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Umsonst gesammelt


Gestern Abend noch wurde auch die von uns gebuchte Ersatzreise abgesagt. Wir hatten eh schon nicht mehr damit gerechnet, dass wir die Kreuzfahrt von New York nach Hamburg antreten würden, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

100 Euro Trinkgeld, gesammelt für das Housekeeping sowie Bar- und Restaurantstewards werden jetzt wieder der Haushaltskasse zugeführt. Es macht keinen Sinn, im Moment auf eine andere Reise umzubuchen, auch wenn es dafür einen Rabatt geben würde. Wir warten jetzt mal ab, wie sich die Situation entwickelt.

Ein Gespräch, gehört von Maximilian Buddenbohm:
“Na, es ist nun so, wie es ist.”
“Und so ist es dann eben.”
“Genau. So ist das.”

Und dem ist nichts hinzuzufügen.

Ein Platz bleibt leer


Ein Monat vor ihrem 80. Geburtstag ist heute meine Schwiegermutter nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt aufgrund eines Schlaganfalls verstorben. Mein lieber Mann hat sie heute Nachmittag noch besucht. Kurz nachdem er wieder zu Hause war, kam der erlösende Anruf von der Klinik.

Liebe Margret, in unseren Herzen lebst du weiter. Mach’s gut!

Vernichtungsaktion


Wir waren heute im Reisebüro unseres Vertrauens und haben die Reisebestätigung für die neue Reise abgeholt. Inzwischen wurde auch die Differenz des Reisepreises zwischen der alten und der neuen Reise gutgeschrieben. Viel Papier hatte sich angesammelt. Nachdem die finanzielle Seite geprüft und erledigt ist, konnten wir all den alten Kram vernichten, leider auch die erst kürzlich erhaltenen Reiseunterlagen.

Ein wenig traurig war ich denn jetzt ja doch. Auf der ursprünglichen Reise hätten wir einen neuen Teil der Erde für uns entdeckt, was ganz sicher sehr spannend gewesen wäre. Aber mehr noch berührte mich, dass wir jetzt nicht in den Genuss der Business Class von Emirates kommen und auch nicht mit einem Airbus A380 fliegen würden. Zwar würden wir zum Big Apple auch in der Business Class fliegen, aber eben „nur“ mit Brussels Airlines – wobei wir sowieso davon ausgehen, dass auch diese Reise seitens des Veranstalters storniert werden wird.

Princes Cruises hat heute angekündigt, das Kreuzfahrtprogramm für 60 Tage zu unterbrechen. Die aktuellen Reisen werden noch durchgeführt. Danach werden deren 16 Schiffe irgendwo aufgelegt. Offiziell geht es um die Ansteckungsgefahr mit Corona. Aber richtig ist wohl, dass man gar nicht mehr weiß, wo man mit den Schiffen noch hinfahren kann.

Falls unsere neue Reise nicht in Kürze auch wieder storniert wird, werden wir demnächst neue Reiseunterlagen bekommen, die wir wohl dann auch wieder zerreißen können. Das hat nichts mit Pessimusmus zu tun, das ist einfach logisch in der gegenwärtigen Situation. Und wenn wir die Reise doch antreten können, würden wir uns freuen.

Die Alternative


Bereits vor der endgültigen Absage unserer ursprünglich geplanten Reise hatte ich mich vorsichtshalber damit beschäftigt, welche Alternativen es denn gäbe. Man muss ja schließlich vorbereitet sein. Zwei Reisen waren in Frage gekommen. Die eine Möglichkeit wäre eine Reise „Mittelamerika“, Beginn am 20.3. Da war ich aber ein wenig coronaskeptisch weil auf dieser Tour wieder mehrere Länder involviert sind.

Die zweite Möglichkeit ist eine sogenannte Transreise von New York nach Hamburg ende April. Auf dieser Reise war noch eine einzige unser bevorzugten Juniorsuiten frei. Als gestern Nachmittag klar war, dass wir nicht nach Singapore fliegen würden, buchte ich sofort online diese Reise. Der Reiseveranstalter hat aufgrund der Stornierung einen großzügigen Rabatt für Transreisen eingeräumt. Da liegt es doch nahe, ein paar tausend Euro zu sparen.

Heute Morgen waren wir gleich im Reisebüro. Unser Reisebüro sollte die Buchung übertragen bekommen und dafür sorgen, dass uns auch der Rabatt gewährt wird. Bei der Onlinebuchung gab es dafür keine Möglichkeit.

Jetzt ist alles klar, vorausgesetzt Corona macht uns diese Reise nicht auch wieder kaputt. Man muss ja mit allem rechnen.

Das war’s dann


Vor Monaten schon war ich besorgt, dass unsere Kreuzfahrt eventuell nicht stattfinden würde. Der Grund für meine Sorge war die politische Situation. Dass unser Urlaub dem Coronavirus zum Opfer fallen könnte, war da noch gar nicht abzusehen. Corona war da noch gar nicht aktuell.

Seit ein paar Wochen beobachteten wir die Situation in Asien bezüglich Corona. In den Medien waren Kreuzfahrtschiffe ja auch des öfteren präsent. Quarantäne hier, Quarantäne da, Tests von Passagieren und Besatzung bevor die Einlaufgenehmigung erteilt wurde.

Seit gestern hatten wir begründete Sorge, dass unsere Reise tatsächlich nicht stattfinden würde: Malaysia hatte die Häfen für Kreuzfahrtschiffe geschlossen. Drei Häfen liegen auf der Route, die wir hätten fahren sollen. Heute stellte sich heraus, dass sich Sri Lanka und Indien angeschlossen haben. 5 Häfen wären also rausgefallen. In der Gegend gibt es nun auch nicht gerade viele Alternativen für eine Umroutung. Also hat sich die Reederei entschlossen, die Reise zu annullieren.

Wir sind nicht wirklich enttäuscht, ärgerlich schon gar nicht. Wir hatten uns mit dem Thema ja schon reichlich beschäftigt und so kam das dann nicht so überraschend. Außerdem haben wir jetzt eine Alternative ins Auge gefasst. Dazu gibt es hier in den nächsten Tagen weitere Neugigkeiten.

Ein zweifelnder Blick

Samstagabend, wir haben gegegessen, Lieblingsgericht des Gatten: Nudelauflauf mit Hack. Dazu gehörte eine Flasche Rotling, d.h. 1/2 Liter für jeden von uns. Später dann noch zwei (?) Schnäpse, das muss so, wegen dem Magen, jaja, keine Kommentare bitte.

Wir surfen jeder so vorsichhin. Auf einer Nachrichtenseite bietet mir die Werbung ein Ferienhaus in der Uckermark an, ab 41 Euro. Ich weiß nicht mal, wo die Uckermark ist. Polen? Oder nahe dran? Nienich würde ich einen Schritt nach Polen hineinsetzen. Man kennt das: Schwupps – und das Auto ist weg.

Ich sage zum Gatten, so ganz nebenbei: Wir könnten uns ja auch mal ein Ferienhaus in der Uckermark mieten, für 41 Euro. Über seinen und meinen Monitor erreichte mich ein etwas zweifelnder Blick mit einer hochgezogenen Augenbraue, das kann er gut. Sein schwuler Halbbruder kann das auch, liegt wohl in der Familie, also das mit den Augenbrauen. Wer weiß, vielleicht auch das Schwulsein.

Ich klärte die Sache dann auf, das mit der Werbung. Und ganz sicher kommt ein Ferienhaus für uns nicht in Frage. Wenn wir selbst das Frühstück zubereiten müssen, und alle anderen Mahlzeiten auch, nee, das geht nicht. Dann kann ich auch zuhause bleiben. Und einen Steward, der Cockails serviert, gibt es auch nicht. Also? Entweder Kreuzfahrt oder zuhausebleiben und Nudelauflauf essen, Rotling und „Birne“ trinken.

Passt gerade gut

Via Ralfaxel

Wir erleben zwar gerade keinen Sturm, es ist eher ein starker Wind. Wie ich schon erwähnte, ist Bernds Mutter seit Dienstag in einem Pflegeheim. Seit dem waren wir aus diversen Grünen jeden Tag in ihrer alten Wohnung, haben Versicherungen gekündigt, Anträge gestellt, Dinge besorgt, Kleidung gewaschen, mit der Krankenkasse telefoniert, die Dame kurz im Heim besucht. In der nächsten Woche geht es weiter: Ein Attest von ihrer ehemaligen Hausärztin wird benötigt, der Hauswart soll sich ihre Wohnung ansehen uns sagen, was gemacht werden muss, und ganz sicher kommen noch ein paar administrative Aufgaben auf uns zu. Das alles ist unser „Sturm“, der uns aus unserem ruhigen und behäbigen Leben reißt.

Aber dieser starke Wind macht uns den Weg frei. Er sorgt dafür, dass wir uns keine Sorgen mehr machen müssen, ob Bernds Mutter auch gut betreut wird. Der bisherige ambulante Pflegedienst hat nur das allernotwendigste gemacht, wir wissen alle, dass die Mitarbeiter unter Zeitdruck stehen. Dereimal am Tag kam jemand vorbei, schaute nach dem Rechten und sorgte für die notwendige Medikamentengabe. Einmal in der Woche wurde der Haushalt gemacht. Stellt euch lieber gar nicht erst vor, wie das aussah.

Jetzt ist meine Schwiegermutter gut versorgt und wird rund um die Uhr betreut. Wir atmen durch, unser Weg ist freigepustet.

Einwohnerzuwachs

Seit heute gibt es eine neue Einwohnerin in der kleinen Stadt an der Elbe, die Mutter von Bernd. Ihr allgemeiner Zustand machte es notwendig, dass sie zukünftig in einem Pflegeheim wohnen wird. Seit 2017 hat sie bereits die Voraussetzung für eine Heimunterbringung, wurde aber bisher ambulant von einem Pflegedienst zu Hause versorgt. Wir hatten aber schon länger den Verdacht, dass die Mitarbeiter nicht in der Lage sind, die Dame, sie wird demnächst 80, zu motivieren. Pflege bedeutet nicht nur Pflege, wie die Person zu versorgen. Dazu gehört auch, sich auf die Person einzulassen. Es nützt nichts, wenn einem beschieden wird: „Wir können sie nicht zwingen.“ Weiterlesen