Sommerzeit / Winterzeit


Morgen nacht ist es wieder soweit, wir müssen die Uhren umstellen, also nicht von links nach rechts oder von der Kommode in den Schrank. Also richtig müsste es heissen, dass wir die Zeit umstellen müssen, von Sommer- auf Winterzeit.

Jetzt geht die Diskussion wieder los, ob diese Zeitumstellungsgeschichte sein muss und sinnvoll ist.

Tatsache ist, dass es in anderen Europäischen Ländern die Sommerzeit bereits lange vor der Einführung in Deutschland gab, z.B. in England. Dessen erinnere ich mich aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit, in der ich viel mit England zu tun habe.

Nicht von der Hand zu weisen ist, dass uns die Sommerzeit lange helle Sommerabende beschert – so wir denn einen Sommer haben. Der Winter ist lang und dunkel. Deshalb emfpinde ich es als recht angenehm, dass wir es im Sommer länger hell haben.

Ich persönlich mag die Sommerzeit sehr, ich habe ein kein grosses Problem mit der Umgewöhnung weil ich für den Zeitraum der Winterzeit eh immer eine Stunde zu früh aufwache, nämlich dann, wenn ich im Sommer wach werde.

Der grösste Blödsinn von den Verfechtern einer Einheitszeit ist die Aussage, man könne ja nun wieder eine Stunde länger schlafen. Länger schlafen kann man nur – vorausgesetzt, man wird immer zur gleichen Zeit wach – wenn man früher schlafengeht. Uhrzeit ist Uhrzeit. Es ist für die länge des Schlafes doch völlig unerheblich, ob man im Winter oder im Sommer um 22:00 Uhr ins Bett geht wenn man z.B. um 7:00 Uhr aufstehen will.

Nur bei mir nicht. Ich bin dann im Winter schon um 6:00 Uhr wach. Ich hasse die Winterzeit!

Irgendwann werden die Nörgler, die noch wissen, dass es früher mal nur die MEZ gab, ausgestorben sein. Die Leute von heute sind mit dem zweimaligen Wechsel im Jahr aufgewachsen. Für die ist es eine ganz normale Sache – wie für mich auch. Es ist so wie es ist. Basta!

So zärtlich

Bei diesem Video handelt sich sich natürlich um eine Werbevideo für das Label Andrew Christian, das mit sexy Outfits für Männer auf dem Markt ist. Aber ich persönlich finde, dass es sehr viel Zärtlichkeit ausstrahlt. Die beiden Jungs gehen unbefangen miteinander um. Schade, dass es so nicht überall und immer respektiert und toleriert wird.

Zweideutig

Wenn die Firma Lindt diese Nascherei unter dem gleichen Namen in Amerika oder England auf den Markt bringt, wird sie für einige Lacher sorgen. Oder diese Packungen dürfen nur „unter dem Ladentisch“ verkauft werden.

Endeckt habe ich die Balls heute morgen beim Einkaufen.

Nebel innen und aussen

Damit meine ich nicht das Wetter, obwohl draussen alles grau und feucht ist, so wie in meinem Bauch. Ich musste nämlich heute zur Nachuntersuchung nach der OP, ob alles in Ordnung ist.

Der Doc schmierte meinen Bauch mit Gel ein, schlatete das Ultraschallgerät ein und kontrollierte das Ergebnis seiner Tätigkeit. Er erklärte mir, was da zu sehen ist, das Netz z.B., mit dem der Leistenbruch repartiert worden ist. Nun ja, ich konnte es eher ahnen als wirklich erkennen. Alles war grau und voller Schatten. Das einzige, was wirklich sichtbar war, war der rechte Samenstrang. Ist ja auch wichtig! Allerdings hätte der Doc mir auch sonstwas erzählen können, was er mir da zeigt. Ich hab ja keine Ahnung davon. Aber er wird es schon wissen, hoffentlich.

Herbstsonntag


Ein schöner Herbstsonntag ist vorbei. Ganz so warm wie gestern und vorgestern war es heute nicht, aber es war möglich, am späten Nachmittag im Poloshirt an die Elbe zu gehen.


Kaum waren wir wieder zu Hause, kam Wind auf, es wurde kühl und der Himmel verdüsterte sich mit Hochnebel.

Der Hochnebel bescherte uns ein paar fotogene Momente mit der tiefstehenden Herbstsonne.

Mein Platz an der Sonne


Das unerwartet schöne Herbstwetter muss man doch ausnutzen. Was also tun, wenn die „guten“ Gartenstühle schon eingemottet sind und im Keller stehen? Es gibt ja Möglichkeiten. Es existieren nämlich noch meine allerersten Balkonstühle, die ich mir vor 15 Jahren gekauft hatte, das Stück für 5 Mark! Sie dienen eigentlich als zusätzliche Sitzgelegenheit wenn wir mal mehr als 4 Personen sind, die auf der Terrasse sitzen wollen. Also bat ich Bernd, mir einen Stuhl zu holen. 2 Kissen drauf – und fertig war mein Platz in der Herbstsonne. Dazu einen Espresso, Musik (Rebecca) auf die Ohren, die Beine auf’s Geländer, und einfach nur die warme Herbstsonne geniessen. So kann das Wetter bleiben – bis Weihnachten, und dann kann es langsam wieder wärmer werden.


Während ich das so sass, mit den Stöpseln in den Ohren, hörte ich ein merkwürdiges Geräusch. Ich nahm die Ohrhörer raus und hörte, was das war: Ich entdeckte einen grossen Schwarm lärmender Wildgänse am Himmel. Es waren so viele, dass ich sich nicht auf einmal aufnehmen konnte.

Der alte Stuhl bleibt nun erstmal draussen. Vielleicht gibt es demnächst noch ein paar sonnige Stunden.

Herbst im Elbe-Penthouse

Meine Leserinnen und Leser schauen vermutlich nicht regelmässig nach, was es im Elbe-Penthouse neues zu entdecken gibt. Vor Jahren als Baublog ins Leben gerufen, ist da verständlicherweise nicht mehr so viel los. Aber hin und wieder gibt es da doch kleine Neuigkeiten, und sei es nur ein Foto von der unmittelbaren Umgebung.

Rechts, oben über der Blogroll, gibt es einen Link zum Elbe-Penthouse. Dort sollte eigentlich immer ein Auszug aus dem neuesten Artikel zu sehen sein. Aus irgendwelchen technischen Gründen funktioniert das leider nicht. Es ist geplant, mit diesem Blog, also mit Queergedacht, auf ein anderes System und damit auf einen anderen Server umzuziehen wo dann alles so laufen sollt wie gedacht.

Auf eigenen Wunsch


Ca. 24 Stunden bin ich in der Praxisklinik Bergedorf gewesen. Nun bin ich innerlich vernetzt. Durch 3 Löcher im Bauch hat der Chirurg meinen Leistenbruch operiert, d.h. durch diese 3 Löcher hat er innen rumgefriemelt und mit einem Netz den Leistenbruch gestützt.

Nach der OP ging es mir schon sehr gut. Leider bekam ich nur leichte Kost, nämlich ein Tomatensüppchen, zum Abendessen. Ein Stück Brot dazu hätte es schon gern sein dürfen. Aber ich hab’s ja überlebt.

Dieses Mal hatte ich leider ein Zimmer nach vorn zur Hauptstrasse hin. Ziemlich laut war es da. Schlaf? Ja, geschlafen hab ich auch, von etwa Mitternacht bis 4 Uhr heute morgen.

Jedes Bett im Zimmer hat einen eigenen kleinen Fernseher, den man sich so hinschieben kann, dass man ganz bequem im Liegen seine Lieblingssendung sieht. Damit die Bettnachbarn nicht gestört werden, hat jeder auch noch Kopfhörer dazu.

Heute morgen bei der Visite habe ich dann das Thema Entlassung, die eigentlich erst morgen sein sollte, angesprochen. Na ja, man kennt das ja. Der Doc war nicht begeistert und wollte das mir und einem weiteren Patienten ausreden. Allerdings räumte er ein, dass es in 2 Jahren wohl so sein würde, dass man am gleichen Tag wieder nach Hause kommt. Es sind mir aber Fälle bekannt, dass es diese Möglichkeit heute schon gibt, z.B. in München. Und mein Mitpatient kannte aus seinem Umfeld auch solche Fälle. Also nahmen wir das Risiko auf uns und liessen uns abholen.

Natürlich weiss ich, dass ich mich vorsichtig bewegen muss. Aber das hätte ich morgen auch gemusst. Und ich werde mich auch gleich ein wenig hinlegen.

Speziell für Arne:
Für das Legen der Braunüle waren 3 Versuche notwendig. Die erste Schwester versuchte es am Handrücken. Sie hat das Ding zwar irgendwie unter die Haut geschoben, es piekte nämlich ganz schön. Aber sie schaffte es nicht, meine Vene anzustechen. Sie holte eine andere Schwester, die es dann im Ellenbogengelenk versuchte. Das ging auch nicht. Dann wurde die Chefin geholt. Bei der klappte es auf Anhieb an einer anderen Vene auf dem Handrücken. Als ich da lag und die Damen da an mir rumpieksten, musste ich an dich und deine Spritzenphobie denken. Ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen.

Beeindruckt war ich von der Tatsache, dass ich beim Personal in Erinnerung geblieben bin, in guter hoffentlich. Ich wurde mehrmals angesprochen, dass man mich doch kennen würde. Immerhin ist meine Bandscheiben-OP etwa 1 Jahr her.

Der Winter kann kommen

Der Winter kann zwar meinetwegen wegbleiben. Aber es nützt ja nichts, man muss halt einige Vorkehrungen treffen. Da ich noch bis morgen Urlaub habe, konnten wir problemlos erledigen bzw. erledigen lassen:
Der Wagen hat seine Winterreifen bekommen.

Die grossen Pflanzen, die im Sommer auf der Terrasse stehen, haben jetzt ihren Platz im Haus gefunden. Diese Aktion hätte zwar noch etwas Zeit gehabt. Aber nach der OP am Donnerstag bin ich für 2 Wochen stark schonungsbedürftig und darf nur sehr vorsicht agieren. Dazu war das Wetter heute noch sehr schön und sonnig, der ideale Tag, diese Arbeit zu machen. Ich freu mich schon auf den Tag, an dem sie Pflanzen wieder auf die Terrasse können. Aber das dauert ja nun leider ein paar Monate.

Mal verrückt sein


Zwei ältere Menschen, eine Frau und ein Mann, wurden jeweils von ihren Kindern in ein Altersheim abgeschoben und stehen dort unter der Knute der Heimleiterin. Mann und Frau kommen sich näher und finden gefallen aneinander. Sie schmieden den Plan, aus ihrem derzeitigen Leben auszubrechen, etwas verrücktes zu tun. Beide waren noch niemals in New York und da wollen sie mit einer Kreuzfahrt hin. Das ist kurz erzählt die Grundlage des Musicals „Ich war noch niemals in New York“. Die Lebensweisheit, mal was verrücktes zu machen, taucht immer wieder mal auf in dem Musical.

Tja, und genau das haben Bernd und ich gemacht, etwas verrücktes:

Wir sind gestern vomittag, wie lange geplant, nach Stuttgart geflogen um uns dort die Abendvorstellung des Musicals „Rebecca“ anzuschauen. Als wir gegen mittag im Hotel Dormero eintrafen und eingecheckt hatten, fragten wir uns: Und machen wir jetzt? Das Wetter lud nicht dazu ein, nach Stuttgart reinzufahren. Ausserdem war es ja Sonntag, sodass die Geschäfte geschlossen hatten.

Das Hotel ist Teil des SI-Cetrum vor den Toren der Stadt. Desweiteren gibt es dort diverse Restaurants, Bars, ein Schwimmbad, ein Spielcasino und……. 2 Musicaltheater!

Im Stage Palladium Theater läuft noch bis Anfang nächsten Jahres „Rebecca“ und im Stage Apollo Theater hatte gestern das Musical „Ich war noch niemals in New York“ seine letzte Vorstellung.

Ich hatte dann die verrückte Idee, die Zeit bis zur Abendvorstellung von „Rebecca“ mit dem Besuch der Nachmittagsvorstellung von „Ich war noch niemals in New York“ zu überbrücken. An der Theaterkasse fragten wir, ob es noch Karten gibt. Und ja, es gab noch Karten, zwar ganz oben im 2. Rang, aber das war in Ordnung. Der Kartenverkäufer erzählte uns noch, dass es der letzte Tag sei, an dem das Stück in Stuttgart gespielt wird. Wir hatten also jetzt Karten für die vorletzte Vorstellung. Schnell zogen wir uns auf unserem Zimmer um bevor wir in einem der Restaurants einen Tisch zum Abendessen für uns reservierten. Dann wurde es auch schon Zeit, das Apollo Theater aufzusuchen.

„Ich war noch niemals in New York“ lief ja einige Zeit in Hamburg, wo wir es uns hätten auch anschauen könnnen. Aber irgendwie zog es uns nicht an. Also liessen wir es bleiben. Diese Meinung darüber hatte sich im ersten Teil bis zur Pause sogar bestätigt. Für unseren Geschmack war das irgendwie flach, das Bühnenbild riss uns auch nicht vom Hocker. Na ja – ok, für diesen Nachmittag war das akzeptabel. Nach der Pause lief das aber ganz anders, runder. Ein tolles Bühnenbild, die Handlung bekam mehr Tiefgang. Schöne Szenen. Ja, es stellte sich sogar ein „Wow-Effekt“ ein. Unsere ehrliche Meinung: Toll gemacht und unterhaltsam. Und daran war wohl nicht das Glas Wein schuld, welches wir in der Pause verzehrt hatten.

Nach der Vorstellung holten wir aus unserem Zimmer unsere Tickets für die Abendvorstellung im Palladium Theater und gingen dann essen.

Für diesen Abend hatte ich 2 Extrakarten „Open Bar“ gebucht, d.h. dass wir 45 Minuten vor der Vorstellung und in der Pause Zugang zur Club-Lounge und dort alle Getränke frei hatten, ausser Champagner, Cocktails und Spirituosen. Klar doch, dass wir es sehr genossen haben, dort gemütlich zu sitzen bei einem Glas Wein und noch ein Glas und dann noch einen Espresso obendrauf. Die freundliche Dame fragte uns auch kurz vor dem Beginn der Vorstellung, was wir denn in der Pause trinken wollen. Wir blieben bei Rotwein.

„Rebecca“ war ja nun das totale Kontrastprogramm. Nachmittags war es bunt, frisch und freudig, dazu die Songs von Udo Jürgens. Und abends wurde es düster, geheimnisvoll, beklemmend. Die Geschichte kurz skizziert:
Graue Maus trifft reichen Engländer, Maxim de Winter, kürzlich Witwer geworden, hervorragend besetzt mit Jan Ammann. Sie heiraten. Auf dem Familiensitz herrscht eine Haushälterin, die der verstorbenen Rebecca de Winter noch sehr zutan ist und der neuen Frau geschickt Steine in Weg legt. Am Ende siegt das Gute, doch die Haushälterin lässt den Familiensitz in Flammen aufgehen, was auf der Bühne ganz phantastisch in Szene gesetzt wurde. Bernd und ich waren sehr angetan von der sängerischen und schauspielerischen Leistung von Jan Ammann, sodass ich nach einer seiner Arien ein „bravo“ nicht zurückhalten konnte. Von der 2. Reihe konnten wir sein und das Spiel der anderen Darsteller sehr gut beobachten.

Leider wird „Rebecca“ vom Publikum nicht angenommen und wird wegen schlechter Verkaufszahlen Anfang nächsten Jahres eingestellt.

Dass wir nach diesem Tag nicht einfach unser Hotelzimmer aufsuchen konnten, war irgendwie klar. Das SI-Centrum bietet reichlich Möglichkeiten, einen Absacker zu trinken und vielleicht noch einen Abendimbiss zusich nehmen zu können. Wir entschieden uns für die Weinstube, in der wir Käsespätzle und 1/2 Liter Schillerwein bestellten. Später gesellte sich ein älteres Ehepaar zu uns an den Tisch. Sie kamen aus der allerletzten Vorstellung von „Ich war noch niemals in New York“. Schnell kamen wir ins Gespräch.

Wir hatten einen netten Abend zusammen. Und wenn man so zusammensitzt und sich unterhält muss die Kehle geschmiert werden. Am Ende hatten wir beide zusammen insgesamt 1-1/2 Liter Schillerwein getrunken und Fotos von uns mit den Damen der Bedienung auf der Kamera.

Langsam leerte sich das Restaurant und für uns wurde es Zeit, auf das Zimmer zu gehen. Vor der Weinstube sprach uns ein junger Mann an: Wir wären doch in der Club-Lounge gewesen und ob es uns dort gefallen hätte. Es war der Abendleiter der Servicecrew im Palladium Theater und hatte uns dort gesehen. Mir war er in der Weinstube aufgefallen, war mir aber nicht ganz sicher, ob er es nun war oder nicht. Nun stellte sich also heraus, dass ich mich nicht getäuscht hatte. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile sehr nett mit ihm. Über was wohl?: über Musicals und dass wir es sehr schade finden und es nicht verstehen können, das „Rebecca“ abgesetzt wird.

Ein verrückter Tag war nun zu Ende. Und ja, man muss ab und zu mal was verrücktes tun! Scheinbar ist die Stuttgarter Luft prädestiniert für verrückte Sachen.