Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Dinner im Sonnenuntergang


Nach der Völlerei der letzten Tage gab es gestern Abend ein recht einfaches Essen. Von einem Dinner kann wirklich keine Rede sein. Weder Vor- noch Nachspeisen wurden serviert. Es war nur eine ganz simple Couscous-Gemüse-Pfanne. Die obligatorische Flasche Wein durfte natürlich nicht fehlen.

Die wunderbare Sommerzeit bescherte uns gestern wieder einen tollen langen und hellen Abend. Die Abendsonne schien mir, durch das meinem Platz am Tisch gegenüberliegende Fenster, wärmend ins Gesicht und zauberte mit Reflexionen der Weinflasche.

Unser Wintergarten war erfüllt mit dem Sonnenlicht, welches Schattenspiele hervorrief, ebenso in unserer kleinen Diele in der Kunstinstallation Art in Boxes mit dem Titel „Meeresrauschen“.

Oft sind es die kleinen Dinge im Leben, die es zu erkennen gilt und die glücklich machen.

Ich bin so cool!

Blitzermarathon am Freitgabend im Hamburger Stadtgebiet. Erwischt wurde u.a. ein Motorradfaher, der mit 152 km/h durch eine 60er-Zone raste, und das kurz vor dem Ende seiner Probezeit. Vielleicht ist es Glück für ihn, dass er erwischt worden ist. Andernfalls könnte es sein, dass er innerhalb der nächsten Wochen eins der Todesopfer ist, die in jedem Sommer bei den Motorradfahrern zu beklagen sind.

Die Motorradsaison hat ja gerade erst begonnen, das Wetter war in den letzten Tagen ideal für eine Ausfahrt. Es wird nicht mehr lange dauern und der erste tote Motorradfahrer wird irgendwo im Straßengraben liegen oder über einen Zaun hängen weil er sich und anderen beweisen wollte, was für ein cooler Typ er doch ist.

Ein anderer Fahranfänger wurde mit 190 km/h erwischt wo 80 km/h erlaubt sind. Er saß in einem Mercedes CLS. War das Papas Auto? Hat er sich den geliehen um seiner Freundin zu imponieren?

Ich gebe ja zu, dass ich mich auch nicht immer daran halte, was auf den Verkehrsschildern am Straßenrand steht, ca. 20 km/h bin ich manchmal schon darüber – wenn es die Verkehrslage erlaubt. Aber das, was die beiden Raser sich erlaubt haben, grenzt schon an versuchtem Mord. Oder Selbstmord wenn sich sich um den nächsten Baum wickeln

Bei den üblichen festinstallierten Blitzern ärger ich mich immer, wenn die vor mir fahrenden Fahrzeugführer lieber 48 km/h fahren statt der erlaubten 50 km/h. Wenn man knapp über 50 fährt, passiert ja auch nichts.

Das schwule Symbol

Gilbert Baker, ein Name, der vielen Menschen unbekannt sein dürfte. Auch mir war der Name nicht geläufig. Gilbert Baker ist im Alter von 65 Jahren gestorben.

Wer war Gilbert Baker? Gilbert Baker hat 1978 die Regenbogenflagge, international Pride Flag, erschaffen, und zwar anlässlich des Gay Freedom Day in San Francisco. Die Regenbogenflagge ging seit dem um die Welt. Von den CSDs dieser Welt ist sie nicht mehr wegzudenken. Geschäfte haben das Symbol an die Tür oder ans Schaufenster geklebt um zu bekunden, dass Schwule als Kunden willkommen sind. Der Inhaber des Geschäftes muss deshalb nicht zwangsläufig auch schwul sein.

Viele Jahre hatten wir, wie andere Schwule auch, einen Aufkleber an unserem Wagen. Das sieht man nur noch selten, aus Angst, dass uns nicht wohlgesonnene Mitmenschen die Autos beschädigen könnten? Das ist jedenfalls bei uns der Grund. Man weiß ja nie – leider immer noch.

Gilbert Baker hat jedenfalls ein Symbol erschaffen, welches aus der schwulen Welt nicht mehr wegzudenken ist.

Genehmigung erteilt!

Dienstag waren wir im Reisebüro und haben zusammen mit dem Chef, Herrn H. den ESTA-Antrag für die Einreise in die USA ausgefüllt. Herr H. fragte jeweils die geforderten Daten ab und ob wir an diversen Krankheiten leiden würden, z.B. wurde nach der Plage gefragt. Dass Plage unter den Begriff Krankheit fällt, war mir bis dato nicht bekannt. Wenn ich allerdings auf mein langes Arbeitsleben zurückblicke, war das manchmal schon eine Plage. Nur hätte ich dafür wohl nie und nimmer eine Krankschreibung vom Arzt erhalten.

Unsere Anträge für die Einreise in die USA wurden mittlerweile genehmigt, kann man ja alles online nachschauen. Die endgültige Erlaubnis erteilt dann aber der Customs and Border Protection Beamte am Einreiseort. Er wird dann in seinem dicken Buch nachschauen, heute vermutlich im Computer, ob wir irgendwie negativ aufgefallen sind und dann entweder „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“ zeigen.

Ich bin 1975 und 1978 mit dem Flugzeug in die USA gereist. Da lag an der Immigration das dicke Buch, in dem der Immigrationofficer nachgesehen hat, ob was gegen mich vorliegt – trotz des erteilten Visums. Von 1978 habe ich noch ein gültiges Visum zur Einreise in die USA. Ob das aber noch anerkannt wird, wo es doch heute das ESTA-Verfahren gibt, weiß ich nicht. Da war es mir sicherer, 14 Dollar für die ESTA-Genehmigung auszugeben.

Frisur?


Wenn man diese Haare sieht, Frisur kann man das ja wohl nicht nennen, weiß jeder, wer das ist. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, und diverse Bilde dieses Herrn angeschaut. Ich komm einfach nicht dahinter: Sind die Haare von vorn nach hinten geföhnt oder von hinten nach vorn? Oder quer/schräg? Oder von hinten nach vorn und und wieder zurückgeleg? Es muss schon eine Kunst sein, diese Haare in diese nunmehr weltbekannte Form zu bringen. Vermutlich hat der Herr seinen eigenen Figaro, der jeden Morgen erstmal stundenlang wäscht, föhnt, die Haare legt und dann literweise besprüht damit die „Frisur“ auch hält. Gibt es eigentlich noch 3-Wetter-Taft?

Juchuuuu!

Am 1. Juli bekomme ich eine „Gehaltserhöhung“ von 1,9 %. Ist nicht so viel, aber auch nicht viel weniger als mein ehemaliger Arbeitgeber gewährt hat, und das dann auch nicht in jedem Jahr. Da kann ich als Rentner dann doch ganz zufrieden sein.

Schwule sollen rehabilitiert werden

Es tut sich was, und das wird auch Zeit: Das Bundeskabinett hat beschlossen, dass schwule Männer, die aufgrund des Paragrafen 175 verfolgt und verurteilt worden sind, rehabilitiert werden. Die Urteile sollen aufgehoben und es soll eine Entschädigung an die noch Lebenden Opfer gezahlt werden. Ca. 50.000 (!) Männer sollen aufgrund des irrsinnigen Gesetzes verfolgt worden sein – unfassbar!

Der nächste, längst überfällige, Schritt ist die Ehe zwischen Mann und Mann bzw. Frau und Frau. Vielleicht klappt es ja in der nächsten Legislaturperiode. Die Hoffnung stirbt zuletzt.