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Erfahrungen mit der DB

Von Donnerstag letzter Woche bis Gestern, Sonntag, war ich bei unserem Sohn und seiner kleinen Familie in Mönchengladbach. Ich hatte die Reise mit der Deutschen Bahn gewählt, wie immer. Bisher lief auch immer alles glatt. Dieses Mal nicht so ganz.

Auf der Hinreise gab es kurz hinter Hamburg-Harburg eine Verzögerungen wegen eines defekten Bahnübergangs. Das kostete ca. 15 Minuten, was nicht ganz unerheblich ist. Die Verzögerung wurde auch nicht ansatzweise wieder eingeholt, aufrund einer Baustelle auf der Strecke verlor der Zug noch mehr Zeit. Der Anschlusszug in Hanau, wo ich umsteigen musste, war weg. Oliver, der mich in Mönchengladbach am Bahnhof abholen wollte, hatte ich von unterwegs bereits informiert. Er verfolgte die Verspätung vom Büro aus und schlug mir eine Alternativverbindung vor. Auf dem Gleis neban stand ein Zug mit dem Ziel MG. Ich wechselte den Bahnsteig und stieg dort ein. Nach 2 Stationen merkte ich, dass das ein Milchkannenzug war, will sagen, er hielt an jeder Milchkanne. Der Zug, den Oliver mir vorgeschlagen hatte, überholte mich irgendwann. Mit ca. 90 Minuten Verspätung gegenüber der ursprünglichen Planung traf ich in Mönchengladbach ein.

Nach ein paar wirklich schönen Tagen in MG machte ich mich Sonntagmittag auf die Heimreise. Der Zug fuhr pünktlich ab und traf pünktlich in Wuppertal ein. Der Anschlusszug nach Hamburg hatte aber bereits ca. 30 Minuten Verspätung. Ich hätte also locker dem Papst in seiner Herrenbutike einen Besuch abstatten können.

Der Banhof von Wuppertal war noch nie ein Highlight. Jetzt wird er umgebaut, was die Situation zurzeit nicht gerade besser macht. Für eine Weile stand ich im Reisezentrum rum, oder cognac, welches im Moment in einem Container auf dem Bahnsteig untergebracht ist. Wenigstens war da geheizt.

Pünktlich mit der angekündigten Verspätung traf der Zug ein. Nach kurzem Aufenthalt ging es über Düsseldorf nach Dortmund. Mein Blick aus dem Fenster beschied mir, dass die Reisegeschwindigkeit nicht so war, wie sie meiner Meinung nach hätte sein sollen. Ich schob das auf die Verspätung. Man hängt ja irgendwie immer hintendran. Die Verspätung wurde aber immer länger. Egal, ich war im Zug, hatte einen reservierten Platz und hatte es warm.

Dann trafen wir in Dortmund ein. Reisende stiegen aus und andere ein. Dann einen Dursage: „Wegen einer technischen Störung verzögert sich die Weiterfahrt des Zuges.“ Links und rechts von uns fuhren die Züge wieder ab, in die gleiche Richtung, die wir wir auch fahren sollten. Könnte es sein, dass die technische Störung nicht auf der Strecke lag sondern mit dem Zug zu tun hatte?

„Die Weiterfahrt verzögert sich auf unbestimmte Zeit!“ Toll. Und jetzt? Ich rief meinen Nachbarn Holger an, ein Ex-DBler. Was kann ich tun? Was darf ich machen? Inzwischen hatten wir eine Verzögerung von fast einer Stunde. Der nächste Zug nach HH sollte auf dem Nebengleis einlaufen. Ich verließ meinen Platz und stieg in den nächsten Zug ein, fand sogar noch einen Sitzplatz. Aus dem anderen Zug waren inzwischen alle Reisenden ausgestiegen. Neue Ansage: „Wegen Überfüllung kann der Zug nicht weiterfahren!“ Ich hatte immerhin einen Sitzplaz in der 1. Klasse und fühlte mich nicht bemüßigt, wieder auszusteigen. Alternativverbindungen nach Hamburg, mit 2 x Umsteigen, wurden angeboten, ebenso Gutscheine über 25 Euro wenn man wieder aussteigt. Nö, nicht mit mir. Es würde schon weitergehen, ich hatte einen Platz.

Irgendwann ging es dann tatsächlich weiter, und das ohne weitere Komplikationen, welch Wunder. Mit ca. 75 Minuten Verspätung gegenüber der ursprünglichen Planung traf ich in Hamburg ein. Der Hamburger Hauptbahnhof ist einer, wenn nicht überhaupt, der meistfrequentierte Bahnhof Deutschlands. Wer aus Richtung Bremen anreist, muss damit rechnen, dass der Zug vor dem endgültigen Einlaufen 1 – 2 Mal anhalten muss weil das Gleis erst freigemacht werden muss. So auch gestern. Ab Hamburg-Harburg stenden die Passagiere schon im Gang und wollten alle als erste aussteigen. 2 Mal musste der Zug noch kurz anhalten. Jedes Mal ging ein mürrisches Raunen durch den Waggon. Ist doch eh egal – verspätet, Anschlusszug weg! Punkt aus! Also mit dem nächsten Zug weiter. Schlimm traf es die Reisenden mit dem Ziel Kopenhagen. Die mussten erst mit einer Regionalbahn nach Flensburg, von dort weiter nach Fredericia, dann umsteigen nach Kopenhagen. Der Eurocity Hamburg-Lübeck-Puttgarden-Kopenhagen war natürlich schon weg.

Für mich ging es weiter mit der S-Bahn nach Bergedorf. Holger holte mich dort ab (Bernd musste arbeiten, verkaufsoffener Sonntag). Und so kamen wir alle doch noch in den Genuss des Essens bei unserem Stammgriechen.

Zu keiner Zeit während der Reise, weder auf der verspäteten Hin- noch auf der verspäteten Heimfahrt, war ich sauer auf die Bahn. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass die Mitreisenden sauer gewesen sind. Es nützt ja auch nichts, sich zu ärgern oder sich aufzuregen. Technik, mag sie noch so modern sein, was ich bei der DB allerdings bezweifel, ist immer anfällig für Störungen. Wer sich der Technik anvertraut, muss damit rechnen, dass Störungen auftreten können. Die Ansagen waren ausführlich. Alles war gut! Oder sollte ich zu gutgläubig sein?

Die Folgen von Herwart


Ein weiterer Herbststurm, namens Herwart, fegte in der vergangenen Nacht über das Land. Es war eine unruhige Nacht, es war laut, ständig polterten morsche Zweige auf das Dach. Gefühlt habe ich kaum geschlafen. Während Xavier nur etwa eine Stunde wütete, hat sich Herwart die ganze Nacht Zeit gelassen.

Am späten Vormittag schaute ich aus dem Fenster runter zur Elbe und entdeckte, dass der Wasserstand ziemlich hoch ist. Starke Regenfälle am Oberlauf der Elbe und deren Nebenflüsse kann nicht die Ursache sein. Und die Sturmflut? Die Staustufe bei der Schleuse Geesthacht hält den Tidenhub eigentlich zurück. Wenn also hier ein erhöhter Wasserstand anzutreffen ist, der nichts mit Niederschlägen zu tun hat, muss die Flut über die Staustufe getreten sein.

Bernd und ich sind ja eigentlich eher die Bewegungsmuffel. Aber da ist Hochwasser, da müssen wir doch mal gucken, sozusagen Katastrofentourismus. Also zogen wir uns windfest an und gingen runter an die Elbe. Das kommt ja nicht so oft vor, dass der große Strom oberhalb der Staustufe so viel Wasser führt. Das muss man sich doch mal angucken.

Nicht nur der Sturm war in der Nacht aktiv. Ein Biber – also nicht der Justin – hat sich nicht stören lassen und einen kleinen Baum umgelegt. Die Bissspuren waren noch ganz frisch. Ein tiefbeladener Binnentanker mühte sich gegen Wind, Strom und Wellen in Richtung Schleuse. Der Sturm spritzte die Gischt über den Bug. Eigentlich gibt es immer was zu gucken an der Elbe. Man sollte öfter mal runtergehen. Es sind doch nur ein paar Meter.

Kleine Herbstwanderung


Ursprünglich sollte diese kleine Wanderung schon am Samstag stattfinden, mit Kaffee und Kuchen im Alten Sandkrug und abends ein schöner Abschluss beim Griechen unseres Vertrauens. Das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung und wir waren dann am Abend nur Griechisch essen, mit unseren Freunden Claudia, Thomas, Astrid und Holger. Die Wettervorhersage für heute sah aber sehr positiv aus. Und so trafen wir uns am frühen Nachmittag, fuhren mit 2 Autos nach Tesperhude und machten uns dann auf halber Höhe am Geesthang entlang auf den Weg zum Alten Sandkrug.

Dieser Teil des Waldes war weitgehend vom Sturm verschont geblieben, so dass wir flotten Schrittes unserem Ziel entgegenstrebten. Auf der linken Seite des Weges erhob sich der Geesthang, rechts blitzte gelegentlich die Elbe durch die Bäume während über uns der blaue Herbsthimmel durch die hohen Bäume zu sehen war.

Der Alte Sandkrug ist ein Ausflugslokal, von der Inhaberfammilie betrieben, wir fanden noch Plätze im Garten. Es dauerte etwas bis uns Torte und Kaffee serviert wurden, es machte einen etwas unorganisierten Eindruck. Aber jeder bekam das, was er bestellt hatte. Und Zeitdruck hatten wir ja nicht. Es schadete nicht, sich von der ersten Etappe ein wenig auszuruhen.


Statt den oberen Weg durch den Wald nahmen wir für den Rückweg jetzt die Strecke an der Elbe entlang, die aber auch von Bäumen und Büschen verdeckt war. Dieser Weg ist etwas kürzer als der „obenrum“, was ich dann doch als ganz angenehm empfand.

Insgesamt waren wir ca. 11 km unterwegs. Das war jetzt keine große Herausforderung für uns. Aber wir haben was für unsere Gesundheit getan, denn Bewegung und frische Luft ist nie verkehrt. Thomas, der in der kleinen Stadt an der Elbe aufgewachsen ist, wusste einiges zur Landschaft zu erzählen. So hatten wir auch einen kleinen Lerneffekt auf unserer Wanderung. Es ist nie verkehrt etwas über die Gegend zu wissen, in der man seine Heimat gefunden hat.

Tecklenburg


Welch ein Brückenschlag: Von New York nach Tecklenburg, von der Millionenstadt in die Provinz. Tecklenburg? Da war doch was, so ganz knapp vor unserer großartigen Reise. Unsere Meinung über die Musicalaufführung, die wir in Tecklenburg besucht hatten, hatte ich am Morgen unserer Abreise nach New York ja noch schnell kundgetan. Für ein paar Fotos hat die Zeit aber nicht gereicht. Die möchte ich jetzt gern nachreichen.

Tecklenburg ist eine kleine knuffige Stadt mit einem gut erhaltenen Ortskern, den viele Fachwerkhäuser zieren. Im Sommer wird Tecklenburg zur Musicalfestspielstadt. Dann bevölkern viele Besucher die engen Gassen.

Dem Ende entgegen

Heute Abend um 19:30 Uhr Ortszeit (Deutsche Zeit minus 5 Stunden) machen wir uns auf den letzten Teil der Reise, von Halifax nach New York. Das Internet an Bord läuft oft recht schleppend, sonst hätte ich mich wohl öfter hier gemeldet. Ein paar Fotos gibt es bei Instagram: hansgeorg3003 und bernd.hinkelmann, man muss sich dafür nicht bei Instagram anmelden. Einfach die Namen in die Suchbox eingeben, natürlich nur jeweils einen.

Ich melde mich irgendwann am 6. September wieder wenn wir wieder zu Hause sind.

Dreifacher Erinnerungstag

Für meinen Mann und mich ist der heutige Tag in doppelter Hinsicht ein Tag sehr positiver Erinnerungen:
1. Heute vor 20 Jahren haben wir uns kennengelernt
2. Heute vor 10 Jahren haben wir das Elbe-Penthouse übernommen

Der 3. Punkt der heutigen Erinnerungen hat heute vor 20 Jahren weltweit große Bestürzung verursacht:
Heute vor 20 Jahren verstarb Diana, Princess of Wales

Zu Punkt 1:
Wir verbringen den heutigen Tag in Charlottetown/Kanada.
Mit dem Namen dieser Stadt schließt sich in gewisser Weise ein Kreis zu Punkt 3:
Die Stadt wurde zu Ehren der Deutschen Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz benannt. Sie war die Gattin des Englischen Königs Georg III.

Verminderte Sicht

Vorgestern Abend bereits fuhr unser schwimmendes Zuhause durch dicken Nebel. Das Typhon am Bug des Schiffes sendete das vorgeschriebene Schallsignal hinaus auf den Nordatlantik. Als ich nachts mal wach wurde war alles wieder ruhig.

Gestern Abend, wir saßen noch beim Abendessen, war draußen plötzlich wieder alles grau und das Typhon nahm wieder seine Arbeit auf. Im Abstand von ca. 2 Minuten sendet es seinen dunklen Ton von ca. 4 Sekunden Länge. Wenn man dann in der Koje liegt, vermittelt das ein Gefühl von Gemütlichkeit. Auf der Brücke wird das sicher ganz anders gesehen. Da wird eine angespannte Atmosphäre herrschen. Die Bildschirme der Radargeräte werden ständig aufmerksam beobachtet ob nicht Gefahr besteht, ein in der Nähe befindliches Schiff zu übersehen.

Die ganze Nacht durch und noch jetzt, am frühen Vormittag, fahren wir durch dicken Nebel Kanada entgegen, begleitet von den regelmäßigen Tönen des Typhon.