Lebensarbeitszeit

Heute vor 45 Jahren, morgens um 08:00 Uhr, trat ich mit dem Beginn meiner Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann (offiziell hiess der Beruf seinerzeit Kaufmann im Reederei- und Schiffsmaklergewerbe) in damals Deutschlands grösster Privatreederei in Lübeck in das Arbeitsleben ein. Jetzt habe ich 2-1/2 Jahre noch bis zur Rente – und die muss ich auch durchhalten.

45 Jahre Arbeit – das ist eine lange Zeit und ich denke, das sollte eigentlich auch genug sein, um den vollen Rentenanspruch zu erhalten. Selbst 40 Jahre wären schon lange genug.

Ich gehöre ja schon zu den Jahrgängen, deren Lebensarbeitszeit schrittweise bis auf das Rentenalter von 67 Jahren erhöht wird, d.h. ich müsste schon 3 Monate länger arbeiten als bis 65. Aufgrund meiner bisher gearbeiteten Zeit „darf“ ich schon direkt mit 65 in Rente gehen. 3 Monate werden mir geschenkt. Wie grosszügig!

Netzwerk


Nein, ich habe das Handy nicht nachts auf der Terrasse liegen gehabt, es ist nicht von einem Spinnennetz überzogen. Ja, es ist mir aus der Hand gerutscht und landete mit der Displayseite nach unten auf den Fliesen – wie ein Marmeladenbrot.

Da mir ähnliche Missgeschicke schon desöfteren passiert sind, gehe ich mal davon aus, dass das Glas schon einen Knacks hatte und es beim letzten Sturz den finalen Schlag bekommen hat.

Allerdings, so ganz final ist es noch nicht. Es funktioniert noch alles. Nun trage ich das Handy in einem aus einer Plastikeinkaufstüte handgeschnitzen Präser umher. Das Glas bröselt nämlich etwas. Und ich habe keine Lust, mir die Brösel aus der Hemd- oder Hosentasche zu klauben. Hauptsache, die Glassplitter bleiben mir beim Telefonieren nicht im Bart hängen. Ich trage doch kein Glitter im Gesicht!

Von der Firma habe ich grünes Licht bekommen, auf das iPhone 5 zu warten, welches im nächsten Monat auf den Markt kommen soll – wenn das Ding denn so lange durchhält.

Es ist übrigens das erste Handy, welches ich geschrottet habe. Alle anderen wurden ganz normal ausgemustert und erneuert.

Die 5 Ringe

Ich glaube mich zu erinnern, dass es nicht gestattet ist, die 5 olymischen Ringe ohne weiteres zu verwenden, also lass ich das lieber, obwohl sie für den nun folgenden Beitrag ein passendes Bild gewesen wären.

Es geht im folgendes:
Der Deutsche Sport wird erhält zur Förderung Mittel aus dem Bundeshaushalt. Das mag ok sein oder nicht. Was nicht in Ordnung ist, ist die Tatsache, dass es zwischen dem Deutschen Sportbund und dem Innenministerium eine Vereinbarung gibt, wieviele Medaillen, insbesondere Goldmedaillen, unsere Sportler bitteschön aus London nach Hause zu bringen haben.

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Eine Vereinbarung über Medaillen! Über 200 Nationen nehmen an den Olympischen Spielen Teil, einige davon mit einem weitaus grösseren Aufgebot an Sportlern als Deutschland. Und wir wissen alle, dass andere Nationen ihre Sportler weitaus mehr fördern als Deutschland. Wir wissen alle, dass andere Nationen ihre Kinder unter starkem psychischen und physischem Druck trainieren lassen, um bei sportlichen Wettkämpfen zu glänzen.

Und in einem demokratischen Land, wie Deutschland es sein will, gibt es eine Vereinbarung, wieviel Medaillen zu gewinnen sind. Unglaublich! Ziel verfehlt Herr Friedrich!

Abhängig

An normalen Tagen kommen übernacht für meine Abteilung so ca. 30 Emails rein, heute morgen waren es nur 5. Und das konnte absolut nicht sein. Meine erste Idee: Unser Hauptrechner klemmt mal wieder. Also wurde der runtergefahren und dann neu gestartet. Danach kamen noch 2 Emails mehr, aber immer noch zu wenig. Ich machte nochmal einen Neustart, ich nahm das Modem vom Stromnetz – nichts! Ich schickte an meine private Adresse eine Email, die kam zurück. Ich schickte von meiner privaten Adresse an die Firma eine Email, die kam auch zurück.

Ein Anruf bei unserem Admin bestätigte, dass das Problem nicht bei unserer Technik liegen könnte sondern bei unserem Provider. Ein Kollege rief da an und wir bekamen die Bestätigung, dass es ein Problem mit einigen Emailservern gäbe.

Im Laufe des Vormittags beruhigte sich die Situation wieder. Nach und nach wurde der Emailverkehr normal.

Der Vorfall hat uns mal wieder vor Augen geführt, dass die Welt sehr sehr abhängig ist von diesem System.

Bei uns sieht das so aus: Wir bekommen morgens keine Schiffspositionen und können demzufolge die Hafenagenten nicht über die Schiffsankünfte unterrichten. Gerade an einem Freitag ist das sehr wichtig wegen des bevorstehenden Wochenendes.

Die Kapitäne senden zwar die Position auch direkt an die Hafenagenten, doch wenn wir selbst sozusagen im Dunkeln stehen, sind wir schon sehr verunsichert.

Die Energiewende

Es geht um die Errichtung von Windparks in Küstennähe und die notwendigen Stromautobahnen, die erzeugte Energie von A nach B zu tansportieren

Zitat aus der Meldung von n-tv.de:
„Auch Bundesumweltminister Peter Altmaier schließt nicht aus, dass die Strompreise insgesamt weiter steigen. „Aber alle wussten beim Ausstieg aus der Kernenergie, dass die Energiewende nicht zum Nulltarif zu haben ist“, sagte der CDU-Politiker im ZDF.“

Nun ja, wenn wir Strom aus erneuerbaren Energien haben wollen weil uns die AKWs zu unsicher sind, muss investiert werden. Ich frage mich nur, wer hat denn die AKWs und die verteilenden Leitungen finanziert?

Mir scheint, der Verbraucher soll hier mal wieder verschaukelt werden zugunsten von stromerzeugenden Konzernen, die jetzt Windparks bauen wollen oder müssen.

Gestern so – heute so

Es ist schon toll, wenn man nach 2 Urlaubstagen in der Vorwache am Montag in die Firma kommt und die Kollegin dann eine SMS schickt, dass sie zum Arzt müsse – also das ist jetzt kein Vorwurf, dass die Kollegin zum Artz geht, ganz sicher nicht. Das kann jedem passieren.

Aber: Während 2er Urlaubstage und dem folgenden Wochenende dreht sich das Karussel weiter. Und man steht dann erstmal da und muss sehen, wo sich unsere Schäflein, sprich Schiffe befinden.

Um einen besseren Überblick zu bekommen und um ja nichts zu übersehen, habe ich erstmal alle Mails seit Freitagnachmittag ausgedruckt und nach Prioritäten sortiert damit ich alles entsprechend weiterbearbeiten kann. Doch damit ist es ja nicht getan. Das Karussel dreht sich weiter und weiter und es trudeln immer mehr Mails herein, d.h. dann: erstmal drucken.

Irgendwann am frühen Nachmittag war ich so weit, dass alles auf dem neuesten Stand war und ich Dinge erledigen konnte, die auf der Prioritätenliste weiter unten standen. Der gestrige Montag war also gut mit Arbeit ausgefüllt und ich war froh, als ich endlich Feierabend hatte.

Und heute? Heute war nicht halb so viel zu tun!
That’s Shipping!

Mit anderen Augen?


In Hamburg wird heute der diesjährige CSD mit der traditionellen Parade begangen. Wir haben heute morgen überlegt, ob wir nach Hamburg reinfahren sollen oder nicht. Die Entscheidung fiel dann pro Hamburg.

An der Langen Reihe suchten wir uns einen Platz um die Parade abzunehmen. Bevor das Theater losging, gab es noch einen kurzen Gewitterschauer. Zum Glück standen wir in der Nähe einer Überdachung unter der wir den Schauer abwetterten.

Tja, und dann begann die Parade. Merkwürdig, dass wir uns überhaupt nicht mitgerissen fühlten. Trucks und Fussgruppen zogen an uns vorbei mit mehr oder weniger lauter Musik und wir standen einach nur so da.

Die CSD-Parade soll eine politische Demonstration sein, die in diesem Jahr unter dem Motto steht „Ehe 2.0 – Nach den Pflichten jetzt die Rechte!“. Als schwuler Mann, der schon 15 Jahre mit seinem Partner zusammen ist, kann ich diese Forderung nur unterstützen. Leider trat die Forderung zugunsten von Party und von Zurschaustellung vielfältiger schwul-lesbischer Artenvielfalt in den Hintergrund. Von dem Motto war jedenfalls nicht allzuviel zu bemerken.

Wir fühlten uns irgendwie nur gelangweilt – so wie die drei Schwestern oben auf dem Foto – und hatten keine Lust, noch auf das Strassenfest zu gehen. Leider mussten darunter auch Freunde leiden, mit denen wir uns lose verabredet hatten. Kurzerhand machten wir uns auf den Heimweg.

Mein Mann und ich haben versucht herauszufinden woran es lag, dass wir so desinteressiert an der Veranstaltung waren. Sind wir zu alt, zu bequem, zu sonstirgendwas? Wir wissen es nicht. Das Strassenfest ist eine gute Gelegenheit, Freunde zu treffen und andere Leute mal persönlich kennenzulernen, mit denen man schon jahrelang nette Chats führt. Vielleicht sollten wir uns im nächsten Jahr eine andere Strategie für den CSD ausdenken