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Halse – Nase – Kopf

Freitag morgen ging es los mit Halsschmerzen. Während der Rückfahrt von meiner kleinen Familie in MG nach Hause habe ich ständig Lutschbonbons gelutscht. Ich weiß, die Dinger helfen nicht wirklich, absolut nichts, was auf dem Markt ist, heilt. Die Dinger lindern nur die Symptome, was ja auch hilfreich ist.

Dann ging es am Samstag weiter mit der Nase, aber sowas von! Zum Glück haben wir immer eine Großpackung Papiertaschentücher im Haus. In der vergangenen Nacht bin ich wohl alle 2 Stunden aufgestanden und habe mein wundes Näschen geputzt. Was heißt geputzt – es muss sich angehört haben wie ein Elefant.

Wenn man eine Erkältung hat, soll man ja auch viel trinken. Warum ich aber auch alle 2 Stunden zur Toilette musste – ob es an der reichlichen Flüssigkeitsaufnahme lag oder an der Verkostung von Grippetabletten, man weiß es nicht. Kann ja sein, dass die Sprudeldinger versuchen, aus dem Körper alles was schlecht ist, auszuschwemmen.

Kopf hab ich auch, und wohl etwas Fieber. Wenn ich mir nämlich mit der Hand über die mit spärlichem Haarwuchs bedeckte Schädelplatte streiche, kribbelt es recht unangenehm. Und natürlich hab ich jetzt auch noch Bronchitis.

Ich glaube nicht, dass mich die kleine Marit mit ihrer Schnoddernase angesteckt hat. Ich vermute, dass die Ansteckung am Dienstag auf der Anreise geschehen ist. Erst mit dem Bus von der kleinen Stadt an der Elbe zur S-Bahnstation, weiter mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof in Hamburg und dann mit IC und Regionalbahn zum Zielort – da bieten sich diverse Ansteckungsmöglichkeiten an.

Toll, und mein Mann hat diese Woche Urlaub!

Nichts los

Novemberblues im Oktober – oder was ist? Nichts ist, absolut nichts, über was ich derzeit schreiben könnte. Nichtmal einen frechen Spruch habe ich gefunden. Der Oktober ist zwar noch nicht vorbei, aber selbst neue Fotos gibt es nur ein paar. Wenn nichts los ist, kann das natürlich auch positiv sein, denn nichts ist schlimmer, als über unangenehme Dinge zu schreiben. Vielleicht gibt es ja in den nächsten Tagen noch irgendwas, über das ich mich mal auslassen kann.

In der nächsten Woche wird es hier auch ruhig sein. Dann werde ich meine kleine Familie in MG für ein paar Tage besuchen. Am Ende der Woche, nach meiner Rückkehr, besteht dann doch noch die Chance auf ein paar Neuigkeiten.

Eine beeindruckende Persönlichkeit

Die Rede ist von von meiner Mutter, 92 Jahre alt! Seit mehr als 6 Monaten wohnt sie jetzt ein einem Seniorenheim. Es war ihre sebstständige Entscheidung, diesen Schritt zu machen. Sie hatte selbst eingesehen, dass es zu Hause nicht mehr geht. Nach einem Krankenhausaufenthalt und einer anschließenden Rehamaßnahme ist sie direkt in das Heim eingezogen. Während dieser Zeit hat sie mehrmals gesagt, dass sie gern wieder in ihre Wohung möchte, aber das war, bevor sie die Erkenntnis gewann, dass es nicht geht.

Sie lebte in einer sehr schönen Altbauwohnung in ihrem Elternhaus, gebaut um die Jahrundertwende des vorigen Jahrunderts, also um 1900 herum, in der sie fast 50 Jahre wohnte. 2 Balkone hat die Wohung. Meine Mutter hat es immer sehr genossen, die Sonne für sich einzufangen. Manchmal, wenn es noch zu kalt war zum Draußensitzen, hat sie sich im Wohnzimmer vor die offene Balkontür gesetzt und die Sonnenstrahlen genossen. Jetzt hat sie ein kleines Zimmer, zum Glück zur Sonnenseite der Anlage. Im Sommer ist sie in ihrem Rollstuhl mit dem Lift zum Eingangsbereich hinuntergefahren und hat dort in der Sonne gesessen.

Einmal in der Woche fahre ich zu ihr nach Lübeck, 2 Mal 90 Minuten mit dem Wagen. Ca. 90 Minuten bin ich bei ihr. Viel zu erzählen gibt es ja meistens nicht. Wenn ich komme, sitzt sie in ihrem Rollstuhl am kleinen Tisch und liest die Lübecker Tageszeitung, ja, die lässt sie sich weiterhin im Abo kommen, oder sie löst Kreuzworträtsel – und sie strahlt eine große Zufriedenheit aus!

Als ich gestern bei meiner Mutter war, hatten wir ein Gesprächsthema, welches sich zufällig ergab: Leben im Heim. Am Mittwoch gab es ein Oktoberfest mit Kaffee und Kuchen, Musik zum Mitsingen und schunkeln, Abendessen mit wahlweise Frikadellen, Weißwurst oder Haxe, Bier oder Wein gab es auch. Mutter hatte das Glück, neben einer Dame zu sitzen, die, wie sie selbst, kommunikativ war. Auf der anderen Seite neben ihr eine Dame, die stets insich gekehrt ist, selten was sagt und oft weint. Mutter gelang es, sie ein wenig mitzureißen. Allerdings verließ sie die Veranstaltung vor dem Ende.

Beim Abendessen saß die Dame am Tisch und weinte wieder. Und was macht meine 92-jährige Mutter?: Sie nimmt sie in den Arm um sie ein wenig zu trösten! Unfassbar! Die Dame, die übrigens länger in dem Heim wohnt als meine Mutter, nuschelte ihr dann ins Ohr: Ja, es ist wohl doch besser so.

Wir vermuten, dass diese Dame sich noch nicht damit abgefunden hat, in ein Seniorenheim ziehen zu müssen. Die Hintergründe kennen wir nicht. Es ist ganz sicher nicht einfach, seine Wohnung aufzugeben, Möbel, Geschirr, Dinge, die einem im Lauf der Jahrzehnte lieb und teuer geworden sind, hintersichzulassen. Man kann es nicht verurteilen, wenn jemand so reagiert, wie die Dame es tut.

Meine Mutter erzählte gestern, dass sie viel Glück gehabt hat im Leben. Als sie mit meinem Vater nach deren Hochzeit anfangs in einer 1-Zimmerwohnung gewohnt hat, Küche und Bad mussten sie sich mit einer Mitbewohnerin teilen, hat sie immer gesagt: Es kann nur besser werden! Sie hat ein schönes Leben gehabt, sie ist gereist, auch noch nachdem mein Vater vor 8 Jahren gestorben war. Sie ist rundherum zufrieden. Sie akzeptiert ihr Leben, so wie es jetzt ist. Wenn ich meine Besuche bei ihr beende und mich wieder auf den Weg in die kleine Stadt an der Elbe mache, brauch ich kein schlechtes Gewissen zu haben, ich muss mir keine Gedanken darum machen, dass Mutter jetzt in einem Seniorenheim lebt, leben muss.

Wieder da?

Seit einer Woche sind wir nun wieder zu Hause, teilweise. Körperlich bin ich zwar anwesend, mein Geist ist aber immer noch nicht ganz eingetroffen. Zu frisch sind die Erinnerungen an eine schöne Reise.

Viele Bilder habe ich noch im Kopf, von Menschen, die wir an Bord gesehen haben, seien es andere Passagiere oder auch die immer freundliche Besatzung. Aufgeschnappte Gesprächsfetzen sind wieder präsent, z.B. „Werde ich das mögen?“, die Frage einer Dame am Mongolischen Buffet, der die Inhalte einer der Saucen erklärt wurde. Und auch Bilder von Situationen, z.B. das Bild des Kapitäns, wie er mittags allein am Tisch im Italienischen Restaurant Lavela saß, Pasta gegessen und dazu Wasser getrunken hat. Wir saßen ein paar Tische weiter, das war sozusagen ein Captain’s Lunch. Ein Begriff aus dem Tagesprogramm: Schminktipps für das dominante Oberlid! Wie mag das denn aussehen?

Am letzten Abend, als wir uns nach dem Essen mit den Gastgebern unterhalten haben, erfuhren wir, dass es der Crew in den Restaurants auch nicht viel anders geht. Plötzlich sind neue Passagiere an Bord, die dann da sitzen, wo vorher andere Menschen gesessen haben und an deren Anblick man gewöhnt war.

Am Tag des Reisebeginns hatte ich morgens das letzte Mal kurze Nachrichten im Radio gehört und auf einigen Nachrichtenportalen gelesen, was es neues gab. In dem Moment, in dem wir in den Wagen stiegen, der uns zum Schiff brachte, war mir alles egal, was in der Welt passieren könnte. An Bord wurde jeden Tag eine 4-seitige Ausgabe mit Kurzinformationen aus aller Welt ausgelegt. Nicht einen Blick habe ich in 2 Wochen im Vorbeigehen darauf verschwendet, es interessierte mich nicht. Ich lese inzwischen zwar wieder auf den Nachrichtenseiten, aber noch immer, 2 Wochen nach unserer Rückkehr, ist es mir ziemlich egal, was in der Welt passiert.

„Ich freu mich wieder auf zu Hause!“ – ein Satz, den Bernd ein paar Tage vor dem Ende der Reise äußerte. Wir haben wirklich ein wunderschönes Zuhause, aber ich hätte noch mindestens tagelang, vielleicht sogar wochen- oder monatelang über die Weltmeere fahren können.

Langsam bin ich auch wieder zu Hause, wie gesagt, der Geist noch nicht so ganz. Mit den üblichen Haushaltsarbeiten, einkaufen, überlegen, planen usw., wird es wieder. Aber nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub: Heute in einem Jahr sind wir auf unserem 5. Seetag, auf dem Weg von St. John’s nach Charlottetown.

Heftig verschlafen!

Na ja, so richtig stimmt das ja nicht. Wenn man nicht mehr arbeitet und auch sonst nichts geplant hat, kann man eigentlich nicht verschlafen. Aber es ist schon sehr ungewöhnlich, dass ich erst kurz vor 9 Uhr aufgewacht bin. Das passiert mir sonst nicht mal nach einer langen Nacht mit Freunden.

Nach zwei Nächten, in denen ich sehr sehr schlecht geschlafen hatte – es war nicht mal Vollmond – war es wohl mal dringend eine Erholung erforderlich. Bereits kurz vor 22 Uhr haben wir den EReader beiseite gelegt und das Licht ausgemacht. Ich muss dann auch sehr schnell eingeschlafen sein. Und das heisst, ich habe fast 11 Stunden geschlafen, nur kurz unterbrochen von einem frühmorgendlichen Toilettengang.

Wie sagt man immer: Der Körper holt sich was er braucht.

Beißattacken

Vor ein paar Wochen beschwerte sich mein Mann eines Morgens, dass ich ihn in der Nacht heftig gebissen hätte. Diese Aktion war wohl im Traum an mir vorbeigegangen, ich wusste nämlich nichts von einer derartigen Attacke.

In der vergangenen Nacht wäre es fast wieder zu einem Biss gekommen. Ich träumte, dass ich verfolgt werde. Um meinen Verfolger abzuwehren, wollte ich ihn beißen. Irgendein Umstand ließ mich erwachen und ich wurde gewahr, dass ich meinen weit aufgerissenen Mund bereits an der Schulter meines Mannes platziert hatte um in Sekundenbruchteilen zubeißen zu können. Puh, gerade noch mal gutgegangen.

Ich frage mich jetzt, ob ich vielleicht ein Abkömmling von Dracula bin? Ich sage ja immer scherzhaft, dass ich wegen meines dunklen Hauttyps von den Zigeunern abstamme. Dracula, Zigeuner? Ist das ist nicht irgendwie eine Region?

Gold und Silber lieb ich sehr


Bei der Wohnungsauflösung meiner Mutter traten kleine Schätze zu Tage, zum Teil gülden, aber auch etwas Silber ist dabei. Was tun damit? Es reicht nicht dafür, um es in einen Kellerraum zu schütten und darin zu baden wie Dagobert Duck.

Zum Teil sind es Stücke, z.B. Manschettenknöpfe, die einst meinem Großvater gehört haben. Wer braucht heute noch Manschettenknöpfe? Die Gabel war die Lieblingsgabel meines anderen Großvaters. Verwahrt im Kästchen im Schubfach nützt das Erbe auch nichts. Erinnerungen an meine Großväter und an meinen Vater habe ich im Kopf. Ich hole doch nicht jede Woche das Zeug hervor und erinnere mich bei dessen Anblick an meine Vorfahren. Ich habe jetzt beschlossen, das Sammelsorium bei einem An- und Verkauf anzubieten. Die Firma Schiefer & Co. wird sogar von einem angesehen Bankinstitut empfohlen, um dort z.B silberne DM-Münzen gegen ordentliches Geld einzutauschen. Die Bank zahlt natürlich nur den Nennwert, umgerechnet zum Euro. Firma Schiefer & Co. zahlt den Silberwert aus, der, abhängig vom Tageskurs, viel Höher sein kann. Bei einigen Münzen weiß ich nichtmal, aus welchem Material die sind. Diese Teile dienten zur Finanzierung bestimmer Vorhaben, wie z.B. der Renovierung und Erhaltung von irgendwelchen historischen Gebäuden. Mein Vater war da sehr großzügig. Ich bin gespannt, welche Münzen tatsächlich aus Silber sind.

2 Goldmünzen habe ich auch im „Nachlass“ entdeckt. Von meiner Mutter habe ich grünes Licht, alles, was da ist, zu Geld zu machen.

Mein Zahnarzt hat mir die Firma auch empfohlen um mein Zahngold dort zu verkaufen.

Der Erlös wird nun auf ein bereits existierendes Extrakonto eingezahlt, nicht für eine neue Kreuzfahrt oder für ein Upgrade einer bereits gebuchten Reise. Nein, das Geld wird in ein neues Esszimmer investiert, also in etwas, was Hand und Fuß hat. Wir möchten schon lange einen neuen Esstisch und neue Stühle haben. Und darin ist das „Erbe“ dann auch gut angelegt und wir können uns hoffentlich noch viele Jahre daran erfreuen.

Bingo!

Alles wird gut: Die Pflegestufe für meine Mutter wurde genehmigt! Wenn die Krankenkasse abgelehnt hätte, hätte ich einen Anwalt mit dem Widerspruch beauftragt. Aber das ist nun nicht mehr notwendig.

Wer nun meint, damit wäre alles erledigt, der irrt. Jetzt heisst es, die Wohnung zu räumen. Wer will noch was aus der Wohnung haben. 2 Teile sind meins, das sind noch Erbstücke von meinen Großeltern. Alles andere wird man dann sehen.

Womöglich gibt es einen Interessenten, der die Wohnung mieten möchte. Aber vorher muss die noch renoviert werden. Aufatmen kann ich erst, wenn der Mietvertrag unterschrieben ist. Aber das, was jetzt noch auf mich zukommt, ist halt der Lauf der Dinge.

Wir warten jetzt …

… auf das Ergebnis der heutigen „Begutachtung“ des Zustands meiner Mutter. Die Dame, die das durchgeführt hat, war sehr nett. Gedauert hat das ca. 30 Minuten. Dabei waren die Pflegerin, die meine Mutter hauptsächlich betreut und ich. Bevor die Gutachterin kam, habe ich Mutter nochmal ein wenig „geimpft“. Bei zwei Fragen hatte ich den Eindruck, dass die Dame die Antwort meiner Mutter in den Mund gelegt hat – in unserem Sinn.

Später erfuhren wir von der Pflegerin, dass die Gutachterin nichts über das Ergebnis hat verlauten lassen. Jetzt heisst es wieder mal warten, ca. 2 – 5 Wochen.

Sehr unangenehm!

Heute war die 2. Behandlung beim meinem Zahnarzt. Ich fragte ihn gleich, ob ich heute wieder 3 Betäubungsspritzen bekomme. Er meine, das sei nicht notwendig. Also Mund auf und dann klopfte er auf dem reduzierten Pfeiler rum. Aua, das war gar nicht gut! Also gab es doch ne Spritze. Nach einer kurzen Wartezeit machte der Doc das, was er meinte tun zu müssen. Irgendwann stieß ich mit offenem Mund einen Laut aus, den der Doc entsprechend einordnete: Das tat jetzt weh. Die nächste Spritze. Doch dabei sollte es nicht bleiben, die 3. Betäubung spritzte er direkt in den Wurzelkanal.

Das Werkzeug, welches auf dem schwenkbaren Tischchen stand, hatte große Ähnlichkeit mit einen Set für Hobbybastler. Ihr kennt das, so keine Teilchen, mit den man schleifen kann. Aber das, was ich sah, war nur der Teil, der in das Gerät gesteckt wird. Das, worauf es ankommt, steckte nämlich in der Box: Ziemlich bigsame, ganz dünne, lange und spitze „Nadeln“ mit denen man in den Wurzelkanal stechen kann, vorausgesetzt, der ist gut betäubt. Mit einem ähnlichen Zubehör hat er auch die Tiefe der 3 Kanäle gemessen. Der Typ erzählt mir immer haarklein, was er macht

Nun ja, das Atmen habe ich nicht vergessen, aber ich war während der Behandlung doch ziemlich angespannt. Und als ich nach ca. 1 Stunde vom Stuhl kletterte merkte ich, dass mein Rücken ziemlich feucht war.

Später dann zu Hause, nachdem die Betäubung nachgelassen hatte, bekam ich richtig unangenehme Schmerzen. 2 Ibu 400 brachten zwar eine Linderung, aber weg waren die Schmerzen danach nicht. Ich befürchtete schon, ich müsste spätestens morgen einen Notzahnarzt aufsuchen. Aber wie es jetzt aussieht, beruhigt sich die Lage in meinem Esszimmer. Vorsichtshalber werde ich zur Nacht noch eine Ibu einwerfen.

Am nächsten Freitag ist der nächste Termin. Trotz der unangenehmen Sache heute, habe ich keine Angst, mich wieder in die Hände dieses Arztes zu begeben. Wie wir heute festgestellt haben, bin ich auf den Tag genau seit 19 Jahren dort in der Praxis, zum Glück meistens nur zur Vorsorgeuntersuchung und zur Entfernung von Zahnstein.