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80. Geburtstag

Vaters 80. wurde heute im Ratskeller zu Lübeck gefeiert. Mehr als 60 Leute waren eingeladen, 56 Gäste hatten zugesagt, mit Vater waren wir also 57. Empfangen wurden die Gäste im Admiralszimmer. Es gab Sekt und „Ameuse Guele“, kleine Blätterteigpastetchen gefüllt mit einer Kräutercreme und einer Krabbe obendrauf. Das Festmenue sollte in einem grösseren Raum serviert werden. Deshalb entschieden Nina und ich, unser kleines Geburtstagsgedicht hier aufzuführen. Der weitaus grösste Teil der Gäste war schon ziemlich alt und deshalb erwarteten wir, dass wir im Admiralszimmer besser verständlich wären.

Das Essen war sehr lecker, doch der Höhepunkt war das Dessert: Vanilleeis mit warmen Burgunderpflaumen, köstlich – und Eis wurde sogar nachgereicht.

Statt Geburtstagsgeschenke hatte Vater sich eine Spende für den Nachbau der Lübecker Kogge gewünscht. 710 Euro waren dafür zusammengekommen. Die Organisation wird sich freuen. Die Familie und einige Freunde hatten aber für einen Reisegutschein zusammengelegt. Trotz seiner 2 Schlaganfälle ist Vater noch einigermassen rüstig – wenn auch ein wenig behindert beim Gehen. Doch oft sind er und meine Mutter auf Busreisen unterwegs.

Am späten Nachmittag löste sich die Geburtstagsgesellschaft langsam auf. Bernd und ich begleiteten meine Eltern zu sich nach Hause. Mutter hatte noch ein Schinkenbrot vorbereitet. So liessen wir den Ehrentag langsam ausklingen.

Vater lag schon im Bett als ich mich um 21.30 Uhr aus Hamburg bei meiner Mutter meldete. Ich glaube, er hat den Tag in Gesellschaft von Familie, Freunden sowie Kollegen der Stammtische vom Nautischen Verein Lübeck und seiner Ex-Firma sehr genossen. Vater machte einen sehr zufriedenen Eindruck.

Reisefieber?

Bereits am frühen Vormittag bemerkte ich Bauchschmerzen. So was kenn ich ja nun überhaupt nicht. Appetit hatte ich auch nicht so richtig. War ich etwa nervös wegen der bevorstehenden Geschäftsreise? Das kenn ich eigentlich auch nicht. Später kam dann Nina um mit mir die kleine Rede für den Geburtstag meines Vaters auszuarbeiten. Wir wollen es zusammen vortragen weil er ein Gemeinschaftsgeschenk von der Familie und von einigen Freunden bekommt. Nina gehört zu den Freunden.

Ich hatte ein schönes Hühnercurry vorbereitet. Leidergottseidank wollte Nina nichts essen und so musste ich auch nichts essen. Als sie am späten Nachmittag weg war hatte Bernd Hunger. Also haben wir das Curry warm gemacht und ich hab mir auch ein paar Bissen reingezwängt. Und dann ging es los: Ich bekam Schüttelfrost! Und die Bauchschmerzen waren auch noch da. Fehlt noch, dass ich die Reise morgen absagen muss. Ich suchte in der Hausapotheke nach geeigneten Mitteln. Gegen die Bauchschmerzen nahm ich Nux Vomica und ASS +C gegen Schüttelfrost und Fieber. Bis zum Hals zugedeckt lag ich auf dem Sofa. Als Bernd zu mir kam und ich mich an ihn kuscheln konnte war alles nur noch halb so schlimm. Ich musste nun abwarten, wie mein Zustand am nächsten Morgen um 4 Uhr sein würde, die Zeit wenn uns der Wecker aus dem Schlaf reissen wird.

Silvester 03/04

Bis mittags musste ich arbeiten, und ich habe tatsächlich gearbeitet. Kurz vor 12 war ich mit allem fertig, habe mich von allen Anwesenden – ausser mir noch 3 – verabschiedet und die an diesem Tag üblichen Wünsche ausgetauscht. Mein erster Arbeitstag im neuen Jahr wird am 5. Januar sein.

Am Nachmittag nahm ich mein traditionelles Sylvesterbad. Rein gefühlsmässig spüle ich immer allen Dreck des alten Jahres ab, auch alle überflüssigen Haare mussten dran glauben. Weg damit! Eigentlich sollte man diese Prozedur erst kurz vor Mitternacht machen.

Es war die erste Jahreswende, die ich mit Bernd allein verbrachte. Am Abend machten wir Fondue. Nach dem Essen lümmelten wir uns auf das Sofa. Da das Fernsehprogramm absolut nichts sehenswertes hergab schauten wir uns eine DVD mit dem Zusatzmaterial des Films Herr der Ringe Teil 2 an. Den Film hatten wir vor ein paar Tagen zur Auffrischung angeschaut.

Dann kam der grosse Moment des Jahreswechsels. Wir zogen uns warme Pullover über und stellten uns, jeder mit einem Glas Sekt, auf den Balkon. Gut dass es dunkel war, wir müssen toll ausgesehen haben: In Schlappen, kurzen Hosen und Pullovern und ein Sektglas in der Hand standen wir da. Um uns herum stiegen die Raketen in den Himmel, es blitzte und knallte. Um Punkt Mitternacht stiessen wir an.

Mein leeres Glas hatte ich auf dem Tisch abgestellt. Arm in Arm standen wir da, wärmten uns gegenseitig und schauten in den bunten Himmel. Plötzlich machte es „klirr“. Mein Sektglas lag zersplittert am Boden. Wie das? Wir haben weder den Tisch angestossen noch das Glas berührt. Das war geschehen: Durch die leichte Neigung des Balkons steht der Tisch nicht ganz waagerecht, die Tischplatte war leicht mit Raureif überzogen. Das Glas ist ganz langsam auf der glatten geneigten Fläche entlang gerutscht bis es über den Rand auf den Boden fiel.

Wir standen noch ein paar Minuten auf dem Balkon und schauten uns das Spektakel an, bis es uns zu kalt wurde. Und was machten wir dann? Wir gingen schlafen – und das neue Jahr war noch keine Stunde alt. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so früh in der Silvesternacht schlafen gegangen zu sein. Macht aber nichts, wir hatten einen ganz gemütlichen Abend.

Fix und alle

Den ganzen Morgen über quälte mich die Müdigkeit. Etwas musste passieren. Um halb elf entschloss ich mich, in die Wanne zu gehen. Entweder würde es danach noch schlimmer werden oder ich würde mich besser fühlen. Ich liess das Wasser ein und gab „Narcotic“ dazu. Das hört sich zwar zum Einschlafen an, ist aber eher aufmunternd. Aber doch fielen mir in der Wanne sitzend die Augen zu. Eingeschlafen bin ich aber nicht. Nach dem Bad bemerkte ich, dass die Müdigkeit weg war und ich mich doch angenehm fit fühlte. Eine positive Wirkung war also eingetreten.

Zum Essen fanden wir uns bei Bernds Mutter ein. Es gab ihren berühmten Putenbrustbraten. Ihre grösste Sorge ist immer, ob das Fleisch nicht zu trocken geworden ist und ob die Haut auch schön knusprig ist. Bisher ist es ihr immer perfekt gelungen. Es ist schwer, sich zurückzuhalten und noch mehr zu essen. Man ist zwar satt aber der appetitlich auf dem Tisch stehende Braten lockt verführerisch „Nur ein kleines Stück noch!“ Überredet. Aber dann ging wirklich nichts mehr. Oder vielleicht doch noch ein Stück? Nein! Es gibt ja auch noch Nachtisch: Mousse au Chocolat! Mit viel Sahne dran! Uff – das war’s dann. Aus und vorbei – ich esse heute nichts mehr.

Nach dem Essen schlossen wir den DVD-Player an, den sie von uns zu Weihnachten bekommen hatte und erklärten Margreth die Bedienung. Dann noch einen Augenblick sitzen und erzählen und dann war ich froh, dass wir nach Hause konnten.

Einen Augenblick sass ich noch am Rechner, surfte hier und da und unterhielt mich noch mit Holli. Dann hatte ich das dringende Bedürfnisse, mich in die Waagerechte zu begeben. Schnell das Sofa ausgezogen und den Fernseher angeschaltet und schon war ich eingeschlafen. Wach wurde ich erst wieder, als Bernd zu mir kam. Wir wollten uns „DSDS weltweit“ ansehen, was ich tatsächlich bis zum Ende durchgehalten habe. Doch nach dem Ende der Sendung ging es endgültig ins Bett – zum Schlafen natürlich.

Völlerei?

Die Nacht war nicht sehr angenehm. Ein wirrer Traum riss mich aus dem Schlaf, mit Herzklopfen lag ich eine weile wach bevor ich in eine Art Halbschlaf fiel, d.h. Wach- und Schlafperioden wechselten sich ab. Ankuscheln half nichts, wegdrehen auch nicht. Richtig munter war ich auch nicht, aber ich nicht richtig müde. Bernd wurde wach, womöglich durch meine Unruhe. Draussen war es noch stockdunkel und ruhig. Um halb sieben standen wir auf.

Das trübe Wetter trägt auch nicht gerade dazu bei, uns munter zu machen. Es wird überhaupt nicht richtig hell, es ist nass, kalt und grau.

Schön war’s

Die Idee kam mir erst in der letzten Woche: Warum sollte ich Heiligabend nach Lübeck zu meinen Eltern fahren und Bernd besucht seine Mutter? Wir könnten ja auch alle zusammen bei uns feiern und Fondue essen. Ich rechnete allerdings nicht damit, dass diese Idee bei meinen Eltern auf fruchtbaren Boden fallen würde. Überrascht war ich, als ich den Plan meiner Mutter vortrug und ich schon Mal keine spontane Absage erhielt sondern sie das erst mit meinem Vater besprechen wollte – was ja auch verständlich ist. Ausserdem hätte sie bereits den Karpfen bestellt, aber gut, der kann auch wieder abbestellt werden. Tja, und dann kam doch tatsächlich die Zusage, worüber ich mich wirklich sehr freute.

Wir trafen uns alle am Bahnhof und holten meine Eltern vom Zug ab.

Unser Wohnzimmer hatten wir bereits ein wenig umgeräumt. Der Kaffee war fertig und Kaffeetassen und Gebäck standen bereit als wir mit unseren Gästen nach Hause kamen. Zum Einstimmen sollte es nur eine Kleinigkeit geben – richtig essen wollten wir ja erst später. Doch vorher gab es noch die Geschenke. Bernd hatte sein Hauptgeschenk von mir schon vor ein paar Wochen bekommen: Einen Zuschuss zu seinem neuen Monitor. So gab es heute nur noch Kleinigkeiten: Ein Glas Honig und 1 Karte für das Spiel der Hamburg Freezers am 2. Weihnachtstag. Von Bernd bekam ich hübsche Grappagläser, eine DVD mit dem Film „Chicago“ und einen Gutschein für den Besuch der Miniaturwelt, Deutschlands grösster Modelleisenbahnanlage. Unser Gemeinschaftsgeschenk von meinen Eltern, ein Bonsaibäumchen, hatten wir schon am Samstag bei meiner Cousine bekommen. Jetzt gab es noch wir noch Geldgeschenke, wie auch von Bernds Mutter. Wir drapierten die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum und stiessen mit einem Glas Champagner auf Weihnachten an.


Meine Eltern wollen nicht so spät wieder zurück nach Lübeck, deshalb deckten wir auch dann gleich den Tisch für das Fondue. Rinderfilet, Schweinefilet, Putenschnitzel, frische Champignons, 2 Salate, Oliven, Gurken und Brot – und alles wurde aufgegessen. „Ach, wir essen ja nicht viel“ hör ich immer von meinen Eltern. Na, dann hat es ihnen ja besonders gut geschmeckt – *freu*. Nach dem Essen gab es zur Verdauung einen Meyer’s Rum.

Leider mussten sich meine Eltern dann auch schon auf den Heimweg machen. Gemeinsam brachten wir sie zum Bahnhof – um 21.05 fuhr ihr Zug zurück nach Lübeck.

Allen hat es sehr gut gefallen. Wenn meine Eltern nächstes Jahr Weihnachten noch so fit sind wie jetzt kommen sie gerne wieder – haben sie gesagt. Ein grösseres Kompliment konnten sie uns gar nicht machen.

Feucht

Meine Cousine Andrea und ihr Mann Manfred kamen heute zum Bummeln nach Hamburg. Wir hatten verabredet, dass wir uns in der Stadt zu einem Glas Bier oder Wein treffen wollten, wenn sie genug von Weihnachtsmärkten, vollen Geschäften und Menschenmassen in den Strassen hatten. Seit 10 Jahren lassen sie ihren Hamburgbummel im Kaufmannshaus, einer der diversen Einkaufspassagen, in einer kleinen Kneipe ausklingen, dort wollten wir uns treffen, so ca. um 16.00 Uhr, Andrea wollte sich telefonisch melden, wenn es denn so weit ist.

Auf Grund des nassen, regnerischen Wetters rechnete ich damit, dass es nicht bis 16.00 Uhr dauern würde. Und tatsächlich meldete sich Manfred bereits kurz nach halb drei. Wir machten uns also auf den Weg und trafen ca. 30 Minuten später am vereinbarten Treffpunkt ein. Andrea und Manfred hatten zwar einen Barhocker an einem Tischchen ergattert aber für uns blieben zunächst nur Stehplätze übrig. Das nasse Wetter hat wohl doch viele Shopper und Bummler veranlasst, bei einem Drink Schutz zu suchen. Kurze Zeit und 2 Gläser Wein später gab es auch für uns Sitzplätze. Wir unterhielten uns, wie immer wenn wir zusammen sind, prächtig. Einzig das laute Livepiano störte ein wenig. Nach ca. 4 Stunden, einer Frikadelle und ich weiss nicht wie vielen Gläsern Wein bzw. Bier brachten wir die Beiden zum Bahnhof. Der Regen hatte aufgehört, dafür waren wir jetzt innerlich feucht.
Als Dankeschön für diesen netten Nachmittag gibt es am nächsten Samstag ein kleines Extrageschenk.

Erwähnen möchte ich noch, dass ich aus Not die Damentoilette in diesem Etablissement benutzt habe. Offiziell gibt es dort gar keine Toiletten – weil sie wohl nicht den Vorschriften entsprechen. Sie sind also nur für Insider gedacht. Die Herrentoilette war besetzt. Na ja, einen Moment konnte ich wohl warten, aber dann wurde es dringend. Und da es keine offizielle Toilette ist bin ich dann auf die Damentoilette gegangen. Als ich wieder herauskam stand Andrea und eine andere Dame vor der Tür. „Aber Hans-Georg!“ begrüsste mich Andrea. Die Herrentoilette war immer noch besetzt – was schon OK so wie ich das geregelt hab. Ich hatte jedenfalls kein Problem damit.

Vor 23 Jahren …

… ging ein Stern auf, genau um 13.01 Uhr. Er leuchtete so hell – und leuchtet immer noch – , dass er bei Tageslicht zu sehen war. Ein paar Minuten später hatte ich den Stern im Arm. Er war ganz ruhig. Ich knuddelte ihn ein wenig und sagte zu ihm: „Hallo Oliver!“.

(Die sichtbaren Eintragungsdaten der Kommentare entsprechend nicht der tatsächlichen Veröffentlichungszeit)

Fahndung

Dies ist ein Ausschnitt des „Fahndungsplakates“ für das ich mich leichtsinniger Weise zur Verfügung gestellt habe. Das ganze Plakat ist heute in der „Welt“ abgedruckt worden im Rahmen eines Beitrags über Raubkopien. Ich bin nicht der langhaarige Bombenleger sondern der unsympathische Typ links. Demnächst soll die Plakataktion starten. Eins schmeichelt mir ja: Auf dem Originalplakat ist mein Alter mit 43 angegeben. Meinen Dank an die Hirschen.

Halbzeit

Vier von acht Behandlungen beim Physiotherapeuten sind vorüber. Seit Donnerstag kann ich ohne Schmerztabletten schlafen. Die heute Behandlung hat weitere Fortschritte gebracht: Ich kann schmerzfrei am Rechner schreiben. Und damit das so bleibt höre ich jetzt auch schon wieder auf, gehe offline und verziehe mich auf das Sofa.