Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Micheal Jackson nervt

Sein Tod kam überraschend für alle, keine Frage. Er hat sicher gute Musik gemacht, auch keine Frage. Die Frage ist nur, ob er besser war als andere. Das ist nämlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Als Jahrhundertkünster wird er bezeichnet – aber nur so lange bis der nächste Jahrhundertkünstler in die ewigen Jagdgründe eingeht, wo immer die auch liegen.

Zu seinen Lebzeiten hat er mich genvert mit seinem Lebensstil. Für mich war er eine ziemlich kranke Persönlichkeit. Und jetzt, nach seinem nur wenige Stunden zurückliegendem Tod, nerven die Radiosender. Seit wir heute morgen die 9-Uhr-Nachrichten hörten, wissen wir davon, dass Michael Jackson gestorben ist. Jetzt, 2-1/2 Stunden später, können wir es mehr hören. Wer warum um ihn weint, wie z.B. Madonna, dass die Umstände seines Todes noch nicht ganz geklärt sind – uns doch egal. Die Gerüchteküche brodelt. Hat er eine Überdosis Medikamente genommen – bewusst oder nicht – uns doch egal.

Die Inhalte der Wortbeiträge wiederholen sich, nur mit anderen Worten. Und jetzt schalten wir ab und hören CDs – aber nicht Michael Jackson! Ich glaube, wir haben auch gar keine von ihm.

Ein kleiner Ausflug in die grosse Stadt

Gestern haben wir mehrere Dinge zu koordiniert, die vor Ort nicht zu erledigen sind. Bin ich sonst nur beruflich in der grossen Stadt zwischen Alster und Elbe, machten wir gestern mal einen kleinen Privatausflug und schlugen mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Nachmittags hatten wir einen Termin beim Steuerberater zwecks Steuererklärung 2008. Das war nach etwa 20 Minuten erledigt. Da er und wir nach dem Geschäftlichen noch Zeit hatten, schloss sich noch ein kleines privates Gespräch an. Wir kennen ihn schon seit vielen Jahren privat. Und da er mir ein paar gute Tips gegeben hat, gibt es zurzeit keinen Anlass, einen anderen Steuerberater hier in der kleinen Stadt zwischen Geest und Elbe aufzusuchen.

Dem Besuch beim Steuerberater schloss sich ein leckeres Essen im Restaurant Sala Thai in der Hamburger Innenstadt an, nicht weit weg vom Büro, wo auf dem Firmenparkplatz unser Wagen geparkt wurde. Den Nachtisch gab es an der Eisdiele in Planten un Blomen, nahe der Hamburgischen Staatsoper, die unser nächstes Ziel war und wo wir uns die Oper Turandot, komponiert von Giacomo Puccini anhören und -sehen wollen. Es sollte dies die 81. Vorstellung seit der Premiere im Oktober 1983 sein.Wie üblich bestellten wir uns vor der Vorstellung ein Pausengetränk, ein Bier für Bernd und ein Glas Wein für mich.

Als sich der Vorhang öffnete, war ich ein wenig enttäuscht vom Bühnenbild. Aufgrund der Fotos, die ich im Vorwege gesehen hatte, dachte ich, die Inszenierung wäre etwas konservativer. Doch die Kostüme der Darsteller waren angemessen liessen das eher schlichte Bühnenbild in den Hintergrund treten.

Gesanglich wird die Oper hauptsächlich von 6 Rollen getragen. Natürlich die Titelpartie Turandot (Elizabeth Connell), Kalif (Franco Farina) und Liù (Miriam Gordon-Stewart). Die anderen drei Hauptrollen, wenn auch etwas untergeordnet, fallen den drei Ministern Ping, Pang und Pong zu. Die drei Hauprollen waren hervorragend besetzt. Erste Bravorufe gab es bereits beim Schlussapplaus des 1. Aktes.

Nach einer guten halben Stunde – länger dauerte der 1. Akt nicht – fanden wir uns im Foyer an dem uns zugewiesenen Tisch wieder. Beschwerte Bernd sich vor der Vorstellung noch bei mir, ich sollte doch beim nächsten Mal Plätze neben männlichen Zuschauern buchen (seine Sitznachbarin war hochschwanger und wir befürchteten, Musik und Gesang könnten die Wehen auslösen), standen wir jetzt mit 4 weiteren Männern am Tisch. Tja, und alle vier waren schwul. Ein Rundblick durch das Foyer vermittelte uns den Eindruck, dass diese Aufführung sowieso von besonders vielen Schwulen besucht wurde. Doch zurück zur Aufführung, die wir ja wegen der Oper und nicht wegen der Männer besuchten.

Der zweite Teil verursachte bei mir mehrere Wellen von Gänsehaut, verursacht durch ein Duett Turandot/Kalif. Wirklich hingerissen lauschte ich dem Gesang und der Musik, hingerissen verfolgte ich mit den Augen das Geschehen auf der Bühne. Theater ist erst dann gut gemacht, wenn man gebannt der Handlung folgt, um sich herum alles andere vergessend. Und das war hier der Fall. Und wenn die Künstler es schaffen, das gesamte Publikum in ihren Bann zu ziehen, ohne dass auch nur ein Laut aus dem Zuschauerraum zu hören war – dann war es wirklich hervorragendes Theater. Frenetischer Beifall, durchsetzt mit Bravorufen, beendete einen grossen Opernabend.

Die Heimfahrt von der grossen in die kleine Stadt konnten wir unter dem freien Sommerhimmel vornehmen, nämlich mit offenem Verdeck, was diesem grossartigen Abend einen schönen Abschluss bereitete.

Sommertisch

Gestern waren Northerndelight bei Queergedacht im Elbe-Penthouse zu Besuch. Die ursprüngliche Idee war, dass wir grillen wollten. Die derzeit unbeständige und kühle Wetterlage nötigte uns aber, umzudisponieren. Es gab deshalb ein leichtes Sommermenü am sommerlich gedeckten Tisch. Wir servierten u.a. Aioli zur Vorspeise von gebratenen Scampi und Schweinefilet sowie einen erfrischenden Gurkensalat als Beilage zu marinierten Hähnchenbrustfilets mit Reis. Als Dessert reichten wir Limonenmascarponeeis im Cocktailglas, aufgefüllt mit Prosecco.

Ganz entspannt

Aus vielen Jahren kenne ich das so, dass der letzte Arbeitstag total stressig ist. Dies muss noch gemacht werden und jenes, die Übergabe an die Kollegin muss vorbereitet und gemacht werden. Und zu allem Überfluss kommt dann noch ein unvorhergesehenes Ereignis dazu, dass sofort bearbeitet werden muss. Meistens habe ich mein Übergabeprotokoll schon am Tag vorher vorbereitet. Es muss dann am letzten Arbeitstag nur noch aktualisiert werden.

Ganz anders heute. Nach den täglichen Routinearbeiten habe ich mein Übergabeprotokoll geschrieben. Tagsüber gab es dann natürlich noch ein paar Dinge zu erledigen – aber nichts aufregendes, alles ganz normale Geschäftsvorgänge.

Die Übergabe erfolgte bereits um 15.00 Uhr da meine Kollegin heute früher gehen wollte. Danach passierte dann auch nichts mehr und ich konnte um 16.30 Uhr das Büro in den wohlverdienten Urlaub verlassen.

Ich freue mich darauf, für etwas mehr als 2 Wochen unser schönes Zuhause geniessen zu können.

Von unterwegs

Die moderne Technik macht’s möglich: Emails schicken von unterwegs.
An Oliver und unseren Nachbarn hatte ich heute eine Mail mit einem Link geschickt, der auf eine Webseite leitet, auf der Hausboote angeboten werden.

Von Oliver bekam ich eine Nachricht, die u.a. dieses enthielt:
„Ich sitze gerade im Auto ….. praktisch so eine UMTS-Karte.“

Auf der Nachricht von unserem Nachbarn stand nach der Antwort auf meine Mail diese Notiz: „Von meinem iPhone gesendet. Viele Grüsse von unterwegs.“

Es ist schon genial, was wozu die Technik heute in der Lage ist.

Aber ich will meinen Lesern den Link nicht vorenthalten:
http://www.immonet.de/hamburg/zentrales-wohnen-auf-ihrem-hausboot-11615791.html

Terminkonflikt


Vor wenigen Wochen habe ich eine Musicalvorstellung in Stuttgart gebucht, An- und Abreise per Flug. Und nun muss ich heute feststellen, dass dieser Kurztrip gaynau dann stattfindet, wenn in Hamburg der CSD gefeiert wird.

Nicht demokratisch

Aufgrund der äusserst geringen Wahlbeteiligung zur Europawahl hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörn Thießen eine tolle Idee:
Eine Wahlpflicht sollte eingeführt werden und jeder Nichtwähler soll mit einer Strafe von 50 Euro belegt werden.
Zitat aus n-tv.de: „“Wir Politiker müssen im Parlament abstimmen – das kann man auch von den Wählern bei einer Wahl verlangen.“ Wer nicht zur Wahl gehe, soll Thießen zufolge 50 Euro Strafe zahlen. „Demokratie ohne Demokraten funktioniert nicht“.

Hiermit spreche ich Herrn Thießen ab, sich als Demokrat bezeichnen zu können. Es muss jedem wahlberechtigtem Bürger freigestellt bleiben, ob er sich dazu entscheidet, einen Clown nach Berlin zu schicken.

Desweiteren sollten alle Parlamentarier mit einer Strafe belegt werden, die bei Bundestagsdebatten nicht auf ihren Stühlen sitzen. Sie bekommen reichlich Geld für ihren Job und dafür kann der Wähler verlangen, dass er der Abgeordnete bei allen Debatten anwesend ist. Auch das gehört zur Demokratie, Herr Thießen! Es kann nicht sein, die Wähler für das Nichtwählen bestrafen zu wollen und die hohen Herren können machen was sie wollen.

Die o.g. Worte aus dem Mund eines SPD-Politikers zeigen mir, dass es nicht möglich ist, dieser Partei noch meine Stimme zu geben. Es scheint derzeit in Deutschland nur noch ein Ziel zu geben: Bevormundung der Bürger wo es nur geht. Wenn das so weiter geht, bauen wir uns mit den gewählten Volksvertretern, d.h. wir alle wären an dem Bau beteiligt, einen Überwachungsstaat. Und ich dachte, der wäre 1989 endlich untergegangen!

Ich habe eben mal kurz das Internet überflogen. Dabei musste ich feststellen, dass Herr Thießen nicht der Einzige ist, der über eine Wahlpflicht nachgedacht hat. Auch aus anderen Parteien sind dazu schon Ideen verbreitet worden. Diese Erkenntnis bestärkt mich in meiner Entscheidung, bei der Europawahl einen ungültigen Stimmzettel abegegeben zu haben.