Archiv der Kategorie: Allgemein

Vorboten

Da schaut man mal eine Weile nicht raus – und beim nächsten Mal bemerkt man, dass der Himmel nicht mehr blau und die Sonne weg ist. Wolken haben sich breitgemacht. Es sieht zwar im Moment noch nicht nach regen aus, aber es sind wohl die Vorboten einer Regenfront (blau eingefärbt), die von Westen her auf Norddeutschland zukommt. Sehr anschaulich zu sehen auf der Startseite von Wetteronline, mein Lieblingswetterfrosch, wenn ich selbst mal nicht weiterweiss und der angefeuchtete, in die Luft gehaltene Zeigefinger auch keine Hilfe mehr ist.

Übrigens: Das schlechte Wetter kündigte sich bereits am Freitag an. Die Siele in der Stadt verbreiteten einen sehr schlechten Geruch, meistens ein untrügliches Zeichen, dass es Regen gibt.

eingelocht

Heute Morgen auf dem Weg zum Elbe-Penthouse wurde es in den Radionachrichten veröffentlicht: Die Millionenerbin Paris Hilton hat gegen Bewährungsauflagen verstossen und muss in den Knast. Sie wurde beim Fahren ohne Führerschein erwischt, den hatte man schon vor einiger Zeit eingezogen.

Ich frage mich, ob Paris Hilton tatsächlich so dumm wie blond ist oder ob das der Publicity wegen pure Absicht war.

Erwischt

Heute erhielt ich folgende email:

“
Sehr geehrter Internetnutzer,

im Rahmen unserer ständigen automatisierten Überprüfung von sogenannten Tauschbörsen im Internet, wurde folgende IP-Adresse auf unserem System ermittelt.

IP: 81.141.164.117

Der Inhalt Ihres Rechners wurde als Beweismittel mittels den neuen Bundestrojaner sichergestellt.
Es wird umgehend Anzeige gegen Sie erstatten, da sich illegale Software, Filme und/oder Musikdateien auf Ihren System befinden. Durch die Nutzung sogenannter Tauschbörsen, stellen Sie diese auch anderen Nutzern zu Verfügung und verstoßen somit gegen §§ 249ff StGB.

Das vollständige Protokoll Ihrer Online-Durchsuchung finden Sie im Anhang dieser Email.

Die Strafanzeige und die Möglichkeit zur Stellungnahme wird Ihnen in den nächsten Tagen schriftlich zugestellt.

Herbert Klein, Kriminaldirektor, LKA Rheinland-Pfalz
Am Sportfeld 9c, 55124 Mainz
Tel.: 06131 – 970738
Fax: 06131 – 970731
Mobil: 0171 – 7504699
Mail: Hcklein51@aol.com
“

1. Der genannte Anhang wurde automatisch von meinem Virensystem gelöscht.
2. Die Grammatik des Herrn Kriminaldirektor entspricht nicht seiner Position.
3. Der Herr Kriminaldirektor benutzt ganz sicher nicht AOL als Emailserver.

Da wird nun wieder mittels böser Buben versucht, auf den Zug der Onlinedurchsuchungen und Bundestrojaner aufzuspringen, in der Hoffnung, dass Jemand darauf reinfällt und sich einen Virus oder tatsächlich einen Trojaner auf seine Festplatte lädt.

Maibowle

Anlässlich des heutigen 1. Mai wurde im Rezepteblock ein sehr schmackhaftes und gesundes Rezept für Maibowle veröffentlicht. Gesund deshalb, weil die Stiele und Blüten des Waldmeister nicht verwendet werden. Sie sollen angeblich Stoffe enthalten, die nicht unbedingt bekömmlich sind.

Ein Sträusschen getrockneter Waldmeister im Kleiderschrank schützt übrigens vor Motten.

Sandalenzeit


Jetzt sieht man sie wieder allenthalben: Sandalen! Barfuss oder mit Socken, eher konservativ oder im Trekkinglook, zu kurzen oder zu langen Hosen – bei diesem Wetter werden sie wieder aus der Veresenkung geholt. Meinetwegen hätten sie auch in der Versenkung bleiben können. Ich finde die Dinger einfach nur scheissehässlich. In meiner Kindheit musste ich im Sonner sowas auch tragen, bis ich alt genug war, mich dagegen zu wehren.

Ziemlich krass war vor ein paar Jahren der Besuch in einer Hamburger Szenedisco, die seinerzeit eher der Leder- und Uniformszene zuzurechnen war. Kam da nicht ein Typ mit PickstrulliStrickpulli und Sandalen rein?! Reingelassen haben sie ihn. Aber er machte sich in seinem Outfit zum Gesprächsthema des Abends.

Warten auf die Diva

Gestern Abend wurde das neueste Schiff der Aida-Flotte im Hamburger Hafen getauft. Angekündigt wurde die Taufe als ein gigantisches Spektakel mit Feuerwerk, Lasershow und einer eigens für dieses Event komponierten Musik. In der Tagespresse wurden Fotomontagen und Einzelheiten veröffentlicht, die grosses erahnen liessen. Unter anderem war die Rede davon, dass 1.000 Feuerwerksraketen auf einer Länge von 750 m 600 m hoch in den Himmel geschossen werden, wofür 49 Tonnen Sprengstoff nötig seien. Über dem Hafen würde ein Teppich von grünen Laserstrahlen liegen. Ein Ereignis also, dem es sich lohnt beizuwohnen – dachten wir.

Bernd holte mich vom Büro ab um nach einem kleinen Imbiss im „Restaurant zum Goldenen M“ zum Hafen zu fahren. Angekündigte 500.000 Besucher machen ein frühzeitiges Erscheinen notwendig um einen guten Platz zu ergattern, von dem aus das Spektakel gut zu überblicken ist.

Gegen 19.00 Uhr (um 21.00 Uhr sollte es losgehen) trafen wir an den Landunsbrücken ein. Plätze in der ersten Reihe waren nicht mehr vorhanden. Wir fanden einen Platz „auf Lücke“ in der Nähe der SS „Rickmer Rickmers“, mit dem wir zufrieden sein konnten.

Plötzlich hatte Bernd die Idee, ob man nicht auch an Bord der Rickmer Rickmers gehen könnte um von dort aus das Lichtspektakel zu beobachten. Bernd verteidigte unseren ergatterten Platz und ich machte mich auf den Weg zum Museumschiff. An Deck war noch reichlich Platz. Ich ging an Bord um mich kundig zu machen. Ich hörte, dass das Schiff bis zum Ende des Spektakels geöffnet bleibt und das man an Bord Snacks und Getränke bekommen könnte. Schnell holte ich Bernd. Nach dem Entrichten von Eur 3.00 Eintritt pro Person suchten wir uns einen Platz an Deck des Schiffes. Schnell wurde uns klar, dass dies ein idealer Platz war. Von hier aus war der Hafen nach zwei Seiten gut zu überblicken, bis hinunter zum Fischmarkt, wo mitten auf der Elbe die Taufe stattfinden sollte.

Die Wartezeit von erwarteten fast zwei Stunden wurde uns verkürzt durch das rege Treben auf dem Fluss. Ein Containerschiffsneubau, der auch an diesem Tag getauft worden war, verliess mit Assistenz von 2 Schleppern ein Hafenbecken. Viele kleine Boote, Barkassen und Ausflugsschiffe wuselten durch den Hafen. Leider war es ziemlich kalt und windig. Ob es auch Glühwein an Bord gibt? Es gab und ich versorgte uns mit zwei Bechern des Heissgetränks.

Der Termin 21.00 Uhr, der Zeitpunkt, an dem die „AIDAdiva“ den Kreuzfahrtterminal in Richtung Fischmarkt verlassen sollte, rückte langsam näher. Inzwischen war eine spannungsvolle Ruhe über dem Hafenabschnitt eingekehrt. Die lichtergeschmückten Ausflugsschiffe hatten sich am Ort der Taufe versammelt. Am anderen Ende des Hafens waren die Schiffe zu erkennen, die den Täufling auf der kurzen Strecke begleiten sollten. Zwischen beiden Punkten gab es keinen Schiffsverkehr mehr.

21.00 Uhr, 21.10 Uhr, 21.15 Uhr – nichts passierte. Eine Diva lässt halt immer auf sich warten. Ich weiss nicht, wie spät es war, als erst der Bug des Schiffes und dann die Aufbauten hinter dem Kaispeicher A sichtbar wurden. Dann tat sich minutenlang wieder gar nichts. Das Schiff lag scheinbar unbeweglich im Strom.

Endlich setzte sich der Neubau langsam in Bewegung. Am gegenüberliegenden Ufer leuchteten bengalische Feuer auf, ein kurzes Feuerwerk folgte. Die AIDAdiva näherte sich unserem Standort. An Deck waren etliche Scheinwerfer und Laser installiert, die ihre Strahlen in den Himmel schossen, untermalt von Musik, die aus einer an Deck des Schiffes befindlichen Musikanalage erschallte.

Langsam zog das Schiff, unter wechslenden Lichteffeken, an uns vorbei. Ab und zu wurden ein paar Feuerwerksraketen in den Himmel geschossen. Die Laser und Scheinwerfer erzeugten verschiedene Bilder, aber einen Teppich über dem Hafen bekamen sie nicht zustande.

Vor dem Fischmarkt wurde das Schiff aufgestoppt. Eine Weile passierte gar nichts, jedenfalls war von unserer Position aus nichts zu erkennen. Ich nahm an, dass dort jetzt die Taufe vollzogen werden würde, zu der natürlich auch ein paar Reden gehören.

Dann gab es plötzlich wieder bengalische Feuer und Feuerwerksraketen an Land sowie Lasershow an Bord. Die AIDAdiva lag fast regungslos im Fahrwasser der Elbe. Neben uns verschwanden die ersten Zaungäste. Auch an Land setzte der Zuscherstrom derer ein, die sich auf den Heimweg machten. Wir blieben noch eine Weile stehen, trotz unser kalten Füsse, in der Hoffnung, dass noch was sehenswertes geschehen würde. Aber nichts tat sich. Als sich der soeben getaufte Neubau elbabwärts in Bewegung setzte, um an einem geeigneten Platz zu drehen, verliessen auch wir unseren Platz um mit der U-Bahn nach Hause zu fahren.

Diesen Einfall hatten noch tausende anderer Zuschauer. In die Station Landunsbrücken war kein Reinkommen. Auch die Idee, in Richtung Station St. Pauli weiterzugehen, erwies sich als nicht praktikabel. Ein Strom von Menschen zog dorthin, um von da mit der U-Bahn nach Hause zu kommen. Uns war kalt und wir hatten keine Lust, eingepfercht und eng an eng, womöglich noch mit betrunkenen Mitfahrern, mit der U-Bahn zu fahren. Eine Alternative war schnell gefunden: Wir wärmten uns bei unserem Freund H. auf, der auf der Reeperbahn eine Apotheke betreibt, die Donnerstag bis Samstag bis Mitternacht geöffnet ist. Nach einer Erholungs- und Aufwärmphase von etwa einer Stunde machten wir uns endgültig auf den Heimweg. Es waren nur noch wenige Fahrgäste unterwegs.

Ach ja – die Lichtshow war nett, aber bei weitem nicht so spektakulär wie man den Vorankündigungen entnehmen konnte. Und das Schiff? Ein Passagierschiff eben. Neu, modern, aber äusserlich nicht besonders beeindruckend.

Volker sucht

Volker sucht einen Partner. Er hat in seinem Weblog eine Kontaktanzeige aufgegeben.

Aus meiner Sicht kann ich es sehr gut nachvollziehen, wenn man(n) nicht allein durch das Leben gehen möchte und ich bin sehr froh und glücklich, jeden Abend neben Bernd einschlafen zu können und jeden Morgen mit ihm aufzuwachen.

Deshalb möchte ich auf diesem Weg Volkers Suche unterstützen.

Am Tag danach

Heute vor 65 Jahren sah Lübeck so aus wie auf dem obigen Bild.
Am 28. März 1942, es war Palmsonntag, wurde Lübeck von den Allierten angegriffen. Grosse Teile der Innenstadt wurden zerstört und mit ihr drei der Lübecker Hauptkirchen: St. Marien (Bild oben), St. Petri und der Dom (kleines Bild).

Auf dem obigen Bild ist zu sehen, dass die beiden Turmhelme und das Dach des Kirchenschiffes bereits in sich zusammengefallen sind.
Das gleiche Schicksal mussten der Dom und St. Petri erleiden. Alle Kirchen wurden in den 60er Jahren wieder aufgebaut, zum grossen Teil finanziert durch Spenden, für die seinerzeit die legendären Wohltätigkeitskonzerte stattfanden, für die sich Weltstars aus der internationalen Opernwelt zur Verfügung stellten.

Unser Familienstammhaus, das in unmittelbarer Nähe von St. Marien liegt, wurde glücklicher Weise von den Bombenteppichen verschont.

Ein anderes Haus, in dem meine Mutter gross geworden ist, hat mein Grossvater gerettet. Eine Brandbombe war auf das Dach gefallen. Opa konnte sie mit dem Fuss vom Dach stossen bevor sie schaden anrichten konnte.

In St. Marien kann man heute ein Mahnmal besichtigen. Die schweren Glocken liegen noch so in der Kirche, wie sie seinerzeit bei der Zerstörung des Turmes heruntergefallen sind, teilweise ingedrückt in schwere Steinplatten.