Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Und die Kirche ist dabei

Erst beim dritten Anlauf ist es in Belgrad zu einer Art CSD-Parade gekommen. Der erste Versuch vor neun Jahren scheiterte daran, dass die Demonstranten von Extremisten angegriffen wurden. Im vergangenen Jahr wurde die Parade aus Sicherheitsgründen nicht genehmigt.

Endlich in diesem Jahr, wurde der Umzug gestattet. Die etwa 1000 Lesben und Schwulen konnten ihren Umzug allerdings nur unter dem Schutz von Sicherheitskräften durchführen. Immerhin ist es endlich gelungen, einen Umzug auf die Beine zu stellen.

Nach der Demonstration kam es zu grossen Ausschreitungen rechtsextremer Randalierer, ANGEFÜHRT VON GEISTLICHEN! Jedenfalls ist es so in den Medien zu lesen.

Die osteuropäischen Länder hinter dem ehemals eisernen Vorhang hinken natürlich der sozialen Entwicklung hinerher. Was sie aber scheinbar sehr schnell gelernt haben ist es, Krawall zu machen und gegen Schwule zu demonstrieren, und die Geistlichkeit mischt kräftig mit!

Beim TÜV

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich beim TÜV war – 5 Jahre mindestens. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es Zeit wurde, mal mich mal wieder durchchecken zu lassen. Und das sollte hier in der kleinen Stadt an der Elbe geschehen. Aber es war gar nicht so einfach, einen Arzt zu finden, der das machen wollte. Von zwei Praxen erhielt ich eine Abfuhr. Beim 3. Anruf erhielt ich eine sehr freundliche Bestätigung, dass man noch Patienten aufnehmen würde. Termine waren schnell gemacht, einer morgens zum Blutabnehmen (das war vorgestern) und einen dann für die Generaluntersuchung und Ergebnisbesprechung. Das fand heute Nachmittag statt.

Das Ergebnis ist im grossen und ganzen ok. Der Cholesterinwert ist zu hoch, aber nicht so, dass mit Medikamenten was dagegen unternommen werden müsste. Und ich kann gut blasen – wie ein Lungentest zeigte.

Fenster zum Hof


Es kann auch ein Fenster zur Strasse oder zum Himmel sein, es ist ganz egal. Gefragt ist jedenfalls ein Blick aus dem Fenster. Bei mir ist es das Fenster zur Elbe bzw. der Blick daraus, der im Rahmen einer Bloggerparade gefragt ist.

Bloggerparaden oder -aktionen sind ja eher nicht mein Ding. Aber dies hier ist eine Sache, die schnell und ohne gross nachzudenken zu verwirklichen ist.

Gefragt nach dem Blick aus dem Fenster hat Nila.

Bei diesem Fenster handelt es sich um eins von unserem Arbeitszimmer mit Blick über einen kleinen Teil des „Hofes“, über das Gleis der Museumsbahn und den Hafen bis nach Niedersachsen auf der anderen Seite der Elbe.

Seeluft


Am vergangenen Montag wären meine Eltern 62 Jahre verheiratet gewesen, ein Anlass, einen Friedhofsbesuch zu machen. Da der Tag auf einen Montag fiel, musste dieser Besuch nachgeholt werden. Zum Glück ist Mutter verständnisvoll und akzeptiert, dass ich deswegen nicht einen Urlaubstag opfern wollte.

Heute besuchten wir also die „Familiengruft“, in der meine Grosseltern väterlicherseits, meine Tante und mein Vater ihre letzte Ruhe gefunden haben. In einer Gärtnererei liessen wir uns 2 Schalen pflanzen, die wir auf dem Grab in Position drapierten.

Anschliessend fuhren wir mit Mutter „über Land“ nach Niendorf/Ostsee. Niendorf gehört zur Gemeinde Timmendorfer Strand, ist aber ein kleiner beschaulicher Fischerort während Timmendorf mondäner und moderner ist. Dort sitzt man im Winter mit Sonnenbrille und Pelz draussen unter dem Heizstrahler und guckt wie die anderen gucken, und das möglichst gelangweilt.

Das einzig mondäne in Niendorf war früher das Café Keese, tatsächlich ein Ableger des berühmten Café Keese von der Reeperbahn in Hamburg. Die Niendorfer Dependence hatte etwas verruchtes an sich, jedenfalls konnten meine Cousine und ich das heraushören, wenn die Erwachsenen sich darüber unterhielten. Aus heutiger Sicht vermute ich, dass es sich um ein Abschlepplokal handelte. Dort gab es nämlich den sogenannten Ball Paradox, d.h. es ist absolute Damenwahl. Die Herren müssen so lange warten, bis sie von einer Dame zum Tanz aufgefordert werden. Ball Paradox, so prangte es auch in bunter Leuchtschrift an der Fassade des Cafés, das ja eher eine Tanzbar war. Kaffee und Kuchen gab es dort nämlich sicher nicht. Nachmittags war da ja auch geschlossen.

In Niendorf hatte meine Grossmutter ende der 50er Jahre ein kleines Sommerhäuschen erworben. Meine Cousine und ich verbrachten dort jeweils in den Sommer- und Herbstferien ein paar Tage. Ausserdem diente das kleine Häuschen im Sommer als Familientreffpunkt. Feucht-fröhliche Feste wurden dort gefeiert. Mein Vater ist bei einer Feier dertart ins Wanken geraten, dass er mit dem Kopf in die Glasscheibe der Haustür fiel. Eine kleine Narbe an seiner Wange zeugte noch viele Jahre davon. Die Tür bzw. die Scheibe wurde daraufhin von Oma derart gesichert, dass von innen eine dünne Sperrholzplatte vor der Scheibe montiert wurde. Diese Platte war noch an ihrem Platz als das Haus nach Omas Tod im Jahre 1978 verkauft wurde.

Ach ja, erwähnen wollte ich noch, dass wir heute im Alten Zollhaus, direkt am Niendorfer Hafen, mit Blick auf die Ostsee sehr lecker gegessen haben. Ein kleiner Spaziergang danach auf der Strandpromenade führte uns auch zur heruntergekommenen Ruine des einst so legendären Café Keese. Leider habe ich es versäumt, ein Foto davon zu machen.

So ein kleiner Ausflug weckt ganz plötzlich Erinnerungen an eine Zeit, die vor etwa 50 Jahren begann und etwa 20 Jahre dauerte und an Menschen, die schon lange nicht mehr unter uns weilen.

Einfach aufgelegt

Fast täglich erhalten wir in der Firma Anrufe dieser Art: Wer ist bei Ihnen für dies oder das oder jenes zuständig?

Da in meiner Abteilung das Telefon mit der generellen Rufnummer steht, werden solche Anrufe von meiner Mitarbeiterin oder mir entgegengenommen. Wir haben die Erlaubnis der Geschäftsleitung, solche Anrufe abzuwimmeln. Solche Anrufe sind lästig, besonders dann, wenn man sich gerade in einer Situation befindet, in der man wichtigeres zu tun hat, als sich mit Anrufern abzusabbeln, die versuchen, ihre Dienstleistungen oder Produkte an den Mann zu bringen.

Heute war wirklich ein Tag, an dem es um viel Geld ging. Vielfältige Probleme mussten gelöst werden, teils per Telefon, teils schriftlich per Mail. Gerade dann einen Anruf zu erhalten von einer Firma bzw. Person, die wissen will, wer für den Einkauf von IT-Produkten zuständig ist, ist äusserst störend. Gut, am anderen Ende der Leitung kann keiner wissen, was gerade bei uns los ist. Aber heute habe ich ohne auch nur einen Ton zu sagen den Verbindung abgebrochen indem ich den Hörer aufgelegt habe.

Die armen Menschen in den Callcentern machen ja auch nur ihren Job und sind womöglich froh, dass sie überhaupt einen Job haben. Aber anderen Menschen mit ihren Anrufen auf die Nerven zu gehen – wissen die überhaupt, was sie da machen? Ich weiss nicht, ob ich mich dazu hergeben würde.

Büroallergie

Während Bernd schon über den Berg ist mit seiner Erkältung werde ich immer noch von Husten geplagt. Merkwürdig nur, dass der Husten im Büro viel schlimmer ist. Entweder habe ich eine Allergie gegen das Büro, gegen die Arbeit oder gegen die Kolleginnen und Kollegen – oder alles zusammen.

Queen Elizabeth II

Die Reede ist hier nicht von Themselizzy aus London. Ich meine mit Queen Elizabeth II das neueste Schiff der Cunard Line, das im Oktober in Dienst gestellt werden soll. Getauft wird das Schiff, wie könnte es anders sein, von ihrer Namensgeberin. Vermutlich wird ein ausgeklügelter Mechanismus dafür sorgen, dass die Champagnerflasche auch wirklich in tausend Scherben zerspringt. Die Queen wäre sicher nicht amused, wenn sie mehrere Anläufe nehmen müsste, um die Flasche zu zerdeppern.

Bemerkenswert ist, dass die Jungfernreise angeblich innerhalb von29 Minuten ausgebucht gewesen sein soll.