Einfach aufgelegt

Fast täglich erhalten wir in der Firma Anrufe dieser Art: Wer ist bei Ihnen für dies oder das oder jenes zuständig?

Da in meiner Abteilung das Telefon mit der generellen Rufnummer steht, werden solche Anrufe von meiner Mitarbeiterin oder mir entgegengenommen. Wir haben die Erlaubnis der Geschäftsleitung, solche Anrufe abzuwimmeln. Solche Anrufe sind lästig, besonders dann, wenn man sich gerade in einer Situation befindet, in der man wichtigeres zu tun hat, als sich mit Anrufern abzusabbeln, die versuchen, ihre Dienstleistungen oder Produkte an den Mann zu bringen.

Heute war wirklich ein Tag, an dem es um viel Geld ging. Vielfältige Probleme mussten gelöst werden, teils per Telefon, teils schriftlich per Mail. Gerade dann einen Anruf zu erhalten von einer Firma bzw. Person, die wissen will, wer für den Einkauf von IT-Produkten zuständig ist, ist äusserst störend. Gut, am anderen Ende der Leitung kann keiner wissen, was gerade bei uns los ist. Aber heute habe ich ohne auch nur einen Ton zu sagen den Verbindung abgebrochen indem ich den Hörer aufgelegt habe.

Die armen Menschen in den Callcentern machen ja auch nur ihren Job und sind womöglich froh, dass sie überhaupt einen Job haben. Aber anderen Menschen mit ihren Anrufen auf die Nerven zu gehen – wissen die überhaupt, was sie da machen? Ich weiss nicht, ob ich mich dazu hergeben würde.

5 Gedanken zu „Einfach aufgelegt

  1. Sandy

    Och,

    du, ich war auch schon im CallCenter von Microsoft.

    Mal abgesehen davon, dass man da einen Superverdienst hatte, war es mir ehrlich gesagt wurscht, wen ich gerad wo störe.

    Mein Anruf war getätigt und wurde gezählt und aus fertig. Solang nur einer abgehoben hat, war es gut.

    Wie du schon sagst, es ist auch einfach nur ein Job und vielleicht hast du dem Anrufer sogar Arbeit abgenommen. Er konnte dich “abhaken” ohne groß etwas dafür tun zu müssen.

    ;o)

    Liebe Grüße
    Sandy

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  2. Frau Momo

    Ich würde sowas auch nicht wirklich gerne machen, aber wenn es einen ernährt und man sonst keine Wahl hat…..Ich hab meine Brötchen auch schon in diversen Call Centern verdient, allerdings auch inbound, sprich die Leute rufen mich an, weil sie was von mir wollen. Im letzten Fall eine Anzeige im Hamburger Abendblatt aufgeben.

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  3. Nickeneck

    Das kenn ich auch. Nur mit dem Unterschied, dass aus bisher mir unerfindlichen Gründen unsere Sekretärin solche Gespräche immer zu mir vermittelt.

    Und wenn ich an meine Meinung über Callcenter-Agents so nachdenke – ich möchte dann den Job nicht machen. Es ist nicht toll, von wildfremden abgrundtief gehasst zu werden.

    Das war das! Best wishes.

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  4. Bernie

    Oje da kommen Erinnerungen an meine Zeit bei den Meinungsforschern zurück. Was war man froh, wenn man endlich wen erreicht hatte. Bezahlt wurde man aber nur, wenn man ein vollständiges Interview geführt hat (und die waren lang). Ich kann irgendwie beide Seiten gut verstehen und auch nachvollziehen, dass es nervt :-).

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