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Gänsehaut

Es ist kalt geworden. Der wärmste Raum im Elbe-Penthouse ist unser Arbeitszimmer. Da laufen nämlich zwei Rechner, die den Raum heizen. Im Wohnzimmer sind es 20 Grad. Aber deshalb hab ich keine Gänsehaut. Die kam durch einen Abba-Song zustande, der eben aus den Lautsprechern unser Ohr erreichte: The winner takes it all!

Früher hat mich dieser Hit nie berührt. Aber nachdem ich ihn auf Deutsch im Zusammenhang mit der Handlung des Musicals Mamma Mia mehrere Male auf der Bühne gehört habe (Der Sieger hat die Wahl), geht mir das Lied unter die Haut.

Gänsehaut und feuchte Augen im Theater waren jedes Mal vorprogrammiert. Die feuchten Augen waren nun nicht dabei. Aber gegen die Gänsehaut konnte ich mich nicht wehren.

Meteorologischer Sommeranfang

Am 1. Juni ist meteorologischer Sommeranfang. Besser hätte sich der Sommer nicht in Szene setzen können wie er es heute getan hat. Sommer pur! Herrlich. Und wir haben fast den ganzen Tag auf der Terrasse verbracht – von wenigen Stunde abgesehen. Einfach nichts tun, lesen, in den blauen Sommerhimmel schauen, den Vögeln zuhören, neudeutsch heisst das ja wohl chillen.

Die ganze Müllsch….. ging mir am Ar… vorbei.

Ein mal saugen bitte

Die jährliche Ohrenreinigung war mal wieder fällig. Toll, wenn man einen Arzt hat, den man morgens anrufen kann und bei dem es dann auch einen ganz prompten Termin gibt. Um 08.40 Uhr verliess ich das Büro. Etwa 15 Minuten später war ich in der Praxis. Um 09.00 Uhr sass ich auf dem Behandlunsstuhl, den ich 3 Minuten später wieder verlassen konnte. Und um 09.20 Uhr sass ich wieder an meinem Schreibtisch.

Geträumt

Als ich aufwachte hatte ich den Stoff vom Kopfkissenbezug zwischen den Zähnen. Was war passiert?:

Ich hatte einen Traum, eine Art Alptraum, zwar nicht ganz richtig alp, aber nahe dran. Im Traum wurde ich von einer Person ziemlich unangenehm körperlich eingeengt, will sagen festgehalten, fast gewürgt. Um mich zu wehren, versuchte ich, der Person in die Hand zu beissen. Das ist alles, was ich von dem Traum noch weiss. Die Hintergründe, warum und wo dies geschah, weiss ich ebenso wenig wie ich mich an die Person erinnern kann, die mich so unangenehm festgehalten hat. Als ich aus dem Traum erwachte, hatte ich dann eben diesen Kopfkissenbezug zwischen den Zähnen. Ich hatte im Traum ins Kopfkissen gebissen. Bernd erzählte mir, dass ich um mich geschlagen und ihn dabei am Auge getroffen hätte. Zum Glück hat er kein Veilchen davongetragen.

Sonne pur


Wochenlang haben wir sie herbeigesehnt. Wir wollten endlich wärmende Sonne damit wir auf unserer Terrasse sitzen können um wärmende Sonnentrahlen zu geniessen.

Wie in unseren Breitengraden üblich, ist das Wetter hier oft sehr sprunghaft und extrem. Vor 2 Wochen gingen wir noch in der Winterjacke aus dem Haus – heute sitzen wir in kurzen Hosen und mit freiem Oberkörper auf der Terrasse. Und natürlich muss sowas ausgenutzt werden, weiss man doch nie, wie lange das gute Wetter anhält. Desweiteren ist es ja oft so, dass während der Arbeitswoche das beste Wetter herrscht und sich am Freitagnachmittag, spätestens um 17.00 Uhr, der Himmel zuzieht, womit man dann das Wochenendewetter vergessen kann.

Das diesjährige Osterfest war eine rühmliche Ausnahme. Mein Geburtstagsnachfeierbrunch fand dann auch, nachdem alle Teilnehmer gesättigt waren, auf der Terrasse statt. Gestern genossen wir auch das herrliche Sonnenwetter auf der Terrasse – was dann, insgesamt gesehen, wohl etwas viel Genuss war. Leichte Hautrötungen waren die Folge. Mit dem Grillen warteten wir vorsichtshalber, obwohl uns schon der Appetit plagte, bis die Sonne tiefer stand und an Kraft verloren hatte. Das war wohl vernünftiger so.

Es wäre natürlich eine Idee, die Terrasse mit einer Markise oder mit Sonnenschirmen auszustatten. Dies wäre derzeit aber eine sinnlose Geldausgabe. In wenigen Tagen schon sind nämlich die um das Elbe-Penthouse stehenden Pappeln dicht belaubt, sodass wir dann einen natürlichen Sonnenschutz haben, der unsere Terrasse, je nach Sonnenstand, in Sonnen- und Schattenzonen aufteilt. Wir können uns dann aussuchen, ob wir uns von der Sonne bräunen lassen oder lieber kühl im Schatten sitzen wollen.

Vermutlich werden die Pappeln aber in ein paar Jahren abgängig sein, zumindest werden sie gestutzt. Dann brauchen wir ohne Frage einen Sonnenschutz. Man wird ja auch nicht jünger. Ich merke, dass ich die Sonne heute nicht mehr so gut vertragen kann wie früher. Und mein redhead Bernd ist nun ganz und gar kein Sonnentyp. Wir werden also eines Tages vor der Frage stehen: Markise oder Sonnenschirm.

Ich hab da nämlich gerade so nette tuckige Sonnenschirme entdeckt. Davon 3 Stück in verschiedenen Farben auf der Terrasse – das sieht doch schick aus.
Wir finden die gut!

Zu beziehen bei Ikarus in vielen tollen Farben.

Momente

Momente begleiten unser tägliches Leben. Ich meine nicht die Momente, die einfach so geschehen aus Gründen, die wir nicht beeinflussen können. Ich meine die Momente, die ein Teil unseres Lebens geworden sind, Momente, die sich täglich wiederholen.

Fangen wir doch mal gleich morgens an:
Der Wecker klingelt. Wir bleiben noch ein Weilchen liegen. Kuscheln, wünschen unserem Liebsten einen guten Morgen. Beim nächsten Weckerton muss man dann endgültig aufstehen.

Dann die Verabschiedung wenn man zur Arbeit muss: Küsschen. Ich hab dich lieb. Fahr vorsichtig. Beim Heimkommen die Begrüssung. Es ist fast jeden Tag das Gleiche – aber es ist schön.

Doch der schönste Moment für mich ist der des Schlafengehens, ein Moment, auf den ich mich schon beim Aufstehen freue: Ganz dicht aneinander kuscheln und gaymeinsam einschlafen.

Geflüchtet vor der Anwesenheit

Nein, ganz so ist es nicht. Die freien Tage waren aufgrund einer Kurzreise schon lange geplant. Aber ich bin froh, dass ich das Nichtstun ein paar Tage nicht ertragen muss.

Die Reisepläne haben sich zwar etwas verändert, deshalb habe ich die freien Tage anders verplant:
Heute werden die Winterreifen auf Sommerreifen gewechselt. Obwohl – wenn ich es recht überlege, bin ich mir wegen der derzeitigen Wetterlage nicht ganz sicher, ob das nicht zu früh ist. Na ja, wir wollen ja nicht in den Harz. Gestern las ich nämlich von einer festgefahrenen Schneedecke dort, zu befahren nur mit Winterreifen oder Schneeketten.

Heute Abend bekommen wir lieben Besuch, d.h. es sind noch einige Einkäufe und Vorbereitungen zu erledigen. Morgen geht es dann auf den geplanten Kurztripp, dazu mehr nach unserer Rückkehr. Montag ist ein persönlicher Feiertag, an dem ich schon seit Jahren frei nehme.

Alptraum

Heute Nacht geträumt:
Bei uns in der Wohnung, die aber im Traum eine andere Wohnung war, sollte ein Handwerker tätig werden, der irgendetwas ausbessern sollte. Was das genau war, erschloss sich im Traum nicht und ist auch eher nebensächlich.

Wegen des Handwerkers trudelten mehrere Nachbarinnen ein, die wissen wollten, wie er denn die Ausbesserungsarbeiten machen wollte. Die Damen sassen im Wohnzimmer und redeten und redeten. Irgendwann kam ich auf die Idee, ihnen etwas zu trinken anbieten zu müssen. Wasser wollten sie nicht. Als ich was von Wein sagte, stimmten alle Damen zu. Ich erklärte den Damen, dass ich aufgrund der Unvorhersehbarkeit keinen gekühlten Weisswein vorrätig hätte und sie mit Rotwein vorlieb nehmen müssten, was für die durstigen Frauen kein Problem war.

Ich ging also in den Keller, der dann der Keller im Haus meiner Eltern war, allerdings auf eine merkwürdige Art modifiziert durch einen Voraum, dessen Wände aus Holz mit einem Belag versehen waren, der aussah wie der Sanierungsbelag unseres Balkons in Hamburg.

Im Keller selbst, und nun kommt der Alptraum, fand sich gar kein Rotwein, was ich gar nicht verstand. Während der Suche nach Wein wachte ich dann auf. So brauchte ich den Damen nicht zu erklären, dass ich gar keinen Wein habe.

Aber keinen Wein im Haus zu haben ist ja nun wirklich ein Alptraum.

Manchmal fehlt er

Heute vor einem Jahr starb mein Vater. Niemand hatte damit gerechnet. Es ging ihm gut. Und es war gut, dass er so plötzlich aus dem Leben gerissen wurde. Leiden und Aufenthalte im Krankenhaus oder Pflegeheim blieben ihm erspart.

Es war klar, dass wir meine Mutter an diesem Tag nicht allein lassen würden. Wir holten sie heute Vormittag von zu Hause ab und fuhren mit ihr zum Friedhof. Nachdem wir das Grab mit ein paar bunten Blumen geschmückt hatten, ging die Fahrt weiter nach Travemünde, ein Ort, an dem meine Eltern jahrzehntelang die Sommer verbracht hatten und an den es meine Mutter immer wieder hinzieht – und auch mich. Im Restaurant Luzifer assen wir zu Mittag.

Bevor wir einen Spaziergang entlang der Trave machten, kaufte Mutter für sich noch ein paar Heringe direkt vom Fischer.

An der Strasse „Vorderreihe“, direkt entlang der Trave, gibt es noch kleine Geschäfte, die nicht irgendwelchen Ketten angehören. Hier sieht man wirklch mal etwas anderes als in den Einkaufsstrassen der Grossstädte. Die Frühlingssonne meinte es gut mit uns, auch wenn uns ein starker Süd-Ost Wind in die Augen wehte.

An der Vorderreihe liegt Travemündes älteste Eisdiele. Und ich komme nie umhin – wirklich nie – mir dort ein Eis „to go“ herauszuholen. 80 cent für eine Kugel sind zwar ein stolzer Preis. Aber wat mutt dat mutt!

Vor der vor kurzem durch eine Frachtfähre teilweise zerstörten Kaiserbrücke, von wo aus in den Sommermonaten der 50er Jahre noch mit Kohle betriebende kleine Fährschiffe nach Finnland fuhren, spielte ein Leierkastenmann, dem Mutter ein paar „Groschen“ in die Dose steckte.

Langsam machten wir uns auf den Rückweg zum Wagen. Bei meiner Mutter zu Hause gab es dann noch Kaffee und Kuchen. Sie bedankte sich mehrmals, dass wir sie an diesem Tag nicht allein gelassen haben.

Ein paar Eindrücke von unserem Spaziergang: