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Entweihnachtet

Wir haben ja gar nicht viel, alles sehr dezent, weniger ist mehr. So in etwa beschreibe ich unsere Weihnachtsdeko. Wenn man dann aber dabei ist, alles wieder zu verpacken, nimmt das überhaupt kein Ende. Wo kommt das alles her? Wo hat das alles gestanden?

Kaum ist der Karton schon mal ins Treppenhaus gebracht, finde ich in der Wohnung Dekoteile, die ich übersehen hatte. Schnell in Papier verpackt, Karton wieder rein in die Wohnung, Teile in den Karton, Karton wieder ins Treppenhaus. Tja, das ist mir 2 x passiert heute.

Na, endlich war alles, wirklich alles fein verstaut und die Kartons konnten in den Keller gebracht werden.

Jetzt steht auf dem Esstisch im Wohnzimmer ein Körbchen mit Primeln, Perlhyazinthen und Narzissen. Endlich wieder bunte Farben. Ein Bild gibts aber leider nicht. Meine Kamera liegt in der Schreibtischschublade im Büro.

Nachher mach ich noch Knut.

Der Beipackzettel

Meine Erkrankungen machten es notwendig, dass es sich nicht vermeiden liess, diverse Medikamente zu mir nehmen zu müssen. Für den Husten, gegen den Husten, gegen den Blutdruck, Antibiotika, Schmerzmittel – in unserer Küche sah es aus wie früher bei meiner Oma, die ständig eine ganze Batterie von Medikamenten auf ihrem Küchenschrank stehen hatte. Nun bin ich ja inzwischen Opa, trotzdem würde ich lieber auf Medikamente verzichten.

Beim öffnen der Packungen erwische ich immer die Seite, an der der Beipackzettel steckt, d.h. der Inhalt lässt sich nicht entnehmen ohne dass ich vorher den Beipackzettel entferne. Also schliesse ich die Packung wieder und öffne sie auf der anderen Seite, wo ich dann problemlos die Folie mit den Pillen herausziehen kann.

Das hineinschieben gestaltet sich dann in den meisten Fällen schwierig weil auf der anderen Seite der blöde Beipackzettel im Weg ist. Am Besten wäre es, man entnimmt den Beipackzettel. Aber dann fliegt der irgendwo rum. Denn so ohne weiteres mag ich ihn auch nicht entsorgen. Könnte ja sein, dass man den im Ernstfall mal benötigt. Meistens lese ich den eh nicht. Vom Doc bekomme ich gesagt, wann und wie oft ich das Medikament nehmen muss. Dass eine Medizin Nebenwirkungen verusachen kann und eigentlich sowieso nicht gesund ist, weiss ich auch ohne Beipackzettel.

Ich hasse Beipackzettel – und Medikament sowieso. Deshalb versuche ich immer, sie zu vermeiden, was leider nicht immer geht.

Neujahrsgruß

Wir wünschen allen Lesern, Leserinnen und Freunden für 2013 alles Gute!

Vielen Dank für euer Interesse an Queergedacht und damit an unserem Leben, kundgetan durch die zahlreichen Kommentare. Herzlichen Dank auch für die vielen guten Wünsche anlässlich meiner verdammten Bronchitis.

Jahresendfeiertage


Nachdem sich gestern vier Generationen bei meiner Mutter zur kleinen nachweihnachtlichen Feier getroffen hatten, ist Weihnachten nun vorbei.

Das Treffen kam auf Wunsch unseres Sohnes und seier Frau zustande. Eigentlich wollten sie die Feiertage lieber mit ihrer kleinen Tochter Ida daheim verbringen. Da Uroma aber schon 88 Jahre alt ist, wollten sie den Nachwuchs doch lieber mal vorstellen. Ich finde das ganz lieb von den Beiden, besonders auch deshalb, weil Oliver eh beruflich ständig unterwegs ist und lieber sein schönes Heim genossen hätte. Und wie sich jetzt herausstellte, war die lange Anfahrt nach Lübeck doch ein wenig beschwerlich. Die Kleine fand es nämlich gar nicht witzig, stundenlang an ihren Kindersitz gefesselt zu sein.

Na, Uroma hat sich sehr gefreut. Als kleine Erinnerung an sie – obwohl Ida sich an den gestrigen Tag sicher nicht erinnern wird – opferte meine Mutter ein Stück aus dem Familienschmuck: Ein zierliches Goldkettchen mit einem eingefassten 5-Goldmarkstück als Anhänger. Das kleine Ensemble ist zeitlos und kann Ida eines Tages zu vielen Gelegenheiten tragen.

Morgen feiern wir nun das Ende diesen Jahres und den Beginn des nächsten. Für viele Menschen bedeutet die Silvesterfeier DIE Feier des Jahres überhaupt. Partymachen heisst für viele die Devise. Einmal im Jahr die Sau rauslassen, fröhlich sein auf Kommando – ähnlich wie Karneval.

Wir werden den Abend mit einer Gruppe netter Menschen bei Nachbarn verbringen. Es gibt Fondue, jeder wird etwas dazu beitragen. Wir sind für den Weisswein zuständig. Ich bin sicher, dass wir einen netten Abend haben werden.

Im Lauf der Jahrzehnte hat sich die Art und Weise, wie ich Silvester gefeiert habe, ständig verändert. In den Anfangsjahren meiner Ehe waren wir mit der ganzen Familie (Grosseltern, Eltern, Onkel und Tanten, Cousinen und Cousins) auf Silvesterbällen, die Damen in langen Kleidern, die Herren in dunklen Anzügen. In drei Sälen wurde zum Tanz aufgespielt. Schön war’s, wirklich schön. Dann wurde unser Sohn geboren, d.h. Silvester reduzierte sich viele Jahre auf das Zusammensein mit einem anderen Elternpaar, ein Jahr bei uns – ein Jahr bei denen. Das war auch schön, nur halt anders.

Als ich dann die Entscheidung für ein anderes Leben traf, änderte sich eigentlich nicht viel. Wir waren nie auf einer grossen Silvesterparty, immer haben wir im privaten Kreis gefeiert. Ein Jahr waren Bernd und ich sogar ganz allein zu Hause, damals noch in Hamburg. Um Mitternacht standen wir ganz tuckig mit Wunderkerzen auf unserem Balkon.

Wenn sich das hier, in der kleinen Stadt an der Elbe, auch mal wieder so ergeben sollte, hätten wir kein Problem damit, diesen Abend allein im Elbe-Penthouse zu verbringen. Um Mitternacht würden wir in trauter Zweisamkeit anstossen und dann mit unserer Flasche Champagner auf die Strasse gehen und Nachbarn treffen.

Aber in diesem Jahr freuen wir uns auf einen schönen Abend mit lieben netten Menschen.

Typisch Deutsch

Von meinem Platz im Arbeitszimmer kann ich zu einer Fussgängerbedarfsampel schauen, d.h. wenn eine Person die Strasse überqueren möchte, berührt sie den Sensor. Nach ein paar Augenblicken wird für den Fussgänger grün angezeigt während die Fahrzeuge anhalten müssen.

Es ist der 1. Weihnachtstag, mittags, das Wetter ist trübe. Auf der wochentags ziemlich befahrenen Strasse ist so gut wie kein Autoverkehr. Vom Fussgängerüberweg mit der Ampel ist die Strasse nach beiden Seiten weit und gut einsehbar. Mein Blick schweift aus dem Fenster in das Grau des Weihnachtstages. Ich bemerke, dass die Ampel für Autofahrer rot zeigt. Ein Auto ist weit und breit nicht in sicht. Zwei Fussgänger überqueren die Strasse. Für Autofahrer wird es grün. Aber wo sind die Autos? Es sind keine da, es kommen auch keine.

Vielleicht meinen die Spaziergänger, es könnte plöztlich ein Auto vom Himmel fallen (es ist ja Weihnachten) und betätigen deshalb die Ampelschaltung damit sie solchenfalls die Strasse gefahrlos überqueren können.

Frohe Weihnachten!


Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest!

Nachtrag:
Aus infektiösen Gründen wird es in diesem Jahr auf anderen Blogs von mir keine Weihnachtswünsche in den Kommentaren geben. Ich bin einfach nur froh, wenn ich mal eben durch die Blogrunde huschen und mich dann wieder der Rekonavaleszens hingeben kann.

Nikolaustag

Heute ist, wie Jedermann weiss, Nikolaustag. Früher, als ich noch klein und unschuldig war, stellte ich am Abend vorher einen Schuh auf die Fensterbank. Am Nikolaustagmorgen schaute ich dann ganz aufgeregt nach, was mir der Nikolaus gebracht hatte. Es waren meist Süssigkeiten. Ich weiss nicht, ob ich mich mehr über die Süssigkeiten freute oder darüber, dass der Nikolaus mir was gebracht hatte.

In diesen modernen Zeiten des WWW kann man, sofern man eine eigene Webseite mit einem Blog betreibt, feststellen, dass zu bestimmten Anlässen die Anzahl der Suchanfrage zu diesen in die Höhe schnellt. So ist es kein Wunder, dass es bei mir seit ein paar Tagen die Suche nach dem Nikolaustag ist, besonders in den letzten 24 Stunden.

Und wo landen diese Suchanfragen?: Auf einem Eintrag des Jahres 2005 mit einem Bild. Vermutlich werden viele Suchende enttäuscht sein, wenn sie das sehen. Für mich gilt nach wie vor: Ich würde gern mit ihm warten.

freitags nie


Der Freitag ist ja der traditionelle Fischtag. Freitags isst man Fisch. Hat irgendwas mit Kirche und fasten zu tun. Selbst am heiligen Karfreitag gibt’s bei uns keinen Fisch. Na, manchmal doch, dann aber auch nur Klotzfisch. Mein Mann isst nämlich eigentlich keinen Fisch. Wegen der Gräten. Ihr könnt sicher sein, dass er das Stück Fischfilet auf dem Teller hat, in dem sich doch noch eine Gräte versteckt hat.

Wie schon erwähnt, mein Mann isst Klotzfisch. Oder Fischfrikadellen oder Schillerlocken. Auch Backfisch auf dem Alstervergnügen, mit ganz viel Panade drumherum und kaum Fisch drin.

Bei uns gibt ist der Fischtag der Dienstag. Dann steht nämlich der Wagen von Fisch-Hinrichs auf dem Parkplatz vom Supermarkt. Und da gibt es Fischfrikadellen und Schillerlocken für meinen Mann. Damit das nicht so trocken ist, gibt es für ihn ein Schälchen Remouladensauce.

Für mich gibt es dort Stremellachs und Lachsfrikadellen – und zum Aufpeppen ein Schälchen Trolldip.