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8. Mai

Der Tag der Befreiung hat in diesem Jahr eine doppelte Bedeutung, jedenfalls für Schleswig-Holstein:

Die Schleswig-Holsteiner, die Leute zwischen den Meeren, haben sich von der kackblauen AfD befreit. Sie ist nach der gestrigen Landtagswahl nicht mehr im Landtag vertreten.

Hoffen wir, dass das auch in anderen Bundesländern passieren wird.

Um 18 Uhr sah das mit 4,9 Prozent ja noch etwas unsicher aus. Zum Glück hat sich das dann im Laufe des abends nach unten stabilisiert.

Wer sind sie?

Ich frage mich, was das für Menschen sind, die in einigen Deutschen Städten pro-russische Demonstrationen per Autokorso durchführen. Sind das deutsche Nazis, Faschisten, Rechtsextreme? Werden sie von der AfD unterstützt. Bezahlt die ihnen vielleicht sogar die Tankfüllung für so einen Scheiß? Oder sind das Russen, die hier und in unseren Nachbarstaaten leben, sich hier zusammenrotten und mit ihren Autos demonstrierend durch die Straßen fahren?

Sollen diese Menschen doch lieber nach Russland gehen und sich von den Soldaten der Ukraine totschießen lassen. Aber dazu sind sie zu feige, es könnte den Einzelnen ja treffen. Hier, im demokratischzen Deutschland, darf man ja seine Meinung zum Ausdruck bringen und ist sich sicher, kein Bein zu verlieren, oder gar das Leben.

Die Impfpflicht

Wie zu erwarten war, wurde die Impfpflicht von der Mehrheit der Abegordneten des Deutschen Bundestages heute abgelehnt. Mehr als 60 % der Deutschen sind FÜR die Impfpflicht. Die überwiegende Mehrheit der vom Deutschen Volk gewählten Abgeordneten lehnte heute die Impfpflicht ab.

Hier ging es, wie so oft, um politisches Kalkül und nicht um den Willen des Deutschen Volkes. Da es eine namentliche Abstimmung war, wird die Liste, welcher Abgeordneter wie abgestimmt hat, demnächst veröffentlicht. Ich habe mir vorgenommen, diese Liste genau anzuschauen und dann den Vertreter meines Wahlkreises anzuschreiben, für den Fall, dass er, oder sie, sich gegen die Impfpflicht ausgesprochen hat. Ich habe das schon bei der Abstimmung über die Ehe für Alle gemacht. Denn der seinerzeitige Vertreter im Bundestag hatte dagegen gestimmt.

Die Angst vor den Russen

Das Klischee über die Russen hat sich bewahrheitet: Die Russen sind grausam. Viele Jahre hat es sich gehalten, ohne dass es einen Beweis dafür gab. Aber warum sind so viele Menschen am Ende des 2. Weltkrieges aus dem Osten geflüchtet? Sie hatten Angst vor den Russen, also vor den russischen Soldaten. Plünderungen, Vergewaltigungen, Mord – das waren die Ängste, die man damals hatte. Und es hat sich nichts geändert wenn wir die Bilder der Gräueltaten aus Butscha sehen. Und wir wissen nicht, ob noch mehr solcher schlimmen Fälle ans Tageslicht kommen.

Ich frage mich, wer für solche Taten verantwortlich ist. Ist es der Mann im Kreml, der dazu den Befehl gibt? Sind es die Generäle? Oder sind es die Soldaten, die wie im Rausch handeln, vielleicht aus Wut, das gesetzte Ziel nicht erreicht zu haben? Vielleicht werden sie sogar unter Drogen gesetzt? Wir wissen es nicht.

Christa Chorherr ist eine Österreicherin, die als Kind das Ende des 2. Weltkrieges erlebt hat. Sie schreibt in ihrem Blog von einem Deja-Vu Erlebnis, und zwar aufgrund ihrer Erfahrungen, wie sie die Russen fürchten lernte.

Auch ich hatte Angst vor den Russen, vermutlich durch Unterhaltungen in meiner Familie, die ich angehört hatte. „Wenn die Russen kommen“ – irgendwie schwebten die Russen immer wie ein Damoklesschwert über uns, vielleicht auch deshalb, weil Lübeck, meine Heimatstadt, unmittelbar an der ehemaligen Grenze zur DDR liegt.

Krieg ist grausam. Alles das, was in Buschta passiert ist, hat es immer gegeben, und wird es wohl immer geben, solange es Kriege gibt. Aber das ist keine Entschuldigung für die Gräueltaten, für die Kriegsverbrechen. Ich frage mich nur, ob die Russen wirklich grausamer sind, als andere Nationen.

Auch privat habe ich eine Aversion gegen Russen, hervorgerufen durch meine berufliche Vergangenheit (korrupt) und durch Erlebnisse im Urlaub in „Vorkreuzfahrtzeiten“ (zügellos). Wenn möglich, haben wir es vermieden, bei einem international tätigen Mineralölkonzern Treibstoff für unsere Frachtschiffflotte zu kaufen.

Ich hatte gehofft, wie sicher viele andere Menschen auch, die Russen wären im Lauf der Jahre zur Vernunft gekommen, hätten sich geändert. Putin hat es mit seinem Angriffskrieg widerlegt und alles nur noch schlimmer gemacht. Meine Aversion gegen die Russen wurden leider bestätigt.

Eine Frau macht den Mund auf

Auf dem FIFA-Kongress in Doha meldet sich Norwegens Verbandspräsidentin Lise Klaveness zu Wort. Sie kritisiert die Vergabe der Fussball-WM an Katar. Weiter rechnet mit den Arbeitsbedinungen für die Bauarbeiten an den Stadien ab, bei denen etliche Arbeiter zu Tode kamen. Ausserdem kritisiert sie die Menschenrechte in Katar: „Es gibt keinen Platz für Gastgeber, die nicht die Sicherheit der WM-Arbeiter sicherstellen. Keinen Platz für Führungsfiguren, die keine Frauenspiele ausrichten. Keinen Platz für Ausrichter, die nicht die Sicherheit und den Respekt für die LGBQT-Plus-Bewegung gewährleisten.“

Den alten weissen Männern gefiel das natürlich nicht, allen vorran FIFA-Präsident Gianni Infantino, der für eine dritte Amtszeit kandidiert. Und natürlich gefiel das den Gastgebern selbst auch nicht.

Lise Klaveness hat endlich einmal das ausgesprochen, wozu die alten weissen Männer im Fussball zu feige sind. Die sind doch eh alle mit viel Geld geschmiert damit die WM überhaupt nach Katar vergeben werden konnte und damit sie jetzt die Klappe halten.

In vielen Bereichen bedarf es so mutigen Menschen wie Ilse Klaveness, nicht nur im Fussball. Auch in der Politik sind, besonders in diesen Zeiten, klare Worte notwendig. Ilse Klaveness ist ein grosses Vorbild.

Polen macht es vor

Ich habe eine Aversion gegen Polen, gegen DIE Polen sowieso und gegen Polen im allgemeinen. Zum Teil liegt diese Aversion schon viele Jahre zurück. Beruflich hatte ich viel mit Polen zu tun. Man musste immer aufpassen, dass sie Verträge nicht zu ihrem eigenen Vorteil auslegten. Das war noch vor dem Fall des eisernen Vorhangs. Später wurde es auch nicht besser. Und obwohl Polen inzwischen in der EU ist, ist Polen immer noch sehr konservativ ausgerichtet, was vielleicht auch dem Einfluss der katholischen Kirche zuzuordnen ist. Und die derzeitige Polinische Regierung untersützt den konservativ/nationalischten Kurs durch fragwürdige Gesetze.

Aber Polen hat jetzt ein Gesetz auf den Weg gebracht, welches den Import Russischer Kohle stoppen soll. Das ist ein überraschender Schritt, dem sich die anderen Länder der EU, allen vorran Deutschland, schleunigst anschließen sollten. Aber wie es bei uns üblich ist, haben vermutlich die Lobbyisten den großen Einfluss auf die Regierung und verhindern den Importstopp von Russischer Kohle und Gas.

Zurzeit wird ja darüber nachgedacht, die AKW zu reaktivieren. Vielleicht sollte man darüber nachdenken, die Kohleförderung zu aktvieren??

Zweiklassenflüchtlinge

Am Freitag beginnt in Hamburg der Frühlingsdom. Allen, die denken, der Dom in Hamburg sei eine Kirche, sei gesagt, dass es sich um das größte Volksfest im Norden handelt. Der Dom findet 3 x im Jahr statt. Es gibt den Frühlingsdorm, den Sommerdom und den Winterdom. Gefühlt ist in Hamburg immer Dom.

Am Freitagabend gibt es immer das Domfeuerwerk, nicht nur am Eröffnungstag, das Feuerwerk findet an jedem Freitag während des Doms statt. In diesem Jahr nicht, und zwar aus Rücksicht auf die Flüchtlinge aus der Ukraine. Statt des Feuerwerks werden um 22:30 Uhr die bunten Licher gedimmt und es findet eine Gedenkminute statt.

Ich kann verstehen, dass man die Flüchtlinge nicht mit den lauten Böllerschüssen beim Abschuss oder beim Explodieren der bunten Rakten verunsichern will. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass den geflüchteten Syrern gegenüber der gleiche Respekt gezollt wurde.

Auch die Syrer haben unter Bomben, Raketen und Granaten, die laut explodierten und Zerstörungen verusachten, leiden müssen, hatten Tote zu beklagen. Aber Syrien ist ja weit weg. Syrien ist ein anderer Kulturkreis als es Europa ist. Da muss man hier keine Rücksicht nehmen. Was wissen wir schon von Syrien?

Kanzler Scholz muss sich nicht hinstellen und sagen „Wir schaffen das!“. Es ist – noch – selbstverständlich, dass wir Flüchtlinge aus Europa aufnehmen. Es wird gespendet, Sach- und Geldspenden, um die Ukrainer hier und die, die zu Hause bleiben mussten, zu unterstützen, „Und das ist auch gut so!“.

Nicht, dass ich jeden Freitg auf dem Hamburger Dom bin, um das Höhenfeuerwerk zu bestaunen. Und ich verstehe die Absage des Feuerwerks. Aber die Flüchtlinge aus der Ukraine sind wohl Flüchtlinge erster Klasse. Während die Syrer ja von irgendwo dahinten kamen, Menschen zweiter Klasse eben.

Demo gegen hohe Benzinpreise

In Hamburg gab es am späten Abend eine Demo, die gegen die hohen Benzinpreise demonstierte. Ich war im Vorfeld sehr gespannt, um was für Menschen es sich handeln würde und welche Fahrzeuge sie dafür einsetzen. Allein mit Autos gegen die Preise zu demonstrieren ist schon ein Widerspruch in sich. Scheint ja noch genügend Geld vorhanden zu sein, um das Vorhaben mit ihren „nicht selten getunten Fahrzeugen“ durchzuziehen.

Das Bild und der dazugehörige Kommentar sagen eigentlich alles. Betroffen sehen die jungen Männer eher nicht aus, dass sie so viel Geld für ihre Demo ausgeben mussten. Frech grinsen sie in die Kamera. Und der Slogan auf dem selbstgemalten Pappschild zeugt nicht gerade von Intelligenz.

Zurück zum Thema: Wer Geld hat, dieses während einer Demo durch die getunten Motoren zu verbrennen, sollte nicht gegen die Benzinpreise wettern. Vielleicht wollten die Jungs auch einfach nur mal in der Zeitung zu sehen sein.

Solidarität

Glocken werden geläutet, die Menschen gehen auf die Straße, es wird gesammelt (Geld- und Sachspenden), blau/gelb schreit einem von überall entgegen. Und das ist auch gut so! Kritik aus dem Volk, dass die Flüchtlinge aus der Ukraine hier nicht willkommen sind, habe ich noch nicht vernommen. Niemand muss sich hinstellen und sagen „Wir schaffen das!“. Es ist selbstverständlich, dass wir Kriegsflüchtliche aufnehmen. Sie kommen nämlich aus Europa, kleiden sich so wie wir, sehen so aus wie wir. Und der böse böse Russe hat die Schuld an allem.

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass sich Deutschland in diesem Umfang mit den Flüchtlingen aus Syiren, aus Afghanistan, aus dem Irak solidarisiert haben. Ja, es wurde gespendet, Sachspenden, Zeugs, das keiner mehr haben wollte. Und es wurden Stimmen laut: Warum kommen die hierher, die sollen dableibe und ihr zerstörtes Land wieder aufbauen.

Das, was in ihren Heimatländern passierte, war weit weg, war nicht Europa. Die Menschen sehen anders aus, sie sind nicht so wie wir. Sie kleiden sich anders, sie haben einen anderen Glauben, sie essen andere Speisen – mit einem Wort: Sie sind fremdartig. Deshalb haben sie nicht die Solidarität erfahren, die ihnen ebenso zusteht wie den Menschen aus der Ukraine.

Aber jetzt passiert der Krieg vor unser Haustür und ein Teil der Deutschen hat Angst vor den bösen Russen, besser vor dem einen bösen Russen. Man zeigt seine Solidarität: Seht, wir sind an eurer Seite. Aber Putin interessiert das eh nicht. Er hat die Möglichkeit, die Ukraine plattzumachen.

Ich sage nicht, dass die Solidariät für die Ukrainer falsch ist. Aber es hätte uns Deutschen gut zu Gesicht gestanden, sie auch für die anderen Länder so intensiv zu zeigen.

Putin und die Ukraine

Schlimm ist es, was Putin da veranlasst hat, ganz ohne Frage. Aber heute scheint es so, als wenn alle total überrascht von dem Einmarsch sind, dass niemand damit gerechnet hat, dass er es tatsächlich wagen würde.

Und jetzt? Wir können nichts dagegen unternehmen als Sanktionen zu veranlassen. Alles andere würde die NATO und ihre Mitgliedsstaaten in einen Krieg verwickeln. Und glaubt mir, auf die Sanktionen backt Putin sich ein Ei. Er ist drin in der Ukraine und wird diese auch nicht wieder verlassen, ohne sein System dort vorher installiert zu haben.

Wir können nur tatenlos zusehen und uns gegenseitig versichern, was für ein Arsch er doch ist.

Derweil versucht Herr Trump, seinem Nachfolger die Schuld in die Schuhe zu schieben und lobt Putin in den höchsten Tönen. Na ja, irgendwas ist da zwischen Putin und Trump. Wer weiß schon, welche Leichen von Putin im Keller des Trump Tower liegen?!

Die sozialen Medien, bei mir Instagram, laufen über mit Solidariätsbekundungen für die Ukraine. Das kann man natürlich machen, wird aber niemandem helfen in der Ukraine. Das ist so wie das Klatschen auf den Balkonen für das Pflegepersonal. Und Putin wird es sowieso egal sein, was in den sozialen Netzwerken passiert.

Natürlich finde ich es schlimm und schrecklich, was heute in den frühen Morgenstunden in der Ukraine passiert ist, aber – ihr mögt mich für herzlos halten – ich beteilige mich nicht an Solidaritätsadressen. Damit ist niemandem geholfen ausser zu versuchen, sich selbst ein reines Gewissen zu machen.

Eine „besorgte“ Mutter mit einer elfjährigen Tochter rief heute morgen im Radiosender an und meinte, man sollte morgens vor 8 Uhr im Radio nicht über Krieg berichten. Was glaubt diese Mutter eigentlich? So schlimm ein Krieg auch ist, egal wo auf der Welt auch immer, ein Krieg ist Realität, wie ein Erdbeben, wie ein Vulkanausbruch, wie eine Flut. Wir können unsere Kinder nicht in Watte packen und von allem Unbill der Welt fernhalten. Und wir sollten das auch nicht tun. Das Leben ist keine Zuckertüte.