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Begegnungen

Jeder hat das wohl schon mal erlebt: Man begnet irgendwo einem attraktiven Menschen und denkt „wow!“ – so wir mir heute morgen geschehen. Er war kleiner als ich, volles dunkles Haar, kurz geschnitten, aber doch wuschelig, dunkle Augen. Ein reifer Mann, kein sogenannter Boy. Er führte seinen Hund aus und würdigte mich keines Blickes.

Ich musste an ihm vorbeigehen und hatte, während ich ihm näher kam, Zeit, ihn weiter zu mustern. Da fiel mein Blick auf seine Füsse. Und was sah ich? Seine besockten Füsse steckten in Sandalen! Sandalen! Während ich Sandalen an sich schon schlimm finde, sah das hier einfach nur abturnend aus.

Na ja, er passte eh nicht in mein Beuteraster. Ich stehe nun mal auf redheads. Und der beste redhead überhaupt sitzt mir gerade gegenüber!

Heisse Zeiten


Blauer Himmel über Hamburg.

Vor weniger als einer Woche war die Tageshöchsttemperatur 16 Grad, heute sollen es 35 Grad sein – ein Unterschied von fast 20 Grad innerhalb weniger Tage. Das kann ganz gewiss nicht Jeder verkraften und auch mir fällt es nicht unbedingt leicht. Zum Glück habe ich heute einen freien Tag und kann diesen in leichter Sommerbekleidung verbringen.

Auf der Rückfahrt von Geesthacht nach Hamburg heute Mittag brachte selbst der Fahrtwind bei 120 km/h auf der Autobahn kaum eine Abkühlung.

Laut Wettervorhersage soll es in den nächsten Tagen wieder etwas kühler werden. Aber der Sommer ist noch nicht vorbei. Wer weiss, was uns noch erwartet.

3. Quartal 2007

Diese 3 Monate haben es in sich:
Zurzeit läuft die heisse Phase für das Elbe-Penthouse. Um vor Ort einige Fragen mit dem Fliesenleger und dem Maler zu klären, habe ich am kommenden Montag einen Urlaubstag genommen.

Meine Eltern feiern Ende September das Fest der Diamantenen Hochzeit, das ganz gross gefeiert werden soll. Sie haben mich gebeten, Einladungskarten zu drucken, die auch möglichst bald verschickt werden sollen. Vater hat mir die Gästeliste geschickt. Ich werden deshalb am kommenden Wochenende Karten und Umschläge drucken. Damit ist es aber nicht getan. Es sollen paar Überraschungen für das Jubelpaar arrangiert werden. Zum Glück habe ich in Lübeck Helferlein, die mich dabei unterstützen.

Zu allem Überfluss wird der Hausverwalter unseres Familiengrundstücks in der City von Lübeck Ende September seine Tätigkeit beenden. Da ich als Koordinator zwischen Hausverwalter und Familie tätig bin, muss ich mich um einen Nachfolger bemühen. Vom derzeit tätigen Verwalter habe ich eine Empfehlung bekommen. Statt Montag nach dem Termin im Elbe-Penthouse einen gemütlichen Nachmittag zu machen, werde ich nach Lübeck fahren und mich dort mit dem eventuellen neuen Verwalter treffen und das Objekt besichitigen. Bevor er zustimmt, ob er für uns tätig sein möchte, will er natürlich wissen, worum es geht. Und ich will natürlich wissen um wen es geht, damit ich meiner Familie eine Empfehlung geben kann.

Ach ja -und arbeiten muss ich auch noch.

Ich wurde getroffen

onda maris hat geworfen. Nein, Junge hat er nicht bekommen. Ein Stöckchen hat er geworfen. Acht zufällige Dinge aus meinem Leben soll ich öffentlich machen. Nun denn, ich versuche mich mal daran:

1. Das Schönste und Wichtigste in meinem Leben ist mein Sohn.

2. An 2. Stelle kommt mein Mann (sorry mein Bärchen).

3. In meiner Jugend verbrachte ich die Sommermonate am Meer auf der Yacht meiner Eltern. Ich liebe das Meer, Wasser schlechthin. Wenn ich an einem Uferrand stehe muss ich immer eine Hand in das Wasser stecken.

4. Ich brauche Helligkeit, Luft und Sonne. Jede Gelegenheit nutze ich, um mich auf den Balkon zu setzen und Sonne zu tanken.

5. Ich bin ein Sommertyp. Meinetwegen kann der Winter ausfallen. Ich könnte mir vorstellen, meinen Lebensabend in Südeuropa zu verbringen. Doch dann bekomme ich Ärger mit meinem Mann.

6. My home is my castle. Ich muss nicht ständig unterwegs sein um spazieren zu gehen oder irgendwo hinzufahren. Ich fühle mich in meinen 4 Wänden wohl.

7. Offen fahren ist geil – wenn wir denn mal mit dem Wagen unterwegs sind.

8. Ein Mann sollte ein Haus gekauft, einen Sohn gezeugt und einen Baum gepflanzt haben, alles Dinge, die ich geschafft habe.

Puh – geschafft.

Ich möchte hier mal was loswerden:
Ich mag es nicht, mit Stöckchen beworfen zu werden. Wenn ich eins rumliegen sehe, dass mir gefällt, hebe ich es auf und spiele damit. Ich appeliere an alle meine Leser: Bitte bewerft mich nicht mehr. Wenn das in Zukunft doch geschehen sollte, werde ich es einfach ignorieren, auch wenn es mir gefällt.

Tag des Kusses

Der heutige Tag des Kusses wurde heute Morgen bei Radio Hamburg zum Anlass genommen, eine Telefonumfrage zu starten. Die Frage war, ob man Negerkuss sagen darf oder z.B. Schaumkuss. Es ging also eher zweitrangig um den Tag des Kusses als um die Frage, ob man das Wort Neger überhaupt noch in den Mund nehmen darf.

In meiner Kindheit sagten wir Negerkuss und sprachen auch über Neger. Ich bin mit dem Wort gross geworden und habe es niemals als Schimpfwort empfunden und auch nicht als solches gebraucht. Damals waren eben noch nicht so viele dunkelpigmentierte Mitmenschen unter uns, dass man sie hätte beschimpfen können oder müsssen.

Neger ist ja heute politisch unkorrekt. Ich hatte vor ein paar Jahren mal davon gehör, dass der Roman „Zehn kleine Negerlein“ von Agatha Christie eigens umbenannt werden sollte. Ob das geschehen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Negerküse, die beliebte süsse Leckerei, findet man im Regal des Supermartkes auch nicht mehr. Allerlei gekünstelte Umschreibungen sind stattdessen auf dem Markt.

Ahnlich ist es mit den Zigeunern. Zigeuner ist auch politisch unkorrekt. Aber es gibt noch Zigeunersauce. Eine Umschreibung dafür hat man wohl noch nicht gefunden. Sinti-und-Roma-Sauce würde wohl auch keiner kaufen.

Zigeuner liefen bei uns in den 50iger Jahren durch die Strassen, mit Teppichen über dem Arm, die sie an die Hausfrau verkaufen wollten. Am Rand der Stadt gab es von Zeit zu Zeit ein Zigeunerlager mit grossen Wohnwagen und dazu passende grosse PKW, die vorne einen Stern hatten. Es gab nur ganz wenige Leute, die sich damals so ein Gefährt kaufen konnten. Vielen waren froh, sich überhaupt ein Auto leisten zu können. Die Zigeuner konnten das. Ich fragte mich als kleiner Junge immer, ob die das Geld dafür mit dem Verkauf von Teppichen verdient hatten, was ich mir allerdings nicht vorstellen konnte.

Neger und Zigeuner waren für mich Begriffe, die normal waren. Sie waren normal, weil wir mit diesen Begriffen Menschen bezeichnet haben, die nicht aus unserem Kulturkreis stammen. Ich wiederhole hier noch mal: Wir benutzten diese Worte nicht abfällig. Es war ein ganz normaler Sprachgebrauch.

Heute muss man vorsichtig sein, in welchem Kreis man Zigeuner oder Neger sagen darf. Eventuell bekommt man nämlich verbal den erhobenen Zeigefinger zu sehen. Aber ich oute mich hiermit, dass ich im familiären Kreis oder unter Freunden oder Kollegen immer noch Neger und Zigeuner sage – und das ist nie und nimmer böse gemeint.

Alleinunterhalter

Auf neudeutsch sagt man Comedians. Und es gibt derer recht viele, die auf verschiedenen Fernsehsendern ihr Unwesen treiben. Eigentlich erzählen sie nur Witze, die sie zu einer kleinen Geschichte zusammengeklöppelt haben. Einige Comedians werden kurz vor der Pointe immer lauter, ja, sie schreien teilweise. Oft lachen sie über ihre eigenen dämlichen Witze und das Publikum brüllt vor lachen – und ich weiss wieder mal nicht, warum, wenn ich rein zufällig in so eine Sendung gerate.

So eine Show könnte ich mir gar nicht den ganzen Abend lang anhören, viel weniger dafür auch noch Geld ausgeben damit ich mir das anhöre. Ich würde wohl nach spätestens 30 Minuten schreiend aus dem Saal rennen und das Foyer zerlegen.

Am schlimmsten finde ich den Wischmop, der sich Atze Schröder nennt. Wenn ich seine grinsende Visage schon sehe, was sich ja manchmal beim abendlichen zappen nicht vermeiden lässt, kräuseln sich meine Zehennägel.

Einen Comedian gibt es, der seine Sache ganz anders macht. Sehr ruhig, subtil geradezu: Dieter Nuhr. Der Fällt total aus dem Rahmen und hebt sich von den anderen wohltuend ab. Dem höre ich gern mal zu. Aber alle anderen – nein, das ist nicht meine Welt.

Genervt

Ein merkwürdiger Tag. Es ist nichts besonderes geschehen im Büro, trotzdem fühlte ich mich irgendwie genervt. Da es sehr ruhig war, nahm ich kurzerhand meinen Bummeltag. Bernd holte mich um 15.30 Uhr mit dem Wagen vom Büro ab.

„Willst du noch nach Geesthacht?“ – „Nein, keine Lust. Ich will nach Hause!“

Merkwürdig, dass ich ich nicht mal das Elbe-Penthouse besuchen wollte. Immerhin hätte es sein können, dass noch Handwerker dort tätig gewesen wären und wir deshalb die Möglichkeit gehabt hätten, in die Wohnung zu schauen. Aber nein, ich wollte nur noch nach Hause.

Heulboje

Seit einigen Tagen wird auf unserem lokalen Privatsender Radio Hamburg ein neuer Titel gespielt. Verstehen kann man nicht, was die Dame dort jault. Und wir verstehen nicht, warum das Lied so toll sein soll, dass es mehrmals am Tag über den Sender geht.

Die Rede ist von Maria Mena und ihrem Lied „Just hold me“. Es ist einfach unerträglich, dieses Gejammere und Gejaule von dieser Heulboje zu hören. Ab- bzw. Umschalten lohnt nicht für die paar Minuten.

Das Alter

Heute Nachmittag wollte ich Oliver anrufen. Ich wähle die Nummer seines Handys – in dem Moment klingelte mein Handy, das auf dem Schreibtisch lag. Ich erwartete dort einen Anruf. Mit dem Telefonhörer am Ohr fragte sprach ich „hallo“ in das Handy. Im gleichen Moment ertönte aus dem Telefonhörer ein „hallo“. Ich antwortete dort „hallo“ und aus dem Handy kam wieder ein „hallo“.

Zufällig fiel mein Blick auf das Display meines Telefons. Und was sah ich dort? Die Nummer meines Handys. Statt Oliver anzurufen hatte ich mein Handy angerufen und hallote mit mir selbst.

Meine Kollegin lag fast unter dem Tisch vor lachen.