In Lübeck fand heute der 4. CSD statt. Mit Peter, Frank, Detlef und Frederic hatten wir uns verabredet, daran teilzunehmen. Gemeinsam schlossen wir uns der kleinen Parade an und marschierten durch die Stadt. Mit drei TRucks und ein paar Fussgruppen war die Parade eher spärlich. Allerdings hatten sich tatsächlich ziemlich viele Schwule und Lesben der Parade angeschlossen, was ich gar nicht erwartet hätte.
Während des kurzen Stopps auf dem Koberg zwecks einer kleinen Demonstration begann es zu regnen. Zum Glück blieb es bei leichtem Regen, sodass wir nicht durchnässt wurden. Erst später auf dem Strassenfest am Holstentor liess der Regen wieder nach. Wir stärkten uns bei Alsterwasser und ich brauchte zur Stärkung auch noch…. Kuchen! Da die Veranstaltung sehr übersichtlich ist, war ein Stand, an dem es lecker Kuchen gibt schnell gefunden. Es gab sogar eine richtige Kuchengabel aus Metall ohne Pfand. Ich wurde aber gebeten, die Kuchengabel nach dem Genuss der Torte zurück zu geben, was ich natürlich auch getan habe. Der Pappteller wurde im Abfallkorb am Würstchenstand versenkt. Ja, so ist das eben auf dem CSD in Lübeck, da gibt es noch Kuchengabeln aus Metall, die man vertrauensvoll ausgehändigt bekommt.
Bei den Getränken ist das anders. Ein Plastikbecher für das Bier kostet 1 Euro Pfand. Zusätzlich gibt es noch eine Pfandmarke, damit man den Becher auch ja am richtigen Bierstand zurückgibt und sich das Geld nicht unerlaubter Weise an einem anderen Stand wiederholt. Verständlich bei 2 Bierständen, es könnte ja ein heilloses Durcheinander geben.
Gegen 18.00 Uhr hatten wir genug von dem provinzionellen Treiben und machten uns auf den Weg, unseren Hunger zu stillen. Ein Chinarestaurant in Lübeck bietet am Samstag ein chinesisches Buffett an. Dort füllten wir unsere Bäuche mit verschiedenen leckeren Gerichten, bevor wir uns auf den Heimweg nach Hamburg machten.

Vor drei Wochen erhielten wir eine Einladung nach Grossenaspe in der Nähe von Neumünster zum Grillen. Damals wussten wir ja noch nicht, was passieren würde. Und so kam uns diese Einladung wie gerufen, konnten wir doch aus unserer ungemütlichen Wohnung fliehen.
Von Harburg ist ist es nicht weit nach Buxtehude, da wo die Hunde mit dem Schwanz bellen und sich Hase und Igel ein rennen geliefert haben. In der Hasenbude fand ich nämlich einen Link zu einem Geschäft, das mediterrane Möbel, Acessoires, Weine und andere Dinge im Sortiment anbietet. Wer mich kennt weiss, dass ich ein Faible für alles mediterrane habe. Und die Homepage sah sehr vielversprechend aus. Ich war ganz sicher, dass ich da was kaufen würde.
In Höhe des Airbus-Werks sahen wir voraus ein Flugzeug, das uns entgegenkommend, im Landeanflug war. Schnell wurde klar, dass es der „Beluga“, das Transportflugzeug für Airbussegmente war. Zufällig war gerade ein Parkplatz in der Nähe, auf dem wir anhalten konnten. Schnell lief ich über die Strasse und den Deich hinauf. Von dort hatte ich einen guten Blick auf die Landebahn und Teile des Werkes. Der Transporter war schon gelandet und rollte dem Ende der Bahn entgegen, wo er wendete um zum Werk zu fahren.
Auf der Fahrt zu meinen Eltern passierten wir die Herrenbrücke, 1964 bei der Inbetriebnahme die grösste Klappbrücke Europas. Sie ersetzte eine 1902 erbaute Drehbrücke, die dem erhöhten Verkehrsaufkommen zu Lande und zu Wasser nicht mehr gewachsen war. Immerhin hat die alte Brücke 60 Jahre gehalten, was man von der neuen Brücke nicht behaupten kann. Inzwischen ist sie so morsch geworden, dass Fahrzeuge auf der Rampe nicht mehr halten dürfen, wenn die Brücke für den Schiffsverkehr geöffnet wird. Anfang August wird ein Tunnel eingeweiht, der die Brücke ersetzt. Wartezeiten für den Autoverkehr wird es dann nicht mehr geben.
Zur diesjähren CSD-Parade, oder auch prideparade, trafen wir uns mit Holger und Gunnar in der Mönckebergstrasse am Bärentreff. Der Bärentreff ist kein schwules Szenelokal mitten in der Hamburger City sondern ein Geschäft für Gummibärchen, dass sich offentsichtlich eines regen Zuspruchs erfreut.
Nachdem das Boot aus Hamburg eingetroffen war, machten die beiden Schiffsführer erstmal eine Pause. Um 13.40 Uhr durften wir dann an Bord. Ich hatte gehofft, dass es auf der Fahrt nach Hamburg nicht so voll sein würde. Doch eine grössere Reisegruppe, die mit einem Bus angekommen war, füllte das Schiff fast bis auf den letzten Platz. Pünktlich um 14.00 Uhr legte das Schiff ab und sollte uns mitten in die Hamburger City bringen.
Nach fast 2 Stunden Fahrt erreichten wir die 2. Schleuse, die Tartenberger Schleuse. Sie dient dem Hochwasserschutz. Ab dort würden wir auf einem Tidengewässer weiterfahren. Doch dazu sollte es erstmal nicht kommen. Kurz nach dem Passieren der Schleuse, steckten wir im Schlamm fest. Der Schiffsführer leitete ein Rückwärtsmanöver ein, um zu versuchen, mit „Anlauf“ durch den Schlick zu kommen – vergebens. Es war Ebbe und der niedrige Wasserstand hielt uns gefangen. Wir mussten auf das auflaufende Wasser warten.




