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Kleines Gedenken


Mein Vater wäre gestern 85 Jahre alt geworden. Es war sein erster Geburtstag nach seinem Tod im März vergangenen Jahres. Hätte er noch gelebt, hätte sicher eine grosse Feier mit Freunden und Familie stattgefunden. Aber es hat nicht sollen sein.

So besuchten wir denn mit meiner Mutter unser Familiengrab, in dem bereits seine Eltern und seine Schwester ruhen und in dem seine Urne beigesetzt wurde. Es war ein trüber Tag, ein sehr trüber Tag, nicht mental, aber vom Wetter her. Da leuchteten die bunten Blumen, die wir Vater zu ehren auf das Grab legten, besonders hell.

Zum Essen ging es nach Travemünde an der Ostsee. Obwohl kaum ein Wind wehte, war es unangenehm kalt. Die Travemündung mit dem Museumschiff „Passat“ und dem alten Leuchtturm präsentierte sich uns nasskalt und grau. So schnell es Mutters Schritte zuliessen, steuerten wir das kleine Restaurant am Anfang der Seepromenade an.

Auf dem Platz vor dem Restaurant gab es eine kleine Verkaufsausstellung für Laternen der Art, wie wir sie gern für unseren Wintergarten haben würden. Seit langem suchen wir schon. Aber entweder mochten wir die Laternen nicht leiden oder sie waren schlecht verarbeitet. Doch hier wurden wir fündig – und Mutter bezahlte netterweise. Sorgfältig wurde uns die Laterne unserer Wahl für den Transport eingepackt. Wir verstauten sie im Kofferraum unseres Wagens und fuhren nach Lübeck zu meiner Mutter.

Zur Kaffeetafel hatte Mutter noch langjährige Freunde gebeten. Es gab selbstgebackenen Kuchen. Und alle Achtung – mit ihren fast 85 Jahren kann Mutter noch köstliche Torten zaubern. Das lässt sie sich nicht nehmen, da kommt nichts auf den Tisch, was sie beim Konditior oder im Supermarkt gekauft hat. Bewundernswert!

Nach ein paar gemütlichen Stunden liessen wir meine Mutter allein zurück, was mir gestern ein wenig schwerfiel.

50 Euro zerdrückt

Wir sind auf der Suche nach neuen Gläsern, möglichst gute Gläser. Und schlicht sollen sie sein. Wir sind ja auch schlicht. Sie sollen also zu uns passen. Meine Kollegin erzählte mir von Gläsern der Firma Riedel und davon, wie ein Verkäufer ihr mal demonstriert hat, wie elastisch diese Gläser sind, indem er den Rand eines mundgeblasenen Glases zusammendrückte.

Da stand ich also heute im Kaufhaus vor dem Regal mit den Gläsern. Beschaute sie, nahm eins in die Hand. Stellte es wieder hin. Nahm ein anderes Glas und versuchte, es am Rand zusammenzudrücken. Tatsächlich gab das Glas ein wenig nach. Ich nahm den Druck zurück, drücke noch mal, zurück, noch mal – und mit einem lauten Knall zerplatzte ein 50 Euro teures, mundgeblasenes Glas zwischen Daumen und Zeigefinger. Ich hatte nur noch den Stiel in der Hand mit ein paar Fragmenten oben drauf, was früher mal der Hohlkörper war, um edlen Wein darin zu kredenzen.

Zwei Verkäuferinnen schauten erst mich fragend an und dann auf den Boden, wo unzählige kleine Glasscherben lagen. Wie aus dem Nichts erschien ein netter junger Mann und fragte erstmal ob jemand verletzt sei. Und das war ich tatsächlich. Aus einer kleinen Schnittwunde am Zeigefinger der Hand, in der ich das Glas gehalten hatte, blutete es etwas. Da es nicht weiter schlimm war, brauchte ich das mir angebotene Pflaster nicht anzunehmen. Obwohl, wenn ich darüber nachdenke, es vielleicht ganz nett gewesen wäre, mir von ihm ein Pflaster kleben zu lassen.

Der Verkäufer fragte, was passiert sei. Und ich erklärte ihm, dass ich ein wenig daran herumgedrückt hatte und ich den Schaden natürlich bezahlen würde. Er versicherte mir, dass ich das nicht brauche, ich hätte das ja schliesslich nicht mit Absicht gemacht. Trotzdem war mit das natürlich fürchterlich peinlich. Ich versuchte die Situation dadurch zu retten, dass ich ihn in ein Gespräch über Gläser dieser Firma verwickelte. Damit ich mich eingehend informieren kann, drückte er mir dann noch eine Broschüre der Firma Riedel in die Hand, in der man nachlesen kann, warum und wieso man welches Glas für welchen Wein benutzen soll. Erleichtert verliess ich den Ort der Peinlichkeit.

Im Büro verlangte ich 50 Euro von meiner Kollegin. Auf ihre Nachfrage, warum sie mir 50 Euro geben soll, erzählte ich ihr von dem Malheur, worauf sie in schallendes Gelächter ausbrauch und ihre Mutter anrief, die seinerzeit bei der Demonstration dabei war. Frauen!

Wir suchen auch noch eine Lampe. Ich habe auch schon eine entdeckt, aus Glas. Sie ist nicht billig. Ich war auch schon zweimal in dem Geschäft und hab sie mir näher angeschaut. Drücken sollte ich sie lieber nicht.

Inkontinent

Am Freitag letzter Woche waren wir ja mit unserem Wagen in Lüneburg, unter anderem auch wegen der Scheibenwaschanlage. Als wir dort abfuhren, hat sie noch gespritzt. Dann hat der Wagen über das Wochenende in unserem Carport gestanden und wie wir alle wissen gab es Frost. Montag morgen war die Waschanlage eingefroren. Zum Glück hielt sich die Verschmutzung während der Fahrt in Grenzen, so dass ich ohne Probleme nach Hamburg fahren konnte. An der Tankstelle, wo ich immer meine Zeitung kaufe, wollte ich die Düsen mit dem Türschlossenteiser freimachen, was nicht gelang. Gestern Abend bei der Ankunft zu Hause konnte ich dann ungehindert spritzen – warum auch immer.

Ich nahm an, dass der Wassertank voll ist, wollte aber den leeren Raum mit Spiritus auffüllen. Beim Öffnen der Kappe stellte ich verwundert stellte fest, dass recht viel Platz vorhanden war und kippte reichlich Spiritus rein. Einmal spritzen damit sich die Flüssigkeit in die Düsen setzt und heute alles funktioniert – so dachte ich.

Heute Morgen waren die Strassen trocken und ich brauche die Scheibenwaschanlage nicht benutzen. Trotzdem testete ich sie als ich in Hamburg ankam. Fehlanzeige. Vorsorglich hatte ich mir gestern nach einem Garagenplatz gefragt damit der Wagen warm steht und das Eis tauen kann. Heute Mittag ein kurzer Test. Spritz sprizt – toll, funktioniert. Bei einem Drogeriemarkt kaufte ich einen Kanister Frostschutzmittel und füllte den Tank auf.

Irgendwie traute ich dem Frieden aber nicht. Heute Abend vor der Abfahrt warf ich noch mal einen Blick unter die Haube und musste feststellen, dass ich den Flüssigkeitsspiegel nicht mehr sehen konnte – und fühlen auch nicht. Unter dem Wagen befand sich ein grosser, mittlerweiler getrockneter Fleck. Es scheint, dass der Kunststofftank entweder durch den Frost an einer Stelle geplatzt ist. Es ist aber noch so viel Flüssigkeit im Tank, dass die Scheibenwaschanlage funktioniert.

Morgen Nachmittag werde ich dann mal wieder zur Werkstatt fahren um einen neuen Tank einbauen zu lassen. Es scheint, dass nach 5 Jahren ein Wagen seine Macken bekommt.

Die letzte Nacht


So, der erste Tag des neuen Jahres ist schon wieder halb vorbei, Zeit ein Fazit zu ziehen. Nein, nicht über das vergangene Jahr. Es soll einer kleiner Bericht über den Silvestertag und die ersten Stunden des neuen Jahres werden.

Bis gestern mittag war ich im Büro. Und ob man es glaubt oder nicht – ich musste sogar arbeiten. Schifffahrt und Feiertage bzw. Vorfeiertage vertragen sich in vielen Fällen nicht. So musste noch das eine und andere kleine Problem aus der Welt geschafft werden. Ausserdem konnten wir sogar noch eins der Schiffe für eine kurze Reise befrachten. Es war kurz nach 13.00 Uhr als ich als letzter das Büro verlassen und mich auf den Heimweg machen konnte.

Bernd hatte schon alles für den gemütlichen Abend vorbereitet, d.h. den Fonduetisch gedeck. Ich brauchte mich nur noch um ein paar lukullische Dinge zu kümmern, wie einen Farmersalat zuzubereiten und die Himbeersauce für selbstgemachte Eis zu pürrieren. Bei der Sauce war mit die Flotte Lotte eine grosse Hilfe, die ich von Oliver und Sabrina zu Weihnachten bekommen hatte. In 3 Minuten waren die Himbeeren durch die Lochplatte gepresst – eine Arbeit, für die ich früher mindestens die zehnfache Zeit benötigt habe (Himbeeren mittels eines Kochlöffels durch ein Haarsieb zu streichen ist einach unglaublich anstrengend und zeitaufwendig).

Das Wetter war winterlich kalt und sonnig. Ich brauchte einen freien Kopf, wofür ein kleiner Spaziergang an den grossen Strom immer geeignet ist. Jacke angezogen, Kamara geschnappt – und auf gings. Wiedermal gelang es uns, ein paar überraschende Stimmungen einzufangen. Und im kleinen Hafen hatte sich bereits Eis gebildet, auf dem Möwen und Enten schon stehen konnten ohne einzubrechen.


Guten Mutes und beherzt nahm ich zu Hause noch eine Jahresendreinigungsdusche – ein Ritual seit ganz vielen Jahren. Der alte Dreck muss weg, sauber und rein will ich in das neue Jahr kommen.

Bevor wir mit unseren Nachbarn das hiesige Theater aufsuchten, machten wir gemeinsam eine Flasche Prosecco leer. Wir wollten schliesslich dem angekündigten Musicalabend beschwingt beiwohnen. Um die Stimmung zu vertiefen gab es vor der Vorstellung im Theaterfoyer noch ein Glas Sekt. Erwartungsvoll nahmen wir unsere Plätze ein und harrten dem Beginn der Vorstellung.

Der Vorhang öffnete sich, auf der Bühne befand sich eine spärliche Dekoration, passend zum Musical Tanz der Vampire. Ein Sänger, der nicht singen konnte und fast nur schiefe Töne zustande brachte, tänzelte zu einem Song aus Cabaret zwischen den Grabsteinen umher – eine bizarre Szene. Ein Confrencier im Strassenanzung erschien auf der Bühne. Er wurde aus dem Publikum erstmal angemacht, die Musik sei zu laut. Er versprach, das mit dem Tontechniker zu regeln und kündigte tatsächlich ein Stück aus dem Musical an, zu dem die Bühne passen dekoriert war, Tanz der Vampire. Aber anstatt einenen Song zu bringen, nämlich etwas flottes, wie es einem Silvesterabend gerecht sein würde, brachte eine Sängerin was aus der Kategorie „Arie“ zu gehör. Hören konnte man sie aber erst, nachdem der Tontechniker sich bequemt hatte, den Regler für ihr Mikro aufzuziehen. Zwischen den Grabsteinen ging es dann weiter mit Liedern aus dem Musical Elisabeth. Sissi auf dem Friedhof sang dementsprechende Songs. Es schien, als wollte man das alte Jahr auf der Bühne zu Grabe tragen.

Nach 30 Minuten wurden wir durch die Pause, die erst für nach 60 Minuten angekündigt war, erlöst, in der Hoffnung, dass es nach der Pause silvestermässig schwungvoll weitergehen würde. Ein weiteres Glas Sekt sollte uns für den 2. Teil vorbereiten. Aber weitgefehlt. Die Tonanlage hatte Aussetzer, die Protagonisten wurstelten sich in einer neuen spärlichen Kulisse in schlechtsitzenden Kostümen irgendwie über die Zeit. Der Conferencier meinte, es solle nun schwungvoll weitergehen, es sei ja Silvester. Stattdessen machte die Tonanlage schwungvoll weiter Probleme. Und die dargebotenen Stücke waren auch nicht viel besser als vor der Pause. Plötzlich und unerwartet standen die Darsteller aufgereit an der Rampe und wollten den Schlussapplaus entgegennehmen, der dann auch huldvoll einsetzte. Es gab dann noch eine Zugabe, die eigentlich keiner mehr hören wollte. Ende – aus – und das ca. 45 Minuten vor dem angekündigten Ende der Vorstellung. Eine wahrlich jämmerliche Vorstellung! Es war Provinztheater höchsten Grades. Wir sollten unser Geld zurückverlangen. Ein Teil der Zuschauer hatte das Theater in der Pause bereits verlassen.

So kam es dann, dass wir bereits um vor 20.00 Uhr bereits zu Hause waren, eine Zeit, zu der wir hätten eigentlich noch im Theater sitzen sollen. Wir trafen letzte Vorbereitungen für das Fondue mit unseren Nachbarn und hatten dann einen wirklich gemütlichen Abend mit albernen Hüten auf dem Kopf (woher kommt eigentlich dieser Brauch, sich am Silvesterabend kleine Hütchen aufzusetzen?).

Um Mitternacht begrüssten wir das neue Jahr mit einem Glas Champagner und den obligatorischen Berlinern und beobachteten das Feuerwerk, das um uns herum in die winterlich kalte Nacht geschossen wurde. Um die bösen Geister zu vertreiben, zündeten wir das letzte Tischfeuerwerk, das wir für diesen Zweck übriggelassen hatten, in der Hoffnung, dass der Knall laut genug war, die bösen Geister zur offenen Terrassentür hinauszutreiben. Das anschliessende Bleigiessen sollte uns eine Vorhersage für das neue Jahr bringen. Aber wie meistens kommt da nichts gescheites bei raus. Und am nächsten Tag hat man eh vergessen, was das Ergebnis der Deutung des entstandenden Bleiklumpens gewesen ist.

In vielen Blogs steht zu lesen, dass die Leute nichts mit einer Silvesterfeier anfangen können. Auf Knopfdruck lustig sein, das wäre nichts für sie, so eins der Argumente. Eine Silvesterfeier kann man – so wie wir – auch ganz ruhig gestalten. Ein Hütchen auf dem Kopf macht noch nicht unbedingt lustig, auch wenn es zur Kurzweil des Abends beiträgt. Ob es lustig wird oder nicht, ist nicht vorhersehbar. Wir sehen so einen Abend einfach als Zusammenkunft mit netten Menschen, untermalt mit etwas Deko und mit Dingen, die man Silvester eben so machen kann.
Wir haben nicht übermässig viel getrunken und sind gesund und ohne Schaden zu nehmen in das neue Jahr gekommen.

Nicht alle haben die Silvesternacht schadlos überstanden. Recht humorvoll berichtet Oliver, was ihm widerfahren ist.

Wir wünschen allen, dass sie im neuen Jahr gesund bleiben.

Vorbei

So, Weihnachten ist vorrüber. Das klingt fast wie ein Stossseufzer, das ist es aber nur teilweise. Wenn man 4 Tage lang kocht und bekocht wird, dauernd mit Menschen zusammen ist – auch wenn es sehr liebe Menschen sind, dann ist man letztendlich doch froh, wenn es vorbei ist.

Über den Heiligabend und den 1. Weihnachtstag, die beiden Tage, an denen wir unsere Mütter zu Gast hatten und verwöhnt haben, hatte ich ja schon berichtet.

Am 2. Weihnachtstag und gestern liessen wir uns verwöhnen, auch wenn dies jeweils mit einer längeren Autofahrt verbunden war. So machten wir uns Freitagnachmittag auf den Weg nach Grossenaspe, wo Freunde von uns wohnen, die zum Weihnachtsessen geladen hatten. Bei der Abfahrt im Pappelwäldchen stellten wir fest, dass sich unser Wagen anhörte wie ein Dorftrecker. Der Auspuff! Bernd meinte, es könne sich nur um ein kleines Loch handeln, deshalb setzte ich mich halbwegs beruhigt ans Steuer. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit und ohne nennenswerte Änderungen der Motorumdrehungen war das Fahrgeräusch auch fast normal. Na ja, wird schon nicht so schlimm sein. Und ohne Probleme kamen wir an unserem Ziel an.


In Grossenaspe wurden wir mit Entenbrust und Rotkohl verwöhnt. Der Tisch war weihnachtlich festlich eingedeckt. Die gemütliche Zusammenkunft endete erst spät in der Nacht. Mehr als eine Stunde Fahrt lag vor uns. Morgens um halb zwei waren wir mit unserem Trecker wieder zu Hause.

Am gestrigen „3. Feiertag“ waren wir bei meiner Mutter eingeladen. Eigentlich wollten wir den Vormittag nutzen um einzukaufen und ansonsten nichts zu tun. Die Sache mit dem Auspuff liess mir aber keine Ruhe. Bernd hatte die Idee, zu Pit-Stop zu fahren. Ich rief bei der nächstgelegenen Werstatt an und trug das Problem vor. „Weiss ich nich, da muss ich erstma untergucken“ tönte es mir unfreundlich aus dem Telefonhörer entgegen. Nö, da würden wir auf keinen Fall hinfahren. Bei unserer Peugeotwerkstatt wurde der Telefonhörer gar nicht erst abgenommen. Blieb noch die Pit-Stop-Werkstatt Nr. 2 in Lüneburg. Der fleissige Mitarbeiter war am Telefon sehr freundlich. Allerdings sagte er gleich, dass kein Auspuff für unser Modell vorrätig sei. Aber notfalls würde er die Stelle schweissen damit wir erstmal über das Wochenende kommen. Bernd und ich beratschlagen kurz und machten uns dann auf nach Lüneburg. Der Wagen kam auf die Bühne. Es zeigte sich, dass das Auspuffrohr am Topf fast ganz abgerissen war. Es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, dass wir das Teil auf dem Boden mit uns geschleift hätten. Während der Mitarbeiter den Riss schweisste kamen wir zu dem Entschluss, am 2. Januar – wenn ich eh einen Tag frei habe, dort einen neuen Auspuff einbauen und gleichzeitig die Hauptuntersuchung machen zu lassen, da diese im Januar sowieso fällig ist. Also ist der freie Tag gleich schon wieder verplant.


Nachmittags ging es dann nach Lübeck zu meiner Mutter, wo wir auch Oliver und seine Freundin trafen. Mutter hatte Torte gemacht und es gab selbstgebackenen Stollen und selbstgebackene Plätzchen. Einen Weihnachtsbaum wollte sie in diesem Jahr, dem Jahr von Vaters Tod, nicht haben. Aber sie hatte die Wohnung mit anderen Accessoires schön weihnachtlich geschmückt. Nach der Bescherung eröffnete uns Oliver, dass er sich mit seiner Freundin verlobt hat. Darauf musste natürlich mit einem Glas Sekt angestossen werden. Ich hatte schon vorher mal einen Blick auf ihre Hände geworfen (Weihnachten ist ja traditionell auch das Verlobungsfest), konnte aber keine Ringe entdecken. Nein, sie hätten das eben ohne grosses Bimborium so für sich selbst gemacht. Nun, jetzt habe ich eine Schwiegertochter. Und darüber freue ich mich sehr.

Sekt macht hungrig. Und deshalb kredenzte Mutter uns ihren selbstgemachten Kartoffelsalat, dazu gab’s Würstchen. Den Kartoffelsalat hat sie, trotz ihrer fast 85 Jahre, toll hinbekommen. Es ist erstaunlich, wie gut sie immer noch zu Wege ist, auch wenn sie oft von Rückenschmerzen geplagt wird. Eine Operation könnte wohl Abhilfe schaffen, aber das will sie nicht mehr auf sich nehmen.

Tja, dieses Jahr hat uns Weihnachten gut auf Trab gehalten. Heute ist, von ein paar kleinen Hausarbeiten abgesehen, Erholung angesagt. In der Küche rührt jetzt gerade die neue Eismaschine, die ich von Bernd bekommen habe, ein Bananeneis. Wir sind beide sehr gespannt auf das Ergebnis.

Das war’s?

Nein, morgen ist ja auch noch Weihnachten. Und sogar übermorgen ist für uns noch mal Weihnachten. Aber ab morgen lassen wir uns beweihnachten. Gestern und heute haben wir beweihnachet. Es war Mütterweihnachten. Und wir haben das gern gemacht. Unsere Mütter sind ja allein und haben nur noch ihre Söhne.

Es begann gestern Nachmittag mit einem Kaffeetrinken. Dazu gab es kleines Gebäck, überwiegend selbstgekauft und selbst nach Hause gebracht, zu einem kleinen Teil selbstgebacken. Sozusagen zur Einstimmung. Im Hintergrund dudelte aus den Boxen Weihnachtmusik unseres Haussenders, unter dem Weihnachtsbaum lagen die Geschenke bereit. Der Abend endete mit einem Spaziergang zum Hotel, in dem unsere Mütter untergebracht waren. Dazwischen lagen einige gemütliche Stunden mit überraschenden Geschenken, netten Gesprächen und einem ausgedehnten Fondue. Und im Hintergrund dudelte immer die Weihnachtsmusik.

Am heutigen 1. Weihnachtstag trafen wir uns zum Frühstück um Hotel. Der weitere Verlauf des Tages gestaltete sich durch die Vorbereitungen für das traditionelle Putenbrustessen. Statt einer ganzen Pute gibt es nämlich eine Putenbrust mit Haut, die im Ofen gegart wird, was Schwiegermutters höchstselbstpersönliches Ritual ist und sich über mehrere Stunden hinzieht: Brust vorbereiten, im Bräter in den Ofen schieben, garen lassen. Deckel ab, öfter begiessen, Temperatur reduzieren, begiessen und noch mal begiessen und noch mal und nochmal. Dann kommt kaltes Wasser über den Putenbusen damit die Haut schön kross wird. Pute aus dem Bräter und auf dem Bratenrost im Ofen warmstellen. Aus dem Fleischsaft eine Sauce bereiten – fertig. Und dann die spannende Frage, ob das Fleisch denn gar ist und nicht zu trocken. Wie hier zu sehen ist, hat es geschmeckt:


Dazu gab es Kartoffeln und Rotkohl und natürlich Wein. Als Nachtisch wurde Mousse au Chocolat serviert. Und im Hintergrund dudelte immer noch Weihnachtsmusik.

Bei Weihnachtsmusik sassen wir noch eine Weile besammen bis es Zeit für unsere Mütter war, nach Hause bzw. zum Bahnhof gebracht zu werden, eine Aufgabe, die Bernd übernahm. Als sich die Tür hinter ihnen schloss, suchte ich erst mal eine CD meines Geschmacks – ich konnte nämlich keine Weihnachtsmusik mehr hören! Tina Turner erleichterte mir die Aufräumungsarbeiten.

Zwei Tage hintereinander mit Müttern kann schon etwas anstrengend sein. Doch war schön – und unsere Mütter haben es sichtlich genossen.

Ein paar wenige Fotos gibt es im Elbe-Penthouse zu sehen. Dort ist auch der Weihnachtsbaum zu bewundern.

Der Weihnachtskick


Ich weiss es Wochen, ja Monate im Voraus, dass am 24. Dezember Weihnachten ist. Und ich mach mir rechtzeitig Gedanken über Geschenke. Im Spätsommer wird man ganz langsam auf Weihnachten vorbereitet wenn in den Supermärkten die ersten Lebkuchen und anderes Weihnachtsgebäck auftauchen während wir noch hemdlos auf der Terrasse in der Sonne sitzen. Am ersten November Wochenende wird es ganz plöztlich früher Dunkel weil die Uhr von Sommer- auf Winterzeit umgestellt wird. Nun ist es nicht mehr lange hin bis Weihnachten.

Bald sieht man erste Weihnachtsdekos in der Stadt. Der 1. Advent ist nicht mehr fern. Die Wohnung wird für Weihnachten hergerichet. Aber was mir fehlt ist der Weihnachtskick.

2. Advent, Stollen backen, Glöggabend mit den Nachbarn, 3. Advent, Familienweihnachtsfeier, 4. Advent – vom Weihnachtsfeeling keine Spur. Ach ja, der 24.12. ist ja auch jetzt bald – Weihnachten. Geschenke, ja, abgehakt. Weihnachtsbaum kaufen, abgehakt. Weihnachtsgefühle? Was ist das denn? All das passiert um mich herum aber es geht mich überhaupt nichts an. Es ist, als schau ich dem allen und mir selbst dabei zu.

Das Fleisch für das Fondue liegt schon eingefroren im Tiefkühlschrank. Aber ein Weihnachtsgefühl – nee, noch nicht da. Morgen wollen wir Lebensmittel einkaufen, jedenfalls das, was man schon kaufen kann. Eine Einkaufsliste ist seit gestern fertiggestellt. Immer noch kein Weihnachtsfeeling.

Und dann plötzlich, als wenn ein Schalter umgelegt wird, ist es da, das Weihnachtsgefühl. Der Schalter wurde heute umgelegt. Wodurch oder durch wen? Keine Ahnung. Vielleicht lag es daran, dass sich die ersten Kollegen in den Weihnachtsurlaub verabschiedet haben. Oder lag es an dem schönen Wetter heute? Keine Ahnung, und es ist mir auch egal, aber heute kam er – der Weihnachtskick.

Im kleinen Kreis


Traditionen soll man pflegen, besonders wenn es sich um eine Familientradition handelt. Und diese Tradition pflegen wir auch wirklich sehr sehr gern, nämlich die der vorweihnachtlichen Familienweihnachtsfeier. Diese fand gestern bei meiner Cousine in Lübeck statt.

Klein ist der Kreis inzwischen geworden. Nachdem im vorigen Jahr unsere Tante verstarb und in diesem Jahr mein Vater, waren wir nur noch 5. Sohnemann und Freundin haben wir vermisst, aber da er ständig beruflich unterwegs ist, freut er sich natürlich, das Wochenende in seinem Heim zu geniessen. Wir denken aber darüber nach, im nächsten Jahr die Tradition bei ihm in Mönchengladbach fortzuführen.

Traditionell wird das Treffen mit dem Verzehr von Glögg und Weihnachtsgebäck eröffnet. Danach folgt die Bescherung, die in diesem Jahr aufgrund zweier gleicher Geschenke, allerdings an verschiedene Personen, für grosse Heiterkeit sorgte.

Zur Tradition ist es inzwischen auch geworden, dass meine Cousine Grünkohlauflauf zur Stärkung serviert. Gespeist haben wir von uralten Tellern, dass von unseren Grosseltern stammt.

Interessante Gespräche liessen den Abend wie im Flug vergehen. Es war halbzwei am Sonntagmorgen als Bernd und ich uns auf den Heimweg in die kleine Stadt an der Elbe machten.

Gewonnene Zeit

Den folgenden kleinen Bericht wollte ich gestern schon veröffentlicht haben. Doch dann kamen die Nachbarn. Und es dauerte 3 Flaschen Glögg und bis 22.00 Uhr bis sie gingen. Da war ich nicht mehr in der Lage, noch was zu schreiben, geschweige denn, Bilder vorzubereiten:

„Um 16.00 Uhr hatte ich heute einen Zahnarzttermin, nichts besonderes, nur eine Vorsorgeuntersuchung. Wie es meine Art ist, fand ich mich kurz vorher in der Praxis ein. Nach den Aufnahmeformalitäten nahm ich im Wartebereich Platz. Wenige Augenblicke später wurde ich unterrichtet, dass es leider eine Verzögerung von 30 Minuten gibt. Ob ich noch was zu besorgen hätte oder morgen wiederkommen wolle. Zu besorgen hatte ich nichts aber 30 Minuten warten wollte ich auch nicht und morgen wiederkommen schon gar nicht. Ich entschied mich trotzdem dafür, die Praxis vorrübegehend zu verlassen, es ist ja Weihnachtsmarkt.

Die Kamera ist ja immer dabei. So gelangen mir ein paar Aufnahmen in der blauen Stunde, der kurzen Zeit bevor die Dunkelheit eintritt.“

Da wir heute (ohne Nachbarn) das Wochenende mit einem spanischen Abend einläuten werden, müssen die Bilder noch warten. Dafür gibt es dann einen Extraeintrag ins Blog. Und wer meint, Bernd und ich würden auf unserem spanischen Abend steppen oder FlamingoFlamenco tanzen und mit den KastanienKastagnetten klappern, der irrt. Wir werden uns nämlich gleich Mamma Mia auf DVD ansehen. Dazu gibt’s spanische Wurst, spanischen Schinken und spanischen Käse. Nicht ganz stilecht kommt der Wein dazu aus Italien.

Verlorene Zeit

Seit mehr als einem Jahr fahre an jedem Arbeitstag mit dem Wagen von der kleinen Stadt an der Elbe nach Hamburg rein um dort meinem Job nachzugehen. Jeden Morgen ging es bislang um die gleiche Zeit los, nämlich so gegen 07.10/07.15 Uhr um püntklich zum Arbeitsbeginn um 08.30 Uhr am Schreibtisch zu sein. Die morgendlichen Verkehrsverhältnisse machten es bisher notwendig, dass ich mich bereits so früh auf den Weg machte.

Zwei Hauptstrecken habe ich für den Arbeitsweg zu Auswahl. Der eine führt über eine Bundesstrasse, der andere über die Autobahn. Auf beiden Strecken war kein bemerkenswerter Zeitunterschied zu bemerken. Wegen zweier Baustellen im Autobahnbereich und einer schliessend Strassensanierung in Hamburg fuhr ich wochenlang über die Bundesstrasse. Manchmal, wenn es besonders gut lief, war ich von Haus zu Haus eine Stunde unterwegs, meistens dauerte es länger.

Seit gestern fahre ich nun über die Autobahn. Die Strecke ist zwar etwas länger, aber wie sich jetzt herausgestellt hat, geht es da wesentlich schneller voran. Die Baustellen sind aufgehoben, die Einfädelung von der A25 auf die A1 funktioniert nach der Umbaumassnahme tadellos. Und ich brauchte gestern nur knapp eine Stunde vom Anziehen zu Hause bis zum Rechner anschalten am Arbeitsplatz. Toll.

Also entschied ich, mich langsam an eine spätere Abfahrtszeit heranzutasten. Heute machte ich mich also 5 Minuten später auf den Weg – mit dem Erfolg, dass ich noch 5 Minuten früher als Gestern am Schreibtisch war. Es war noch nicht mal acht Uhr.

30 Minuten, die irgendwie vertan sind. Gleitzeit haben wir nämlich nicht. Als meine Kollegin eintraf, war ich gerade mit der Positionsüberprüfung der Schiffe fertig. Morgen werde ich mich also noch später auf den Arbeitsweg begeben.