Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Wieder mal umgefallen

Das kennt man von der FDP ja schon seit Jahrzehnten: Das Geschwätz von Gestern ist nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben wurde. Umfallerpartei wird sie genannt, man kann fast sagen seit Generationen.

Die neueste Nachricht aus der FDP-Zentrale: Steuersenkungen sind derzeit nicht möglich. Und das weiss man dort erst heute? Weil sich die Rahmenbedingungen innerhalb der letzten drei Wochen dramatisch verändert haben, gibt es nun keine Steuersenkungen.

Hallo Herr Westerwelle! Für wie dumm halten sie uns eigentlich? Wer mit halbwegs offenen Augen und Ohren die Situation bei uns im Land verfolgt, wird doch nicht im Ernst damit gerechnet haben, dass die von Ihnen angstrebten Steuersenkungen möglich sind, jedenfalls nicht für den normalen Arbeitgeber. Steuergeschenke machen Sie ja nur ihren Lobbyisten, wie z.B. den Hoteliers.

Wieder mal fällt die Partei um. Es wird Zeit, dass dieser Verein in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Leider ist das Gedächtnis der Wähler ziemlich kurz. Ich möchte noch mal daran erinnern, dass die Partei jahrelang einen vorbestraften Vorsitzenden hatte!

Das tat gut


Nach langer Abstinenz zeigte sich heute endlich wieder die Sonne. Trotzdem war es recht frisch. Ein längerer Aufenthalt auf der Terrasse war wegen des starken Sturmes nicht möglich. Meinen Sonntagsespresso musse ich im Wintergarten nehmen, allerdings bei weit geöffneten Türen.

Einige Male wagte ich es doch, meine Nase in den Wind zu stecken und nachzuschauen, ob endlich der Wein und das Feigenbäumchen ausschlagen. Mehr als ahnen lässt sich da zurzeit noch nichts. Es ist und war einfach noch zu kalt.

Heute Abend musste ich dann aber doch noch mal raus. Wir packten uns Altpapier und leere Flaschen, die wir auf unserem Weg zur Elbe in den bereitgestellten Sammelcontainern entsorgten. Wenige Augenblicke später standen wir am grossen Fluss. Bernd fragte, ob ich die Kamera dabeihabe. Natürlich hatte ich. Ich gehe doch nicht ohne Kamera aus dem Haus. Er schoss dann das obige Foto von mir: Ich am grossen Fluss in der Abendsonne.

Ein positiver Schritt

In Amerika wurde eine lesbische Frau zur Bischöfin der Anglikanischen Episkopalkirche geweiht – ausgerechnet im konservativen Amerika.

Nun gibt es ja in den Vereinigten Staaten viele verschiedene Kirchen. Es ist aber so, dass die Kirche, der diese Bischöfin angehört, nicht gerade wenig Anhänger hat. Weltweit sind es ca. 77 Millionen, in den USA etwa 2,1 Millionen.

Es lässt sich ja denken, dass der Schritt, eine bekennende lesbische Frau zur Bischöfin zu weihen, nicht kritiklos vonstatten geht. Trotzdem – es ist ein guter Weg, der dort gegangen wurde, auch wenn es erst der Anfang eines langen Weges ist.

Das Klavier schleppt!

Diese Worte sagt Florence Foster Jenkins während der Proben zu ihrem Pianisten. Florence Foster Jenkins, eine reiche Amerikanerin, die trotz wochenlanger Proben ihrer ach so geliebten Arien keinen Ton trifft und doch von ihrer Sangeskunst überzeugt ist.

Gestern Abend stand Desiree Nick als Florence Foster Jenkins auf der Bühne des St. Pauli Theaters in dem Stück Souvenier. Selten habe ich so gelacht im Theater – und doch, am Ende bleibt einem das Lachen im Hals stecken: Florence Foster Jenkins erkennt bei der letzten Zugabe ihres legendären Konzerts in der New Yorker Carnegie Hall, dass sie vom Publikum ausgelacht wird. Enttäuscht bricht sie zusammen. Ihr Pianist Cosme McMoon hat Mühe, die Frau mit Worten wieder aufzurichten. Völlig derangiert reisst sie sich die Perücke vom Kopf. Darunter kommt eine alte Frau mit dünnem grauen Haaren, ja fast Glatze, zum Vorschein, bizarr traurig, mitleiderregend.

Florence Foster Jenkins konnte wirklich nicht singen. Es muss eine Kunst sein, bewusst falsch zu singen. Das gelingt Desiree Nick vortrefflich. Und nicht nur das: Die Frau kann grosses Theater spielen, was sich ganz besonders in der Schlussszene zeigt.

Den Pianisten Cosme McMoon spielt Christoph Schobesberger. Er begleitet Desiree Nick, manchmal dem Wahnsinn nahe, am Flügel und führt mit begleitenden Worten durch den Abend.

Wir sind nicht ins Theater gegangen, um Desiree Nick zu sehen. Ich habe die Karten gekauft, um die falschen Töne von Florence Foster Jenkins zu hören und einen vergnüglichen Theaterabend zu haben. Aber Desiree Nick ist perfekt für diese Rolle.

Inspiriert zu diesem Theaterabend wurde ich übrigens von der Warmen Küche. Dort habe ich auch das Bild geklaut.

Nur ein Alibi


Für die gäubigen Christen ist der heutige Tag Christi Himmelfahrt. Die anderen sagen Vatertag.

Früher wurde der Vatertag bei uns so begangen: Mein Vater traf sich mit den Segelkameraden. Man traf sich auf einer oder mehreren Yachten und veranstaltete eine kleine Segel- oder Motorboottour. Während der Eigner halbwegs nüchtern bleiben musste, sprachen die Mitfahrer bereits dem Alkohol in Form von Bier und Schnaps, meistens Rum, zu. Rum deshalb, weil es damals an Bord noch keine Kühlmöglichkeit gab, Rum trinkt man nämlich ungekühlt. Zurück im sicheren Hafen durfte der Eigner dann weiter rumtrinken, mit Bier und Rum. Vater kam dann irgendwann nach Hause, legte sich auf’s Sofa, schlief sofort ein und schnarchte uns was vor.

Während die Väter auf Vatertagstour waren, unternahmen meine Oma und meine Mutter mit mir einen Ausflug in die nähere Umgebung Lübecks, wie z.B. Mölln, Ratzeburg, Malente, Bad Schwartau. Nach einem obligatorischen Spaziergang wurde dann in ein Ausflugslokal eingekehrt und es gab Kaffee und Kuchen – für mich Brause und Kuchen. Opa war übrigens auch mit auf Vatertagstour. Das ist jetzt ungefähr 50 – 55 Jahre her.

Später dann, als ich Vater geworden war, gestaltete sich der Vatertag als Familienausflug, zusammen mit unseren Nachbarn, die einen Sohn haben, der nur 2 Wochen nach Oliver geboren wurde. Anfangs mit dem Kinderwagen, dann mit Kinderkarre, Fahhrad mit Kindersitz und später die beiden Jungs mit dem eigenen Fahrrad. Es war immer ein Familienausflug mit Picknick unterwegs und abschliessendem Grillen, ein Jahr bei uns – im nächsten Jahr bei den Nachbarn usw. Ich war stolz darauf, Vatertag feiern zu dürfen. Ich war bzw. bin ja schliesslich auch Vater.

Das ist nun schon fast 30 Jahre her. Damals zeichnete sich bereits ab, dass immer mehr junge Männer, was heisst Männer – fast noch halbwüchsige -, den Vatertag dazu benutzten, mal so richtig auf die Pauke zu hauen. Ich wette darauf, dass keiner von denen schon Vater gewesen ist.

Und heute? Sieht man überhaupt noch Väter – mit oder ohne Familie – durch die Gegend ziehen? Kaum. Meistens sind es doch junge Singles, die sich die Kante geben und sich mittags kaum noch auf den Beinen halten können.

Und was ist aus dem Vatertag geworden?: Immer mehr bürgert sich der Ausdruck „Herrentag“ ein – eben nichts anderes als ein Alibi für alle Männer, oder solche, die sich dafür halten, dem Alkohol reichlich zuzusprechen, in die Botanik zu pinkeln und rumzugröhlen. Und am Tag danach wird dann rumposaunt: Man was haben wir gesoffen!

Und ich? Ich bin stolz darauf, dass ich Vater sein darf.

Nichts gelernt

Herr Westerwelle stellt sich stur. Er hat scheinbar nichts gelernt aus der Banken- und Eurokrise. Er verteidigt die staatliche Souveränität im Bereich der Staatshaushalte.

Herr Westerwelle, lassen Sie sich gesagt sein: Man kann nicht einerseits Staaten im Eurobereich finanziell unter die Arme greifen, und zwar mit unser aller Geld, und andererseits sich nicht reinreden lassen wollen, wenn es um die Staatsfinanzen geht. Sie hängen zusehr am Tropf der Bankenlobby, Herr Westerwelle, und vieler anderer Wirtschaftsbereiche auch. Es scheint, Sie springen auf den Zug derer auf, die die D-Mark zurückwollen und aus dem Euro ausscheren wollen. Sie wollen damit die FDP aus dem Umfragetief holen.

Internet kaputt

Ich möchte lieber nicht wissen, wie viele Internetjunkies heute der Verzweiflung nahe waren weil viele Seiten nicht erreichbar waren und selbst die Zustellung bzw. der Versand von Emails nicht funktionierte. Das Internet in Deutschland war heute stundenlang sozusagen kaputt. Einige Seiten funktionierten allerdings noch, u.a. die von n-tv news. Und da war zu lesen, dass ein Fehler bei Denic aufgetreten sein soll, der für die Störung sorgte. Aber nun kann wieder hemmungslos gesurft werden.

Verwirrt …

… war ich, als ich die EC-Kartenabbuchungen von meinem Konto kontrollierte. Ich entdeckte eine Kartenzahlung, die ich nicht zuordnen konnte. Die Firma heisst „Perfetto“. Perfetto – im Zusammenhang mit Einkäufen nie gehört. Ich konnte mich auch nicht erinnen, jemals in einem Geschäft dieses Namens gewesen zu sein.

Ich kramte also meine Belege zusammen um aufgrund des abgebuchten Betrages festzustellen, in welchem Geschäft ich Geld ausgegeben habe. Und siehe da, ein entsprechender Beleg war vorhanden, nämlich aus der Lebensmittelabteilung von Karstadt Mö. Auf dem Kassenzettel ist zwar ganz oben die Firmierung von Karstadt, darunter steht dann aber „Perfetto“.

Mir war zwar bereits seit längerem bekannt, dass Karstadt seine Lebensmittelabteilungen nicht mehr selbst betreibt, nur wer kommt schon darauf, dass eine Abbuchung von Perfetto vorgenommen wird. Karstadt ist also nicht gleich Karstadt.

Schlafgewohnheit

Äusserst selten gehen Bernd und ich getrennt schlafen. Meistens passiert das, wenn ich müde bin und Bernd noch gern was im Fernsehen anschauen will. Zumeist handelt es sich dann um ein Fussballspiel, was mich ganz und gar nicht interessiert. In der Regel sind es dann auch nur etwa 30 Minuten, vielleicht auch etwas mehr, die ich früher gehe. Als Bernd seinerzeit im Theater Neue Flora gearbeitet hat, war es die Regel, dass ich schon schlief wenn Bernd nach Hause kam. Gemeinsames Schlafengehen war zu der Zeit eher die Ausnahme.

Bernd ist ein Fan des FC St. Pauli. Und so wollte er gestern gern auf dem Spielbudenplatz beim public viewing das letzte Spiel des Vereins ansehen, der ja nun gerade in die 1. Bundesliga aufgestiegen war. Und anschliessend wollte er dabei sein, wie sich die Mannschaft auf dem Balkon des Tivoli Theaters feiern lässt. Es war klar, dass er spät nach Hause kommen würde. Und das ist auch in Ordnung, damit hab ich gar kein Problem.

Nur mit dem Schlafen hatte ich ein Problem. Ich zögerte das Schlafengehen, obwohl ich müde war, ein wenig hinaus, in der Hoffnung, Bernd würde nun doch gleich nach Hause kommen. Aber wie lange sollte ich warten? Nein, ich entschied mich dann doch, ins Bett zu gehen. Aber schlafen? Das ging nicht. Mir fehlte was. Mir fehlte mein Schatz, an den ich mich ankuscheln konnte. Es ist so total ungewohnt, allein im Bett zu liegen. Na, irgendwann bin ich wohl doch eingeschlafen. Bernd behauptete jedenfalls heute morgen, dass ich geschnarcht hätte als er ins Schlafzimmer kam.

Ich hatte natürlich gemerkt, dass er zu mir ins Bett kroch und sich an mich kuschelte, worauf ich dann wohl auch gleich glücklich und zufrieden in einen tiefen Schlaf gefallen bin.

Spargel im Bratschlauch

Es scheint ja ein gewisses Interessse daran zu bestehen, wie der Spargel im Bratschlauch zubereitet wird. Deshalb hier die kurze Anleitung:

Ofen auf 180 Grad (Umluft) vorheizen. Den geschälten Spargel in den Bratschlauch legen und obenauf ein wenig Butter verteilen. Je nach Menge des Spargels auch gern dazwischen, ebenso wie etwas Salz. Den Bratschlauch auf beiden Seiten verschliessen, auf ein Rost setzen und dann ab in den Ofen damit. Nach etwa 45 Minuten ist der Spargel dann gut. Wer ihn etwas weicher mag, kann das Paket ja etwas länger im Ofen lassen.

Im vorigen Jahr haben wir den Spargel in Alufolie im Ofen gegart. Der Nachteil ist, dass das Öffnen des Pakets wegen der heissen Folie etwas mühsam ist. Ausserdem lässt sich bei der Bratschlauchmethode leichter kontrollieren, ob der Spargel den gewünschten Garungsgrad erreicht hat, wie z.B. durch eine vorsichtige Druckprobe. Dazu kommt, dass die Alufolie eng am Spargel anliegt und dadurch eine Bräunung entsteht, was den Geschmack aber nicht beeinträchtigt.

Der Gewürzfreude ist übrigens bei beiden Methoden keine Grenze gesetzt.