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Vaterstolz

Oliver hatte heute seinen letzten Arbeitstag bei Daimler Chrysler in Mannheim im Rahmen des Praktikumssemesters. Seine Beurteilung ist so positiv wie es besser kaum sein kann. Herausragend, ideenreich, effizient, aktiv, motiviert sind nur einige der Attribute, die ihm bescheinigt werden. Ausserdem wurde Oliver in Anerkennung seiner besonderen Leistungen eine einmalige Sonderzahlung ausgezahlt. Einen bessere Empfehlung für sein späteres Berufsleben gibt es wohl kaum. Bewertung von praktischer Arbeit sagt meist mehr aus als Noten in einem Zeugnis. Oliver – ich bin sehr sehr stolz auf Dich!

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Das neue Auto – 2. Tag

– Weiterfahrt

Die Nacht war unruhig obwohl das Bett bequem war. Es lag wohl an den köstlichen Entenbeinen vom Abend vorher, dass ich nicht so gut geschlafen hatte.

Nach dem Hotelfrühstück ging es mit dem Taxi zum Bahnhof. Chaos herrschte auf dem Bahnsteig, von dem unserer Zug abfahren sollte. Es gab mal wieder Verspätungen (Hallo Micha!). Wir nahmen den nächsten ICE nach Düsseldorf. 5 Minuten Verspätung auf dem Weg von Berlin kann man halbwegs akzeptieren. In Düsseldorf mussten wir in einen Regionalexpress namens Wupperexpress umsteigen. Na, der war wohl über die Wupper gegangen, hatte er doch auch Verspätung. Auf dem Bahnsteig war es zugig und kalt. Wir waren froh, endlich im warmen Zug Platznehmen zu können. Nach ca. 40 Minuten erreichten wir unseren Zielbahnhof Erkelenz. Von dort waren es noch ein paar Minuten mit dem Taxi nach Wassenberg-Myhl. Unsere Fahrerin wusste genau wo wir hin wollten. Sie hatte schon öfter Fahrgäste zu Auto-Rüsch gebracht.

– die Übernahme

Nach ein paar Unterschriften standen wir vor unserem neuen Wagen. Frau Meyers brachte die Kennzeichen an, gab uns Wagenpapiere und Schlüssel. Erklärungen waren nicht notwendig, das Auto kannten wir ja schon. Wie beim ersten Mal verlief alles freundlich und unkompliziert. Wir verstauten unsere Jacken und die Tasche. Bernd überliess es wieder mir, die erste Etappe zu fahren. Um Punkt 11.36 Uhr fuhren wir vom Hof Richtung Hamburg.

– die Heimfahrt

In der nächsten Ortschaft mussten wir natürlich erst Mal volltanken. Es gab nur eine Araltankstelle. Fast 50 Liter füllte ich den Tank. Der Tankwart (nennt man die Leute heute noch so?) kannte wohl schon die Neubesitzer. Er fragte mich nämlich: „Erstbefüllung?“ Er war ein wenig wortkarg, aber ein kleiner Wortwechsel kam zustande. Beim bezahlen fragte er mich „Sammelnse Punkte?“ – „Nein Danke.“ Ich hätte nämlich lieber bei Shell getankt weil wir eine Kundenkarte haben. Aber Aral war der einzige Anbieter am Ort.

Los ging es Richtung Autobahn. Unser Navigationssystem war nicht einsetzbar weil nur eine CD für die Region BENELUX beigelegt war. Unsere ausgedruckte Routenbeschreibung lag in der Tasche im Kofferraum, wie praktisch. Wir wussten vom letzten Mal, dass wir Richtung Düsseldorf mussten und von da irgendwie weiter. Weltmännisch wie wir sind, orientierten wir uns von dort an den Richtungsschildern und landeten tatsächlich später auf der A1. Die kennen wir – und Bremen stand da dran. Wir waren richtig! Jetzt wo wir wussten, dass wir auf dem richtigen Weg waren, übernahm Bernd das Steuer. Ich fragte ihn: „Wie fühlst du dich?“ – „Angespannt.“ – „Wieso – wir sind doch auf den richtigen Weg?“ – „Ich freu mich erst wenn wir den neuen Wagen heil in der Garage haben.“ Auch als ich später wieder das Kommando übernahm, änderte sich an Bernds Zustand nichts. Aber so ist er halt – und das ist ja auch nicht schlimm. Problemlos und und ohne Staus erreichten wir die Hamburger Stadtgrenze. Auf dem Weg nach Hause kauften wir erst mal reichlich ein. Endlich hat das Schleppen von Getränken wie Milch und Saft ein Ende. Gegen halb sechs stellten wir das Auto in der Tiefgarage ab. Wir waren zu Hause und wir haben endlich wieder ein Auto.

– der Abend

Kurz nach sieben zog ich das Sofa aus für unsern TV-Sofa-Kuschelabend. Mir war kalt. Zum Kochen hatten wir natürlich keine Lust und deshalb bestellten wir Pizza. Das Fernsehprogramm gab nichts interessantes her. „Die Liga der aussergwöhnlichen Gentlemen“ hatten wir kürzlich auf DVD gekauft und noch nicht gesehen. Bevor der eigentliche Film begann mussten wir erst 3 oder 4 Trailer als Werbung für andere Filme über uns ergehen lassen. Ich merkte bereits, dass ich müde Augen bekam. Während des Films fielen mir mehrmals die Augen zu. Nein, es reichte, ich musste ins Bett und schlafen. Dabei war es erst halb zehn. Bernd stellte den Film aus und wir gingen ins Bett, so früh wie lange nicht. Und ich bin auch sofort eingeschlafen.

Das neue Auto – 1. Tag

– die Zulassung

Um halb acht kam das Taxi und brachte uns zur Zulassungsstelle, sozusagen mit gepackten Koffern bzw. gepackter Reisetasche. Man weiss ja nie, wie lange sich die Behören Zeit lassen. An der Information bekamen wir ein Nummernkärtchen mit der Nummer 23 ausgehändigt. Na ja, das geht ja noch. Nach ca. 30 Minuten Wartezeit waren wir dran. Fahrzeugbrief, Deckungskarte und Personalausweis wurden eingehend geprüft. „Aha, ein Importfahrzeug. Haben sie denn das ….. (was weiss ich denn wie das noch heisst)?“. Kalter Schweiss brach aus allen meinen Poren hervor. Ich hatte alles abgegeben, was ich hatte. Fehlt jetzt nur noch, dass der Wagen nicht zugelassen werden kann. „Ich hab nicht mehr bekommen.“ „Hm.“ Es endete damit, dass das Teil zur Zulassung nicht benötigt wurde – Gott sei Dank – die Dame sich aber nicht vorstellen konnte, dass ich es nicht habe da es zum Fahrzeug gehört. Na, jedenfalls war nach insgesamt einer Stunde alles vollbracht. Mit plakettierten Nummernschildern machten wir uns auf den Weg Richtung Bahnhof.

Unser Rechtsanwalt residiert ganz in der Nähe. Da er für eine kleine Resteinforderung von der Versicherung den Kfz-Schein benötigt, schauten wir bei ihm vorbei. Eine Dame mit einem Tuch in der Hand öffnete uns. Da ich glaubte es wäre die Putzfrau fragte ich, ob denn jemand vom Personal da sei. „Ich gehöre zum Personal!“ Oh wie peinlich. Na, die Sache endete ganz freundlich. Sie kopierte den Schein und nahm die Taxiquittung und die Quittungen für die neuen Nummernschilder und die Verwaltungsgebühren auch gleich in ihre Obhut. Die Kosten werden bei der Versicherung mit eingereicht.

– die Bahnfahrt

Zeit hatten wir noch genug bis zur Abfahrt unseres Zuges nach Bochum. Wir entschieden uns für ein Frühstück im Restaurant Zum Goldenen M. Ich stellte fest, dass ich die Kamera zu Hause vergessen hatte. Mist, aber ich habe ja noch die kleine Cam im Büro. Ausserdem mussten wir die Zeit totschlagen. Bernd blieb auf dem Bahnhof und schaute sich schon mal nach Reiselektüre um während ich die Cam aus dem Büro holte. Und wir hatten immer noch reichlich Zeit. Nun, der Bahnhof bietet reichlich Gelegenheit zur kulinarischen Zerstreuung, und zwar qualitativ recht gut. Beim Italiener tranken wir Cappuccino und noch einen mehr. Langsam konnten wir uns dann auf den Weg zum Bahnsteig machen.

Pünktlich rollte der Zug in den Bahnhof ein. Schnell fanden wir unsere Plätze und machten es uns gemütlich so gut es ging. „Ding Dong“ – ich hatte eine SMS von Micha erhalten. Er wollte wissen, ob wir uns nachmittags zu einem Treffen verabreden können. Meine Fähigkeiten in SMSen sind ziemlich bescheiden. Ich versuchte mein Glück aber es erschienen immer andere Buchstaben als ich eigentlich benötigte um zu antworten. Gut, dann ruf ich eben an. Die Verbindung kam auch zustande, aber die Verständigung war nur bruchstückhaft. Jedenfalls reichte es, damit Micha verstand, dass wir auf dem Weg waren. Er schicke noch eine SMS und bat darum, dass wir uns von Dortmund wieder melden sollten.

Die Fahrt verlief sonst ohne besondere Vorkommnisse und ohne Verspätung trafen wir in Dortmund ein. Der Zug, ein ICE, der uns nach Bochum bringen sollte stand auf dem Gleis gegenüber, was sehr praktisch war. Wir nahmen das nächstbeste freie Abteil obwohl für uns ein Platz reserviert war, was aber für 10 Minuten Fahrt eigentlich überflüssig ist. Ich rief Micha an und und wir verabredeten uns für 16.00 Uhr am Bahnhof.

Der ICE war einer von der neueren Generation mit viel Glas und viel Holz, jedenfalls sah es so aus wie Holz. Sehr nett.

Nach wenigen Kilometern blieb der Zug auf freier Strecke stehen. Ich musste an Michas diverse Flüche über die Bahn in seinem Weblog denken. Endlich kam eine Durchsage: „Wegen einer Signalstörung im Bahnhof von Bochum verzögert sich die Weitefahrt um wenige Minuten.“ Das Resultat war dann eine zehnminütige Verspätung bei einer fahrplanmässigen Fahrzeit von 10 Minuten.

– Micha und Olaf

Mit einem Taxi fuhren wir ins Hotel, machten uns dort kurz ein wenig frisch (ein Erfrischungstuch im Schritt musste ausreichen) und mit der S-Bahn ging es zum vereinbarten Treffpunkt. Aber wo löst man eine Fahrkarte? An der Haltestelle gab es keinen Automaten. Bei einer in die entgegengesetzte Richtung fahrenden Bahn sahen wir, dass beim Fahrer auch keine Fahrkarten zu bekommen sind. OK, wir steigen erst Mal ein und schauen Mal. In der Bahn fanden wir dann einen Automaten. 1 Euro für 2 Stationen, das ist ja billiger als in Hamburg. Kurz bevor wir aussteigen mussten, hatte ich endlich beide Tickets gelöst.

Auf dem Weg zum Treffpunkt klingelte das Handy und im gleichen Moment rannte ich fast Olaf um. Micha rief an und berichtete, dass er sich verspäten würde. Wir sollten mit Olaf schon mal in die Stadt gehen. Also schlenderten wir durch die Einkaufsstrassen und hielten nach einem Chinarestaurant Ausschau, in dem wir gemeinsam essen könnten. Bald gesellte sich Micha zu uns. Er hatte ein mal mehr das Verspätungserlebnis mit dem Regionalverkehr. Gemeinsam bummelten wir weiter und fanden auch ein Restaurant. Wir waren die einzigen Gäste, vom Personal war nichts zu sehen. Eine Tür öffnete sich. Wir sahen mehrere Chinesen am Tisch sitzen und essen. Die Tür schloss sich wieder und wir suchten uns einen Platz. Es war schon ein bisschen merkwürdig, dass sich keiner um uns kümmerte. Dann erschien einer der „Familie“ und fragte nach unseren Wünschen. Micha und Olaf und Bernd entschieden sich für das angebotene Büfett, ich wollte erst Mal einen Blick in die Karte werfen. Ein paar der angebotenen Gerichte fanden meine Zustimmung, da ich mich aber nicht für eins entscheiden konnte (Du bist aber auch wieder kompliziert!) nahm ich auch das Büfett. Der Preis von Euro 6,50 war akzeptabel. Die Auswahl war nicht besonders gross, dafür war alles recht schmackhaft. Spitzenmässig waren die Entenschenkel in Honigsauce, köstlich.

Nach dem Essen bummelten wir zusammen Richtung Bahnhof. Hier trennten sich unsere Wege. Micha und Olaf fuhren nach Hause und wir ins Hotel.

Einen ganz lieben Dank an Micha und Olaf dafür, dass sie ein paar Stunden mit uns verbrachten und extra die Unzulänglichkeiten des öffentlichen Nahverkehrs auf sich genommen haben. Es war sehr nett mit Euch und es war schön, Euch wieder zu sehen.

– Starlight Express

Für das Musical wollte ich mich noch schnell umziehen, eine schwarze Jeans und den „eleganten Pullover in schwarz“ von TCM. Die Jeans war frisch gewaschen und ich zwängte mich hinein. Aber so eng hatte ich sie nun nicht in Erinnerung und ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass ich soooooo viel zugenommen hatte. Ich bat Bernd, hinten auf dem Schild nach der Grösse zu schauen. 32/34 – wieso 32? Das hatte ich doch schon seit Jahren nicht mehr. Na, ich legte mich auf das Bett und versuchte weiter, die Hose zu schliessen. Ich schaffte es nicht, Bernd musste helfen. Endlich war die Hose zu aber irgendwas stimmte nicht. Sie war zu kurz und sie war so eng, das konnte ich nicht aushalten. Ich hatte eine alte Jeans erwischt. Sie lag auf dem Stapel obenauf, aber die, die ich eigentlich mitnehmen wollte hing zu Hause auf dem Bügel im Schrank. Nie und nimmer hätte ich in dieser Hose den Abend verbringen können. Also aus damit und die Bluejeans wieder an. Puh, welch eine Erleichterung.

Das Novotel Bochum liegt direkt neben der Starlight Halle. Wenige Schritte über den Vorplatz und wir waren da. Im Foyer drängten sich die Leute. Es dauerte noch ein paar Minuten bis zum Einlass und wir schauten uns ein wenig um. Vor 10 Jahren bin ich schon mal dort gewesen, aber ich konnte mich nicht daran erinnern, nur das Innere der Halle und das Musical selbst hatte ich in Erinnerung. Die Türen wurden geöffnet und wir suchten unsere Plätze, etwas seitlich, aber in der ersten Reihe direkt an einer der Bahnen, auf der die Darsteller an uns vorbei laufen würden.

Das Theater war leider nur mässig besetzt. Der Rang war ganz geschlossen. Gegenüber konnten wir sehen, dass mehrere Reihen auf den Tribünen leer waren, hinter uns sah es nicht viel besser aus. Unsere Plätze waren in der Mitte der Reihe, rechts neben Bernd war alles frei. Seit 15 Jahren rollen die Züge in Bochum über die Bahnen, der zehnmillionste Besucher wird angepeilt, aber bei der Auslastung wird es wohl noch dauern.

Die Show ist sehr rasant und temporeich. Wenn die Künstler an uns vorbeiflitzten konnten wir den Fahrtwind spüren. Negativ ist anzumerken, dass der Gesang sehr schlecht zu verstehen war. Alle Darsteller kommen aus dem Ausland und dementsprechend ist ihre Aussprache der deutschen Texte. Dies ist wohl ein Überbleibsel aus der Stella-Ära, ich erinnere mich da an ähnliche Erlebnisse bei Aufführungen von Cats. Stage Holding legt heute sehr viel Wert drauf, dass die Künstler entsprechenden Sprachenunterricht erhalten. Doch Starlight Express wird nicht von Stage Holding betrieben.

Die mangelnde Publikumsauslastung wirkte sich negativ auf die Gesamtstimmung aus. Der Beifall klang eher verhalten, jedenfalls in unseren Ohren. Es muss auch nicht gerade inspirierend für die Künstler sein, vor einem halbleeren Haus aufzutreten.

Ich hatte dieses Stück in sehr positiver und guter Erinnerung und wollte es unbedingt ein mal Wiedersehen. Bereits während der Vorstellung wurde mir klar, dass es für mich den Reiz und Zauber verloren hatte, den es vor 10 Jahren auf mich ausgeübt hatte. Woran es liegt vermag ich nicht zu sagen. Bin ich anspruchsvoller geworden? Ich weiss es nicht.

Am Schluss gab es noch ein paar fetzige Zugaben bei denen der Grossteil des Publikums sogar aufstand. Danach verabschiedeten sich die Darsteller mit mehreren „Ehrenrunden“ auf der inneren Bahn mit Abklatschen zwischen Künstlern und Publikum der ersten Reihe.

An der Hotelbar bei einem Glas Bier liessen wir den Tag ausklingen.

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80. Geburtstag

Vaters 80. wurde heute im Ratskeller zu Lübeck gefeiert. Mehr als 60 Leute waren eingeladen, 56 Gäste hatten zugesagt, mit Vater waren wir also 57. Empfangen wurden die Gäste im Admiralszimmer. Es gab Sekt und „Ameuse Guele“, kleine Blätterteigpastetchen gefüllt mit einer Kräutercreme und einer Krabbe obendrauf. Das Festmenue sollte in einem grösseren Raum serviert werden. Deshalb entschieden Nina und ich, unser kleines Geburtstagsgedicht hier aufzuführen. Der weitaus grösste Teil der Gäste war schon ziemlich alt und deshalb erwarteten wir, dass wir im Admiralszimmer besser verständlich wären.

Das Essen war sehr lecker, doch der Höhepunkt war das Dessert: Vanilleeis mit warmen Burgunderpflaumen, köstlich – und Eis wurde sogar nachgereicht.

Statt Geburtstagsgeschenke hatte Vater sich eine Spende für den Nachbau der Lübecker Kogge gewünscht. 710 Euro waren dafür zusammengekommen. Die Organisation wird sich freuen. Die Familie und einige Freunde hatten aber für einen Reisegutschein zusammengelegt. Trotz seiner 2 Schlaganfälle ist Vater noch einigermassen rüstig – wenn auch ein wenig behindert beim Gehen. Doch oft sind er und meine Mutter auf Busreisen unterwegs.

Am späten Nachmittag löste sich die Geburtstagsgesellschaft langsam auf. Bernd und ich begleiteten meine Eltern zu sich nach Hause. Mutter hatte noch ein Schinkenbrot vorbereitet. So liessen wir den Ehrentag langsam ausklingen.

Vater lag schon im Bett als ich mich um 21.30 Uhr aus Hamburg bei meiner Mutter meldete. Ich glaube, er hat den Tag in Gesellschaft von Familie, Freunden sowie Kollegen der Stammtische vom Nautischen Verein Lübeck und seiner Ex-Firma sehr genossen. Vater machte einen sehr zufriedenen Eindruck.

Reisefieber?

Bereits am frühen Vormittag bemerkte ich Bauchschmerzen. So was kenn ich ja nun überhaupt nicht. Appetit hatte ich auch nicht so richtig. War ich etwa nervös wegen der bevorstehenden Geschäftsreise? Das kenn ich eigentlich auch nicht. Später kam dann Nina um mit mir die kleine Rede für den Geburtstag meines Vaters auszuarbeiten. Wir wollen es zusammen vortragen weil er ein Gemeinschaftsgeschenk von der Familie und von einigen Freunden bekommt. Nina gehört zu den Freunden.

Ich hatte ein schönes Hühnercurry vorbereitet. Leidergottseidank wollte Nina nichts essen und so musste ich auch nichts essen. Als sie am späten Nachmittag weg war hatte Bernd Hunger. Also haben wir das Curry warm gemacht und ich hab mir auch ein paar Bissen reingezwängt. Und dann ging es los: Ich bekam Schüttelfrost! Und die Bauchschmerzen waren auch noch da. Fehlt noch, dass ich die Reise morgen absagen muss. Ich suchte in der Hausapotheke nach geeigneten Mitteln. Gegen die Bauchschmerzen nahm ich Nux Vomica und ASS +C gegen Schüttelfrost und Fieber. Bis zum Hals zugedeckt lag ich auf dem Sofa. Als Bernd zu mir kam und ich mich an ihn kuscheln konnte war alles nur noch halb so schlimm. Ich musste nun abwarten, wie mein Zustand am nächsten Morgen um 4 Uhr sein würde, die Zeit wenn uns der Wecker aus dem Schlaf reissen wird.

Silvester 03/04

Bis mittags musste ich arbeiten, und ich habe tatsächlich gearbeitet. Kurz vor 12 war ich mit allem fertig, habe mich von allen Anwesenden – ausser mir noch 3 – verabschiedet und die an diesem Tag üblichen Wünsche ausgetauscht. Mein erster Arbeitstag im neuen Jahr wird am 5. Januar sein.

Am Nachmittag nahm ich mein traditionelles Sylvesterbad. Rein gefühlsmässig spüle ich immer allen Dreck des alten Jahres ab, auch alle überflüssigen Haare mussten dran glauben. Weg damit! Eigentlich sollte man diese Prozedur erst kurz vor Mitternacht machen.

Es war die erste Jahreswende, die ich mit Bernd allein verbrachte. Am Abend machten wir Fondue. Nach dem Essen lümmelten wir uns auf das Sofa. Da das Fernsehprogramm absolut nichts sehenswertes hergab schauten wir uns eine DVD mit dem Zusatzmaterial des Films Herr der Ringe Teil 2 an. Den Film hatten wir vor ein paar Tagen zur Auffrischung angeschaut.

Dann kam der grosse Moment des Jahreswechsels. Wir zogen uns warme Pullover über und stellten uns, jeder mit einem Glas Sekt, auf den Balkon. Gut dass es dunkel war, wir müssen toll ausgesehen haben: In Schlappen, kurzen Hosen und Pullovern und ein Sektglas in der Hand standen wir da. Um uns herum stiegen die Raketen in den Himmel, es blitzte und knallte. Um Punkt Mitternacht stiessen wir an.

Mein leeres Glas hatte ich auf dem Tisch abgestellt. Arm in Arm standen wir da, wärmten uns gegenseitig und schauten in den bunten Himmel. Plötzlich machte es „klirr“. Mein Sektglas lag zersplittert am Boden. Wie das? Wir haben weder den Tisch angestossen noch das Glas berührt. Das war geschehen: Durch die leichte Neigung des Balkons steht der Tisch nicht ganz waagerecht, die Tischplatte war leicht mit Raureif überzogen. Das Glas ist ganz langsam auf der glatten geneigten Fläche entlang gerutscht bis es über den Rand auf den Boden fiel.

Wir standen noch ein paar Minuten auf dem Balkon und schauten uns das Spektakel an, bis es uns zu kalt wurde. Und was machten wir dann? Wir gingen schlafen – und das neue Jahr war noch keine Stunde alt. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so früh in der Silvesternacht schlafen gegangen zu sein. Macht aber nichts, wir hatten einen ganz gemütlichen Abend.

Fix und alle

Den ganzen Morgen über quälte mich die Müdigkeit. Etwas musste passieren. Um halb elf entschloss ich mich, in die Wanne zu gehen. Entweder würde es danach noch schlimmer werden oder ich würde mich besser fühlen. Ich liess das Wasser ein und gab „Narcotic“ dazu. Das hört sich zwar zum Einschlafen an, ist aber eher aufmunternd. Aber doch fielen mir in der Wanne sitzend die Augen zu. Eingeschlafen bin ich aber nicht. Nach dem Bad bemerkte ich, dass die Müdigkeit weg war und ich mich doch angenehm fit fühlte. Eine positive Wirkung war also eingetreten.

Zum Essen fanden wir uns bei Bernds Mutter ein. Es gab ihren berühmten Putenbrustbraten. Ihre grösste Sorge ist immer, ob das Fleisch nicht zu trocken geworden ist und ob die Haut auch schön knusprig ist. Bisher ist es ihr immer perfekt gelungen. Es ist schwer, sich zurückzuhalten und noch mehr zu essen. Man ist zwar satt aber der appetitlich auf dem Tisch stehende Braten lockt verführerisch „Nur ein kleines Stück noch!“ Überredet. Aber dann ging wirklich nichts mehr. Oder vielleicht doch noch ein Stück? Nein! Es gibt ja auch noch Nachtisch: Mousse au Chocolat! Mit viel Sahne dran! Uff – das war’s dann. Aus und vorbei – ich esse heute nichts mehr.

Nach dem Essen schlossen wir den DVD-Player an, den sie von uns zu Weihnachten bekommen hatte und erklärten Margreth die Bedienung. Dann noch einen Augenblick sitzen und erzählen und dann war ich froh, dass wir nach Hause konnten.

Einen Augenblick sass ich noch am Rechner, surfte hier und da und unterhielt mich noch mit Holli. Dann hatte ich das dringende Bedürfnisse, mich in die Waagerechte zu begeben. Schnell das Sofa ausgezogen und den Fernseher angeschaltet und schon war ich eingeschlafen. Wach wurde ich erst wieder, als Bernd zu mir kam. Wir wollten uns „DSDS weltweit“ ansehen, was ich tatsächlich bis zum Ende durchgehalten habe. Doch nach dem Ende der Sendung ging es endgültig ins Bett – zum Schlafen natürlich.

Völlerei?

Die Nacht war nicht sehr angenehm. Ein wirrer Traum riss mich aus dem Schlaf, mit Herzklopfen lag ich eine weile wach bevor ich in eine Art Halbschlaf fiel, d.h. Wach- und Schlafperioden wechselten sich ab. Ankuscheln half nichts, wegdrehen auch nicht. Richtig munter war ich auch nicht, aber ich nicht richtig müde. Bernd wurde wach, womöglich durch meine Unruhe. Draussen war es noch stockdunkel und ruhig. Um halb sieben standen wir auf.

Das trübe Wetter trägt auch nicht gerade dazu bei, uns munter zu machen. Es wird überhaupt nicht richtig hell, es ist nass, kalt und grau.

Schön war’s

Die Idee kam mir erst in der letzten Woche: Warum sollte ich Heiligabend nach Lübeck zu meinen Eltern fahren und Bernd besucht seine Mutter? Wir könnten ja auch alle zusammen bei uns feiern und Fondue essen. Ich rechnete allerdings nicht damit, dass diese Idee bei meinen Eltern auf fruchtbaren Boden fallen würde. Überrascht war ich, als ich den Plan meiner Mutter vortrug und ich schon Mal keine spontane Absage erhielt sondern sie das erst mit meinem Vater besprechen wollte – was ja auch verständlich ist. Ausserdem hätte sie bereits den Karpfen bestellt, aber gut, der kann auch wieder abbestellt werden. Tja, und dann kam doch tatsächlich die Zusage, worüber ich mich wirklich sehr freute.

Wir trafen uns alle am Bahnhof und holten meine Eltern vom Zug ab.

Unser Wohnzimmer hatten wir bereits ein wenig umgeräumt. Der Kaffee war fertig und Kaffeetassen und Gebäck standen bereit als wir mit unseren Gästen nach Hause kamen. Zum Einstimmen sollte es nur eine Kleinigkeit geben – richtig essen wollten wir ja erst später. Doch vorher gab es noch die Geschenke. Bernd hatte sein Hauptgeschenk von mir schon vor ein paar Wochen bekommen: Einen Zuschuss zu seinem neuen Monitor. So gab es heute nur noch Kleinigkeiten: Ein Glas Honig und 1 Karte für das Spiel der Hamburg Freezers am 2. Weihnachtstag. Von Bernd bekam ich hübsche Grappagläser, eine DVD mit dem Film „Chicago“ und einen Gutschein für den Besuch der Miniaturwelt, Deutschlands grösster Modelleisenbahnanlage. Unser Gemeinschaftsgeschenk von meinen Eltern, ein Bonsaibäumchen, hatten wir schon am Samstag bei meiner Cousine bekommen. Jetzt gab es noch wir noch Geldgeschenke, wie auch von Bernds Mutter. Wir drapierten die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum und stiessen mit einem Glas Champagner auf Weihnachten an.


Meine Eltern wollen nicht so spät wieder zurück nach Lübeck, deshalb deckten wir auch dann gleich den Tisch für das Fondue. Rinderfilet, Schweinefilet, Putenschnitzel, frische Champignons, 2 Salate, Oliven, Gurken und Brot – und alles wurde aufgegessen. „Ach, wir essen ja nicht viel“ hör ich immer von meinen Eltern. Na, dann hat es ihnen ja besonders gut geschmeckt – *freu*. Nach dem Essen gab es zur Verdauung einen Meyer’s Rum.

Leider mussten sich meine Eltern dann auch schon auf den Heimweg machen. Gemeinsam brachten wir sie zum Bahnhof – um 21.05 fuhr ihr Zug zurück nach Lübeck.

Allen hat es sehr gut gefallen. Wenn meine Eltern nächstes Jahr Weihnachten noch so fit sind wie jetzt kommen sie gerne wieder – haben sie gesagt. Ein grösseres Kompliment konnten sie uns gar nicht machen.

Feucht

Meine Cousine Andrea und ihr Mann Manfred kamen heute zum Bummeln nach Hamburg. Wir hatten verabredet, dass wir uns in der Stadt zu einem Glas Bier oder Wein treffen wollten, wenn sie genug von Weihnachtsmärkten, vollen Geschäften und Menschenmassen in den Strassen hatten. Seit 10 Jahren lassen sie ihren Hamburgbummel im Kaufmannshaus, einer der diversen Einkaufspassagen, in einer kleinen Kneipe ausklingen, dort wollten wir uns treffen, so ca. um 16.00 Uhr, Andrea wollte sich telefonisch melden, wenn es denn so weit ist.

Auf Grund des nassen, regnerischen Wetters rechnete ich damit, dass es nicht bis 16.00 Uhr dauern würde. Und tatsächlich meldete sich Manfred bereits kurz nach halb drei. Wir machten uns also auf den Weg und trafen ca. 30 Minuten später am vereinbarten Treffpunkt ein. Andrea und Manfred hatten zwar einen Barhocker an einem Tischchen ergattert aber für uns blieben zunächst nur Stehplätze übrig. Das nasse Wetter hat wohl doch viele Shopper und Bummler veranlasst, bei einem Drink Schutz zu suchen. Kurze Zeit und 2 Gläser Wein später gab es auch für uns Sitzplätze. Wir unterhielten uns, wie immer wenn wir zusammen sind, prächtig. Einzig das laute Livepiano störte ein wenig. Nach ca. 4 Stunden, einer Frikadelle und ich weiss nicht wie vielen Gläsern Wein bzw. Bier brachten wir die Beiden zum Bahnhof. Der Regen hatte aufgehört, dafür waren wir jetzt innerlich feucht.
Als Dankeschön für diesen netten Nachmittag gibt es am nächsten Samstag ein kleines Extrageschenk.

Erwähnen möchte ich noch, dass ich aus Not die Damentoilette in diesem Etablissement benutzt habe. Offiziell gibt es dort gar keine Toiletten – weil sie wohl nicht den Vorschriften entsprechen. Sie sind also nur für Insider gedacht. Die Herrentoilette war besetzt. Na ja, einen Moment konnte ich wohl warten, aber dann wurde es dringend. Und da es keine offizielle Toilette ist bin ich dann auf die Damentoilette gegangen. Als ich wieder herauskam stand Andrea und eine andere Dame vor der Tür. „Aber Hans-Georg!“ begrüsste mich Andrea. Die Herrentoilette war immer noch besetzt – was schon OK so wie ich das geregelt hab. Ich hatte jedenfalls kein Problem damit.