Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Sommerzeit

Es ist zwar noch winterlich, obwohl wir schon Frühling haben. Aber in der kommenden Nacht werden die Uhren auf die Sommerzeit umgestellt. Endlich. Denn jetzt kann ich eine Stunde länger schlafen. Wieso das, obwohl wir die Uhren vorstellen? Ganz einfach: Wenn ich während der Winterzeit morgens um vier nicht mehr schlafen kann ist es während der Sommerzeit schon fünf. Oder? Ich glaube ja.

Gibt es eigentlich einen Namen für den Zustand des frühen Aufwachens? Vielleicht senile Bettflucht?

Übrigens hat meine Kollegin eine ganz geniale Eselsbrücke für die, die immer nicht wissen, ob die Uhren nun vor- oder zurückgestellt werden:
Zum Sommer holt man die Gartenmöbel vor, also werden die Uhren vorgestellt. Im Winter stellt man die Gartenmöbel zurück, die Uhren also ebenfalls. Ist doch ganz einfach.

Ein schöner Tag

Endlich ein Tag, an dem die Luft recht mild war, ich konnte sie fast zwischen den Fingern fühlen, ein Hauch von Frühling.

Ein Tag, der problemlos war, was in der Schifffahrt nicht immer die Regel ist.

Ein Tag vor einer Woche Urlaub, und das ist das schönste an diesem Tag!

Zum Frühlingsanfang

Wenn der holde Frühling lenzt
Und man sich mit Veilchen kränzt,
Wenn man sich mit festem Mut
Schnittlauch in das Rührei tut,
Kreisen durch des Menschen Säfte
Neue ungeahnte Kräfte –
Jegliche Verstopfung weicht,
Alle Herzen werden leicht,
Und das meine fragt sich still:
„Ob mich dies‘ Jahr einer will?“

Also mein Herz fragt sich nicht mehr, aber ich fand das kleine Gedicht ganz nett und wollte es deshalb meinen geneigten Lesern nicht vorenthalten.

sportlich sportlich

Nach Jahren der Faulheit und Trägheit haben wir uns gestern zwei Stunden sportlich betätigt: Wir waren mit Freunden in Lübeck bowlen.

Es ist schon Jahrzehnte her, dass ich das mal gemacht habe. Und eigentlich habe ich es in recht unguter persönlicher Erinnerung weil ich immer Letzter geworden bin. Die Bowlingkugel landete mehr in der Rinne als dass sie auf der Bahn blieb. Zwei Würfe mit null Punkten waren keine Seltenheit. Deshalb fuhr ich mit gemischten Gefühlen nach Lübeck. Aber heute habe ich kein Problem mehr damit, mich der Lächerlichkeit preiszugeben, wenn es denn wieder so käme.

Der erste Durchgang war dann für mich auch gestern wieder disaströs und brachte das stolze Ergebnis von 35 Punkten, von denen ich meisten Treffer bei den letzten beiden Würfen erzielte. Nina hatte mir dann nämlich erzählt, dass eine Freundin oder Tante, jedenfalls eine weibliche Person aus ihrem Bekanntenkreis, die Kugel andersherum wirft. Nein, nicht nach hinten, sondern die Hand wird so gehalten, dass der Daumen beim Wurf hinten ist und die beiden anderen Finger vorne in den Löchern stecken. Alles verstanden?

Von nun an rollte die Kugel und die Pins fielen. Unglaublich. Am Ende des zweiten Durchgangs war ich mit stolzen 109 Punkten dritter von sieben Teilnehmern. Ich schaffte es manchmal sogar, alle zehn Pins zur Strecke zu bringen. Wahrscheinlich hatte ich die Kugel aufgrund der ungewöhnlichen Handhabung besser unter Kontrolle.

Leider mussten wir nach 90 Minuten die Partie beenden. So konnte ich meine Leistung nicht mehr steigern. Karin hatte in einem italienischen Restaurant einen Tisch bestellt. Sie hatte uns bereits früher davon vorgeschwärmt. Doch das, was uns serviert wurde, übertraf unsere Erwartungen: Riesige Portionen, die dazu auch noch sehr schmackhaft waren – und preiswert dazu. Mit Mühe bekam ich meinen Teller leer. Selbst ein Nachtisch passte nicht mehr. Wer mich kennt weiss, wie gern ich süsse Nachspeisen verzehre. Die abgebowlten Kalorien waren mehr als ersetzt. Und ich hatte mal wieder eine schlaflose Nacht wegen Völlegefühl.

Aus „Air“ wird „Ice“

Erst im vergangenen Jahr wurde die auf der Bremer Lürssenwerft erbaute Megayacht „Air“ an ihren Auftraggeber abgliefert. Wer der Käufer war? Wie so oft ist das nicht bekannt. Bekannt wurde jetzt aber der Verkauf der Yacht an den russischen Milliardär Suleiman Kerimov, dessen Vermögen auf ca. 8 Milliarden Dollar geschätzt wird!!! Er hat der Yacht den Namen „Ice“ gegeben.

Ein paar Angaben zum Schiff: 90 m lang, 15 m breit – und damit ebenso gross wie einige unserer Frachtschiffe.

Ich bin nicht neidisch auf das Vermögen des Herrn Kerimov. Wahrscheinlich kann er sich nur mit Bodyguards in der Öffentlichkeit sehen lassen. Aber ich bin immer wieder erstaunt darüber, welches Vermögen sich in Russland anhäufen lässt.

Sie schmecken schon wieder

Weihnachten mochte ich sie nicht mehr, und damit war ich nicht allein. Jetzt ist März und jetzt schmecken sie wieder: Gewürzspekulatius! In den Tiefen unserer Büroschränke wurden zwei Pakete aufbewahrt weil sie Ende des Jahres niemand mehr essen mochte. Aber jetzt, jetzt greifen alle zu, die am Teller vorbeikommen. Schwupps, wieder einer weniger! Kaum zu fassen. Vielleicht liegt es auch am winterlichen Wetter.

Apropo Winter: Heute wurde wieder die Alsterfontäne gestartet. Hoffentlich wird das kein Eiszapfen. Seit mehr als zehn Jahren arbeite ich jetzt in Hamburg. Ich habe während der Zeit noch nie gesehen, dass die Alsterfontäne von einer Eisfläche umgeben ist. Sehr ungewöhnlich.

Das Gummibärchen-Orakel


Es ist erstaunlich, wo man überall was über seine Persönlichkeit erfahren kann, wie z.B. beim Gummibärchen-Orakel. Hier mein Ergebnis (und ich habe nicht geschummelt!):

VIELSEITIGKEIT, TALENT, GLÜCK

Na? Haben Sie auch nicht geschummelt? Sie haben die unwahrscheinlichste Kombination gezogen: exakt ein Bärchen von jeder Farbe. Entweder also Sie sind ein Schlitzohr – oder ein Genie. Sie entscheiden sich für Genie? Na, gut, dann müssen wir Sie ein bisschen bremsen. Sie haben die Anlagen dazu. Voll entwickelt haben Sie die noch nicht. Aber Ihre Talente und Begabungen ergänzen sich auf wunderbare Weise. Sie verfügen über einen klaren Geist und gute Intuition (weiss), dazu über Festigkeit und gesundes Selbstvertrauen (grün). Sie sind kontaktbegabt und schöpferisch (orange), dazu zielstrebig und geschäftstüchtig (gelb). Schliesslich haben Sie auch noch die Liebe und die Energie, all das zu Ihrem und zu anderer Nutzen anzuwenden (rot). Erstaunt Sie das ein bisschen? Also, uns erstaunt es. Und uns ärgert an dieser Kombination auch etwas: dass wir Ihnen daraus gar nichts Boshaftes lesen können. Wir würden Ihnen gern ein bisschen am Zeug flicken. Aber Sie haben nun mal diese seltene Verbindung von Talenten, und Sie fangen jetzt an, die zum Blühen zu bringen, um alsbald die Früchte zu ernten – und hoffentlich zu verteilen. Im Grunde können wir uns nur hochachtungsvoll verbeugen und Beifall klatschen. Und ehrlicherweise müssen wir auch noch gestehen, dass Albert Einstein ebenfalls diese Kombination gezogen hat. In seiner Villa in Princeton werden in einer Vitrine seine persönlichen Glücksbringer gezeigt, darunter – schon etwas eingetrocknet – die gleichen fünf Gummibärchen, die Sie jetzt gezogen haben. Aber Ihre Bärchen brauchen Sie nicht auszustellen, die dürfen Sie auch essen. Die Botschaft geht damit nicht verloren. Und die lautet: Sie sind ungewöhnlich vielseitig und harmonisch begabt, und wenn Sie diese Begabungen anwenden, werden Sie ein lebender Glücksfall. Wenn Sie nicht doch geschummelt haben.

Wirrungen

Vorige Woche erhielt ich eine Mail von einem mir unbekannten Absender. Allerdings deutete der Text der Nachricht daraufhin, dass ich dem netten Menschen, der mir die Mail geschickt hatte, persönlich bekannt bin. Leider konnte ich nicht genau erkennen, was man von mir wollte. Es gab einen Bezug zu meinem Job, der Name eines bestimmten Schiffes wurde erwähnt. Weiter gab es eine Art Einladung zu einem Besuch in Wismar. Ich war völlig verwirrt.

Mein Gehirnwindungen arbeiteten sich heiss um herauszufinden, wer wohl hinter dieser Nachricht steckt. Privat kenne ich niemanden in Wismar (in Gedanken ging ich alle meine Chatbekanntschaften durch). Artig und höflich wie ich bin, beantwortete ich die Mail und fragte, wer denn wohl der Absender sei. Leider bekam ich keine Antwort. Aber die Nachricht ging mir nicht aus dem Sinn. Da muss es doch jemanden in Wismar geben, der mich näher kennt.

Gestern Abend klärte sich die misteriöse Sache auf:
Ich erhielt auf meiner Geschäftsleitung zu Hause eine Anruf aus Wismar, und zwar von einem Herrn, den ich schon seit mehr als 20 Jahren beruflich kenne, und zwar noch zu DDR-Zeiten, zu dem ich aber seit einigen Jahren nur noch wenig Kontakt habe.

Wir hatten seinerzeit beinahe täglich telefonisch miteinander zu tun, was nicht so einfach war: Es gab keine Direktwahl, Telefongespräche mussten als „dringendes Gespräch“ beim Fernamt angmeldet werden. Wenn man Glück hatte, konnte man am Hörer auf die Verbindung warten. Meistens aber wurde man innerhalb von 1 – 2 Stunden zurückgerufen. Wenn man nicht die Option „dringendes Gespräch gegen doppelte Gebühr“ genutzt hätte, hätte es möglicherweise Tage dauern können, bis man den Teilnehmer „drüben“ erreicht hätte. Zwei oder drei Mal waren mein damaliger Chef und ich zu einem persönlichen Besuch in Wismar.

Ja, und dieser Herr kennt dieses Tagebuch und auch das Elbe-Penthouse. Die Absenderadresse der entsprechenden Mail war nicht von ihm sondern von einem Freund. Ausserdem waren wichtige Teile der Nachricht verlorgengegangen. Deshalb konnte ich wenig bzw. gar nichts damit anfangen. Aus technischen Gründen war meine Antwort auch nicht angekommen (das ist ja fast wie vor 20 Jahren *hihi*)

Wir haben verabredet, uns mal auf ein Schälchen Kaffee in Wismar zu treffen.

Man sieht, in den Zeiten des Internet kann man nicht so leicht mehr verloren gehen. Und ausserdem ist es in der Schifffahrt so: Man sieht sich immer zwei Mal im Leben!

Da war doch noch was

Vor ein paar Tagen hab ich wieder mal ein Stöckchen aufgefangen. Unsere zukünftige Nachbarin shayanna hat es mir zugeworfen. Und mit Nachbarinnen soll man es sich ja nicht verscherzen, deshalb hier das Ergebnis:

Was hast du vor zehn Jahren gemacht?
1996 – nichts besonderes, ein ganz normales Jahr

Was hast du vor einem Jahr gemacht?
Voriges Jahr im März hab ich das gefunden. Ende März waren wir im Disney-Ressort in Paris.

Fünf Snacks die du besonders gerne hast:
1) Kuchen (zählt das als Snack?)
2) Eis
3) Mars
4) Schokolade
5) Kuchen

Fünf Songs von denen du den Text komplett kennst: Kontrastprogramm zum Mitsingen:
1) Ja die Liebe hat bunte Flügel (deutscher Text der Habanera, 1. Akt, Carmen)
2) Hier an dem Herzen treu geborgen (Blumenarie, Carmen)
3) Kalkutta liegt am Ganges (Vico Torriani)
4) Hämmerchen Polka (Chris Howland)
5) Der Hölle Rache (Arie der Königin der Nacht, Die Zauberflöte)

Fünf Dinge die du tun würdest, wenn du ein Millionär wärest:
1) sofort den Kredit für das Elbe-Penthouse ablösen
2) das Elbe-Penthouse ausstatten ohne viel nachdenken zu müssen.
3) einen Zweitwagen kaufen
4) da eine kleine Wohnung kaufen, wo es warm ist
5) viel ins Theater gehen

Fünf Dinge die du gerne machst:
1) kuscheln
2) in der Badwanne liegen
3) Musik hören
4) ins Musical gehen
5) offen fahren

Fünf Kleidungsstücke die du nie wieder tragen wirst:
1) Leibchen
2) Pudelmütze
3) Kniestrümpfe
4) Stahlhelm
5) Sturmgepäck

Fünf deiner liebsten „Spielsachen“ (Beschäftigungen):
1) mein Mann
2) der PC
3) Kochrezepte ausprobieren
4) in der Sonne sitzen und lesen
5) zurzeit Wohnungsplanung

Die Reihenfolge der jeweiligen Punkte sagt nichts aus über die Rangfolge.

Langer Winter


Als ich gestern Morgen nach dem Aufstehen auf dem Weg durch das Wohnzimmer ins Badezimmer war, sah ich zu meinem Schrecken, dass es schneite. Ca. 2 cm Schnee lagen bereits auf unserem Balkontisch. Wie wir später aus den Medien erfuhren, hatte es ca. um 05.30 Uhr zu schneien begonnen.

Und es schneite weiter den ganzen Tag, feine Schneeflocken fielen vom Himmel, aber so dicht, dass ich aus meinem Bürofenster nicht die Binnenalster sehen konnte. Sie lag versteckt wie hinter einer Nebelwand, nur dass es eben Schnee war.

Aus dem Radio erfuhr ich, dass auf den Strassen rund um Hamburg das Chaos herrschte, verursacht durch die starken Schneefälle. Bei uns am Büro lief der Verkehr noch recht zügig. Aber es schneite weiter, immer weiter und dann brach auch bei uns der Verkehr zusammen. Zum Glück gehe ich zu Fuss nach Hause, notfalls kann ich die U-Bahn nehmen. Und das tat ich gestern auch – weil ich nämlich den Wind den ganzen Weg von vorn gehabt hätte und mir der Schnee direkt ins Gesicht geweht worden wäre.

Heute Morgen führten wir erst mal eine Messung durch, wie hoch denn der Schnee bei uns liegt (ich wurde eben schon als Messfetischist bezeichnet). Das Ergebnis ist oben auf den Fotos zu sehen.

Seit neun Jahren wohne ich jetzt in Hamburg. So viel Schnee an einem Tag hatten wir während der Zeit noch nicht, und schon gar nicht Mitte März.