Ohrwurm!

Es ist nicht zu übersehen und jetzt auch nicht mehr zu überhören: Weihnachten ist nicht mehr weit.

Radio Hamburg hatte vor Wochen angekündigt, dass sie „Last Christmas“ spielen würden wenn ein Hörer den ersten Schnee meldet. In der vergangenen Nacht soll es passiert sein. 19 Minuten nach Mitternacht hat es irgendwo in Hamburg geschneit. Ein Hörer hat beim Sender angerufen und das erste Mal in diesem Winter wurde der Titel gespielt. Für Alle, die zu der Zeit geschlafen haben, wurde „Last Christmas“ heute Morgen wiederholt. Auf meinem Weg ins Büro hatte ich die Melodie im Ohr und wurde sie erst sehr viel später wieder los.

Meinetwegen könnte der Song jetzt jeden Tag gespielt werden – auch ohne Schnee.

Timex ist wieder da

Seit ein paar Wochen fällt mir Werbung für Timexuhren im Fernsehen auf. Vor Jahrzehnten, es muss so Ende der 60er gewesen sein, waren Timexuhren sehr populär. Ich erinnere mich noch an 2 Werbespots:

Eine Uhr wurde am unteren Ende, also kurz über dem Huf, eines Pferdebeines gebunden. Das Pferd galoppierte mit der Uhr duch Pfützen und Matsch und über Geröll. Die Uhr hat das natürlich alles überstanden.

Ähnlich war der andere Spot. Eine Timexuhr wurde am Reifen eines Wagens befestigt. Der Wagen hatte dann wohl den gleichen Weg wie das Pferd, nämlich durch Matsch und Geröll. Am Ziel angekommen wurde die Uhr vom Reifen entfernt und dem erstaunten Konsumenten wurde eine intakte Uhr präsentiert.

Ich selbst besass seinerzeit eine Timexuhr. Plötzlich gab sie ihren Geist auf und blieb einfach stehen. Und ich garantiere, ich bin nie auf Händen und Füssen mit ihr durch Matsch und Geröll gekrabbelt.

Ich brachte die Uhr zu Karstadt um sie reparieren zu lassen. Die hilfreiche Dame wollte den Reparaturauftrag ausfüllen und fragte mich, was denn mit der Uhr sei. Nun, woher sollte ich das wissen? Ich sagte ihr wörtlich: Die Uhr geht nicht mehr. Tja, und diese Diagnose schrieb sie auf den Reparaturschein: „Geht nicht mehr“. Die Uhr verschwand in einem kleinen Papiertütchen. Es war Sommerzeit und ich wurde darauf hingewiesen, dass im Werk Betriebsferien sind und es deshalb ein paar Wochen dauern wird bis die Uhr wieder da sei.

Nach einer angemessenen Zeit erschien ich wieder in der Uhrenabteilung und wollte die Uhr abholen. Das Tütchen war auch schon wieder eingetroffen. Die Mitarbeiterin öffnete es und zog als erstes mein metallenes Uhrenarmband heraus – ohne Uhr! Dann kam eine Uhr zum Vorschein mit einem Armband dran. Ich hatte von Timex eine neue Uhr bekommen. Und das Schönste daran war, dass es mich nichts gekostet hat.

Was aus der Uhr geworden ist weiss ich nicht mehr. Werbung von Timex habe ich auch jahrelang nicht gesehen. Ich war der Meinung, dass es diese Firma nicht mehr gibt. Um so erstaunter war ich, dass ich vor kurzem wieder Werbung für Timexuhren entdeckte.

Wozu …

… braucht der Mensch Toilettenpapier mit Weihnachtsduft? Charmin bietet dieses Produkt mit Zimt- und Apfelduft zur Zeit an. Was sollen wir damit?

Es ist möglich, dass das Papier bei der zugedachten Benutzung Duftspuren auf dem zu reinigen Objekt hinterlässt. Apfelduft – das verstehe ich ja noch. Passt er doch zu einer besonderen Form des Hinterns, nämlich dem Apfelhintern, und der kann durchaus sexy sein. Duft und Hintern passen dann zusammen, vorausgesetzt, man ist im Besitz der passenden Form. Es fragt sich dann nur, wer daran riechen soll. Ally McBeal hat das ja mal bei ihrer Jugendliebe Billy gemacht und später bei Jon Bon Jovi auf der Strasse.

Vielleicht verbreitet die Papierrolle auch angenehme Gerüche auf der Toilette und überdeckt dadurch die unangenehmen. Erspart man sich dadurch den Druck auf die Dose mit dem Luftreiniger?

Man könnte sich auch eine Kerze in den mit Weihnachtsduft frischgereinigten Allerwertesten stecken, ein paar Kugeln drumherum und etwas Lametta dazu – fertig ist der Designerweihnachtsbaum

Eine weitere Verwendungsmöglichkeit wäre, das Papier um den Adventskranz zu wickeln oder im Weihnachtsbaum zu drapieren. Aber Achtung – Brandgefahr! Dann vielleicht doch lieber den Designerweihnachtsbaum.

Spartipp

Für alle Computeranwender sicher sehr interessant (gefunden in der Spartippsammlung): „Wenn Sie sich kurzzeitig (für weniger als eine Stunde) vom Computer entfernen, dann lassen Sie ihn ruhig angeschaltet. Bei jedem ‘Kaltstart’ verbrauchen PCs binnen weniger Sekunden mehr Strom als in einer längeren Zeit Leerlauf!“

Abgefahren

In Europa ist ein Castor-Transport unterwegs, begleitet von den üblichen Protesten. Sie mögen gerechtfertigt sein oder auch nicht. Tatsache ist jedenfalls, dass der Müll irgendwo entsorgt werden muss. Nur keiner will ihn vor seiner Haustür haben. Aber Strom – und den möglichst preiswert – wollen und benötigen alle.

Vor wenigen Minuten gab es eine Sondermeldung bei Radio Hamburg: In Frankreich sind einem Demonstranten beide Beine abgefahren worden. Er hatte sich aus Protest gegen den Transport an die Gleise gekettet. Weitere Hintergründe über diesen Vorfall sind mir derzeit nicht bekannt.

Eisbeinessen

Es ist geschafft, der Veranstaltungsmarathon der vergangenen 4 Tage ist vorrüber. Es ist wieder Ruhe für ein Jahr.

Es begann am Mittwoch mit Blasen an den Füssen und mit einem Mittagessen im thailändischen Restaurant. Gerald aus London erwies auch im persönlichen Gespräch als ein netter Kerl. Wenn wir demnächst mal wieder telefonieren werde ich mich sicher an seine Zahnlücke im Oberkiefer erinnern. Sie ist so gross, dass da mühelos ein mindestens ein halber Zahn Platz hätte.

Donnerstag Abend waren Steffi und ich auf einem Emfpang, der von einer Bunkerfirma ausgerichtet wurde. Um 19.00 Uhr sollte er beginnen, eine ungünstige Zeit wenn man nur bis 17.30 Uhr arbeitet. Irgendwie versuchten wir, die Zeit totzuschlagen bis uns nichts mehr einfiel. Wir nahmen ein Taxi und fuhren zum au-quai, eine Bar am Fischereihafen in Altona. Wir waren zwar etwa 30 Minuten zu früh, doch ein paar Gäste waren ebenfalls schon eingetroffen und natürlich waren auch schon einige Angstellte des Veranstalters dort. Zum ersten small talk gab es einen Begrüssungsdrink, einen ziemlich süssen Cocktail.

Langsam füllte sich die Bar. Es wurden Getränke herumgereicht und wir bekamen Hunger. Endlich gab es auch was zu essen, Fingerfood! Nichts, wovon man richtig satt wurde, alles nur Schnickschnack. Leute, die von der Arbeit kommen, haben Hunger, besonders, wenn sie auch noch zum Trinken animiert werden. Steffi und ich hätten die Zeit vorher lieber genutzt, irgendwo was anständiges zu essen als rumzutrödeln.

Gegen 22.00 Uhr mochte ich nicht mehr trinken und nicht mehr stehen. Die Blasen machten sich bemerkbar, trotz bequemer Schuhe und Pflaster. Ich nahm ein Taxi und liess mich nach Hause fahren.

Freitag morgen wachte ich mit Kopfschmerzen auf. Es war wohl doch ein Glas Wein zuviel gestern Abend. Ein Drink aus ASS+C verbesserte meinen Zustand. Bernd fuhr mich ins Büro, was den Blasen ganz gut tat.

Es war ein ruhiger Tag. Was sollte auch Grossartiges passieren an einem Tag, an dem sich fast die gesamte Schifffahrtswelt in Hamburg zum Eisbeinessen aufhält? Zwei Gäste schauten kurz herein, sie hatten sich bereits vor Wochen angemeldet um uns kennenzulernen.

Ab 16.00 Uhr sollte ich mich im Büro meiner Gastgeber für den heutigen Abend eintreffen. Zwischen 2 Regenschauern machte ich mich auf den Weg. Das Büro ist nur wenige Minuten von unserem entfernt. Getränke wurden angeboten, ein wenig small talk und dann ging es los zum CCH. 4.500 Menschen würden hier heute Abend essen und trinken. Für die, die zum ersten Mal teilnehmen, ist es beeindruckend. Für viele bedeutet diese Veranstaltung „Dabei sein ist alles!“. Andere müssen dorthin weil sie Gastgeber sind. Ihre Kunden erwarten, dass sie eingeladen werden. Andere, so wie ich z.B., sind schon viele Male dort gewesen und haben sich dann irgendwann mal gesagt: Ich muss mir das nicht mehr antun. Doch nach einigen Jahren der Abstinenz hatte ich leider gegebüber meinem Gastgeber mal erwähnt, dass ich mal wieder Lust hätte, teilzunehmen. Prompt bekam ich eine Einladung, aus der ich mich auch nicht wieder zurückziehen konnte.

Das Servieren des Essens ist eine logistische Meisterleistung. Alles kommt heiss auf den Tisch. Man muss kein Eisbein essen. Auf Wunsch bekommt man auch Kasseler oder sogar ein vegetarisches Menue, wie z.B. der Herr neben mir. Man muss seinen Menuewunsch aber schon bei der Anmeldung bekanntgeben. Mein Eisbein war perfekt. Fachmännisch wurde es von mir seziert und genüsslich verspeist. Dazu gab es Sauerkraut, Erbsenpürree, Kartoffeln uns Speckstippe. Bier und Korn sorgten für die richtige Verdauung.

Unseren Tisch verliess ich nur zum Aufsuchen der Toiletten. Eisbein macht durstig und das Bier muss ja wieder entsorgt werden. Ich hätte diese Gelegenheite nutzen können, um ein wenig durch die Räume und Foyers zu cruisen und vielleicht ein paar Leute zu treffen, die ich lange nicht gesehen habe. Aber da es am Tisch sehr nett war, sah ich keine Veranlassung dazu. Kurz nach Mitternacht verabschiedete ich mich und liess mich nach Hause fahren.

Samstag morgen wachte ich trotz Bier und Korn ohne Kater auf. Nur müde war ich, soooo müde! Wie soll das werden, am Nachmittag soll es doch weitergehen.

Der Vormittag schleppte sich dahin. Lustlos machte ich dies und jenes. Erst ein revitaliserendes Aromabad mit äthersichen Ölen aus Orangen und Pfefferminze machte mich frisch. Um 16.00 Uhr sollte ich bereits in der Bar des Hotel Elysee sein.

Nach und nach trafen die Teilnehmer des vergangenen Abends dort ein, begleitet von ihren Damen. Bei Sekt oder Bier wurden die Eindrücke von gestern Abend verarbeitet. Zwischendurch wurden die Tickets verteilt. Meine Vermutung bestätigte sich. Im weiteren Verlauf des Abends würden wir uns Mamma Mia ansehen.

Doch zuerst wurden wir in Taxen verfrachtet. Es ging ins Restaurant Elba am Hafen, in der Nähe der Bar, in der wir am Donnerstag waren. Mein erster Eindruck des Restaurants war: Wow, hier könnte ich im nächsten Jahr meinen Geburtstag feiern. Doch ich glaube, das lass ich lieber sein. Das Essen war zwar gut – aber übersichtlich. Ausserdem war es irgendwie verspielt, also nicht wirklich was zum satt werden. Es war nicht das, was meine Familie erwarten würde. Wahrscheinlich ist es auch wahnsinnig teuer.

Leider wurde der Zeitplan etwas knapp. Kaum hatten wir das Dessert verspeist mussten wir aufbrechen, in die bereitstehenden Taxen steigen und zum Operettenhaus fahren. Zehn Minuten vor der Vorstellung trafen wir dort ein.

Zum Musical habe ich bereits bei früheren Gelegenheiten einiges geschrieben. Es ist immer wieder ein Vergnügen, sich dieses Stück anzusehen. In der Pause trafen wir uns in einem für unsere Gruppe reservierten Teil der Bar. Ausnahmslos alle waren von dem Stück begeistert, selbst die ausländischen Gäste, die sicher nicht jeden Witz verstehen.

Für mich endete dieser Veranstaltungsmarathon nach der Vorstellung. Ich wollte nur noch nach Hause. Einige der anderen Gäste haben sich noch wieder in der Hotelbar verabredet. Ich werde morgen von Steffi hören, wie es war.

Am ersten Freitag im November 2005 ist wieder Eisbeinessen.

Dicke Dinger

Neue Schuhe eignen sich nicht unbedingt sie beim ersten Mal zu einem längeren Fussweg anzuziehen, auch wenn es nur ca. 20 Minuten sind. Beim Anprobieren erschienen sie mir recht bequem. Sie habe eine entsprechende Weite, sind handgearbeitet und aus Leder. Nichts war hart oder drückte meine zarten Füsschen. Heute Morgen zog ich sie das erste Mal an. Bereits nach wenigen Metern merkte ich, dass es an der Ferse scheuerte. Je länger der Weg dauerte – um so schlimmer wurde es. Mit Mühe erreichte ich das Büro. Unterwegs war mir schon klar, dass ich in diesen Schuhen den Tag nicht überstehen würde. Ich hatte allerdings noch die Hoffnung, dass es im Büro nicht ganz so schlimm sein würde. Doch weit gefehlt, jeder Schritt war eine Qual. Ich griff zum Telefon und rief Bernd an und bat ihn, mir ein anderes Paar Schuhe zu bringen.

Nach ca. 20 Minuten kam die Erlösung. Normaler Weise gehe ich zu Fuss die Treppen runter, aber das tat ich mir nicht an und nahm den Lift, schleppte mich zum Wagen um meine Schuhe von Bernd in Empfang zu nehmen. Am liebsten hätte ich sie gleich auf der Strasse gewechselt. Aber das machte ich dann doch lieber im Büro. Und ich ging wie auf Wolken! Es war phantastisch! Der Tag war gerettet.

Abends zu Hause stellte ich fest, dass ich an den Fersen beider Füsse dicke Blasen hatte. Da die alten Schuhe hinten etwas niedriger sind als die neuen hatte keine Probleme damit gehabt. Ich werde mir wohl überlegen müssen, was man mit den Schuhen anstellen kann damit ich sie auch mal ungestört tragen kann.