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Ein Theaterbesuch


Gestern hatte ich ja über das Musical Wicked berichtet, welches wir uns während einer ersten Aufführung nach 17 Monaten in einem Theater angeschaut hatten. Wie lief das denn jetzt ab?

Ein paar Tage vor der Vorstellung erhielten wir vom Veranstalter Stage Entertainment eine Mail mit ausführlichen Anweisungen und Informationen. Stage Entertainment hat sich für die Version „3G“ entschieden, also man muss entweder geimpft, genesen oder getestet sein, um das Theater betreten zu dürfen und sich die Vorstellung anschauen zu können.

Bereits an der Treppe zum Haupteingang waren seitlich am Geländer Aufkleber, mit denen es möglich ist, mit der „LUCA-App“ oder mit „Darfichrein“ die Kontaktdatenerfassung zu vollziehen. Große Aufsteller standen zusätzlich unübersehbar direkt vor den Türen.

Nach dem Betreten des Eingangsbereichs mussten die Hände desinfziert werden, was nach der Anreise mit Bus und Bahn sicher auch notwendig ist. Dann wurde der G-Status kontrolliert und nach der Kontaktdatenerfassung gefragt, welche bei uns nicht kontrolliert wurde. Wir sehen wohl vertrauenswürdig aus.

Im gesamten Theater müssen die Masken getragen werden, auch am Platz.

Wir hatten ja „Open Bar“ gebucht, d.h. ab einer Stunde vor dem Vorstellungsbeginng und in der Pause sind die angebotenen Getränke im Barpreis inkludiert. Vor Corona war es so, dass jemand herumkam und nach den Getränkewünschen fragte. Auf den Tischen standen kleine Schalen mit Knabbererkram. Getränkewünsche werden jetzt am Tresen entgegengenommen und dort auch ausgehändigt. Man bekommt 2 geschlossene Tütchen mit Knabberkram mit. Im Bereich für die Open Bar darf man die Masken abnehmen, macht ja auch Sinn.

Auf den Toiletten ist jedes zweite Waschbecken und jedes zweite Urinal gesperrt.

Im Parkett ist die gesamte 1. Reihe gesperrt. In den anderen Reihen gibt es immer 2 zusammenhängende und dazwischen 2 leee Plätze. In den Reihen davor und dahiner sind die verkauften Plätze immer versetzt. Das Theater ist also maximal nur halb besetzt.

Ein Theater ist ein sehr kostenintensiver Betrieb. Stage Entertainment versucht mit den aufgestellten Regeln, den Betrieb aufrechzuerhalten und Künstler, Personal und Gäste vor Corona zu schützen.

Der Tag danach

Die Bundestagswahl 2021 ist gelaufen, und zwar so, wie ich befürchtet, aber nicht gehofft hatte. Hoffen kann man ja immer. Das vorläufige Ergebnis besagt, dass die SPD die Wahl gewonnen hat, der Abstand zur CDU aber nicht allzu groß ist. Jetzt wird es erstmal Sondierungsgespräche zwischen den Parteien geben, die eine Regierungskoalition stellen können. Das rot-rot-grüne Gespenst, vor dem die CDU gewarnt hatte, wäre trotz des Absturzes der Linken möglich. Davon ist aber im Moment keine Rede.

Am Wahlabend beanspruchte Armin LuscheLaschet die Regierungsbildung für sich. Woher er den Auftrag dazu bekommen hatte, bleibt sein Gemheimnis. OK, wenn sich SDP, Grüne und FDP nicht einigen, könnte er immer noch Kanzler werden. Es besteht auch die Möglichkeit, dass sich die 3 Parteien einigen unter der Voraussetzung, dass die CDU einen anderen Kanzler zur Wahl stellt.

Egal wer mit wem – es wird vermutlich lange dauern, bis Deutschland eine neue Regierung hat. Solange bleibt Angela Merkel geschäftsführend im Amt. Vielleicht muss sie Weihnachten eine weitere Weihnachtsansprache halten.

Ein positives Ergebnis der Wahl: Hans-Georg Maaßen hat den Einzug in den Bundestag nicht geschafft. Jetzt kann er sich ganz ungezwungen den Kackblauen anbiedern.

Male deine Briefmarke


Briefe verschickt man ja nur noch selten, allenfalls Weihnachtskarten. Ab und zu ist es aber doch notwendig, dass man zum Briefumschlag greifen muss, um dort ein mit der Hand ausgefülltes Formular einzutüten, welches dann auf dem Postweg versendet werden muss. Ja, sowas gibt es noch. Eine große Hamburger Wohnungsgesellschaft stellte dieses vorsintflutartige Ansinnen an meinen Mann. Es ging um die letzte Nebenkostenabrechnung seiner im letzten Jahr verstorbenen Mutter.

Briefumschläge haben wir für solche Fälle vorrätig, aber keine Briefmarken. Wegen einer Briefmarke sich in der Warteschlange bei der Post einzureihen, ist irgendwie lächerlich. Briefmarken auf Vorrat zu Hause zu haben, ist auch sinnlos. Wir haben schon erlebt, dass es zwischenzeitlich eine Portoerhöhung gab und wir uns wegen wenigen Cents doch zum Postamt begeben mussten, um das Briefporto zu ergänzen.

Es gibt aber eine andere Möglichkeit. Mittels einer App kann man einen Code generieren, den man dann handschriftlich auf den Briefumschlag malt, und zwar an der Stelle, auf die man sonst die Briefmarke pappt. Da hat die Deutsche Post mal was tolles entwickelt.

Hochzeitstag


Gestern hatten wir unseren 7. Hochzeitstag. Den wollten wir im Rahmen eines kleinen intimen Dinners in einem Restaurant begehen. Griechisch essen wir mehrmals im Jahr, wir wollten also mal was anderes ausprobieren.

Das Ristorante Veneto gibt es schon etwas länger in der kleinen Stadt an der Elbe. Einige positive Meldungen wurden uns schon zugetragen. Warum nicht mal was neues ausprobieren? Mein Gemahl war einverstanden, dass ich dort 2 Plätze reserviere.

Zusammen mit der Speisekarte wurde uns ein Prosecco serviert, vom Haus. Das war schon mal sehr positiv. Die Speisekarte hatten wir uns schon zu Hause online angeschaut. Deshalb war die Wahl der Speisen schnell erledigt.

Das Vitello Tonnato zerging auf der Zunge, die Thunfischsauce war sehr ausgewogen. Beim Mozzarella Caprese kann man eh nicht viel falsch machen. Mein mir seit 7 Jahren angetrauter Gatte war von seiner Calzone begeistert. Aus der Rubrik Carne hatte ich mir Rumpsteak mit Tomaten, Kapern und Oliven ausgesucht. Das Fleisch war zwar zart, aber außenherum etwas fest, vielleicht gehört das so. Insgesamt war das Gericht aber sehr schmackhaft.

Carne Dolci durften natürlich nicht fehlen. Wir hatten uns für das hausgemachte Tiramisu entschieden. Etwas mehr Süße hätte dem Tiramisu gutgetan, uns hat es trotzdem gemundet.

Bevor wir die Rechnung präsentiert bekamen, wurden wir gefragt, ob wir noch einen Prosecco oder eine Grappa wünschten, aufs Haus! Wir entschieden uns für Grappa.

Auf dem Heimweg stoppte ich noch beim Eisdealerdieler und holte mir mit 2 Kugeln Eis die entgangene Süße. In den Schalen waren kurz vor Schluss nur noch wenig Eis. Es war ja nun eh egal, mir wurde reichlich Eis in die Waffel geschmiert, das Zeug musste ja weg. Aus Erfahrung weiß ich, dass 2 Kugeln, die ja eigentlich keine Kugeln sind, bis kurz vor die Haustür reichen. Gestern Abend musste ich ein wenig schneller schlecken.

Die Eisdiele wird nach vielen Jahren leider schließen. Im Restaurant Veneto sind wir aber nicht zum letzten Mal gewesen.

Übrigens: Ich habe mal gelesen, dass man Speisen auch essen kann ohne sie vorher zu fotografieren.

Zu blöd für Briefwahl

Unsere Briefwahlunterlagen waren eingetroffen. Damit diese rechtzeitig vor der Wahl im Wahlamt eintreffen, haben wir heute gewählt und wollten den roten Umschlag in den Postkasten beim Supermarkt unseres Vertrauens einwerfen.

Ich machte also mein Kreuz, steckte den „Kreuzschein“ in den blauen Umschlag und leckte diesen ordnungsgemäß an, um ihn zu verschließen. Dass das Blaue ins Rote gehört, weiß man ja. Also steckte ich den blauen Umschlag mit dem „Kreuzschein“ in den roten Umschlag, den ich ebenfalls ordnungsgemäß anleckte um ihn zu verschließen. So, geschafft.

Währenddessen machte Bernd seine Kreuze und stellte dann fest, dass der unterschriebene Wahlschein ebenfalls in den roten Umschlag gehört. Ohchottochottochott, wat nu? Mein Wahlschein war nämlich nicht im roten Umschlag sondern lag noch auf dem Tisch. Das Ding war doch nur das Anschreiben zur Sendung mit den Wahlunterlagen, hab ich also gar nicht erst angeschaut. Eine vorsichtige Operation mit einem scharfen Messer konnte nicht helfen, der rote Umschlag wäre zerstört worden, was beim Wahlamt sicher nicht gut angekommen wäre.

Jetzt muss ich also doch am Wahltag zum Wahlraum. Dort präsentiere ich den ausgefüllten und unterschriebenen Wahlschein und bekomme, nach dem Vergleich des Wahlscheins mit meinem Personalausweis, einen Stimmzettel ausgehändigt, auf dem ich dann meine Kreuze schlagen, äh, machen darf. Na gut, ein ca. 5-minütiger Sonntagsspaziegang kann ja nicht schaden.

Stollenwand


Ist das zu glauben? Es werden schon Stollen angeboten im Supermarkt. Und wie man sieht, wurde da auch schon zugegriffen. Wer isst bitte jetzt schon Stollen? Mein Schatz und ich haben gestern auf der Terrasse gesessen, Kaffee getrunken und Torte gegessen. Mir würde nie nie nie in den Sinn kommen, jetzt schhon Stollen zu kaufen, oder anderes Weihnachtsgebäck. Auch im Oktober noch nicht. Im November könnte ich mal darüber nachdenken, aber nur vielleichtgegebenenfallsunterumständen.

Auf der Terrasse blühen noch die Sommerblumen, ich habe noch nicht mal Herbstbepflanzung angeschafft. Und da wird schon Stollen angeboten! Ich habe es schon bei anderen Gelegenheiten erwähnt: Wenn ich sowas im Supermarkt sehe, würde ich am liebsten mit Anlauf in so ein Regal springen.

Ein Ex sagt, was Sache ist

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck äußert sich auf einer Tagung in Rostock über Impfgegner. Er tituliert sie als Bekloppte. Dem kann ich nur zustimmen. Endlich mal ein Politiker, auch wenn er nicht mehr im Amt ist, der kein Blatt vor den Mund nimmt und die Wahrheit sagt. Meine Hochachtung.

Gauck hat hinterhergeschoben, dass er jetzt ja Rentner sei und nicht mehr auf jedes Wort achten muss. Als Bundespräsiden im Amt hätte er die Wortwahl „Bekloppte“ nicht benutzt, jedenfalls nicht öffentlich.

Eine Tagesdecke?


Früher war es üblich, dass die Betten tagsüber mit einer Tagesdecke abgedeckt wurden. Ich habe mir damals keine Gedanken darüber gemacht, warum das so war, aber das gehörte so, so meine Wahrnehming. Aber warum? Man hat doch nicht im Schlafzimmer gewohnt. Die Plumeaus und Pfühle mussten nicht versteckt werden. Es wurden ja auch keine Gäste im Schlafzimmer empfangen. Aber das möchte ich jetzt nicht weiter eruieren (ach was bin ich heute gebildet).

Seit ein paar Tagen haben die Katzen unser Bett als Schlafstatt entdeckt. Mal zu zweit, mal allein. Sieht ja auch süß auch, wenn da so ein Fellknäul auf dem Bett ruht. Der Nachteil: Unsere 2 haaren. Sie haaren wie verrückt. Und der Bezug ist gierig danach, Katzenhaare zu speichern. Vor dem Schlafengehen wird also jedes Mal die Bettdecke enthaart. Dafür haben wir eine sehr effektive Rolle. Das Ding ist wirklich toll.

Nun hatte ich die Idee, das Schlafengehen zu vereinfachen. Einfach eine Tagesdecke, möglichst ein Motiv mit Schiffen (nicht eine Tagesdecke zum Einschiffen), darüber legen. Mein Mann rollte mit den Augen als ich ihm dem Vorschlag unterbreitete. Der war ich nicht wirklich ernst gemeint, also der Vorschlag. Meinen Mann nehme ich schon ernst.

Meine Großeltern hatten einen Kater, schwarz mit einem weißen Lätzchen und weißen Pfoten. Petschi hieß der. Und im Schlafzimmer meiner Großeltern gab es auch eine Tagesdecke, irgendwas mit Ranken und Blümchen, wir hatten ja nichts. Aber Petschi scherte sich einen Dreck um die Tagesdecke. Er lag nicht auf der Decke. Er kroch lieber unter die Decke und lag dann direkt auf dem Federbett. Über der Tagesdedecke wölbte sich dann eine Beule weil der Kater nämlich unter der Decke lag.

Also such ich gar nicht erst nach einer Tagesdecke mit einem maritimen Motiv. Die Katze tut eh was sie will, ob mit oder ohne Tagesdecke.

Entfolgt

Instagram ist ein Sammelbecken von vielen Interessen, welche von den Usern als Fotos oder Videos eingestellt werden. Zusätzlich zum Fotoalbum gibt es die Stories. Das, was dort veröffentlicht wird, ist 24 Stunden sichtbar.

Instagram ist auch ein Sammelbecken für viele verschiedenen Menschen. Durch die Interessen findet man zusammen, man tauscht sich aus – mit einigen weniger, mit anderen mehr. Manchmal folgt man einigen Usern, schaut sich an, was sie zeigen oder sagen. Man kann es kommentieren oder „liken“, oder einfach ignorieren. Klick, der nächste User bitte, was gibt es bei XY zu sehen?

Heute ging es in einer Story um das Impfen. Die Familie veröffentlichte in ihrer Story ein Statement irgendeines Professors, der meinte, es wäre eine Impflicht durch die Hintertür eingeführt worden und dass das nicht der Verfassung entspräche. Wer solche Meinungen kommentarlos weiterverbreitet, schließt sich dieser Meinung an. Sowas kann wie eine Lawine durch die sozialen Medien gehen. Einer nimmt das auf, mehrere andere sehen bzw. lesen das, verbreiten es weiter – und die Lawine rollt.

Über die Chatfunktion diskutierte ich mit der Dame, welche die Meinung des Professors weiterverbreitet hatte. Es stellte sich heraus, dass sie selbst gegen das Impfen gegen Corona sei. Auf meine Nachfrage, warum das so ist, erhielt ich die Antwort – Zitat: „Weil es ein Virus ist und ich davon überzeugt bin, dass wir dieses Virus ohne Probleme überstehen würden.“ Ob sie mit „wir“ ihre Familie meint oder die Bevölkerung im allgemeinen, weiß ich nicht. Aus einer früheren Bemerkung weiß ich, dass sie auch gegen die Maskenpflicht ist.

Meine Antwort – Zitat: Das ist Dummheit pur. Dann tut es mir leid, diese Einstellung kann und will ich nicht akzeptieren. Damit entfolge ich euch jetzt. Bleibt gesund.

Ein Klick – und sie waren aus meiner Liste verschwunden. Ich habe diese Familie inzwischen auch blockiert. Mit solchen Leuten will ich wirklich nichts zu tun haben.

Was war noch Karstadt?

Wie zu lesen ist, wird Karstadt, ebenso wie Kaufhof, ab Ende Oktober aus dem Straßenbild in Deutschland verschwinden.

Ich lese gerade einen Kriminalroman, in dem Karstadt erwähnt wurde. Da fiel mir ein, dass es irgendwann junge Menschen geben wird, die fragen „Häh?“ wenn die Älteren über Karstadt reden. Und irgendwann wird niemand mehr wissen, wer oder was Karstadt war. Da fällt mir ein: Kennt jemand noch Kepa?

Mit Kaufhof wird es genauso ablaufen. Ich stamme ja aus einer Stadt, da gab es nur Karstadt, und Kepa. Kaufhof gab es dort nicht. Aber Karstadt war DER Magnet in der City von Lübeck. Dort gab es alles. Karstadt war ein Begriff. Wenn jemand von Karstadt sprach, hatte man gleich das große Gebäude in der Innentadt vor Augen. Herrje, Karstadt, das ist eine Institution, oder war. Karstadt kann doch nicht einfach verschwinden. Karstadt ist Kultur! Und bald schon soll Karstadt Geschichte sein? Ich kann es nicht glauben.