Archiv der Kategorie: Kultur

Ein emotionaler Abend

Gestern Abend waren wir zum Benefizkonzert zugunsten der DGzRS im Theater Neue Flora. Wie ich schon erwähnt hatte, wurde Titanic das Musical konzertant aufgeführt.

Wie bei solchen Anlässen üblich, war das Orchester auf der Bühne platziert. Für die Sänger und Sängerinnen waren Stühle links und rechts neben dem Orchester aufgestellt, auf denen sie platz nahmen, wenn sie gerade nicht zu singen hatten.

Es war ein sehr beeindruckender Abend. Die Darsteller gaben wirklch ihr Bestes, was sich in Ausdruck und Gestik wiederfand. Fast alle hatten ein Textbuch dabei, was überhaupt nicht störend war.

Was ich nicht erwartet hatte – weil es eben eine Aufführung ohne Kostüm und ohne Kulisse war -, ist ihnen doch gelungen, nämlich mich erneut zu Tränen zu rühren.

Nach wie vor sind meine Lieblingsdarsteller Marina Edelhagen und Robert Lenkey als Ehepar Ida und Isidor Straus. Ihr Duett auf dem sinkenden Schiff, in dem sie sich nach 40-jähriger Ehe ihrer Liebe versichern – einmalig schön vorgetragen. Für diese Darbietung gab es sogar Szenenapplaus von den Gesangskollegen und -kolleginnen.

Als der letzte Ton der Musicaloper verklungen war, stand das Publikum spontan wie aus einem Guss auf und spendete nicht enden wollenden Beifall. Mehrmals wurden die Darsteller zurück auf die Bühne gerufen. Eine kleine Zugabe war unumgänglich.

Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses wundervolle Konzert erleben durfte. Es war meine zwölfte Titanic-Aufführung und ich würde mir dieses Stück jederzeit wieder ansehen.

Wir sind dabei …

… wenn am 16. September diesen Jahres im Operettenhaus Hamburg der letzte Vorhang für das Musical Mamma Mia fällt.

Vor vielen Wochen hatte ich mich für zwei Karten für die Derniere eintragen lassen. Diese sind mir heute bestätigt worden. Wir freuen uns riesig, dabei sein zu dürfen, auch wenn wir traurig sind, dass dieses Musical Hamburg verlassen wird.

Die Titanic kehrt zurück

Am 16. April gibt es im Theater Neue Flora eine konzertante Aufführung des Musicals „Titanic“. Es handelt sich um eine Benefizveranstaltung deren Erlös der DGzRS zu Gute kommt. Und es ist eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns dieses Ereignis ansehen bzw. eher anhören. Erstens kann man den Lebensrettern zur See gar nicht genug Geld spenden. Sie waren auch zur Stelle, als in der vergangenen Nacht das Feuer auf einem unserer Schiffe ausbrach. Zweitens bin ich ein begeisterter Fan dieses Musicals.

Elf Vorstellungen habe ich in 10 Monaten gesehen. Von einer Preview im Dezember 2002 über die Premierenfeier bis zur Derniere im Oktober 2003 habe ich dieses Stück begleitet. Warum das Muscial keinen Zuspruch gefunden hat und nach 10 Monaten abgesetzt werden musste bleibt mir ein Rätsel.

Umso mehr freue ich mich auf die konzertante Aufführung. Fast die gesamte Originalbesetzung wird auf der Bühne stehen. Es gibt ein Wiedersehen und -hören mit genialen Künstlern, die es verstanden haben, das Musical mit grosser Autenzität auf die Bühne zu bringen und die mich bei allen 11 Vorstellungen zu Tränen gerührt haben.

Informationen über die Vorstellung am 16. April gibt es auf einer eigens eingerichteten Internetseite. Sehr lesenswert sind die „Worte der Darsteller“. In diesen Beiträgen lässt sich erkennen, wie gross der Zusammenhalt in der Crew damals gewesen ist, ohne den es nicht möglich gewesen wäre, das Stück so ergreifend darzustellen.

Herrausragende Ereignisse für mich während der 10 Monate Titanic waren die glanzvolle Premierenfeier am 8.12.2002 mit Weltstars wie Sophia Loren, Gina Lollobrigida und Liza Minelli sowie jeder Menge Deutsche Promis und die ergreifende Derniere am 5.10.2003. Über beide Ereignisse habe ich ausführlich im alten Weblog geschrieben. Zu beiden Beiträgen gibt es leider keinen direkten Link. Wer Interesse hat, darüber zu lesen, möge bitte auf den jeweiligen Link klicken. Er landet dann im entsprechenden Monat und muss dann auf das genannte Datum scrollen.

Karten kann man zum Einheitspreis von Eur 30,00 auf der o.g. Homepage bestellen oder direkt an der Theaterkasse gegen Bargeld erwerben.

Der Neue

Casino Royale mit dem neuen Bonddarsteller Daniel Craig – eine positive Überraschung. Daniel Craig verkörpert einen ganz anderen, einen neuen Bond, als wir ihn bisher kennen. Kein Schönling, etwas spröde – vielleicht natürlicher als alle bisherigen Darsteller. Aber er hat auch Charme. Daniel Craig – ein Doppel-Null-Agent, an den man sich gar nicht lange gewöhnen muss, wie wir uns heute Abend vergewissern konnten.

Der Film beginnt mit einer spektakulären Verfolgungsjagd, die mich feuchte Hände bekommen liess. Ich weiss zwar, dass vieles nicht so ist, wie es scheint. Und das hab ich mir immer wieder ins Gedächtnis gerufen. Aber es nützte nichts – mein Körper konnte die Bilder nicht einfach abschalten und reagierte entsprechend auf die grossen Höhen.

Action, Humor und sinnliche Momente wechseln sich ab. Schrecksekunden, die den Körper erbeben lassen und dann wieder ein Gag, der einen zum Lachen bringt. Dazu wunderbare Bilder von Landschaften und Städten. Man kennt die Orte von Bildern aus Zeitschriften oder aus dem Fernsehen, ist vielleicht selbst schon mal dort gewesen, deshalb sind mir diese Filme so sympatisch.

James Bond muss in dieser Story viel einstecken – und das macht ihn so menschlich.

Ein Fehler ist mir im Film aufgefallen: Mit einer Segelyacht kann man nicht so weit in den Canal Grande in Venedig hineinfahren.

Es hätte ein schöner Kinoabend sein können wenn nicht um uns herum mit Naschtüten geknistert worden wäre, man sich nicht Unterhalten hätte und man das Handy abgeschaltet hätte und dann auch noch die Frechheit besitzt, den Anruf anzunehmen.

Spannendes Finale


Aus den Popstars wurden letztendlich Monrose.

Gestern Abend brachte eine spannende und sehr emotionale Liveshow endlich Klarheit, wer in der neuen Girlband vertreten sein wird. Senna, Bahar und Mandy sind die Glücklichen, die es geschafft haben. Es ist zu wünschen, dass sie einen nachhaltigen Erfolg haben werden und nicht nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung verschwinden.

Wer – wie wir – während der vergangenen Monate keine Folge versäumt hat und sich jeden Donnerstag Abend die Aus- und Weiterbildung im musikalischen und tänzerischen Bereich mit anschliessender Entscheidung, wer beim nächsten Mal nicht mehr dabei sein wird, auf pro7 angeschaut hat, wird ganz sicher Sympathien für die eine oder andere Mitwirkende aufgebaut haben und seiner ganz persönlichen Favoritin die Daumen gedrückt haben, in die Band zu kommen.

Die 6 Finalistinnen haben – bis auf eine Ausnahme – im Finale bewiesen, dass sie die die Qualität gehabt hätten, aus Monrose eine erfolgreiche Band zu machen. Ich hätte nicht in der Haut der Jury stecken mögen, die Entscheidung treffen zu müssen, wer ist drin und wer nicht. Allerdings kann ich die Entscheidung nicht nachvollziehen, eine Sängerin für das Zuschauervoting weiterkommen zu lassen, obwohl sie während ihres Soloauftritts ziemlich schräg gesungen hat und dafür eine erstklassige Künstlerin gehen zu lassen. Dafür waren die Buhrufe aus dem Saal gerechtfertigt.

Bei allem Respekt gegenüber den Gewinnerinnen dieser Castingshow finde ich die Zusammensetzung der Band doch ziemlich suspekt, und zwar wegen des Altersunterschieds von 10 Jahren zwischen des jüngsten Bandmitglieds Mandy mit ihren 16 Jahren und des ältesten, Senna, mit 26 Jahren. Sollte diese Band nach kurzer Zeit scheitern, wäre meines Erachtens dies ein Grund dafür.

Trotzdem – hoffen wir auf viele wunderbare Titel. Der erste Song, Shame, lässt aufhorchen und hoffen.

Auflösung

Am Samstag benutzte ich in das Wort ‚Pfühle‘, was dem einen Leser oder der anderen Leserin nicht bekannt ist. Hier nun die Auflösung:

Mancher gibt sich viele Müh‘
Mit dem lieben Federvieh;
Einesteils der Eier wegen,
Welche diese Vögel legen;
Zweitens: Weil man dann und wann
Einen Braten essen kann;
Drittens aber nimmt man auch
Ihre Federn zum Gebrauch
In die Kissen und die Pfühle,
Denn man liegt nicht gerne kühle.

Aus Max und Moritz, 1. Streich, von Wilhelm Busch.

The Producers


Aus einem Film wurde ein Broadway Musical und daraus wurde ein Musicalfilm – The Producers, eine Geschichte über ein Broadway Musical. Soweit in ganz groben Zügen eine Darstellung, um was es geht. Viel Musik, viel Gesang, viele Tanzszenen und das alles mit abgedrehten Typen. Schrille schwule Typen, Tunten eben, spielen auch mit. Lockere Unterhaltung mit Gags am laufenden Bank für einen DVD-Abend, an dem man keine Lust hat, sich mit tiefgründigen Themen und den Problemen der Welt zu beschäftigen. Wir haben uns königlich amüsiert auf unserem Sofa.


Erkennt ihr die Tunte auf dem Foto? Das ist Roger Bart. Wer zum Teufel ist Roger Bart? Die eingefleischten Fans von den Desperite Housewives wissen sicher wer gemeint ist. Dort spielt er George, den Lover von Brie. In The Producers spielt Roger Bart den schwulen Freund des Regisseurs, der in dem Film das Musical auf die Bühne bringen soll.

Spektakel mit Gänsehauteffekt


‚Classical Spectacular‘ – so hiess der heutige Abend in der Colorline-Arena, ein Konzert mit dem Royal Philharmonic Orchestra aus London. Und es war wirklich ein Spektakel, und das ist nicht negativ gemeint.

Ein Musikmix aus mehreren Jahrhunderten in bunter Reihenfolge, begleitet von Licht- und Lasereffekten wurde uns serviert. Bekannte und weniger bekannte Orchesterstücke wechselten sich ab mit Opernarien und Duetten. Der Dirigent, Anthony Inglis, leitete locker und mit Humor durch das Konzert. Der Chor der Hamburger Singakademie, obwohl mit ca. 70 Personen vertreten, hatte manchmal Mühe, gegen das 100 Personen starke und durch Technik noch verstärkte Orchester gegenan zu singen, was den Gesamteindruck dieses Abends aber nicht schmälerte. Auch das Orchester spielte nicht immer perfekt auf. An einer Stelle während des Triumphmarsches aus Aida überholte es sich selbst und einer der Bläser spielte ein Mal etwas schief – was allerdings wohl nur geübten Zuhörern aufgefallen ist. Als britisches Orchester verstand es sich fast von selbst, in England beliebte Musik zum Besten zu geben. So wurden einige der alljährlich bei den Last Night Of The Proms zu hörenden Stücke aufgeführt, wie z.B. Pomp and Circumstances und Jacks’s The Lad. Zum letztgenannten Stück bekam das Publikum von Anthona Inglis einen Kurzlehrgang zum Mitklatschen. Desweiteren war Musik von Georg Friedrich Händel zu hören, die seit 1727 bei der Krönung englischer Königinnen und Könige gespielt wird.

Den Abschluss des offiziellen Programmteils bildete die Ouvertüre ‚1812‘ von Peter Ilych Tchaikovsy, ein Stück, dass ich schon immer gern mal live gespielt hören wollte – wegen des Kanonendonners. Links und rechts der Bühne standen je eine Kanone, die dann zu den entsprechenden Stellen mehrere Male abgefeuert wurden. Ein Herr in der Reihe hinter uns, der wohl sehr lautstärkeempfindlich war (er hatte schon zu Beginn des Konzertes ein Papiertaschentuch zerfleddert und sich die Fetzen in die Ohren gesteckt), wusste was auf ihn zukam und verliess zu Beginn der Ouvertüre fluchtartig seinen Platz und kehrte erst nach deren Ende zurück. Während unseres Rundgangs durch die Arena vor dem Konzert hatten wir gesehen, dass an den Plätzen nahe der Bühne Gehörschutz zum Kauf angeboten wurde – extra wegen des Kanonendonners.

Nach der Ouvertüre ‚1812‘ gab es den Can Can von Jacques Offenbach als Zugabe. Das Publikum hätte sicher gern noch mehr gehört, aber inzwischen hatte das Konzert zwei Stunden gedauert. Da ist es verständlich, dass nur eine Zugabe geboten wird.

Der ungewöhnliche Musikmix verleitete mich dazu, eine Doppel-CD ‚The Very Best Of Classical Spectacular‘ zu kaufen. Die Tonqualität wird darauf wesentlich besser sein als in der Colorline-Arena. Denn ganz im Ernst: Als Konzertsaal für klassische Musik ist die ganz bestimmt nicht besonders gut geeignet. Aber für ein Classical Spectacular ist es in Ordnung. Und für uns besteht Wiederholungsgefahr im nächsten Jahr!

Alles Illusion

Gestern waren wir in der Colorline Arena und haben uns eine Show mit David Copperfield angesehen. Während der Wartezeit auf unseren Plätzen wurden uns via Leinwand pausenlos die fast unzähligen Superlativen dieses Künstlers vorgeführt. Nur eine davon habe ich behalten: Einziger Magier, der zu Lebzeiten auf Briefmarken abgebildet ist.

Die Show begann mit ca. 15-minüter Verspätung, wohl verursacht durch einen Engpass im Eingangsbereich, in dem alle Besucher von Sicherheitskräften abgetastet wurden. Darauf waren wohl die wenigsten Gäste eingestellt und kamen dementsprechen in letzter Minute.

Am Anfang der Show wurde ein Film gezeigt, bestehend aus Zusammenschnitten seiner spektakulärsten Geheimnisse: Durch die Chinesische Mauer gehen, einen Eisenbahnwaggon verschwinden lassen, die Freiheitsstatue verschwinden lassen, die Todessäge – und noch einige mehr. Dann endlich erschien David Copperfield auf der Bühne, natürlich mittels eines seiner Tricks.

Mit Witz und Charme hatte er da Publikum schnell auf seiner Seite. Seine meist englisch gehaltene Moderation wurde live von einem Dolmetscher übersetzt, der teilweise auch mit in die Show einbezogen wurde.

Die einzelnen Tricks gestalteten sich recht lang. Er erzählt viel, sucht Leute aus dem Publikum aus, macht Witze. Es ist also nicht so, dass sich in schneller Folge Illusion an Illusion reiht. David Copperfield inszeniert sich selbst, stellt sich in den Vordergrund. Und ganz beiläufig spielt er mit der Illusion und führt uns seine Tricks vor.

Spektuklär war das Erscheinen eines Amerikanischen Cabrios unter einer Plane und umgeben von Menschen, die er sich aus dem Zuschaueraum ausgesucht hat. Wissend, dass alles Trick und Illusion ist, fragt man sich: Wie funktioniert das?

Vieles bleibt im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln: Der Hintergrund der Bühne ist total schwarz und die Bühne ist nur spärlich beleuchtet. Ohne die Leistung des Magiers schmälern zu wollen, aber dadurch wird der Eindruck erweckt, dass dort viele Dinge geschehen, die der Zuschauer nicht sehen soll. Es ging ein wenig die Illusion verloren, dass es Magie ist, was auf der Bühne passiert – eben alles nur ein Trick.

Nach 90 Minuten war der Zauber vorbei. Zum Abschluss liess er noch 10 Zuschauer aus dem Publikum verschwinden, die er auf die Bühne geholt hatte. Auch hier fragt man sich, wie macht er es möglich? Werden diese Leute sozusagen vereidigt, den Trick nicht preiszugeben? Die Leute waren natürlich nicht weg sondern erschienen wenige Minute später wieder durch das Foyer im Zuschauerraum.

Es war zwar eine interessante Show, gewürzt mit einer gehörigen Portion Witz, aber es war insgesamt nicht ganz so spektakulär wie man es aus dem Fernsehen kennt.

Schon wieder

Dass wir Muscialfans sind, sollte ja nun allgemein bekannt sein. Es mag sogar Leute geben, die insgeheim denken: Die Beiden haben ’ne Meise, soviel Geld dafür auszugeben. Nun ist es allerdings nicht so, dass wir das Geld für Musicalbesuche zum Fenster rauswerfen. Für die gestrige Vorstellung hatten wir das Glück, für sehr sehr gute Plätze in der 5. Reihe nur Eur 49,90 bezahlen zu müssen. Für mehr als das Doppelte wären wir sicher nicht so schnell wieder ins Operettenhaus gegangen und hätten uns zum 3. Mal in diesem Jahr Mamma Mia angeschaut.

Tage vorher schon hatte ich mich zwar auf die Vorstellung gefreut, aber ich merkte doch, dass es nichts besonderes mehr ist, ins Theater zu gehen. Und ich dachte so für mich: Ja, das reicht dann auch. Aber als das Stück zu Ende war und das Licht auf der Bühne ausging, hätte ich am liebsten sofort wieder Karten bestellt – und Bernd erging es genau so. Es ist unglaublich, dass ein Musical uns so gefangen nimmt.

Die Musik von Abba und die Story über eine alleinerziehende Mutter, deren Tocher anlässlich der bevorstehenden Hochzeit ihren Vater kennenleren will, zieht nicht nur uns jedes Mal in den Bann. Man merkt sehr schnell anhand der Reaktionen, dass der Funke auf das gesamte Publikum überspringt.

Unsere knappe Rezension: Sehr empfehlenswert!