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Ein Traum und die Realität

Der Traum:
Einer meiner Onkel, der schon ca. 20 Jahre tot ist, stand in meiner Küche, die irgendwie gar nicht meine Küche war, und hantierte mit Blumenerde. Ich glaube, dieser Onkel hat Zeit seines Lebens nie mit Blumenerde hantiert.

Wie dem auch sei, ein wenig Blumenerde verteilte sich auf der Arbeitsplatte. Das fand besagter Onkel so lustig, dass er mit den Händen in die Blumenerdetüte griff und Blumenerde grosszügig in der Küche verteilte.

Ich rastete aus und schrie ihn an „Du Schwein, verlass sofort meine Wohnung, hau ab!“. Ich griff den Onkel mit beiden Händen an seinen Klamotten und schob ihn zur Tür. Um der Sache mehr Nachddruck zu verleihen, stiess ich ihm mit meinem Knie.

Die Realität:
Ich wurde in dem Moment wach, in dem ich mein Knie in den Rücken meines Schatzes rammte, der ahnungslos neben mir im Bett lag und schlief. Muss heftig gewesen sein, er knurrte uns sagte „Aua!“.

Geredet haben wir nicht weiter, wir kuschelten uns aneinander und er schlief wieder ein. Ich konnte lange nicht einschlafen. Nach dem Körpereinsatz war ich hellwach. Vieles ging mir durch den Kopf, das mit dem Traum nun absolut nichts zu tun hatte. Aber keinen Gedanken konnte ich klar fassen oder länger verfolgen.

Dieser Traum hatte eine neue Dimension, ich war der Angreifer. Bisher war es so, dass ich mich im Traum gegen Angreifer verteidigen musste, was ich, unmännlich, durch beissen versuchte. Dabei habe ich meinem Schatz schon mal kräftig in die Schulter gebissen.

Ist wohl nicht ganz ungefährlich, neben mir im Bett zu liegen.

Tschüss Auto


Es ist nur ein Auto, trotzdem waren wir heute morgen ein wenig traurig, dass wir unseren Volvo heute abgeben würden. Fast 9-1/2 Jahre hat er uns dahingefahren, wo wir hinwollten. Wir sind immer heil und gesund wieder nach Hause gekommen. Das, und 107.000 gefahrene Kilometer, schweissen zusammen.

Unfallfrei war die Zeit nicht. Vor 4 Jahren gab es einen Auffahrunfall weil der Vordermann sich im letzten Moment umentschied und wieder bremste nachdem er schon angefahren war.

Zweimal musste der Wagen in der Werkstatt, man kann sagen aus Pannengründen. Einmal war es ein Federbruch, zu Hause als ich rückwärts aus dem Carport fahren wollte. In diesem Jahr musste gab es eine Motorreparatur, die nicht billig war. Wäre die nicht gewesen, wären wir den Volvo vermutlich weitergefahren. Wir entschieden uns, ein neues Fahrzeug anzuschaffen. Neue Sommerreifen wären auch notwendig gewesen.

Ein paar persönliche Erinnerungen hängen an dem Wagen: Meine Mutter hat ihn bezahlt und unsere beiden Mütter, die auch schon 6 Jahre nicht mehr unter uns weilen, sind dort mitgefahren.

Bei Krüll Curslacker Neuer Deich in Hamburg-Bergedorf wurden wir immer freundlich und zuvorkommend behandelt. Zuletzt waren wir dort im April zur Inspektion. Wir waren schon ein etwastraurig, als wir uns dort verabschiedeten. Der Vertrag für den neuen Wagen war da schon unterschrieben.

Heute haben wir unseren jahrelangen Gefährten verkauft. Am einfachsten wäre es gewesen, wir hätten ihn in Zahlung gegeben. Aber das Angebot und die Abwicklung vorab waren nicht zufriedenstellend. Als man nochmal 1000 Euro abziehen wollte weil wir keine Sommerreifen haben, obwohl wir das bei der Aufnahme der Fahrzeugeinzelheiten angegeben hatten, haben wir davon Abstand genommen.

Wir haben uns dann mit wirkaufendeinauto.de beschäftigt. Online gibt man die Fahrzeugdaten ein und erwähnt eventuelle Schäden. In wenigen Minuten bekommt man ein Angebot, in diesem Fall ganz knapp über 10.000 Euro. Da haben wir natürlich zugeschlagen und uns für heute angemeldet.

Der Wagen wurde äusserlich eingehend auf Schäden untersucht, der junge Mann machte eine Probefahrt, Fotos wurden gemacht. Die wurden, zusammen mit den Erkenntnissen der Untersuchung, an eine externe Stelle geschickt. Nach wenigen Minuten hatten wir die Bestätigung, dass das ursprüngliche Angebot bestehen bleibt. Ich unterschrieb einen Verkaufsvertrag – und dann waren wir autolos und mussten mit dem Bus zurück in die kleine Stadt an der Elbe.

Zum Abschied klopfte ich dem Volvo mit der Hand nochmal aufs Dach, „Tschüss Auto!“.

Kabellos …. durch die Nacht


Die Ralley geht weiter. Vorige Woche war ich zum Blutabnehmen beim Hausarzt. Heute bekam ich ein Langzeit-EKG verpasst. Ich befürchtete schon, dass ich nun bis morgen mit dem Gebamsel von diversen Kabeln herumschlagen muss, was besonders in der Nacht hinderlich und störend sein kann. Gerne löst sich da auch mal ein Sensor von meiner behaarten Brust, was ein Ergebnis so gut wie unmöglich macht. Ich hatte mir schon die Frage zurechtgelegt, wo man das denn ausschalten könne falls ich schlaflos im Bett liege weil mich das Ding nervt, was das Ergebnis des EKG sicher negativ beeinflusst.

Überrascht war ich, als mir heute Morgen ein „Propeller“ aufgepappt wurde, ganz ohne Kabel. Ich bin begeistert. Auch die MTA findet das Teil toll, es sei viel besser als das olle Teil mit den Kabeln.

Die Daten werden in dem kleinen Kästchen in der Mitte gesammelt und von dort auch an die Software gesendet. Ein Test zeigte auf dem Bildschirm, dass alles einwandfrei funktionierte. Ich bekam noch ein „Patientenprotokoll“, in dem ich meine Tätigkeiten während des Tages eintragen soll, z.B. „leichte Hausarbeiten“, „lesen“, „PC-arbeiten“ usw.

Ich hoffe auf eine ungestörte Nachtruhe. Sollte ich des nachts mal eine Schlaflosphase haben, werde ich das nicht protokollieren, ich weigere mich nämlich, nachts auf den Wecker zu schauen und nachzusehen, wie spät es denn ist.

Heute wäre es gewesen


Statt hier im herbstlichen Wetter zu sitzen, wären wir eigentlich auf dem Weg in den sonnigen Süden gewesen. Heute wäre unser Flug nach Palma de Mallorca gestartet, um dort auf das neueste Schiff der Flotte von TUICruises zu gehen, der „Mein Schiff Flow“. Es stellte sich dann heraus, dass es einen Denkfehler bei unserer Katzensitterin gab bezüglich des Termins und sie mit ihrem Mann eine Ferienwohnung auf Amrum gebucht hat. Wir haben die Reise dann umbuchen können und fahren nächstes Jahr im März stattdessen mit dem ältesten Schiff der Flotte, der „Mein Schiff 3“ entlang der norwegischen Küste bis zum Nordkapp, mit der Aussicht auf Nordlichter.

Aber manchmal weiss man vorher gar nicht, dass es wohl alles richtig ist, wie es gekommen ist. Denn ich habe ja seit längerem Probleme mit meinem einen linken Bein. Ausflüge und Spaziergänge in den Metropolen des westlichen Mittelmeeres wären für mich problematisch, wenn nicht gar unmöglich gewesen. Es sollte wohl alles so sein. Ich hoffe, und drückt mir bitte alle Daumen, dass ich in sechs Monaten fit für die Kreuzfahrt bin.

In aller Frühe

Schon vor halb 7 stand ich heute Morgen an der Bushaltestelle und wartete auf den Bus, der mich als Teilstrecke in die grosse Stadt an der Elbe bringen sollte. Für den arbeitenden Bürger ist das wohl eine normale Zeit, aber als Rentner drehe ich mich da nochmal in den Pfühlen um.

Als ich da so stand und meinen müden Blick durch die Häuserschlucht schweifen liess, fiel dieser auf eine Nebelwolke am Geesthang. Schnell zückte ich das neue fogfarbene mobile Datengerät und machte das erste Foto, passend zur Farbe vom Nebel. Es lässt sich nicht verleugnen: Der Herbst naht – leider.

Der Bus war widererwarten recht leer. Die S-Bahn ab Bergedorf füllte sich auf dem Weg nach Hamburg. Aber ich hatte meinen Sitzplatz, bedrängt durch arbeitendes Volk, welches nach Hamburg strebte, wurde ich aber nicht, es war eine entspannte Fahrt.

Am Bahnhof Dammtor, dem Paradebahnhof für Staatsbesuche, stieg ich aus und machte mich auf in die nahe Praxis für Neurochirurgie, wo ich um 8 Uhr einen Termin hatte. Ich war natürlich viel zu früh, das war aber so von mir kalkuliert. Denn ich weiss gerade morgens nie, wie mein Bewegungsapparat in der Lage ist, mich zu transportieren. Ich setzte mich im denkmalgeschützten Treppenhaus auf die Stufen und machte das 2. Foto mit dem neuen Datengerät, nämlich von dieser Leuchte, die im Treppenhaus unter der stuckverzierten Decke hängt.

Kurz vor 8 Uhr erschien der MTA der Praxis und liess mich in die herrschaftlichen Räume ein. Der Grund meiner Anreise nach Hamburg war nicht, wie ihr schon vermutet habt, die Bewunderung des alten Kaiserbahnhofs und denkmalgschützter Praxisräume. Ich wollte endlich wissen, was das für Schmerzen sind, die plagen wenn ich aus dem Bett steige.

Ich erklärte dem Doc, welche Schmerzen ich etragen muss und wo sich der Schmerzpunkt befindet. Was ich schon telefonisch erfahren hatte, wurde heute bestätigt: Das MRT vom letzten Montag lassen sich die Schmerzen nicht ableiten, die OP von Ende Februar war erfolgreich. Es könnte sich um eine Schleimbeutelentzündung handeln. Das muss aber ein Orthopäde abklären. Ich bekam ein Rezept für ein anderes Schmerzmittel, welches ich in Kombination mit Novalgin nehmen soll, Etoricoxib heisst es. Und ich soll mir einen Termin bei einem Orthopäden geben lassen … Ich gehe mit dem Gedanken schwanger, mich mit dem Problem an meinen Homöopathen zu wenden. Der befasst sich auch mit dem menschlichen Bewegungsapparat.

Gehofft hatte ich ja, dass der Doc zu mir sagt, ich soll mal blankziehen und er mir dann eine Spritze verpasst. Aber wenn das nicht seine Baustelle ist, kann man nichts machen – leider. Immerhin weiss ich, dass mein Rücken in Ordnung ist.

Das war nichts

Heute geht der zweiwöchige Urlaub meines Schatzes zu Ende. Viel haben wir davon nicht gehabt, ausser, dass Schatz auschlafen konnte und wir gemeinsame Zeit verbringen konnten, so gut es mir eben ging.

Am letzten Arbeitstag vor dem Urlaub war alles noch wunderbar. Ich verrichtete notwendige Haushaltsdinge und bereitete das Essen für den Abend vor. Irgendwann wurde ich gewahr, dass mir alles ausserordentlich gut von der Hand ging, ohne Schmerzen hier, ohne Zipperlein da, solche Tage sind selten.

In der folgenden Woche änderte sich alles. Es war ein schleichender Prozess, nichts, dass sich sagen liesse: Ups, das war jetzt aber eine blöde Bewegung. Ich wollte in den Keller, wie immer ging ich die Stufen hinunter. Ich merkte, dass bei jeder Stufe ein Schmerz im linken Oberschenkel ausglöst wurde, der stärker wurde, je näher ich dem Keller kam. Tja, und das war es dann.

Mein Psychische folgte mir den Keller, ich bewegte mich nur noch sehr vorsichtig. Mit mir war nichts mehr los, begleitet von Appetitlosigkeit. Und mein Schatz machte sich natürlich sorgen um mich. Nachts mal für einen Toilettengang aufstehen – ein Drama mit diversen „aua“ und mit stöhnen. Mein Neurochirurg war wegen Urlaubs nicht erreichbar. Am Freitagmorgen suchte ich die Hausarztpraxis auf, ich berichtete.

Tagsüber komme ich ganz gut zurecht. Zum Schlafen hab ich eine schmerzfreie Liegeposition gefunden, aber beim Aufstehen könnte ich manchmal schreien und mir wird leicht übel vor Schmerzen.

Die 2. Urlaubswoche startete ja mit dem neuen MRT. Normalerweise machen wir gemeinsam notwendige Dinge im Haushalt. Den grössten Teil bestritt jetzt Bernd. Mich gar nicht mehr zu bewegen, kann auch nicht hilfreich sein, und so machte ich dies und das im Rahmen meiner Möglichkeiten. Ein entspannter Urlaub geht anders. Obwohl ich an der Misere absolut keine Schuld trage, bin ich doch sehr traurig, dass ich meinem Schatz den wohlverdienten Urlaub versaut habe.

Morgen früh um 8 Uhr habe ich einen Termin zur Untersuchung bei meinem Neurochirurgen. Mit Bus und Bahn werde ich mich rechtzeitig auf den Weg machen. Das MRT ist ja angeblich „ohne Befund“. Der Schmerz im Oberschenkel, der mich umhaut, steckt seitlich-vorn. Ich hoffe, der Doc findet, was den Schmerz auslöst und wie man das beheben kann. Ich wäre sehr dankbar für eine entspannte Nacht.

Eine neue Ralley?

Es geht hier nicht um Börsenkurse oder um Öl- und Goldpreise, es geht um mich, um meine Gesundheit. Nämlich seit Mitte letzter Woche macht mir mein Bewegungsapparat arg zu schaffen. Novalgin, begleitet von Ibu 600, gehört wieder zu meinem Alltag. Tagsüber ist es auszuhalten, aber nachts gibt es Situationen, in denen ich schreien könnte.

Mein Neurochirurg, der im Juni schon angedeutet hatte, dass eine neuerliche MRT-Untersuchung vielleicht ins Auge zu fassen sei, hatte seinen wohlverdienten Urlaub. Ich hoffte, bis in diese Woche über die Runden zu kommen. Leider waren die Schmerzen am Freitag so stark, dass ich meinen Hausarzt aufsuchte weil ich befürchtete, des könnte sich um ein organisches Problem im Unterbauch handeln. Brav beantwortete ich seine Fragen, ob es jetzt hier oder dort wehtut, wenn er da drück. Nein, tat es nicht. Viel mehr konnte er auch nicht machen, ausser mir eine Überweisung zum Neurochirurgen zu geben.

Gestern, Montag, kam dann etwas Bewegung in die Sache. Der Neurochirurg war aus dem Urlaub zurück. Telefonisch bekam ich den Rat für ein MRT. Bernd fuhr nach Hamburg und holte die Überweisung ab. Noch aus der S-Bahn übermittelte er mir ein Foto der Überweisung. Ich rief dann sofort beim Institut an und bekam, wer hätte das gedacht, noch für nachmittags einen Termin.

Das MRT sollte ohne und mit Kontrastmittel durchgeführt werden. Dazu war es notwendig, mir einen Zugang zu legen. Meine Venen hatten aber keine Lust auf Kontrastmittel, zwei Mitarbeiterinnen versuchten sich vergeblich daran. Ein Arzt musste kommen, der es dann schaffte, mir den benötigen Zugang zu legen.

Nach der Untersuchung musste ich ja vom Tisch wieder runter, was sich wegen der Schmerzen als äusserst schwierig gestaltete. Was ich auch versuchte, es war schmerzhaft, sehr schmerzhaft. Aber ich musste ja nun runter von dem Ding. Die Mitarbeiterin zog mich an der Hand hoch – und damit hatte ich mir den Rest des Tages, und auch die Nacht versaut. Jede Bewegung schoss mir Schmerzhaft in den linken Oberschenkel. Ich weiss nicht, ob Novalgin und Ibu überhaupt geholfen haben. Wenn ja, möchte ich lieber nicht wissen, wie sich die Schmerzen ohne die Medis angefühlt hätten.

Zurück zu Hause scannte ich gleich die Zugangsdaten für die vielen Foto ein und schickte die per Mail an die Praxis. Der Doc wird sich das angucken und dann entscheiden, was notwendig ist. Ich warte jetzt auf eine Nachricht. Mit viel Glück reichen Spritzen, um mich wieder schmerzfrei zu machen.

Die vergangene Nacht war sehr unangenehm. Ich schlafe zurzeit eh nur auf der linken Seite weil ein Drehen im Bett auf die rechte Seite mit Schmerzen verbunden ist und wenn ich das geschafft habe, kann ich auf der rechten Seite auch nicht schmerzfrei liegen. Nun ist es ja so, dass der alte Mann des nachts mal zur Toilette muss. Aufstehen muss ich nach rechts, wofür ich mehrere Anläufe brauchte, und die waren sehr sehr schmerzhaft. Bernd brachte mir Novalgin ans Bett. Ja, das hat die Sache dann erleichtert. Aber puh, sowas brauch ich wirklich nicht. Ein weiterer Gang im Lauf der Nacht ging dann recht glimpflich vonstatten.

Beim Duschen heute Morgen musste ich mich auf der Duscharmatur abstützen, nach dem Abtrocknen sass ich erstmal eine Weile auf dem Badewannenrand. Leider musste mein Schatz heute morgen einen wichtigen Termin allein wahrnehmen. Ich wäre gern mitgekommen und ich bin auch traurig, dass das nicht möglich war. Inzwischen, nach der 2. Novalgindosis, geht es mir wieder besser und ich kann mich ganz gut bewegen.

Ich hoffe sehr, dass ich der Doc bald meldet, damit ich weiss, wie es weitergehen wird. Spritzen in den Rücken sind nicht der Hit, aber besser, als sich zu quälen.

Die erste Hälfte haben wir geschafft


1. Juli 2026, es beginnt die zweite Jahreshälfte.

Die erste Hälfte habe ich mehr schlecht als recht überstanden, teils mit Ansage, teils überraschend.

Ende Februar wurde endlich die OP an der Lendenwirbelsäule durchgeführt und die Spinalkanalstynose beseitigt. Grosses aufatmenen Momente danach: Ich bin wieder mobil, ich kann wieder uneingschränkt gehen, fast schmerzfrei. Die Nachwehen waren jedoch stärker als erwartet: Es muss sich erstmal alles wieder zusammenfügen und hinbiegen, das dauert eben. Geduld ist gefragt und das Alter nicht zu vergessen. Inzwischen hatte ich drei Verodnungen für Krankengymnastik. Eine vierte liegt hier bereit und wartet auf Einlösung. Wenn ich es recht überlege, werde ich sie wohl nicht in Anspruch nehmen. Es scheint Frotschritte nach der letzten KG gegeben zu haben, bzw. ohne KG. Ausserdem nervt es mich, ständig Termine einhalten zu müssen.

Während ich noch im Krankenhaus lag, machte unser Wagen Probleme. Länger als eine Woche war das Auto in der Werkstatt. Ersatzteile mussten aus Schweden herangeschafft werden. Als wir den Wagen abholten, waren wir eine vierstellige Summe ärmer. Wir machten einen Kassensturz und ich bat meinen Schatz, sich im Rahmen unser finanziellen Möglichkeiten nach einen neuem Fahrzeug umzuschauen.

Im März machte ein Zahn Probleme. Der Zahnarzt meines Vertrauens konnte auf dem Röntgenbild nichts feststellen. Die Kaufläche wurde etwas abgeschliffen, dann ging es wieder. Ich merkte aber, dass da nicht alles so ist, wie es sein sollte. Ein Besuch beim Kieferchirurgen würde unvermeidlich sein.

Die für März geplante Kreuzfahrt haben wir auf Empfehlung des Neurochirurgen storniert. Ich wollte die OP ja bis nach der Kreuzfahrt hinauszögern. War gut, dass das vorher erledigt wurde, die Kreuzfahrt hätten wir nicht geniessen können.

Im Mai, kurz vor Pfingsten, dann der Hammer: Der Schlaganfall! Sowas kommt natürlich völlig unvorbereitet. Zum Glück haben wir beide schnell reagiert. Als ich merkte, was mit mir los war, war mir bewusst, dass es nur ein Schlaganfall sein konnte. Bernd sprang sofort aus dem Bett nachdem ich geweckt habe und hat 112 angerufen. Diverse Ärzte im Krankenhaus haben mir mehrmals versichert, dass ich ganz grosses Glück gehabt habe. Ich bin sehr glücklich, dass ich das ohne Nachwirkungen überstanden habe.

Kurz vor der Hitzewelle hatte ich dann einen Termin beim Kieferchirurgen. Tja, nun habe ich einen freien Platz im Esszimmer. Vorgestern wurde der Faden entfernt. Jetzt steht die Frage im Raum, was ich mit dem freien Platz machen lassen soll, eventuell unbesetzt lassen. Falls ich mich für eine Brückenlösung oder für ein Implantat entscheide – in den ersten 6 Monaten diesen Jahres hatte ich genug Arzttermine. Ich will meine Ruhe und hoffe, dass ich in der zweiten Jahreshälfte davon verschont bleibe.

Die Katzen machen uns nach wie vor viel Freude und zeigen uns auf die eine oder andere Weise ihre Zuneigung. Glinda schleppt nachts Spielzeug als ihre Darbierung durch die Wohnung und mauzt dabei laut. Manchmal höre ich das, manchmal nicht. In der letzten Nacht war es nach 1 Uhr als ich sie hörte. Der Plüschfisch lag dann heute Morgen im Arbeitszimmer. Im Moment haaren beide sehr stark. Wir vermuten, dass das eine Folge der Hitze ist.

Zurzeit geniessen wir die Abkühlung. 30 Grad war der Höhepunkt in der Wohnung, jetzt sind es nur noch 24,2 Grad. Nachts kann man wieder eine Decke vertragen und auch ein dezentes Kuscheln ist möglich.

So, dann wollen wir mal sehen, ob die zweite Jahreshälfte besser wird, persönlich. Auf politische Befindlichkeiten will ich hier und heute nicht eingehen.

Jetzt auch das noch


Kurz nach meiner Rücken-OP hatte ich ja Probleme mit meinem Esszimmer. Mein Lieblingszahnarzt schleifte (oder schliff?) den Problemzahn ab und ich konnte wieder kraftvoll zubeissen. In den letzten Wochen merkte ich aber, dass der Zahn nicht in Ordnung ist. Ich hatte zwar keine Schmerzen, aber da war was. Mein Lieblingskieferchirurg war bereits informiert worden.

Jetzt war mir die Sache zu unsicher. Ich vermied das Kauen auf der rechten Seite weil ich befürchtete, dass ich den Zahn plötzlich in mehreren Teilen im Mund hätte. Ein Termin bei Dr. Preusse war schnell gemacht. Er sah sich das Röntgenbild an, was ihm mein Zahnarzt geschickt hatte, auf dem aber nichts zu sehen ist. Und jetzt wurde es unangenehm: Mit irgendwelchen Gerätschaften wurde unter dem Zahnfleisch „getastet“, und es wurde festgestellt, dass der Zahn lose ist. „Soll ich den gleich rausnehmen?“ – „Wenn du jetzt Zeit hast, mach ihn wech!“. Ich bekam zwei Betäubungsspritzen und zog dann in den OP-Raum um.

Das OP-Besteck lag schon zugedeckt bereit. Zugedeckt vermutlich deshalb, damit es steril bleibt und der Patient bekommt nicht gleich einen Schock wenn er die Folterinstrumente sieht. Mein Gesicht wurde steril abgedeckt. „Bitte die Zange!“ Tja, und dann war das Übel draussen. Mit ein paar Stichen wurde das Loch vernäht und ich bekam Anweisungen, was ich die nächsten Tage darf, welche Medikamente ich nehmen soll usw.

Jetzt heisst es wieder zwei Tage nur Flüssignahrung, also Suppe. Freitag und Samstag weiche Kost, wie Brei oder Pasta. Sonntag darf ich wieder normal essen. Zähneputzen rund um die Wunde bis zum Fadenziehen ist untersagt. Und ihr könnt mir glauben, ich höre auf das, was Dr. Preusse mir sagt! Zum Schluss bekam ich wieder ein Lob mit auf den Weg: Ich hätte mich, wie sonst auch, total entspannt verhalten.

Irgendwann wird die Frage auftauchen: Was mach ich mit der Lücke? So lassen? Eine Brücke? Ein Implantat?
Auf Lücke ist eine kosmetische Frage, sieht man sie wenn ich lächel? Wenn ja, stört mich das? Für eine Brücke werden die beiden benachbarten Zähne abgeschliffen und überkront. Zähne, die in Ordnung sind, kaputtmachen? Ein Implantat ist aufwendig und die Nachwehen sind nicht nicht zu verachten. Mal gucken, wozu ich mich entscheiden werde.

Kein Sport

Ein Verhaltenshinweis bei der Entlassung aus dem Krankenhaus war, dass ich mich zwei Wochen nicht sportlich betätigen soll. Na ja, ich und Sport …

Eine Woche ist jetzt vergangen, in der ich mich recht vorsichtig verhalten habe. Gilt Treppensteigen vom Keller in die vierte Etage für eine untrainierte Person schon als Sport? Vor meinen Rückenproblemen habe ich das mit links gemacht und nach der OP war ich immer noch nicht hundertprozentig dazu in der Lage. Es ging, aber ich habe mich bemüht.

Und jetzt? Gestern war ich 3 x unten. Einkaufen, Müll entsorgen und eine Flasche Wein aus dem Keller holen. Die Treppen nach unten gehen ist ja nicht das Problem, aber dann wieder rauf. Zweimal hab ich den Lift genommen, einmal die Treppen.

Gut ist das ja auch nicht, wenn ich nichts mach, nicht mal die Treppen nach oben steige. Das wirft mich konditionell wieder zurück. Aber so ist es wohl besser und ich baue mich dann demnächst langsam wieder auf.

Ich darf auch drei Monate nicht autofahren, auch diesen Hinweis bekam ich bei der Entlassung mit auf den Weg. Gut, das verlernt man nicht, den Wagen hab ich eh nicht zur Verfügung weil der Gatte ihn für den Arbeitsweg benötigt. Und wenn ein Grosseinkauf notwendig ist, planen wir den so, dass wir das zu zweit erledigen können.