Schon am Samstag war ich irgendwie nicht gut drauf. Da wir am Abend vorher spät schlafen gegangen waren, schob ich das auf Müdigkeit. Gestern war ich dann total hin. Müde, abgeschlafft, keinen Appetit, lustlos – obwohl einiges zu tun gewesen wäre. Nachmittags zog Bernd für mich das Sofa aus, damit ich es mir vor dem Fernseher so bequem wie möglich machen konnte.
Kaum lag ich und hatte mich eingekuschelt ging es los: Schüttelfrost! Bewegungslos, vom Zittern abgesehen, verharrte ich und wartete, dass es sich beruhigte. Eine kurze Bewegung und es ging wieder los.
Dauernd fielen mir die Augen zu. Es hatte keinen Zweck, ich musste ins Bett und versuchen zu schlafen.
Die Nacht war schlaflos und von Schweissausbrüchen begleitet. Heute Morgen merkte ich, dass ich zwar kein Fieber mehr hatte, doch war ich noch ziemlich schwach und kaputt. Ich meldete mich telefonisch bei Steffi ab, dass ich heute nicht ins Büro kommen würde. Ich glaube, diese Entscheidung war richtig. Es geht mir jetzt wieder ganz gut und ich bin morgen sicher wieder fit, ins Büro zu gehen.

Heute Abend hörten wir plötzlich ungewohnte musikalische Klänge. Es dauerte ein Weilchen bis wir realisierten, dass es sich um einen Leierkasten bzw. um eine Drehorgel handelte, die Jemand durch die Strassen schob und damit Musik machte. Früher, als ich noch nicht zur Schule ging, kam durch unsere Strasse regelmässig ein Leierkastenmann. Ich bekam von meiner Mutter einen Groschen und durfte ihn in den Teller legen, der auf dem Leierkasten stand. Bei anderen Häusern öffneten sich hier und da die Fenster und die Hausfrauen warfen in Papier eingewickelte Geldstücke auf die Strasse. Der Leierkastenmann bedankte sich, in dem er seinen Hut zog. Seine Frau sammelte die Geldstücke ein.