Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Travemünde


Travemünde – ein Ortsteil von Lübeck, den ich seit frühester Kindheit kenne. Bereits Mitte der 50er Jahre hatten meine Eltern, damals zusammen mit dem Bruder meiner Mutter und seiner Frau, eine kleine Motoryacht.

Ich weiss noch wie Travemünde damals aussah, welche Schiffe durch die Travemünder Enge gen Lübeck fuhren, welche Fährschiffe – damals noch als Dampfer – im Sommer einen Liniendienst nach Kopenhagen, Trelleborg und Helsinki betrieben. Ich erinnere noch die Autofähre von der Travemünder Stadtseite zum Priwall, die an einer schweren Kette die Überfahrt machte.

Das Gesicht von Travemünde hat sich im Lauf der Jahre verwandelt. Die Travemünder Enge wurde verbreitert, der ehemalige U-Boothafen wurde in einen Yachthafen, heute Passathafen, umgewandelt. Das Kurhaushotel bekam einen neuen Kursaal als Anbau, der inzwischen wieder abgerissen wurde. Der Fährverkehr läuft mit den modernen Schiffen ganzjährig, inzwischen vom Skandinavienkai. Ach, es gibt noch einige Dinge mehr, die ich aufzählen könnte, was kein Wunder ist, wenn man bis etwa zum 18. Lebensjahr dort die Sommerwochenenden und -ferien verbracht hat.

Anfang der 70er Jahre wurde das Hotel Maritim eröffnet, direkt am Strand, direkt neben der Einfahrt zur Trave – an exponierter Stelle. Der alte Leuchtturm hatte ausgedient. Das Leuchtfeuer wurde in 117 m Höhe in den Hotelbau integriert. Und ganz oben im Hotel gibt es ein Restaurant bzw. Café. Um dorthin zu gelangen musste man sozusagen Eintritt bezahlen, nämlich eine Gebühr für den Lift.

Seit nunmehr fast 40 Jahren steht das Gebäude dort – und weder ich noch meine Eltern, die erst wenige Jahre vor Vaters Tod vor 4 Jahren ihre letzte Yacht verkauft haben, sind je dort oben im Restaurant gewesen.

Mutters 88. Geburtstag hatte mich inspiriert, sie dort zum Geburtstagskaffee einzladen. Sie liebt Travemünde und ich auch. Allein wird sie wohl nicht mehr in der Lage sein, in den geliebten Ortsteil zu fahren.

Und so nahmen wir denn also den Lift, der nun nichts mehr kostet, nach oben.

Obwohl das Wetter nicht optimal war, war die Aussicht von dort unglaublich toll. In der Ferne waren sogar die Kirchtürme von Lübeck zu sehen. Die Landschaft war gespickt mit gelben Flecken, den blühenden Rapsfeldern. Und natürlich Travemünde aus einer ganz anderen Perspektive, so wie wir den Ortsteil noch nie gesehen haben.

Mutter war begeistert und ich ziemlich beeindruckt.

Der Service im Café liess allerdings zu Wünschen übrig: Die Kaffeesahne zum Kaffee wurde erst auf Anforderung serviert, ebenso die Schlagsahne zu meiner heissen Schokolade. Ich hab dem Kellner auch mitgeteilt, dass das nicht perfekt ist, was da ablief.

Achtundachtzig


Sieht sie nicht noch flott aus? Und das mit 88 Jahren!

Zu Mutters heutigem Geburtstag hatte ich mir Schwiegermutter geschnappt – Bernd musste leider arbeiten – und hab sie abgeholt. In Travemünde hatte ich einen Tisch im Café über den Wolken in 115 m Höhe für uns zum Nachmittagskaffee reserviert.

Von dort haben hatten wir einen weiten Blick über die Ostsee, den Strand und die Trave, ein Revier, das meine Mutter sehr liebt und in dem sie Jahrzehnte zusammen mit meinem Vater die Sommer auf ihrer Yacht verbracht hatte.

Einfach nur gute Laune

Während Hundertausende sich auf dem Hamburger Hafengeburtstag mehr oder weniger vergnügten sassen wir mit unseren Nachbarn von nebenan und von gegenüber sowie ein paar hundert weiteren Zuschauern gestern Abend im Schmidt Theater. Was gab’s?: Oh Alpenglühn, ein Musical, welches wir uns im vergangenen Jahr schon angeschaut hatten. Wir waren so begeistert, dass uns klar war, dass wir es uns ein zweites Mal anschauen würden.

Und wieder liefen die Tränen – vor lachen. Es ist unglaublich, wie 2 Personen, nämlich Carolin Fortenbacher und Nik Breidenbach, das Publikum mit Gesang, Witz und grosser Spielfreude in ihren Bann ziehen. Der Melodienreigen reicht von folkloristischen Stücken (z.B. La Montanara) über Pop, Musical und Klassik (Frühlingsstimmenwalzer). Das Ganze ist ein herrlicher Spass und lässt einen den Alltag komplett vergessen. Unsere beiden Nachbarpaare, die wir ja überredet hatten, das Stück mit uns anzuschauen, waren ebenso begeistert wie wir.

Standing Ovations für die beiden Darsteller am Schluss des Stückes – berechtigt! Carolin Fortenbacher und Nik Breidenbach sind begnadete Schauspieler und dazu noch hervorragende Sänger.

Wiederholungsfaktor?: Ganz gross! Am 8. Juni gehen wir wieder! Oh Alpenglühn – ein Stück, von dem wir total begeistertert sind und welches wir nur weiterempfehlen können.

Nein!

Auch als Schifffahrtsmensch bin ich der Meinung, dass unsere Soldaten nichts, aber auch rein gar nichts, in Somalia zu suchen haben, auch wenn es sich angeblich nur um einen 2 Kilometer breiten Streifen längs der Küste handelt.

Es ist zwar schlimm, dass ständig am Horn von Afrika Frachtschiffe entführt und gegen hohe Lösegeldzahlungen wieder freigelassen werden. Aber die Piraten gehören auf See gejagt und nicht auf fremden Territorium verfolgt und bekämpft.

Wenn Deutschland sich dazu hinreissen lassen sollte, nähern wir uns weiter den Amerikanern an, die sich ja auch überall einmischen.

Wenn was getan werden muss, sollte Deutschland mehr Kriegsschiffe in die internationalen Gewässer entsenden oder auch die dort verkehrenden Schiffe der Deutschen Handelsflotte mit „bodyguards“ an Bord ausstatten damit die Piraten bekämpft werden können. Aber bitte nicht auf dem Territorium eines fremden Landes!

Insofern unterstütze ich Parteien der Oppostition im Bundestag, die sich diesem Beschluss nicht beugen wollen. Die FDP, wie sollte es anders sein mischt natürlich kräftig mit. Es geht ja um den Machterhalt in Berlin und auch um Waffengeschäfte – wenn auch nur innerhalb Deutschlands.

Fliegen für Schwule und Lesben?


In Budapest finden im Sommer die Eurogames statt, ein Sportveranstaltung, sozusagen eine Olympiade, für Schwule und Lesben. Eine Werbeagentur nahm dies zum Anlass, einen kleinen Spot zu drehen.

Ungarn macht ja zurzeit einen Rechtsruck. Die Gaygames sind da sehr konträr zu einem Gesetzentwurf, der die Rechte für Schwule und Lesben stark einschränken soll. Die Sportler und Sportlerinnen sollten ihren Aufenthalt in Ungarn nutzen, händchenhaltend durch die Stadt zu flanieren.

In Sachen Mordverdacht

Anfang November, ich war gerade aus dem Krankenhaus entlassen, wurde bei uns in unmittelbarer Nachbarschaft eine alte Dame umgebracht. Zweimal war die Kripo bei uns und hat gefragt, ob wir etwas ungewöhnliches bemerkt hätten. Der Balkon der Wohnung, in der die Dame umgebracht worden war, ist von unserer Terrasse direkt einsehbar und man kann auch ein wenig in die Wohnung schauen.

Nun ist es ja nicht so, dass ich stundenlang auf der Terrase stehe und spanner, schon gar nicht, wenn es sich um alte Damen handelt. Ich hatte aber auf unserer Terrasse zu tun. Im Herbst fallen ja so ein paar Arbeiten an. Dabei gewahrte ich, dass es auf dem Balkon zu besagter Wohnung auch zu herbstlichen Aktiväten kam. Ein Herr assistierte der Dame beim Hantieren mit Blumenkübeln.

Dies hatte ich der Kripo bei der Befragung mitgeteilt. Vermutlich war es der Tag, an dem die Frau hingemeuchelt wurde. Ein paar Tage später wurde ein Verdächtiger festgenommen, wie es heisst aus dem weiteren familiären Umfeld.

Für heute hatte ich nun ein Ladung, beim Landgericht Lübeck als Zeuge auszusagen. Ich konnte mich eigentlich nur noch daran erinnern, dass ich seinerzeit sagte, der Mann, der der Frau geholfen hat, hatte einen blauen Pullover an.

Der Richter fragte mich dann heute, ob ich das Aussehen des Mannes beschreiben kann und wie gross er gewesen ist. Nun, daran konnte ich mich nicht erinnern. Allerdings wurde mir meine Aussage vom November vorgehalten, in der ich doch mehr Einzelheiten genannt hatte, wie z.B. Haarfarbe, ungefähres Alter und Grösse. Ich erwiderte, dass ich das heute nicht mehr sagen könne. Die Angaben müssten aus der zeitlichen Nähe der Beobachtung herrühren.

Desweiteren wurde mir ein Foto der Dame vorgelegt, ob ich sie erkennen würde. Das Foto war von 2009. Nein, nach dem Foto konnte ich die Dame nicht erkennen. Ausserdem musste ich auf einem Foto das Haus identifizieren, in dem der Mord geschah und erklären, wo die Wohnung liegt. Gefragt wurde ich auch, wie lange wir denn Nachbarn gewesen seien. Ich weiss zwar, wann wir in unsere Wohnung gezogen sind, aber nicht, wann die Frau ihre Wohnung bezogen hat. In den Mietwohnungen nebenan ist die Fluktuation doch relativ gross.

Nach der Befragung wurde ich sozusagen entlassen und konnte gehen. Ich bin mal gespannt, ob ich irgendwann davon höre, ob der Verdächtige der Straftat überführt werden konnte und wenn ja, zu welcher Strafe er verdonnert worden ist.

Die Wahl ist vorbei

In Schleswig-Holstein haben wir heute einen neuen Landtag gewählt. Während sich die CDU und die SPD das vorhergesagte Kopf-an-Kopf-Rennen liefern – zur Zeit mit einem leichten Vorsprung der CDU – ist eins sicher: die FDP zieht wieder in den Landtag ein.

Zu verdanken hat die Partei dies ihrem Landesvorsitzenden Kubicki, der hier im Land seit Jahren die FDP führt und der auch mal gegen den Strom der Bundespartei schwimmt und gern mal seinen Mund aufmacht, was hier im Norden wohl gut ankommt.

Die Frage ist also, ob das relativ gute Abschneiden der FDP in Schleswig-Holstein ein Trend für die Partei auf Bundesebene ist. Die FDP-Bundespolitiker werden das sicher so sehen. Aber eins ist klar: Eine Landtagswahl findet unter anderen Voraussetzungen statt als eine Bundestagswahl.

Wie sich unsere zukünftige Landesregierung zusammensetzen wird, bleib abzuwarten.

Nachtrag:
Hab ich’s nicht gesagt. Brüderle spricht von einer Trendwende.

haarig II


Wenn Mann älter wird, wächst das Haupthaar oft nur noch spärlich. Dafür spriesst der Haarwuchs umso üppiger an Stellen, an denen er eher unerwünscht ist.

Das die Augenbrauen dichter werden, ist noch die harmlosestete Variante. Aber Haare, die aus den Nasenlöchern lugen oder an den Ohren wachsen, sind da schon äusserst unangenehm und hässlich, wenn nicht schon ungepflegt.

Mit zunehmenden Alter geht oftmals der üppige Haarwuchs an unerwünschen Stellen mit dem Verlust der Sehkraft einher. Zum Glück benötige ich eine Sehhilfe nur zum Lesen und am Rechner. Aber nun habe ich festgestellt, dass eine Brille für das Betrachten meines Antlitzes im Spiegel unerlässlich ist, nämlich dann wenn es gilt, Haare an unerwünschten Stellen zu entfernen. Beim Zurechtstutzen der Augenbrauen ist die Brille dann eher im Weg. Zur Nase hin sind die zwar über dem Brillenrand. Um die Augenbrauen an der Seite zurechtzustutzen bedarf es dann schon ein wenig Brillenakrobatik. Na ja, es war schon immer so: Wer schön sein will muss leiden!

Erstaunt war ich über mich selbst als ich mich das erste Mal seit dem Brillenkauf im Spiegel mit der Brille sah. Irgendwie überraschend. Ich wusste gar nicht mehr, wie ich mit dem Ding im Gesicht aussehe.

haarig

Im Allgemeinen sind Frauen wohl eher unglücklich, wenn sich ihre Haarpracht lichtet. Aber sowas soll ja vorkommen. Frauen mit behaarter Brust und Bart – gibt’s sowas? Früher sollen die ja wohl mal gegen Entgeld zu besichtigen gewesen sein. Vermutlich war das nur Geldschneiderei weil die Behaarung sicher nicht echt gewesen ist. Heute ist es dank der Technik möglich, Frauen mit Behaarung auszustatten, was auch nicht echt aber interessant anzuschauen ist und das totale Gegenteil von lichtem Haar.

Passenderweise nennt sich die Seite FreakingNews. Dort gibts übrigens auch noch andere freaky Sachen zu sehen.