Mein Heilpraktiker hat mir gegen die Bronchitis zwei Sorten Tropfen aufgeschrieben. Von einer Sorte muss ich morgens 50 Tropfen nehmen, von einer anderen 3 Mal täglich 30 Tropfen.
Ich öffne also jeden Morgen die kleine Flasche, halt sie mit der Öffnung nach unten über eine Löffel und warte, dass es tropft. Es bildet sich ein Tropfen, aber er fällt nicht auf den Löffel. Den Neigungswinkel der Flasche zu verändern ist nicht hilfreich, der Tropfen bleibt da hängen, egal wie ich die Flasche halte. Da hilft dann leichtes klopfen mit einem Finger auf den Flaschenboden.
Der nächste Tropfen erscheint – und bleibt erstmal hängen. Also wieder mit dem Finger klopfen, und „plopp“ – der Tropfen landet im Löffel. Die nächsten Tropfen tropfen zaghaft von allein ohne mein Zutun. Da lässt es sich gemütlich mitzählen. Und dann plötzlich komme ich mit dem Zählen kaum noch nach, das Medikament rinnt fast aus dem Fläschchen.
Am nächsten Morgen muss ich gleich vom Beginn an aufpassen, dass sich nicht die ganze Flasche entleert, am Tag danach aus. Und am 3. Tag geht das Theater mit dem nicht tropfen wollenden Tropfen wieder los. Das gleiche passiert natürlich mit dem anderen Medikament.
Bronchitis ist an sich schon nervig genug. Warum müssen Tropfen auch noch zusätzlich nerven?


