Der Ouzo fehlte

Nachdem ich heute morgen schon Familie und Freunde unterrichtet hatte, dass die Geburtstagsnachfeier im April nicht stattfinden würde, wollte ich der besten Wirtin in der kleinen Stadt an der Elbe persönlich mitteilen. Ich schrieb sie kurz über WhatsApp an, ob sie heute noch eine warme Mahlzeit für uns hätte, was sie mir bestätigte. Allerdings nur im Außerhausverkauf und mit einer stark reduzierten Karte. Und sie würde sich über jede Unterstützung in dieser Zeit freuen. Spontan sagte ich zu, dass wir uns später melden würden.

Ich rief sie dann an, als wir meinten, Appetit zu spüren. Zum vereinbarten Zeitpunkt holten wir unser kleines Menü ab. Es ist nur Barzahlung möglich, das Geld, möglichst passen, wird in einer Schale deponiert. Das Essen wird einem in Thermoschalen ausgehändigt. Mein Nachnahme wurde notiert, wegen der Benachrichtung bei einem eventuellen Ansteckungsfall. Wir schnackten noch ein wenig und machten uns dann auf den Heimweg.

Die Gerichte waren gut und reichlich, wie wir es gewohnt sind. Der Ouzo fehlte leider, der uns sonst immer serviert wird. Und das Ambiente der Taverne fehlte auch. Denn die Gerichte schmeckten uns, aber ja, es ist eben nicht die traute und gemütliche Umgebung, die freundliche und aufmerksame Bedienung.

Mein Vorurteil hat sich bestätigt: Ich habe es immer abgelehnt, telefonisch ein Bestellung aufzugeben, diese später abzuholen und zu Hause zu verspeisen. Wenn ich eh schon irgendwo hinfahren muss, um mein Essen abzuholen, kann ich auch gleich dort im im Restaurant speisen.

Je nachdem, wie lange diese unerquickliche Situation andauert, werden wir ganz sicher weiter die beste Wirtin in der kleinen Stadt an der Elbe unterstützen und uns ab und zu unser Essen nach Hause holen. Das ist aber eine absolute Ausnahmesituation.

Stiefmütterchen statt Champagner


Eigentlich sollten wir jetzt gerade in der Business Class von Emirates sitzen, Champagner schlürfend auf dem Weg nach Singapore mit Zwischenhalt in Dubai. Ich hatte nicht vor, Frühlingsblumen für die Terrasse vor dem Urlaub zu kaufen. Aber die Welt hat sich verändert. Also blieb uns nur übrig, jetzt doch Stiefmütterchen zu kaufen damit wir es auf der Terrasse etwas bunt haben.

Umsonst gesammelt


Gestern Abend noch wurde auch die von uns gebuchte Ersatzreise abgesagt. Wir hatten eh schon nicht mehr damit gerechnet, dass wir die Kreuzfahrt von New York nach Hamburg antreten würden, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

100 Euro Trinkgeld, gesammelt für das Housekeeping sowie Bar- und Restaurantstewards werden jetzt wieder der Haushaltskasse zugeführt. Es macht keinen Sinn, im Moment auf eine andere Reise umzubuchen, auch wenn es dafür einen Rabatt geben würde. Wir warten jetzt mal ab, wie sich die Situation entwickelt.

Ein Gespräch, gehört von Maximilian Buddenbohm:
“Na, es ist nun so, wie es ist.”
“Und so ist es dann eben.”
“Genau. So ist das.”

Und dem ist nichts hinzuzufügen.

Ein Platz bleibt leer


Ein Monat vor ihrem 80. Geburtstag ist heute meine Schwiegermutter nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt aufgrund eines Schlaganfalls verstorben. Mein lieber Mann hat sie heute Nachmittag noch besucht. Kurz nachdem er wieder zu Hause war, kam der erlösende Anruf von der Klinik.

Liebe Margret, in unseren Herzen lebst du weiter. Mach’s gut!

Corona nervt


Corona kann ja nichts dafür, aber die Medien, die nerven, nämlich mit den neuesten Neuigketen zu Corona. Es ist doch vollkommen egal, wo es wieder jemanden gibt, der an den Folgen von Corona gestorben ist. Es ist vollkommen egal, wieviel Neuinfizierte es gibt. Es regt mich auf, ständig damit konfrontiert zu werden – weil es nur die Panik schürt und weil wir nichts anderes dagegen tun können als vorsichtig zu sein und die Hygieneregeln einzuhalten, die es eh schon immer gab.

Neuinfizierte sind jede Schlagzeile wert, aber dass es auch tausende Geheilte gibt, das wird nicht erwähnt, außer man findet es zufällig. Aber immer wird mit der Coronakeule draufgehauen das macht sich ja so gut, das bringt Hörer und Leser und erhöht die Werbeeinnahmen.

Lasst mich mit dem ganzen Coronamist in Ruhe. Ich gehe weiterhin zum Einkaufen und kaufe nur das, was im Haushalt sowieso ergänzt werden muss bzw. das, was wir in den nächsten Tagen essen wollen.

Der Deutsche Fußball in der Krise

Wow, was ist derzeit so wichtig: Der Fußball. Und der ist in der Krise, dank Corona. Da sieht man mal ganz eindeutig, dass der Deutsche Fußball gar nichts mit Sport zu tun hat, es geht einzig und allein um das Geld.

Die Einahmen aus dem Kartenverkauf fallen weg, ebenso wie die Einnahmen aus den Übertragungsrechten. Ich befürchte, die Fußballvereine und deren Spieler werden jetzt verarmen. Wovon sollen die Spieler ihre teuren Autos bezahlen, die Vereine ihre Manager- und Spielergehälter? Müssen die jetzt alle an den jeweiligen Tafeln anstehen und um einen Teller Suppe betteln?

Es ist ein Skandal, dass der DFL entschieden hat, dass vorerst keine Spiele mehr stattfinden sollen. Ich bin zutiefst entsetzt und besorgt.

Vernichtungsaktion


Wir waren heute im Reisebüro unseres Vertrauens und haben die Reisebestätigung für die neue Reise abgeholt. Inzwischen wurde auch die Differenz des Reisepreises zwischen der alten und der neuen Reise gutgeschrieben. Viel Papier hatte sich angesammelt. Nachdem die finanzielle Seite geprüft und erledigt ist, konnten wir all den alten Kram vernichten, leider auch die erst kürzlich erhaltenen Reiseunterlagen.

Ein wenig traurig war ich denn jetzt ja doch. Auf der ursprünglichen Reise hätten wir einen neuen Teil der Erde für uns entdeckt, was ganz sicher sehr spannend gewesen wäre. Aber mehr noch berührte mich, dass wir jetzt nicht in den Genuss der Business Class von Emirates kommen und auch nicht mit einem Airbus A380 fliegen würden. Zwar würden wir zum Big Apple auch in der Business Class fliegen, aber eben „nur“ mit Brussels Airlines – wobei wir sowieso davon ausgehen, dass auch diese Reise seitens des Veranstalters storniert werden wird.

Princes Cruises hat heute angekündigt, das Kreuzfahrtprogramm für 60 Tage zu unterbrechen. Die aktuellen Reisen werden noch durchgeführt. Danach werden deren 16 Schiffe irgendwo aufgelegt. Offiziell geht es um die Ansteckungsgefahr mit Corona. Aber richtig ist wohl, dass man gar nicht mehr weiß, wo man mit den Schiffen noch hinfahren kann.

Falls unsere neue Reise nicht in Kürze auch wieder storniert wird, werden wir demnächst neue Reiseunterlagen bekommen, die wir wohl dann auch wieder zerreißen können. Das hat nichts mit Pessimusmus zu tun, das ist einfach logisch in der gegenwärtigen Situation. Und wenn wir die Reise doch antreten können, würden wir uns freuen.

Corona und die Folgen

Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Eins vorweg: Wir sind gesund – noch, man weiß ja nie … Ich möchte nur über ein paar Dinge schreiben, die in unserem Umfeld passiert sind.

Über die Stornierung der ursprünglichen und der Buchung der neuen Reise hatte ich hier ja schon geschrieben. Dann heute Morgen das: Ab sofort gilt für Amerika ein 30-tägiges Einreiseverbot für Europäer in die USA, außer ür Reisende aus Großbritannien. Seit dem Brexit sind die ja Mr. Presidents beste Freunde. Und Freunde depürt man nicht, was ihm aber letztendlich wohl sowieso egal wäre. Wenn es denn bei diesen 30 Tagen bleibt, könnte es uns egal sein, unsere neue Reise beginnt ja erst am 27. April. Also abwarten und Long Island Ice Tea trinken.

Aus Gründen mussten wir gestern einen Krankenhausbesuch in Hamburg machen. Vor der Heimfahrt ging ich nochmal kurz auf die Besuchertoilette. Kurz vor mir betrat ein Herr die gekachelten Räume und verschwand im Kabäuschen. Während ich mir nach erledigtem Tun die Hände wusch, eilte besagter Herr dem Ausgang entgegen. Ich rief einfach in den Raum hinein „Halt, Hände waschen!“ Er bestätigte mir dann, dass ich ja recht hätte, weil da ja so viel los ist. Natürlich hatte er eh schon die Türklinke in der Hand gehabt. Das Schwein! Wir alle wissen, dass man sich nach dem Toilettengang die Hände zu waschen hat, ob nun gerade Corona angesagt ist oder nicht. Ich konnte ob seiner Erwiderung nicht die passenden Worte finden und verschwand eilig aus den Sanitärräumen.

Unsere lieben Nachbarn und Freunde sind Dienstagmorgen zu ihrer Kreuzfahrt durch die Südsee aufgebrochen. Vorher machen sie einen Stopover in Singapore, wo sie sich derzeit noch aufhalten. Heute morgen schickte Holger eine kurze Mail, alles sei ok und die Singapurianer seien um ihre Gesundheit besorgt. Im Hotel würde jeden Morgen vor dem Frühstück Fieber gemessen, sowie in diversen Läden auch. Vermutlich ist das eher die Sorge um die eigene Gesundheit als um die der Gäste.

Meine fast 96 Jahre alte Mutter lebt ja seit ein paar Jahren in einem Seniorenheim. Unsere gute Freundin Karin besucht sie auch 1 x in der Woche, bringt ihr saubere Wäsche und macht ihr die Haare. Vorhin rief Karin mich an. Man könnte das Heim jetzt nicht mehr einfach so betreten. Ein Hinweis wurde an der Tür angebracht, man müsste mit dem vorhandenen Telefon eine Nummer dort wählen. Karin wurde gefragt, zu wem sie wollte, ob sie in den letzten 2 Wochen im Ausland gewesen sei und ob sie einen Infekt hätte. Erst dann wurde sie eingelassen. Die Menschen, die in einem Heim leben, gehören alle zur Gruppe der gefährdeten Personen. Die eingeführte Regelung ist also vollkommen gerechtfertigt.

Die neueste mir bekannte Meldung aus den Medien: Der Hamburger Frühjahrsdom wurde abgesagt. Für Leserinnen und Leser, die nicht aus der Umgebung kommen: Der „Dom ist kein Openair-Gottesdienst, es ist das größte Volksfest im Norden und findet 3 x im Jahr statt. In Hamburg wurden, wie inzwischen wohl in ganz Deutschland, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen abgesagt. Die Absage des Doms kann ich nicht ganz nachvollziehen. Natürlich pilgern dort jeden Tag mehr als 1000 Menschen hin, essen ihr Würstchen, trinken ein Bier und steigen in Fahrgeschäfte, um sich mehr oder weniger durchschütteln zu lassen. Nienich stehen mehr als 1000 Menschen dichtgedrängt beisammen an einer Stelle. Man spaziert eher locker durch die breiten Gänge und guckt sich das Geschehen an. Die Ansteckungsgefahr dort ist wesentlich kleiner als in Bussen, S- und U-Bahnen. Wer mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs ist, besonders im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr, könnte sich viel eher anstecken als wenn man auf dem Dom herumspaziert. Aber niemandem würde wohl einfallen, den ÖPNV auszusetzen, oder? Wenn das geschehen würde, wäre es wirklich schlimm um uns bestellt.

Wir haben immer noch keine Lebensmittelkonserven gehortet. Aber 4 Dosen Olivenöl habe ich heute bei Lidl gekauft. Wenn man sich damit einschmiert, rutscht der Virus vielleicht ab. Das ist natürlich Blödsinn. Es ist einfach so, dass das Olivenöl ein ganz tolles ist und dass es das nicht so oft gibt. Besonders gut eignet es sich zum Braten. Es spritzt nämlich nicht so schrecklich durch die Gegend wie man es von manchen Ölen kennt.