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Wanted

Hin und wieder schaue ich mal in die Statistiken um zu sehen, von wo und wie die Leute zu Queergedacht gekommen sind. Dadurch sehe ich z.B. wo Queergedacht verlinkt worden ist und über welche Suchworte bei Google das Blog gefunden wurde.

Erstaunt war ich heute als ich sah, dass jemand bei Google meinen vollen Namen, also Vor- und Nachname, eingegeben hatte und dann im Impressum von Queergedacht gelandet ist.

Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl von jemandem gesucht worden zu sein, der mich kennt, ohne zu wissen, wer mich sucht und warum. Die Impressumspflicht war mir von Anfang an ein Dorn im Auge. Gut, ich habe nichts zu verbergen. Alles das, was ich hier im Blog schreibe, kann jeder lesen, der hier reinschneit, auf welchen dunklen Wegen auch immer.

Damit nun auch ganz klar ist wer ich bin und wie ich aussehe, habe ich mal eben mein Fahnundsfoto eingefügt.

Nachschlag

Bis einschliesslich heute hatte mich der Doc am Montag krankgeschrieben. Mir war gestern schon klar, dass das nicht reichen würde. Ein Hustenanfall in der letzten Nacht – trozt Husteblogger – machte mir klar, dass ich heute die Praxis noch mal aufsuchen müsste, zumal auch die Halsschmerzen immer noch vorhanden waren (und jetzt noch sind).

Der Arzt hatte eine nette Vertretung. Ich schilderte Frau Doc die Symptome. Sie war mit mir einer Meinung, dass die Behandlung mit dem Antibiotikum fortgesetzt werden müsse. Desweiteren soll ich den Hustenblocker weiter einnehmen (damit gehe ich allerdings sehr vorsichtig um) und ich soll weiterhin gurgeln.

Bis einschl. Freitag bin ich nun weiter krankgeschrieben. Ich hoffe, dass das ausreichend ist.

Eine schreckliche Nacht

Ich hab ja wohl kaum eine Minute Schlaf gehabt in der letzten Nacht. Alle paar Minuten bekam ich einen fürchterlichen Hustenanfall. Ich habe versucht, den Husten mit Japanischem Heilöl in den Griff zu bekommen. Ein paar Tropfen in ein Glas Wasser und das dann langsam trinken. Oder 2 Tropfen auf den Handrücken und mit der Zunge ablecken. Bisher hat diese Therapie noch immer geholfen. Doch in dieser Nacht war Versagen auf der ganzen Linie. Langsam wurde mir klar: Der Tag beginnt beim Doc.

Irgendwann musste ich aber doch eingeschlafen sein. Der Wecker weckte mich tatsächlich zur normalen Zurarbeitgehaufstehzeit. Alsbald begann wieder der Hustenreiz. In diesem Zustand war nicht daran zu denken, ins Büro zu gehen. Da mein Job viel Telefonarbeit beinhaltet, hätte die ganze Reerei in Kürze den Hustenreiz noch verstärkt.

Bernd fuhr mich also in die Stadt zu dem Arzt, ein HNO-Spezialist, der mich schon am Freitag behandelt hatte.

Er schaute mir in den Hals und sah das Dilemma: Eine Entzündung tief unten im Rachen verursacht den Hustenreiz. Wahrscheinlich hatte ich nicht tief genug gegurgelt. Ich bekam ein Rezept für Hustenblockertropfen (Codein) und einen gelben Zettel. Die MTA fragte mich, wie lange sie den eintragen sollten. Da ich nicht der Typ bin, der das ausnutzt (ich glaube, es ist erst der 4. gelbe Zettel in meinem über 40-jährigen Berufsleben), bat ich um 3 Tage, also bis einschliesslich Mittwoch dieser Woche.

Mit dem Rezept ging ich in die Apotheke, wo ich den guten Rat bekam, nach Einnahme der Tropfen mich ja nicht ans Steuer zu setzen.

Anschliessend gab ich im Büro den gelben Schein ab und klärte meine Kollegin noch über ein paar Dinge auf, die heute oder in den nächsten Tagen akkut werden können.

Die Dosis der Tropfen beträgt zwischen 15 und 40 Tropfen. Ich habe dann mal mit 20 Tropfen begonnen. Vor dem Schlafengehen werde ich die Dosis erhöhen damit ich – hoffentlich – eine ruhige Nacht haben werde.

Geschmacksneutral

Ich bin dieses Mal wohl zu spät zum Doc gegangen. Ich versuche immer, einen Gang zum Arzt zu vermeiden. Und meistens bekomme ich die Sache auch selbst in den Griff. Doch dieses Mal war es eindeutig notwendig -aber zu spät.

Die Halsschmerzen sind zwar besser geworden, aber doch nicht ganz weg, trotz Gurgeltinktur und PeniscilinAntibiotikum. Das geschmackvolle Essen, das am letzten Samstag bei Nachbars so lecker war und wir heute nachgekocht haben, konnte ich kaum schmecken. Selbst die Gurgeltinktur schmeckt wie klares Wasser.

Der Kopf dröhnt so vor sich hin und ist heiss, das T-Shirt kribbelt auf der Haut. Der Husten ist fest und nervt mich und Bernd, die Nase ist mal links mal rechts zu. Wenn es mir morgen noch so geht wie heute werde ich der Arbeit fernbleiben und direkt zum Doc gehen.

Ich weiss, eine Erkältung dauert seine Zeit und muss raus. Aber ich brauche was, damit ich nachts durschlafen kann und nicht rumhuste, dass die Wände wackeln.

Neuer Lebensrhytmus

Dies ist nun schon die zweite Woche, in der ich nach dem Urlaub und dem Umzug wieder arbeite.

Ich habe es gewuss und ich habe es so gwollt: Ich muss früher aufstehen, ich habe einen längeren Arbeitsweg und ich bin später wieder zu Hause.

Zurzeit fährt Bernd mich morgens noch nach Hamburg und holt mich abends wieder ab. Das sind dann täglich 4 Fahrten a ca. 30 km. Das ist natürlich kein Dauerzustand. Ab November werde ich den Schnellbus nehmen. Der fährt hier in der Nähe beim Geesthachter ZOB ab bis zum ZOB Hamburg. Es sind dann jeweils ca. 10 Gehminuten von der Wohnung bzw. bis zum Büro. Der Vorteil ist, dass ich ohne irgendwo einen Parkplatz suchen zu müssen und ohne dass ich umsteigen muss sozusagen von Tür zu Tür fahren kann.

In diesem Blog werden dann wohl während der Woche nicht mehr so viele Neuigkeiten zu lesen sein, es sei denn, es passiert etwas aussergewöhnliches oder etwas, dass mein Gemüt sehr stark bewegt. Ich bitte also um Nachsicht, wenn es hier in Zukunft etwas ruhiger wird.

60 Jahre

60 Jahre sind eine lange Zeit. Meine Eltern machten gestern nicht den Eindruck, dass es für sie eine lang Zeit war, 60 Jahre verheiratet zu sein. Sie feierten gestern nämlich das Fest der Diamantenen Hochzeit.

Die Festivitäten begannen vormittags um 11.00 Uhr. Für einige Personen wurde ein kleiner Empfang im Clubhaus der Lübecker Ruder-Gesellschaft gegeben. Etwa 2-1/2 Stunden sassen wir gemütlich bei Schnittchen und Wein beisammen. Dann machte sich das Jubelpaar auf den Heimweg während Bernd und ich noch in die Lübecker City gingen bevor wir meinen Eltern und Bernds Mutter nach Hause folgten.

Ich hatte meiner 83-jährigen Mutter zwar versucht auszureden, am Nachmittag Kaffee und Kuchen zu Hause zu geben. Um 18.00 Uhr sollte ja bereits die grosse Feier beginnen. Ich konnte mir vorstellen, dass meine Eltern nach dem Empfang am Mittag noch etwas ausspannen müssten. Aber sie liess sich nicht davon abbringen. Einen Kuchen hatte sie bereits am Vortag gebacken. Kaffee war schnell gekocht. Und schon sassen wir in gemütlicher Runde am Tisch.

Um 17.00 Uhr war der grosse Aufbruch. Meine Eltern standen unter dem Eindruck, dass sie ein Freund der Familie zum Veranstaltungsort fahren würde. Wir hatten für sie aber eine Überraschung geplant: Sie wurden von einer Fahrradrikscha abgeholt (Fotos gibt es zurzeit nicht da wir auch einen Fotografen engagiert hatten). Wir anderen fuhren mit einem Taxi vorweg um sie am Restaurant wieder in Empfang zu nehmen.

Was meine Eltern nicht wussten: Ich hatte Familie und einige enge Freunde gebeten, sie bei der Ankunft mit der Rikscha, die ja vor dem offiziellen Veranstalungsbeginn sein würde, vor dem Restaurant zu empfangen. Die Überraschung war gelungen und die Freude auf beiden Seiten gross.

Gemeinsam ging es in den festlich gedeckten Salon der Schiffergesellschaft zu Lübeck. Der von meinen Eltern engagierte DJ war schon anwesend und machte dezente Musik. Nach und nach trafen auch die übrigen Gäste ein. Nach einer kurzen Rede meines Vaters wurde das 4-Gänge-Menü serviert:
Graved Laksrose auf einem Kartoffelpuffer
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Klares Süppchen von Steinchampignons mit Wacholderklösschen
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Zweiterlei vom Lamm mit Rosmarinsosse, grünen Bohnen und Kartoffelgratin
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Dessert Impression „Diamant“

Stilvoll wurden die diversen Gänge von Heerscharen von Kellnern und Kellnerinnen serviert. Wein wurde laufend nachgefüllt, selbst Wasser wurde von den Bediensteten nachgeschenkt. Man musste nur noch essen, trinken und sich unterhalten während im Hintergrund der DJ leise Musik auflegte.

Nach dem Dinner liessen es sich meine Eltern nicht nehmen, trotz der Gehbehinderung meines Vaters, einen Eröffnungstanz zu machen. Anschliessend wurde von fast allen Gästen fleissig das Tanzbein geschwungen.

Gegegen 01.30 Uhr war genug getanzt und getrunken. Meine Eltern wurden, mit Blumen und Geschenken überhäuft, nach Hause gebracht. Wir fuhren durch eine stürmische und regnerische Nacht zuerst nach Hamburg um dort Bernds Mutter abzusetzen und dann in unser neues Heim. Heute früh um halb vier fielen wir totmüde ins Bett.

Meine Eltern bestätigten mir noch in der Nacht, dass sie einen sehr sehr schönen Hochzeitstag hatten.

Während des Abends wurden natürlich Erinnerungen ausgetauscht, wie es denn vor 60 Jahren war. Damals gab es nichts. Um Kuchen backen zu können, mahlte meine Grossmutter 1 Zentner Weizen mit einer Handkaffeemühle zu Mehl. Schnaps wurde selbstgebrannt. Das Hochzeitskleid meiner Mutter war geliehen. Die Feier fand zu Hause bei meinen Grosseltern statt. Aber das Brautpaar wurde mit einer Kutsche zur Kirche und wieder nach Hause gefahren. Gestern musste eine Fahrradrikscha genügen.

Stippvisite

Lübeck ist auch schön. Viele Jahre meines Lebens habe ich dort gelebt und die Stadt lieben und schätzen gelernt. Aus welcher Himmelsrichtung man auch auf die Stadt zufährt – schon von weitem sieht man die Sieben Türme der 5 Stadtkirchen.

Meine Lieblingskirche ist die Marienkirche. Fünf Jahre habe ich in Sicht- und Hörweite der Kirche gewohnt. Der Klang ihrer Glocken und ihres Glockenspiels ist unverkennbar.

Anlässlich einer familiären Angelegenheit weilte ich heute für ein paar Stunden in Lübeck. Mein Weg führte auch an der Marienkirche vorbei, deren Doppeltürme sich majestätisch in den spätsommerlichen blauen Himmel reckten.

Wir sind da! (crossover)

Schnell ein kurzes Lebenszeichen.

Seit Mittwoch wohnen wir nun im Elbe-Penthouse. Wir nächtigen noch ohne Vorhänge im Schlafzimmer, haben jeden Morgen mangels einer Duschabtrennung gebadet, sind immer noch am Packen und Räumen.
Das Telefon funktioniert, das Internet nur eingeschränkt, nämlich ohne Router, so dass immer nur einer von uns Beiden online sein kann. Wir hoffen, dieses Problem in Kürze in den Griff zu bekommen.

2 Nächte haben wir allein in diesem Haus geschlafen, gestern sind auch unsere direkten Nachbarn eingetroffen.

Es gibt hier reichlich Mücken und Spinnen, aber sonst ist es wunderschön hier – wie nicht anders zu erwarten war.

Das war’s! (crossover)

Dieses ist nun der letzte Eintrag, den ich aus Hamburg veröffentliche.
Gleich werden unsere Rechner vom Netz genommen. Alles Leitungen werden beschriftet, alles wird verpackt.

Da es hier in der Wohnung total ungemütlich ist und wir nicht mal Lust haben, hier eine Pizza oder einen Croque zu essen, werden wir uns nachher aufmachen, um beim Italiener um die Ecke ein kleines Abschiedsessen zu uns zu nehmen.

Wenn alles klappt, sind wir am 13. September wieder online. Dann werde ich mich kurz melden. Wenn ihr nichts von mir hört, tja – dann war das nichts mit der Umschaltung.

Bis dann aus dem Elbe-Penthouse in Geesthacht.

Abschied (crossover)

Erst als ich heute Morgen aus dem Haus ging wurde mir bewusst, dass ich an diesem Tage das letzte Mal diesen einen Weg ins Büro gehen würde. Ab dem 1. Oktober, wenn mein erster Arbeitstag nach dem Umzug ist, wird alles anders sein.

Ich gehe immer mit offenen Augen und Ohren durch die Welt, aber heute morgen nahm ich alles noch mal bewusst war. Die Apotheke an der Ecke, die alten Villen mit dem alten Baumbestand im Graumannsweg, die Kneipen, Restaurants und Geschäfte in der Langen Reihe.

In den 10 Jahren, während der ich täglich diesen Weg ging, hat sich nicht viel verändert, aber einiges doch. Alte Häuser sind renvoviert worden, Geschäfte kamen und gingen, Inhaberwechsel bei dem Laden an der Ecke, wo ich morgens immer meine Zeitung kaufte.

Zwei besondere, wenn auch negative, Ereignisse konnte bzw. musste ich während dieser Jahre beobachten:
In der Langen Reihe hat ein Brand ein altes Haus zerstört, in dem mein Lieblings-Käse-Laden war.
Die Strasse Sechslingspforte war eines morgens gesperrt. Ich setzte meinen Schritt über eine unbestimmebare rote Spur mit irgendwelchen Krümeln. Erst später am Tag erfuhr ich aus dem Radio, dass es sich um menschlie Überreste eines Selbstmörders gehandelt hat, der in den Zwillingsreifen der Hinterachse, vom Fahrer unbemerkt, ca. 2 km durch die Stadt geschleift wurde.

Wenn man jeden Tag zur selben Zeit den selben Weg geht, dann sieht man auch immer die selben Leute, wie z.B. den Mann auf dem Fahrrad, der immer freundlich grüsst, die Türkin, die scheinbar auf dem dem Weg vom oder zur Arbeit ist, andere Menschen, die auf dem Weg ins Büro sind, der junge Mann, die Donnerstagsfrau und viele andere. Einige von ihnen waren dann plötzlich nicht mehr da – warum auch immer. Man wird meist erst ein paar Wochen später gewahr, dass man sie nicht mehr gesehen hat.

Jetzt bin ich auch einer von ihnen, von heute auf morgen weg von diesem Weg. Vielleicht vermisst mich auch Jemand nach ein paar Wochen. Der Mann auf dem Fahrad bestimmt. Wenn ich ihn heute Morgen getroffen hätte, hätte ich ihm gesagt, dass wir uns nun nicht mehr treffen werden. Im Zeitungsladen habe ich mich verabschiedet. Ich, ein kleiner Kunde nur, der immer nur eine Zeitung gekauft hat.