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Kein Sport

Ein Verhaltenshinweis bei der Entlassung aus dem Krankenhaus war, dass ich mich zwei Wochen nicht sportlich betätigen soll. Na ja, ich und Sport …

Eine Woche ist jetzt vergangen, in der ich mich recht vorsichtig verhalten habe. Gilt Treppensteigen vom Keller in die vierte Etage für eine untrainierte Person schon als Sport? Vor meinen Rückenproblemen habe ich das mit links gemacht und nach der OP war ich immer noch nicht hundertprozentig dazu in der Lage. Es ging, aber ich habe mich bemüht.

Und jetzt? Gestern war ich 3 x unten. Einkaufen, Müll entsorgen und eine Flasche Wein aus dem Keller holen. Die Treppen nach unten gehen ist ja nicht das Problem, aber dann wieder rauf. Zweimal hab ich den Lift genommen, einmal die Treppen.

Gut ist das ja auch nicht, wenn ich nichts mach, nicht mal die Treppen nach oben steige. Das wirft mich konditionell wieder zurück. Aber so ist es wohl besser und ich baue mich dann demnächst langsam wieder auf.

Ich darf auch drei Monate nicht autofahren, auch diesen Hinweis bekam ich bei der Entlassung mit auf den Weg. Gut, das verlernt man nicht, den Wagen hab ich eh nicht zur Verfügung weil der Gatte ihn für den Arbeitsweg benötigt. Und wenn ein Grosseinkauf notwendig ist, planen wir den so, dass wir das zu zweit erledigen können.

Nachlese und nachlesen


Seit meiner Enlassung aus dem Krankenhaus am Freitag letzter Woche ist nicht viel passiert. Wir haben die Tage überwiegend auf der Terrasse verbracht. Nach dem Krankenhausaufenthalt, auch wenn er nur von kurzer Dauer war, fühlte ich mich frei. Ich habe viel gelesen, habe in das Grün geschaut und dem den Vögeln zugehört. Mein Lieblingsvogel ist zurzeit die SenfgasmückeSumpfgrasmücke. Sie entzückt mit lautem und fröhlichem Gezwitscher meine Sinne und entlockt mir ein Lächeln. Wir haben drassen gefrühstückt und gegessen, wir haben gegrillt, Wein getrunken. Es war wie ein kleiner Urlaub.

Wir hatten geplant, am Pfingstsamstag notwendige Einkäufe zu erledigen. Dafür haben wir immer zwei Optionen: Zu Fuss in die Stadt zu gehen und bei REWE einkaufen oder den Wagen zu nehmen und zu Famila zu fahren. Da ich mich müde oder schlapp fühlte, fuhren wir zu Famila. Ja, man kann auch den Wagen nehmen und zu REWE fahren. Da muss man aber, wenn man nicht gleich morgens kommt, auf dem Parkdeck parken und den Einkaufswagen mittels eines Aufzugs hinaufbefördern. Ich habe eine Aversion gegen fremde Aufzüge, man weiss schliesslich nie, wer in der Kabine schon seine Viren hinterlassen und mit nach dem Toilettengang ungewaschenen Händen die Aufzugsknöpfe bedient hat. Allein während ich das hier schreibe, könnte ich mich schütteln.

Sonntag wollte mein Schatz nach Winsen zu seiner Stammtankstelle, wo der Bezinpreis immer sehr günstig ist. Ausserdem wollte er dort mal den Wagen waschen. Um hier mal rauszukommen, bin ich mitgefahren. Tanken konnten wir, waschen aber nicht. Die Waschanlage war geschlossen obwohl das reines Gewerbegebiet ist. Zurück zu Hause haben wir nur den Wagen abgestellt und sind gleich runtergegangen zur Elbe. Es war noch recht früh, deshalb waren kaum Menschen unterwegs.

Vom anderen Elbufer war der Kuckuck zu hören. Bei günstigem Wind hören wir ihn auch hier in der Wohnung. Allerdings war mir nicht sicher, ob er hier auf der Elbinsel ruft oder von Niedersachsen. OK, nun ist das auch geklärt. Dort drüben ist ein kleines Wäldchen, in dem er sich wohl aufhält.

Abends sassen wir noch lange draussen, haben Fledermäuse beobachtet, in den Sternenhimmel geschaut und nach Satelliten ausschau gehalten.

Pfingstmontag war ja wieder ein schöner Tag zum Draussensein. Es wird mir nie langweilig. Ich habe keine Nachrichten verfolgt, keine Blogs gelesen und kommentiert, es war wie Urlaub.

Gestern war ich dann wieder allein zu Hause. 31 Grad sollten es sein, gefühlt war es aber frischer hier oben im elbe-penthouse.de, der Wind war sehr angenehm und machte das Draussen erträglich.

Die Katzen waren ständig um mich herum. War ich draussen, waren sie auch draussen, ging ich mal rein, kamen sie mit rein. Glinda liebt Rosmarin. Wir haben ihr eine eigene Pflanze gekauft damit wir nicht unbeabsichtigt Rosmarin mit Fremdaromen ernten. Für den Eigenbedarf haben wir ein Stämmchen. Dort hatte Glinda auch schon mal dran geleckt, es wurde dann Zeit, dass sie ihren eigenen Kräutergarten bekam.

Unsere Wohnung hat sich während der kleinen Hitzewelle schon ziemlich aufgeheizt, das geht ja schnell unter dem Dach. Durch die grossen Fenster scheint die Sonne nahezu ungebremst von zwei Seiten in die Wohnung. Heute ist es ja ein wenig abgekühlt, aber die Abkühlung der Wohung dauert länger als das Aufheizen. Schlafen und kuscheln geht zurzeit nicht, nichtmal den Arm drüberlegen.

Heute Nachmittag gehe ich wieder zur Krankengymnastik. Habe dort schon angekündigt, dass es nicht so sportlich sein darf, ich darf nämlich 2 Wochen keinen Sport machen.

Jetzt gehe ich erstmal wieder raus in die Sonne und geniesse das Grün und die Vögel.

Nochmal Glück gehabt


Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass es hier ein paar Tage ruhig ist, aber jetzt gab es einen Grund, der nicht lustig ist.

Dienstagnacht, was war bereits ca. 00:20 Uhr am Mittwoch morgen, weckte mich die Blase. Ich tat, was in solchen Fällen zu tun ist, trank in der Küche ein Glas Wasser (deshalb die genaue Uhrzeit) und legte mich wieder zu meinem Schatz ins Bett und kuschelte mich an ihn. Ich schlief nicht gleich ein und nach einer Weile wollte ich m ich auf die andere Körperseite legen. Da hakte was, ich kriegte den Dreh nicht hin, mein linker Arm und mein linkes Bein stützten mich nicht ab. Als es nach mehreren Versuchen nicht funktionierte, hatte ich schon eine Befürchtung, was passiert sein könnte. Ich weckte meinen Schatz und wollte ihm sagen, dass ich wohl einen Schlaganfall hätte. Tja, ich konnte mich zwar verständlich machen, aber recht mühsam. Mein Schatz rief sofort den Notruf 112. Nach ein paar Minuten war der Rettungswagen vor Ort.

Zweit Sanitäter bemühten sich um mich, machten Tests und fragten mich, was passiert sei, was ich beantworten konnte, aber eben mit eingeschränkter Sprachmöglichkeit. Ich bekam einen Tropf angeschlossen und wurde auf einem Transportstuhl in den Aufzug geschoben, vor dem KTW wurde ich auf die fahrbare Trage umgebettet und dann ging es mit Blaulicht ins Krankenhaus nach Reinbek. Hier in Geesthacht gibt es zwar auch ein Krankenhaus, aber dort gibt es keine Stroke Unit. Eine Alternative wäre das Bethesda Krankenhaus in HH-Bergedorf, aber dort war geschlossen oder kein Platz.

In der Notaufnahme der Stroke Unit kümmerten sich mehrere Personen um mich. Ich musste Fragen beantworten, es wurden Tests gemacht. Eine Untersuchung im CT wurde gemacht. Mein linker Arm hat diverse blaue Stellen, an denen versucht wurde, mir was zu spritzen oder was anzuschliessen. Ständig wurde gesprüht und gepiekt Es sieht aus, als wäre ich mishandelt worden. Als man dort nichts mehr mit mir anfangen konnte, kam ich auf eine Überwachungsstation. Ein EKG-Monitor wurde an die Gnupsis angeschlossen, die man mir schon im KTW, aufgepappt hatte, eine Bluddruckmanschette wurde mir um den rechten Oberarm gelegt, am linken Zeigefinger wurde auch irgendwas gemessen, ein Tropf tropfte irgendwas in mich rein. Ich war jetzt verkabelt und verstöpselt.

An Schlaf war für den Rest der Nacht nicht mehr zu denken. Ständig kam jemand rein, auch für das Nachbarbett, in dem eine frischoperierte Dame lag. Irgendwann kam Bernd und brachte mir das übliche Zeug, was man im Krankenhaus benötigen könnte. Wir redeten noch eine Weile und wir bemerkten, dass ich schon viel besser sprechen konnte.

Mittwoch morgen ging es dann weiter: Was ist passiert? Wie haben sie es bemerkt? Machen sie mal dies, machen sie mal das. Arm und Bein gehorchten schon recht gut, es waren kaum noch Störungen vorhanden. Mehrmals wurde ich dementsprechend getestet, mehrmals bekam ich zu hören, dass es mein Glück war, dass wir sofort reagiert hätten.

Plötzlich bekam ich eine dicke Lippe und eine dicke Hamsterwange. Das war keine Folge des Schlaganfalls, zwei Medikamente hatten in meinem Körper streit angefangen und vertrugen sich nicht. Ich bekam einen neuen Tropf mit etwas abschwellendem. Der Neurologe hat sich damit beschäftigt und herausgefunden, dass das blutdrucksenkende Medikament, welches ich schon lange nehme, der Auslöser der Schwellung war.

Mittags bekam ich was zu essen, mageres Schweinefleisch, Klösse und Gemüse. Da immer am Vortag für den nächsten Tag nach den Wünschen gefragt wird, bekam ich wohl etwas, was ein entlassener Patient nicht mehr essen konnte. Ich konnte ohne Probleme mit Messer und Gabel essen!

Abends gab es Brot, Käse, Wurst und ….. Butter! (Insider für Martin).

Meine Bettnachbarin wurde „auf Station“ gebracht und ich hatte das Zimmer alleine. Ich hatte das Bedürfnis, mich zu bewegen, so gut es die Kabellage zuliess, die war zum Glück ziemlich lang. Und so konnte ich ein paar Schritte im Zimmer machen, was mir sehr gut tat und was auch ohne Probleme funktionierte, ich war also wieder voll funktionsfähig – super. Es wurden weitere Untersuhungen vorgenommen, wie z.B. Ultraschall der Halsvenen und des Herzens. Die Ergebnisse sind nicht besorgniserregend.

Die Hoffnung auf eine ruhige Nacht erfüllte sich nicht. Am frühen Abend wurde ein neuer Patient hereingschoben. Ich fragte abends nach einer Schlaftablette, ich bekam eine halbe und wurde in einen leichten Dämmerzustand versetzt. Am Tag danach (gestern) war ich morgens recht unmunter.

Die Schwellung im Gesicht ging langsam zurück. Mir wurde schon in Aussicht gestellt, dass ich am nächsten Tag entlassen werden könnte. Ich hatte mich angmeldet für die Nutzung eines Einzelzimmers gegen Bezahlung. Leider war keins frei. Also eine weitere Nacht verkabelt und mit mehreren Besuchen von Ärzten und Pflegepersonal.

Donnerstag wurde ein MRT meines Kopfes bzw. meines Gehirns vorgenommen. Ja, da ist zu sehen, dass ich einen Schlaganfall hatte. Im Entlassungsbericht steht genau drin, was da zu sehen ist. Hab dann wohl jetzt einen Dachschaden.

Wieder ein unruhiger Tag. Der neue Bettnachbar brauchte besondere Pflege, u.a. Augentropfen und 2 x täglich die Entleerung seines Stomas …. nicht sehr angenehm. Abends liess ich mir wieder eine halbe Schlaftablette geben. Die Überwachungsgeräte hatten aber eine Fehlfunktion, die nicht abgestellt werden konnte. In Abständen piepte es immer unangenehm. Ich hoffte ja, dass ich nicht noch eine Nacht dortbleiben müsste.

Heute Morgen dann die erlösende Nachricht: Ich darf nach Hause. Der Chefarzt der Neurologie kam und überbrachte mir die Nachricht. Wir sprachen noch über dies und das. Die nächsten beiden Wochen soll ich mich nicht überanstrengen. Andere Medikamente soll ich nehmen (für die nächsten Tage wurde ich versorgt), d.h. ich brauche ein Rezept, dazu benötige ich einen Termin beim Hausarzt. Der Neurolage sagte noch mal, dass ich sehr sehr viel Glück gehabt hätte, das war ein Schuss vor den Bug. Mein anfänglicher Eindruck, dass es sich um einen leichten Schlaganfall handelte, weil sie Symmptome so schnell wieder weg waren, zerstreute er gnadenlos: Sie hatten einen schweren Schlaganfall. Also war das nicht nur ein Schuss, dass war ein Torpedo vor den Bug!

Als klar war, dass ich entlassen werde, rief ich Bernd an, damit er mich abholen kann. Und jetzt sind wir froh und glücklich, dass alles gut ausgegangen ist.

Also liebe Leute: Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist sofortiges handeln angesagt. Nicht erst warten bis zum Morgen, mal gucken, wird schon wieder, nein, sofort zum Telefon greifen und 112 wählen!

Ich hatte im Krankenhaus nur mit sehr nettem Pflegepersonal und Ärzten zu tun, wobei Reinbek gar nicht meine erste Wahl gewesen wäre, Das Bethesda Krankenhaus in Bergedorf ist mir sympathischer weil neuer. Aber letztlich kommt es ja darauf an, wie mit den Patienten umgegangen wird und dass einem geholfen wird. Ich hatte das Glück, ganz in der Nähe des Waschbeckens zu liegen. Die Kabellage war lang genug, dass ich dort Zähne putzen und mich etwas frisch machen konnte.

Nachdem ich versucht habe, die Eregnisse der letzten Tage zu dokumentieren, werde ich jetzt die Krankenhausatmosphäre abduschen während mein Schatz was zu essen macht.

Frohe Pfingsten und bleibt schön gesund!

Erster Schwumm seit 7 Jahren

Anno 2019 war ich zuletzt schwimmen im Freizeitbad Geesthacht. Danach kam Corona. Ich glaube mich zu erinnen, dass man trotzdem schwimmen gehen konnte, aber das war mir zu kompliziert.

In den folgenden Jahren hätte ich ja wieder meinem Lieblingssport nachgehen können. Ich tat es nicht, warum auch immer. Vielleicht zu bequem, zu faul, das Wetter, die Katzen, Irgendwas ist ja immer. Vermutlich redete ich mir immer einen Grund ein, nicht das Freizeitbad aufsuchen zu können.

Schwimmen ist gesund, der Körper ist im Wasser leichter, Bewegungen lassen sich leichter ausführen. Und nach der Rücken-OP würde schwimmen sicher sehr hilfreich sein. Ich hatte meinen Neurochirurgen danach gefragt. Ja, schwimmen sei ok, aber bitte nicht übertreiben. Was sollte ich wohl übertreiben wenn ich keine Kondition habe? Aber ich kaufte mir bei den Stadtwerken Geesthacht die günstigste Wertkarte für 30 €. Damit erspare ich mir, an der Kasse eine Karte zu erstehen. Beim Einlass wird die Karte am Drehkreuz gescannt, wie auch beim Verlassen des Bades. Je nach Aufenthaltsdauer wird ein Betrag von der Karte abgebucht. Die Karten kann man auch mit höheren Beträgen aufladen lassen. Aber da ich nicht wusste, wie ich im Wasser klarkomme, kaufte ich erstmal nur 30 €. Ein eventueller Verlust für den Fall, dass das mit dem Schwimmen nicht klappen sollte, wäre tragbar.

Heute also das erste Mal schwimmen. Ich war gespannt. „Früher“ machten mir 3.000 Meter ohne Pause nichts aus. Das zu erreichen wäre nicht möglich, und ich soll ja auch nicht übertreiben. Sollte ich mir ein Ziel setzen, wieviel Bahnen ich schaffen würde? Ja, ich entschied mich für 600 Meter mit Pausen, das sind 12 Bahnen.

Mein Rücken machte gut mit, die Beine auch, kein Hüft- oder Knieschmerz, die Schultern muckten leicht auf. Nach jeder Bahn brauchte ich eine kurze Erholungspause. Ich hätte gern mal zwei Bahnen ohne Pause geschafft. Aber ja nichts übertreiben, ich war ja schon froh, dass ich mein Ziel von 600 Metern erreicht habe.

Auf dem Heimweg machte sich dann aber der Rücken bemerkbar. Ich werde mit meinem Therapeuten bei der Krankengymnastik darüber sprechen. Ich befürchte, dass ich morgen Muskelkater haben werde.

Nach der KG


Heute Morgen war wieder Krankengymnastik. Das sind zwar immer nur 20 Minuten, aber sehr intensive 20 Minuten. Danach bin ich immer ziemlich platt und es ziept hier und da. Ich lege mich dann eine Weile auf das Bett und lese. 30 Minuten reichen und ich bin frisch und munter.

Heute legte sich Glinda, meine Herzkatze, zu mir. Sie bettete ihr Köpfchen auf mein Fussgelenk. Da konnte ich natürlich nach 30 Minuten noch nicht wieder aufstehen. Ich hab ja auch nichts dringedes zu erledigen: Was du heute kannst besorgen verschiebe ruhig auf morgen.

Noch soooo lange


300 Tage sind eine Marke, aber die Wartezeit ist mühsam. Aber was will man machen. Aus gesundheitlichen Gründen fällt die Kreuzfahrt in diesem Jahr ja aus. Ursprünglich wollte ich die OP ja nach der Reise durchführen lassen. Ich bin aber froh, dass ich die OP vorgezogen habe. Die gebuchte Kreuzfahrt drei Wochen nach der OP zu machen, davon riet der Arzt ab. Und ja, er hatte recht, leide ich zwei Monate nach der OP immer noch an den Nachwehen, mal mehr mal weniger.

Ich vermisse das Meer, da führt kein Weg dran vorbei. Stundenlang auf dem Balkon sitzen und bis zum Horizont zu schauen, das mag für manche Menschen langweilig sein. Für mich ist das Entspannung pur. Schon 1968, auf meiner ersten Reise auf einem Frachtschiff, stand ich den ganzen Tag auf der Brücke. Da passierte ja auch nichts. Das Schiff fährt, es gibt keine Manöver, man stand da so rum und ich unterhielt mich mit den jeweiligen wachhabenden Offizieren – und schaute auf das Meer.

Eine wichtige Sache wurden jeden Tag mittags um 12 Uhr durchgezogen: Es wurde die Sonne geschossen um die Position des Schiffes festzustellen. Mit einem Sextanten wurde das gemacht. Vereinfacht erklärt: Mit dem Sextanten wird der Höhenwinkel der Sonne über dem Horizont festgestellt. GPS und Satellitentelefon gab es noch nicht. Wollte man von See aus mit der Reederei sprechen, musste man über eine Küstenfunkstation ein Funktelefonat anmelden. Wenn man Glück hatte, hatte man eine störungsfreie Verbindung. Nun ja, lang lang ist’s her. Von dieser Reise brachte ich ein Rezept mit, Reis à la Hugo. Es ist ein Resteessen nach Seemannsart, was natürlich nicht so heisst. Ich habe es nach dem Schiff genannt, auf dem ich damals 4 Wochen unterwegs war. Dazu bei einer anderen Gelegenheit mal mehr.

Verrückte Nacht

Die letzte Nacht war ja ganz ok. Aber die davor, von Montag auf Dienstag, war der Hammer. Und sowas hab ich bei zunehmenden Mond noch nicht erlebt, beim letzten Mal, vor vier Wochen, hab ich kaum was gemerkt.

Was war los?: Unruhiger Schlaf, begleitet von mehrmaligem Aufwachen und langen Wachphasen. Das ist eine Sache. Aber diese Träume – unfassbar. Gefühlt ging ein Traum in den nächsten über, von einem Ort zu einem anderen. Es ging los mit einer Fahrt im ICE 1, der mit der langen Nase, nach Travemünde. Beim Ausstieg schüttete es wie aus Eimern, selbst unter dem Dach des Bahnsteigs wurde ich Nass bis auf die Haut.

Nächster Ort ein Karstadt-Kaufhaus mit einem riesigen Foyer rund um die Verkaufsetagen. Meine Mutter irrte dort mit ihrem Rollator umher weil sie einen Aufzug suchte. Endlich fand sie einen, ich immer hinter ihr her. Als sich die Türen öffneten war da eine grosse Aufzugkabine mit einer Sofalandschaft.

Und schon war ich in Polen, in Gdansk zur Adventszeit. Ich war noch nie in Polen, man kennt aber Bilder aus Gdansk, z.B. das berühmte Speicherhaus am Fluss, woran ich erkannte, dass ich Gdansk war. Ich spazierte durch die Stadt, die ich ja nicht kenne, durch eine Strasse mit Adventsbeleuchtung. Auf der anderen Strassenseite entdeckte ich eine Gruppe von vier Damen. Eine der Damen war Benedikte, die Schwester der Dänischen Königin Margrethe. Sie trug ein mittelblaues langes, schmalgeschnittenes Kleid und die trug ein Diadem im Haar. Die sie begleitenden Damen waren wohl Hofdamen und Zofen.

Und mit dem Bild von Benedikte vor Augen erwachte ich in meinem Bett, nicht in Gdansk, nicht bei Karstadt im Lift und nicht in Travemünde bei Regen.

Übermorgen ist Vollmond, dann hat der Spuk ein Ende. Bis dahin habe ich noch zwei Nächte vor mir.

Die böse Hexe und ein grosses Ding

Die Hexe hat geschossen, nicht bei mir, das fehlte mir gerade noch. Den Gatten hat sie getroffen, als er sich bückte, den Zengarten für die Katzen neu zu arrangieren.

Erst dachte er noch, dass es nicht so schlimm sei. Doch dann fiel ihm ein, er könne ja den Nichtmeinkanzler Merz ärgern und einen Arzt aufsuchen. Dadurch liessen sich vielleicht ein paar Urlaubstage sparen, denn wie man weiss, zählen Krankentage im Urlaub nicht als Urlaubstage.

Leider hat das nicht funktioniert. Unser Hausarztzentrum hatte wegen eines Softwareupdates geschlossen. Die Hausärztin ein paar Häuser weiter hatte auch geschlossen, was bei ihr generell mittwochs der Fall ist. Beim neuen Orthopäden standen die Patienten schlange auf dem Hof.

Als mein Schatz nach Hause kam, war ich hocherfreut darüber, wie schnell das gegangen war. Na ja, die Freude hielt nicht lange an als ich hörte, was alles nicht möglich war. Er sich dann mit einem Kirschkernkissen und einem heissen Wannenbad beholfen. Wir sind immer noch sehr glücklich darüber, dass wir bei der Planung der Wohnung eine Badewanne berücksichtigt haben.

Der nachfolgende Text dient zur späteren Erinnerung was wann war:
Heute morgen waren wir in der grossen Stadt an der Elbe und haben dort ein neues Projekt eingetütet. Mehr will für die Blogöffentlichkeit heute nicht sagen. Zu gegebener Zeit, was wohl erst in einigen Monaten sein wird, werde ich über das Projekt berichten. Farben spielen eine Rolle. Heute ist zwar Gründonnerstag, aber grün gefiel uns nicht. Es wird Bleistift. Möge sich meine kleine Bloggerwelt in den Kommentaren darüber ergehen, es wird meinerseits aber nicht Stellung dazu bezogen werden.

Geburtstagsnachlese


Eigentlich war ja geplant, den gestrigen Tag auf See zu verbringen, in den Gewässern rund um die kanarischen Inseln. Es war der zweite Versuch, meinen Geburtstag auf einer Kreuzfahrt zu feiern, der in die Hose ging. 2020 viel die Reise Corona zum Opfer, in diesem Jahr meinem Rücken. Vielleicht gelingt es mir ja doch mal.

Den Tag verbrachte ich damit, telefonische Glückwünsche entgegenzunehmen sowie auf WhatsApp und Instagram zu beantworten. Für abends hatte ich Freunde eingeladen, keine grosse Party, ein kleiner intimer Kreis. Die grosse Feier fand ja im vorigen Jahr statt.

Ich hatte für ein paar griechische Snacks gesorgt, die grossen Anklang fanden. Vorsorglich hatte ich für zwei Personen mehr bestellt damit wir heute auch noch davon satt werden würden. Es wird gerade so reichen. Nicole hatte eine grosse und dekorative Vorspeisenplatte gezaubert. Es gab eine Platte mit Fleischspiessen und Bifteki, eine Schale Gigantes und natürlich durfte Tzaziki nicht fehlen. Für die Brotbeilage hatte ich Focaccia gebacken.

Mein Schatz hatte sich im Vorfeld des Geburtstages gar nicht nach meinen Wünschen erkundigt. Ich bekam ein sehr konträres Kulturprogramm geschenkt. Es geht in der nächsten Woche los mit dem Musical „Zurück in die Zukunft“. Im Juli folgt ein klassisches Konzert in der Elbphilharmonie: Das Violinkonzert Nr. 1 von Max Bruch und die Sinfonie Nr. 9 von Antonín Dvořák. Gerade vor ein paar Tagen hatte ich noch gedacht, dass wir lange nicht in der Elbphilharmonie waren. So kann es gehen.

Sehr gefreut habe ich mich auch über ein kleines Buch „Die Halbinsel Priwall 1900 – 1990“. Auf dem Priwall habe ich in meiner Jugend die Sommer verbracht. Dort lag die Yacht meiner Eltern, unser kleines schwimmendes Ferienhaus. Die Jahre auf dem Wasser haben diesen Menschen geprägt, der heute dieses Blog betreibt. Mein Beruf des Schifffahrtskaufmanns habe ich von der Ausbildung bis zur Rente ausgeübt. Und die Kreuzfahrerei ist vermutlich auch eine Folge dieser Zeit. In diesem Jahr fällt das ja leider aus. Es ist aber noch weniger als ein Jahr bis zur nächsten Kreuzfahrt, nämlich noch 334 Tage.

Am Tag danach

Wie ich gestern schon befürchtet hatte, fühle ich mich heute schlapp. Um die Einkaufsrunde ganz gut zu überstehen, brauchte es mal wieder Schmerztropfen.

Die Krankengymnastik gestern, zweimal „ins Dorf“ gehen und gestern Abend noch auf einer Geburtstagsfeier länger sitzen, das war alles etwas zuviel, auch wenn ich es in den Momenten nicht gespürt habe.

Am Mittwoch nächster Woche steht die nächste Runde Krankengymnastik an, ich habe also genügend Zeit, mich zu regenerieren. Nachher werde ich mich ganz entspannt in die Wanne legen, mehr gibt das Wetter heute eh nicht her.

Trotz der heutigen Nachwehen bin ich stolz und froh, dass ich gestern einiges geschafft habe, was lange nicht möglich gewesen ist.