ein Rezept für ein anderes Schmerzmittel, welches ich in Kombination mit Novalgin nehmen soll, Etoricoxib heisst es. Und ich soll mir einen Termin bei einem Orthopäden geben lassen … Ich gehe mit dem Gedanken schwanger, mich mit dem Problem an meinen Homöopathen zu wenden. Der befasst sich auch mit dem menschlichen Bewegungsapparat.

Gehofft hatte ich ja, dass der Doc zu mir sagt, ich soll mal blankziehen und er mir dann eine Spritze verpasst. Aber wenn das nicht seine Baustelle ist, kann man nichts machen – leider. Immerhin weiss ich, dass mein Rücken in Ordnung ist.

Das war nichts

Heute geht der zweiwöchige Urlaub meines Schatzes zu Ende. Viel haben wir davon nicht gehabt, ausser, dass Schatz auschlafen konnte und wir gemeinsame Zeit verbringen konnten, so gut es mir eben ging.

Am letzten Arbeitstag vor dem Urlaub war alles noch wunderbar. Ich verrichtete notwendige Haushaltsdinge und bereitete das Essen für den Abend vor. Irgendwann wurde ich gewahr, dass mir alles ausserordentlich gut von der Hand ging, ohne Schmerzen hier, ohne Zipperlein da, solche Tage sind selten.

In der folgenden Woche änderte sich alles. Es war ein schleichender Prozess, nichts, dass sich sagen liesse: Ups, das war jetzt aber eine blöde Bewegung. Ich wollte in den Keller, wie immer ging ich die Stufen hinunter. Ich merkte, dass bei jeder Stufe ein Schmerz im linken Oberschenkel ausglöst wurde, der stärker wurde, je näher ich dem Keller kam. Tja, und das war es dann.

Mein Psychische folgte mir den Keller, ich bewegte mich nur noch sehr vorsichtig. Mit mir war nichts mehr los, begleitet von Appetitlosigkeit. Und mein Schatz machte sich natürlich sorgen um mich. Nachts mal für einen Toilettengang aufstehen – ein Drama mit diversen „aua“ und mit stöhnen. Mein Neurochirurg war wegen Urlaubs nicht erreichbar. Am Freitagmorgen suchte ich die Hausarztpraxis auf, ich berichtete.

Tagsüber komme ich ganz gut zurecht. Zum Schlafen hab ich eine schmerzfreie Liegeposition gefunden, aber beim Aufstehen könnte ich manchmal schreien und mir wird leicht übel vor Schmerzen.

Die 2. Urlaubswoche startete ja mit dem neuen MRT. Normalerweise machen wir gemeinsam notwendige Dinge im Haushalt. Den grössten Teil bestritt jetzt Bernd. Mich gar nicht mehr zu bewegen, kann auch nicht hilfreich sein, und so machte ich dies und das im Rahmen meiner Möglichkeiten. Ein entspannter Urlaub geht anders. Obwohl ich an der Misere absolut keine Schuld trage, bin ich doch sehr traurig, dass ich meinem Schatz den wohlverdienten Urlaub versaut habe.

Morgen früh um 8 Uhr habe ich einen Termin zur Untersuchung bei meinem Neurochirurgen. Mit Bus und Bahn werde ich mich rechtzeitig auf den Weg machen. Das MRT ist ja angeblich „ohne Befund“. Der Schmerz im Oberschenkel, der mich umhaut, steckt seitlich-vorn. Ich hoffe, der Doc findet, was den Schmerz auslöst und wie man das beheben kann. Ich wäre sehr dankbar für eine entspannte Nacht.

Eine neue Ralley?

Es geht hier nicht um Börsenkurse oder um Öl- und Goldpreise, es geht um mich, um meine Gesundheit. Nämlich seit Mitte letzter Woche macht mir mein Bewegungsapparat arg zu schaffen. Novalgin, begleitet von Ibu 600, gehört wieder zu meinem Alltag. Tagsüber ist es auszuhalten, aber nachts gibt es Situationen, in denen ich schreien könnte.

Mein Neurochirurg, der im Juni schon angedeutet hatte, dass eine neuerliche MRT-Untersuchung vielleicht ins Auge zu fassen sei, hatte seinen wohlverdienten Urlaub. Ich hoffte, bis in diese Woche über die Runden zu kommen. Leider waren die Schmerzen am Freitag so stark, dass ich meinen Hausarzt aufsuchte weil ich befürchtete, des könnte sich um ein organisches Problem im Unterbauch handeln. Brav beantwortete ich seine Fragen, ob es jetzt hier oder dort wehtut, wenn er da drück. Nein, tat es nicht. Viel mehr konnte er auch nicht machen, ausser mir eine Überweisung zum Neurochirurgen zu geben.

Gestern, Montag, kam dann etwas Bewegung in die Sache. Der Neurochirurg war aus dem Urlaub zurück. Telefonisch bekam ich den Rat für ein MRT. Bernd fuhr nach Hamburg und holte die Überweisung ab. Noch aus der S-Bahn übermittelte er mir ein Foto der Überweisung. Ich rief dann sofort beim Institut an und bekam, wer hätte das gedacht, noch für nachmittags einen Termin.

Das MRT sollte ohne und mit Kontrastmittel durchgeführt werden. Dazu war es notwendig, mir einen Zugang zu legen. Meine Venen hatten aber keine Lust auf Kontrastmittel, zwei Mitarbeiterinnen versuchten sich vergeblich daran. Ein Arzt musste kommen, der es dann schaffte, mir den benötigen Zugang zu legen.

Nach der Untersuchung musste ich ja vom Tisch wieder runter, was sich wegen der Schmerzen als äusserst schwierig gestaltete. Was ich auch versuchte, es war schmerzhaft, sehr schmerzhaft. Aber ich musste ja nun runter von dem Ding. Die Mitarbeiterin zog mich an der Hand hoch – und damit hatte ich mir den Rest des Tages, und auch die Nacht versaut. Jede Bewegung schoss mir Schmerzhaft in den linken Oberschenkel. Ich weiss nicht, ob Novalgin und Ibu überhaupt geholfen haben. Wenn ja, möchte ich lieber nicht wissen, wie sich die Schmerzen ohne die Medis angefühlt hätten.

Zurück zu Hause scannte ich gleich die Zugangsdaten für die vielen Foto ein und schickte die per Mail an die Praxis. Der Doc wird sich das angucken und dann entscheiden, was notwendig ist. Ich warte jetzt auf eine Nachricht. Mit viel Glück reichen Spritzen, um mich wieder schmerzfrei zu machen.

Die vergangene Nacht war sehr unangenehm. Ich schlafe zurzeit eh nur auf der linken Seite weil ein Drehen im Bett auf die rechte Seite mit Schmerzen verbunden ist und wenn ich das geschafft habe, kann ich auf der rechten Seite auch nicht schmerzfrei liegen. Nun ist es ja so, dass der alte Mann des nachts mal zur Toilette muss. Aufstehen muss ich nach rechts, wofür ich mehrere Anläufe brauchte, und die waren sehr sehr schmerzhaft. Bernd brachte mir Novalgin ans Bett. Ja, das hat die Sache dann erleichtert. Aber puh, sowas brauch ich wirklich nicht. Ein weiterer Gang im Lauf der Nacht ging dann recht glimpflich vonstatten.

Beim Duschen heute Morgen musste ich mich auf der Duscharmatur abstützen, nach dem Abtrocknen sass ich erstmal eine Weile auf dem Badewannenrand. Leider musste mein Schatz heute morgen einen wichtigen Termin allein wahrnehmen. Ich wäre gern mitgekommen und ich bin auch traurig, dass das nicht möglich war. Inzwischen, nach der 2. Novalgindosis, geht es mir wieder besser und ich kann mich ganz gut bewegen.

Ich hoffe sehr, dass ich der Doc bald meldet, damit ich weiss, wie es weitergehen wird. Spritzen in den Rücken sind nicht der Hit, aber besser, als sich zu quälen.

Die erste Hälfte haben wir geschafft


1. Juli 2026, es beginnt die zweite Jahreshälfte.

Die erste Hälfte habe ich mehr schlecht als recht überstanden, teils mit Ansage, teils überraschend.

Ende Februar wurde endlich die OP an der Lendenwirbelsäule durchgeführt und die Spinalkanalstynose beseitigt. Grosses aufatmenen Momente danach: Ich bin wieder mobil, ich kann wieder uneingschränkt gehen, fast schmerzfrei. Die Nachwehen waren jedoch stärker als erwartet: Es muss sich erstmal alles wieder zusammenfügen und hinbiegen, das dauert eben. Geduld ist gefragt und das Alter nicht zu vergessen. Inzwischen hatte ich drei Verodnungen für Krankengymnastik. Eine vierte liegt hier bereit und wartet auf Einlösung. Wenn ich es recht überlege, werde ich sie wohl nicht in Anspruch nehmen. Es scheint Frotschritte nach der letzten KG gegeben zu haben, bzw. ohne KG. Ausserdem nervt es mich, ständig Termine einhalten zu müssen.

Während ich noch im Krankenhaus lag, machte unser Wagen Probleme. Länger als eine Woche war das Auto in der Werkstatt. Ersatzteile mussten aus Schweden herangeschafft werden. Als wir den Wagen abholten, waren wir eine vierstellige Summe ärmer. Wir machten einen Kassensturz und ich bat meinen Schatz, sich im Rahmen unser finanziellen Möglichkeiten nach einen neuem Fahrzeug umzuschauen.

Im März machte ein Zahn Probleme. Der Zahnarzt meines Vertrauens konnte auf dem Röntgenbild nichts feststellen. Die Kaufläche wurde etwas abgeschliffen, dann ging es wieder. Ich merkte aber, dass da nicht alles so ist, wie es sein sollte. Ein Besuch beim Kieferchirurgen würde unvermeidlich sein.

Die für März geplante Kreuzfahrt haben wir auf Empfehlung des Neurochirurgen storniert. Ich wollte die OP ja bis nach der Kreuzfahrt hinauszögern. War gut, dass das vorher erledigt wurde, die Kreuzfahrt hätten wir nicht geniessen können.

Im Mai, kurz vor Pfingsten, dann der Hammer: Der Schlaganfall! Sowas kommt natürlich völlig unvorbereitet. Zum Glück haben wir beide schnell reagiert. Als ich merkte, was mit mir los war, war mir bewusst, dass es nur ein Schlaganfall sein konnte. Bernd sprang sofort aus dem Bett nachdem ich geweckt habe und hat 112 angerufen. Diverse Ärzte im Krankenhaus haben mir mehrmals versichert, dass ich ganz grosses Glück gehabt habe. Ich bin sehr glücklich, dass ich das ohne Nachwirkungen überstanden habe.

Kurz vor der Hitzewelle hatte ich dann einen Termin beim Kieferchirurgen. Tja, nun habe ich einen freien Platz im Esszimmer. Vorgestern wurde der Faden entfernt. Jetzt steht die Frage im Raum, was ich mit dem freien Platz machen lassen soll, eventuell unbesetzt lassen. Falls ich mich für eine Brückenlösung oder für ein Implantat entscheide – in den ersten 6 Monaten diesen Jahres hatte ich genug Arzttermine. Ich will meine Ruhe und hoffe, dass ich in der zweiten Jahreshälfte davon verschont bleibe.

Die Katzen machen uns nach wie vor viel Freude und zeigen uns auf die eine oder andere Weise ihre Zuneigung. Glinda schleppt nachts Spielzeug als ihre Darbierung durch die Wohnung und mauzt dabei laut. Manchmal höre ich das, manchmal nicht. In der letzten Nacht war es nach 1 Uhr als ich sie hörte. Der Plüschfisch lag dann heute Morgen im Arbeitszimmer. Im Moment haaren beide sehr stark. Wir vermuten, dass das eine Folge der Hitze ist.

Zurzeit geniessen wir die Abkühlung. 30 Grad war der Höhepunkt in der Wohnung, jetzt sind es nur noch 24,2 Grad. Nachts kann man wieder eine Decke vertragen und auch ein dezentes Kuscheln ist möglich.

So, dann wollen wir mal sehen, ob die zweite Jahreshälfte besser wird, persönlich. Auf politische Befindlichkeiten will ich hier und heute nicht eingehen.

Jetzt auch das noch


Kurz nach meiner Rücken-OP hatte ich ja Probleme mit meinem Esszimmer. Mein Lieblingszahnarzt schleifte (oder schliff?) den Problemzahn ab und ich konnte wieder kraftvoll zubeissen. In den letzten Wochen merkte ich aber, dass der Zahn nicht in Ordnung ist. Ich hatte zwar keine Schmerzen, aber da war was. Mein Lieblingskieferchirurg war bereits informiert worden.

Jetzt war mir die Sache zu unsicher. Ich vermied das Kauen auf der rechten Seite weil ich befürchtete, dass ich den Zahn plötzlich in mehreren Teilen im Mund hätte. Ein Termin bei Dr. Preusse war schnell gemacht. Er sah sich das Röntgenbild an, was ihm mein Zahnarzt geschickt hatte, auf dem aber nichts zu sehen ist. Und jetzt wurde es unangenehm: Mit irgendwelchen Gerätschaften wurde unter dem Zahnfleisch „getastet“, und es wurde festgestellt, dass der Zahn lose ist. „Soll ich den gleich rausnehmen?“ – „Wenn du jetzt Zeit hast, mach ihn wech!“. Ich bekam zwei Betäubungsspritzen und zog dann in den OP-Raum um.

Das OP-Besteck lag schon zugedeckt bereit. Zugedeckt vermutlich deshalb, damit es steril bleibt und der Patient bekommt nicht gleich einen Schock wenn er die Folterinstrumente sieht. Mein Gesicht wurde steril abgedeckt. „Bitte die Zange!“ Tja, und dann war das Übel draussen. Mit ein paar Stichen wurde das Loch vernäht und ich bekam Anweisungen, was ich die nächsten Tage darf, welche Medikamente ich nehmen soll usw.

Jetzt heisst es wieder zwei Tage nur Flüssignahrung, also Suppe. Freitag und Samstag weiche Kost, wie Brei oder Pasta. Sonntag darf ich wieder normal essen. Zähneputzen rund um die Wunde bis zum Fadenziehen ist untersagt. Und ihr könnt mir glauben, ich höre auf das, was Dr. Preusse mir sagt! Zum Schluss bekam ich wieder ein Lob mit auf den Weg: Ich hätte mich, wie sonst auch, total entspannt verhalten.

Irgendwann wird die Frage auftauchen: Was mach ich mit der Lücke? So lassen? Eine Brücke? Ein Implantat?
Auf Lücke ist eine kosmetische Frage, sieht man sie wenn ich lächel? Wenn ja, stört mich das? Für eine Brücke werden die beiden benachbarten Zähne abgeschliffen und überkront. Zähne, die in Ordnung sind, kaputtmachen? Ein Implantat ist aufwendig und die Nachwehen sind nicht nicht zu verachten. Mal gucken, wozu ich mich entscheiden werde.

Kein Sport

Ein Verhaltenshinweis bei der Entlassung aus dem Krankenhaus war, dass ich mich zwei Wochen nicht sportlich betätigen soll. Na ja, ich und Sport …

Eine Woche ist jetzt vergangen, in der ich mich recht vorsichtig verhalten habe. Gilt Treppensteigen vom Keller in die vierte Etage für eine untrainierte Person schon als Sport? Vor meinen Rückenproblemen habe ich das mit links gemacht und nach der OP war ich immer noch nicht hundertprozentig dazu in der Lage. Es ging, aber ich habe mich bemüht.

Und jetzt? Gestern war ich 3 x unten. Einkaufen, Müll entsorgen und eine Flasche Wein aus dem Keller holen. Die Treppen nach unten gehen ist ja nicht das Problem, aber dann wieder rauf. Zweimal hab ich den Lift genommen, einmal die Treppen.

Gut ist das ja auch nicht, wenn ich nichts mach, nicht mal die Treppen nach oben steige. Das wirft mich konditionell wieder zurück. Aber so ist es wohl besser und ich baue mich dann demnächst langsam wieder auf.

Ich darf auch drei Monate nicht autofahren, auch diesen Hinweis bekam ich bei der Entlassung mit auf den Weg. Gut, das verlernt man nicht, den Wagen hab ich eh nicht zur Verfügung weil der Gatte ihn für den Arbeitsweg benötigt. Und wenn ein Grosseinkauf notwendig ist, planen wir den so, dass wir das zu zweit erledigen können.

Nachlese und nachlesen


Seit meiner Enlassung aus dem Krankenhaus am Freitag letzter Woche ist nicht viel passiert. Wir haben die Tage überwiegend auf der Terrasse verbracht. Nach dem Krankenhausaufenthalt, auch wenn er nur von kurzer Dauer war, fühlte ich mich frei. Ich habe viel gelesen, habe in das Grün geschaut und dem den Vögeln zugehört. Mein Lieblingsvogel ist zurzeit die SenfgasmückeSumpfgrasmücke. Sie entzückt mit lautem und fröhlichem Gezwitscher meine Sinne und entlockt mir ein Lächeln. Wir haben drassen gefrühstückt und gegessen, wir haben gegrillt, Wein getrunken. Es war wie ein kleiner Urlaub.

Wir hatten geplant, am Pfingstsamstag notwendige Einkäufe zu erledigen. Dafür haben wir immer zwei Optionen: Zu Fuss in die Stadt zu gehen und bei REWE einkaufen oder den Wagen zu nehmen und zu Famila zu fahren. Da ich mich müde oder schlapp fühlte, fuhren wir zu Famila. Ja, man kann auch den Wagen nehmen und zu REWE fahren. Da muss man aber, wenn man nicht gleich morgens kommt, auf dem Parkdeck parken und den Einkaufswagen mittels eines Aufzugs hinaufbefördern. Ich habe eine Aversion gegen fremde Aufzüge, man weiss schliesslich nie, wer in der Kabine schon seine Viren hinterlassen und mit nach dem Toilettengang ungewaschenen Händen die Aufzugsknöpfe bedient hat. Allein während ich das hier schreibe, könnte ich mich schütteln.

Sonntag wollte mein Schatz nach Winsen zu seiner Stammtankstelle, wo der Bezinpreis immer sehr günstig ist. Ausserdem wollte er dort mal den Wagen waschen. Um hier mal rauszukommen, bin ich mitgefahren. Tanken konnten wir, waschen aber nicht. Die Waschanlage war geschlossen obwohl das reines Gewerbegebiet ist. Zurück zu Hause haben wir nur den Wagen abgestellt und sind gleich runtergegangen zur Elbe. Es war noch recht früh, deshalb waren kaum Menschen unterwegs.

Vom anderen Elbufer war der Kuckuck zu hören. Bei günstigem Wind hören wir ihn auch hier in der Wohnung. Allerdings war mir nicht sicher, ob er hier auf der Elbinsel ruft oder von Niedersachsen. OK, nun ist das auch geklärt. Dort drüben ist ein kleines Wäldchen, in dem er sich wohl aufhält.

Abends sassen wir noch lange draussen, haben Fledermäuse beobachtet, in den Sternenhimmel geschaut und nach Satelliten ausschau gehalten.

Pfingstmontag war ja wieder ein schöner Tag zum Draussensein. Es wird mir nie langweilig. Ich habe keine Nachrichten verfolgt, keine Blogs gelesen und kommentiert, es war wie Urlaub.

Gestern war ich dann wieder allein zu Hause. 31 Grad sollten es sein, gefühlt war es aber frischer hier oben im elbe-penthouse.de, der Wind war sehr angenehm und machte das Draussen erträglich.

Die Katzen waren ständig um mich herum. War ich draussen, waren sie auch draussen, ging ich mal rein, kamen sie mit rein. Glinda liebt Rosmarin. Wir haben ihr eine eigene Pflanze gekauft damit wir nicht unbeabsichtigt Rosmarin mit Fremdaromen ernten. Für den Eigenbedarf haben wir ein Stämmchen. Dort hatte Glinda auch schon mal dran geleckt, es wurde dann Zeit, dass sie ihren eigenen Kräutergarten bekam.

Unsere Wohnung hat sich während der kleinen Hitzewelle schon ziemlich aufgeheizt, das geht ja schnell unter dem Dach. Durch die grossen Fenster scheint die Sonne nahezu ungebremst von zwei Seiten in die Wohnung. Heute ist es ja ein wenig abgekühlt, aber die Abkühlung der Wohung dauert länger als das Aufheizen. Schlafen und kuscheln geht zurzeit nicht, nichtmal den Arm drüberlegen.

Heute Nachmittag gehe ich wieder zur Krankengymnastik. Habe dort schon angekündigt, dass es nicht so sportlich sein darf, ich darf nämlich 2 Wochen keinen Sport machen.

Jetzt gehe ich erstmal wieder raus in die Sonne und geniesse das Grün und die Vögel.

Nochmal Glück gehabt


Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass es hier ein paar Tage ruhig ist, aber jetzt gab es einen Grund, der nicht lustig ist.

Dienstagnacht, was war bereits ca. 00:20 Uhr am Mittwoch morgen, weckte mich die Blase. Ich tat, was in solchen Fällen zu tun ist, trank in der Küche ein Glas Wasser (deshalb die genaue Uhrzeit) und legte mich wieder zu meinem Schatz ins Bett und kuschelte mich an ihn. Ich schlief nicht gleich ein und nach einer Weile wollte ich m ich auf die andere Körperseite legen. Da hakte was, ich kriegte den Dreh nicht hin, mein linker Arm und mein linkes Bein stützten mich nicht ab. Als es nach mehreren Versuchen nicht funktionierte, hatte ich schon eine Befürchtung, was passiert sein könnte. Ich weckte meinen Schatz und wollte ihm sagen, dass ich wohl einen Schlaganfall hätte. Tja, ich konnte mich zwar verständlich machen, aber recht mühsam. Mein Schatz rief sofort den Notruf 112. Nach ein paar Minuten war der Rettungswagen vor Ort.

Zweit Sanitäter bemühten sich um mich, machten Tests und fragten mich, was passiert sei, was ich beantworten konnte, aber eben mit eingeschränkter Sprachmöglichkeit. Ich bekam einen Tropf angeschlossen und wurde auf einem Transportstuhl in den Aufzug geschoben, vor dem KTW wurde ich auf die fahrbare Trage umgebettet und dann ging es mit Blaulicht ins Krankenhaus nach Reinbek. Hier in Geesthacht gibt es zwar auch ein Krankenhaus, aber dort gibt es keine Stroke Unit. Eine Alternative wäre das Bethesda Krankenhaus in HH-Bergedorf, aber dort war geschlossen oder kein Platz.

In der Notaufnahme der Stroke Unit kümmerten sich mehrere Personen um mich. Ich musste Fragen beantworten, es wurden Tests gemacht. Eine Untersuchung im CT wurde gemacht. Mein linker Arm hat diverse blaue Stellen, an denen versucht wurde, mir was zu spritzen oder was anzuschliessen. Ständig wurde gesprüht und gepiekt Es sieht aus, als wäre ich mishandelt worden. Als man dort nichts mehr mit mir anfangen konnte, kam ich auf eine Überwachungsstation. Ein EKG-Monitor wurde an die Gnupsis angeschlossen, die man mir schon im KTW, aufgepappt hatte, eine Bluddruckmanschette wurde mir um den rechten Oberarm gelegt, am linken Zeigefinger wurde auch irgendwas gemessen, ein Tropf tropfte irgendwas in mich rein. Ich war jetzt verkabelt und verstöpselt.

An Schlaf war für den Rest der Nacht nicht mehr zu denken. Ständig kam jemand rein, auch für das Nachbarbett, in dem eine frischoperierte Dame lag. Irgendwann kam Bernd und brachte mir das übliche Zeug, was man im Krankenhaus benötigen könnte. Wir redeten noch eine Weile und wir bemerkten, dass ich schon viel besser sprechen konnte.

Mittwoch morgen ging es dann weiter: Was ist passiert? Wie haben sie es bemerkt? Machen sie mal dies, machen sie mal das. Arm und Bein gehorchten schon recht gut, es waren kaum noch Störungen vorhanden. Mehrmals wurde ich dementsprechend getestet, mehrmals bekam ich zu hören, dass es mein Glück war, dass wir sofort reagiert hätten.

Plötzlich bekam ich eine dicke Lippe und eine dicke Hamsterwange. Das war keine Folge des Schlaganfalls, zwei Medikamente hatten in meinem Körper streit angefangen und vertrugen sich nicht. Ich bekam einen neuen Tropf mit etwas abschwellendem. Der Neurologe hat sich damit beschäftigt und herausgefunden, dass das blutdrucksenkende Medikament, welches ich schon lange nehme, der Auslöser der Schwellung war.

Mittags bekam ich was zu essen, mageres Schweinefleisch, Klösse und Gemüse. Da immer am Vortag für den nächsten Tag nach den Wünschen gefragt wird, bekam ich wohl etwas, was ein entlassener Patient nicht mehr essen konnte. Ich konnte ohne Probleme mit Messer und Gabel essen!

Abends gab es Brot, Käse, Wurst und ….. Butter! (Insider für Martin).

Meine Bettnachbarin wurde „auf Station“ gebracht und ich hatte das Zimmer alleine. Ich hatte das Bedürfnis, mich zu bewegen, so gut es die Kabellage zuliess, die war zum Glück ziemlich lang. Und so konnte ich ein paar Schritte im Zimmer machen, was mir sehr gut tat und was auch ohne Probleme funktionierte, ich war also wieder voll funktionsfähig – super. Es wurden weitere Untersuhungen vorgenommen, wie z.B. Ultraschall der Halsvenen und des Herzens. Die Ergebnisse sind nicht besorgniserregend.

Die Hoffnung auf eine ruhige Nacht erfüllte sich nicht. Am frühen Abend wurde ein neuer Patient hereingschoben. Ich fragte abends nach einer Schlaftablette, ich bekam eine halbe und wurde in einen leichten Dämmerzustand versetzt. Am Tag danach (gestern) war ich morgens recht unmunter.

Die Schwellung im Gesicht ging langsam zurück. Mir wurde schon in Aussicht gestellt, dass ich am nächsten Tag entlassen werden könnte. Ich hatte mich angmeldet für die Nutzung eines Einzelzimmers gegen Bezahlung. Leider war keins frei. Also eine weitere Nacht verkabelt und mit mehreren Besuchen von Ärzten und Pflegepersonal.

Donnerstag wurde ein MRT meines Kopfes bzw. meines Gehirns vorgenommen. Ja, da ist zu sehen, dass ich einen Schlaganfall hatte. Im Entlassungsbericht steht genau drin, was da zu sehen ist. Hab dann wohl jetzt einen Dachschaden.

Wieder ein unruhiger Tag. Der neue Bettnachbar brauchte besondere Pflege, u.a. Augentropfen und 2 x täglich die Entleerung seines Stomas …. nicht sehr angenehm. Abends liess ich mir wieder eine halbe Schlaftablette geben. Die Überwachungsgeräte hatten aber eine Fehlfunktion, die nicht abgestellt werden konnte. In Abständen piepte es immer unangenehm. Ich hoffte ja, dass ich nicht noch eine Nacht dortbleiben müsste.

Heute Morgen dann die erlösende Nachricht: Ich darf nach Hause. Der Chefarzt der Neurologie kam und überbrachte mir die Nachricht. Wir sprachen noch über dies und das. Die nächsten beiden Wochen soll ich mich nicht überanstrengen. Andere Medikamente soll ich nehmen (für die nächsten Tage wurde ich versorgt), d.h. ich brauche ein Rezept, dazu benötige ich einen Termin beim Hausarzt. Der Neurolage sagte noch mal, dass ich sehr sehr viel Glück gehabt hätte, das war ein Schuss vor den Bug. Mein anfänglicher Eindruck, dass es sich um einen leichten Schlaganfall handelte, weil sie Symmptome so schnell wieder weg waren, zerstreute er gnadenlos: Sie hatten einen schweren Schlaganfall. Also war das nicht nur ein Schuss, dass war ein Torpedo vor den Bug!

Als klar war, dass ich entlassen werde, rief ich Bernd an, damit er mich abholen kann. Und jetzt sind wir froh und glücklich, dass alles gut ausgegangen ist.

Also liebe Leute: Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist sofortiges handeln angesagt. Nicht erst warten bis zum Morgen, mal gucken, wird schon wieder, nein, sofort zum Telefon greifen und 112 wählen!

Ich hatte im Krankenhaus nur mit sehr nettem Pflegepersonal und Ärzten zu tun, wobei Reinbek gar nicht meine erste Wahl gewesen wäre, Das Bethesda Krankenhaus in Bergedorf ist mir sympathischer weil neuer. Aber letztlich kommt es ja darauf an, wie mit den Patienten umgegangen wird und dass einem geholfen wird. Ich hatte das Glück, ganz in der Nähe des Waschbeckens zu liegen. Die Kabellage war lang genug, dass ich dort Zähne putzen und mich etwas frisch machen konnte.

Nachdem ich versucht habe, die Eregnisse der letzten Tage zu dokumentieren, werde ich jetzt die Krankenhausatmosphäre abduschen während mein Schatz was zu essen macht.

Frohe Pfingsten und bleibt schön gesund!