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Wir sind Lena


Zu behaupten „Wir sind Lena“ ist genauso vermessen wie zu behaupten „Wir sind Papst“ – dachte ich erst. Aber Lena Meyer-Landrut ist Siegerin geworden weil sie die Unterstützung von Europa hatte. Der Papst hatte nur die Unterstützung von ein paar Kardinälen, die ihn gewählt hatten. Damit genug philosphiert.

Der 55. Eurovision Song Contest ist nun Geschichte. Und gewonnen hat Lena mit dem Song Satellite. Ich muss zugeben, dass ich ihn schon fast gar nicht mehr hören mochte weil er mir zu oft vom Sender gespielt wurde. Aber he, gestern Abend, da ging das ab, da ging das unter die Haut. Lena hat einen excellenten Auftritt hingelegt. Da war mir nach anfänglicher Skepsis schon klar, dass sie auf einen der vorderen Plätze landen würde. Gleichwohl – dass sie die Siegerin sein könnte, wagte ich nicht zu glauben, kaum zu hoffen. Denn es gab viele Beiträge, die genauso gut waren.

Mit mehr als 120 Millionen Zuschauern ist der Eurovision Song Contest die weltweit grösste Veranstaltung. Und all diese Zuschauer sahen eine tolle Show. Norwegen hat eine geniale Veranstaltung auf die Beine gestellt. Danke Norwegen!

Danke Lena und danke Stefan Raab. Das gemeinsame Konzept der ARD und Stefan Raab, Deutschland beim Eurovision endlich mal wieder auf einen vorderen Platz zu hieven, ist aufgegangen. Deutschland ist auf dem 1. Platz gelandet.

Auffallend war bei einigen Punktevergaben aus dem Ausland der Satz: „And finally 12 points go to our friends in …… Germany!“. – Our friends, Leute, dass muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Wann werden wir Deutschen schon mal als Freunde bezeichnet? Doch nur, wenn es um unser Geld geht. Ich will hier ja nicht nörgeln, aber von den Griechen gab es nur 2 Punkte! Egal – wir sind Lena!

Und im nächsten Jahr haben wir die Veranstaltung wirklich vor unserer Haustür. Und wenn es irgendwie geht, wollen wir dahin, zusammen mit unseren beiden Lenafans,

die hier nach einigen Gläsern Maibowle zu den Klängen von „Satellite“ ihrer Freude über den Sieg ausdruck verleihen.
Liebe LeserInnen, bitte keine Kommentare bezüglich des outfits. Die Beiden haben bei uns übernachtet und sich einfach wohlgefühlt.

Nächstes Jahr Berlin?

Heute Abend findet in Oslo der ESC – ehemals Grand Prix – statt. Wäre ja mal was gewesen, live dabei zu sein, wo die Veranstaltung ja fast vor der Haustür stattfindet.

Wir haben uns beide Halbfinale angesehen. Im ersten Halbfinale am Dienstag gefiel der Beitrag aus Island ausnehmend. Island hat es auch geschafft, ins Finale zu kommen. Das zweite Halbfinale war qualitativ stärker als das erste. U.a. gefiel mir Dänemark mir recht gut. Ich freue mich darauf, auch diesen Titel heute Abend wiederzuhören.

Und was ist mit Lena? Sie hat gute Chancen, es auf einen vorderen Platz zu schaffen, wenn nicht sogar auf den ersten – wird gesagt. Die Konkurrenz ist stark. Warten wir es ab, ob der Eurovision Song Contest im nächsten Jahr in Berlin stattfinden wird. Heute Nacht sind wir schlauer.

Wir werden es uns übrigens mit Maibowle gemütlich machen. Passt ja noch gerade. Wider erwarten ist in unserem Kräutergarten doch noch genügend Waldmeister gewachsen, dass wir die Bowle aus eigener Ernte herstellen können.

Das Klavier schleppt!

Diese Worte sagt Florence Foster Jenkins während der Proben zu ihrem Pianisten. Florence Foster Jenkins, eine reiche Amerikanerin, die trotz wochenlanger Proben ihrer ach so geliebten Arien keinen Ton trifft und doch von ihrer Sangeskunst überzeugt ist.

Gestern Abend stand Desiree Nick als Florence Foster Jenkins auf der Bühne des St. Pauli Theaters in dem Stück Souvenier. Selten habe ich so gelacht im Theater – und doch, am Ende bleibt einem das Lachen im Hals stecken: Florence Foster Jenkins erkennt bei der letzten Zugabe ihres legendären Konzerts in der New Yorker Carnegie Hall, dass sie vom Publikum ausgelacht wird. Enttäuscht bricht sie zusammen. Ihr Pianist Cosme McMoon hat Mühe, die Frau mit Worten wieder aufzurichten. Völlig derangiert reisst sie sich die Perücke vom Kopf. Darunter kommt eine alte Frau mit dünnem grauen Haaren, ja fast Glatze, zum Vorschein, bizarr traurig, mitleiderregend.

Florence Foster Jenkins konnte wirklich nicht singen. Es muss eine Kunst sein, bewusst falsch zu singen. Das gelingt Desiree Nick vortrefflich. Und nicht nur das: Die Frau kann grosses Theater spielen, was sich ganz besonders in der Schlussszene zeigt.

Den Pianisten Cosme McMoon spielt Christoph Schobesberger. Er begleitet Desiree Nick, manchmal dem Wahnsinn nahe, am Flügel und führt mit begleitenden Worten durch den Abend.

Wir sind nicht ins Theater gegangen, um Desiree Nick zu sehen. Ich habe die Karten gekauft, um die falschen Töne von Florence Foster Jenkins zu hören und einen vergnüglichen Theaterabend zu haben. Aber Desiree Nick ist perfekt für diese Rolle.

Inspiriert zu diesem Theaterabend wurde ich übrigens von der Warmen Küche. Dort habe ich auch das Bild geklaut.

Zurück aus Elbflorenz


Elbflorenz – so wird Dresden, die Landeshauptstadt von Sachsen, auch genannt. Ich war noch nie in Florenz. Was uns in Dresden erwartete, übertraf alle Erwartungen. Im 2. Weltkrieg wurde viel zerstört. Und es wurde inzwischen viel, sehr viel, wieder aufgebaut. Das aktuellste Beispiel ist ja die Frauenkirche. Es gibt aber auch noch grosse Lücken. Von der ehemaligen Orangerie in der Nähe des Hotels, in dem wir übernachtet haben, steht nur noch ein Fragment. Vielleicht gelingt es ja, auch diese Baulücke eines Tages wieder zu schliessen. Geld ist knapp, das wissen wir alle. Vielleicht gibt es ja doch eine Möglichkeit, dieses traurige Relikt eines verheerenden Bombenangriffs in neuem Glanz erstehen zu lassen. In Dresden ist viel geschafft worden, warum nicht auch die Orangerie zu neuem Leben zu verhelfen?

Warum mich das so interessiert? Weil wir dieses alte Tor auf dem Weg vom Hotel in die Altstadt und zurück mehrmals täglich passierten. Und es fiel uns eben auf, dass es so traurig da rumsteht.

Mehr als 260 Fotos haben wir gemacht. Vieles von dem, was wir gesehen und fotografiert haben, würde ich gern zeigen. Aber es reicht auch so, was ihr in meinem kleinen Reisebericht sehen könnt. Ich hoffe, ihr langweilt euch nicht.

Lena nach Oslo

Am 29. Mai findet in Oslo der ESC (Eurovision Song Contest) statt, früher Grand Prix. Nach dem Dilemma der Deutschen Platzierungen der letzten Jahre fand dieses Jahr in Zusammenarbeit der ARD mit Stefan Raab ein neues Auswahlverfahren statt, dass sich durch ein Casting über mehrere Wochen hinzog. Die Teilnehmer waren fast ausnahmslos von guter Qualität. Es war jeweils schwierig für mich festzustellen, wen ich denn nun besser fand und wen ich nach Hause schicken würde.

Gestern Abend fand das spannende Finale statt. Zwei 18-jährige Mädchen mussten gegeneinander antreten, Lena und Jennifer. Und es war wirklich spannend. Beide waren sehr gut. Es sind beide unterschiedliche Persönlichkeiten, jede auf ihre Weise sympathisch. Nur welche von den Beiden sollte man wählen (wir haben uns an der Abstimmung nicht beteiligt)?

Gewonnen hat Lena Meyer-Landrut. Ich vermute, dass es ein sehr knappes Ergebnis war.

Lena wurde schon seit längerem als Favoritin gehandelt. Ihre Persönlichkeit fällt aus dem Rahmen. Während Jennifer eher den Mainstream verkörpert, ist Lena fast nicht zu beschreiben. Ich sag das mal so: Charmant, naiv-unbekümmert, mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein.

Lena Meyer-Landrut wird Deutschland also Ende Mai in Oslo vertreten. Über die Platzierung wage ich keine Prognose. Stefan Raab formulierte sein Schlusswort auch entsprechend vorsichtig: Er hofft auf einen Platz unter den ersten zehn, aber alles hängt vom Geschmack des Publikums ab.

Es standen nicht nur 2 Kanditinnen zur Wahl sondern auch 3 Songs. Der erste Song, der von beiden Kanditinnen gesungen werden musste – „Bee“ – gefiel uns am besten. Er ist eingängig und wir hatten ich auch am Schluss noch im Ohr. Gewonnen hat letztendlich „Satellite“. Er geht in Richtung Jazz. Lena hat ihn mit der ihr eigenen Art gut interpretiert. Nur bleibt er beim ersten Mal hören nicht haften.

Eins steht fest: Lena Meyer-Landrut ist erfrischend anders. Vielleicht hilft das ja, Deutschland auf einen besseren Platz zu hieven als in den vergangenen Jahren.

(Bildquelle: eurovision.ndr.de – Dort können auch die Songs angehört werden)

Eine runde Sache

Geld, welches einem in die Finger bzw. aufs Konto gerät, kann man entweder einfach so ausgeben, z.B. für einen neuen Wagen oder für Reisen. Man kann es auch anlegen, was zurzeit eher nicht so gewinnbringend ist. Man kann auch was dafür kaufen, was eine Wertanlage ist und wofür man sogar neues Geld bekommt. Und das haben wir gemacht, zumindest mit einem Teil des mir zustehenden Verkaufserlöses aus unserem Familienhaus in Lübec, der hoffentlich in der kommenden Woche auf meinem Konto landet. Wir haben eine Wohnung gekauft, die vermietet werden soll. Eigentlich habe ich sie gekauft weil der Verkaufserlös rein rechtlich gesehen mir zusteht. Da aber meine Mutter involviert ist (hierauf näher einzugehen würde diesen Rahmen sprengen), gehört die Wohnung moralisch ihr.

Der Kaufvertrag wurde am Freitag Mittag in der kleinen verschneiten Stadt an der Elbe unterschrieben. Meine Mutter war dabei weil sie und ich anschliessend einen notariellen Vertrag schliessen mussten bzw. weil ich das gerne wollte. Alles in einem Abwasch sozusagen.

Am Rande sei erwähnt, dass ich Mutter Freitag vormittag vom Hamburger Hauptbahnhof abgeholt habe. Ein Schneeproblem gab es nicht. Die Autobahn nach Hamburg war gut befahrbar. Auch in Hamburg und hier in Geesthacht gab es keine Probleme.

Meine Mutter hatte kürzlich erwähnt, dass sie noch nie in der Hamburgischen Staatsoper gewesen ist. Spontan hatte ich die Idee, ob wir anlässlich des Notartermins einen Opernbesuch machen sollten. Ein Blick in den Spielplan ergab, dass an diesem Abend die Oper Madama Butterfly gegeben werden würde, eine Oper, die wir im letzten Jahr in einer überaus schönen Inszenierung im Lübecker Stadttheater gesehen hatten.

Bereits Freitag Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Hamburg. Unsere Mägen mussten vor der Aufführung gefüllt werden sollte nicht ihr Knurren die leisen Töne der Musik übertönen. Zusammen mit Bernds Mutter waren wir im Restaurant Franziskaner ganz in der Nähe der Staatsoper. Alte Damen sind nämlich nicht mehr so gut zu Fuss.
Die Erfahrungen mit dem Franziskaner waren eher zwiespältig. Das Essen war nicht optimal, jedenfalls die Gemüsebeilagen. Sie kamen ganz eindeutig aus der Tiefkühltruhe. So war z.B. mein Rosenkohl von einer merkwürdigen Konsistenz und geschmacklich ein Reinfall. Mutters Blumenkohl war zu hart. Aber ansonsten hat’s geschmeckt. Für ein gemütliches Essen zu viert ist das Restaurant auch nicht geeignet. Es ist zu eng und zu laut. Na ja, es ist ja auch sehr rustikal dort.

Die Opernaufführung wurde getragen von der Hauptdarstellerin, der farbigen Sopranistin Latonia Moore. Figürlich ist sie zwar eher einer Wagnersängerin zuzuordnen. Aber das wurde wettgemacht durch ihre phantastische Stimme und ihre Spielfreude. Sogesehen eine Augen- und Ohrenweide. Ihr ebenbürtig agierte auf der Bühne der Rumäne George Petean in der Rolle des Konsul. Der eigentliche Gegenpart von Cio-Cio-San, der sie zum eigenenen Vergnügen und nur so zum Spass heiratende B.F. Pinkerton, gesungen vom Italiener Massimilano Pisapia, passte zwar figürlich zu Latonia Moore, aber gesanglich konnte er ihr nicht das Wasser reichen. Vielleicht war er an diesem Abend nicht so gut drauf.

Am Ende des 2. Aktes beginnt sich das Drama um Madama Butterfly zuzuspitzen. Sehnsüchtigt wartet sie mit ihrer Dienerin und ihem Sohn, der von Pinkerton gezeugt worden war, auf die Ankunft ihres vermeintlichen Mannes, der inzwischen in Amerika eine andere Frau ehelichte. Zu den Klängen des Summchores bricht die Nacht über die drei wartenden Personen herein – und bei mir rollten die Tränen.

Am Ende jubelnder Applaus für Latonia Moore. Ein dramaturgisch sehr sehr schöner Opernabend war zu Ende. Es war die 269. Vorstellung einer Inszenierung aus dem Jahr 1963.

Gestern, am Samstag stand wieder Kultur auf dem Programm. Unsere Mütter hatten zu Weihnachten ja von uns Karten für die Nachmittagsvorstellung von „Best of Musical Gala 2010“ bekommen, ein Weihnachtsgeschenk, dass wir bereits Mitte Januar vergangenen Jahres gekauft hatten. Nur das Beste ist gut genug für unsere Mütter. Unsere Plätze hatten wir in der 6. Reihe genau in der Mitte der grossen Bühne.

Im ersten Teil gab es jeweils kurze Ausschnitte aus Musicals, die Stage Holding derzeit nicht im Programm in Deutschland hat. Im zweiten Teil wurden dann die aktuellen Renner gebracht: König der Löwen, Wicked – die Hexen von Oz (unser derzeitiger Favorit), Der Schuh des Manitou, Tarzan und andere. Am Ende gab es einen kleinen Ausblick auf das im Herbst startende Musical Sister Act.

Aufgetreten sind die wohl zurzeit bekantesten Musicalstars in Deutschland: Pia Douwes, Patrick Stanke, Elisabeth Hübert, Anton Zetterholm und Frank Seibert. Patrick Stanke spielte beim glücklosen Musical Titanic den Heizer. Frank Seibert haben wir in Berlin als Ranger im Der Schuh des Manitou auf der Bühne erlebt.

Pia Douwes kann man ohne weiteres als Grand Dame des Musicals bezeichnen. Mit ihrem Alter von 46 Jahren ist sie nicht mehr die jüngste unter den Musicaldarstellern. Aber was hat die Frau für eine Ausstrahlung! Das erlangt man wohl erst in reiferen Lebensjahren. Und tanzen kann sie – das hätte ich nie gedacht. Die Frau ist Spitze!

Auch an diesem Abend gab es bei Bernd und mir feuchte Augen und mehrmals lief uns die Gänsehaut über den Rücken. Ein toller Abend, der auch unseren Müttern gefiel.

Am Hauptbahnhof in Hamburg verabschiedeten wir unsere Mütter. Zwei runde und schöne Tage fanden ihr Ende.

Glanzvoller Ausklang

Nun ist alles wieder vorbei, auch der Schnee ist nun Schnee von gestern und fast weg. Vereinzelt liegen noch ein paar schmutzig graue Flecken. Ich hoffe, dass war’s dann für diesen Winter. Ich befürchte allerdings, dass das erst der Anfang war.

Gestern sollte eigentlich ein weiteres kleines Familientreffen bei meiner Mutter in Lübeck stattfinden. Wir wollten dort Oliver mit seiner süssen Frau Sabrina treffen. Leider nahm des nachts ein böser Magenvirus von Oliver Besitz. So war es dann besser, diesen auszukurieren. Bernd und ich assen dann mit Meiner Mutter von der grossen Schüssel Kartoffelsalat, den sie morgens zubereitet hatte. Dazu gab es Würstchen. Später tischte Mutter noch eine Kirschtorte auf. Ein Stück mit Sahne und ein wenig Gebäck – dann ging tatsächlich nichts mehr.

Am Abend setzte dann endlich die totale Entspannung ein, als Bernd und ich uns auf den mittleren Plätzen in Reihe 11 der Hamburgischen Staatsoper niederliessen. Nachdem das Licht im Zuschauerraum erloschen war, erklang das Entrée zum Ballett „Der Nussknacker“ vom Peter Iljitsch Tschaikowsky, die 248. Aufführung einer Inszenierung von John Neumeier aus dem Jahr 1974.

Als der Vorhang aufging, blickten wir auf ein liebevoll gestaltetes Bühnenbild. Die Tänzer und Tänzerinnen trugen die dazu passenden Kostüme. Alles deutete daraufhin, dass es eine schöne Inszenierung werden würde. Und so war es auch. Gänsehaut, verursacht durch schöne Musik, ist bei mir ja nichts ungewöhnliches. Aber eine Gänsehaut hervorgerufen durch ausdrucksstarken Spitzentanz einer Ballerina hatte ich bis gestern Abend noch nie. Mit einer Leichtigkeit schwebte diese Dame über die Bühne – es war unglaublich. Aber ausnahmslos alle Tänzerinnen und Tänzer boten eine hervorragende Leistung. Das Glas Sekt, das wir uns für die Pause bestellt hatten, war diesem Abend angemessen.

Das Bühnenbild des 2. Aktes war dann noch wesentlich stimmungsvoller. 4 Kronenleuchter hingen von der Decke eines üppig gestalteten Saales. Darin wurden uns die diversen Stücke dieses Ballets präsentiert, angefangen mit dem Blumenwalzer und endent mit den Grand Pas de deux. Der Solist des Abends, Carsten Jung hatte währen all seiner Auftritte ein Lächeln auf den Lippen, so als sei Balletttanz ein Spaziergang und nicht Leistung in höchster Anspannung und Konzentrations. Ich kann nur sagen: Bravo! Wie übrigens zu der gesamten Inszenierung. Dieser Abend war ein wahrlich glanzvoller Schlusspunkt des Weihnachtfestes.

Eine kleine Bemerkung am Rande:
Olli ist gar nicht im Weihnachtsurlaub. Er steht – nein, er tanzt – in diesem Ballett. Oder er hat einen Doppelgänger.

3D-Kino

Avatar – ein Film, der angekündigt wurde als ganz was neues, ganz spektakuläres. Ich sage einfach nur: Hübsch anzusehen.

So spektakulär fand ich das ganze nicht. Gut, einen Film in 3D anzusehen, ist relativ neu, aber so neu auch nicht. Den einen oder anderen 3D-Film habe ich schon gesehen. Und die waren auch nicht schlechter als Avatar. Die Qualität ist nicht perfekt, gibt es hin und wieder doch einige Unschärfen.

Ein „Wow-Erlebnis“ war das nicht für mich. Vielleicht habe ich zuviel erwartet. Aber wie gesagt: Hübsch anzusehen. Woran der Hauptdarsteller Sam Worthington einen nicht unerheblichen Anteil hat.

Keine neuen Minarette

Die Schweizer haben die Möglichkeit, per Volksabstimmung zu entscheiden, eine Sache, die ich mir in Deutschland auch manchmal wünsche. Heute sollen die Scheizer darüber abstimmen, ob zukünftig der Bau von weiteren Minaretten erlaubt werden soll. So wie es zurzeit aussieht, wird dies wohl abgelehnt.eiz ob dieses zu erwartenden Entscheids im Ausland beschädigt werden könnt

Die Schweizer Regierung befürchtet, dass das Ansehen der Schweiz. Liebe Schweizer, ihr habt mein vollstes Verständnis wenn ihr weitere Minarette nicht haben wollt. Wer seinen Gebetsteppich ausrollen möchte, kann das auch ohne Minarett machen. Ein Minarett, wie eine Moschee überhaupt, ist nicht Teil des europäischen Glaubens. Wer unbedingt ein Minarett braucht, soll dieses in seiner Heimat suchen.

Finale – all inclusive

Gestern Abend fand im Operettenhaus Hamburg das Finale Jugend Kulturell Förderpreis 2009 „Musical“ statt. Jugend Kulturell wurde vor fast 30 Jahren von unserer Bank ins Leben gerufen. Zum Vorentscheid in Hamburg waren wir ja schon eingeladen worden. Und gestern durften wir dem Finale beiwohnen.

Mein Favorit aus dem Vorentscheid hat es leider nicht geschafft, einen der drei Finalpreise zu gewinnen. Es lag vermutlich nicht daran, dass er schlechter war als die anderen Teilnehmer. Bereits während seines Auftritts wurde mir klar, dass seine Darbietung beim Vorentscheid viel viel besser war. Irgendwas lief nicht rund. Und so war es nicht verwunderlich, dass Tobias Bieri gestern leer ausging. Es war wohl nicht sein Tag obwohl es sein Geburtstag war. Gestern Abend reichte es nicht mal für meine Stimme für den Publikumspreis.

Diesen hat Katharina Eirich gewonnen, die mit „Stroganoff“ aus „Es ist angerichet“ das Publikum begeisterte.

Den Preis der Jury, also den ersten Preis, erhielt der 26-jähige David Jacobs. Er beeindruckte mit seiner facettenreichen Stimme und seiner grossartigen Fähigkeit, Musik in Bewegung umzusetzen. Er hat auch meine Stimme für den Publikumspreis bekommen

Der Abend bot überraschend grossartige Leistungen der Nachwuchskünstler. Einzig Lisa Huk konnte uns nicht begeistern. Sie hat zwar eine schöne Stimme, aber sie kann nicht tanzen und ihre Sprache wirkt aufgesetzt und gestelzt. Warum sie eine Wildcard für das Finale bekommen hat, erschliesst sich uns nicht. Es gab bessere Teilnehmer als sie Vorentscheid in Hamburg.

Die Bank hatte keine Mühen und Kosten gescheut, ihre Kunden zu verwöhnen. An der Garderobe wurde keine Gebühr verlangt und an der Bar waren die Getränke und Brezel frei, sozusagen ein Abend „all inclusive“. Nun ja, klar ist, dass die Bank an ihren Kunden verdient. Wenn sie ein Teil des Geldes in die kulturelle Förderung junger Menschen steckt und ihre Kunden daran teilhaben lässt, dann ist das in Ordnung. Jedenfalls ist das besser, als mit Kundengeldern fragwürdige Geschäfte zu machen.

Einen Schnitzer leistete sich der Vertreter der HypoVereinsbank, Sprecher des Vorstands Dr. Theodor Weimer, bei seiner Rede. Er zitierte eine negative Bemerkung von Charles Aznavour zum Thema Musical. Er gab Charles Aznavour den Beinamen „Monsieur 100.000-Volt“. Chansons gehören zwar nicht zu meinem bevorzugtem Musikstil, aber ich weiss, dass es Gilbert Becaud war, den man auch Monsieur 100.000-Volt nannte.

Im Rahmenprogramm trat Roberta Valentini auf. Sie war die Gewinnerin beim Jugend Kulturell Förderpreis der Sparte Musical im Jahr 2005. Heute steht Roberta Valentini als Elphaba (eine der Hauprollen) im Musical „Wicked – die Hexen von Oz“ auf der Bühne des Palladium Theaters in Stuttgart, was zeigt, dass der Förderpreis der HypoVereinsbank nicht einfach irgendwo versickert.