Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Weihnachtsspaziergang


Unsere Katzen lieben es, auf der Terrasse rumzustrolchen. Wenn man selbst mal ein Liebend gern wuseln sie hinter den Blumenkübeln rum bzw. sie klettern durch das Geländer und schauen dann mal, wie es 3 Etagen tiefer aussieht.

Sobald wir uns an der Terrassentür zu schaffen machen, werden die Ohren gespitzt und besonders Elphie steht da mauzend und will raus. Sie kommt so schnell angerannt, so schnell kann man gar nicht gucken. Wenn wir dann nicht aufpassen, zwängt sie sich durch den Türspalt sobalb die Tür weit genug geöffnet ist. Wenige Sekunden später ist Glinda dann auch draußen. Und dann muss ich 2 Katzen einfangen, was gar nicht so einfach ist. Und dann noch die Angst, wenn eine der beiden außerhalb des Geländers zwischen den Pflanzkübeln rumwuselt.

Wir haben uns überlegt, Katzengeschirr zum Anlegen anzuschaffen. Tja, das klappt tatsächlich. Sie versuchen nicht, sich das wieder abzustreifen. Es scheint so, dass sie durch die Weste ruhiger werden. Auch wenn wir die Leine locker lassen, also nicht auf Spannung halten, laufen sie nicht los. Klar, dass sie sich auf der Terrasse bewegen und rumschnüffeln, das sollen sie ja auch. Nur passiert das jetzt kontrolliert und wir brauchen keine Angst zu haben, dass eine der beiden Süßen von der Terrasse fällt oder gar versucht, in den nächsten Baum zu springen weil da gerade ein Vogel von Ast zu Ast hüpft.

Kinder!


Wie sich die Bilder gleichen:
Früher, bei den großen Familienweihnachtsfeiern, als die Familie noch groß war, saßen die kleinen Menschenkinder nach der Bescherung in den Bergen von Papier und Kartons.

Die Berge sind nicht viel weniger geworden, nur dass jetzt die Katzenkinder darin spielen.

Ein Jahresrückblick – Teil 1

Ein bemerkenswertes Jahr neigt sich dem Ende entgegen, Zeit für einen kleinen Jahresrückblick:

Januar 2020
Noch waren wir voller Vorfreude auf das Musical „Wicked – die Hexen von Oz“ und das Musical „Rebecca“ auf dem Domplatz in Magdeburg.
Vorfreude auch auf unsere Kreuzfahrt, die wir mit dem Bestellen der Visa für Indien und Sri Lanka einheizten.

Februar 2020
Ganz langsam schlich sich Corona in unser aller Leben.
Bernds Mutter bekam endlich einen Platz in einem Pflegeheim, ganz in unserer Nachbarschaft.
Die Reiseunterlagen für unsere langersehnte Kreuzfahrt trafen ein.
Am 29. Februar feierten wir mit vielen Menschen den 60. Geburtstag meines Cousins. Es wurde gut gegessen und getanzt. Dürfen wir uns die Hand geben? Dürfen wir uns umarmen? Erste Zweifel wurden laut, aber wir taten es.

März 2020
Corona schlägt voll durch. Es gibt einen Lockdown. Klopapier, Mehl, Hefe, Reis und Nudeln werden gehamstert. Restaurants und Geschäfte müssen schließen.
Am 8. März wird unsere Kreuzfahrt abgesagt, das war vorhersehbar. Wir buchten eine Ersatzreise, die aber kurz danach auch annulliert wurde.
4 Wochen vor ihrem 80. Geburtstag stirbt Bernds Mutter am Schlaganfall.
Mein 70. Geburtstag findet zu Hause statt und nicht an Bord der Mein Schiff 6. Liebe Nachbarn kommen zum Gratulieren. Den Champagner trinken wir auf Distanz.
Mein Mann schenkt mir Karten für „Harry Potter“, die Vorstellung ist zu diesem Zeitpunkt coronabedingt schon abgesagt.

April 2020
Es gibt nur ein Thema: Corona!
Die große gemeinsame Geburtstagsparty mit Holger fiel natürlich auch ins Wasser. Sie soll nachgeholt werden. Fragt sich nur, wann das sein wird.
Ab Ende April müssen wir die Maske in Geschäften Tragen.

Mai 2020
Alle unsere Theateraufführungen sind nun abgesagt.
Meine Mutter darf im Seniorenheim keinen Besuch mehr empfangen.
Restaurants öffnen wieder – mit Sicherheitsabstand und Hygienekonzept. Wir erfreuen unsere Lieblingswirtin mit einem Besuch.
Zum Muttertag öffnet das Seniorenheim unter großen Hygienebestimmungen. Ich melde mich an und sehe meine Mutter. Ich kann mir sprechen, ich darf sie aber nicht umarmen. Eine Woche später, an ihrem 96. Geburtstag, ist sie tot, einfach eingeschlafen.

Juni 2020
Ich beginne damit, den Bürokram von meiner Mutter zu erledigen, als da sind Banken und Versicherungen. Ende Juni ist die Trauferfeier „unter den aktuellen Umständen“. Ich diskutiere mit dem Friedhofsamt über die Anzahl der Teilnehmer. 12 Personen sind zugelassen. 2 Kinder wären zu viel gewesen. Die SackSachbearbeiterin ließ sich nicht erweichen und warf mir Dinge an den Kopf, die man gegenüber trauernden Personen nicht sagen sollte. Ich habe mir mit deutlichen Worten, auch gegenüber ihren Vorgesetzten, Luft gemacht, erhielt aber keine Antwort mehr.
Da die beiden Enkelkinder am Tag der Trauerfeier ihren ersten Schultag nach der Schulschließung hatten, passte das dann doch mit 12 Personen.

Ab heute ist Winter

Jedenfalls kalendarischer Winter. Gleichzeitig ist heute die Wintersonnenwende. Die Sonne hat ihren tiefsten Stand erreicht, ab heute scheint sie, so sie denn zu sehen ist, täglich etwas länger. Anfangs merkt man es kaum. Aber im Januar kann man schon bemerken, dass es länger hell ist.

Jahrzehnte habe ich ungefragt übernommen, dass der Winter am 21. Dezember beginnt. Dabei ist das doch eigentlich nicht richtig. Da die Sonne wieder steigt, heißt das doch, dass es bergauf geht, also eigentlich beginnt doch heute der Frühling. Die kalendarischen Jahreszeiten gehen um 3 Monate nach!

Klar, „wenn die Tage längen fängt es an zu strengen“. Dieser Wetterspruch will uns sagen, dass es kälter wird wenn die Tage wieder länger werden. Wer mal darauf achtet, der wird es bemerken. Und wir alle wissen, dass es im Januar so richtig kalt werden kann. Und Schnee kann es auch im April noch geben.

Ich freue mich jedenfalls auf die kommende Zeit, nicht wegen der eventuellen Kälte, aber wegen länger hell – endlich.

Einfach schrecklich

Justin Bieber – man kann so oder so über ihn denken. Als seine Karriere begann, hab ich keinen Cent für für seine Karriere dieses Bübchens gegeben. Inzwischen ist er etabliert und ich muss zugeben, dass mir der eine oder andere Song tatsächlich gefällt.

Aber dieses Weihnachtslied ist einfach nur schrecklich. Dieses Rumgejammere auf einer Silbe in verschiedenen Tonlagen, hört euch das mal an. Wird das nun täglich auf Radio Hamburg gespielt, weil es von Justin Bieber gejammert wird? Also was schlimmeres als diesen Song gibt es derzeit nicht!

Blindgänger

Die Rede ist nicht von mir, obwohl es Menschen geben mag, die anderes behaupten. Aber die können mich mal.

In der vorigen Woche gab es hier schon mal eine Bombenentschärfung. Vor ein paar Tagen wurde wieder ein Blindgänger im Neubaugebiet Hafencity gefunden. Die Entschärfung fand heute statt.

Ab 9 Uhr waren alle relevanten Straßen und deren Zufahrten gesperrt. Die totale Ruhe kehrte ein. Um 10:37 Uhr erfolgte der Knall und die rote Leuchtkugel stieg in den Himmel, als Zeichen, dass die Entschärfung beginnt. Um 12:18 Uhr stieg die grüne Leuchtkugel auf und der Spuk war vorbei. Das ging schneller als beim letzten Mal.

In Hamburg findet man ja sehr oft Blindgänger in Gebieten, in denen gebaut wird. Das ist dann immer „weit weg“. Aber wenn man „vor der Haustür“ fündig wird, fühlt es sich schon ein wenig merkwürdig an. Ich, als Zugereister, weiß nicht, was sich dort mal für Anlagen befunden haben, die es dem Feind wert waren, zerstört zu werden. Wir kennen ja ein paar Einheimische. Vielleicht wissen die was darüber.

Es gibt noch ein weiteres Neubaugebiet dort unten, welches aber noch nicht in Angriff genommen wurde. Wenn auch dort Blindgänger gefunden werden sollten, müssen wir wohl auch evakuiert werden. Ich hoffe, das bleibt uns erspart.

2 Tage!


Am Sonntag haben wir unseren Weihnachtsbaum aufgestellt und an ihm eine Lichterkette mit 100 LED drapiert. Auf weiteren Christbaumschmuck haben wir wohlweislich verzichtet. Als wir am späten Nachmittag unser Sonntagsmal einnahmen, sollte der Baum im blauen Glanz erstrahlen. Tja, es leuchteten nur noch 4 LED. Was war passiert? Eine der beiden Katzen hatte das Kabel durchgebissen!

Heute flickte ich das zerbissene Kabel mit einer Lüsterklemme, sowas ist kein Problem für mich. Akku in die Steckdose gesteckt – toll, 100 blaue LED leuchteten.

Plötzlich hörte ich ein raschelndes Geräusch. Als Besitzer von jungen Katzen muss man nicht nur die Augen überall haben, auch die Ohren muss man aufsperren. Der Weihnachtsbaum lag auf der Seite, die Katzen mittendrin. Nach 2 Tagen hatten die Katzen das Ding umgerissen. Nun ist es kein Problem, den Baum wieder aufzurichten, ein Handgriff – und es ist alles wieder ok. Ich prüfte nochmal die Lichterkette. Wieder war der größte Teil der Lämpchen dunkel. Während der Baum auf der Seite lag, hatte eine Katze das Kabel an einer anderen Stelle angeknabbert. Auch das war schnell repariert.

Wir haben heute entschieden, den Baum wieder einzupacken, sollte er noch öfter das Opfer der Katzen werden. Wenn wir im selben Raum sind, haben wir Baum und Katze im Blick und können versuchen, mit einem lauten „neiiiiin“ die Katzen von weiteren Attacken abzuhalten. Desweiteren steht die Spritzflasche in Reichweite. Wir müssen die nur in die Hand nehmen und uns nähern, dann lassen sie vom geplanten Vorhaben ab.

Man könnte natürlich auch ganz gemein sein und eine ekelig pieksige Fichte aufstellen. So ein Teil würde die Katzen wohl von weiteren Attacken abhalten.

Es ändert sich nichts

Jedenfalls bringt der Lockdown keine Änderungen für uns, einzig die Silvesterfeier wird etwas kleiner ausfallen.

Wir gehen nicht zum Friseur oder zur Massage. Wir gehen auch nicht in den Puff. Das örtliche Kaufhaus habe ich schon seit Monaten nicht mehr von innen gesehen. Und sollten meine Schlübber in der Waschmaschine zerfetzt werden, oder vom Gatten, die Supermärkte gehören zur Kategorie „täglicher Bedarf“, da gibts sicher auch neue Schlübber.

Der Wochenmarkt, die Supermärkte, Fleischer – alle werden weiterhin ihre Waren feilbieten können. Selbst die Drogerien können ihre Regale mit Klopapier nachfüllen, welches ihnen vermutlich in den nächsten Tagen aus der Hand gerissen wird.

Für unsere Samtpfoten haben wir genügend Futter im Haus, wobei die Tierfutterhändler auch auch geöffnet haben dürfen.

Wein und Digestif sind reichlich vorhanden, für das leibliche Wohl ist also gesorgt. Hefe und Mehl sind im Vorratsschrank, Brot wird und also nicht ausgehen und Hartweizengries für Pasta ist auch da.

Es gibt also keine Notwendigkeit für uns, in den nächsen 2 Tagen die Geschäfte in der kleinen Stadt an der Elbe zu stürmen. Vielleicht mach ich mich mal auf den Weg „ins Dorf“ und schau mal, was die Menschen alles so wegschleppen.

Klar, dass jetzt auch der Rest der betroffenen Wirtschaft aus den Löchern kommt. Feuerwerk und Böller wird es nicht geben. Der Lockdown macht die Innenstädte für den Einzelhandel kaputt. Seit Wochen sind die Sportstudios, Theater, Kinos und Gastronomie geschlossen, von der Reisebranche ganz zu schweigen. Schausteller, Bratwurst- und Glühweinstände hätten jetzt Hochkonjunktur. Pyrotechnik und Einzelhandel haben sich in den letzten Wochen die Hände gerieben und mit den Fingern auf die anderen gezeigt. Nun sind sie selbst betroffen.

Wie oben gesagt: Für uns ändert sich nichts.

Die unvergessene Trauerfeier

Heute vor 13 Jahren fand die Trauerfeier für meine Tante statt, die Anfang Dezember 2007 im hohen Alter von 95 Jahren verstorben war. Das Datum der Trauerfeier wird mir immer im Gedächtnis bleiben, ihr Todestag nicht.

Warum ausgerechnet die Trauerfeier?
Sie fand statt am 13. Dezember, dem Luciatag, der hauptsächlich in Schweden zelebriert wird. Das passte insofern zu meiner Tante, weil sie viele Jahre im Schwedischen Generalkonsulat in Hamburg tätig war. Außerdem hielt sie den Kontakt zum Schwedischen Zweig unserer Familie aufrecht. Dieser Zweig war zwar schon ein weit entfernter, aber für Tantchen war das sehr wichtig.

Die Trauerfeier selbst war kinoreif und passte irgendwie zum etwas skurrilen Charakter meiner Tante. Sie war wirklich kein schlechter Mensch, sie war lieb und nett, aber sie hatte eben ihre Eigenarten.