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Krankenhaus macht krank

Unser Familienoberhaupt, meine fast 95-jährige Tante, die Schwester meines 83-jährigen Vaters, liegt mit einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus. Die gesamte Familie ist auf Reisen – was ihr auch herzlich gegönnt ist, besonders meiner Ex-Frau, die sich wahrlich rührend um Tantchen kümmert. Sie hat ganz sicher eine Auszeit verdient.

Da wie gesagt alle unterwegs sind, habe ich mich entschlossen, Tantchen heute einen kleinen Besuch im Krankenhaus abzustatten und mal nach dem Rechten zu sehen. Sie hat sich riesig gefreut, mich zu sehen. Allein das waren die 2 x ca. 1 Stunde Autofahrt von Hamburg nach Lübeck und zurück wert, und natürlich beruhigt zu sein, dass es ihr gutgeht.

Während meines Besuches war Visite. Als erste Dame wurde meine Tante „visitiert“, während dessen sich im Zimmer bleiben durfte. Ihr wurde erzählt, dass sie voraussichtlich im Lauf der Woche entlassen werden würde. Danach musste ich das Zimmer verlassen weil jetzt die anderen Damen an der Reihe waren.

Während ich draussen wartete, kam die Stationsschwester heraus um etwas zu holen. Sie erzählte mir, dass Tantchen wirklich sehr „pflegeleicht“ und gut drauf sei und man sie so schnell wie möglich entlassen möchte. Ihre Begründung: Krankenhaus macht krank. Es gibt viele Bakterien und das kann für alte Menschen gefährlich werden.

Gehört haben wir davon sicher alle schon mal. Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass alte Menschen sich im Krankenhaus eine Lungenentzündung zuziehen, die sie bestenfalls viel Kraft kostet, ungünstigstenfalls zum Tod des Patienten führt. Es ist aber schon interessant, dies aus dem Mund einer Krankenhausangestellten zu hören.

Den Spruch des Tages, wenn nicht sogar der Woche, hörte ich ebenfalls von dieser Schwester: Ich bin hier das Navisystem. Ich sag wo’s langgeht! Köstlich.

Während der Autofahrt nach Lübeck hörte ich in den Nachrichten, das sich im Kreis Ostholstein ein schwerer Verkehrsunfall ereignet hatte. Ein Fahrzeug mit 4 Insassen sei gegen eine Mauer geprallt. Eine Person verstarb noch an der Unfallstelle, 3 Personen wurden lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus eingliefert.

Während des Wartens auf dem Flur vor Tantchens Zimmer hörte ich, wie die Schwester und ein Arzt ein paar Worte wechselten. Da ich gerade im Wagen von dem Unfall gehört hatte, konnte aus dem Gespräch schliessen, dass die Verletzten in dieses Krankenhaus eingelierfert worden sind. Ich bekam mit, dass gerade versucht würde, einen abgetrennten Arm wieder anzunähen. Meine Nachfrage bei der Schwester bestätigte meine Annahme, dass es sich um den besagten Unfall handelte.

Von mehr oder weniger schweren Verkehrsunfällen hört und liest man fast täglich und hat es schon bald wieder vergessen. Wenn man aber plötzlich auf irgend eine Art und Weise in das Geschehen eingebunden ist, und sei es nur ganz am Rande, geht es einem doch ganz schön unter die Haut.

Nachtrag Titanic


Manche Leser mögen ja von meiner Titanic-Bessenheit genervt sein. Aber es ist und bleibt mein absolutes Lieblingsbühnenstück mit Musik, das ist ganz ausser Frage. Es gibt einige Menschen in unserem Bekanntenkreis, denen das Musical seinerzeit ganz und gar nicht gefallen hat. Niedrige Besucherzahlen und die kurze Laufzeit von 10 Monaten zeigen, dass das Stück offensichtlich nicht gut angekommen ist. Ich vermute, dass viele das Bühnenstück mit dem Film verglichen haben. Im Film wurde nur das Schicksal zweier Menschen gezeigt während das Musical das Schicksal mehrerer Menschen beleuchtet. Aber gerade das macht meines Erachtens das Musical so interessant. Und vor allem wurde es sehr kompetent auf die Bühne gebracht.

Die Veranstaltung am vergangenen Montag wurde ja zugunsten der DGzRS durchgeführt. Auf der Homepage der Gesellschaft wurde eine Würdigung der Aufführung veröffentlicht. Klar, die Menschen, die hinter der DGzRS stehen, sind der Seefahrt intensiv verbunden. Das hat aber nichts mit Kunst zu tun. Deshalb betrachte ich die Würdigung der konzertanten Aufführung als ziemlich objektiv. Wer sich davon überzeugen möchte, möge bitte das hier lesen. Vielleicht versteht ihr dann, warum ich Titanic das Musical so sehr liebe.

Gibt es das?

Seit gestern leckt mein linkes Auge und die linke Seite meiner Nase ist zu.

Gibt es eine einseitige Allergie? Ich habe auf dem Gebiet gar keine Erfahrung. Bis jetzt blieb ich von jeder Allergie verschont und hoffe, dass das auch so bleibt.

Die Titanic kehrt zurück

Am 16. April gibt es im Theater Neue Flora eine konzertante Aufführung des Musicals „Titanic“. Es handelt sich um eine Benefizveranstaltung deren Erlös der DGzRS zu Gute kommt. Und es ist eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns dieses Ereignis ansehen bzw. eher anhören. Erstens kann man den Lebensrettern zur See gar nicht genug Geld spenden. Sie waren auch zur Stelle, als in der vergangenen Nacht das Feuer auf einem unserer Schiffe ausbrach. Zweitens bin ich ein begeisterter Fan dieses Musicals.

Elf Vorstellungen habe ich in 10 Monaten gesehen. Von einer Preview im Dezember 2002 über die Premierenfeier bis zur Derniere im Oktober 2003 habe ich dieses Stück begleitet. Warum das Muscial keinen Zuspruch gefunden hat und nach 10 Monaten abgesetzt werden musste bleibt mir ein Rätsel.

Umso mehr freue ich mich auf die konzertante Aufführung. Fast die gesamte Originalbesetzung wird auf der Bühne stehen. Es gibt ein Wiedersehen und -hören mit genialen Künstlern, die es verstanden haben, das Musical mit grosser Autenzität auf die Bühne zu bringen und die mich bei allen 11 Vorstellungen zu Tränen gerührt haben.

Informationen über die Vorstellung am 16. April gibt es auf einer eigens eingerichteten Internetseite. Sehr lesenswert sind die „Worte der Darsteller“. In diesen Beiträgen lässt sich erkennen, wie gross der Zusammenhalt in der Crew damals gewesen ist, ohne den es nicht möglich gewesen wäre, das Stück so ergreifend darzustellen.

Herrausragende Ereignisse für mich während der 10 Monate Titanic waren die glanzvolle Premierenfeier am 8.12.2002 mit Weltstars wie Sophia Loren, Gina Lollobrigida und Liza Minelli sowie jeder Menge Deutsche Promis und die ergreifende Derniere am 5.10.2003. Über beide Ereignisse habe ich ausführlich im alten Weblog geschrieben. Zu beiden Beiträgen gibt es leider keinen direkten Link. Wer Interesse hat, darüber zu lesen, möge bitte auf den jeweiligen Link klicken. Er landet dann im entsprechenden Monat und muss dann auf das genannte Datum scrollen.

Karten kann man zum Einheitspreis von Eur 30,00 auf der o.g. Homepage bestellen oder direkt an der Theaterkasse gegen Bargeld erwerben.

Erholungsbedarf

Mehr als eine Woche ist seit meinem letzten Eintrag hier vergangen. Ich konnte mich einfach nicht aufraffen, abends noch was zu schreiben. Die Woch war beruflich ziemlich ausgefüllt und ich war froh, abends endlich zu Hause zu sein.

Mails abrufen, ein paar Blogs lesen und kurz vor 19.00 Uhr wurde der Rechner abgeschaltet und ich zog mich auf das Sofa zurück. Ich war einfach fix und fertig, teilweise wohl auch verursacht dadurch, dass ich meinen Husten immer noch nicht losgeworden bin. Ich hatte ja gehofft, dass es im Urlaub besser werden würde. Da wir aber täglich irgendwelche Termine hatten, kam ich ja überhaupt nicht zur Ruhe.

Umso mehr freue ich mich auf vier freie Tage ganz ohne Termine. Ich rechne allerdings mit kleinen beruflichen Störungen per Telefon. Nicht überall in Europa sind heute und am Montag Feiertage. Und da unsere Schiffe über ganz Europa verstreut sind, ist es durchaus möglich, dass der eine oder andere Kapitän aus aktuellem Anlass eine Frage hat und mich anruft. Aber das kann meine Erholung nicht beeinträchtigen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mir Geburtstagsgrüsse geschickt haben. Verspätete Glückwünsche seien euch verziehen, damit habe ich absolut kein Problem da ich selbst auch nicht immer rechtzeitig daran denke.

müde

Der gestrige Tag stand ganz im Zeichen meines Geburtstages und von Weihnachten. Nicht das ihr denkt, wir hätten zu meinen Geburtstag einen Weihnachtsbaum aufgestellt, nein, so war es nicht.

Meinen Eltern und Bernds Mutter hatten wir und Oliver einen Hamburg-Tag zu Weihnachten geschenkt, verbunden mit einer abendlichen Barkassenfahrt durch die beleuchtete Speicherstadt. Es bot sich also an, meinen Geburtstag und das Einlösen des Weihnachtsgeschenkes zu verbinden.

Oliver war mit seiner Freundin aus Mönchengladbach angereist. Sie waren so nett, meine Eltern mit dem Wagen aus Lübeck mitzubringen. Wir trafen uns erst in Geesthacht (einen separaten Beitrag dazu gibt es hier). Dann ging es zu uns nach Hause. Hier gab es hausgemachten Kuchen und Kaffee. Anschliessend fuhren wir mit der U-Bahn zu den Landungsbrücken.

Als wir dort eintrafen, ging gerade die Sonne über dem Hafen unter. Um 20.00 Uhr legte die Barkasse ab. Zuerst ging es eine kurze Strecke über die Elbe und dann in einen Fleet der Speicherstadt. Leider konnten aufgrund der Baustellen in der Hafencity nicht alle Fleete befahren werden. Aber dafür sollten wir später noch entschädigt werden.

Von der Fahrt durch die Fleete hatten wir etwas mehr erwartet. Die Beleuchtung ist nämlich gar nicht so effekvoll wie ich es auf einigen Fotos gesehen hatte. Wahrscheinlich hat man die Aufnahmen mit Langzeitbelichtung gemacht und dadurch ein intensives Anstrahlen der Gebäude vorgetäuscht. So war es denn doch recht dunkel in der Speicherstadt.

Wie schon oben erwähnt wurden wir aber ausreichend entschädigt. Da wegen der Sperrung einiger Fleete noch viel Zeit übrig blieb, machter der Barkassenführer noch eine kleine Hafenrundfahrt.


Eine Hafenrundfahrt bei Tageslicht hat ja durchaus ihre Reize und ist immer wieder interessant. Aber eine Hafenrundfahrt bei Dunkelheit ist ein ganz besonderes Erlebnis, das wir zum ersten Mal geniessen durften. Gern hätten wir davon noch mehr gehabt.

Nach etwa einer Stunde erreichten wir wieder den Anleger an den Landungsbrücken. Mit der U-Bahn ging es heimwärts, wo wir uns noch mit ein paar Schnittchen stärkten.

Mein Urlaub ist jetzt vorbei und morgen geht es wieder ins Büro. Ich fühle mich heute ausgelaugter als nach einer Woche Arbeit. Eigentlich ist heute mein erster Urlaubstag weil es der erste Tag ohne Termine ist. Es wäre besser gewesen, wenn ich mir den morgigen Tag auch noch frei genommen hätte. Zum Glück ist es nur eine kurze Woche an deren Ende vier freie Tage ohne Termine stehen, auf die ich mich sehr freue.

Es könnte jetzt der Eindruck entstehen, als würde ich den gestrigen Tag bereuen. Dem ist aber nicht so. Es ist immer schön, meine alten Eltern und Bernds Mutter hier zu haben. Und natürlich auch Oliver, den ich zuletzt Weihnachten gesehen habe. Ausserdem durften wir seine nette Freundin kennenlernen. Und für alle, die uns lieb sind, nehmen wir auch mal etwas Stress in kauf.

Grosse Party

Auch wenn der heutige Tag nicht mir gewidmet war, so eine Geburtstagsfeier hatte ich noch nie:
Erst die Taufe unseres neuesten Schiffes, anschliessend ein exlusives Menue mit ca. 100 Gästen. Schade nur, dass Bernd nicht dabei sein konnte. So begnügten wir uns damit, morgens mit einem Glas Sekt auf meinen Geburtstag anzustossen.

Mittags musste ich dann ins Büro. Von dort ging es mit Bussen in den Hafen, wo das Schifft getauft werden sollte. Über die Toppen beflaggt lag das Schiff am Kai. Zuerst ging es an Bord zu einer Besichtigung. Danach versammelten sich die Gäste am Bug des Schiffes um die Taufzeremonie zu vollziehen. Der Taufpatin, die Frau des Direktors eines unserer grössten Geschäftspartners, gelang es erst beim zweiten Wurf, die Champagnerflasche am Schiff zu zerstören. Normalerweise ist das ein faux pax. Aber aufgrund ihrer zierlichen Figur sei es ihr zugestanden.

Nachdem die Taufe vollzogen war, wurde von einem Trompeter, der an Deck des Schiffes stand, die holländischen Nationalhymne geblasen. Holländisch deswegen, weil das Schiff unter holländischer Flagge fährt.

Anschliessend wurden wir mit Bussen ins Hotel Lindtner gebracht, wo das Festbankett stattfand.

Hier eine kleine Bilderserie von der Schiffstaufe:


Reifenpanne


Für heute, den ersten Urlaubstag, hatte ich einen Termin vereinbart, um an unserem Wagen die Winterreifen gegen die Sommerreifen zu tauschen. Pünktlich trafen wir in der Werkstatt ein und erledigten den Papierkram. Die Dame blätterte dann in einem Ordner und suchte was. „Haben Sie bei der Anmeldung auch gesagt, dass die Sommerreifen zur Verfügung stehen sollen?“. Na klar hatte, ich, warum brauchte ich denn sonst einen Termin für die Angelegenheit. Ich hatte auch die Nummer für die Einlagerung durchgegeben.
„Ja, da haben wir wohl ein Problem – die Reifen sind nicht da.“

Ich erklärte der Dame, dass ich extra einen Tag Urlaub genommen hätte (sie musste ja nicht wissen, dass ich die ganze Woche frei habe). Nun denn, sie war daraufhin ausser Stande, etwas zu sagen, ausser, ob wir nicht einen neuen Termin vereinbaren können. Natürlich können wir, aber ich schlug dann vor, dass die Angelegenheit damit nicht aus der Welt ist sondern dass ich einen Ausgleich in irgendeiner Form erwarte. Dem stimmte sie zu.

Mittwochmorgen starten wir einen zweiten Versuch. Mal sehen, was wir angeboten bekommen.

Apfellogik


Bernd sollte gestern zwei säuerliche Äpfel mitbringen, die Bestandteil eines Salats werden sollten. Normaler Weise werden die diversen Apfelsorten im Supermarkt namentlich gekennzeichnet und mit einem Hinweis über die Geschmacksrichtung versehen. Nicht so in jenem Supermarkt, in dem wir meistens unsere Einkäufe erledigen. Der Hinweis, ob die Äpfel süsslich oder säuerlich schmecken war nicht vorhanden.

Bernd nahm also zwei Stück aus der Kiste, in der noch am meisten Äpfel vorhanden waren weil er annahm, dass gerade diese Sorte sauer sind und deshalb von den Kunden gemieden werden.

Es muss einen anderen Grund gehabt haben, warum noch so viele Äpfel in der Kiste waren. Sie sind nämlich süss. Bernd meinte dann, ich könne ja ein wenig Essig zufügen.

Leere

Manchmal ist es gut, dass Portemonnaie und Kühlschrank leer sind. Da kommt man nicht auf dumme Gedanken, einen Croque zu bestellen oder den Kühlschrank zu plündern.

Na ja, ganz leer ist der Kühlschrank nicht. Im Eisfach steht noch ein 500 ml Becher Eis. Der wird nachher vernichtet. Und morgen muss ich wohl zur Bank und Geld holen.