Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Abgewirtschaftet

40 Jahre führte Herr Fuhlendorf das von ihm geggründete Feinkostgeschäft in der Geesthachter Fußgängerzone. Das Geschäft fiel optisch dadurch auf, dass ein Großteil seines Sortiments an Obst und Gemüse vor dem Geschäft, geschützt von großen Markisen angeboten wurde. Wir waren zwar keine Stammkunden, doch hin und wieder kauften wir auch dort ein. Die Geesthachter liebten den kleinen Supermarkt. Es war, besonders an Samstagen, immer recht voll dort und aufgrund der Baulichkeiten auch recht eng. Das war wohl auch ein Grund, dass wir das Geschäft nicht besonders gern mochten. Aber wir sind ja auch Zugereiste. Vom Hörensagen wussten wir, dass die Qualität von Frischfleisch sehr gut und das personal kompetent und sehr nett gewesen sein soll.

Vor etwa 2 Jahren übergab der Gründer sein Geschäft an einen Nachfolger. Und seitdem ging es offensichtlich bergab.

Vor drei Monaten tauchte in der örtlichen Presse ein Bericht darüber auf, dass viele Kunden über einige Dinge verärgert sind, ja, dass Kunden abgewandert sind und woanders einkaufen weil sie unzufrieden sind. 50 Kommentare gab es zu diesem Bericht, die meisten bestätigen, was man dort lesen kann.

Jetzt haben die neuen Inhaber keine Lust mehr und geben das Traditionsgeschäft zum Jahresende auf.

Es zeigt sich, dass neue Besen nicht immer gut kehren. Vermutlich haben die neuen Inhaber versucht, den Umsatz und den Erlös zu optimieren, allerdings wohl auf Kosten der Kundenzufriedenheit.

Fuhli, wie der Firmengründer von den Einheimischen genannt wird, hat vermutlich keine Reichtümer mit seinem Minisupermarkt verdient. Aber er konnte 40 Jahre davon leben, und zwar scheinbar so, dass es kein Krampf für ihn war. Seine zufriedende Kunden waren sein Kapital.

Ende des Jahres ist Schluss und es wird kein Feinkostgeschäft in der Geesthachter Innenstadt mehr geben.

Mit wenig bunt

Die Monatsmitte haben wir bereits überschritten und mein Blog sieht eher trübe aus, sozusagen novembermäßig. Bis jetzt zieren gerade mal 2 Grafiken meine geistigen Ergüsse.

Nun, vielleicht liegt es ja daran, dass ich wegen des 2-wöchigen Genesungsurlaubs zu wenigen Aktiviäten in der Lage war. Anschliessend bekam ich die Bronchitis, die immer noch nicht hundertprozentig abgeklungen ist, während der aber auch körperlichen Schonung notwendig war und ich infolgedessen nur notwendige Einkäufe erledigt habe – also auch keine Möglichkeit für nette Fotos.

Da ich jetzt auf dem Weg der Besserung bin, werde ich demnächst wieder etwas aktiver sein können. Dann gibt es wohl auch wieder aktuelle Fotos.

Nicht drauf reinfallen!

Heute habe ich eine nette Mail von der Post bekommen:

Lieber Kunde,

Es ist unserem Boten leider misslungen einen Postsendung an Ihre Adresse zuzustellen.
Grund: Ein Fehler in der Leiferanschrift.
Sie konnen Ihre Postsendung in unserer Postabteilung personlich kriegen.
Anbei finden Sie einen Postetikett.
Sie sollen dieses Postetikett drucken lassen, um Ihre Postsendung in der Postabteilung empfangen zu konnen.

Vielen Dank!
Deutsche Post AG.

Allein das Wort „kriegen“ – zum Schreien!

Nervig

Wenn ich eine Bronchitis habe, dann hab eine, die sich gewaschen hat. Es begann letzte Woche mit Halsschmerzen, denen ich mit meinen Haus- und Hofmittel, dem Kleinen Schwedenbitter, zuleibe gerückt bin. Ein paarmal damit gurgeln – und alles ist ok. Dachte ich. Dann kam der Husten. Ich kenn das schon seit ich Kind war: Wenn ich einen Husten habe, ist der so intesiv, dass ich manchmal das Würgen bekomme. Gelegentlich entfleuchen meiner Mundöffnung auch sehr merkwürdige Tonkombinationen.

Donnerstag und Freitag letzter Woche bin ich schon am frühen Nachmittag aus dem Büro geflüchtet. Meine Kollegen haben es mir hoffentlich gedankt.

Das Wochenende diente der puren Entspannung in der Hoffnung, mein Körper erholt sich von dem Wahnsinn. In der Nacht von Samstag auf Sonntag habe ich auch recht geschlafen.

Dafür war die vergangene Nacht so gut wie schlaflos. Ständig schüttelte mich der Husten. Zum Glück hatte Bernd heute seinen freien Tag, so dass es nicht allzu schlimm war, dass er dauernd von mir geweckt wurde.

Eigentlich hätte ich heute gar nicht erst ins Büro fahren sollen. Wenn die Personaldecke aber dünn ist….. Allerdings entschied ich mich, heute Nachmittag meinen Hausarzt aufzusuchen.

Die Diagnose wurde gestell: Starke Bronchitis! Mir wurde angeraten, bis zum Ende der Woche zu Hause zu bleiben. Aber die Personaldecke …… Ich einigte mich dann mit der Ärztin, dass ich erstmal nur morgen zu Hause bleibe. Manche mögen mich ja für verrückt erklären, dass ich nicht die ganze Woche zu Hause bleibe. Aber so bin ich nun mal. Mittwoch morgen schau ich dann mal, wie es mir geht.

Zur Therapie habe ich Antihustentropfen für die Nacht verschrieben bekommen sowie ein Antibiotikum, von dem ich heute gleich 2 Tabletten nehmen soll, was ich schon getan habe.

Ich hoffe, dass es mir morgen ein wenig besser geht.

Von Blättern, Kügelchen und Pulvern

Immer wiedr ranken sich Gerüchte um diverse Kräuter und Gewürze, denen nachgesagt wird, sie hätten einen aphrodisierende Wirkung. Mir war bisher nur Sellerie bekannt, und die spanische Fliege. Es gibt noch einige Kräuter mehr, die entsprechende Wirkungen entfalten sollen:

Kardamom wird nachgesagt, dass es die weibliche Sinneslust und den männlichen Geschlechtstrieb fördern soll.

Safran weckt die Begierde zur Unkeuschheit.

Basilikum fördert die Durchblutung der beteiligten Organe.

Wacholderbeeren:
Wasser, in dem die Beeren eingweicht wurden, gilt als Trank für Manneskraft.

Muskatnuss:
Anregend soll ein Bad mit Muskatnussöl sein.

Zimt soll müde Männer aufrichten.

Vanille bekämpft Impotenz.

Senf fördert die Durchblutung der Beckengegend.

Soweit ich zurückdenken kann, hatte ich schon immer eine Vorliebe für Zimt, Vanille und Senf. Senf z.B. konnte ich – und kann ich immer noch – löffelweise pur essen. Vanillepudding und Vanilleeis – hmmmm, soooo lecker. Und bei Zimt muss ich immer aufpassen, dass ich nicht zuviel an die Gerichte mach. Sollte mir das zu denken geben?

Manche Leute ziehen ja auch Rückschlüsse von der Form der angeblichen Verursacher auf deren Wirkung. Bei Vanille und Zimt kann ich mir das ja noch vorstellen. Beide Gewürze werden ja in Stangenform angeboten. Muskatnuss – nun ja, soll ich jetzt hier ausbreiten, womit mit man die vergleichen könnte? Lieber nicht! Zu Safran fällt mir auch was an. Aber für die Blätter vom Basilikum reicht meine Fantasie diesbezüglich nicht.

Shit, jetzt habe ich was über Blätter geschrieben. Andernorts wird sich darüber mokiert weil erwartet wird, sich zu einem Thema politsch zu äussern. Es gibt mal wieder Zickenkrieg in der Bloggerwelt – und es ist das erste Mal, dass ich davon was mitbekomme.

Der gläserne Abgeordnete

Peer Steinbrück war gerade zum Kanzlerkandidaten für die im nächsten Jahr anstehende Bundestagswahl gekürt worden. Flugs wurde bekannt, dass er nicht unerhebliche Nebeneinkünfte aus Vorträgen bekommen hat, was natürlich von den derzeitigen Nicht-Regierungsparteien CDU/CSU und FDP ziemlich ausgeschlachtet wurde, wohl mit der Absicht, den Kanzlerkandidaten zu diskreditieren.

Peer Steinbrück legte die Karten offen. Die SPD stellte einen Antrag, das in Zukunft die Abgeordneten ihre Nebeneinkünfte genauestens veröffentlichen müssen.

Der Antrag der SPD wurde heute mit den Stimmen der Nicht-Regierungsparteien abgelehnt. Ein Funken Hoffnung, der in mir keimte, dass in Zukunft die Abgeordneten ihre Nebeneinnahmen veröffentlichen müssen, ist erloschen. Aber konnte ich etwas anderes erwarten? Eigentlich nicht!

„Der CDU-Parlamentarier Bernhard Kaster erklärte, einen „gläsernen Abgeordneten“ dürfe es nicht geben.“, mit anderen Worten: Der Wähler soll so ziemlich verarscht werden wenn es um Kürzungen und Steuererhöhungen geht, während sich die Abgeordneten selbst die Taschen vollstopfen, ohne dass das ganze Ausmaß ihrer Einkünfte publik wird.

Man kann nur hoffen, dass es die SPD versteht, dieses Thema im Wahlkampf gut zu verkaufen und damit ordentlich Stimmen zu gewinnen.

Eviva Espania!

In Spanien trat vor sieben Jahren ein Gesetz in Kraft, dass es Homosexuellen erlaubt, zu heiraten. So richtig, denn so eine Verbindung darf auch als Ehe bezeichnet werden. Also ist das die komplette Gleichstellung. Ausserdem wird es Homosexuellen erlaubt, Kinder zu adoptieren.

Die damalige konservative Opposition klagte vor dem Spanischen Verfassungsgericht gegen dieses Gesetz, welches jetzt entschieden hat, dass die Ehe zwischen Homosexuellen legal ist.

Ich glaube, wir werden nach Spanien auswandern. Dort würde man nicht um den heissen Brei herumreden wie das in Deutschland immer noch der Fall ist, wo man offiziell von einer „Eingetragenen Partnerschaft“ spricht.

Spanien ist ja in Europa DAS kirchlich konservative Land schlechthin. Scheinbar hat man da keine Rücksichten auf konservative Kreise genommen sondern für die Menschen entschieden. Olé!

Er ist wieder da

Heute konnte ich endlich unseren Wagen aus der Werkstatt holen. Für die Reparatur wurde ein Ersatzteil benötigt, was extra vom Hersteller geliefert werden musste, irgendein Ventil, durch das sich das Öl verdünnisiert hatte.

Zum Glück läuft alles unter Garantie, auch der Leihwagen.

Skyfall

So der Titel des neuesten James-Bond-Films, den wir uns gestern Abend in unserem Dorfkino angeschaut haben, die Karte für 8 Euro (in Worten „acht“!), und zwar in erstklassiger Qualität von Optik und Sound. Perfekter geht es nicht.

Dem Publikum sah man an, dass es eingefleischte James-Bond-Fans waren, die auch schon ältere Filme gesehen haben. Denn normalerweise findet man doch nur die jüngere Generation in Actionfilmen.

Wie im Vorfeld zu hören war, soll Skyfall der beste James-Bond-Film sein, den es bisher gab. Was gut ist, was besser ist, ist schliesslich eine Frage des persönlichen Geschmacks, deshalb will ich den Film dahingehend nicht werten. Es steht aber fest, dass er uns ausnehmend gut gefallen hat.

Tatsächlich ist der Film anders als die vorherigen. Er geht z.B. zurück zu den Wurzeln der Hauptfigur. Dame Judy Dench, die die Chefin des Britischen Geheimdienstes MI6 verkörpert und damit die Chefin von James Bond ist, hat in diesem Film eine grosse Rolle bekommen, die beinahe ständig im Bild ist. Mir kam das sehr entgegen. Judy Dench ist meine absolute Lieblingschauspielerin.

Die Spannung wird von Anfang an aufgebaut und lässt kaum nach. Entspannende Momente gibt es durch kleine humorvolle Szenen, die sogar zum Lacher reizten, aber kurz darauf klopfte mein Herz wieder bis zum Hals. Die Komik lässt selbts eine tragische Szene nicht mehr ganz so traurig erscheinen.

Es gibt aber auch kleine Dinge, wo man sich fragt: Wieso das? Eine Szene spielt im Tageslicht und von einer Sekunde auf die andere ist es Nacht. Da fehlt quasi der Übergang. Bei einer anderen Sache wird der Zuschauer zwar darauf vorbereitet, wie es weitergehen wird, aber wie das dann passieren konnte, das wird nicht gezeigt. Vielleicht gibt es noch mehr kleine Ungereimtheiten, die mir nur nicht aufgefallen sind. Aber dem Film tut das keinen Abbruch. Über solche Dinge sollte man grosszügig hinwegsehen, weiss man doch eh, dass es alles ziemlich an den Haaren herbeizogen ist.

Für die Kenner der James-Bond-Reihe gibt es am Schluss 2 Wendungen. Die möchte ich hier aber nicht näher erläutern um den Überraschungseffekt aufrecht zu erhalten. Eins ist sicher: Die nachfolgenden James-Bond-Filme werden irgendwie anders sein.

Mein persönliches Fazit: Skyfall, ein etwas anderer James-Bond-Film und ein Muss für jeden Fan. Uns hat er gefallen. Mich hat er gefesselt bis zur letzten Szene!

Ein Land im Chaos

Ja, so empfinde ich das, unser Land, unser Deutschland. Warum? Nun, es gibt mehrere Gründe, die mir gerade über den Weg gelaufen sind, diese Meinung zu vetreten:

Am kommenden Wochenende soll ein Spitzentreffen der Regierungskoaltion stattfinden um einige dringende Punkte zu klären. Es geht u.a. um Renten und Krankenversicherung.

Es gibt ja derzeit Bestrebungen, die ungeliebte Praxisgebühr wieder abzuschaffen. Ausserdem schwelgen die Krankenkassen in Geld. Eine Senkung der Krankenkassenbeiträge ist ebenfalls im Gespräch. Und was machen die Wirtschaftsverbände? Sie mischen sich ein. So meint also der Arbeitgeberpräsdident Hundt, die Praxisgebühr müsse beibehalten werden.

Diese Gebühr wurde seinerzeit offiziel mit dem Hintergedanken eingeführt, die „ständigen“ Arztbesuche von Arbeinehmern mit nachfolgender Krankschreibung einzuschränken. Tatsache ist, dass das überhaupt kein Hinderungsgrund war, einen Arzt aufzusuchen. Einzig und allein die Ärzte blieben auf der Abwicklung der Praxisgebühr sitzen und haben schon immer darüber gefluchte.

Ich frage mich, warum sich die Arbeitgeberorganisation da jetzt einmischt? Was soll das? Einzig und allein eine legitime Regierung hat die Entscheidung darüber, was mit der Praxisgebühr geschieht. Da hat sich niemand einzumischen. Oder sind da wieder irgendwelche Lobbygeschichten am Werk? Unternehmen bremsen die Koalition ist die Überschrift der dazugehörigen Meldung. Das sagt doch eigentlich schon alles.

Wenn ich Regierung wäre, dann würde ich mich nicht von dahergelaufenen Organisationen reinreden lassen sondern das beschliessen, was ich für richtig halte.

Ein weiter Chaospunkt hat mich sehr betroffen gemacht: In Köln wurde nächtens eine U-Bahnstation abgesperrt. Die Reisenden wurden von drei verschiedenen Gewalten überprüft: Polizei, Fahrscheinkontrolle (durchaus üblich) und von der Steuerfahndung!

Steuerfahndung! Hallo! Wo sind wir hier?! In einem totalitären Staat in dem jeder Passant ohne Verdachtsmomente auf der Strasse überprüft werden kann? Womöglich gleich auf die Wache gebracht wird um irgendwelche Wertgegenstände zu konfiszieren? Das ist ein Skandal! Und das setzt mir mehr zu als die Aktion in Berlin wo protestierende Ausländer seitens der Behörden gedemütigt worden sind.

Deutschland entwickelt sich zu einem Überwachungsstaat! Mein ehemaliger Chef hatte solche Befürchtungen bereits 1990 bei der Wiedervereinigung. Seine Meinung: Wenn man ein Glas mit schmutzigem Wasser in ein Glas mit sauberen Wasser giesst, erhält man niemals mehr sauberes Wasser!