Im Moment habe ich nachts eine längere Wachphase. Man kennt das: Gefühlt schläft man nicht, aber irgendwie döst man doch, so eine Halbwach-, Halbschlafphase. Als Rentner stört mich sowas nicht, ich schlaf dann eben morgens bis ich, hoffentlich, aufwache. Das war heute gegen 7 Uhr der Fall. Die Blase drückte, ich fühlte mich aber nicht wirklich wach, also legte ich mich nochmal in die Pfühle als das erledigt war.
Als ich dachte, ich hätte genug geruht, stand ich auf. Glinda sass schon vor der Tür zum Bad und wartete auf mich. Ich hatte gerade den Verschluss der Zahnpastatube geöffnet, fummelte das Telebim. Langsamen Schrittes begab ich mich zur Ladestation. Auf dem Display war eine Handynummer zu sehen. Erst zögerte ich, dann nahm ich das Gespräch aber an „Hallo!?>“. Bei unbekannten Nummern melde mich mich nie mit meinem Namen.
Es war der Mann vom Transferservice, der uns Ende März für unsere Kreuzfahrt zum Flughafen fahren sollte, was ich schon storniert hatte. Ihm waren seine Emails durcheinandergeraten. Wir hatten mehrmals Kontakt per Email da sich die Flugzeiten geändert hatten. Man wollte jetzt nochmal abklären. Ich erklärte, dass ich das ja schon storniert hatte weil wir die Reise aus gesundheitlichen Gründen absagen mussten. Ich erzählte auch warum. Alles war ok.
Ich putzte wie geplant meine Zähne und erledigte danach mein morgendliches Duschbad. Gerade hatte ich das Handtuch in den Händen um mich abzutrocknen, als es von der Haustür klingelte. Jetzt hatte ich keine Eile. Vielleicht hätte sich ja jemand an meinem nackten Körper erfreut, oder die Person wäre schreiend davongelaufen. Egal, ich öffnete nicht. Wir erwarten heute zwar noch zwei Lieferungen, aber dafür wäre es noch zu früh, es war mittlerweile kurz nach 8 Uhr.
Im Pausenchat mit meinem Schatz fragte ich, ob er eine Nachricht wegen nichtmöglicher Zustellung bekommen hätte. Hatte er nicht, beide Sendungen waren noch offen.
Gegen 11 Uhr klingelte es von der Haustür. Am Bildschirm des Türöffners sah ich eine Person, den Uniformfarben nach war es Hermes. Ich drückte den Türöffner, die Person entfernte sich aber wieder. Nun ja, Hermes hatten wir auch nicht erwartet, aber für die Nachbarn im Haus nehmen wir immer was an. Vorsichtshalber fuhr ich mit dem Lift nach unten. Wir hatten keine Benachrichtigung im Briefkasten, abgelegt war auch nichts. Die Götterbotin hatte sich wohl verdrückt am Klingeltableau.
Zweimal wird es heute also noch klingeln. Ein Päckchen kommt mit der Briefpost. Das muss persönlich abgegeben werden. Dann kommen noch die kriegerischen Weiber, die Arbeitgeberinnen meines Mannes, und liefern eine Bestellung. Es bleibt also weiterhin geschäftig. Sehr selten sowas.





