Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Ohrwurm

Im Verlauf einer amüsanten Show wurde gestern Abend der diesjährige Deutsche Beitrag für den Eurovision Songcontest gekürt, der am 20. Mai in Athen stattfinden wird.

Es war bekannt, dass nur drei Interpreten mit ihren Liedern zur Auswahl standen. Deshalb fragte ich mich, wie man das in eine 90-minütige Show verpacken will. Mein persönliches Fazit: Vollauf gelungen, schade, dass wir nicht live dabei gewesen sind.

Den ersten Platz und damit die Fahrkarte nach Athen bekamen Texas Lightning mit ihrem Titel „No no never“, ein überraschend erfrischender Song, leicht und locker, der mir den ganzen Abend nicht mehr aus dem Kopf bzw. aus dem Ohr ging.

Natürlich war der gestrige Abend ein Thema in den Morgennachrichten bei Radio Hamburg. Der Titel wurde kurz angespielt – und schon war er wieder da, der Ohrwurm. Den ganzen Tag wurde ich ihn nicht wieder los. Eine Firma, mit der wir viele Geschäfte machen, hat ihn bereits als Pausenmusik auf der Telefonanlage.

Die Chancen, in Athen einen guten Platz zu bekommen, wage ich nicht zu beurteilen. Das Ergebnis ist mir auch ziemlich egal. Mir gefällt das Stück nämlich!

drei statt acht

Brokeback Mountain hat es also doch nicht geschafft,bei der alljährlichen Oscarverleihung bester Film zu werden. Ich hatte es zwar gehofft, aber nicht erwartet. Hollywood ist also noch nicht so weit, einem Film, der schwule Themen zum Inhalt hat, die höchste Ehre zu verleihen. Er hat nur drei von nominierten acht der begehrten Trophäen bekommen.

Angeblich besteht die Jury aus etwas 6.000 – in Worten: sechstausend – Juroren, von denen nur ein kleiner Teil Schauspieler sind. Das Durchschnittsalter soll etwa 60 Jahre betragen. Was soll man da auch anderes erwarten?!

Schneechaos

Das Wetter ist derzeit in aller Munde. In Süddeutschland herrscht das Schneechaos, auch Schleswig-Holstein ist von heftigen Schneefällen heimgesucht worden. Wir hier in Hamburg sind – bis jetzt jedenfalls – verschont geblieben. Lächerliche 5 cm fielen heute Morgen innerhalb ca. 1 Stunde. Allerdings sind die wieder verschwunden. Aber man weiss ja nie, ob wir nicht eventuell auch noch was abbekommen. Zurzeit haben wir auch einen kräftigen Schneeschauer.

Christoph und Tim haben es sich unter der Decke gemütlich gemacht. Frank in München ist nicht mal zum Kieser gegangen. Er hat mir eben ein Foto aus seiner Strasse geschickt, dass er heute aufgenomem hat:

Wohl dem, der eine gemütliche und warme Wohnung hat und nicht stundenlang über die Autobahn fahren muss, wie Oliver, der im Moment von Lübeck nach Mönchengladbach unterwegs ist.

Passend zum Wetter fand ich heute ein neues Bild des Künstlers Michael Breyette, das er „Snow Day“ genannt hat. Der Typ auf dem Bild kann den Schnee wohl auch nicht mehr sehen, sonst würde andersherum liegen, was auch für den Betrachter des Bildes sicher reizvoller wäre.

Wahrscheinlich träumt er von „Afternoons in Anguilla“. Es muss ja nicht Anguilla sein, aber an einem ähnlichen Ort wäre ich jetzt auch gern.

Mein Traum


Das trübe Wetter lädt zum Träumen ein. Heute Morgen fielen innerhalb kürzester Zeit 5 cm Schnee. Dann begann es zu tauen, gleichzeitig schneite es wieder. Es ist grau und kalt anstatt dass die ersten frühlingshaften wärmenden Sonnenstrahlen einen dazu verleiten, ein halbes Stündchen in der Sonne zu sitzen. Dementsprechend ist meine Stimmung auf dem Nullpunkt, vertieft noch durch Müdigkeit, verursacht durch eine Geburtstagsfeier mit Rotwein und Ouzo.

Aber was wäre die Welt ohne dreamlines! (Dank an shayanna für den Hinweis) Hier kannst du deinen eigenen Traum kreieren. Gebe ein bis drei Schlagworte ein und das Ding fängt an zu malen. Es versteht sogar deutsch. Mein Traum in deutsch sieht jedenfalls wesentlich positiver aus als die Versuche in englisch. Das Bild zeigt meinen Traum von Sonne, Strand und Meer.

So ganz wollte das Ergebnis aber nicht dazu beitragen, meine Stimmung positiv zu verändern. Was lag also näher als ein entspannendes Wannenbad mit einem Zusatz aus Meersalz, sizilianischen Oliven, frischen Mandarinen, Bergamotte, Zitrone und Orangenblüten – alles enthalten in einer kleinen Flasche von Lush. „The Olive Branch“ heisst das Wundermittel. Und es hat wirklich ein wenig geholfen!

Unverständlich

1.
Jeder von uns prüft sicher regelmässig den Counter seines Weblogs mit allen angebotenen Möglichkeiten, unter anderem z.B. die, herausfinden zu können, mit welchen bei Google eingebenen Suchbegriffen Jemand im Weblog gelandet ist.

Sehr erstaunt war ich heute Morgen über den Begriff „gründe für kleinen busen“. Ich weiss hunderprozentig, dass ich über dieses Thema nie geschrieben habe, interessieren mich doch Busen, ob gross oder klein, seit einigen Jahren ganz und gar nicht mehr. Und warum ein Busen nun gross oder klein ist, hat mich noch nie interessiert. Das verhält sich wohl ähnlich wie mit dem primären Gechlechtsorgan des Mannes: Es ist halt eine Laune der Natur.

2.
Höre ich doch eben in den Nachrichten, dass Jürgen Klinsmann wegen des Debakels des Freundschaftsspiels gegen Italien vor den Sportausschuss des Deutschen Bundestages zitiert werden soll.

Will sich die Politik jetzt in die Belange des Nationaltraines einmischen? Erkennt man bereits jetzt, dass die Gefahr besteht, dass Deutschland nicht Weltmeister wird? An Klinsmanns Stelle würde ich sofort von meinem Posten zurücktreten, wenn die Politik versuchen würde, sich in den Job einzumischen. Und ausserdem: Deutschland muss nicht immer Erster sein. Wir sind doch schon Papst. Das ist doch auch was.

Im übrigen haben wir in Deutschland – politisch gesehen – viel dringendere Aufgaben anzupacken als Weltmeister im Fussball zu werden.

Glück im Unglück


Eins unserer Schiffe war in der vergangen Nacht unterwegs von Corinth durch den Kanal von Corinth nach Derince, ein türkischer Hafen im Marmarameer. Der Kanal hat eine Breite von 24.60 m – das Schiff ist 15 m breit, an jeder Seite ist also „reichlich“ Platz von „nur“ 4.80 m. Schiffe dieser Grösse unserer Reederei passieren mehrmals jährlich den Kanal von Corinth. Vorschrift ist, dass für die Passage ein Lotse genommen wird.

Als ich heute morgen ins Büro kam erhielt ich die Meldung, dass das Schiff in der Nacht gegen die Wand gefahren ist, im wahrsten Sinn des Wortes. Der Lotse, der das Schiff durch den Kanal manöveriert, hatte das Schiff nicht richtig unter Kontrolle. Inzwischen hatte das Schiff den Kanal bereits passiert und wartete jetzt am Anker auf eine Taucheruntersuchung. Zwar war ein Wassereinbruch nicht festgestellt worden, jedoch wird nach so einem Unfall eine Untersuchung von den Behörden verlangt, was ja auch der Sicherheit der Besatzung und dem Schiff dienlich ist.

Die Untersuchung ergab, das keine Bodenschäden entstanden sind, nicht mal Beulen in der Aussenhaut. Mit nur ein paar Farbabschürfungen konnte das Schiff heute Nachmittag die Reise fortsetzen.

Das Schiff haben wir erst Anfang des Jahres von der Werft übernommen. Allerdings ist die Taufe noch nicht vollzogen worden. Aus verschiedenen Gründen werden Schiffe heutzutage nicht mehr unbedingt bei der Infahrtsetzung getauft sondern später zu einem der Reederei gehnehmen Zeitpunkt in einem der Reederei genehmen Hafen.

Tja, und nun das! Ist ja auch kein Wunder, wenn ein Schiff, das nicht getauft wurde, über die Weltmeere fährt. Aber die Inhaber werden schon wissen, was sie tun. Oder auch nicht, denn Schiffe haben eine Seele!

Es stinkt!


Seit zwei Wochen wird im öffentlichen Dienst gestreikt, hier in Hamburg hauptsächlich bei der Müllabfuhr. Ich muss zugeben, dass ich sogar ein gewisses Verständnis für den Streik habe.

Bei uns vor dem Haus befindet sich eine Ecke für drei Müllcontainer, die in einer Art „Garage“ stehen. Eingefasst ist das kleine Areal von einer Hecke. Vor der Müllgarage befindet sich ein kleiner Platz. Dort sind inzwischen ein paar wenige Müllbeutel abgestellt worden. Dafür, dass zwei Wochen der Müll nicht abgeholte wurde, ist es wirklich eine sehr kleine Menge.

Seit ein paar Tagen stinkt es bei uns, nicht beim Müllplatz, nein im Treppenhaus. Es stinkt entsetzlich. Es scheint, als ob jemand den Müll in seiner Wohnung hortet.

Wie es scheint, haben sich die Tarifparteien heute geeinigt und der Streik wird wohl in den nächsten Tagen beendet sein. Wenn es dann im Treppenhaus immer noch stinkt, liegt vielleicht irgendwo eine verwesenede Leiche hinter der Wohnungstür.

Slip für 2!


Was es nicht alles gibt: Einen Herrenschlübber, in den zwei Personen passen. Nicht das das Teil so gross ist, also eine Übergrösse, ein sogenannter Schinkenbeutel, nein, das Ding ist tatsächlich für zwei Personen konstruiert. Die Bewegungsmöglichkeiten scheinen meiner Meinung nach aber ziemlich eingschränkt zu sein. Was hat man noch für Möglichkeiten damit? Na, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ach ja, kaufen kann das tatsächlich auch, und zwar hier.

Blogfaking

Am 4. Februar veröffentlichte ich einen Beitrag über ein gerade entdecktes neues Weblog eines jungen Mannes, seines zeichens Mormone, schwul und Amerikaner. Seine Beiträge sprühten eine gewisse Frische aus, es war eine Freude, darin zu lesen. Nun stellt sich heraus, dass alles gar nicht wahr ist. Inzwischen ist das Blog auch vom Netz. Deshalb hab ich den Link im oben erwähnten Beitrag und in meiner Linkleiste gelöscht.

Wenn ich ganz ehrlich bin, kam mir irgendwann der Gedanke, ob es nicht ein Fake ist. Ein junger Amerikaner mit einer derart ausgwählten Wortwahl – selbst wenn er zweisprachig aufgewachsen ist, wie „Aaron“ von sich behauptet hat, ist eine derart perfekte Wortwahl kaum möglich. Aber man weiss ja nie. Nun könnte man natürlich sagen: Ja, jetzt im Nachhinein kann man solche Behauptungen über seine Gedanken ja aufstellen. Ja gut, ihr könnt es glauben oder auch nicht, aber es war so.

Während ich weiter im Weblog des „Aaron“ las – was ich übirgens sehr gerne tat -, kamen mir immer mehr Zweifel, ob das alles so richtig ist, was da zu lesen steht. Wie es scheint, waren meine Zweifel berechtigt.

Es ist dies übrigens nicht der erste Fall von Blogfaking, der mich – und einige andere Blogger – in den letzten Jahren getäuscht hat. Allerdings flog die Sache nicht nach so kurzer Zeit auf. Der Wirbel war gross, als die Sache ans Tageslicht kam und wir waren enttäuscht, hatten einige von uns (mich eingschlossen) ein recht persönliches Verhältnis aufgebaut, ohne uns jemals im richtigen Leben getroffen zu haben.

Ob „Aaron“ und „er“ von damals Einzelfälle sind, können die meisten doch gar nicht absehen. Es ist doch so, dass wir uns alle gar nicht persölich kennen. Ich hab mich bisher nur mit zwei Bloggern persönlich treffen können. Wir können immer wieder einem Faker begegnen, ohne es zu merken.