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Mal wieder Mamma Mia


Seit ein paar Wochen gibt im Theater Neue Flora wieder das Musical Mamma Mia. Die Derniere der ersten Aufführungsreihe im Stage Operettenhaus war im September 2007, also vor 15 Jahren – und wir waren dabei. Das war das letzte Mal, dass wir dieses Musical mit der Musik von Abba gesehen haben. Uns das hat Stück immer gefallen, Abba geht eh immer. Auch die Story ist nett. Ausser toller Partymusik gibt es auch emotionale Momente.

Nach 15 Jahren kann man sich ein Musical mal wieder anschauen, das war gestern Abend der Fall. Wie sich im Gespräch während der Pause in der Open Bar herausstellte, hatten wir beide tagsüber gar nicht so richtig Lust auf Musial. Die Unlust verschwand bei den ersten Takten der Musik, die sofort in die Füsse und in die Finger floss.

Die Besetzung ist nach 15 Jahren natürlich eine ganz andere als seinerzeit. Die Rolle der Donna, meine Lieblingsrolle, wurde von Sabine Mayer übernommen. Ja, sie macht das ganz gut, auch bringt sie die Emotionen einer verlassenen jungen Frau gut rüber (Der Sieger hat die Wahl), die mich wieder zu Tränen gerührt hat. Ebenso wie die Szene, in der sie von ihrer Tochter Sophie gebeten wird, ihr beim Brautkleit zu helfen (Durch meine Finger rinnt die Zeit). Jedesmal muss ich dabei ganz fest Bernds Hand halten. Er weiss das schon von dien vielen Aufführungen, die wir im Operettenhaus gesehen haben. Sabine Mayer reicht aber nicht an die grossartige Carolin Fortenbacher heran, die früher die Donna gespielt hat.

Toll besetzt ist die Rolle von Sophie mit Lyssa Tejero. Wie ich heute gelesen habe, ist sie die Zweitbesetzung der Rolle. Lyssa hat eine tolle Ausstrahlung, eine gute Stimme und spielt phantastisch.

Ihr angehender Ehemann, Sky, wurde von Nico Schweers gespielt, ebenfalls die Zweitbesetzung. Aber ganz ganz toll. Nico und Lyssa gaben gestern Abend ein tolles Liebespaar, nahezu wie echt.

In der Story geht es ja um drei mögliche Väter von Sophie, die sie ohne das Wissen ihrer Mutter Donna zur Hochzeit eingeladen hat. Einer der möglichen Väter ist Sam, gespielt von Gerd Achilles. Gerd hat eine sehr gute Stimme und geht in der Rolle des „Vaters“ auf.

Der einzige Darsteller aus der alten Aufführungsreihe ist Detlef Leistenschneider. Er hatte damals schon die Rolle des Harry, einer der möglichen Väter von Sophie.

Einzig die Besetzung der Rolle des nassforschen Peppers, einer der drei Freunde von Sky, gefiel mir nicht. Zwar kann Jack Butcher toll tanzen, aber die Aussprache war zu stark ausländisch gefärbt. Jack muss noch ein wenig üben.

Die Tanzszenen wurden perfekt choreographiert und mit Freude und Perfektion auf die Bühne gebracht. Es ist eine Freude, zuzuschauen und am liebsten möchte man auf die Bühne springen und mitzappeln.

Die anfängliche Unlust des Tages wurde ersetzt durch die Frage des Abends: Wann gehen wir wieder hin? Endlich wieder in Musical in Hamburg, dass zu weiteren Besuchen reizt.

Bei allem Respekt für unsere farbigen Mitbürger – es scheint so, dass in neuen Musicalinszenierungen ein farbiger Darsteller oder eine farbige Darstellerin auf der Bühne steht, sozusagen als Alibi, wie ich das sehe. Gestern Abend war es die Rolle der Ali, eine von Sophies Freundinnen. Als Erstbesetzung von Sky ist Benét Monteiro vorgesehen, den wir bereits in Wicked gesehen haben und wo er uns gar nicht gefallen hat. Es ist ja, zum Glück, heute so, dass es durchaus mixed Partnerschaften im realen Leben gibt und die auch akzeptiert werden. Ich bin mir bewusst, dass sich das jetzt so anhören könnte wie „Ich habe nichts gegen Farbige, aber … „, wie es auch die Menschen gibt, die sagen: Ich habe nichts gegen Schwule, aber …“. In einer Bühnenrolle, die so nicht vorgesehen war, passt das nicht in mein Verständnis. Stellt euch mal vor, die Rolle der Bess in der Oper Porgy und Bess würde von einer Weissen gesungen? Geht auch nicht.

Curtain of the day


Gestern Abend waren wir in Hamburg um das Geburtstagsgeschenk für meinen Schatz einzulösen: Den Besuch einer Vorstellung im Schmidt Theater von „Der letzte Ritt nach San Fernando“. Es handelt sich um ein Zweipersonenstück mit viel Musik und Gesang. Die beiden Protagonisten sind Carolin Fortenbacher und Nik Breidenbach. Beide für sich sind schon toll, aber beide zusammen sind phantastisch.

Wie der Titel andeutet, spielt die Handlung im Wilden Westen. Was heißt Handlung? Ja, es gibt eine Handlung, in Teilen total flach und albern. Die Musik ist zusammengewürftel aus Musicaltiteln, Schlager und Country, teilweise mit zur Handlung passenden Texten versehen. Die beiden Darsteller ziehen das Publikum in ihren Bann mit ihrem Spiel, Gesang und Tanz. Albern ist hier Trumpf.

Es gibt Anspielungen auf die Homosexulatiät von Nik Breidenbach. Mamma Mia darf natürlich nicht fehlen (Carolin Fortenbacher hat in der Aufführungsserie in Hamburg vor mehr als 15 Jahren die Donna gespielt). Carolin Fortenbacher und Nik Breidenbach haben tolle Gesangsstimmen. Es gibt kleine Versprecher, die den Partner etwas aus dem Konzept bringen – Zufall oder gewollt gespielt, man weiß das nicht genau. Auf jeden Fall bringt es das Publikum im Saal zum Lachen.

Am Schluss gab es mit Recht standing ovations für die beiden großartigen Darsteller.

Eine Rezension der Premiere kann man hier nachlesen.

Was essen wir?


Ein paar Tage vor dem Wochenende überlegen wir, was wir denn essen wollen. Der vorausschauende Hausmann guckt mal in die Wettervorhersage. Grillen? Geht wohl nicht. Was hatten wir denn länger nicht? Was passt zum Wetter? Pasta hatten wir lange nicht. Und mit Pasta sind wir ja nicht auf das Angebot im Einzelhandel angewiesen – solange wir Mehl und Hartweißengries im Haus haben. Ich schlug dem Herzallerliebsten also vor, dass wir am Sonntag, also heute, Pasta Carbonara essen könnten. Ist ja auch nicht mit viel Aufwand verbunden. Das Originalrezept kommt ohne Sahne aus, nur Eier und Italienischer Schinkenspeck. Mangels eines entsprechenden Angebots nehmen wir immer Schinkenwürfel.

Bis mittags war es also ein verregneter Sonntag. Und wir freuten uns auf Pasta Carbonara und dazu Rotwein. Wenn wir Pasta essen, gibt es bei uns immer Pasta fresca, also frischgemacht mit dem Pastamaker. Mehl, Hartenweizengries und Wasser – das ist schon alles, was der Pastamaker knetet. Mit stand heute die Auswahl zu, welche Pasta es denn sein sollten. Ich entschied mich für Tagliatelle.

Es war wieder mal soooooo lecker. Und dazu der Rotwein! Bei dem Mistwetter war das heute wirklich das richtige Essen: Etwas deftig und doch mit einem Hauch von Sommer. Dazu ein Dornfelder Halbtrocken vom Weingut Kesselring – das perfekte Essen an so einem verregneten Sonntag – auch wenn für ein paar Sekunden mal die Sonne zu ahnen war.

ESC 2022

Der Gewinner stand wohl schon lange fest: Ukraine. Es war eine politische Entscheidung. Bei aller Solidarität für das vom Krieg gebeutelte Land – ich habe nicht dafür abgestimmt. Das Lied war schwach, jedenfalls in meinen Augen. Ich habe auf der ESC-App 4 Stimmen abgegeben: 2 x England und jeweils 1 x für Schweden und Moldawien.

Mit England befand ich mich in guter Gesellschaft mit der Jury-Abstimmung, die England auf den 1. Platz hievte. Erst ganz am Ende wurde England von der Ukraine überholt – weil das Fernsehvolk das so wollte. Man kann darüber denken wie man will, ich fand das unangemessen.

Deutschland hat mal wieder die Schlusslaterne bekommen – unverdient wie ich finde. Mein absolutes schlechtestes Lied ist das von Serbien, die Frau, die breitbeining vor einer Waschschüssel sitzt, so dass man jeden Moment befürchten muss, sie wäscht gleich ihre Muschi. Ganz schlimm!

Im nächsten Jahr soll der ESC also in Kiew stattfinden. Man wird sehen.

Montserrat Caballé


Montserrat Caballé würde heute 89 Jahre alt werden. Google ehrt die Prima Donna mit einer Grafik auf seiner Startseite. Sie gilt als eine der letzten großen Operndiven.

Ich habe Montse geliebt. Ihre glockenhelle Stimme, ihr Lachen, wenn sie z.B. als Gast bei Thomas Gottschalk saß. Wir hatten das große Glück, sie 2005 bei einem Konzert in der Hamburger Laiszhalle erleben zu dürfen.

Harry Potter und das verwunsche Kind


Vor 2 Jahren, zu meinem 70. Geburtstag, hatte der liebste Mann der Welt mir ein tolles Geschenk gemacht, Karten für die Aufführung des Theaterstücks „Harry Potter und das verwunschene Kind“. Fast auf den Tag genau 2 Jahre später konnten wir uns endlich die Aufführung im Harry Potter Theater anschauen. Die Karten waren ursprünglich gekauft für eine Vorstellung Ende Mai des selben Jahres. Aus bekannten Gründen wurde die Premiere abgesagt. Den zweiten Versuch unternahmen wir für November 2020. Wir wissen alle, dass auch da noch nichts möglich war und die Premiere wurde auf April 2021 verschoben. Auch für diese geplante Aufführungsserie hatten wir Karten. Aber die Premiere musste ein weiteres Mal verschoben werden und fand dann im Dezember 2021 statt. Gestern war es endlich soweit, dass wir uns die Geschichte anschauen konnten, die Tage vorher immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass die Vorstellung wegen einer Erkrankung im Ensemble ausfallen könnte, was schon ab und zu gesehen war.

Das Stück besteht aus zwei Teilen, beide jeweils abendfüllend. Man hat die Wahl, sich beide Teile hintereinander am selben Tag anzuschauen oder an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Wir entschieden uns für die Marathonsitzung, d.h. 2 x 2 Stunden 50 Minuten, darin enthalten jeweils eine Pause von 20 Minuten, Gesamtauffühungszeit also 5 Stunden. Unterbrochen werden die beiden Teile von einer ca. zweistündigen großen Pause.

Mein Schatz hatte das Luxuspaket gebucht: Die Karten für Teil I und II und den Zugang zur Mehr Lounge. Die Lounge fasst ca. 50 Gäste. Es gibt dort einen separaten Bereich für die Garderobe (im Preis inkludiert). Im Preis enthalten sind auch Getränke, wie Wein, Bier, Sekt, Softdrinks und Kaffeegetränke. An einem Buffet kann man sich an kleinen exotischen Speisen und Desserts bedienen. Die Lounge öffnet 1,5 Stunden vor dem Beginn der Vorstellung und steht den Gästen auch während der kleinen Pausen und in der großen Pause zur Verfügung. Das Ambiente der Lounge ist sehr angenehm, freundliches Personal erfüllt die Getränkewünsche. Wir gingen bereits um 11:30 Uhr aus dem Haus um mit dem ÖVPN nach Hamburg zu fahren. In der Mehr Lounge konnten wir Appetit und Durst stillen.

Zur Lounge gehört ein separates WC, selbstverständlich mit angemessener Ausstattung.

Auf dem Platz vor dem Theater gibt es eine große Cafeteria „für die Holzklasse“. Man sitzt dort auf unbequemen Bänken, um sich seinen Getränken und dem Fastfood zu widmen. Aber irgendwie muss man die große Unterbrechung von 2 Stunden ja überbrücken. Nachdem wir uns gestärkt hatten, lustwandelten wir ein wenig umher und vertraten uns die Beine.


Und jetzt zum Stück selbst: Harry Potter, Hermine, Ron und Draco Malfoy sind erwachsen geworden, haben geheiratet und haben selbst Kinder. Die Kinder gehen, wie früher ihre Eltern, ebenfalls in die Schule von Hogwarts. Harrys Sohn Albus hat sich mit dem etwas hyperaktivem Scorpius Malfoy angefreundet, dem Sohn von Draco Malfoy. Beiden fällt ein Zeitumkehrer in die Hände, mit dessen Hilfe sie eine Person aus dem früheren Umfeld von Harry Potter zum Leben erwecken wollen. Das geht total schief und eine Kette unvorhergeseher Ereignisse wird ausglöst.

Als der erste Akt des ersten Teils beendet war, schauten Bernd und ich uns fragend an, mit der Bemerkung „Ich weiß nicht?!“, was ausdrücken sollte, dass wir nicht gerade begeistert waren. In der Lounge stand unser vorbestelltes Getränk bereit und wir nahmen ein paar Happen vom Buffet.

Im zweiten Akt nahm das Stück dann richtig fahrt auf. Da hat man wirklich viel getan, um Spannung aufzubauen und uns am Ende mit dem Gedanken zurückgelassen: Ich will jetzt mehr wissen. Aber wir mussten ja nun 2 Stunden warten, bevor es weitergeht.

Der zweite Teil war spannungsgeladen mit vielen tollen Effekten. Ganz langsam löste sich im zweiten Akt die Geschichte auf, alle waren wieder in der richtigen Zeitlinie angekommen.

Den Schlussbeifall nahm das Ensemble gemeinsam entgegen, niemand wurde als Solist hervorgehoben. Und ja, es war eine gemeinsame Leistung der Darsteller, dieses Schauspiel fesselnd auf die Bühne zu bringen.

Für mich hatte ich aber zwei Rollen und ihre Darsteller entdeckt, die ich sehr beeindruckend fand: Vincent Lang als Albus Potter und Mathias Reiser als Scorpius Malfoy, die beiden Freunde, die mit dem Zeitumkehrer alles ausgelöst hatten. Ihr Spiel, ihre Dialoge, ihre Gestik – es war eine Freude, den beiden zuzuschauen und zuzuhören. Für mich waren das die beiden Hauptrollen.

Fazit eines langes Tages:
Nach einem eher zögerlichen Anfang nahm uns HARRY POTTER UND DAS VERWUNSCHENE KIND im Verlauf der Aufführung mehr und mehr gefangen. Die Akustik ließ aber in Teilen zu wünschen übrig. Einige Dialoge waren kaum bis gar nicht zu verstehen weil die Protagonisten sehr leise sprachen. Das beinträchtigte zwar nicht, dem Verlauf der Handlung zu folgen, war aber nicht wirklich schön.

Um uns herum waren im Publikum an einigen Stellen Lacher zu hören. Das waren wohl Hardcorefans von Harry Potter. Vermutlich gab es an jenen Stellen Verbinungen zu den diversen Büchern bzw. Filmen. Wir haben nur zwei Filme gesehen, die Bücher haben wir nicht gelesen. Trotzdem konnten wir der Handlung folgen.

Die Mehr Lounge ist ein tolles Angebot, sich vor der Vorstellung und in den Pausen dort in einem angenehmen Ambiente aufzuhalten. Der Platz, den man sich am Anfang ausgesucht hat, seht einem in jeder Pause zur Verfügung. In den kleinen Pausen steht das vorbestellte Getränk schon am Platz bereit. Schälchen mit Salzgebäck stehen auf den Tischen.

Für uns als eingefleischte Musicalfans war es im ersten Moment etwas ungewöhnlich, dass nicht gesungen sondern gesprochen wird. Aber daran haben wir uns schnell gewöhnt.

Fotografieren ist natürlich während der Vorstellung nicht erlaubt. Die 4 Akte begannen jeweils bei offener Bühne, die für das zu erwartende Geschehen vorbereitet war. Diese Bühnenbilder durften fotografiert werden.

Wir fanden es gut, dass wir uns beide Vorstellungen hintereinander und nicht an zwei Abenden angeschaut haben. Das Finale des ersten Teils ist schon ein riesiger Cliffhanger. Weil immer eine gewisse Spannung in der Handlung gehalten wurde, war es auch überhaupt nicht lang. Die Bestuhlung ist bequem, was natürlich auch wichtig für einen langen Abend ist. Am Ende saßen wir dann doch müde gähnend hinter unseren FFP2-Masken in der S-Bahn und im Bus und freuten uns auf das Bett. Immerhin hatten wir vor 12 Uhr das Haus verlassen und waren gegen Mitternacht wieder daheim. Dann darf man auch müde sein.

ABBA macht glücklich


Carolin Fortenbacher tourte mit dem dem o.g. Programm einige Wochen durch Deutschland. Sie trat in Kleinstädten auf kleinen Bühnen auf. Das Abschlusskonzert dieser Tour fand gestern Abend im Kleinen Theater Schillerstrasse in Geesthacht statt, nur wenige Gehminuten von unserer Wohnung entfent. Was lag da Näher, als sich dieses Konzert anzuhören, als großer Fan von Carolin Fortenbacher und der Musik von Abba. Da mein Schatz schon immer ganz früh aufstehen muss, ging ich mit zwei Freundinnen in das Konzert.

Carolin Fortenbacher wurde durch das Musical Mamma Mia bekannt. Im Stage Operettenhaus stand sie 1.200 (!) Mal als Donna auf der Bühne.

Caro, wie sie sich selbst nennt, spulte das Programm nicht einfach ab und hing Titel an Titel. Sie kommunizierte mit dem Publikum – und das Publikum mit ihr. Sowas geht nur in einem kleinen Theater. Deshalb war die Entscheidung, auf kleinen Bühnen aufzutreten, durchaus richtig. Caro erzählte ein paar Anekdoten aus ihrer Zeit als Donna und ließ uns mit ein paar Informationen an ihrem privaten Leben teilhaben. Mit viel Witz führte sie durch das Programm und brachte ihr Publikum zum Lachen.

Mit den Befehlen „Licht an“ und „alle aufstehen“ („man nennt mich auch die Musicaldomina“) animierte sie uns, in den Stuhlreihen ein paar Tanzbewegungen zu einigen Songs zu nmachen – so gut es eben ging. Die meisten Lieder wurden in englisch gesungen. Als Reminiszenz an ihre Arbeit mit Benny und Björn (die 2 B von ABBA) für das Musical, sang Caro einen Titel auf schwedisch. Und auch spanisch brachte sie zu Gehör.

Mein Lieblingslied aus dem Musical „Der Sieger hat die Wahl“ (The winner takes it all) sang Caro auf Deutsch. Hier wurde die ganze Bandbreite iher Stimme deutlich, von zart und glockenhell bis wütend und tief. Und ja, auch hier hatte ich Pipi in den Augen, wie jedes Mal im Musical.

Natürlich trat Caro nicht im quietschbunten ABBA-Kostüm auf, aber immerhin trug sie eine schwarze Schlaghose. Musikalisch begleitet wurde sie von Ania Strass am Cello, Jürgen Ray Scholz mit Gitarre und Achim Rafain am Bass. Diese Besetzung war anfangs etwas ungewöhnlich, aber so wurde der Gesang und das Spiel von Caro nicht eingeengt. Und es war live und nicht von der Konserve eingespielt. Die ABBA-Songs wurden in einem ganz anderen Stil zu Gehör gebracht als man es gewohnt ist. Nicht alles hat mir gefallen.

Laufend wurden im Hintergrund Nebelschwaden auf die Bühne geblasen, was ein kleines Geräusch verusachte, welches im Publikum aber nicht zu hören war, aber auf der Bühne. Nach Caros Wahrnehnmung war das ein „pfü“, von dem sie wohl ein wenig genervt war, was sie aber trotzdem mit Humor nahm. „Pfü“ wurde also ein Teil des Programms.

Natürlich gab es Zugaben. Ganz am Schluss durften wir uns was wünschen. „Thank you for the Music“ kam ein Zuruf aus dem Parkett. Da das nicht im Programm ist, wurde es a cappella von Caro und dem Publikum gemeinsam gesungen. Und dabei blieb es denn auch.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht trat ich den Heimweg an, denn ABBA macht glücklich und Caro macht froh!

Die Eiskönigin


Spontanität ist gefragt in diesen Tagen wenn man eine Musicalvorstellung besuchen möchte. Da der liebe Gatte aus Gründen derzeit zu Hause ist, können wir sehr spontan sein. Ich würde mir gern das Musical Miss Saigon anschauen, welches derzeit im Raimond-Theater in Wien gegeben wird. Aber was, wenn man in Wien aus dem Flugzeug steigt und man feststellen muss, dass die Vorstellung ausfällt weil jemand in der Besetzung an Corona erkrankt ist? Gut, ich wollte schon seit längerem mal nach Wien. Aber wenn der eigentliche Grund für die Reise nicht mehr vorhanden ist, wäre das zu teuer.

Aber was gibt es denn in Hamburg, was wir noch nicht gesehen haben? Richtig, die Eiskönigin. Schnell mal geguckt, was es für einen Wochentag noch für gute Karten gibt, und zack, hatten wir gebucht, 2 Plätze in Reihe 9 plus 2 Karten für die Open Bar. Der X80-Bus brachte uns von der kleinen Stadt an der Elbe bis fast zu den Landungsbrücken.

Ein Musicalbesuch beginnt am besten mit einem Restaurantbesuch. Wir testeten das Alex an den Landungsbrücken. Nun ja … Um dort zu speisen eignet es sich nicht unbedingt. Besser, man nimmt dort einen Drink zu sich während man auf den Hafen schaut. Die Speisen verdienen keine weitere Erwähnung.

Mit dem Musicalshuttle fuhren wir von den Landungsbrücken über die Elbe zum Anleger am Musicalboulevard. An den zahlreichen Aufstellern musste man mit der Luca-App einchecken. Vor dem Einlass hatten wir noch ein wenig Zeit über die Elbe auf das abendliche Hamburg zu schauen. Vor ein paar Tagen standen wir hier mit unseren Freunden aus München, nicht ahnend, dass wir so schnell wieder hier stehen würden.

Am Eingang wurde der Impfstatus geprüft und verglichen mit dem Bundespersonalausweis. An der nächsten Tür hielten wir den QR-Code des Onlintickets unter den Scanner … Grün! Wir durften passieren. An der Garderobe gaben wir unsere Jacken ab.


In der homoerotisch angehauchten Open Bar prüfte die freundliche Bedienung auf unseren Handys die die Bartickets. Da wir die ersten Gäste waren, konnten wir uns einen Platz aussuchen. Bernd bestellte Weißwein, ich ließ mir Sekt anreichen. Auf dem Tisch lagen ein Tütchen mit Salzbrezen und ein Tütchen mit Erdnüssen zum Verzehr bereit. Es blieb natürlich nicht bei einem Glas Wein und Sekt. Der Preis für die Open Bar ist sozusagen eine Flatrate für 90 Minuten vor der Vorstellung und für die Pause.

Ja, die Eiskönigin. Was soll ich sagen? Das Bühnenbild, wegen dem ich das Musical gern sehen wollte, ist wirklich wirklich toll. Von der Musik ist nicht viel hängengeblieben. Die Handlung ist auch für kleine Kinder ab ca. 5 – 6 Jahren ok. Wir waren erstaunt, dass in der Abendvorstellung an einem Wochentag viele Kinder anwesend waren. Die Szenen mit den Figuren des Olaf (ein Schneemann) und Sven (ein Rentier) waren für die Kinder ein Highlight während es für die Erwachsenen bestenfalls teilweise amüsant war.

Sabrina Weckerlin stand in der Rolle der Elsa auf der Bühne. Sie spielt eine der beiden weiblichen Hauptrollen. Ihr Auftritt im Finale des ersten Aktes war grandios und zu recht bejubelt, begleitet von einigen optischen Überraschungen. Es war einfach nur „WOW“!.

Anna, die Schwester von Elsa und die 2. weibliche Hauptrolle, wurde gespielt von Willemijn Maandag. Die Rolle ist der naive Part zu Elsa. Willemijn spielte die Rolle perfekt und quirlig. In keinster Weise merkte man während der Aufführung, dass sie Holländerin ist.

Die Mädchen Lina und Lisa spielten die Rollen von Elsa und Anna als junge Mädchen. Die Zwei haben das ganz ganz toll gemacht. Der Spaß an Spiel und Gesang war ihnen anzumerken. In einzelnen Szenen ganz allein auf der großen Bühne zu stehen und zu singen (Lisa als Anna) ist bewunderswert.

Die Eiskönigin ist ein Musical für die ganze Familie, mit tollen Effekten, mit einem großem Ensemble und mit großen Stimmen. Vielfach gab es Szenenapplaus, was nicht gerade oft der Fall bei Musicalvorstellungen ist.

Standing ovations und Jubelrufe am Ende der Vorstellung. Was will man mehr!?

Für die Statistik:
Mit dem Musical Die Eiskönigin haben mein Schatz und ich jetzt 41 verschiedene Musicals gesehen.

Neujahrskonzert

So, da bin ich wieder, heute am Neujahrstag das erste Mal in 2022.

Das Neujahrskonzert in Wien im alterwürdigen Musikvereinsaal in Wien ist ja allgemein bekannt. Es gibt die Tradition in vielen Familien, sich die Übertragung des Konzerts am Neujahrstag live im Fernsehen anzuschauen bzw. anzuhören.

Neujahrtskonzerte gibt es aber nicht nur in Wien. Durch Zufall entdeckte ich, dass es auch ein solches in Venedig gibt, und zwar im Gran Teatro La Fenice. Durch eine Brandstiftung brannte das Theater 1996 bis auf die Grundmauern nieder. Im Jahr 2004 konnte der Opernbetrieb wieder aufgenommen werden. Das Gran Teatro La Fenice gehört zu den Häusern, in dem ich mir gern mal eine Operninszentierung anschauen würde.

Aber zurück zum Neujarskonzert, welches leider nicht live übertragen wurde. Der Chor trat mit Masken auf und trug diese auch während der Chorstücke. Ausgenommen Blech- und Holzbläser, trug auch das Orchester Masken. Die Solisten kamen mit der Maske auf die Bühne, nahmen sie aber für ihre Darbietungen ab.

Präsentiert wurde Arien von Verdi, Puccini und Rossini. Der berühmte Gefangenenchor aus Verdis Oper Nabucco durfte natürlich auch nicht fehlen.

Als Sopranistin brillierte Pretty Yende aus Südafrika, die auch bereits an der Met in New York gesungen hat. Ihr zurseite stand der Tenor Brian Jagde aus Amerika. Er sang unter anderem die Arie Nessun Dorma aus der Oper Turandot von Puccini. Noch während er die letzten Töne dieser Arie ins Parkett schmetterte, hub das Publikum zum Beifallsstürmen an.

Am Schluss des Konzerts wurde das Brindisi aus der Oper La Traviata gesungen, ein fetziges Trinklied, zu welchem das Publikum im Takt klatschte. Man kennt das aus dem Neujahrskonzert in Wien wenn der Radetzkymarsch gespielt wird.

Ich war angemessen beeindruckt von diesem Konzertausschnitt. Ich werde mal gucken, ob ich davon einen gesamten Livemitschnitt finde.