Schwanensee anders


Das Leben besteht nicht nur aus Bandscheibe und ESC, es gibt auch noch andere Dinge, nämlich höchstkulturelle:
Ein Ballettabend in der Hamburgischen Staatsoper, den wir uns am Freitagabend angeschaut haben. John Neumeier erzählt die Geschichte des Balletts in einer anderen Form und transferiert sie dazu noch in die Zeit des Bayernkönigs Ludwig II. Dies lässt schon der Vorhang erahnen, der extra für diese Inszenierung angefertig wurde.

Anfangs waren wir enttäuscht von der Inszenierung und der Leistung des Corps de Ballett. Herrn Neumeier gelingt es nicht, auch nur 3 Paare synchron tanzen zu lassen. Die Solisten hatten im ersten Teil noch nicht so viel zu tun, besonders die Herren nicht. Es gab keine Sprünge. Sie beschränkten sich darauf, die Damen über die Bühne zu tragen.

In der Pause fragte Bernd mich: „Und?“ – Ich: „Ich weiss nicht.“ – Bernd: „Ich auch nicht.“

Nach der Pause wurde es dann qualitativ besser, auch wenn wir noch nicht hunderprozentig überzeugt waren.

Nach der zweiten Pause hatten dann die Solisten ihre grossen Auftritte und liessen uns die negativen Eindrücke fast vergessen. Das Ende des Balletts war wirklich grossartig inszeniert, das muss man wirklich zugestehen.

Die Mitwirkenden nahmen am Ende den jubelnden Applaus des Publikums entgegen, es flogen sogar Blumensträusse auf die Bühne.

Trotzdem bin ich der Meinung: John Neumeier wird überbewertet. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass das Ballett der Semperoper qualitativ besser ist.

Einen kleinen Eindruck von dieser Inszenierung gibt es auf einem Video bei Theater-TV

Wir sind nicht Lena


Der diesjährige ESC – European Song Contest – Grand Prix ist Geschichte. Lena, die ihren Titel vom vorigen Jahr verteidigen sollte/wollte, kam auf Platz 10, also immerhin unter die erhofften Top Ten. Gewonnen hat in diesem Jahr Aserbaidschan mit dem Titel „Running Scared“, dargeboten von Ell und Nikki.


Traditionell haben wir den Abend mit Freunden vor dem Fernseher verbracht, dieses Mal bei unseren Nachbarfreunden. Vor der TV-Übertragung gab es noch ein paar leckere Kleinigkeiten. Der Käseigel wurde pünktlich zum Beginn der Übertragung aus Düsseldorf serviert. Eigentlich waren wir ja alle satt, aber ….. Na, wir haben es dann nicht geschafft, ihn ganz zu plündern.

Mit Hilfe der Stimmzettel von Oskar haben wir unsere kleine interne Abstimmung gemacht. Allerdings hielten wir es so, dass wir auch für Lena abstimmen durften. Wir wollten ja einen Vergleich mit dem tatsächlichen Endergebnis haben. Jeder machte sich während der Darbietungen schon ein paar Notizen auf seinem Stimmzettel.


Allgemein waren wir der Meinung, dass die ins Finale gelangten Titel durchweg von guter Qualtität waren. Manchmal war es schwer zu entscheiden, welcher Teilnehmer nun welche Punktzahl erhalten sollte. Am Ende wurden alle vergebenen Punkte von Peter und Bernd addiert und das Ergebnis dann verkündet.

Unsere interne Abstimmung ergab diese Platzierungen (ohne Gewähr für die Richtigkeit):
1. Deutschland
2. Schweden
3. Spanien
4. Österreich
5. Irland/Ungarn
6. Rumänien
7. Estland
8. Aserbaidschan
9. Finnland
10. Bosnien & Herzegowina

Dass Italien es in der offiziellen Wertung so hoch geschafft hat, ist uns völlig unverständlich. Meine persönliche Wertung:
1. Schweden, 2. Spanien, 3. Deutschland – Österreich hatte ich auf Platz 9. gesetzt (ich höre jetzt schon die Buhrufe der mitlesenden Ösiblogger). Trotzdem ist Österreich bei uns intern ja auf Platz 4 gelandet. Österreich war übrigens von der Deutschen Jury an die 1. Stelle gesetzt worden. Diese Information wurde während der Liveübertragung der Aftershowparty vom Spielbudenplatz Hamburg bekanntgegeben.

Die Show selbst war genial. Wir waren jedenalls total begeistert. Besonders das Opening hatte es uns angetan. Da ging ja richtig die Post ab. Wow! Die Veranstalter haben sich sehr viel Mühe gegeben.

Lena hat ja verkündet, dass sie nicht noch einmal antreten wird. Es wird im nächsten Jahr also wieder eine vielseitigere Entscheidungsfindung geben, wer Deutschland in Aserbaidschan vertreten soll. Wir freuen uns schon drauf.

Wer nicht vor dem Fernseher gesessen und mitgefiebert hat, kann sich hier, hier und hier informieren und sich dann selbst ein Bild von der Veranstaltung machen.

ESC

Wir sind gerüstet für heute Abend. Wenn es so nett wird, wie im vorigen Jahr, sind wir zufrieden – egal wer heute im Finale das Rennen macht. Dieses Mal sind wir zu sechst, also ein kleiner Teil der geschätzten 120 Millionen Menschen, die sich dieses Spektakel ansehen, die grösste Musikveranstaltung der Welt.

Dank Oskar Welzl haben wir auch Stimmzettel, die wir privat für uns ausfüllen werden. Auf einem siebten Zettel werden die abgegebenen Punkte addiert und dann wollen wir mal sehen, für welchen Siegertitel wir uns im kleinen intimen Kreis wir uns entschieden haben.

Und wer es wagt, sich per Kommentar negativ über den Eurovision Song Contest an sich zu äussern, wird sowas von niedergemacht, aber sowas von!

Wir sind ganz heiss auf heute Abend. Den ganzen Tag schon werden im lokalen privaten Radiosender die Titel der am Finale teilnehmenden Länder gespielt.

So wird das nichts

„Mehr netto vom Brutto!“ – das war doch mal ein Wahlkampfthema vom ehemaligen FDP-Vorsitzenden und leiderimmernoch Aussenminister Guido Westerwelle. Und nun meldet sich der alternde und unverbesserliche neue Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle mit der Idee zu Wort, wir sollten uns alle, nach dem Vorbild der Riesterente, zusätzlich selbst pflegeversichern.

Inzwischen ist ja bekannt, dass die Riesterrente nicht das Gelbe vom Ei ist. Einzig profitieren die Versicherungsunternehmen davon. Das stinkt doch schon wieder nach Kungelei und Lobbyismus!

Ich verstehe immer noch nicht, warum diesen Menschen der alten Garde der FDP wieder in einen verantwortungsvollen Posten gehievt hat. Ein Neuanfang ist das jedenfalls nicht unbedingt, was uns der Parteitag da vorgaukeln soll. Und mit so einer abstrusen Idee kommt die FDP auch nicht aus ihrem Tief.

Zensus

Die Diskussion, ob, warum, weshalb und überhaupt eine Volkszählung notwendig ist, ist ja zurzeit in vollem Gange. Ein Punkt ist der, dass die ausgefüllten Bögen in einem Rückumschlag an die Behörte geschickt werden soll, der nicht frankiert ist.

Ich habe nun auch 2 dieser Fragebögen erhalten, einen für unsere Wohnung und einen für die Mietwohnung. Auf dem Anschreiben zu den Fragebögen steht „Bitte innerhalb zwei Wochen ….. oder online ausfüllen“. Online ausfüllen kommt für mich ja nun gar nicht infrage. Weiss man, ob die einem nicht einen Trojaner unterjubeln für die Onlinedurchsuchung, die mal in der Diskussion war? Also diese Option scheidet für mich aus und ich werde die Fragebögen ausfüllen.

Der Rückumschlag ist natürlich, wie bereits in diversen Foren und Meldungen veröffentlicht, nicht frankiert. Da, wo die Briefmarke hingepappt wird, ist ein kleiner Aufkleber mit dem Hinweis „Bitte ausreichend frankieren“. Das werde ich natürlich NICHT machen. Es handelt sich schliesslich um eine Bitte. Einer Bitte muss man ja nicht nachkommen – oder?

Passend zu diesem Thema hatte ich heute im lawblog etwas entdeckt. Und zwar steht dort, dass die Rückumschläge als „Antwort“ deklariert sind. Laut Postrecht muss man Antwortsendungen nicht frankieren. Der Empfänger muss das Porto dann übernehmen. So weit – so gut. Nur, die Umschläge, die meinen beiden Fragebögen beigefügt wurden, sind Fensterbriefumschläge und auf dem auszufüllenden Formular steht nichts von „Anwort“ aber „Responseplus“, begleitet von einem Postmatrixcode. Scheint also so, dass die Sendung bereits bezahlt wurde.

Wie dem auch sei, ich fülle die Dinger aus, stecke sie in die Umschläge und ab damit in den nächsten Briefkasten.

Und nochmal für alle, die Fragebögen zu Zensus erhalten haben: Die Rücksendung muss nicht frankiert werden!

Privates Bulletin VI

Nachdem ich mir heute wieder die magnetischen Wellen und eine Spritze abgeholt hatte, wurde mir eröffnet, dass ich noch eine Woche zu Hause bleiben muss. Ich soll mich viel bewegen, also z.B. spazierengehen. Toll, wo das Wetter jetzt schlechter geworden ist.

Desweiteren bekam ich Krankengymnastik verordnet. Praktisch, auf der gleichen Etage wie mein behandelnder Arzt ist eine Praxis für Krankengymnastik. Ich also da rein. Während ich die Tür öffnete, wurde eine Glocke betätigt. Ich stand dann da ganz allein im Anmelderaum und wunderte micht, dass keiner kam. Dann entdeckte ich ein Schild mit dem Hineweis, dass, wenn keine da ist, die Angestellten in einem der Therapieräume sind und man jeweils „kurz vor voll“ oder „kurz vor halb“ erscheinen würde. Na gut, irgendwie hatte ich Verständnis dafür. Nun war es aber gerade „kurz nach voll“. Ich wartete also so still vor mich hin, hörte aber derweil aus einem der Räume eine sehr laute Frauenstimme plappern und ab und zu einen Männerstimme.

Ein Raum, an dem „privat“ stand, war offen. Ich schaute hinein und was ich entdeckte, war nicht sehr vertraueneinflössend: Ein Tisch voll mit Geschirr und einem offenden Marmeladenglas. Und auch sonst sah es in dem Raum nicht gerade sehr aufgeräumt aus. Mein Vertrauen war vollends dahin.

Zum Glück hatte ich das Handy dabei. Ich rief bei unseren Nachbarn an, und fragte, ob sie eine gute Praxis wüssten. Als eingeborene bzw. langjährige Geesthachter wussten sie natürlich eine, und zwar ganz in der Nähe. Leider sind die für die nächste Woche schon ausgebucht. Ich werde aber reingenommen, wenn sich eine Möglichkeit ergibt. Vier Termine für die Woche danach habe ich so gelegt, als wenn ich dann wieder arbeiten müsste.

Ich hoffe nun also weiter vor mich hin, dass es bergauf geht.

Ösiblogger

Ist Ösi eigentlich ein Ausdruck, der abwertend ist oder eher eine Verniedlichung bzw. Vereinfachung für Österreicher? Mir liegt es jedenfalls völlig fern, über Österreichische Blogger und Österreicher im Allgemeinen herzuziehen, ganz im Gegenteil. Ich habe seit einiger Zeit Kontakte zu einigen sehr netten Bloggern aus unserem Nachbarland. Aus der Warmen Küche erhielt ich sogar schon mal etwas Sprachuntericht. Dieses war übrigens das erste Blog aus Österreich, welches ich interessant genug fand, es zu verlinken. Und ich hab da schon mal Weihnachtsbaumkerzenhalter gekauft – und das eine oder andere Rezept nachgekocht.

Wie das so ist und wie es alle Blogger kennen, landet man irgendwann bei anderen Blogs, entweder über die Blogrolle oder über die Kommentare. Man denkt sich, mal nachzuschauen, wer oder was dahintersteckt. Ein Klick – und ein neues Blog tut sich auf. Oh – ein Baublog! Wahnsinnig interessant, haben wir doch selbst ein Baublog. Ich war im White Cube gelandet, damals noch unter einem anderen Namen (den werde ich gleich mal ändern). Die beiden Bauherren präsentieren mit sehr eindrucksvollen Fotos ihr repräsentatives Anwesen, sehr stylisch, sehr schick. Mit den beiden Bauherrn habe ich mich auch schon ab und zu ausgetauscht. Sehr nett.

Vom White Cube war es nur ein Katzensprung und ich landete bei MacManiac. Ich schaute mir das Blog näher an und fühlte mich bei einem der Einträge bemüssigt, einen Kommentar abzugeben. Nur wenige Augenblicke später kam eine Antwort. So „unterhielten“ wir uns eine Weile per Kommentarfunktion bis wir uns dann einig waren, lieber per Email zu kommunizieren. MacManiac ist ein Technikfreak. Er betreibt ausserdem das Technikblog MacManiacs und ist Mitbetreiber des Podcasts TouchTalk.

Nur einen Schritt weiter – und ich fand Simply4Friends. Dieses Blog enthält einen Fotobereich und ein Gartenblog. Über das Thema Garten, bzw. in diesem Fall Terrassengarten, hatte ich auch dort schon Kontakt. Auf meine Anfrage bekam ich eine schnelle Antwort. Bei Simply4Friends findet man auch viel über Lifestyle. Dieses interessante Blog existiert schon seit 2001 und gehört demzufolge schon zu den Langzeitblogs.

Wie es scheint, haben wir alle ein paar Dinge gemeinsam: Lifestyle, gärtnern, kochen – und… leben bzw. geniesen. Eine sehr schöne Mischung.

Kartoffelpuffer


Kartoffelpuffer essen wir ganz gern mal, nicht oft aber ab und zu. Bislang haben wir uns immer fertige tiefgefrorene gekauft. Die schmecken auch und es ist ja recht einfach, die aus der Packung zu nehmen und in der Pfanne aufzuwärmen.

Nun hatte Bernd die Idee, Kartoffelpuffer selbst zu machen. Wir hatten noch Kartoffeln vom Spargelessen übrig und haben noch ein paar dazugekauft.

Die Reibescheibe der Küchenmaschine machte aus den Kartoffeln schnell „Kleinholz“. Die Zwiebeln wurden mit der etwas gröberen Scheibe zerkleinert, dann zusammen mit den Eiern in die Rührschüssel der Küchenmaschine, alles schön durchmatschen und dann ab in die Pfanne. Richtig lecker war’s.

Aber es war recht viel. Deshalb wurde alles gestern aufgebraten und eingefroren und ein paar für heute übriggelassen, die wir uns redlich geteilt haben.

Aufgrund meiner eingschränkten Beweglichkeit hat Bernd alles ganz allein gemacht, *knuddel*. Allerdings möchte er jetzt einen Mixaufsatz für die Küchenmaschine haben. Da kann man dann die ganzen Kartoffeln, Eier und Zwiebeln zusammenreinwerfen und den Teig zubereiten. Ich werde mich mal danach umschauen.

Angstvogel

Wir haben ja nun Einquartierung im ElbePenthouse und beobachten, wie die Kleinen wachsen und wie sie von ihren Eltern gefüttert werden. Das Wetter lädt ja auch dazu ein, auf der Terrasse zu sitzen. Und das sollte man ausnutzen so lange es geht.

Wenn wir denn also am Tisch sitzen, essen, lesen oder wie gerade im Moment mit dem Laptop, beobachten wir Herrn und Frau Amsel, die emsig ihren Nachwuchs versorgen. Allerdings scheint Herr Amsel da etwas fleissiger zu sein, und vor allem ist er wesentlich zahmer. Ihn stört es nicht, wenn wir hier sitzen. Er fliegt ein, landet mit einem Schnabel voller Getier, das sich noch kringelt, auf dem Geländer, flutscht in den Kugeltuja und wenig später ist er wieder draussen. Oftmal fliegt er in Armlänge an uns vorbei und geht wieder auf Futtersuche.

Die Mama ist da sehr sehr zurückhaltend. Aus den Augenwinkeln nemen wir wahr, dass sie ankommt, verharrt einen Augenblick hinter dem Terrakottakasten und stürzt sich dann davon. Etwas später schaut sie mit dem vollen Schnabel vom Dach herunter, macht kehrt und weg ist sie wieder. Sie schafft es einfach nicht, sich ihren Kleinen zu nähern und sie zu füttern, obwohl wir bewusst bewegungslos sitzen, nicht mal den Kopf bewegen und sie nur mit den Augen verfolgen.

Eine Überlegung meinerseits ist, ob das eine Art Schutzreaktion ist, die Feinde davon abhalten soll festzustellen, wo sich das Nest befindet.

Wir sehen nun aber nicht ein, unsere Zeit ständig drinnen zu verbringen. Entweder sie gewöhnt sich daran, dass wir hier auch wohnen oder ihr Mann muss die Versorgung allein übernehmen. Vermutlich wird sich aber letztendlich der Instinkt durchsetzen, ihre Kinder versorgen zu müssen.

Eben gerade konnten wir beobachten, wie Frau Amsel nach mehreren Anläufen es tatsächlich geschafft, hat das Nest zu erreichen. Ziemlich panisch flog sie kurz danach auch schon wieder davon.