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Taufe der Jüngsten

Gestern, am 31. Oktober anno 2015, wurde unser jüngstes Familienmitglied Marit getauft. Anlässlich dieses Familienfestes reisten mein Mann und ich bei herrlichem Herbswetter am Vortag mit dem Wagen in Richtung Mönchengladbach, genauer gesagt nach Jüchen, wo wir im Dycker Weinhaus Quartier bezogen. Dortselbst sollte auch die Feier stattfinden.

Nach dem herzlichen Empfang durch eine Angestellte des Hotels bezogen wir unser Zimmer. Anschließend warteten wir im Restaurant bei Cappuccino auf das Eintreffen weiterer Familienanghöriger von außerhalb. Nebenbei warfen wir bereits einen Blick in die Speisekarte. Eine lange Autofahrt macht schließlich hungrig.

Zum Abendessen bestellten wir Kalbsleber mit Kartoffelstampf und dazu 1/2 Liter Grevensteiner Bier, beides sehr sehr lecker! Dieses Bier werden wir uns ganz sicher auch für zu Hause besorgen. Und da es so gut schmeckte bestellten wir jeder noch 1/2 Liter nach. Man soll ja viel trinken!

Samstag morgen machten wir einen Spaziergang zum Schloss Dyck. Leider wollte man Eintritt haben um im Schlossgarten lustwandeln zu können. So begnügten wir uns damit, das goldene Herbstlaub zu bewundern. Die zum Schloss gehörigen Shops kann man natürlich ohne Eintritt betreten. Wir fanden tatsächlich was nützliches, nämlich diverse Backmischungen für unseren Brotbackautomaten.

Weiter führte uns unser Spaziergang zum Nikolauskloster. Dort war es möglich, den Park ohne Eintritt anzuschauen, was wir sehr gern taten. Viel Zeit hatten wir leider nicht, sollte doch am frühen Nachmittag in Mönchengladbach in der Johanneskirche die Taufe stattfinden. In dieser Kirche wurden Sabrina und Oliver von Pfarrer Bassy auch getraut und ihre Tochter Ida vor 3 Jahren getauft.

Pfarrer Bassy gestaltete den Gottesdienst in gewohnt lockerer Art, einleitend mit den Worten: Die erste Begenung eines Menschen mit der Kirche – sie macht ihn nass! Die Taufpaten, die Eltern des Täuflings und eine der Omas hatten Wünsche und Gebete vorbereitet, alles sehr persönlich und liebevoll. Anwesende Kinder wurden, soweit sie nicht zu schüchtern waren, in die Zeremonie einbezogen. Im Lauf der Jahre hat sich wohl viel getan in der Kirche. So steif und ernst wie früher geht es nicht mehr zu.

Im Dyker Weihhaus war eine Kaffeetafel vorbereitet. Wir nahmen die Möglichkeit wahr, und machten nach dem Kaffee einen kleinen Spaziergang durch den kleinen Ortsteil Damm bevor das sehr schmackhafte Menü am Abend serviert wurde:
Kürbiscremesuppe
–
Gebratener Butterfisch
oder
Schweinemedaillons
–
Trilogie aus
Crème brûlée, Obstsalat und Lauwarmer Schokoladenkuchen

Hach was schön!

Nach vielen netten Gesprächen und dem Austausch von Erinnerungen zogen sich alle Familienmitglieder auf ihre Zimmer zurück. Man sollte sich viel öfter treffen.

Am Sonntagmorgen fanden sich alle zum Frühstück ein. Der vorherige Tag wurde noch mal in Erinnerung gerufen und dann hieß es auch schon bald Abschied zu nehmen. Es wurden Spekulationen laut, wann wir uns denn alle wiedersehen werden. Die Frage blieb unbeantwortet.

Ein Tag im Hansapark

Es ist bestimmt 20 Jahre her seit ich zuletzt im Hansapark gewesen bin. Vieles hat sich in diesen Jahren verändert. Nicht nur, dass es neue Attraktionen gibt, auch die Vegetation hat dem Park ein anderes Gesicht gegeben. Es ist nicht mehr so licht, vieles liegt nun versteckt hinter Bäumen und Büschen, der Blick auf die Ostsee, an deren Ufer in Sierksdorf der Park liegt, ist weitgehenst nicht mehr uneingeschränkt möglich. Aber man fährt nicht zum Hansapark und bezahlt Eintritt um auf die Ostsee zu schauen. Das kann man an anderen Stellen, auch in Sierksdorf, umsonst haben.

Das Wetter war perfekt für diesen Tag. Frühherbstlich schien gestern die Sonne vom blauem Himmel. Als Heißsporn konnte ich bald meine Jacke ablegen und im T-Shirt an der Seite meines Mannes durch den Park schlendern.

22 Personen waren wir, vom Vorschulalter bis zum Rentner. Peter, der Organisator hat geschäftliche Verbindungen zum Hansapark und hatte für uns einen Raum reserviert, in dem wir den mitgebrachten Proviant lagern konnten. Ein Bollerwagen nahm Jacken, Getränke und Wegzehrung für unterwegs auf.

Eine kleine Gruppe stellte sich gleich nach erreichen des Parks in die Wartereihe für die Achterbahn „Fluch von Novgorod“ an, als begeisterte Achterbahnfahrer waren Bernd und ich natürlich dabei. Nach einer Warterzeit von ca. 45 Minuten durften wir endlich einsteigen. Nach ein paar kleinen Kurven durch schemenhafte Dekoration ging es zum Startpunkt. Nach einem Countdown ging es mit einer Beschleunigung von 1,4 Sekunden auf knapp 100 km/h auf dem Rücken liegend senkrecht bis auf 35 m Höhe, im Dunkeln wohl gemerkt. Danach erfolgt der Absturz in einem negativen Winkel von 97 Grad (!). Dann hinaus ins Tageslicht, rauf und runter, Kurven, Korkenzieher, hin und her! Wow, das Ding ist der Hammer! Aber es sollte noch besser kommen.

Unsere Gruppe schlenderte durch den Park, stoppte mal hier und mal da. Nicht jeder mag Achterbahnfahren sondern nimmt mit weniger rasanten Fahrvergnügen vorlieb oder lässt sich in der Wildwasserbahn oder dem Supersplash gern mal nassmachen. Hinterher gibt es dann die Möglichkeit, sich im Ganzkörperföhn wieder zu trocknen. Natürlich nahmen wir auch auf die Kinder Rücksicht, die ihre eigenen Fahrattraktionen entdeckten.

Frische Luft macht hungrig. Hinter der Bodega, in der unser Proviant gelagert war, mit Blick auf die Ostsee, wurde schnell das kalte Buffet aufgebaut. Kartoffelsalat, Frikadellen, kaltes Fleisch in verschiedener Zubereitung, eine ganze Mettwurst – jeder hatte was mitgebracht. Wir hatten für das Süße gesorgt und 4 Bleche Muffins gebacken. Jeder langte mal hier zu, mal da, alle aßen von allem, was da war und wo man gerade Appetit drauf hatte. Man hatte Zeit für Gespräche, zum Ausruhen und sich zu stärken für das, was noch kommt. Als alle gesättigt waren, wurden die Reste wieder eingelagert und die Tour ging weiter.

Das nächste Ziel war die Raftingbahn, in die fast alle Teilnehmer einstiegen. Gleich daneben ist die „Glocke“. Die schwingt zwar nicht kopfüber, es konnte sich aber keiner begeistern, dort einzusteigen. Und dann ging es zur neuesten Attraktion, dem Thrill Ride, „Der Schwur des Kärnan“. Kärnan gibt es wirklich. Es ist ein Festungsturm in der schedischen Stadt Helsingborg.

Von einem Festungsturm ist im Hansapark noch wenig zu sehen. Noch ist es ein Rohbau, bei dem jegliche Deko fehlt. Die Technik der Bahn ist jedoch fertig und diese wurde in diesem Sommer in Betrieb genommen.

Keiner von uns kannte diese neue Attraktion. Acht Mutige fanden sich für den Thrill bereit, natürlich auch Bernd und ich. 90 lange Minuten mussten wir bis zum Einstieg warten. Währenddessen hatten wir genügend Zeit, den Verlauf der Bahn, so er denn im Freien stattfindet, und die Passagiere zu beobachten. Es schien, als seien sie alle begeistert von dem Trip. Was im 79 m hohem Turm passiert, konnten wir nicht sehen, wir hörten es nur rumpeln und den Schrei der Insassen wenn die Bahn aus 68 m Höhe in die Tiefe und ins freie stürzt.

Endlich war es soweit, dass wir in einen geschlossenen Raum gelassen wurden. Wir erhielten eine Sicherheitsanweisung und die Aufforderung, Hosen- und Jackentaschen von allen Gegenständen zu leeren. Bernd wurde zusehends ruhiger und er musste zugeben, dass ihm nicht so ganz wohl war ob dem Unbekannten, was da auf uns zukam. Aber es gab kein Zurück und wir mussten einsteigen. Nach ein paar kleinen Kurven und einer ersten kurzen Abfahrt blieb der Zug vor einer senkrecht nach oben führenden Schiene stehen, ganz weit oben sahen wir ein blaues Licht, gaaaaanz weit oben! Uns war klar, dass wir bis da oben emporfahren würden. Dann fuhr der Zug endlich los. Wir lagen wieder auf dem Rücken in unseren Sitzen. Irgendwann blieb das Ding stehen. Eine gefühlte unendlich lange Zeit hingen wir quasi senkrecht an den Schienen fest. Rechts neben mir saß Peter. Er faselte nur immer „Scheiße! Scheiße! Scheiße!“ Bernd links neben mir sagte gar nichts. Und ich dazwischen konnte nur noch lachen.

Plötzlich ein Ruck und wir fielen einige Meter rückwärts nach unten. Der Zug blieb hängen. Und dann ging es endlich nach ganz oben. Und als es dann rasant in die Tiefe ging, erst innerhalb des Turms und dann in Schussfahrt ins Freie, konnte ich nur noch schreien. Rauf und runter, Kurven, Korkenzieher, Loopings, schreien – es war einfach phantastisch! Enthusiatisch rissen wir die Arme kurz vor dem vermeintlichen Ende der Fahrt hoch und klatschten in die Hände.

Wie wir es vorher beobachtet hatten, bremste der Wagen vor einer geschlossenen Tür. Wir hatten angenommen, dass die Fahrt dahinter dann beendet ist. Weit gefehlt, es ging noch ein paar Meter weiter mit einer zusätzlichen Überraschung, mit der keiner gerechnet hatte. Darüber möchte ich hier aber nichts verlauten lassen.

Nach ca. 3-1/2 Minuten war die Fahrt zu Ende. Wir sammelten unsere Utensilien wieder ein und kehrten erleichtert und stolz zu den Freunden zurück, die sich nicht getraut hatten.

Mancheiner wird uns für verrückt erklären, dass wir es auf uns genommen haben, für ein paar Minuten Thrill 90 Minuten zu warten. Soll ich euch mal was sagen: Es hat sich gelohnt! Für den restlichen Nachmittag verzichteten wir aber auf weitere Fahrten jeder Art. Ich wäre zwar gern nochmal gefahren, aber unseren etwas angeschlagenen Rücken zuliebe war es wohl besser so. Das hielt die anderen natürlich nicht davon ob, in andere Bahnen einzusteigen.

Um 18:00 Uhr werden die Attraktionen geschlossen. Wer noch in der Warteschlange steht, darf noch fahren. Wir holten unsere Reste aus der Bodega und verstauten alles in Rucksäcken und im Bollerwagen während einige noch mal im Fluch von Novgorod einen Ride machen wollten – oder auch ein paar mehr. Während wir auf sie warteten, hörten wir es plötzlich scheppern. Wir sahen gerade noch, wie ein Handy aus der Bahn segelte und auf dem Boden auseinanderfiel. Wieso das gerade an dieser Stelle passierte, wo die Fahrt fast zu ende ist – keine Ahnung. Wollte das Girlie vielleicht ein Selfie machen und das Handy ist ihr aus der Hand gefallen? Wir werden es nie erfahren.

Wir machten uns auf den Weg, den Park zu verlassen und für die Heimfahrt unsere Wagen aufzusuchen. Ein wirklich schöner und entspannter Tag mit lieben Menschen war zu Ende.

Lerne deine Stadt kennen

Wer viele Jahre in der Stadt wohnt, in der er aufgewachsen ist, lernt diese Stadt ganz behutsam irgendwie kennen. Oma und Opa wohnen dort, die anderen Großeltern in einem anderen Stadtteil. Möglicherweise gibt es noch Onkel, Tanten und Cousinen, die wieder woanders wohnen. Man zieht mal um, Kaufhäuser in der City werden aufgesucht – und irgendwann kenn man seine Stadt, zwar nicht jeden Winkel aber im Großen und Ganzen schon.

Mein Mann und ich sind vor ca. 7-1/2 Jahren in eine fremde Stadt gezogen. Der Name der kleinen Stadt an der Elbe war bekannt aber wir waren noch nie hiergewesen bis zum dem Zeitpunkt, an dem wir das Terrain begutachtet haben, in welchem das Elbe-Penthouse entstehen sollte.

Wenn man berufstätig ist, kann man seine Stadt nur an den Wochenenden oder im Urlaub so richtig kennenlernen. Für den wöchentlichen Großeinkauf wird der Wagen genommen. Man fährt nur immer seine regelmäßigen Strecken und man meint, man kennt langsam die Stadt, in der man lebt. Fehlanzeige!

Seit 2 Wochen bin ich ja nun Rentner und habe Zeit und Bewegungsmangel. Und was mach ich dagegen? Ich lass den Wagen stehen und gehe für kleine Einkäufe zu Fuß, auch wenn der Weg etwas länger ist, sozusagen als Ausgleich für meine täglichen Runden um die Binnenalster in der Mittagspause.

Und dann entdeckt man eine Straße und noch eine und noch eine, Straßen, durch die man noch nie gefahren ist. Man nimmt ja immer den „geraden Weg“, da wo alle fahren. Aber so zu Fuß gehe ich dann schon mal einen Umweg, ich lerne meine Stadt kennen.

In einer kleinen Straße, noch mit Kopfsteinpflaster, stehen nette kleine Häuschen, etwas weiter zürück auf einem Hügel auch eine alte Villa, teilweise mit Fachwerk. Ich hätte da gern ein paar Fotos gemacht. Aber das wäre schon sehr auffällig gewesen, in so einer kleinen Straße, in der sonst niemand zu sehen war. Vielleicht wurde ich beobachtet von einem oder mehreren Anwohnern. Man geht nicht durch diese Straße um irgendwo hinzukommen, man geht in diese Straße weil man dort wohnt. Nein, da stelle ich mich nicht hin und mache Fotos. Aber ich werde bei passender Gelegenheit wieder durch diese Straße gehen – weil es dort so nett und schön ist.

Kleine Landpartie

Mutter ist ja nur noch in einem ganz begrenzten Kreis mobil. Es gibt Gegenden, in die sie ohne fremde Hilfe nicht kommt. Da ich noch Urlaub habe, habe ich sie heute in den Wagen gesetzt und bin mir ihr zum Palmenhaus-Café von Gut Sierhagen in der Nähe von Neustadt/Holstein gefahren.

Das Navi hatte ich so eingestellt, dass die Fahrt dorthin nicht über die Autobahn führt. Uns so fuhren wir ganz gemütlich über die Bäderstrasse an der Ostsee entlang bis nach Sierksdorf und von dort weiter nach Neustadt. Von dort führt eine kleine kurvenreiche Strasse nach Sierhagen, vorbei an Rapsfeldern und anderen Getreidesorten.

Im Palmenhaus-Café konnten wir leider nicht draussen sitzen. Der kräftige Wind wehte den Hügel hinauf direkt auf das Palmenhaus. Gut, ich hätte trotz des Windes draussen mein Stück Torte verzehren können, aber alte Damen sind halt etwas empfindlich.

Nach dem Genuss der Himbeertorte machte ich einen kleinen Rundgang durch den sommerlichen Garten bis hinunter an das angrenzende Getreidefeld sowie durch Gutsgärtnerei. Leidergottseidank fand ich nichts passendes, was ich noch hätte kaufen können. Auswahl gibt es genug, aber unsere Terrasse bietet dann doch nicht genügend Platz.

Schwanensee in Dresden

notenWir sind Freaks, denn wir fliegen schon mal zum Musical nach Stuttgart, wo wir uns dann sogar 2 Musicals an einem Tag anschauen. Oder wir fahren nach Dresden, um uns dort in der Semperoper das Ballett Schwanensee anzusehen.

Die Idee wurde geboren, nachdem wir in Hamburgischen Staatsoper vor etwa 2 Jahren „Illusionen wie Schwanensee“ gesehen hatten. Das von John Neumeier inszenierte Ballett basiert auf dem Original, getanzt wird zur selben Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, aber die Handlung des Ballets wurde eingebettet in eine neue Handlung. Seinerzeit reifte in uns der Gedanke, Schwanensee im Original zu sehen. Und diese Möglichkeit eröffnete uns der Spielplan 2012/2013 der Semperoper in Dresden. Und da es in Dresden nette Menschen gibt, fragten wir sie, ob sie für uns eine Übernachtungsmöglichkeit haben und ob sie mit uns den Ballettabend geniessen wollten. Die Antwort fiel positiv aus. Da frühes Kommen gute Plätze sichert, wurden die vier Karten bereits im Juni vergangenen Jahres gebucht und so hatten wir das Glück, mittig in der 1. Reihe sitzen zu können.

Nach der langen ESC-Nacht hiess es für uns, Sonntagmorgen früh aufzustehen und nach Hamburg zu fahren, von wo uns die Bahn in 4-1/2 Stunden und ohne Verspätung nach Dresden brachte. Am Bahnhof wurden wir von Lutz und Tommy abgeholt. Um noch ein wenig den Tag geniessen zu können, fuhren wir direkt nach Kleinzschachwitz, wo wir bei herrlichem Sommerwetter – und mit Blick auf unser nächstes Ziel – auf der Terrasse des Fährhauses lecker speisten.

Nachdem wir gestärkt waren, überquerten wir die Elbe mit der Schlossfähre, um uns auf der anderen Elbseite das Schloss Pillnitz anzuschauen und im Schlossgarten zu lustwandeln. Aus Zeitgründen verzichteten wir auf eine Innenbesichtigung des Schlosses, schauten dieses nur von aussen an und lustwandelten bei strahlendblauem Himmel durch den Schlossgarten. An der Freitreppe zur Elbe liess ich es mir nicht nehmen, meine Hand in das Wasser zu tauchen – wie ich es an allen Gewässern mach, denen ich mich ganz bis ans Wasser nähern kann.

Auf der Heimfahrt zu unseren Gastgebern gab es noch einen kleinen Zwischenstop im Café Genuss bei eine Tasse Kaffee und hausgemachter Torte.

Nachdem wir uns alle fein gemacht hatten, ging es in die Altstadt zur Semperoper. Voller Vorfreude nahmen wir unsere Plätze in der ersten Reihe ein. Und wir wurden nicht enttäuscht. Ein tolles Bühnenbild, wunderbare Kostüme und eine phantastische Choreographie wurde uns präsentiert – einfach traumhaft! Für so eine Leistung lohnt es sich, nach Dresden zu reisen. Standing ovations beim Schlussbeifall – das sagt doch alles. Besonders beeindruckt waren wir von dem kleinen Spanier Jón Vallejo. Er verkörpte kraftvoll die Rolle des Benno von Sommerstein. Ich behaupte nach wie vor, dass das Ballett in Dresden besser ist, als das in Hamburg unter der Leitung des ach so hochgelobten John Neumeier.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen traten wir ganz entspannt die Heimreise nach Hamburg an. In Dresden und Berlin waren die Bahnsteige voll von Menschen, die ebenfalls ihren Pfingstausflug beenden wollten. Es zeigte sich einmal mehr, dass es sich in der 1. Klasse, deren Fahrpreis nur unwesentlich teurer ist, wesentlich angenehmer reisen lässt als in der 2. Klasse.

An unsere Gastgeber:
Herzlichen Dank für eure Gastfreundschaft. Und nochmal zum nachlesen: Eure Wohnung ist der Hammer!

Familienfest in MG

kirche

MG, das ist ein Autokennzeichen und steht für Mönchengladbach, da wo Oliver mit seiner Familie wohnt. Und da war am Samstag die Taufe der kleinen Ida, unserer Enkelin.

Am Samstagmorgen machte ich mich mit der Bahn auf den Weg, leider allein da Bernd arbeiten musste. Oliver holte mich am Zielbahnhof ab und fuhr mit mir ins Hotel, wo ich mich für die Feier aufrüschte. Dann ging es weiter nach Hause zu der kleinen Familie, wo sich alle Familienmitglieder trafen und bei einem Kuchenbüffet stärkten.

taufe

Die Taufe fand während eines eigens arrangiertem Gottesdienst statt, in der Kirche, in der Sabrina und Oliver getraut wurden. Zusammen mit dem Täufling, 2 weiteren Babies und meinem Grossneffen waren wir 20 Personen.

Der Gottesdienst wurde durch 3 Geschichten aufgelockert, die von einer der Omas, Sabrina und der Patin vorgelesen wurden. Singen mussten wir auch. Ich hoffe, mein Brummen hat nicht zu doll gestört. Jedenfalls war es ein sehr schöner und teilweise auch lustiger Taufgottesdienst.

tisch

nachtisch

Nach der Taufe gab es ein leckeres Essen im Restaurant der Kaiser-Friedrich-Halle, wo wir aufmerksam und sehr nett bedient wurden. Man gibt sich dort wirklich sehr viel Mühe und das Essen ist hervorragend. Auf dem Desserteller wird der Anlass des Essen nochmal kundgetan.

ausklang

Der Tag klang gemütlich und harmonisch aus zu Hause bei der kleinen Familie.

fruehstueck

Am Sonntagmorgen trafen wir uns alle im Hotel zum Frühstück.

Mittags wurde ich zum Bahnhof gefahren und trat die Heimreise an. Kinder begleiteten mich auch auf der Reise. Eine Mutter sass mit einem Babie und einem Sohn im Kindergartenalter mit im Abteil. Na ja, man kann sich vorstellen, dass das dann auch nicht ganz geräuschlos abging und etwas lebhaft war – wobei das Baby ruhiger war als der Junge. Aber in Vorfreude auf meinen Mann und auf unser Zuhause war das auch zu ertragen.

Mal verrückt sein


Zwei ältere Menschen, eine Frau und ein Mann, wurden jeweils von ihren Kindern in ein Altersheim abgeschoben und stehen dort unter der Knute der Heimleiterin. Mann und Frau kommen sich näher und finden gefallen aneinander. Sie schmieden den Plan, aus ihrem derzeitigen Leben auszubrechen, etwas verrücktes zu tun. Beide waren noch niemals in New York und da wollen sie mit einer Kreuzfahrt hin. Das ist kurz erzählt die Grundlage des Musicals „Ich war noch niemals in New York“. Die Lebensweisheit, mal was verrücktes zu machen, taucht immer wieder mal auf in dem Musical.

Tja, und genau das haben Bernd und ich gemacht, etwas verrücktes:

Wir sind gestern vomittag, wie lange geplant, nach Stuttgart geflogen um uns dort die Abendvorstellung des Musicals „Rebecca“ anzuschauen. Als wir gegen mittag im Hotel Dormero eintrafen und eingecheckt hatten, fragten wir uns: Und machen wir jetzt? Das Wetter lud nicht dazu ein, nach Stuttgart reinzufahren. Ausserdem war es ja Sonntag, sodass die Geschäfte geschlossen hatten.

Das Hotel ist Teil des SI-Cetrum vor den Toren der Stadt. Desweiteren gibt es dort diverse Restaurants, Bars, ein Schwimmbad, ein Spielcasino und……. 2 Musicaltheater!

Im Stage Palladium Theater läuft noch bis Anfang nächsten Jahres „Rebecca“ und im Stage Apollo Theater hatte gestern das Musical „Ich war noch niemals in New York“ seine letzte Vorstellung.

Ich hatte dann die verrückte Idee, die Zeit bis zur Abendvorstellung von „Rebecca“ mit dem Besuch der Nachmittagsvorstellung von „Ich war noch niemals in New York“ zu überbrücken. An der Theaterkasse fragten wir, ob es noch Karten gibt. Und ja, es gab noch Karten, zwar ganz oben im 2. Rang, aber das war in Ordnung. Der Kartenverkäufer erzählte uns noch, dass es der letzte Tag sei, an dem das Stück in Stuttgart gespielt wird. Wir hatten also jetzt Karten für die vorletzte Vorstellung. Schnell zogen wir uns auf unserem Zimmer um bevor wir in einem der Restaurants einen Tisch zum Abendessen für uns reservierten. Dann wurde es auch schon Zeit, das Apollo Theater aufzusuchen.

„Ich war noch niemals in New York“ lief ja einige Zeit in Hamburg, wo wir es uns hätten auch anschauen könnnen. Aber irgendwie zog es uns nicht an. Also liessen wir es bleiben. Diese Meinung darüber hatte sich im ersten Teil bis zur Pause sogar bestätigt. Für unseren Geschmack war das irgendwie flach, das Bühnenbild riss uns auch nicht vom Hocker. Na ja – ok, für diesen Nachmittag war das akzeptabel. Nach der Pause lief das aber ganz anders, runder. Ein tolles Bühnenbild, die Handlung bekam mehr Tiefgang. Schöne Szenen. Ja, es stellte sich sogar ein „Wow-Effekt“ ein. Unsere ehrliche Meinung: Toll gemacht und unterhaltsam. Und daran war wohl nicht das Glas Wein schuld, welches wir in der Pause verzehrt hatten.

Nach der Vorstellung holten wir aus unserem Zimmer unsere Tickets für die Abendvorstellung im Palladium Theater und gingen dann essen.

Für diesen Abend hatte ich 2 Extrakarten „Open Bar“ gebucht, d.h. dass wir 45 Minuten vor der Vorstellung und in der Pause Zugang zur Club-Lounge und dort alle Getränke frei hatten, ausser Champagner, Cocktails und Spirituosen. Klar doch, dass wir es sehr genossen haben, dort gemütlich zu sitzen bei einem Glas Wein und noch ein Glas und dann noch einen Espresso obendrauf. Die freundliche Dame fragte uns auch kurz vor dem Beginn der Vorstellung, was wir denn in der Pause trinken wollen. Wir blieben bei Rotwein.

„Rebecca“ war ja nun das totale Kontrastprogramm. Nachmittags war es bunt, frisch und freudig, dazu die Songs von Udo Jürgens. Und abends wurde es düster, geheimnisvoll, beklemmend. Die Geschichte kurz skizziert:
Graue Maus trifft reichen Engländer, Maxim de Winter, kürzlich Witwer geworden, hervorragend besetzt mit Jan Ammann. Sie heiraten. Auf dem Familiensitz herrscht eine Haushälterin, die der verstorbenen Rebecca de Winter noch sehr zutan ist und der neuen Frau geschickt Steine in Weg legt. Am Ende siegt das Gute, doch die Haushälterin lässt den Familiensitz in Flammen aufgehen, was auf der Bühne ganz phantastisch in Szene gesetzt wurde. Bernd und ich waren sehr angetan von der sängerischen und schauspielerischen Leistung von Jan Ammann, sodass ich nach einer seiner Arien ein „bravo“ nicht zurückhalten konnte. Von der 2. Reihe konnten wir sein und das Spiel der anderen Darsteller sehr gut beobachten.

Leider wird „Rebecca“ vom Publikum nicht angenommen und wird wegen schlechter Verkaufszahlen Anfang nächsten Jahres eingestellt.

Dass wir nach diesem Tag nicht einfach unser Hotelzimmer aufsuchen konnten, war irgendwie klar. Das SI-Centrum bietet reichlich Möglichkeiten, einen Absacker zu trinken und vielleicht noch einen Abendimbiss zusich nehmen zu können. Wir entschieden uns für die Weinstube, in der wir Käsespätzle und 1/2 Liter Schillerwein bestellten. Später gesellte sich ein älteres Ehepaar zu uns an den Tisch. Sie kamen aus der allerletzten Vorstellung von „Ich war noch niemals in New York“. Schnell kamen wir ins Gespräch.

Wir hatten einen netten Abend zusammen. Und wenn man so zusammensitzt und sich unterhält muss die Kehle geschmiert werden. Am Ende hatten wir beide zusammen insgesamt 1-1/2 Liter Schillerwein getrunken und Fotos von uns mit den Damen der Bedienung auf der Kamera.

Langsam leerte sich das Restaurant und für uns wurde es Zeit, auf das Zimmer zu gehen. Vor der Weinstube sprach uns ein junger Mann an: Wir wären doch in der Club-Lounge gewesen und ob es uns dort gefallen hätte. Es war der Abendleiter der Servicecrew im Palladium Theater und hatte uns dort gesehen. Mir war er in der Weinstube aufgefallen, war mir aber nicht ganz sicher, ob er es nun war oder nicht. Nun stellte sich also heraus, dass ich mich nicht getäuscht hatte. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile sehr nett mit ihm. Über was wohl?: über Musicals und dass wir es sehr schade finden und es nicht verstehen können, das „Rebecca“ abgesetzt wird.

Ein verrückter Tag war nun zu Ende. Und ja, man muss ab und zu mal was verrücktes tun! Scheinbar ist die Stuttgarter Luft prädestiniert für verrückte Sachen.

Über den Wolken


Freitagabend bin ich ja nach Düsseldorf geflogen um Ida zu besuchen. Allzu oft fliegen wir nicht, aber wir fliegen gern. Die Alternative mit der Bahn wäre nicht wesentlich billiger gewesen und hätte viel mehr Zeit in Anspruch genommen.

Viele Leute, die ein Flugzeug benutzen, sitzen lieber am Gang, wegen der Beinfreiheit. Ich vermute eher, dass sie ebenso gern am Fenster sitzen würden. Sie tun aber so, als wären sie erfahrende Vielflieger, die halt die Vorzüge des Gangplatzes nutzen möchten.

Ich habe festgestellt, dass die Beinfreiheit in der Holzklasse der Lufthansa recht ordentlich ist und ich mich keinesfalls beengt gefühlt habe. Allerdings betrug die Flugzeit HAM-DUS nur etwa 40 Minuten. Trotzdem – auch eine längere Flugzeit hätte ich schadlos überstanden.

Ich sitze sehr gern am Fenster. Wenn man sich ein wenig auskennt mit Windrichtungen und Startrichtung und man hat einen Fensterplatz auf der richtigen Seite gebucht, hat man nämlich beim Start in Hamburg einen Blick über die Stadt. Dieses Mal habe ich nun endlich auch das Bürohaus an der Alster entdeckt, in dem ich arbeite. Von meinem Arbeitsplatz kann ich nämlich, die richtige Windrichtung vorausgesetzt, startende oder landende Flugzeuge sehen.

Auf dem Hinflug nach Düsseldorf flogen wir innerhalb eines Wolkenschleiers. Auf etwa der Hälfte des Fluges musste der Service an Bord aufgrund von Turbulenzen eingestellt werden und wurde wegen der kurzen Flugzeit auch nicht wieder aufgenommen. Ich sass dann da mit meinem Becherchen Orangensaft, schaute aus dem Fenster und beobachtete die von der untergehenden Sonne rotangestrahlten Wolkenfelder, während wegen der bevorstehenden Landung die Kabinenbeleuchtung schon ausgeschaltet war.

Für den Rückflug nach Hamburg am Sonntag hatte ich einen Fensterplatz auf der anderen Seite des Fliegers gewählt. Dieses Mal flogen wir oberhalb der Wolkendecke, wo die Sonne auf die Steuerbordtragfläche schien.

Die Erdoberfläche sieht von oben aus wie ein Flickenteppich. Na ja, wer schon mal geflogen ist, wird das ja kennen.

Der Landeanflug auf Hamburg verlief in einem grossen Bogen um die Stadt herum. Es war mir aber möglich, in der Ferne die Köhlbrandbrücke zu erkennen.

Die nächste kleine Flugreise findet bereits in 3 Wochen statt, dann aber mit meinem Mann. Wenn wir zu zweit fliegen, machen wir es immer so, dass einer von uns auf dem Hin-, der andere auf dem Rückflug am Fenster sitzt. Warten wir mal ab, wie dann die Grosswetterlage ist und auf welcher Seite wir uns dann einen Fensterplatz beim online-checkin am Tag vorher reservieren.