Jetzt ist es offiziel und urkundlich bestätigt: Oliver ist Diplomwirtschaftsinformatiker. Im Rahmen einer Feierstunde im Audimax der Fachhochschule Flensburg wurden heute 109 junge Menschen verschiedener Fachrichtungen mit der Übergabe ihrer Diplome in das Berufsleben entlassen.
Als Gastredner war ein Vertreter des DGB eingeladen worden, der über das Thema Mitbestimmung sprach. Was heisst sprach? Er rappelte sein Manuskript fast ohne Punkt und Komma runter und holte zu dem Thema auch ziemlich weit aus. Es war ziemlich langweilig und grösstenteils thematisch unverständlich weil so schnell gesprochen. Wie Oliver uns später erzählte, waren die Jungdiplomanden kurz davor, Zwischenrufe zu machen weil ihnen, denen der Vortrag ja eigentlich galt, auch nicht gefiel.
Nach der Aushändigung der Diplome gab es im Foyer des Audimax, das übrigens bis auf den letzten Platz mit Familienangehörigen und Freunden besetzt war, ein Glas Sekt oder Saft. Ungezwungen stand man in kleinen Gruppen beisammen und unterhielt sich. Oiver zu Ehren hatte sich die gesamte Familie eingefunden: Melli, meine Eltern, die Schwester meines Vater (Olivers 93-jährige Grosstante), Olivers Patentante mit Mann und natürlich die stolzen Eltern.
Nach dieser Feierstunde hatten wir ein schöns Mittagessen, zu dem meine Eltern eingeladen hatten, in einem gemütlichen Restaurant in der Nähe der FH. In lockerer Atmosphäre sassen wir beisammen mit Oliver als Ehrenperson in unserer Mitte.

An lauen Sommerabenden auf dem Balkon sitzen, darauf warten, dass es dunkel wird, dass die ersten Sterne aufleuchten, dass ein Flugzeug mit blinkenden Lampen seine Bahn über den Himmel zieht – das ist es, was wir sehr gerne machen, so auch gestern Abend.
Ab heute haben wir einen Diplomwirtschaftsinformatiker in der Familie. Nach 8 Semestern an der Fachhochschule in Flensburg hat Oliver heute sein Studium mit der abschliessenden Prüfung beendet. Für seine Diplomarbeit bekam er die Note 1.0! Mit Recht bin ich stolz auf Oliver, besonders auch deshalb, weil er sich Studienplatz, Praktikantenstelle und seinen Job ganz allein gesucht hat – ohne Protektion der Familie.
Auf der Fahrt zu meinen Eltern passierten wir die Herrenbrücke, 1964 bei der Inbetriebnahme die grösste Klappbrücke Europas. Sie ersetzte eine 1902 erbaute Drehbrücke, die dem erhöhten Verkehrsaufkommen zu Lande und zu Wasser nicht mehr gewachsen war. Immerhin hat die alte Brücke 60 Jahre gehalten, was man von der neuen Brücke nicht behaupten kann. Inzwischen ist sie so morsch geworden, dass Fahrzeuge auf der Rampe nicht mehr halten dürfen, wenn die Brücke für den Schiffsverkehr geöffnet wird. Anfang August wird ein Tunnel eingeweiht, der die Brücke ersetzt. Wartezeiten für den Autoverkehr wird es dann nicht mehr geben.