
Ist ja nicht mein Ding, Schnee. Sieht zwar nett aus, aber grün ist mir lieber. Nützt ja nichts, da muss ich durch. Jedenfalls brachte der heutige Tag schon mehr Schnee als wir im ganzen letzten Winter hatten. Da war’s am 22. November als es geschneit hat, zum Glück das einzige Mal. Und auch so kümmerlich, dass es gar nicht der Rede wert war. Heute sieht die Welt viel winterlicher aus. Ich befürchte ja, dass das für diesen Winter noch nicht alles war.
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Away & Abroad
Wir kennen das: Man surft hier und da, schaut ein Blog an und dann die Blogroll und dann entdeckt man etwas, was uns interessiert. Ich fand das Reiseblog Away @ Abroad von Oliver.
Reiseblogs interessieren mich im Besonderen aber oft ist es leider so, dass versucht wird, und etwas ganz dringend zu empfehlen, in etwa so: „10 Dinge die in … gesehen haben musst!“ Woher will der/die Bloggerin wissen, ob ich das unbedingt auch sehen muss. Ein Beispiel: Wenn ich mich für moderne Architektur interessiere, warum soll ich mir dann uralte Steine aus der Antike ansehen? Wenn ich verreisen will und ich ein Ziel vor Augen habe, möchte ich eine möglichst objektive Einschätzung dessen, was mich in der Ferne erwartet. Und so empfinde ich das bei Away & Abroad.
Reiseblogs eignen sich hervorragend zur Vorabinformation, ungeachtet dessen, ob ich unbedingt was tun muss oder es lieber bleibenlassen sollte. Reiseblogs basieren auf den persönlichen Erfahrungen der Reisenden und sind in den meisten Fällen frei von Wertungen von Reiseveranstaltungen oder Hotels wie es in Bewertungsportalen versteckt vorkommen kann.Wer in Reiseblogs sorgfältig liest, wird schnell herausfinden, ob da nicht doch was dahintersteckt, was von Reiseveranstaltern beeinflusst wurde, z.B. eine Kreuzfahrt. Letztendlich muss aber jeder selbst entscheiden, wie er verreist, zu welchem Ziel er will und was er dort sehen will.
Oliver schreibt ziemlich wertungsfrei, dazu ist sein Blog recht interessant gestaltet, 2 Gründe, sein Blog zu verlinken. Away & Abroad ist ab sofort bei mir in der Rubrik „Lifestyle“ zu finden.
Weihnachtsmarkt auf See?
Es gibt wohl nichts, was es nicht gibt auf Kreuzfahrten. Für vieles, was die Reedereien auf ihren Schiffen anbieten, braucht man nicht viel Geld für eine Kreuzfahrt auszugeben. Das kann man in einem Cluburlaub in Spanien billiger haben.
Was ich jetzt gelesen habe, ist nach meiner Meinung völlig hirnrissig und unnötig: Ein Weihnachtsmarkt auf See. Vermutlich dudeln da den ganzen Tag auch Weihnachtslieder.
Ich kann nur hoffen, dass TUI-Cruises den Trend nach immer neuen spektakulären Attraktionen nicht mitmacht. Weniger ist manchmal mehr.
4 Jahre + 18 Monate

Heute auf den Tag genau vor einem Jahr bin ich das letzte Mal nach Mönchengladbach gereist, seinerzeit zusammen mit Bernd anlässlich der Taufe unsere jüngsten Familienmitglieds Marit. Lange schon wollte ich wieder die kleine Familie wieder besuchen. Aber dann kamen die Probleme mit meiner Mutter dazwischen, also der Uroma der beiden Töchter Ida und Marit von Oliver und Sabrina, ausserdem die langwierige Erneuerung meines Esszimmers und dann unser letzter Urlaub. Aber jetzt passte es und am Dienstag voriger Woche machte ich mich mit der Bahn auf den Weg.
Die vierjährige Ida hatte sich auf mich gefreut und doch war sie anfangs etwas schüchtern. Na, was will ich erwarten wenn ich sie so selten sehe, zuletzt im Sommer anlässlich eines gemeinsamen Besuchs bei meiner Mutter im Seniorenheim. Marit, 18 Monate alt, klammerte sich mit einem ängstlichen Gesichtsausdruck an die Beine ihres Papas als ich mich in die Hocke setzte. OK, lass sie erstmal in Ruhe, das wird schon noch. Beim gemeinsamen Abendessen wies Marit mir dann schon den für mich vorgesehen Platz am Tisch zu. Sie schaute mich an und tippte dann mit einem ihrer Zeigefinger auf den Stuhl – so süß!
Während Ida morgens im Kindergarten war, hatte ich Gelegenheit, mich ein wenig mit Marit zu beschäftigen. Und es wurde immer ein wenig besser. Am letzten Abend zog sie plötzlich an meinem Bein während sie der Küche zustrebte. Was war passiert? Ich schaute wohl etwas hilflos drein. Marit hatte aus der Küche den Piepton vom Herd gehört, das Zeichen, dass der Auflauf fertig war. In der Sitzecke in der Küche wies sie mir wieder meinen Platz zu. Sie isst zwar weitgehend selbsständig mit einer kleinen Gabel, aber ab und zu muss man halt mal ein wenig nachhelfen. Marit ließ es sich gefallen, dass ich ihr auch ab und zu mal einen Bissen mit der Gabel in den Mund schieben durfte. Hach, der Opa war ganz stolz und glücklich.
Am Mittwoch hatten wir einen Ausflug zum Hariksee gemacht. Erst gab es Eis für Alle bei Tino. Oft ist es ja so, dass die Abbildungen in der Eiskarte mehr versprechen als das, was dann tatsächlich serviert wird. Bei Tino scheint es, dass die Portionen tatsächlich noch viel größer sind als wie sie in der Karte aussehen. Es war überwältigend und es schmeckte phantastisch gut.
Bei einem Spaziergang am idyllischen See versuchten wir, einen Teil der Kalorien wieder zu töten. Vermutlich war es nur ein ganz geringer Teil, der sich da wieder verdünnisierte. Die Portionen waren wirklich umwerfend groß.
Mit Ida sammelte ich Eicheln und Steinchen, die sie dann in die zahlreichen kleinen Gewässer werfen konnte. An einer Stelle ging ich mit ihr über einen Trampelpfad wie durch einen Urwald an das Seeufer, für Ida schien das ein wenig abenteuerlich zu sein, aber es machte ihr Spaß.
Zum Abendessen kehrten wir im Notre’s am Inselschlösschen ein. Griechisch-Mediterrane Küche wird dort angeboten. Aufgrund der exklusiven Lage direkt am See hatten wir aber nicht mit solchen Mengen gerechnet, die uns serviert wurden. Wir haben unsere Portionen nicht geschafft. Übrigens essen Kinder bis zum Alter von 7 Jahren kostenlos Gerichte von der Kinderkarte. Wo gibt’s denn sowas?!
Freitag war dann Abschied angesagt. Oliver und ich holten Ida vom Kindergarten ab und von dort ging es zum Bahnhof. Auf dem Weg dorthin musste ich erstmal Lutschtabletten gegen meinne Halsschmerzen kaufen.
Die Heimfahrt mit der Deutschen Bahn verlief problemlos und pünktklich. Man hört und liest ja so viel, und gerade am Freitag hatte ich so meine Bedenken. Aber alles war gut!
Ich hoffe sehr, dass es nun nicht wieder 1 Jahr dauert, bis ich mich auf den Weg nach NRW mache. Wenn nichts dazwischen kommt, wird es ganz sicher früher werden, immerhin habe ich jetzt eine Bahncard.
Nachwachsende Nahrung

Freunde von uns sind auf Weltreise, nicht als Pauschalreisende mit QM2 in 120 Tagen um die Welt, auch nicht mit einem Flugzeug mit vorherbestimmten Aufenthalten. Nein, sie sind als Rucksacktouristen unterwegs, oder wie man heute wohl sagt: Als Backpacker.
Es gibt wohl einen roten Faden, also Länder und Orte, die sich sich ausgesucht haben. Spontan wird dann entschieden, wie lange sie wo bleiben. Ihr erstes Ziel war Kuba. Von dort ging es nach Mexico und jetzt sind sie in Ecuador eingetroffen. Für ihre große Freundesschar haben sie ein Reiseblog eingerichtet. Wir Daheimgebliebenen können also an ihren Erlebnissen und Eindrücken teilhaben. Da das Blog viele persönliche Bilder beinhaltet, werde ich es hier nicht verlinken. Vielleicht bietet sich ja mal die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme um nach einer Genehmigung dafür zu fragen.
Heute habe ich aber einfach mal ein Bild aus dem Reiseblog „geklaut“ weil ich meinen Leserinnen und Lesern etwas berichten möchte, was für Europäische Verhältnisse ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Es geht um die niedlichen kleinen Fellknäuel, nämlich um Meerschweinchen. Hierzulande werden sie als Haustiere in Käfigen gehalten. Sie haben einen Namen und sie werden geknuddelt, sie sind putzig anzuschauen.
Auf einem Ausflug zum Vulkan Quilotoa machte der Guide einen Stopp bei einer Familie in den Bergen, die in einer Hütte aus Lehm und mit einem Grasdach lebt. Es gibt einen Stall mit Meerschweinchen und Hasen. Und selbst auf dem Boden der Hütte wuseln die Meerschweinchen umher. Die „Meerschweinchenzucht“ dient nicht etwa dem Export nach Deutschland um hier Kinder zu erfreuen, nein, sie dienen der nachhaltigen Ernährung der armen Menschen in den Bergen von Ecuador. Diese Menschen müssen sich keine Sorgen machen, an Hunger zu leiden. Die kleinen Dinger rammeln ja wohl ständig und sorgen für regelmäßgen Nachwuchs.
Na ja, ist wohl nicht viel dran an so einem Tier. Für eine Großfamilie mit Oma, Opa, Vater, Mutter und 3 Kindern reicht wohl ein Meerschweinchen nicht um satt zu werden. Aber was solls, es gibt ja ständig Nachschub. Und aus den Fellen kann man wärmende Kleidung klöppeln oder die Hütte damit auskleiden damit es hoch oben in den Bergen warm darin bleibt.
Bisher haben unsere Freunde noch kein Meerschweinchen gekostet, aber sie sind wohl nicht abgeneigt, es zu probieren. Ich vermute mal, dass es ähnlich schmeckt wie Hühnchen oder Kaninchen. Das Fleisch von Krokodil oder Schlange soll ja auch so schmecken. Wobei ein Meerschweinchen für ein Krokodil oder für eine Schlange wohl nicht mehr als ein kleiner Snack ist, Fingerfood sozusagen.
Das ist uncool
Eine Modemarke mit dem Vornamen Tom macht derzeit Werbung im Radio. Drei Schlagworte sind mir darin aufgefallen, obwohl ich Radiowerbung meistens nur im Hintergrund höre, mit anderen Worten: Ich höre gar nicht richtig hin. Der Nachname ist übrigens Schneider! Aber das ist ja langweilig.
Es geht um die Ausdrücke „keyprodukt“, „cool“ und „umstylen“. Allein das Wort „keyprodukt“ ist schon total blödsinnig weil der zweite Worteil Deutsch ausgesprochen wird, deshalb habe ich es auch mit „k“ geschrieben. Also entweder ist es ein „Schlüsselprodukt“ oder ein „keyproduct“. „cool“ – na ja, geht so gerade. Aber dann kommen wir zum „umstylen“. Das ist auch wieder so eine Melange aus Deutsch und Englisch. Hört sich eigentlich in der Chefetage mal jeman an, was da für ein Mist verzapft wird? Oder sehen die Chefs das genau so und sind davon überzeugt?
Irgendwas von dieser Marke habe ich auch im Kleiderschrank. Mir ist es eh egal, was da für ein Etikett ein- oder aufgenäht ist, die Hauptsache, es gefällt mir und der Preis ist akzeptabel.
Die Wut auf Paketdienste
Vor 2 Wochen ist es das erste Mal geschehen: Eine ankündigte Sendung befand sich mit dem Paketdienst DPD „in Zustellung“, ich war zu Hause und wartete, dass es klingelt. Über den Link zur Nachverfolgung musste ich plötzlich lesen, dass ich vor 10 Minuten nicht angetroffen worden bin und eine Benachrichtigung erfolgt sei. Im Briefkasten fand ich natürlich keine Benachrichtung, hatte ich auch nicht erwartet. Da hatte es doch glatt ein Zusteller von DPD nicht für notwendig erachtet, in diese Straße überhaupt hineinzufahren.
Natürlich, was will man auch anderes erwarten, hat DPD nur eine kostenpflichtige Hotline, aber auch die Möglichkeit, sich über ein Kontaktformular an DPD zu wenden, was ich dann umgehend tat und mich beschwerte, mit dem Hinweis, dass ich den Absender der Ware ebenfalls informieren werde. Umgehend erhielt ich eine automatisch generierte Nachricht, dass man sich um mein Problem kümmern werde.
Dann informierte ich den Absender, auch da erhielt ich erstmal eine automatische Antwort. Nachmittags gegen 15 Uhr informierte mich der Absender, dass die Sendung heute noch zugestellt werden würde. 10 Minuten später klingelte es: Ein sachlich-mürrischer Zusteller überreichte mir das Paket, ohne dass ich etwas unterschreiben musste. Na, dem hatte man ja wohl mal die Hammelbeine langezogen.
Ende letzter Woche bestellte ich wieder was online, 2 Absender – 2 Paketdienste: DPD und GLS. Die Zustellung war jeweils für gestern, Montag angekündigt. Die Sendung per DPD war den ganzen Tag „in Zustellung“, die Sendung per GLS wurde um 10:22 Uhr im GLS-Zentrum eingelagert und wird am „neu vereinbarten Termin zugestellt. Mich hatte man gar nicht gefragt, mit mir hat man nichts vereinbart.
Heute morgen, ca. 10:00 Uhr, es klingelt: DPD brachte die erste Sendung. Wow, toll, das hat dann ja heute geklappt. Sekunden später eine Email von DPD: Ihr Paket ist da. Toll, als wenn ich das nicht wüsste, hab das ja schon mal ausgepackt. Muss ich DPD jetzt dankbar sein? Also es geht doch!
11:38 Uhr eine Mail von GLS: „Das Paket konnte leider nicht an die gewünschte Adresse zugestellt werden.“ -ohne Angabe von weiteren Gründen. Huch! Ich loggte mich in die Sendungsverfolgung ein. Da stand dann, dass ich angeblich nicht angetroffen wurde. Da passiert mir mit GLS das Gleiche, was mir letztens mit DPD passiert ist. Ich könnte die Wände hochgehen.
Und was macht der unzufriedene Kunde: Er schreibt sofort an GLS und an den Absender.
Das hat auch hier was geholfen: Um 12:45, während ich diesen Artikel schreibe, klingelt es, mir wurde die Sendung gebracht! Als ich zurück am Rechner bin, habe ich eine Mail vom Absender: Man geht davon aus, dass heute ein 2. Zustellversuch unternommen wird. Inzwischen ist auch die Nachricht von GLS eingetroffen, dass ich ein Paket bekommen habe.
Viele Kunden haben ja ähnliche Problme mit DHL. Das kann ich ganz und gar nicht bestätigen. Der DHL-Zusteller ist sehr nett, gibt Sendungen auch bei Nachbarn im Haus ab und hinterlässt eine Benachrichtung im Briefkasten. Besser geht es nicht!
Auch mal untenrum gucken
Mutter gelüstete es nach Lakritz. Im meterlangen Regel des Supermarktes schaute ich, was ihr denn gefallen könnte. Ich fand dann was „unter den üblichen Verdächtigen“, was ich dann auch in den Einkaufskorb beförderte.
Wie ich noch so das Angebot abschritt, gewahrte ich ganz unten, wirklich im untersten Korb des Regals, recht interessante Sorten eines mir bisher unbekannten Anbieters, Rexim. Da wir beide gern Lakritz mögen, packte ich eine Tüte Salmiak Rocks in das Einkaufskörbchen. Die durchsichtige 400-Gramm-Tüte ziert ein schlichtes unscheinbares Logo (Tüte ist eh besser als eine Plastikdose). Da ich, wie fast meistens, ohne Brille unterwegs bin, konnte ich nichts weiter entziffern. Egal, wird schon passen.
Zu Hause besah ich mir erstmal etwas genauer, was ich da gekauft hatte. Als erstes studierte ich die Inhaltsstoffe. Na ja, man kennt das und hat das alles schon mal bei anderen Produkten gelesen. Deshalb gehe ich nicht näher darauf ein. Ich achte meistens eh nicht darauf, was drin ist, die Hauptsache, es schmeckt. Dann entdeckte ich, dass die Firma Rexim ihren Sitz in Flensburg hat. Also das ist doch mal was: Lakritz aus der Region, wobei der Begriff Region von mir sehr weitläufig ausgelegt wird, wohnen wir doch ganz im Süden von Schleswig-Holstein, an der Landesgrenze, die hier von der Elbe markiert wird. Flensburg dagegen liegt ganz im Norden an der Grenze zu unserem Nachbarstaat Dänemark. Aber nett ist es doch allemal, ein Produkt aus dem eigenen Bundesland zu kaufen.
Und der Geschmack der Salmiak Rocks? Wahrlich, die Dinger rocken! Das ist Lakritz, welches auch nach Lakritz schmeckt, herzhaft-pikant würde ich die Geschmacksrichtung bezeichnen, genau das, was ich schon lange gesucht habe. Die Füllung besteht auch aus einer Lakritzmischung, die etwas milder ist als die Hülle. Der Geschmack bleibt noch ziemlich lange im Mund nachdem man das Röllchen in den Magen befördert hat. Man hat also etwas länger was davon. Wie heisst es so schön: Das Gute liegt so nah – auch wenn es manchmal untenrum zu finden ist.
Du oder Sie?
You can say you to me! – Dieser Spruch wird Helmut Kohl zugeschrieben, der ja bekanntermaßen ein recht stümperhaftes Englisch spricht. Vermutlich hat er das nie so gesagt. Gesagt haben könnte das auch Heinrich Lübke, der zweite Deutsche Bundespräsident. Ihm werden ja auch so manche Sprüche nachgesagt. Ich wollte damit jedenfalls sagen, dass es in der Englischen Sprache das „Sie“, so wie wir es kennen, nicht gibt.
Als ich vor 23 Jahren in der Firma anfing, in der ich bis zur Rente tätig gewesen bin, wurde mir sofort das „Du“ angeboten, allen voran von den beiden Geschäftsführern. Gut, wir waren eine kleine Truppe von 9 Mitarbeitern inklusive der Geschäftsführer und Prokuristen. Zu der Zeit war es jedenfalls noch ziemlich unüblich, das intime „Du“ zu verwenden. Trotzdem hatten wir, die ganz normale Arbeitnehmer waren, Respekt vor der Geschäftsleitung.
In Telefonaten mit ganz Europa war es üblich, uns mit Vornamen anzureden. Und ja, teils kam es da schon mal zu ziemlich kontroversen Diskussionen. Einzig bei Telefonaten und im Schriftvekehr mit den Kapitänen wurde das distanzierte „Sie“ noch verwendet. Wobei das bei der Reederei, in der ich vorher gearbeitet habe, auch nicht mehr benutzt wurde.
Vor 41 Jahren lernten meine Frau und ich im Urlaub ein Ehepaar aus Dänemark kennen, welche so alt waren wie unsere Eltern. Es ergab sich eine jahrelange sehr schöne Freundschaft mit gegenseitigen Besuchen mehrmals im Jahr. Evald, unser Freund, der ein recht gutes Deutsch sprach, erklärte uns, dass in Dänemark, ganz offiziell das „Sie“ abgeschafft worden ist, auch zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern. Ich glaube, die Dänen duzen sogar ihre Königin.
Ich erinnere mich an meine früheste Kindheit: Wenn meine Eltern Leute kennenlernten „siezte“ man sich, das gehörte sich schließlich so. Wenn sich dann ein längerer Kontakt ergab, ging man nicht einfach zum „Du“ über, nein, daraus wurde ein richtiger Akt gemacht, das Brüderschaft trinken, ein seltsamer Brauch: Mit einem Glas Schnaps, Bier – oder was man gerade so trank – in der Hand hakte man sich gegenseitig die Arme umeinander und jeder sagte seinen Namen (Ich heiße Paul!) den alle eh schon wussten. Dann trank jeder mit umeinanander gehakten Armen aus seinem Glas und dann küsste man sich noch auf die Wange. Ab jetzt durfte man sich mit „Du“ anreden, was manchmal schwierig war weil man sich an das „Sie“ doch gewöhnt hatte.
Wie locker ist das doch heute geworden. Wir haben hier in der kleinen Stadt an der Elbe viele nette Menschen kennengelernt. Als wir uns irgendwann mal bei irgendwem das erste Mal begegnet sind, haben wir uns selbst gegenseitig vorgestellt: Ich heiße Bernd! – und gut war’s. Letztens, auf der Silberhochzeit von Freunden trafen wir wieder neue Leute. Sie? Nee, es ging gleich zum Du. Ich habe da auch überhaupt keine Hemmungen
Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit fällt es mir ziemlich schwer, überhaupt das „Sie“ zu benutzen, meist versuche ich irgendeinen Spagat wenn ich Menschen in meinem Umfeld anspreche. Es ist auch eine Frage des Gegenübers, wie locker oder wie distanziert die Menschen drauf sind. Das „Sie“ wird immer mehr verschwinden. Trotzdem kann man seinen Mitmenschen mit Respekt begegnen und trotzdem kann man unterschiedliche Meinungen im Geschäftsleben miteinander diskutieren.
Wie komme ich denn nun auf dieses Thema? Die FAZ hat darüber geschrieben.
Es wird noch Jahre dauern, bis das „Sie“ im Sprachgebrauch verschwunden sein wird. Besonders die Älteren Mitmenschen können sich das sicher nicht mit anfreunden. Aber es wird eines Tages soweit sein, da bin ich mir sicher.
Immer dabei

Manchem mag meine Anhänglichkeit zu Mein Schiff 1 ja übertrieben erscheinen. Ich bin aber nun mal, und das seit frühester Jugend, irgendwie dem Wasser sehr verbunden. Und es wird mir auch nicht langweilig, stundenlang irgendwo zu stehen oder zu sitzen und auf das Wasser zu schauen, wo es ausser Wasser und Wellen auch übherhaupt gar nichts zu sehen gibt.
Seit unserer ersten Kreuzfahrt auf Mein Schiff 1 habe ich zu diesem Schiff eine besondere Bindung entwickelt. Nicht umsonst haben wir mit diesem Schiff noch drei weitere Reisen unternommen. Ob ich diese intensive Bindung auch zu unserem nächsten Schiff, Mein Schiff 6, haben werde, bleibt abzuwarten.
TUICruises ermöglicht seinen Fans, dem Stammpublikum und anderen interessierten Menschen, die Schiffe wer Webcam auf den Reisen zu begleiten. Nachdem ich morgens die üblichen Seiten durchstöbert habe, widme mich der Seite, auf welcher die Momentaufnahmen der Flotte zu sehen sind. Manchmal, wenn die Schiffe auf dem Weg zum nächsten Hafen sind, ist nur Wasser zu sehen. In anderen Fällen liegt ein Schiff an einer Pier, günstigsten falls in einem Hafen, in dem wir auch schon gewesen sind.
Als ich heute Morgen die Seite öffnete, sprang mir förmlich die Momentaufnahme der Webcam von Mein Schiff 1 entgegen: Das Schiff auf dem Tejo kurz vor der Ponte 25 de Abril, dahinter im Dunst die aufgehende Sonne. Der Zeitraffer, der den Verlauf der letzten 12 Stunden im 10-Minuten-Takt zeigt, offenbarte die Ortszeit 07:10 Uhr. Welch ein Moment, vermutlich von vielen Passagieren um diese Uhrzeit noch unbeachtet.
Liebe Leserinnen und Leser, dass die Webcam einen wirklich tollen Moment eingefangen hat, ist unbestreitbar. Meine Begeisterung mögt ihr vielleicht mit einer fahrigen Handbewegung abtun: Er wieder! Tja, aber so bin ich nun mal. Und an dieser Aufnahme hängen Erinnerungen, auch wenn wir nicht im Sonnenaufgang die Ponte 25 de Abril passiert haben. Beeindruckend ist die Passage aber allemal.















