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Dem Ende entgegen

Heute Abend um 19:30 Uhr Ortszeit (Deutsche Zeit minus 5 Stunden) machen wir uns auf den letzten Teil der Reise, von Halifax nach New York. Das Internet an Bord läuft oft recht schleppend, sonst hätte ich mich wohl öfter hier gemeldet. Ein paar Fotos gibt es bei Instagram: hansgeorg3003 und bernd.hinkelmann, man muss sich dafür nicht bei Instagram anmelden. Einfach die Namen in die Suchbox eingeben, natürlich nur jeweils einen.

Ich melde mich irgendwann am 6. September wieder wenn wir wieder zu Hause sind.

Dreifacher Erinnerungstag

Für meinen Mann und mich ist der heutige Tag in doppelter Hinsicht ein Tag sehr positiver Erinnerungen:
1. Heute vor 20 Jahren haben wir uns kennengelernt
2. Heute vor 10 Jahren haben wir das Elbe-Penthouse übernommen

Der 3. Punkt der heutigen Erinnerungen hat heute vor 20 Jahren weltweit große Bestürzung verursacht:
Heute vor 20 Jahren verstarb Diana, Princess of Wales

Zu Punkt 1:
Wir verbringen den heutigen Tag in Charlottetown/Kanada.
Mit dem Namen dieser Stadt schließt sich in gewisser Weise ein Kreis zu Punkt 3:
Die Stadt wurde zu Ehren der Deutschen Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz benannt. Sie war die Gattin des Englischen Königs Georg III.

Verminderte Sicht

Vorgestern Abend bereits fuhr unser schwimmendes Zuhause durch dicken Nebel. Das Typhon am Bug des Schiffes sendete das vorgeschriebene Schallsignal hinaus auf den Nordatlantik. Als ich nachts mal wach wurde war alles wieder ruhig.

Gestern Abend, wir saßen noch beim Abendessen, war draußen plötzlich wieder alles grau und das Typhon nahm wieder seine Arbeit auf. Im Abstand von ca. 2 Minuten sendet es seinen dunklen Ton von ca. 4 Sekunden Länge. Wenn man dann in der Koje liegt, vermittelt das ein Gefühl von Gemütlichkeit. Auf der Brücke wird das sicher ganz anders gesehen. Da wird eine angespannte Atmosphäre herrschen. Die Bildschirme der Radargeräte werden ständig aufmerksam beobachtet ob nicht Gefahr besteht, ein in der Nähe befindliches Schiff zu übersehen.

Die ganze Nacht durch und noch jetzt, am frühen Vormittag, fahren wir durch dicken Nebel Kanada entgegen, begleitet von den regelmäßigen Tönen des Typhon.

Schiffsexpedition


Das Schiff ist groß, das Schiff ist lang und das Schiff ist hoch. Auf unseren täglichen Spaziergängen lernen wir Mein Schiff 6 immer besser kennen. Und jede Gelegenheit nutzen wir, irgendwo an der Reling zu stehen und auf das Meer zu schauen. Bernd steht hier am Heck auf Deck 5 und spiegelt sich im Diamanten, eine Glas-/Stahlkonstruktion über mehrere Decks.

Champagner satt

Am Abend des ersten Seetages auf dem Weg von Hamburg nach Zeebrügge hatte der Kapitän zum Champagnerempfang in die X-Lounge geladen. Es gab wirklich Champagner bis zum Abwinken. Mit einem der anderen anwesenden Offiziere, der für die Finanzen zuständig ist, hatten wir ein sehr nettes und langes Gespräch über dieses schöne neue Schiff und Zukunftspläne der Reederei.

Und tschüss!

In dem Moment, da dieser Beitrag erscheint, steht unser Shuttle vor der Tür und wird uns zum Terminal in Altona bringen. Die nächsten 2-1/2 Wochen werde ich mich einen Dreck darum scheren, was in der Welt passiert. Mr. Trump in den USA, der Despot Erdoğan in der Türkei, Wahlkampf zu Hause – es ist mir alles egal. Ich werde keinen Blick auf an Bord herumliegende Zeitungen werfen. Ich lehne mich zurück und genieße!

Wir werden versuchen, zwischendurch mal eine kurze Meldung zu machen. Einen ausführlichen Reisebericht gibt es wie immer ein paar Tage nach unserer Rückkehr. Bleibt gesund!

Genialer Urlaubsauftakt

Gestern waren wir in Tecklenburg zum Musical. Die Karten und die Übernachtung hatte ich Bernd zum Geburststag geschenkt.

Nach einr relativ entspannten Fahrt mit dem Wagen trafen wir am frühen Nachmittag dort ein und checkten im Hotel Drei Kronen ein. Vor 7 Jahren waren wir schon mal in Tecklenburg zum Musical und hatten im gleichen Hotel übernachtet. Es ist ein altes Fachwerhaus mit einer großen Terrasse und 2 großen Sälen. Der Inhaber, er hat heute morgen das Frühstück selbst arrangiert, ist ein „Typ“, gleich „per Du“, was mir immer gut gefällt. Ich mag ja, wenn es locker zugeht.

Die Zimmer haben eine Art von morbidem Charme. Die Tapeten sind zum Teil rissig, die Dachfenster lassen sich nicht richtig schließen – aber alles ist sauber und ordentlich. Vor der Aufführung haben wir im Hotel gegessen, richtig richtig toll und preiswert.

Etwa 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn nahmen wir unsere Plätze auf der überdachten Tribüne im Freilichttheater Tecklenburg ein und beobachteten, wie es sich langsam füllte. Die Leute schleppten in Taschen mitgebrachte Getränke und, ganz wichtig, ausreichend Polsterung für die harten Holzbänke mit.

Punkt 19 Uhr begann die Vorstellung von REBECCA – Das Geheinis von Manderley. Und was war das für eine Vorstellung! Tecklenburg hat die Stars der Muiscalszene aufgeboten. Jan Amman mit seiner tollen Stimme, die in Richtung Bass-Bariton geht, spielte den eleganten Maxim de Winter. Seine Zornesausbrühe ließen mir das Blut in den Adern stocken. ‚Als „Ich“, seine frischangetraute junge Ehefrau agierte Miica Jovanovic auf der Bühne. Sie wandelte sich von der kindlich-naiven jungen Gesellschafterin zur selbstbewussten Mrs. de Winter, die die langjährige Hausdame Mrs. Danver dann später in die Schranken wies. Pia Douwes als Hausdame war der verkörperte Wahnsinn. Die Rolle scheint für Pia Douwes auf den Leib geschrieben zu sein. Ihre Gestik, ihre Stimme – einfach phantastisch.

Während der Vorstellung gab es schon jede Jubel und Applaus für die Protagonisten. Als jedoch der letzte Ton verklungen war, brach sich der Jubel bahn und der Applaus brandete auf. Fast wie in einem Guss stand das Publikum auf zu standig ovations – mit Recht – und war nur schwer zu beruhigen.

Wer nun meint, das kostet doch sicher viel Geld, ist auf dem Irrweg. Für knapp über 40 Euro, inklusiver aller Gebühren, bekommt man Plätze in der 2. Kategorie!

20 Stunden in München


Anlässlich seines 50. Geburtstages hatte ein sehr lieber Freund aus München zur Geburtstagsfeier eingeladen. München ist ja nun nicht mal eben um die Ecke, dementsprechend sieht man sich nicht allzu häufig. Bernd machte in seiner Abteilung ein Arrangement, dass er am 17. Juni frei hat. Wenn wir lange genug im Voraus um Wochenendtermine wissen, ist es gelegentlich möglich, am Samstag den freien Tag zu nehmen. Wir verglichen Bahn- mit Flugpreisen sowie Abfahrt- und Ankunftszeiten. Die DB war in diesem Fall von Vorteil, preislich sowie auch zeitlich für unsere Reiseplanung.

Samstag Morgen 4 Uhr aufstehen, mit dem Bus und weiter mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof und von dort mit dem ICE-train nach München. Ein Zimmer hatten wir in Bahnhofsnähe im Tryp-Hotel gebucht. Für eine zu erwartende kurze Nacht wollten wir nichts teures und tolles haben. Das Zimmer war ok. Allerdings kann ich mich nicht mit diesen hohen Betten anfreunden.

Da wir bis zum Beginn der Feier noch reichlich Zeit hatten, machen wir einen kleinen Spaziergang zum Viktulienmarkt und zum Marienplatz. Allerdings waren da so viele Menschen – es war einfach nur unbequem und voll und doof. Also ging es zurück zum Hotel, duschen, schickmachen und auf zum Paulaner Bräuhaus, ein etwa 20minütiger Spaziergang vom Hotel entfernt.

Im Salettl empfing uns der Gastgeber. Da wir dir ersten Gäste waren, hatten wir reichlich Zeit zum Umarmen und zum Herzen. Nach und nach trudelten die anderen Gäste ein. Eine kleine Rede – und dann konnten wir uns an den Leckereien des köstlichen Buffets laben. Thomas, das Geburtstagskind musste ein Fass Bier anschlagen. Beim 6. Schlag hatte er den Hahn ins Fass getrieben. Ein köstliches dunkles Bier sprudelte in die Gläser, sehr süffig, Selbstbedienung war angesagt.

Im Lauf des Abends wurden wir vom Braumeister durch die im Haus befindliche Brauereianlage geführt, verbunden mit vielen Erklärungen, wie und woraus Bier gemacht wird. Hopfen und Malz … – man kennt das, und natürlich mit Wasser.

Kurz nach Mitternacht machte das Personal höflich darauf aufmerksam, dass das Lokal nun geschlossen werden soll. Da die Feier bereits um 17 Uhr begann, war das durchaus angemessen. Nach der großen
Verabschiedungsrunde mit Küsschen links und rechts, Umarmungen und dergleichen mehr machten wir uns zu Fuß durch die Münchener Sommernacht auf den Weg zum Hotel.

Sonntagmorgen um 7 Uhr Frühstück, danach ein kleiner Spaziergang um die Kirche St. Paul, die gleich hinter dem Hotel throhnt. Und dann ging es auch schon wieder zum Bahnhof. Abfahrt 09:00 Uhr. Wie schon auf der Hinfahrt, bescherte uns die DB eine pünktliche und störungsfreie Fahrt.

4 Jahre + 18 Monate

Am Hariksee
Heute auf den Tag genau vor einem Jahr bin ich das letzte Mal nach Mönchengladbach gereist, seinerzeit zusammen mit Bernd anlässlich der Taufe unsere jüngsten Familienmitglieds Marit. Lange schon wollte ich wieder die kleine Familie wieder besuchen. Aber dann kamen die Probleme mit meiner Mutter dazwischen, also der Uroma der beiden Töchter Ida und Marit von Oliver und Sabrina, ausserdem die langwierige Erneuerung meines Esszimmers und dann unser letzter Urlaub. Aber jetzt passte es und am Dienstag voriger Woche machte ich mich mit der Bahn auf den Weg.

Die vierjährige Ida hatte sich auf mich gefreut und doch war sie anfangs etwas schüchtern. Na, was will ich erwarten wenn ich sie so selten sehe, zuletzt im Sommer anlässlich eines gemeinsamen Besuchs bei meiner Mutter im Seniorenheim. Marit, 18 Monate alt, klammerte sich mit einem ängstlichen Gesichtsausdruck an die Beine ihres Papas als ich mich in die Hocke setzte. OK, lass sie erstmal in Ruhe, das wird schon noch. Beim gemeinsamen Abendessen wies Marit mir dann schon den für mich vorgesehen Platz am Tisch zu. Sie schaute mich an und tippte dann mit einem ihrer Zeigefinger auf den Stuhl – so süß!

Während Ida morgens im Kindergarten war, hatte ich Gelegenheit, mich ein wenig mit Marit zu beschäftigen. Und es wurde immer ein wenig besser. Am letzten Abend zog sie plötzlich an meinem Bein während sie der Küche zustrebte. Was war passiert? Ich schaute wohl etwas hilflos drein. Marit hatte aus der Küche den Piepton vom Herd gehört, das Zeichen, dass der Auflauf fertig war. In der Sitzecke in der Küche wies sie mir wieder meinen Platz zu. Sie isst zwar weitgehend selbsständig mit einer kleinen Gabel, aber ab und zu muss man halt mal ein wenig nachhelfen. Marit ließ es sich gefallen, dass ich ihr auch ab und zu mal einen Bissen mit der Gabel in den Mund schieben durfte. Hach, der Opa war ganz stolz und glücklich.

Am Mittwoch hatten wir einen Ausflug zum Hariksee gemacht. Erst gab es Eis für Alle bei Tino. Oft ist es ja so, dass die Abbildungen in der Eiskarte mehr versprechen als das, was dann tatsächlich serviert wird. Bei Tino scheint es, dass die Portionen tatsächlich noch viel größer sind als wie sie in der Karte aussehen. Es war überwältigend und es schmeckte phantastisch gut.

Bei einem Spaziergang am idyllischen See versuchten wir, einen Teil der Kalorien wieder zu töten. Vermutlich war es nur ein ganz geringer Teil, der sich da wieder verdünnisierte. Die Portionen waren wirklich umwerfend groß.

Mit Ida sammelte ich Eicheln und Steinchen, die sie dann in die zahlreichen kleinen Gewässer werfen konnte. An einer Stelle ging ich mit ihr über einen Trampelpfad wie durch einen Urwald an das Seeufer, für Ida schien das ein wenig abenteuerlich zu sein, aber es machte ihr Spaß.

Zum Abendessen kehrten wir im Notre’s am Inselschlösschen ein. Griechisch-Mediterrane Küche wird dort angeboten. Aufgrund der exklusiven Lage direkt am See hatten wir aber nicht mit solchen Mengen gerechnet, die uns serviert wurden. Wir haben unsere Portionen nicht geschafft. Übrigens essen Kinder bis zum Alter von 7 Jahren kostenlos Gerichte von der Kinderkarte. Wo gibt’s denn sowas?!

Freitag war dann Abschied angesagt. Oliver und ich holten Ida vom Kindergarten ab und von dort ging es zum Bahnhof. Auf dem Weg dorthin musste ich erstmal Lutschtabletten gegen meinne Halsschmerzen kaufen.

Die Heimfahrt mit der Deutschen Bahn verlief problemlos und pünktklich. Man hört und liest ja so viel, und gerade am Freitag hatte ich so meine Bedenken. Aber alles war gut!

Ich hoffe sehr, dass es nun nicht wieder 1 Jahr dauert, bis ich mich auf den Weg nach NRW mache. Wenn nichts dazwischen kommt, wird es ganz sicher früher werden, immerhin habe ich jetzt eine Bahncard.