Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Mutter – die Heimbewohnerin

Seit einem Jahr wohnt meine Mutter jetzt im Seniorenheim. Einmal in der Woche besuche ich sie dort, so wie gestern. Das Heim liegt in einem Wohngebiet, ihr Zimmer liegt zur Straße, ihr Zimmer ist hell, so wie sie es liebt. Fast den ganzen Tag hat sie dort Sonne. Meine Mutter ist eine Tochter der Sonne, so wie ich ein Sohn der Sonne bin.

Wir unterhielten uns gestern darüber, dass sie nun schon 1 Jahr dort wohnt. Sie bestätigte mir erneut, dass sie es dort gut hat und sie sich dort gut aufgehoben fühlt. Wenn ihr was nicht passt, beschwert sich sich dezent, wissend, dass man es nicht übertreiben soll – das Personal würde es sie merken lassen.

Im Gespräch ließ sie verlauten, dass sie sich morgen – also heute – „fein machen“ müsste. Auf meine Frage nach dem Warum erzählte sie, dass ja heute das Frühlingsfest stattfindet. Nun ist es nicht so, dass meine Mutter dort im Schlabberlook und ungepflegt im Rolli sitzt. Immer hat sie gepflegte Garderobe an und dezenten Schmuck. Ich habe noch nie einen Fleck auf Blusen, Pullover oder Hosen gesehen. Sie kleidet sich nicht in Sack und Asche und in grau und beige sondern durchaus auch mal farbenfroh.

Abends trinkt sie gern mal einen Schnaps. Obstler war ihr zu scharf, den Ozuo mag sie nun auch nicht mehr. Ich soll ihr nächste Woche Gin mitbringen. Gin! Vermutlich möchte sie Elizabeth Bowes-Lyon, die Mutter von Themse-Lizzy, nacheifern. Die wurde ja über hundert Jahre alt. Meinetwegen soll sie wenn sie sich nicht quälen muss. Denn gefüttert und gewindelt werden zu müssen ist wohl ziemlich erniedrigend.

Die Schöne und das Biest


Gestern Abend waren wir im Kino, die Schöne und das Biest sollte es sein mit Emma Watson in weiblichen Hauptrolle Die Schöne.

Seit Wochen wird dieser Film hochgepusht – so mein Eindruck. Liegt es an Emma Watson, die ihren Bekanntheitsgrad durch die Harald-Töpfer-FilmeHarry-Potter-Filme erlangte? OK, sie sieht gut aus, aber irgendwie doch ein wenig herbe. Zum Schluss, als das Biest sich in einen Prinzen zurückverwandelt, passt das dann – denn so hübsch und sympathisch ist der Prinz auch nicht. Als Biest gefiel er mir besser.

Und sonst so? Viel bunt, zu viele Animmationen, zu wenig Gesang. Ich hatte mehr von dem Film erwartet. Unser vierstimmiger Kommentar (wir waren mit Astrid und Holger im Kino): „Na ja!“.

Tanz der Vampire


Es gibt Musicals, von denen wir sagen: Ach, das würden wir uns gern mal wieder anschauen. Tanz der Vampire gehört dazu. Und genau dieses Stück kommt im September zurück nach Hamburg. Ab September bitten die Vampire für 5 Monate im Theater an der Elbe zum Tanz. Zusammen mit 4 Freunden werden wir im Oktober den Biss und die Geschichte drumherum sehen.

Die zentrale Frage bei diesem Musical ist die, wer denn den Graf von Krolock spielen wird. Die Besetzung wurde noch nicht bekanntgegeben. Wir sind gespannt.

Das geht ja gar nicht!

Astra, eine urhamburgische Biermarke, auch wenn sie jetzt zu Carlsberg gehört, hat bislang immer noch Alsterwasser verkauft. Ich hatte mich kürzlich genau für Astra-Alsterwasser entschieden als wir Gäste hatten, von denen einer noch fahren musste. Sonst stand nur „Radler“ im Regal, aber wir sind hier im Norden, da trinkt man „Alster“ und kein „Radler“. Wenn ich in einem Restaurant zum Essen bin und auf mich ist das Los des fahrens gefallen, bestelle ich „ein Alster“ – Punkt aus.

Astra/Carlsberg hat nun entschieden, dass die auch nur noch Radler verkaufen. Das ist ein Unding, das geht nicht. Warum muss man uns hier im Norden Dinge aufzwingen, die wir nur aus dem südlichen Raum kennen. Ich bin entsetzt, ja, geradezu empört.

Was wollen wir essen?


Diese Frage stellte sich an diesem Wochenende für uns nicht. Samstagabend waren wir bei Astrid zur Geburtstagsnachfeier eingeladen. Es gab mediterrane Küche mit Pizza und diversen anderen „Kleinigkeiten“ – wobei ja jeder weiß, dass gerade die Kleinigkeiten arbeitsintensiv sein können. Astrid hat sich wirklich viel Mühe gemacht und dementsprechend schmeckte alles ganz vorzüglich.

Samstagnachmittag rief Norbert an, ob wir Sonntag zum Essen kommen wollen. Sie hätten eine Lammkeule und die wäre viel zu groß für 2 Personen. Erfreut darüber, dass wir uns an diesem Wochenende die Kocherei sparen können, sagten wir zu.

Die Lammkeule war mit Knoblauch gespickt, außen mit Kräutern gewürzt. Innen leicht rosa lagen die Scheiben auf der Fleischplatte, äußerst zart und schmackhaft, ein Gedicht. Dazu wurden grüne Bohnen, Ratatoullie und Ofenkartoffeln serviert.

Es war ein sehr lukullisches Wochenende. Aber was essen wir am nächsten Wochenende?

Ein Gedicht über die AfD

Jane Blond hat ein Gedicht über die AfD verfasst. Ein Gedicht über die AfD? Der erste Gedanke: Das ist doch nett. Aber Jane meint das gar nicht nett, und das, was sie gedichtet hat, ist auch gar nicht nett. Die AfD hat es nicht besser verdient.

Jane hat mir die Erlaubnis erteil, ihr Gedicht zu veröffentlichen. Wir müssen immer wieder die Finger in die Wunde legen und darauf hinweisen, welches rückwärtsgerichtete Gedankengut in dieser Partei steckt. Es darf nie nie nie geschehen, dass diese Partei an irgendeiner Regierung in Deutschland beteiligt wird, angefangen in Gemeinden und Städten, über Kreise und Bundesländer bis hinauf zur Bundesregierung.

Oder wie ich durch die AfD anfing in VFersen zu denken.

Habt ihr es auch schon gelesen?
Das neue Programm der AfD.
Als wär damals nichts gewesen,
und Hitler brachte uns kein Weh.

Ich habs mir gestern angetan,
frei von jeweder Pietät,
der Muslime sein Fett abbekam.
Für mich wars eine fein Diät.

Danach wars das mit dem Hunger.
Hetze, Phrasen, Trug und Hass.
Moslems woll`n nur nutzlos lungern,
morden, meucheln, ist das krass?

Deutschsein soll man wieder lernen.
Schon die Kleinen in der Schule.
Stramme Kinder für Kasernen
Nix Genderkram nur über Schwule.

Wehrpflicht soll es wieder geben,
Grenzen zu und Sicherheit.
Deutsche nur für Deutschland leben,
an der Grenze schussbereit.

Frauen sollen Frauen werden,
hübsch mit Mann und Kind, Kind, Kind.
Stehen sie wieder hinter Herden,
man sich auf Wichtiges besinnt.

Ich glaube, ich erwähnte schon,
Deutschsein ist das Maß der Dinge.
Familie gehört auf den Thron,
und wenn man es denn erzwinge.

Abtreibung gehört abgeschafft
Dafür werden sie dann sorgen
der Deutsche nur für Deutschland rafft
Besser heute schon, als morgen.

Damit das und mehr auch werden kann
ein Schelm, der Böses dabei denkt,
gehen sie an das Grundgesetz ran,
damit sich eins ins andre renkt.

Was nicht passt, wird passend gemacht,
finden die Alternativen,
dafür wird gelogen, dass es kracht,
Fakenews sind die informativen.

Dazu, wer hätte das gedacht,
auch darum wollen sie g`winnen
wird Höckes G`schichtswende gemacht.
Das Gute sollen wir besinnen.

Schluss, aus, vorbei, die schlimme Mär,
Hitler, ja, doch, was denn weiter?
Doch Deutschland, nie nur böse wär,
Angela ist der arg Verleiter

Die Frau, die Deutschland hat verraten
ihr ahnt es, logisch ist es doch,
soll in der Hölle brutzeln, braten,
die blöde Kuh, das Arscheloch.

Ich könnte ewig weiterreimen,
wenn ich es denn können könnt,
doch gleiten die Worte zum Unfeinen,
das ist den Braunen nicht vergönnt.

gepiekst – getaped – gespült

Heute Mittag hatte ich den Termin in der Naturheilpraxis wegen des Fersensporns. Erst ein kleiner Pieks mit einer Akkupunkturnadel, danach eine kräftige Massage des Fußes, nochmal Akkupunktur in der Wade und dann wurde getaped.

Während der Prozedur erzählte ich von meiner Erkältung, die immer noch vorsichhinschwelt, so als würde sie „unter der Decke gehalten“. Flugs hatte ich eine Spritze für die Abwehr im Pirelli. Als ich erwähnte, dass ich manchmal Ohrenschmerzen hätte, schaute der Heilpraktiker da noch hinein und spülte die gleich sauber. Da sammelt sich bei mir immer ziemlich was an, was wohl die Schmerzen verursacht hat.

Schade, dass mir nicht noch mehr eingefallen ist. Alles war nämlich im Basispreis inkludiert, sozusagen eine homöopathische Flatrate.

Wie auf dem Foto unschwer zu erkennen ist, macht Tapen einen schlanken Fuß. Am Freitag nächster Woche krieg ich ein neues Tape. Ich frage mal, ober blaues Tape hat, das finde ich nämlich viel schicker als das nudefarbene.

Urlaubsplanung

Es dauert ja noch, bis wir uns auf die große Reise zum Big Apple machen. Und bis wir dort dann ankommen, dauert es noch 2 Wochen länger. Aber man will ja vorbereitet sein und nicht alles in letzter Minute planen.

Wir sollen am 4. September morgens dort ankommen, ein Montag, haben noch eine Übernachtung an Bord und am 5. September ist dann der Heimflug. In New York haben wir also etwas Zeit und da wir übernacht dort sind, war unsere Idee, uns ein Musical anzuschauen. Es gibt in NY an bestimmten Stellen Lastminutetickets zu reduzierten Preisen. Man muss natürlich wissen, wo die sind. Und das wollte ich mal recherchieren, zusammen mit dem Angebot an Musicals. New York ist bekanntlich DIE Musicalhauptstadt schlechthin, da wird schon was passendes zu finden sein.

Und ja, da gibt es so einiges. Aber leider ist, wie auch hier in Deutschland, am Montag spielfrei. Das hatten wir bereits 2004 in London feststellen müssen als wir zufällig gesehen hatten, dass Dame Judy Dench in der Komödie von Shakespeare „All’s Well That Ends Well“ auf der Bühne stehen sollte. Doch leider war es der spielfreie Montag, unser einziger freier Abend, die anderen Abende waren mit Musicals verplant.

Eine Aufführung in der Metropolitan Opera wäre noch eine gute Alternative gewesen. Aber da ist Anfang September noch Sommerpause. New York bei Nacht, angeschaut vom Empire State Building, soll ja auch ganz hübsch sein. Und vielleicht bietet unser Veranstalter ja auch was passendes an, die Landausflüge werden im April veröffentlicht.

Nachgebacken


Ich habe lange nicht mehr gebacken, selbst zu Weihnachten blieb das Backrohr wieder kalt. Ab und zu denke ich, ich könnte ja mal wieder, aber dann verlässt mich die Lust – am Backen. Aber nun sollte es sein. Bei Robby(licious) fand ich ein Rezept, welches mich ansprach. Und da ich noch tiefgekühlte Himbeeren hatte, bot es sich an, den Himbeer-Joghurt-Kuchen zu backen.

Heute Vormittag machte ich mich also ans Werk und rührte und siebte, so wie Robby es aufgeschrieben hat. Dann rein in die Form und in den Ofen – alles genau nach Vorschrift.

Ich bin ja immer sehr vorsichtig mit den Backzeiten, jeder Herd bzw. Ofen ist da ja anders. Die erste Stäbchenprobe machte ich bereits nach 40 Minuten. Nö, muss noch ’n Moment, kommt wohl an die 50 Minuten ran. Also noch 10 Minuten weiterbacken. Stäbchenprobe, da wo der Kuchen am dicksten ist. Super alles ok, raus damit, ein Foto machen (sieht doch super aus) und abkühlen lassen.

Wir hatten noch einen Teller von den Nachbarn, auf dem sie uns vor ein paar Tagen ihr wohlgelungenes Backwerk zum Probieren kredenzten. Die Gelegenheit war also günstig, den Teller mit meinem Backwerk wieder zurückzubringen. Leider ist der Kuchen innerlich nicht so richtig toll geworden. Man könnte sagen: Außen hui – innen pfui! Nein, so schlimm ist es nicht. Der Kuchen ist in der Mitte zwar gut aber am Rand hapert es, da ist der glitschig. Wobei ich Glitschkuchen eigentlich sehr gern mag.

Früher gab es diesetwegen richtige Dramen in den Haushalten meiner Mutter und Schwiegermutter. Ein Aufschrei hallte beim Anschneiden durch die gute Stube wenn bemerkt wurde, dass der Kuchen stellenweise nicht ganz gar war. Fehlte nur noch, dass die Damen die Hände über dem Kopf zusammenschlugen und dabei die Kuchenzange ins Sonntagsporzellan fiel.

Ich habe es übrigens mal fertiggebracht, einen Sonntagsporzellankuchenteller meiner Schwägerin mit einer Kuchengabel zu halbieren. Der Boden des Sonntagsgebäcks war nicht glitschig, er war sehr hart. Beim Zerteilen des Bodens habe ich wohl zuviel Kraft aufgewandt so dass die Kuchengabel durch den Boden glitt und durch den Teller gleich mit.

Wieder ein Fersensporn

Ich hab‘ getanzt heut‘ Nacht – ich hätt‘ es man lieber bleiben lassen sollen! Nein – natürlich habe ich nicht mit meiner Erkältung getanzt, es war schon in der Nacht davor auf der Geburtstagsparty einer lieben Freundin. Und nun habe ich wieder ein Problem mit einem Fersensporn, dieses Mal auf der rechten Seite.

Seit ein paar Tagen schon war da dieser charakteristische Schmerz, den ich vor ca. 2 Jahren im anderen Fuß hatte. Aber wie das immer so ist, es war gar nicht schlimm und vielleicht geht das ja auch wieder weg. Aber jetzt werde ich mir einen Termin bei dem Heilpraktiker holen, der seinerzeit das Ding auch ruhiggestellt hat. Ich werde gar nicht erst zum Orthopäden gehen, der mit Spritzen verpasst, die ich selbst bezahlen muss, der mir Einlagen verschreibt – was dann alles doch nicht hilft. Der Heilpraktiker nimmt zwar auch Geld, aber alles andere davor kann ich mir sparen. Ausserdem sieht es doch sexy aus wenn meine Wade mit Tapes beklebt ist.