Der halbjährliche Termin beim Zahnarzt war heute fällig. Der Doc ist ja ein ganz Netter, aber heute hat er mich genervt. Ich hatte das Gefühl, er wollte mit mir Geld verdienen. Nachdem er mit dem Haken überall rumgepult hatte meinte er, mein Zahnfleisch blutet. Ich dachte schon, er würde mir jetzt eine Paradontosebehandlung vorschlagen, hat er dann aber doch nicht. Ist doch klar, dass das Zahnfleisch blutet wenn er da mit dem Haken hantiert. Beim Zähneputzen blutet es jedenfalls nicht.
Dann meinte er, mein Esszimmer müsste mal fotografiert werden wegen der Brücken. Er könne ja nicht sehen, ob sich darunter eventuell was versteckt hätte. Und am liebsten wollte er eine von den beiden Brücken neu machen, weil die so merkwürdig konstruiert ist. Über das Teil hat sich mein Zahnarzt in Lübeck schon lustig gemacht. Aber sie sitzt, passt, wackelt nicht und ich kann damit essen und zubeissen. Warum soll das Teil dann neu? Nee nee, nicht mit mir, besonders weil ich das Geld doch für die Wohnung benötige.
Während die Panoramaaufnahme von meinem Esszimmer entwickelt wurde, entfernte der Doc mir den Zahnstein. Ich hatte das Gefühl, er hat es nicht sehr vorsichtig gemacht, wohl aus Ärger, dass mit mir kein Cent zu verdienen ist. Dann wurde das Foto hereingereicht. Entäuschung auf der ganzen Linie – auf Seiten des Zahnarztes. Es war nämlich alles OK. Und tschüss.
Eilig verliess ich den Behandlungsraum richtung Ausgang. Die Assistentig am Empfang rief mir noch hinterher, ob ich denn keine Jacke hätte. Nein, hatte ich nicht. Mutig war ich morgens ohne Jacke aus dem Haus gegangen.
Auf dem Heimweg fiel mir ein, dass ich die 10 Euro Praxisgeld gar nicht bezahlt hatte. Also da ich so gut wie nie zum Arzt gehe und der Zahnarzt beim letzten Mal auch nichts kassieren durfte weil er nicht an meinem Gebiss zu tun hatte, ist mir die Praxisgebühr überhaupt nicht geläufig. Da wird mir in den nächsten Tagen wohl eine Rechnung ins Haus flattern.

Zum Glück war es durch den Feiertag am Montag nur eine kurze Woche, hat sie mir doch Arbeit ohne Pause eingebracht. Steffi heiratet nämlich heute und hat ab Dienstag 3 Wochen Urlaub.
Das bekannteste deutsche Mailied, „Der Mai ist gekommen“, stammt von Emanuel Geibel. Er wurde im Jahr 1815 in Lübeck geboren und starb dort 1884. In Lübeck versammeln sich um Mitternacht in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai die Menschen auf dem Marktplatz, um gemeinsam dieses Lied zu singen.
In Geesthacht war Hafenfest auf der Multifunktionsfläche an der Elbe, direkt unterhalb des Geländes, auf dem die Wohnungen gebaut werden sollen. Es gab ein Kettenkarussell, ein Karussell für die Kleinen und die üblichen Getränke- und Essbuden. Bernd wollte unbedingt ein Fischbrötchen essen. Da wir anderen uns für ein dänisches Softeis entschieden, hat er sich dann auch mit einem Eis zufrieden gegeben.
Bernd sagte mir heute Morgen, dass ich sehr schnell eingeschlafen bin gestern Abend. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Nacht nicht sehr angenehm war. Mehrmals bin ich aufgewacht. In der Wohnung unter uns waren laute Stimmen zu hören, was sehr ungewöhnlich ist. Ich hatte verrückte Träume, deren Inhalt ich nicht mehr weiss. Wenn ich wach lag schossen Tausend Gedanken durch meinen Kopf, von denen sich ein grosser Teil mit dem beabsichtigen Kauf der Wohnung beschäftige.