Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Bodyswitch

Was gibt’s heute im Fernsehen? Das ist die allabendliche Frage zum Sofa-Kuschel-TV-Abend. Heute entschieden wir uns für den Film Erin Brokovich mit Julia Roberts in der Titelrolle. Wir sahen und hörten schon ca. 20 Minuten zu als ich plötzlich stutzig wurde: Die Stimme, mit der Julia Roberts sprach, kam mir sehr bekannt vor. Es war die von Ally McBeal bzw. Calista Flockhart, aber eigentlich die von ihrer deutschen Synchronstimme. Wenn ich die Augen zumachte, war es noch viel deutlicher zu hören.

Die Entscheidung

Deutschland hat den Superstar gefunden: Alexander. Mit der Wahl bin ich einverstanden. Gesang und Performance konnten sich hören bzw. sehen lassen. Juliette wirkte doch zu unterkühlt, teilweise sogar überheblich. Allerdings hatte sie beim Abschlusslied stimmlich einen Vorteil. Alexander legte dort aber mehr Gefühl rein. Überraschend dann die bemerkenswerte Mehrheit, mit der Alexander gekürt wurde: 70,1 %. Ich hatte erwartet, dass das Ergebnis knapper ausfallen würde. Warten wir jetzt mal ab, wie es mit ihnen weitergeht, und vor allem: wie lange?

„DSDS“ – ein Strassenfeger? So bezeichnete man in den 60er Jahren mehrteilige Kriminalfilme im Fernsehen. „Das Halstuch“ z.B. ist mir noch ein wenig in Erinnerung. Auf den Strassen war nichts los. Nachbarn fanden sich zu Fernsehgemeinschaften zusammen. Es war durchaus noch nicht üblich, dass in jedem Haushalt ein Fernseher stand. Heute Nacht fiel mir auf, dass „DSDS“ eine ähnliche Wirkung wie „damals“ erzeugt haben musste: Ich habe zu so später Stunde noch nie so viele beleuchtete Fenster in der Nachbarschaft gesehen. Unsere Strasse ist recht kurz, demzufolge hat man einen Blick auf die beiden Strassen, die links und rechts vorbeiführen, also hat man recht viele Häuser im Blickfeld. Und überall war Licht. Das war schon ziemlich ungewöhnlich. Bei zwei Wohnungen gegenüber unserem Haus war es ganz eindeutig, was die Leute sich dort im Fernsehen anschauten. Anhand des Bildwechsels auf dem Bildschirm war zu erkennen, dass dort auch „DSDS“ auf dem Programm stand. Es gibt wohl sehr wenige Fernsehsendungen, die eine Nation vor dem Fernseher fesselt.

Steuererklärung

Am 9. Februar habe ich die Steuererklärung für Bernd gemacht und online abgeschickt. Sein Steuerbescheid, ausgestellt am 28.2., war heute in seinem Briefkasten. Ich habe daraufhin gleich meine Steuererklärung online gemacht. Montag muss ich dann noch die Anlagen kopieren und alles an das Finanzamt schicken. Ich bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis ich meinen Steuerbescheid erhalte, besonders auch deshalb, weil ich einen erheblichen Betrag erstattet bekomme.

Spitzenkräfte

Kapitäne gehören zu den Spitzenkräften in der Seefahrt. Sie tragen eine grosse Verantworung, haben weitreichende Entscheidungsbefugnisse und verdienen ein dementsprechendes Gehalt. Trotzdem sind auch bei diesen Spitzenkräften gravierende Unterschiede zu merken:

1. Kapitän K. war mit seinem Schiff heute Vormittag von Aveiro, einem Hafen in Portugal ausgelaufen. Eine Anschlussreise war zu dem Zeitpunkt in Arbeit, aber noch nicht definitiv befrachet. Die Wahrscheinlichkeit war gross, dass das Schiff eine Ladung in Glasgow übernehmen würde und ich schickte ihn Richtung Norden. Als die Anschlussreise von Glasgow klar war, machte ich die Reiseorder fertig mit dem Zusatz „please confirm receipt of this message and advise max. bunkers you can take in glasgow.“ und schickte sie per Fax an Bord.
In seiner Antwort bestätigte Kapitän K., die Order erhalten zu haben und teilte mir mit, wann er in Glasgow eintreffen würde. Meine Frage bezüglich der Treibstoffmenge, die das Schiff in Glasgow übernehmen könnte wurde nicht beantwortet. OK, man kann ja schon mal was überlesen, das passiert schon mal. Also schickte ich ein Telex und bat darum, meine Frage bezüglich der Bunker zu beantworten. Als Antwort kam ein Telex in dem er mit mitteilte, mit welchen Treibstoffmengen das Schiff von Aveiro abgegangen ist und mit welchen Beständen es in Glasgow ankommen würde. Nun ja, daraus hätte ich mir die Antwort auf meine Frage selbst ausrechnen können. Aber wenn ich eine klare Frage stelle erwarte ich auch eine klare Antwort. Also schickte ich ein weiteres Telex an Bord und wiederholte meine Frage aus der Reiseorder wörtlich. Die Antwort machte mich sprachlos. Ich erhielt zwar die angeforderte Information, allerdings mit dem bissigen Zusatz – Zitat: „hopeful you now are satisfied“. Erstens ist das frech und zweitens schlechtes Englisch. Ich gab es auf, heute noch weiter darüber zu diskutieren. Am Dienstag, wenn das Schiff in Glasgow ist, werde ich das am Telefon regeln. Meine Kollegen witzelten schon, ob er vielleicht auch betrunken sei.

2. Für Kapitän P., ein Ukrainer, war es das erste Kommando als Kapitän. Er hatte das Schiff, auf dem er bisher als 1. Steuermann gefahren war, vor ein paar Wochen übernommen. Heute kam der Stammkapitän nach seinem Urlaub wieder an Bord. Kapitän P. bedankte sich bei mir für das Verständnis, die Hilfe und die gute Zusammenarbeit. So etwas macht Spass, besonders da ich diese nette Geste nicht erwartet hatte. Das ist aber das, was eine Spitzenkraft auszeichnen sollte!

Beim Chinesen

Steffi und ich waren heute Abend von Geschäftsfreunden zum Essen eingeladen. Die Betonung liegt hier wirklich auf „freunde“. Wir machen viele Geschäfte mit Andreas und Joachim. Ein bis zwei Mal im Jahr treffen wir uns. Das Angenehme ist, dass wir uns kaum über das Geschäft unterhalten sondern überwiegend über viele Dinge, die uns alle interessieren, sei es über Autos, kochen, Sport, Musik, Theater, es gibt kaum ein Thema, über das nicht geredet wird, d.h. meistens redet Andreas. Heute haben sie uns ihre neue Kollegin Britta vorgestellt.

Eingeladen haben sie uns in ein chinesisches Restaurant auf der Reeperbahn. Es ist bekannt für die Zubereitung der Speisen, die sehr originalgetreu sein soll. Auffallend war, dass sich überwiegend asiatische Gäste dort aufhielten.

Die Speisekarte enthielt einen Spezialbereich. Dort wurden gebratene Hühnerfüsse, Schweinedarm, Pansen und andere „Leckereien“ angeboten. Ich bin ja bereit, viel zu probieren, aber ich hab mich dann doch lieber in einem anderen Teil der Speisekarte umgesehen. Ich entschied mich für Hühnchenfleisch mit Zitronengras, scharf. Als Vorspeise wurde eine Mischung aus den angebotenen Gerichten bestellt, alles sehr exotisch, teilweise undefinierbar. Alles wurde auf einen drehbaren Aufsatz gestellt. Dazu gab es verschiedene Saucen. Begeistert war ich von dem Sambal Olek, dass ich in der Form noch nicht kannte. Es war mit Sojasauce angemacht. Dadurch war es nicht einfach nur scharf sondern hatte einen besonderen Geschmack, sehr lecker!

Das Hühnchenfleisch hatte zwar eine gewisse Schärfe. Es ist aber so, dass der Zusatz „scharf“ auf der Speisekarte bedeutet, dass es für mich nicht scharf genug ist. Mit dem Sambal Olek konnte ich gut nachwürzen.

Wie immer, wenn wir zusammen sind, zog sich der Abend in die Länge ohne wirklich das Gefühl zu haben, dass es spät ist. Nur der Blick auf die Uhr sagt, wieviel Zeit vergangen ist. Deshalb treffen wir uns immer gerne mit diesen Freunden. Es ist nie langweilig und immer unterhaltsam. Gegen 23.00 Uhr war dann aber der Abend zu Ende. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, fuhr ich mit dem Taxi fuhr ich nach Hause.

Computergeheimnisse

Heute Mittag streikte unser Kommunikationssystem in der Firma. Wir erhielten keine Mails und Faxe mehr und was gesendet werden sollte blieb hängen unter dem Status „new task“. Manchmal lässt sich so ein Hänger dadurch beheben, dass die entsprechenden Server resetted werden, aber es nützte nichts. Was ich auch ausprobierte, alles war erfolglos. Das letzte Mittel war also, den Support anzurufen und nach telefonischer Anweisung zu handeln. Brav folgte ich den angewiesenen Schritten, aber die Anzeige auf dem Bildschirm hatte sich auch nach erneutem Hochfahren des Servers nicht geändert. Wieder erhielt ich Anweisungen: Über den Explorer in Laufwerk „p“ und dort diesen und jenen Ordner öffnen und dann nach einer bestimmten Datei suchen. Die Endung dieser Datei sollte ich von .dat in .org ändern. Ja, das war es dann und wir waren wieder erreichbar. Ich frage mich nur, ob sich die Datei selbst in .dat geändert hatte bzw. wenn nicht, wieso das System jahrelang mit .dat funktioniert hat. Computer haben eben ihre Geheimnisse.

Mein lieber Dresser

Sie ist vor 91 Jahren gesunken. Sie sinkt an 6 Tagen acht Mal in der Woche im Flora Theater, und sie begleitet unserer Leben: Die Titanic.

Gestern Mittag rief Thomas, der Chefdresser, an und fragte, ob Bernd aushelfen könnte. Bernd schaute mich fragend an und ich nickte zustimmend, weiss ich doch, dass ihm der Job viel Spass macht. Ich hab mir zwar den Sonntag ein wenig anders vorgestellt, aber was soll’s. Meine Meinung ist, dass ich Bernd da nicht im Wege stehen will. Warum soll er nicht das machen, was ihm Spass macht und Geld gibt es auch noch dafür.

Nun hab ich ihn eben zum Theater gefahren. Ihm geht’s nicht gut, er hat Probleme mit dem Kreislauf. Ich habe Bernd gesagt, wenn es nicht geht und er nach der Nachmittagsvorstellung nicht weitermachen will, soll er mich anrufen, dann hole ich ihn ab. Und wenn er die Abendvorstellung auch noch macht soll er heute Nacht mit dem Taxi nach Hause fahren – bevor er mir vor die U-Bahn fällt.

Auf dem Rückweg hab ich mir vom Bahnhof eine Pizza und ein Stück Kuchen geholt.

Es hat auch etwas Gutes wenn man Mal alleine ist, ich mach ein wenig in der Wohung: abwaschen, staubwischen, aufräumen. Und gleich mach ich meine Steuererklärung.

Geburtstag mit DSDS

Harald feierte heute seinen Geburtstag. 18 Freunde waren eingeladen, aber es sind nicht alle erschienen. So waren wir 13 nette Leute und es war ein gemütlicher Abend. Einer von den Gästen, Wolfgang, begrüsste Bernd mit den Worten: Dich kenn ich aus der Bildzeitung. Tatsache ist, dass vor ein paar Jahren ein Foto von Bernd auf der Titelseite erschienen war anlässlich des CSD in Hamburg. Ich hatte von Wolfgang den Eindruck, dass er mich sehr intensiv und ungehemmt anschaute – bis ich merkte, dass er schielt. Der Junge ist Lehrer. Die armen Schüler. Der Unterricht könnte ungefähr so ablaufen: Warum schauen sie immer aus dem Fenster wenn sie mit mir sprechen?

Kurz nach 21.00 Uhr versammelten wir uns alle um den Fernseher um DSDS anzusehen. Eine von Haralds Freundinnen wusste gar nicht, um was es da geht, sie hatte davon noch nie gehört. Wir diskutierten und rätselten, wer denn heute ausscheiden würde. Alle waren zwar der Meinung, dass Daniel raus muss, dass aber Juliette rausgewählt wird. Nach ihren Auftritten festigte sich diese Meinung. Die beiden Auftritte von Daniel waren – für seine Verhältnisse – überraschend gut. Vermutlich hat man ihm das Rumzappeln abgewöhnt damit er die Töne besser trifft. Keiner von uns rechnete noch damit, dass er rausgewählt werden würde. Wir lagen falsch. Die beiden Besten von den 3 Übriggebliebenen, nämlich Juliette und Alexander kamen ins Finale. Daniel ist raus.

Ein bisschen Frühling

Bei OBI gibt es extra Payback-Punkte, wenn man für mehr als 10 Euro einkauft. Da ich sowieso ein paar Dinge von dort brauchte, machte ich mich also auf den Weg. Vor neun Uhr war ich schon dort. Später darf man nicht kommen, sonst ist es voll und man muss lange auf dem Parkplatz nach einem freien Platz suchen.

Wenn ich bei OBI bin (Bernd ist schon gar nicht erst mitgekommen) finde ich doch immer mehr als ich eigentlich kaufen wollte. Besonders das Gartencenter hat es mir angetan. Schade, dass wir nicht so viel Platz für Pflanzen haben. Heute gab es eine Sonderausstellung mit Kamelien. Alles, was irgendwie exotisch ist, übt auf mich eine besondere Anziehungskraft aus. Leider ist es schwer, solche Pflanzen zu überwintern. Die Kamelie soll z.B. an einem hellen Ort stehen mit einer Temperatur von unter 10 Grad. Wie soll ich das denn machen? Also gab es heute keine Kamelie sondern für den Balkon 2 gelbe Primeln und 2 Mininarzissen. Ich brauche endlich wieder etwas Buntes auf dem Balkon.