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Titanic

Wir hatten Frank ja überredet, wenn er schon nach Hamburg kommt, sich ausser Mamma Mia auch noch Titanic anzusehen. Um 13.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Theater neue Flora. Bernd hatte die Idee, vor der Vorstellung noch einen seiner ehemaligen Kollegen zu treffen und zu fragen, ob wir uns nach der Aufführung auf der Bühne umsehen dürfen. Während Bernd versuchte, im Backstagebereich diese Idee in die Tat umzusetzen, kaufte ich mir ein Titanic-Polo-Shirt. Das mag verrückt sein, aber ich bin nun Mal Fan.

Bernd brachte uns die freudige Nachricht, dass wir uns nach der Vorstellung den Bühnenbereich ansehen dürfen. Ausserdem hatte er erfahren, welche Strapazen das Ensemble und die Helfer und Begleiter auf sich genommen hatten, um wenige Minuten bei „Wetten dass“ aufzutreten: Abfahrt mit dem Bus nach Berlin am Samstag früh um 02.00 Uhr und zurück nach Hamburg heute früh um 02.00 Uhr. Ankunft in Hamburg heute Morgen um 06.00 Uhr. Und um 14.00 Uhr schon wieder auf der Bühne für die Nachmittagsvorstellung! Meine Hochachtung!

Die Vorstellung war wieder vortrefflich. Den Darstellern war nicht anzumerken, was sie hinter sich hatten. Im 2. Akt ist ein wunderschönes neues Stück dazugekommen, ein Duett von zwei 3.-Klasse-Passagieren, die sich auf dem Schiff kennen und lieben gelernt haben.

Am Schluss der Vorstellung liefen mir wieder die Tränen, und das noch beim 3. Mal Titanic! Auch Frank war sichtlich beeindruckt, bewegt und überwältigt.

Mamma Mia und Titanic an einem Wochenende – welch ein Kontrast!

Mamma Mia

Frank wurde alleine wach. Wir machen uns dann alle „ausgehfertig“. Um 16.30 Uhr waren alle komplett versammelt: Margreth – Bernds Mutter, Melli und ihre Eltern und Oliver, Frank, Bernd und ich. Wir machten uns auf den Weg ins Bellini. Das Essen war wieder gut und reichlich. Die Zabaione zum Nachtisch war perfekt zubereitet.

Mit der U-Bahn ging es bis zur Station St. Pauli. Dort gegenüber befindet sich das Operettenhaus, in dem das Musical „Mamma Mia“ gespielt wird. Bernd fand heraus, dass die musikalische Leitung Sebastian de Domenico hat, unser Chorpianist, der uns leider nach dem Chorfestival in Zürich verlassen wird. In der Pause und nach der Vorstellung konnten wir ein paar Worte mit ihm wechseln.

Das Musical ist ein Knaller: Die Abbasongs mit den deutschen, der Handlung entsprechenden Texten, fügen sich harmonisch ein. Die Handlung ist spritzig und witzig, enthält aber doch ein paar tiefgründige Szenen, die einen nachdenklich machen. Die Hauptrollen waren schauspielerisch und gesanglich hervorragend besetzt. Am Schluss gab es Standing Ovations. Ein Teil es Publikums tanzte bei den Zugaben mit. Gehen wir wieder hin? Aber sicher doch – wenn es nur nicht so teuer wäre!

Der Herr der Ringe – 2. Teil

Mit Bernds Mutter haben wir uns heute den 2. Teil von Der Herr der Ringe angesehen. Kann mir Jemand erklären, warum der Film den Zusatz trägt: Die 2 Türme. Ich hab es jedenfalls nicht verstanden. Aber sonst hat mir der Film hat gefallen. Ich frage mich nur, warum es notwendig ist, vor dem Film 45 Minuten (!) Werbung zu zeigen. Und zum Teil ist die alt und schlecht.

Der Eisberg

„Titanic“ – die vorletzte Previewaufführung habe ich mir heute ansehen können. Eigentlich reicht eine Bemerkung: Ein grosses Musical! Aber ein wenig mehr möchte ich doch dazu sagen:

Gänsehaut, feuchte Augen, ein wenig auch zum lächeln, ja, sogar lachen. Eine phantastische Ausstattung bezogen auf die Kostüme und die Bühne. Sehens- und hörenswert! Standing Ovations am Schluss! Es ist DER Nachfolger des „Phantom der Oper“ in Hamburg!

Spannend und dramatisch wird der Zusammenstoss mit dem Eisberg dargestellt. Ich bin begeistert. Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch am 22. Dezember.

Die letzte Previewaufführung ist vor wenigen Minuten zu Ende gegangen. Bernd muss jetzt noch die Hemden der Darsteller aufbereiten, d.h. Knöpfe und Kragen entfernen damit die Hemden gewaschen werden können.

Morgen ist die grosse Premiere mit der anschliessenden Premierenfeier, an der ich auch teilnehmen darf. Ich werde berichten, ob ich mit Sophia Loren Champagner getrunken habe (was wohl eher nicht der Fall sein wird).

Loriot

Aids-Gala in der Deutschen Oper Berlin, moderiert von Loriot – immer ein besonderes Vergnügen. Diese Aufzeichnung wurde heute Abend auf 3sat ausgestrahlt. Ich lasse mir das nie entgehen, notfalls wird die Sendung auf Video aufgezeichnet.

Mit dem ihm eigenen Humor erklärt Loriot in wenigen Sätzen den Inhalt der Oper, aus der das nächste Stück zu hören sein wird. Ich – alleine zu Hause – hab teilweise Tränen gelacht.

Besonders beeindruckend war für mich der Auftritt des behinderten Sängers Thomas Quasthoff. Er hat mit seiner wunderbaren Stimme die Arie „An den Abendstern“ aus der Oper „Tannhäuser“ gesungen. Seine sehr auffällige Behinderung rückte vollkommen in den Hintergrund.

Dagegen war Montserrat Caballé mit ihrer Person sehr präsent auf der Bühne. Sie ist ja auch nicht zu übersehen. Ihre Stimme ist noch immer glockenrein aber ich hatte den Eindruck, sie hat an Kraft verloren. Kein Wunder bei den Massen, die sie schleppen muss. Der Anblick ihrer Hände war nicht sehr ästhetisch: wabbelig und wurstig! Trotzdem mag ich ihre fröhliche und unbekümmerte Art, die sie bei vielen Fernsehauftritten an den Tag gelegt hat.

Leider wird diese Sendung immer stark zusammengeschnitten. Beim Finale sind Künstler auf der Bühne, deren Auftritt nicht gesendet wurde. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Thomas Quasthoff, Montserrat Caballé und Agnes Balzar nur einen Auftritt bei so einer hochkarätigen Veranstaltung haben.

Die Götter waren einsichtig

Morgens bin ich noch ohne Regen ins Büro gekommen. Irgendwann vormittags begann es dann wieder: Regen – Regen – Regen! Und heute Abend sollten wir nach Eutin! Jede Stunde schaute ich mir das Regenradar bei www.wetteronline.de an. Ein Regengebiet lag über Hannover. Das interessierte mich weniger. Eine andere Regenfront verlief wie in schmales Band von Hamburg Richtung Norden nach Schleswig-Holstein. Dieses Regengebiet machte mir Sorgen, grosse Sorgen, insbesondere deshalb, weil es seine Lage überhaupt nicht veränderte.

Das Problem war: Was zieht man an? Was nimmt man mit? Ich entschied mich für Jeans, Hemd, Pullover und Jacke. Entsprechend der aktuellen Wetterlage am Abend ist alles kombinierbar. Dazu Müllsäcke um sie bei Regen über die Beine zu legen und Handtücher, um damit die Sitze abzuwischen. Für die Pause durfte eine Flasche Sekt nicht fehlen. Bernd hatte den Auftrag, Sandwichs zu machen.

Ich verliess das Büro um 15.30 Uhr, vorher noch ein kurzer Blick auf das Regenradar: Keine Veränderung! Obwohl hier in Hamburg hatte es inzwischen aufgehört zu regnen. Ein gutes Zeichen? Abwarten!

Wir packten unsere Sachen zusammen, die 2 Rucksäcke füllten, und das nur für einen Abend. Als wir zum Auto gingen, begann wieder ein leichter Nieselregen. Es war 16.15 Uhr. Dir Vorstellung sollte um 20.30 Uhr beginnen. In 4 Stunden kann sich noch viel ändern. Ausserdem liegt Eutin ca. 100 Km nördlich von Hamburg. Dort kann das Wetter ganz anders sein.

Unser Ausflug begann mit einem Stau auf der Autobahn! Um 17.00 Uhr wollten wir Oliver und Melli in Lübeck treffen und mitnehmen. Na, das fängt ja gut an. Ca. 15 Minuten haben wir verloren. Per Handy verständigten wir uns, dass es später werden würde. Auf der Fahrt nach Lübeck verstärkte sich der Regen. Ich sah die Aufführung heute Abend schon ausfallen. Kurz vor Lübeck war die Autobahn plötzlich trocken. Ein Hoffnungsschimmer! Auch die Weiterfahrt nach Eutin verlief ohne Regen.

Wir hatten uns vorgenommen, in einem Chinarestaurant, dass in der Nähe der Waldbühne liegt, zu essen. Wir hatten nicht reserviert, aber es war noch ein Tisch für uns frei. Das Essen und der Service war gut, so wie ich es in Erinnerung hatte. Es ist bestimmt 6 Jahre oder länger her, dass wir in Eutin gewesen sind. Plötzlich bemerkten wir, dass der Regen wieder eingesetzt hatte! Wir machten uns gegenseitig Mut: Es wird schon stattfinden!

Es war soweit, auch wir mussten uns auf den Weg zur Waldbühne machen. Und es regnete nicht mehr. Aus dem Wagen holten wir unsere Rücksäcke. Meinen Pullover liess ich im Wagen. Die Jacke reichte mir. Von allen Seiten strömten die Leute herbei, bepackt mit Taschen, Decken, Kissen und Körben. Der Weg zur Bühne war teilweise mehrere Zentimeter tief aufgeweicht. Es war noch hell und man konnte ausweichen. In Gedanken war ich aber schon auf dem Rückweg. Das würde schwierig werden.

Schnell fanden wir unsere Plätze. Sie Schalensitze waren natürlich nass. Die Handtücher kamen zum Einsatz bevor wir uns hinsetzen konnten. Dann beobachteten wir das Treiben um uns herum. Langsam füllte sich die Tribüne. Die Zuschauer säuberten die Sitze, bereiteten Matten und Folien aus. In der Reihe vor uns wurde Kaffee ausgeteilt. Es herrscht in Eutin immer eine sehr ungezwungene, ja fast familiäre, Atmosphäre. Das Beobachten der Leute ist für mich ein Teil des Abends, der das Erlebnis „Oper in Eutin“ ausmacht.

Die Aufführung begann pünktlich. Die Musik wurde durch eine Plane, die den Orchestergraben abdeckte, etwas gedämpft, was aber dem Genuss nicht schadete. Die Sänger waren durchweg gut bei Stimme. Lieber Leser, Du musst bedenken: Hier wird nichts technisch verstärkt! Die Stimme muss also schon ein gutes Volumen haben, um in freier Natur den Zuschauer zu erreichen.

Interessant ist die Darstellerin der Königin der Nacht. Sie hat eine der schwierigsten Arien der Opernliteratur zu singen. Ihre erste Arie, „O zittre nicht, mein lieber Sohn“ war etwas unsicher.
Meine Aufmerksamkeit galt den Sängern, die die Bühne seitlich über den abschüssigen, nassen Rasen betraten oder verliessen. Sie mussten wohl Spikes an den Schuhen haben, keiner rutschte aus! Oder haben die das geübt?

In der Pause knallten um uns herum die Sektkorken – unser auch – und Snacks wurden verteilt. Die wenigsten Zuschauer verliessen die Tribüne. Nur wenige versorgten sich am Getränke- bzw. Imbissstand.

Nach der Pause beginnt der für mich schönste Teil der Oper. Die Königin der Nacht brachte ihre Arie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ mit Bravour und ohne Fehler über die Runden. Die Koloraturen waren klar und ohne Fehler. Eine tolle Leistung! Auf der Tribüne war es still, kein Rascheln von Regenkleidung, nichts. Selbst der Wind war für ein paar Minuten nicht zu spüren, das Laub der Bäume raschelte nicht. Es war, als wenn die Natur diesen wunderbaren Tönen zuhörte.


Die Zauberflöte ist eine der wenigen Opern mit Happyend, durch die Unterstützung der Götter. Die Götter hatten einen sehr positiven Einfluss auf diesen Abend. Während der ganzen Aufführung fiel kein Tropfen Regen! Der Regengott hatte wohl mal Kaffeepause gemacht.

Nach der Vorstellung strömte eine dichtgedrängte Menschenmasse durch den spärlich beleuchteten Park über schlammige Wege zu Bussen und Autos. Wie ich befürchtet hatte, war es kaum möglich, den Pfützen auszuweichen. Wehe den Damen, die mit leichtem Schuhwerk unterwegs waren, und es waren einige unterwegs! In der Eutiner Oper kommt es nicht auf Schönheit an sondern auf Zweckmässigkeit!

Kurz vor Lübeck begann ein leichter Nieselregen. Ich verdrängte die Frage, ob es in Eutin jetzt auch wieder regnen würde. Wir hatten jedenfalls einen schönen Abend – ohne Regen. Unser Müllsäcke konnten im Rucksack bleiben.

Wir setzten Oliver und Melli in Lübeck wieder ab und verabschiedeten sie in den Urlaub. Sie fliegen morgen für 2 Wochen nach Fuerteventura. Dort ist es sicher wärmer und trockener als in diesem Sommer hier in Norddeutschland.

European Song Contest

Man mag darüber denken wie man will, aber für uns gehört der Grand Prix zu den Veranstaltungen, die wir uns nicht entgehen lassen. Meistens schauen wir uns die Sendung im Rahmen einer Grand-Prix-Party an, die ein Mitglied des Chores arrangiert. In diesem Jahr hatte Kai eingeladen. Er bewohnt zusammen mit seinem Freund in Haus in Altona. Er hat den gesamten Chor eingeladen und noch Freunde dazu.

Ich weiss nicht, wie viele Leute anwesend waren, aber es waren bestimmt über 30 Personen. 5 Fernsehgeräte waren aufgestellt: Jeweils eins in den Wohnräumen und in der Küche und ein Gerät auf der Terrasse. Klar, in der Küche gab es was zu Essen, Kartoffelsalat und Würstchen und auf der Terrasse waren die Getränke. So war man immer über das Geschehen in Tallinn informiert.

Das Ergebnis war ja entgegen allen Erwartungen. Die Favoriten sind alle nicht zum Zug gekommen. Beim Auftritt von Corinna May war mir nach den ersten 3 Takten klar, dass sie nicht den 1. Platz bekommen würde. Sie war zu nervös, traf die Töne nicht richtig.

Der Siegertitel gefällt mir gut. Er hat zwar Ähnlichkeiten mit „Daylight in your eyes“ und „Mambo No. 5“, aber er geht ins Ohr, nicht anspruchsvoll aber tanzbar. Was will man auch erwarten vom sogenannten Grand Prix? Allerdings war die Wiederholung nach der Preisübergabe auch nicht sehr sauber. Andere Gewinner haben sich da schon mehr Mühe gegeben.

Spannend war ja die Stimmabgabe in Bezug auf Malta und Lettland, insbesondere deshalb, weil unser Chorpianist von Malta kommt. Der Arme war ganz aufgeregt und dann am Ende doch ein wenig enttäuscht.

Kai hatte für alle Gäste einen Abstimmungsbogen vorbereitet. Wer den Siegertitel richtig tippt sollte einen Preis bekommen. Es gab dann 2 Sieger. Bernd ist einer von ihnen. Der Preis wurde vorerst geteilt: Eine CD mit Grand Prix Titeln und ein passendes Buch dazu. Bernd bekam die CD. Das Buch dazu bekommt er nachträglich.

Die Party löste sich nach dem Ende der Übertragung langsam auf. Einige der Gäste wollten sicher noch auf die Piste und was erleben. Bernd und ich waren ca. um 01.30 Uhr die letzten Gäste.

Opernkarten

Vor einigen Jahren haben wir gelegentlich die Eutiner Festspiele besucht. Dort werden in den Monaten Juli und August unter freiem Himmel auf einer einzigartigen Naturbühne Opern, Operetten und Musicals aufgeführt. Wir haben dort so manchen netten Abend erlebt. Die Atmosphäre ist sehr familiär. Das Publikum erscheint mit Decken, Kissen und Picknickkörben, bzw. wenn das Wetter es notwendig macht, mit Schirmen und Regenzeug. Es kann geschehen, dass eine Aufführung wegen Regen abgebrochen werden muss. Passiert das vor der Pause, gibt es das Eintrittsgeld zurück. Wenn nach der Pause abgebrochen werden muss, hat man halt Pech gehabt.

Ich erinnere mich an eine Aufführung der komischen Oper „Der Barbier von Sevilla“. Es fing nach der Pause an zu regnen. Glücklicher Weise wurde die Vorstellung nicht abgebrochen obwohl wir eigentlich ziemlich nass waren. Am Ende der Aufführung applaudierten die Sänger dem Publikum, dass es im Regen ausgehalten hat.

Bereits im vorigen Jahr hatte ich die Idee, wieder Mal die Festspiele in Eutin zu besuchen. Leider war ich mit der Idee ziemlich spät und es gab keine Karten mehr.

Durch ein Gespräch im Chat über Opern im Allgemeinen erinnerte mich heute an Eutin. Ein paar Klicks im www und ich war auf der Homepage der Eutiner Festspiele. Zuerst prüfte ich den Spielplan: Die Zauberflöte, Ein Maskenball, Der Zigeunerbaron. Der Maskenball schied aus, den möchte ich Bernd nicht zumuten. Der Zigeunerbaron schied auch aus, das ist zu banal. Aber Die Zauberflöte, das ist nett, nicht zu schwer und nicht zu leicht, gerade richtig.

Ich weiss, dass Oliver immer gerne mit nach Eutin gekommen ist. Also anrufen: Habt ihr Lust? Warum hab ich eigentlich erst angerufen, es war mir klar, dass er Lust hat. Melli auch. Wir brauchten uns nur noch über den Termin zu verständigen. Wie ist das doch alles einfach in der heutigen Zeit mit dem Internet.

Ein Termin, für den es noch reichlich Karten gab, war schnell gefunden. Die Samstagsvorstellungen sind schon wieder so gut wie ausgebucht. Sonntag passt nicht so gut, wenn man am nächsten Tag wieder arbeiten muss. Aber ein Freitag, das geht. Also: Am 19. Juli erleben wir die Premiere der Zauberflöte in Eutin unter freiem Himmel. Ich werde berichten.

Oscar

Die Vorfreude auf diese Nacht war gross und wurde nicht enttäuscht.

Oliver kam schon am Nachmittag und wollte noch eine paar Dinge an unseren Rechnern machen, was dann leider nicht ging. Um 19.30 Uhr trafen wir uns mit Harald zum Essen im „Flickenschildt“, ein Kneipenrestaurant mit einer einfachen Speisekarte. Es gibt nur Toasts oder Gerichte mit Bratkartoffeln, dazu kalte Beilagen, z.B. Sauerfleisch. Die Bratkartoffeln sind phantastisch.

Von dort fuhren wir zum Cinemaxx-Kino. Hier stiess Matthias zu uns, er hatte vorher noch einen Auftritt.

Um 22.00 Uhr wurde das Foyer geöffnet. Da es keine reservierten Plätze gab, stürmte alles gleich in den grossen Kinosaal, ohne sich um den angebotenen Welcomedrink, ein Glas Sekt, zu kümmern. Nachdem der erste Ansturm vorbei war, gingen Bernd und Harald und holten uns ein Glas Sekt. Wir stiessen auf eine schöne Nacht an.

Es wurde dann ein ganz fürchterlicher Film gezeigt: „Jay and silent Bob kehen zurück“. Es sollte wohl witzig sein, ein paar Leute konnten auch darüber lachen. Aber es war eigentlich nur peinlich.

Anschliessend konnte man sich im Foyer am Büffet bedienen. Die Auswahl war nicht sehr gross, dafür aber ausreichend und das Angebotene war Schmackhaft. Ausserdem gab es Kaffee umsonst, und das die ganze Nacht.

Ca. um 02.00 Uhr begann dann die Übertragung aus Los Angeles. Es beginnt immer mit der Red Carpet Show, sozusagen der Einmarsch der Stars. Einige von ihnen werden von den Fernsehteams zu einem Mini-Interview gebeten. Für Pro7 stand Steven Gätjen am roten Teppich. Im Studio gab Susann Atwell ihre Kommentare ab. Beide sind so schlecht, dass es schon wieder gut und fast Kult ist. Wir zusammen mit dem restlichen Publikum im Kinosaal hatten unseren Spass.

Die Oscar-Verleihung wurde in diesem Jahr wieder von Whoopi Goldberg moderiert. Am Beginn der Show schwebte sie vom Theaterhimmel ein. Sie macht es phantastisch, gelegentlich mit ein paar kleinen Sticheleien. Alleine sie ist es wert, sich die Show anzusehen.

So eine Nacht ist doch ziemlich lang. So hatte ich doch grosse Mühe, bei der Dankesrede von Robert Redford meine Augen aufzuhalten. Jegliche Müdigkeit verschwand allerdings, als Halle Berry als Gewinnerin des Oscars für die beste Schauspielerin feststand. Sie war ja wohl fast einem Nervenzusammenbruch nahe. Minutenlang bekam sie kaum ein Wort heraus. Ihre Tränen liefen, sie stammelte. Im Gegensatz zu manchem Gewinner, der abgeklärt den Oscar in Empfang nahm und den Dank vom Zettel ablesen musste, war ihr Auftritt sehr erfrischend, geladen mit Emotionen – es war einfach schön.

Als wir das Kino verliessen, morgens um kurz vor 07.00 Uhr, schien die Sonne. Der Berufsverkehr rollte durch Hamburg, in den wir uns einreihten, um nach Hause zu fahren. Ich war im Badezimmer genau zur gleichen Zeit, als wenn ich zur Arbeit muss. Wir fielen ins Bett und haben bis ca. 10.00 Uhr geschlafen. Aufgestanden sind wir erst später!