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Schwul-Lesbischer Abend


Gestern war der 2. Premierenabend des neuen Programms von Schola Cantorosa Schwuler Männerchor Hamburg, „In gemeiner Mission“. Der Titel hat eine gewollt starke Ähnlichkeit mit dem Film „In geheimer Mission“ mit dem Agenten James Bond. Die Männer von Schola Cantorosa haben nämlich eine kleine Agentengeschichte auf die Bühne gebracht. Der Auftakt ist choreographisch fulminant, dann wird es leider flacher und teilweise langatmig während es zum Schluss recht schmissig wird. Das Programm ist aus meiner Sicht kurzweilig und nett und verglichen mit den beiden vorherigen Programmen sehr viel besser, aber es reicht lange nicht an „Piraten“ und „Durchgeknallt & Durchgebraten“ heran.

Der Abend wurde eröffnet mit dem Gastchor „Rheintöchter“ aus Köln. Leider waren nicht alle der eingebauten Gags zu verstehen. Die Akustik der Markhalle ist wohl für die hohen Damenstimmen nicht so gut geeignet. Doch die Damen hatten insgesamt gesehen einen guten Auftritt auf die Bühne gebracht.

Die Moderatorin des Abends (oder war es ein Moderator?) hatte sich zu Ehren der Gäste in ein Kölner Karnevalskostüm geworfen. Spitze Pointen kennzeichneten die Moderation. Die Rheintöchter z.B. würden in ihren Roben aussehen wie geleckt. Auch wurde uns endlich klargemacht, warum Ole von Beust von seinem Amt zurückgetreten ist: Kind und Karriere verträgt sich nicht.

Leider entsprach die auf der Aftershowparty aufgelegte Musik nicht unserem Geschmack. Deshalb wurde es mit dem Abzappeln leider nichts und bereits um 1 Uhr in der Nacht fuhren wir nach Hause.

Und die Kirche ist dabei

Erst beim dritten Anlauf ist es in Belgrad zu einer Art CSD-Parade gekommen. Der erste Versuch vor neun Jahren scheiterte daran, dass die Demonstranten von Extremisten angegriffen wurden. Im vergangenen Jahr wurde die Parade aus Sicherheitsgründen nicht genehmigt.

Endlich in diesem Jahr, wurde der Umzug gestattet. Die etwa 1000 Lesben und Schwulen konnten ihren Umzug allerdings nur unter dem Schutz von Sicherheitskräften durchführen. Immerhin ist es endlich gelungen, einen Umzug auf die Beine zu stellen.

Nach der Demonstration kam es zu grossen Ausschreitungen rechtsextremer Randalierer, ANGEFÜHRT VON GEISTLICHEN! Jedenfalls ist es so in den Medien zu lesen.

Die osteuropäischen Länder hinter dem ehemals eisernen Vorhang hinken natürlich der sozialen Entwicklung hinerher. Was sie aber scheinbar sehr schnell gelernt haben ist es, Krawall zu machen und gegen Schwule zu demonstrieren, und die Geistlichkeit mischt kräftig mit!

Spätsommer an der Alster


Gutes Wetter in der Mittagspause muss ausgenutzt werden. Die Alster ist nah und der kleine Teil von ihr, die Binnenalster, lässt sich in der Mittagspause trefflich umrunden.

Die Binnenalster zeigte sich mal wieder von ihrer schwulen Seite, nämlich mit Regenbogen. Um den in der Fontäne entstehen zu lassen, müssen mehrere Faktoren zutreffen: Der Wind muss die Fontäne in die richtige Richtung wehen, die Sonne muss den richtigen Winkel zur Fontäne haben und man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

Wenige Meter weiter nahmen die Spatzen ein Bad an einer seichten Stelle.

Liberal?

Der Aussenminister und FDP-Parteivorsitzende Guido Westerwelle hat seinen langjährigen Freund Michael Mronz geheiratet. Sehr löblich, zeigt doch ein schwuler Repräsentant unseres Staates, dass er dazu steht und es ihm egal ist, was andere Menschen darüber denken (das soll nun nicht heissen, dass ich bei der nächsten Wahl diesen Lobbyistenverein wähle).

Nun ist es aber nicht so, dass alle Mitglieder der FDP so liberal sind, wie die Partei es vorgibt zu sein. Das erste Parteimitglied, Dr. Gerhard Aden, will aufgrund der Hochzeit des Aussenministers sein Parteibuch abgeben. Ein schwuler Aussenminster, noch dazu jetzt mit einem Mann verheiratet, könne nicht in bestimmten Ländern auftreten. Angeblich soll Dr. Aden bereits Zustimmung von anderen Parteimitgliedern erhalten haben.

Kreischalarm


Aufgrund des vorhergesagten guten Wetters entschlossen wir uns heute morgen, zum „Rosa Tag im Heidepark“ zu fahren. Ein Zugpferd, die Fahrt dorthin anzutreten, war der günstige Eintrittspreis. Bei Vorlage des Flyers, den wir aus dem Internet geladen und ausgedruckt hatten, kostete das Partnerticket nur 34 Euro gegenüber 36 Euro für eine Person an normalen Tagen. Ich muss sagen, dass wir 36 bzw. 72 Euro für 2 Personen gar nicht abfahren. Das Alter macht sich wohl doch langsam bemerkbar? Nein, es sind die Erfahrungen, die wir mit einigen Fahrgeschäften in den vergangen Jahren gemacht haben. Zum Teil laufen die derart unruhig und ruckelig, dass wir am Ende mit Kopfschmerzen wieder aussteigen. Also liessen wir einige Fahrgeschäfte links liegen, besonders auch deshalb, weil die Wartzeit bei allen grossen Attraktionen sehr lang war.


Angefangen haben wir mit dem „Colossos“, eine Achterbahn, die im Jahr 2003 im Guinness Buch der Rekorde als grösste Holzachterbahn der Welt eingetragen wurde. 60 m wird man hochgefahren bevor es mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h 61 Grad bergab geht. Ziemlich steil ist das. Ca. eine Stunde mussten wir anstehen bevor wir uns in den Zug setzen konnten. Und nach 143 Sekunden war alles schon wieder vorbei. Aber der Kick ist schon stark und die Wartezeit lohnt sich. Auch bei der zweiten Fahrt am Nachmittag mussten wir eine Stunde warten. Aber das haben wir gern gemacht. Es ist ja wohl klar, dass ich beide Fahrten in hocherhobenden Händen absolviert habe.

Gleich nebenan befindet sich die Achterbahn „Desert Race“. Auch hier hatten wir eine lange Wartzeit. Dafür war die Fahrt mit 49 Sekunden noch kürzer als im „Colossos“. Der Kick dieser Bahn entsteht beim Start: von 0 auf 100 wird man in 2,4 Sekunden regelrecht loskatapultiert. Der Start ist spannend weil man zwar ahnt, dass es gleich losgeht aber nicht weiss wann. Plötzlich geht es dann ruckartig los. Sehen kann man im ersten Moment nichts und um atmen zu können ist es am besten, einfach den Mund aufzumachen. In einer ähnlichen Bahn sind wir im Disneyland Paris gefahren. Allerdings befindet die sich in einem Gebäude in dem es fast dunkel ist.


Interessant wurde es, als sich eine Gruppe unintegrierter Südosteuropäer an der Warteschlange vorbeimogelte. Aufgrund ihres lauten, rüpelhaften und groben Verhaltens wagte es niemand, sich ihnen in den Weg zustellen bzw. sie zurechtzuweisen. Am Schluss sprangen sie noch über eine Mauer um Zeit und Weg zu sparen. Zum Glück wurden sie von der Aufsichtsperson über Lautsprecher zurechtgewiesen, und zwar ziemlich forsch: Sie sollten gefälligst wieder zurück über die Mauer oder er würde sie rauswerfen. Davon liessen sie sich dann doch beeindrucken und reihten sich wieder in die Warteschlange ein.

Eine Attraktion, den Freifallturm „Scream“ hatte ich in den ersten Jahren verschmäht. Erst anlässlich unseres gemeinsamen Besuches mit Holger und Gunnar vor 5 Jahren wagte ich eine Fahrt mit dem Ding. Mein Problem ist nicht der Fall selbst sondern die Tatsache, dass ich keinen festen Boden unter den Füssen habe. Ich leide eigentlich nicht an Höhenangst, aber ich darf während der Auffahrtphase nicht direkt nach unten schauen sondern muss meinen Blick in die Ferne schweifen lassen. Dann geht das.

Ganz langsam wird man also 71 m nach oben gezogen. Dabei dreht sich die Personengondel ganz langsam um die Achse. Oben angekommen bleibt das Ding stehen und man wartet auf die rasante Abfahrt. Dann ein „klack“, die Gondel wird ausgehakt und mit fast 100 km/h geht es rasant in die Tiefe. Man hat eigentlich gar keine Zeit, irgendwelche Gefühle, negativ oder positiv, aufkommen zu lassen. Man ist ganz einfach wieder unten und steigt aus. Aber schön ist es trotzdem. Deshalb haben wir diese Fahrt auch zweimal mitgemacht. Die Wartezeit hier betrug auch nur jeweils ca. 30 Minuten.


Witzig ist ein Fahrgeschäft mit dem Namen Totenkopfpiraten. Hier wird auf Schiffen und von Land aus mit Wasserwaffen „gekämpft“. Um weit zu spritzen muss an Bord und an Land kräftig gepumpt werden. Gelegentlich spritzt das Wasser auch aus festinstallierten Kanonen auf die „Piraten“. Da man dort ziemlich nass werden kann, haben wir uns das Vergnügen lieber aus sicherer Entfernung angeschaut.

Und warum heisst dieser Beitrag nun Kreischalarm?: Weil Frauen jedes mal kreischen. Fast die ganze Fahrt über im Colossos, beim Start vom Desert Race und beim Fall im Scream. Und wenn man da jeweils bis zu einer Stunde ansteht, gibt es sehr viele Fahrten, die an einem vorbeirauschen mit kreischenden Frauen drin.

Voll war es im Heidepark aber nicht wegen des Rosa Tages. Es gab noch mindestens eine andere Gruppe mehr, von irgendeiner Firma, die den befüllte. Dazu noch jede Menge ’normales‘ Publikum. So wie es sich uns darstellte, waren wir vom Rosa Tag eh in der Minderheit, wenn auch unübersehbar.

Für die Heimfahrt suchten wir uns eine Strecke fernab der Autobahnen aus. Unser Navi führte uns in später Nachmittagsonne durch die Heidelandschaft wieder nach Hause. Vielleicht war es das letzte Mal in dieser Saison, dass wir offen fahren konnten.

Normalerweise hätten wir 72 Euro, bzw. 63 Euro bei Olinebuchung, für den Eintritt bezahlen müssenl, ein stolzer Preis dafür, dass wir nur 5 Mal Fahrgeschäfte in Anspruch genommen haben. Der Eintrittspreis von 34 Euro für uns Beide war also sehr sehr günstig.

Unverständlich

Kürzlich hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass verpartnerteverheiratete Homesexuelle die Vorteile des höchsten Freibetrages bei Erbschaften in Anspruch nehmen können. Das ist wieder ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Doch warum geht das immer alles nur häppchenweise?

Nach wie vor gibt es bei verheirateten Homosexuellen nicht die Möglichkeit des Ehegattensplittings im Steuerrecht. Wenn ich meinen Mann heiraten würde, wäre ich ihm gegenüber zwar unterhaltspflichtig, ich könnte aber keine steuerlichen Vorteile in Anspruch nehmen. Herr Schäuble sträubt sich mit dem Hinweis auf „… die Förderung der Ehe, insbesondere im Hinblick auf ihre bleibende Bedeutung als typische Grundlage der Familie mit Kindern.“

Für meinen Mann eintreten darf ich bzw. muss ich – wie in einer Ehe „als typische Grundlage der Familie“ – nur die Vorteile darf ich nicht kassieren. Herrjeh, wann kommen die in Berlin endlich mal in die Hufe und machen Nägel mit Köpfen!

CSD 2010 in Hamburg


In diesem Jahr wird der Christopher Street Day (CSD) in Hamburg zum 30. Malg begangen. Höhepunkt der Veranstaltung ist immer der Demonstrationszug am Samstagnachmittag durch die Strassen der Hamburger Innenstadt. Bisher wurde die Parade immer von den „Dykes on bikes“ angeführt, ein Gruppe lesbischer Motorradfahrerinnen. Dieses Jahr führte eine Grupper junger schwuler und lesbischer PolizistenInnen die Parade an. Der schwule Heidekönig mit seinem Adjudanten war auch in diesem Jahr wieder dabei. Auferstanden aus seinem goldenen Sarg nahm Michael-I loveyou-Jackson an der Parade teil.


Interessant sind nicht nur die bunten auffälligen Teilnehmer an der Parade sondern auch die Reaktionen derer, die sich der Parade bereits angeschlossen haben und uns am Strassenrand entdeckten sowie die kleinen Dinge, die sich fast im Verborgenen abspielen und nur von den Umstehenden beobachtet werden können.


In diesem Jahr begleiteten wir die Parade zusammen mit Peter und Frank und ihren Freunden sowie mit unserem Gast Oliver. Leider kam ein Zusammentreffen mit den Hasen und den Sörnies nicht zustande. Trennende Menschenmassen und aufgrund von lauter Musik (der Tinitus quält mich noch heute) nicht gehörte Telefonanrufe verhinderten das Treffen. Das hinderte uns aber nicht daran, Spass zu haben. Allerdings hätten wir Oliver sehr gern als unseren Überraschungsgast präsentiert.

Wie bei Mopo online zu lesen ist, waren gestern 80.000 Menschen zusammengekommen, die an der Parade teilnahmen, 20.000 (!) mehr als im Jahr zuvor.


Wir liessen den Zug traditionell an der Langen Reihe an uns vorbeiziehen. Bereits dabei fiel uns auf, dass sich dem Zug viel mehr Menschen angeschlossen hatten als in den Vorjahren. Am Ende schlossen wir uns der Demonstration für eine Teilstrecke an, kürzten ein wenig ab und stiessen an der Mönckbergstrasse wieder zu den feiernden Lesben und Schwulen. Von dort aus gingen wir zum Strassenfest am Jungernstieg und Ballindamm.


Gegen 17.00 Uhr waren unsere Füsse müde, waren wir doch auch schon seit 10.30 Uhr auf den Beinen. Mit unserem Gast fuhren wir zurück nach Geesthacht und machten es uns erst auf der Terrasse unseres Lieblingsgriechen bequem und später dann bis spät in die Nacht auf der Terrasse vom Elbe-Penthouse.

Fetisch

Erwischt in Nylonstrumpfhosen wäre für Bernd und mich ein Scheidungsgrund – gegenseitig. Grrrrr – mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich nur daran denke. Schrecklich.

Wie ich darauf komme? Irgendwer ist mit dem Suchbegriff „erwischt in Nylonstrumpfhosen“ mein Weblog gefunden. Gelandet ist die Person auf diesem Artikel. Da steht zwar was über Strumpfhosen, aber sicher nicht das, was erhofft war.

Immer noch Aussenseiter

Nur eine kleine Meldung in der Tageszeitung, aber sie zeigt, dass wir Schwulen immer noch etwas besonderes sind und fernab jeglicher Normalität angesehen werden.

Da steht nämlich heute in der Zeitung, dass der Lebensgefährte von Guido Westerwelle mit auf die Antrittsreise nach Japan und China fliegt.

Wenn eine Ministergattin bzw. der Ehemann einer Ministerin mit auf eine Auslandsreise geht, wäre das sicher keine Zeile wert.

Nachtrag:
Auch hier ist das ein Thema.