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Zum Gähnen

Nach zwei Tagen auf Achse mit viel reden, essen, trinken, warten – aber mit zu wenig Schlaf und mit einer Nacht ohne kuscheln ist dieser Sonntag einfach nur grau, müde, und gelangweilt auch wenn wir das Kuscheln nachgeholt haben. Oder gerade deswegen?

Der Bericht über das vergangene Wochenende folgt, wenn ich wieder genug Geist habe.

Langsam kommt das Weihnachtsgefühl

Bis heute Nachmittag wusste ich zwar, dass in zwei Wochen Weihnachten ist, aber rein gefühlsmässig war mir noch gar nicht nach Weihnachten. Zwar sehe ich vom Schreibtisch aus immer das festlich erleuchtete Alsterhaus und den Weihnachtsbaum auf der Binnenalster. Aber es war bis jetzt alles so unwirklich. Selbst die Weihnachtsmärkte in der City sowie ein paar letzte Weihnachtseinkäufe brachten mich nicht in Stimmung.

Heute Nachmittag kam Herr F. in die Firma. Ich kenne ihn schon sehr lange, noch aus meiner Lübecker Zeit, als ich dort in einer kleinen Reederei arbeitete. Herr F. ist der Inhaber einer Bunkerfirma in Harburg. Ab und an bestellte ich dort Treibstoff für die Schiffe. Heute machen seine Söhne das Geschäft. Aber zur Weihnachtszeit schicken sie Papa los. Papa verteilt traditionsgemäss Kalender: 3-Monats-Kalender, Tidenkalender für die deutsche Nordsee und Skatspiele. Und ganz wichtig: Köhler’s Flottenkalender. Das ist ein Kalender in Buchform, in dem viele Beiträge aus der Schifffahrt zu finden sind.

Als Herr F. gegangen war, keimte ein kleiner weihnachtlicher Funken in mir auf. Mal sehen, ob sich daraus noch ein weihnachtliches Feuer entwickelt.

Hautpflege


Egal ob heterosexuell, metrosexuell oder homosexuell – der Mann von Welt will gut aussehen und tut was für seine Haut. Die Kosmetikwerbung verspricht uns durch das Abbild von gutaussehenden, jugendlichen Männern, dass wir was dafür tun können, ebenfalls gut auszusehen, unsere Haut jung zu erhalten, wenn nicht gar zu verjüngen. Ob die Produkte helfen? Ich weiss es nicht, es wird uns aber erzählt. Und schon stehen wir vor den Regalen, vergleichen Preise, angebliche Wirkung und Inhaltsstoffe.

Uns wird was erzählt von Hautstraffung, Hauterneuerung, Hautpeeling, Tag- und Nachtcremes. Ganze Pflegeserien suggerieren uns durch auwendige Verpackungen und blumige Beschreibungen, dass wir den Alterungsprozess der Haut stoppen, wenn nicht gar rückgängig machen können.

Für den Mann von Mitte 50 – so wie ich einer bin – ist wahrscheinlich eh alles zu spät. Trotzdem hatte ich mich vor ein paar Monaten entschieden, zu versuchen, den Status Quo wenigstens zu erhalten. Und so entschied ich mich für ein Tiegelchen Energy Creme Q10 von Nivea, preislich akzeptabel und der Beschreibung nach zu urteilen das richtige Produkt für mich.

Rein vom Gefühl her tat die Energy Creme meiner Haut gut und ich blieb dem Produkt treu. Bis vor Kurzem die Firma Boss mit der Pflegeserie Boss Skin auf den Markt kam. Die Werbung war vielversprechend – was auch sonst. Allein der Preis von 40 Euro für ein Töpfchen schreckte mich vorerst ab, Perfecting Skin Serum zu kaufen. Aber dann hatte ich Q10 von Nivea verbraucht und ich stand vor der Entscheidung, entweder bei Nivea zu bleiben oder was Neues auszuprobieren, eine schwere Entscheidung, die letztendlich zu Gunsten von Boss Skin ausfiel.

Tatsächlich ist es so, dass die Haut sich nach dem Auftragen und Einmassieren glatter anfühlt, sehen kann man es allerdings nicht. Und nach spätestens 2 Stunden ist der gefühlte Glätteeffekt verschwunden. Ein Nachteil dieser Creme ist, dass sie sehr geruchsintensiv ist. Wahrscheinlich will Boss damit erreichen, dass der Mann von Welt ein dazu passendes Duftwässerchen der Firma Boss auswählt, was ich natürlich nicht machen werde.

Natürlich werde ich das teure Produkt verbrauchen. Vielleicht stellt sich ja demnächst auch ein sichtbarer Erfolg ein, wenn ich es regelmässig anwende. Vielleicht ist auch eine Kombination aus beiden Produkten denkbar: Abends Nivea und morgens Boss.

Es wäre interessant zu erfahren, ob sich die Herren meiner Leserschaft auch was ins Gesicht schmieren massieren, und wenn ja, welches Produkt sie bevorzugen. Uschi-Glas-Creme kommt mir jedenfalls nicht ins Haus.

Schnelle Sitzung

Letzens, beim Suppeessen, war mir ja ein Stück vom Zahn abgebrochen. Empfindlich war die Stelle nicht, Schmerzen hatte ich auch nicht, also war ein schnelle Notbehandlung nicht erforderlich. Trotzdem bekam ich relativ schnell einen Termin beim Zahnarzt meines Vertrauens.

Mein Termin war heute Nachmittag um 15.30 Uhr. Ein paar Minuten vorher stand ich an der Anmeldung und überreichte meine Karte von der Krankenkasse. Das Wartezimmer war leer. Aus den Behandlungszimmern drangen keine unangenehmen Geräusche oder Gesprächsfetzen. Die Assistentinnen wuselten alle in den Räumen umher. Es schien, als sei ich tatsächlich der einzige Patient. Dann kam auch noch der Doc auf mich zu und fragte mich, ob denn was Besonderes sei. Ich erzählte ihm von dem abgebrochenen Zahn. Sofort erhellte sich seine Miene, war doch endlch mal was an meinem Zähnen zu verdienen.

Noch vor dem vereinbarten Termin sass ich auf dem Behandlungsstuhl und nach 20 Minuten konnte ich die Praxis wieder verlassen. Ich kann mich nicht erinnern, so schnell, trotz eines vereinbarten Termins, eine Arztpraxis wieder verlassen zu haben.

Vollmond


Gestern war Vollmond. Dafür hab ich erstaunlich gut geschlafen, die Nacht vorher und in der vergangenen Nacht ebenfalls. Vielleicht liegt es an meiner Erkältung, nicht der Vollmond – mein guter Schlaf.

Dieses Bild entstand gestern Abend. Es wurde von unserem Balkon aus aufgenommen.

Ausgeräumt


Das ist der Inhalt unseres Wohnzimmerschranks. Morgen kommt nämlich der Möbeltischler und beseitigt die Wasserschäden am Schrank.

Beim Ausräumen sind schon mal ein paar Dinge im Müll gelandet. Beim Einräumen wird noch mal sortiert. Das ganze Unternehmen ist schon mal eine kleine Übung für den Umzug im nächsten Jahr.

Nachwehen

Der Tag gestern im Heidepark hat mir wohl doch etwas zugesetzt. Fast 9 Stunden frische Luft inkl. An- und Abfahrt und etliche Stunden auf den Beinen, das ist man halt nicht gewohnt.

Heute tut es hier und da ein wenig weh. Die Extremfahrgeschäfte vom Heidepark haben wohl ihre Spuren hinterlassen. Nicht umsonst wird davor gewarnt, dass Leute mit Herzproblemen, Bluthochdruck, Wirbelsäulenproblemen usw. einige dieser Geräte nicht benutzen sollten. Ach ja, schwanger sollte man auch nicht sein. Aber kann ja nicht der Grund für meine kleinen Wehwechen heute sein. Ich werde mich nachher ganz entspannt in die Wanne legen.

Mutprobe

Heidepark fahren wollten. Da die beiden Hasen Zeit hatten, sagten sie zu, sind sie doch ebenso Fans von aufregenden Fahrgeschäften wie wir.

Das letzte Stück der Strecke wollten wir, wenn möglich, offen im Konvoi fahren. Wir verabredeten, uns auf einem Parkplatz an der A7 zu treffen. Wegen der frühen Morgenstunde, es war erst 08.30 Uhr, war es dann doch nicht möglich, offen über die Autobahn zu sausen. Aber wenige Kilometer vor dem Park hielten wir an, klappten die Dächer auf und weiter ging’s.

An der Kasse bekamen wir den Rat, zuerst die grossen Fahrgeschäfte, wie z.B. die grösste Holzachterbahn der Welt „Colossos“, aufzusuchen. Es waren nämlich Hunderte junge Menschen von freiwilligen Feuerwehren aus ganz Niedersachsen angreist, die den Park bevölkerten

So führte dann auch unser erster Weg zu der besagten Achterbahn und tatsächlich mussten wir nur wenige Minuten warten, bis uns der Zug auf 60 m Höhe transportierte, von wo es in einem Winkel von 61 Grand fast senkrecht wieder nach unten ging. Ein tolles Erlebnis aus dem allerersten Wagen.

Ein kleineres Fahrgeschäft gleich nebenan warf Bernd und mich für’s Erste aus der Bahn, so dass wir erstmal eine Pause einlegen mussten während sich die Hasen alleine in die Bobbahn wagten. Doch danach ging es frisch gestärkt weiter: Wildwasserbahn, Mountainrafting, nochmal Colossos und veschiedene andere Fahrgeschäfte wurden von uns mitgenommen. Zwischendurch stärkten wir uns am See auf der Terrassee vom Restaurant „Capitol“.

Während unseres Aufenthaltes im Heidepark kämpfte ich mit mir, ob ich wirklich den grössten Gyro-Drop-Tower der Welt, „Scream“ ausprobieren wollte oder nicht. Ich wusste, dass die Hasen früher schon mal drin waren und aus 71 m Höhe im freien Fall in die Tiefe gesaust sind und es wieder machen würden. Ich wusste, dass Bernd es auch ausprobieren würde. Ich wusste, dass ich keine Angst haben würde. Ich wusste aber auch, dass der Blick nach unten aus grosser Höhe, ohne etwas Festes unter mir, ein merkwürdiges Gefühl in mir verursachen würde, mit dem ich schlecht fertig werde. Die Beine hängen baumelnd in der Luft, rund um mich herum ist nichts sichtbar, das stabil ist, es ist, als würde ich einfach so in der Luft hängen und könnte jederzeit abstürzen – eine Erfahrung, die ich in einem ähnlichen Gerät auf dem Hamburger Dom mal gemacht hatte. Und seitdem mied ich diese Türme. Aber zu viert ist man stark, also stellte ich mich mit an. Und ausserdem: Was Andere können kann ich auch! Basta!

Irgendwann waren wir an der Reihe. Mein Herz klopfte, meine Hände waren Nass von Schweiss als der Sichherheitsbügel über Kopf und Schultern gezogen und der Sicherheitsgurt am Bügel befestigt wurde. Ich würde einfach die Augen zumachen, wenn ich es nicht mehr aushalten kann. Langsam wurden wir in die Höhe gezogen. Anfangs schaute ich auf eine Achterbahn, auf der ein Zug oben auf dem ersten Hügel steckengeblieben war. Aber dann konnte ich die Augen nicht mehr aufhalten und ich musste sie schliessen. Es ging höher und höher. Dann stoppte das Gerät und ich wartete auf den Fall. Ich hörte ein Klicken und dann rasten wir nach unten. Wow – geil. Mutprobe bestanden. Noch mal!

Inzwischen war es Nachmittag geworden und da die Wartezeit am „Scream“ recht lang war, gingen wir weiter durch den Park und nahmen noch ein paar gemütliche Fahrgeschäfte mit. Im Holländischen Stadtteil bestellten wir uns Pofferties, dazu trank ich einen Cappuccino aus dem Pappbecher, d.h. ich wollte ihn trinken, denn der Becher glitt mir nach dem ersten Schluck aus der Hand und der Cappuccino ergoss sich über den Tisch und auf das Tablett. Ich kann mit so billigem Geschirr einfach nicht umgehen.

Dann war es Zeit zur Heimfahrt. Ein Stück fuhren wir mit den Hasen gemeinsam, dann gab Gunnar Gas und entschwand unseren Blicken.

Der ausgeschütte Cappuccino war nicht mein einziges Missgeschick dieses Tages: Bernd suchte morgens, bevor wir losfuhren, seine Armbanduhr. Sie war in unser kleinen Wohnung nicht zu finden. Später, als wir beim 2. Mal am „Colossos“ in der Sonne in Warteschleife standen, fand ich dir Uhr als ich die Hemdärmel hochkrempelte. Ich hatte die Uhr, und zwar ich hatte gleich 2 Uhren angelegt, eine rechts eine links. Wir haben nämlich die gleichen Uhren. Und ich trage meine derzeit rechts wegen einer Hautreizung am linken Handgelenk. Warum ich die zweite Uhr dann doch links angelegt hatte, bleibt mir ein Rätsel.